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Fußball-Weltmeisterschaft – ohne mich: #NichtmeineWM

Sharepic: Ottmar Miles-Paul mit #NichtmeineWM
Sharepic: Ottmar Miles-Paul mit #NichtmeineWM
Foto: Martin Ladstätter

Kassel (kobinet) In diesen Tagen gibt es vieles, über das man sich aufregen kann. Die Buckelei des FIFA-Chefs Gianni Infantino vor Donald Trump bei der Gruppenauslosung für die Fußballweltmeisterschaft der Männer am 5. Dezember 2025 in Washington, D.C. mit der Verleihung des vor kurzem extra geschaffenen Friedenspreis des Fußball-Weltverbands FIFA an den US-Präsidenten schlägt für Ottmar Miles-Paul jedoch dem Faß den Boden aus. Die vermeintlich schönste Nebensache der Welt verkam an diesem Tag endgültig zu einem völlig abgehobenen und unwürdigen Politspektakel für einen Mann, der Werte wie Respekt, Vielfalt oder gar Inklusion, die im Sport gerne hochgehalten werden, mit Füßen tritt. Schweren Herzens hat der Fußballfan und Behindertenrechtler daher entschieden, dass diese WM nicht seine WM ist, was er mit dem Hashtag #NichtmeineWM und im folgenden Kommentar für die kobinet-nachrichten zum Ausdruck bringt.

Disability-Studies sind unverzichtbar

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Saarbrücken / Köln (kobinet) Für Nico Wunderle bedeutet die am 3. Dezember 2025 von der Universität Köln bekanntgegebene Streichung des Arbeitsbereich ‚Soziologie und Politik der Rehabilitation, Disability Studies‘ – also der Bereich, der sich mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Behinderung beschäftigt, dass kritische Fragen zu Behinderung nicht wichtig genug sind. Analyse stört. Beteiligung von Menschen mit Behinderung in der Wissenschaft ist – wie in allen anderen Lebensbereichen auch – noch immer keine Selbstverständlichkeit. Dass so etwas ausgerechnet rund um den Aktionstag für die Rechte von Menschen mit Behinderung geschieht, zeigt nach Ansicht von Nico Wunderle, wie weit Anspruch und Wirklichkeit auseinanderliegen, wie er u.a. in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten schreibt.

Selbstvertretung ist kein Selbstläufer – IGEL-Podcast mit Veranstaltung zu 10 Jahre LIGA Selbstvertretung

Cover des IGEL-Podcast zu 10 Jahre LIGA Selbstvertretung
Cover des IGEL-Podcast zu 10 Jahre LIGA Selbstvertretung
Foto: IGEL-Media

Berlin (kobinet) „Selbstvertretung ist kein Selbstläufer“, so hat Sascha Lang, der Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), den Live-Podcast mit der Aufzeichnung der Online-Veranstaltung zum 10jährigen Bestehen der Liga Selbstvertretung vom 2. Dezember 2025 getitelt. Auf diese Weise können all diejenigen, die nicht an der von der LIGA Selbstvertretung in Kooperation mit der Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention durchgeführten Veranstaltung mit dem Titel „Selbstvertretung und Partizipation – Schlüssel zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“ teilnehmen konnten, diese im Nachhinein anhören.

IGEL-Monatsrückblick: Triage-Schock & Gesetzeschaos – Der härteste Inklusions-Monat 2025

Cover des IGEL-Monatsrückblick zur Behindertenpolitik im November 2025
Cover des IGEL-Monatsrückblick zur Behindertenpolitik im November 2025
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Triage-Schock & Gesetzeschaos: Der härteste Inklusions-Monat 2025“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im November 2025 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im November 2025 bestimmt haben. Unter anderem geht es um den Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz, um die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Triage und um Begriffsänderungen.

Diskriminiererschutz empört bei Diskussion um Reform des Behindertengleichstellungsgesetz

Sharepic zur Demo des DBR am 3. Dezember 2025 vor dem Wirtschaftsministerium
Sharepic zur Demo des DBR am 3. Dezember 2025 vor dem Wirtschaftsministerium
Foto: DBR

Berlin (kobinet) „Für Unternehmen im Sinne des Absatzes 2 gelten alle baulichen Veränderungen sowie Änderungen an Gütern und Dienstleistungen als unverhältnismäßige und unbillige Belastung.“ Dieser Satz, der sich im Referentenentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für einen Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) vom 19. November 2025 unter § 7 Absatz 3, Satz 3 befindet, ist einer der zentralen Aufreger, der derzeit die Diskussion um die seit langem versprochene Reform des Behindertengleichstellungsgesetz beherrscht. Denn im Kern bedeutet dieser Satz den Schutz der Diskriminierer unter den privaten Anbietern von Dienstleistungen und Produkten, die ihre Angebote nicht barrierefrei gestalten. Sie haben damit die perfekte Ausnahmegenehmigung, wenn entsprechende Änderungen bei der Erbringung der Dienstleistung als „unverhältnismäßige und unbillige Belastung“ abgetan werden kann. Das Bundeswirtschaftsministerium habe sich nach Ansicht der LIGA Selbstvertretung durch ihre monatelange Blockadepolitik des Referentenentwurfs für die BGG-Reform auf ganzer Linie durchgesetzt, wenn diese Formulierung im weiteren Gesetzgebungsprozess so bleibt.

Gewalt gegen Frauen mit Behinderung ist kein Randthema – sie passiert mitten in unserer Gesellschaft, jeden Tag

Lucienne Mindermann mit einem Plakat
Lucienne Mindermann mit einem Plakat
Foto: privat

Dillingen (kobinet) Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November haben sich viele Akteur*innen zu Wort gemeldet. Lucienne Mindermann hat sich bewusst dagegen entscheiden, ihren für die kobinet-nachrichten verfassten Text nicht nur am 25. November zu posten, weil Gewalt gegen Frauen nicht an einem Tag im Jahr passiert. Ihre Erfahrungen und die vieler anderer Frauen mit Behinderung sind das ganze Jahr über real – deshalb will sie, dass diese Perspektive auch an allen anderen Tagen sichtbar bleibt und nicht im Aktionismus zwischen kleinen Geschenken, pinken Plakaten und Blumen untergeht, wie sie in ihrem Kommentar für die kobinet-nachrichten schreibt.

Begehrt, benutzt, begrenzt? – Wenn Behinderung zum Fetisch wird

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL vom November 2025
Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL vom November 2025
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Begehrt, benutzt, begrenzt? – Wenn Behinderung zum Fetisch wird“, so lautet der Titel der Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der dieses Mal etwas später also sonst im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) ausgestrahlt wurde. „In dieser Episode von ‚Sonntag trifft IGEL‘ sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang über ein Thema, das viele betrifft, über das aber kaum jemand spricht: Was passiert, wenn Behinderung nicht nur als Merkmal wahrgenommen wird, sondern zum Objekt sexueller Begierde wird? Unter dem Titel ‚Begehrt, benutzt, begrenzt? – Wenn Behinderung zum Fetisch wird‘ öffnen beide einen wichtigen, sensiblen und oft tabuisierten Raum“, heißt es in der Ankündigung der November-Ausgabe der IGEL-Podcast-Reihe Sonntag trifft IGEL.

„Ist das in der Bevölkerung angekommen?“ Indoktrination auf einem öffentlich-rechtlichen Sender

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
begutachtet den Deutschlandfunk und bescheinigt ihm ein kriegserzieherisches Sendungsbewusstsein
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Was passiert, wenn ein öffentlich-rechtliches Medium seinen Sendeauftrag zugleich als einen Sendungsauftrag versteht, kann man in der derzeitigen politischen Gemengelage am Deutschlandfunk studieren: Vom ursprünglich neutralen öffentlich-rechtlichen Sendeauftrag hat er sich zum politisch-hegemonialen Sendungsauftrag gewandelt, von dem der moralisch militärische Komplex beseelt ist. Der in Politik und Medien der Bevölkerung den Kopf zurechtrückt. Damit sie kapiert, was ihrem Schutz und ihrer Sicherheit frommt. Hochrüstung, sich bewaffnen bis an die Zähne und ein klares Feindbild. Das muss rein in die Köpfe, subito!

Ein einklagbares Recht auf Höflichkeit – mehr bringt die BGG-Reform im Alltag nicht

Eine schwarz-weiße Strichzeichnung: Ein Rollstuhlfahrer steht vor einer Treppe und blickt hinauf. Vor ihm verbeugt sich ein Ober oder Diener mit Serviertuch, als wolle er höflich helfen, obwohl der Zugang unüberwindbar bleibt.
Recht auf Höflichkeit
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet) Die Bundesregierung präsentiert den Entwurf des Behindertengleichstellungsgesetzes als Reform mit neuen Pflichten für private Anbieter und verbesserten Rechten im Alltag. Im Entwurf selbst finden sich diese Versprechen jedoch kaum wieder. Die vorgesehenen Regelungen verändern die tatsächliche Zugänglichkeit privater Angebote nur in Ausnahmefällen.

Die strukturelle Lücke der Reform

Der Kern des Problems ist schnell beschrieben: Die Reform verpflichtet private Anbieter nur dann, Barrieren zu beseitigen, wenn es baulich möglich und zumutbar ist. Das klingt zunächst vernünftig. Betrachtet man die Einschränkung jedoch im Alltag, zeigt sich ihre Wirkung. Sie funktioniert wie eine Generalvollmacht für Ausnahmen. Fast jeder Altbau, jede enge Tür, jede Treppe, jedes Podest und jeder schmale Gehweg wird automatisch zum Argument gegen Barrierefreiheit. Genau die Orte, an denen Menschen mit Behinderungen scheitern, fallen damit aus der Reform heraus.

Wenn Ansätze zur Barrierefreiheit wieder verschwinden

Links oben Text Einkaufsliste, rechts unten eine Skizze von einem Einakufswagen
Einkaufswagen sind für einen größeren Einkauf unverzichtbar
Foto: Alexas_Fotos In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Wer für seinen täglichen oder wöchentlichen Einkauf barrierefreie Bedingungen braucht, hat es nicht ganz leicht: Sehr hohe Regale, enge und häufig verstellte Wege, bunte aber nicht klar unterscheidbare Waren, Artikel mit nicht eindeutig lesbaren Namen, geschweige denn Informationen in Braille-Schrift – das alles und einiges mehr bringt nicht gerade Einkaufsfreuden. Hinzu kommt das „Problem mit den Einkaufswagen“ auf das uns unserer Leserin Brigitte Sakrzewski aufmerksam gemacht hat.

Militär und Mahner in einer Person – gibt es so jemanden?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
hat in General a.D. Erich Vads „Ernstfall für Deutschland – ein Handbuch gegen den Krieg“ geblättert
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Rubrik Willis Blick

Ja. Erich Vad, General a.D. der Bundeswehr, ehemaliges CDU-Mitglied und langjähriger militärischer Chefberater von Exkanzlerin Merkel, versucht seit Beginn des Ukrainekriegs verzweifelt, an der konservativen Auslegung von militärischer Verteidigung als „Kriegsverhinderung durch Abschreckung“ festzuhalten. Und ist entsetzt darüber, wie politische und mediale Hasardeure – bei denen jene kriegspräventive Begründung von Militär und Rüstung allenfalls noch als Lippenbekenntnis daherkommt – sich in kriegsrhetorische Scharfmacherei hineinsteigern, die die Grenze zwischen Realitätswahrnehmumg und Paranoia verschwimmen lässt. Zu Entscheidungen mit unkalkulierbaren Risiken führt, fatale Handlungszwänge in Gang setzt, aus denen es kein Zurück mehr gibt. Kurz, die einen über die Grenzen dann hinausgehenden heißen Krieg auf dem europäischen Kontinent regelrecht heraufbeschwört. Eine Situation, in der ein winziger Funke genüge, so General Vad, um das Pulverfass zur Explosion zu bringen.

Interview mit Clemens Sprey, dem Mut-Lotsen

Clemens Sprey beim Buchlesen
Clemens Sprey beim Buchlesen
Foto: Michael Kalthoff-Mahnke/KSL.Münster

Münster (kobinet) Clemens Sprey ist Genesungsbegleiter. Nach dem er selbst viele Jahre an einer schweren Depression erkrankt war, wollte er das, was er erlebt und überlebt hatte, in etwas Sinnvolles verwandeln. „Als Genesungsbegleiter kann ich genau das tun. Ich begegne Menschen auf Augenhöhe“, sagt er in einem Interview mit Michael Kalthoff-Mahnke und Oliver Schneider. Über seine eigenen Erfahrungen mit und aus der Depression hat Clemens Sprey nun ein Buch herausgegeben. Die Mitarbeiter des Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben im Regierungsbezirk Münster sprachen mit ihm über seine neue Berufung als Genesungsbegleiter und seinen langen Weg „aus der Hölle zur Hoffnung“, wie es in der Ankündigung des Interviews heißt.

16 Jahre an der Spitze: Vom Bundestag zum DBS – Ein Leben für den Sport

Cover des IGEL-Podcast mit Friedhelm-Julius Beuchert
Cover des IGEL-Podcast mit Friedhelm-Julius Beuchert
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „16 Jahre an der Spitze: Vom Bundestag zum DBS – Ein Leben für den Sport“, so lautet der Titel der neuesten Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Dabei spricht der Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, dieses Mal mit Friedhelm Julius Beucher, dem langjährigen Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten des Deutschen Behindertensportverbands. Gemeinsam blicken sie u.a. auf 16 intensive Jahre an der Spitze des Verbandes zurück – von der Wahl 2009 bis zum Staffelstab-Wechsel an Hans-Jörg Michels, wie es in der Ankündigung des IGEL-Podcast heißt.

Podcast: Zündeln an den Strukturen und das Budget für Arbeit

Titelbild des Podcast #berlinklusiv
Titelbild des Podcast #berlinklusiv
Foto: USE

Berlin (kobinet) Die 14. Folge des Podcast „berlinklusiv – unser Werkstatt-Podcast“ trägt den Titel „Zündeln an den Strukturen und das Budget für Arbeit“. „Was passiert in einer Stadt, wenn eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung abbrennt – und es plötzlich keine Werkstatt mehr gibt? Der Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul geht dieser Frage in seinem Roman ‚Zündeln an den Strukturen‘ nach. Er erzählt die Geschichte von Werkstattbeschäftigten, die ihren Frust über Ausgrenzung und Ungerechtigkeit auf extreme Weise entladen. In Folge 14 spricht Ottmar Miles-Paul mit uns über sein Buch, über die Ungerechtigkeiten des Systems und über ganz konkrete Forderungen. Mit dabei ist außerdem Nancy Frind. Nach sieben Jahren in der Werkstatt – als Beschäftigte, Frauenbeauftragte und Werkstatträtin – arbeitet sie heute auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, engagiert sich privat und im Beruf für Menschen mit Behinderungen. Als Referentin bei der Liga Selbstvertretung setzt sie sich u.a. dafür ein, dass das Budget für Arbeit bekannter wird. Im Podcast erzählt sie ihre Perspektive als Betroffene, warum sie die Werkstatt anfangs vermisst hat, wo sie sich in Ottmars Romanfiguren wiederfindet und, weshalb sie bei der Forderung nach Mindestlohn vorsichtig ist.“ So heißt es in der Ankündigung des vor kurzem erschienenen Podcast, an dem auch Andreas Sperlich und Martin Kaufmann von der Geschäftsführung von USE Union Sozialer Einrichtungen mitwirken.

Literaturbeilage spezial: Geschenkte Demokratie?

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Literaturbeilage Spezial „geschenkte Demokratie?“
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) Statt eines Editorials dieser Teaser:
Im Zusammenhang der kriegsdienstlichen Mobilmachung ist vom „zu verteidigenden Geschenk der Demokratie“ die Rede. Der darüber anders denkende kobinet-Redakteur Hans-Willi Weis illustriert am Beispiel seiner politischen Sozialisation, dass die Wirklichkeit komplexer und komplizierter ist als der Spruch von der „geschenkten Demokratie“ suggeriert. Sein literarischer Essay über die Achtundsechziger-Generation erschient erstmals 2009 in der Kulturzeitschrift „Das Plateau“.

IGEL-Monatsrückblick: Realität schlägt Reden – Inklusion ohne Schönfärberei – Zeit zum Handeln

Logo: IGEL-Monatsrückblick
IGEL-Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Realität schlägt Reden: Inklusion ohne Schönfärberei – Zeit zum Handeln.“ So hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Oktober 2025 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Oktober 2025 bestimmt haben. Unter anderem geht es um den Jahresempfang des Bundesbehindertenbeauftragten, um das Behindertengleichstellungsgesetz und die Förderung bzw. Nichtförderung des barrierefreien Personenverkehrs in Deutschland.

Wenn Barrieren ein Reiseerlebnis ausbremsen

Quadratische Metallplatte die auf Tischhöhe in Ringanlage Pömmelte mit ihren Pfosten und Wegen zeigt
Tastmodell des Ringheiligtums in Pömmelte
Foto: H. Smikac

MAGDEBURG (kobinet) Ein interessantes Reiseziel lässt sich schnell finden, denn zu sehen und zu erleben gibt es überall etwas. Das trifft auch für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen zu. Allerdings sollte man eine solche Reise schon etwas vorbereiten und sich darauf einstellen, dass man den Rat von Broschüren doch nicht überall befolgen kann. Zu den ganz besonderen Reisezielen gehören die „Himmelswege“, die Zeugnisse des astronomischen Wissens unserer ganz frühen Vorfahren, die es in Sachsen-Anhalt zu erleben und zu bestaunen gibt.

Abschied von drei starken behinderten Frauen

Schwarze Fläche
Dunkelheit
Foto: ISL

Kassel (kobinet) Der November ist meist ein trüber und regnerischer Monat, ein Monat, in dem verstärkt an die Verstorbenen gedacht wird. Im November 2025 muss die Behindertenbewegung in verschiedenen Ländern Abschied von langjährig aktiven und prägenden behinderten Frauen nehmen, die die Behindertenbewegung entscheidend vorangebracht haben. Während die kobinet-nachrichten mit ihren begrenzten ehrenamtlichen und finanziellen Ressourcen leider nur eingeschränkt berichten können, wenn jemand aus der Behindertenbewegung gestorben ist, erinnert kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul heute an drei starke behinderte Frauen aus verschiedenen Ländern. Diese sind im Oktober gestorben und werden im November 2025 beigesetzt. Marita Boos-Waidosch aus Mainz ist am 1. Oktober 2025, Roswitha Schachinger aus Wien am 18. Oktober und Molly Holsapple aus Portland, Oregon in den USA in der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober gestorben.

Wenn eine eine Reise mit der Bahn tut

ICE mit großem Rollizeichen
ICE mit großem Rollizeichen
Foto: ISL

Berlin (kobinet) Wie oft erlebt man Zugfahrten, bei denen sich nicht behindert scheinende Menschen wegen Verspätungen von 10 Minuten unendlich aufregen. Ingrid Stubenvoll ist als erfahrene Bahnreisende ganz andere Herausforderungen gewohnt. Was die Rollstuhlnutzerin kürzlich bei einer Bahnfahrt von Berlin nach Ravensburg im Süden Deutschlands erlebt hat, schildert sie in einem Bericht für die kobinet-nachrichten.

Steht die Regierungskoalition am 3. Dezember mit leeren Händen da?

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) „Versprechungen waren gestern, nun zählt, was konkret getan wird“, so bringen es immer mehr Aktive in der Behindertenpolitik auf den Punkt. Und genau diese Frage, was die seit dem Frühjahr regierende Regierungskoalition aus CDU, SPD und CSU in Sachen Behindertenpolitik konkret getan hat, dürfte spätestens am 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen, im Mittelpunkt stehen. Gerade aus den Reihen der CDU und CSU war der Stillstand in der Behindertenpolitik während der Ampelregierung aus der Opposition heraus fortwährend beklagt worden. Nun blockieren das CDU-geführte Wirtschaftsministerium und das CSU-geführte Innenministerium seit über drei Monaten die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit. Das SPD-geführte Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte bereits Anfang Juli 2024 einen Referentenentwurf für die BGG-Reform in die Ressortabstimmung gegeben. Auch bei der Reform des Werkstättensystems und für mehr Alternativen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geht es nicht voran. So zeichnet es sich ab, dass auch der nächste 3. Dezember ein Tag wird, an dem die Regierungskoalition mit leeren Händen dasteht.

Merz der Verschwörungstheoretiker

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
durchschaut die Verschwörungstheorie aus dem Kanzleramt und wundert sich, wie man ihr auf den Leim gehen kann
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Dass die kürzlich vom Kanzler im Bundestag vorgetragene Verschwörungstheorie im Plenum keinen Sturm der Heiterkeit ausgelöst hat, muss allen ein Alarmsignal sein, die ihren Verstand noch nicht an der Garderobe der politischen und medialen Mainstreampropaganda abgegeben haben.

Selbsthilfe mit Wohlfühleffekt

info Zeichen
info schwarz
Foto: Susanne Göbel

Münster (kobinet) „‚Deaf Ohr Alive NRW‘ heißt die Abteilung Junge Selbsthilfe des Cochlea Implantat (CI) Verbands Nordrhein-Westfalen. Deren Mitglieder haben sich zum Ziel gesetzt, jungen Menschen mit Hörminderung, insbesondere CI-Trägern und CI-Trägerinnen von 18 bis 35 Jahren, eine Plattform zum Austausch zu geben und an gemeinsamen Aktivitäten teilzunehmen. Welche Ziele die coole Truppe hat und was das Gruppenleben so besonders macht, darüber sprachen wir mit Toby Raulien vom Leitungsteam. Im Vorgespräch haben wir uns auf ein kollegiales ‚Du‘ verständigt“, heißt es in der Einleitung eines Interviews, das Michael Kalthoff-Mahnke vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben NRW geführt und mit dem Titel „Selbsthilfe mit Wohlfühleffekt“ veröffentlicht hat.

IGEL-Podcast: Das Kurt-Lindemann-Haus – Inklusion leben, Beruf finden, Zukunft gestalten

Cover des IGEL-Podcast mit Jana Nichols und Osman Karcier
Cover des IGEL-Podcast mit Jana Nichols und Osman Karcier
Foto: IGEL-Media

Heidelberg (kobinet) „Das Kurt-Lindemann-Haus – Inklusion leben, Beruf finden, Zukunft gestalten“, so lautet der Titel der 290. Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Dieses Mal geht es um den Übergang von der Schule in den Beruf und darüber, wie ein spezialisiertes Berufsförderungswerk diesen Weg ebnet. Zu Gast beim IGEL-Podcast-Moderator Sascha Lang sind Jana Nichols und Osman Karcier vom Kurt-Lindemann-Haus (KLH), dem Berufsförderungswerk Heidelberg-Schlierbach.

Debattenbeitrag: Menschenrechte statt Stigmatisierung – Unterstützung psychisch erkrankter Menschen verbessern

Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Logo des Gesamtverband des Paritätischen
Foto: Paritätischer Gesamtverband

Berlin (kobinet) „Solingen, Magdeburg, Aschaffenburg, Mannheim, Hamburg – diese Städte standen im Laufe des vergangenen Jahres teilweise synonym für schreckliche Taten, über die medial intensiv berichtet und politisch teils hitzig diskutiert wurde. Mit Blick auf die Täter konzentrierte sich die öffentliche Aufmerksamkeit schnell auf ihre psychische Erkrankung, ihre Flucht- und Migrationsgeschichte oder die Kombination aus beidem. Marta Bociek, Referentin für Flüchtlingshilfe, humanitäre Auslandshilfe und internationale Kooperation, und Carola Pohlen, Referentin für die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen vom Gesamtverband des Paritätischen, haben hierzu einen Debattenbeitrag unter dem Motto „Menschenrechte statt Stigmatisierung – Unterstützung psychisch erkrankter Menschen verbessern“ veröffentlicht.

Die Krüppelkommune von Hartroda: Lesung mit Karsten Krampitz auf der Frankfurter GegenBuchMasse

Cover des Roman: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Cover des Roman: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Foto: EDITION NAUTILUS

Frankfurt (kobinet) „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“, so lautet der Titel eines vor Kurzem erschienenen Romans von Karsten Krampitz. Sandra Niggemann und Matthias Rösch haben am 18. Oktober 2025 die Buchvorstellung von Karsten Krampitz über die Krüppelkommune von Hartroda im autonomen Zentrum ExZess in Frankfurt besucht. Den folgenden Bericht über die Lesung und den Roman haben die beiden den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

Beständiges Schnellboot statt riesiger Tanker

Vier sich gegenseitig am Handgelänk haltende Hände darunter die Buchstaben BSK
Logo des BSK
Foto: BSK e.V.

Hannover (kobinet) „Beständiges Schnellboot statt riesiger Tanker“, so hat Karl Finke seinen Bericht getitelt, den er den kobinet-nachrichten im Nachgang der Veranstaltung zum 70-jährigen Bestehen des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) vom 13. September 2025 in Krautheim zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat. Dabei blickt Karl Finke auf das Verbandsgeschehen des BSK im Zusammenhang mit der allgemeinen Entwicklung der Behindertenpolitik der letzten Jahrzehnte zurück.

Blinde wieder sehend machen: Zwischen Versprechen, Wissenschaft, Forschung, Scharlatanismus und Hoffnung

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL vom Oktober 2025
Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL vom Oktober 2025
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Blinde wieder sehend machen – Zwischen Versprechen, Wissenschaft, Forschung, Scharlatanismus und Hoffnung“, so lautet der Titel des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) aus der Reihe Sonntag trifft IGEL. Nach der Woche des Sehens und rund um den Tag des weißen Stocks am 15. Oktober sprechen Sascha Lang und Jennifer Sonntag in der Ausgabe Sonntag trifft IGEL vom 19. Oktober 2024 über ein sensibles Thema: die Frage, ob man Blindheit „heilen“ kann. Immer wieder tauchen Berichte über neue Implantate, Netzhaut-Chips oder Gentherapien auf, die Hoffnungen wecken – aber auch Risiken bergen, wie es unter anderem in der Ankündigung heißt.

Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu sehen!

Gruppe von Menschen. Eine Person hat einen Mundschutz
Nicht jede Behinderung ist sichtbar.
Foto: Britta Wilkens (KI)

Berlin (kobinet) Stimmt. Wenn es um unsichtbare Behinderungen geht, gibt es nichts zu sehen. Für viele ist das ein Grund, sich damit auch nicht zu beschäftigen.
Dabei sollte genau dies passieren. Bitte gehen Sie nicht einfach mit Nichtbeachtung weiter durch Ihr gesellschaftliches Leben, sondern halten Sie gedanklich einmal inne und fragen Sie sich, was eine unsichtbare Behinderung für Betroffene und auch ihre Angehörigen bedeutet.

Teilnahme an politischen Prozessen ohne Barrieren muss selbstverständlich werden

Evelyn Schön
Evelyn Schön
Foto: privat

Kiel (kobinet) Evelyn Schön und Janine Kolbig vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben Norddeutschland (ZSL Nord) wünschen sich, dass es eine Selbstverständlichkeit wird, dass Menschen mit Behinderungen an politischen Prozessen teilnehmen und diese Teilnahme nicht an strukturellen Barrieren scheitert. Die Beteiligung von Menschen mit Behinderungen sollte als Mehrwert und nicht als Mehraufwand wahrgenommen werden. Zudem wünschen sie sich, dass sich mehr Menschen mit Behinderungen einbringen und sich die „Arbeit“ nicht auf wenige Schultern verteilt. „Wir alle sind in der Verantwortung, unsere Gesellschaft inklusiv mitzugestalten“, betont Evelyn Schön im mit Janine Kolbig abgestimmten Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul im Vorfeld einer Online-Veranstaltung zur Partizipation behinderter Menschen in Schleswig-Holstein, die am 22. Oktober 2024 um 17:00 Uhr stattfindet und für die eine Anmeldung noch möglich ist.

Zurückschlagen, zurückschießen – eine toxisch männliche Lustbefriedigung

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
beobachtet, wie toxische Männlichkeit kriegerischen Ausagieren entgegenfiebert
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Nun geht es Schlag auf Schlag, endlich!

Und den taffen Jungs und Mädels auf Sendung, ob im Bundestag oder auf Deutschlandfunk, WhatsApp oder X, kann es, so wie sie reden, gar nicht schnell genug gehen mit dem „Hurra, wann ist der Krieg denn endlich da“. Runterholen, abschießen, ob Drohne oder russischen Kampfjet. Den „frechen Provokationen Putins“, so eine große Tageszeitung, die gebührende Antwort erteilen. Nicht den Schwanz einziehen, Stärke zeigen! Durch echte Männlichkeit, egal ob von Frau oder Mann verkörpert. Die maskuline Potenz fiebert förmlich nach Genugtuung. Nach Zurückschlagen, Draufschlagen, Dreinschlagen, Kurz- und Kleinschlagen. Dem Gewaltphantasma männlicher Lustbefriedigung.

Aufklärung über Strategie der AfD tut auch in der Behindertenpolitik not

Mandy Müller
Mandy Müller
Foto: Ottmar Miles-Paul

Kassel / Berlin (kobinet) Mandy Müller hat sich in ihrer im Sommer 2024 eingereichten Bachelorarbeit intensiv mit den behindertenpolitischen Positionierungen der AfD beschäftigt. Sie tritt neben dem Angebot von Empowerment-Schulungen für den Umgang mit Argumenten und Aktivitäten der AfD dafür ein, dass auch in den Reihen der Behindertenorganisationen verstärkt Aufklärung über die Positionen und Strategien der AfD in Sachen Behindertenpolitik betrieben werden muss. Max Prigge von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) führte folgendes Interview mit Mandy Müller aus Kassel.

Die Fantasie vom normalen Volk – Die Ordnungsideologie der Mitte

Bronzeskulptur eines aufgerichteten, nach oben gestreckten menschlichen Körpers mit weit ausgebreiteten Armen. Die Aufnahme zeigt die Figur aus der Untersicht, vor hellem Himmel und einem angedeuteten Baum im Hintergrund.
Die Fantasie vom normalen Körper
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) In der taz beschreibt die Historikerin Dagmar Herzog im Interview „Die Fantasie vom schönen Volk“ die eugenische und sexuelle Ideologie der Rechten, insbesondere der AfD, als Fortsetzung einer alten, zutiefst deutschen Obsession. Es ist die Vorstellung vom schönen, starken, makellosen Körper, der sich über die Schwachen erhebt und an ihrer Erniedrigung Freude findet.

Während Herzog überzeugend darlegt, wie sehr sich die Rechte an der Ästhetik und der Ideologie der NS-Zeit bedient, bleibt eine Frage offen: Welche Fantasie treibt die politische und gesellschaftliche Mitte an, jene, die vorgibt, das Gegenteil zu sein?

Warten auf eine echte BGG-Reform ist Warten auf Godot

Frau sitzt wartend vor einer geschlossenen Tür, gesehen durch ein Autofenster.
Warten auf die nächste Reform.
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Die angekündigte Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes wird, sofern sie überhaupt kommt, voraussichtlich strukturell wirkungslos bleiben. Sie adressiert wahrscheinlich nicht die Orte, an denen Teilhabe tatsächlich scheitert. Das politische Ritual erzeugt Bewegung ohne Veränderung.

Reform bedeutet nicht Fortschritt

Seit Jahren wird Barrierefreiheit im privaten Bereich als der nächste große Schritt verkauft. Die Szene reagiert vorhersehbar mit Hoffnung, Druck und Empörung über Verzögerungen. Der Denkfehler liegt im Begriff selbst. Nicht das Ausbleiben der Reform ist das Problem, sondern ihr erwartbarer Inhalt. Eine Reform ist in diesem Politikfeld kein Programm, sondern ein Etikett.

SaLü: Kein Sportbad für behinderte Menschen?

Bild vom Sportbad in Lüneburg
Bild vom Sportbad in Lüneburg
Foto: Cécile Lecomte

Lüneburg (kobinet) Die Kletteraktivistin Cécile Lecomte hat die Kostenübernahme für einen Sportrollstuhl beantragt. Im Gespräch wurde ihr Schwimmen statt WCMX (Skaten) nahegelegt. Das sei nicht so gefährlich wie Skaten und gut für ihr Rheuma. Dies hat sie zu einer Recherche über die Möglichkeiten des Sportschwimmens vor Ort beim SaLü, einer Salztherme mit Rehabereich, Wasserviertel und Sportbad in Lüneburg, veranlasst. Die Ironie der Geschichte ist: Das einzige Sportbad in Lüneburg befindet sich im SaLü und ist für Rollstuhlnutzende unerreichbar. Es gibt eine Treppe. Wie kann das sein, fragte sich die Aktivistin gegen Ableismus und recherchierte für folgenden Bericht, den die kobinet-nachrichten veröffentlichen.

IGEL-Podcast: Im Takt des Lebens – Bewegung neu erfahren

Cover des IGEL-Podcast mit Alexandra Schubert
Cover des IGEL-Podcast mit Alexandra Schubert
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Im Takt des Lebens – Bewegung neu erfahren“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Zum internationalen Tag des weißen Stocks, der traditionell am 15. Oktober begangen wird, sprach der IGEL-Podcast-Macher Sascha Lang mit Alexandra Schubert von der Firma Novafon über körperliche und mentale Belastungen im Alltag blinder und sehbehinderter Menschen. Die Folge beleuchtet, wie regelmäßige Bewegung, bewusste Pausen und gezielte Reize helfen können, den Körper zu entspannen und die Wahrnehmung zu stärken, wie es in der Ankündigung des Podcasts heißt.

Strukturelle Fehlentwicklung im Teilhabesystem – eine persönliche Beobachtung

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Rügen (kobinet) Viola Krippner hat den kobinet-nachrichten einen Beitrag mit dem Titel „Strukturelle Fehlentwicklung im Teilhabesystem – eine persönliche Beobachtung“ zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die pflegende Angehörige eines schwerstbehinderten jungen Mannes und ehrenamtliche Betreuerin, die beruflich als Pflegefachkraft und selbstständige Alltagshelferin nach § 45a SGB XI tätig ist, blickt dabei auf ihre Erfahrungen der letzten Jahre in Sachen Eingliederungshilfe und Assistenz zurück.

Reform des Behindertengleichstellungsgesetz: Verlorengegangen im Herbst der Reformen?

Sharepic: Im Herbst der Reformen: Wo ist denn nur das BGG mit der Suche im Laubhaufen
Sharepic: Im Herbst der Reformen: Wo ist denn nur das BGG mit der Suche im Laubhaufen
Foto: Juliane Harms mit KI

Berlin (kobinet) Die Ungeduld und vor allem der Ärger der Verbände behinderter Menschen im Hinblick auf konkrete gesetzliche Regelungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit ist mittlerweile unermesslich. Seit Jahrzehnten drückt sich Deutschland darum, Barrierefreiheit durch konkrete und umfassende gesetzliche Regelungen wirksam im privaten Bereich festzuschreiben und einzuführen. Was in anderen Ländern wie den USA, Großbritannien oder Österreich längst gängige Praxis ist, scheint in Deutschland eine unerträgliche Belastung der Wirtschaft und damit politisch nicht machbar zu sein. Nachdem der Jahresempfang des Bundesbehindertenbeauftragten und die letzte Nachtsitzung des Koalitionsausschusses anscheinend immer noch keine Einigung für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit gebracht haben, hat Juliane Harms zur KI gegriffen und ein Bild kreiert, das die Suche nach der BGG-Reform in einem Laubhaufen im Herbst der Reformen darstellt. Eine gute Vorlage für einen Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.

Tipps für barrierefreie Veranstaltungen

Symbole von Behinderungen auf symbolischen Tastenfläschen
Symbole Behinderung
Foto: Pixabay/renma

SAINT-NAZAIRE (kobinet) Wenn schon Veranstaltung, dann sollte diese auch barrierefrei sein. Das leuchtet jedem ein, nur ist das praktisch, wie Stehtische und unübersichtliche Gestaltung bei vielen Veranstaltungen zeigen, nicht ganz so einfach umgesetzt. Andrea Halbritter, eine in Frankreich lebende Germanistin und Übersetzerin für Einfache Sprache, hat deshalb in ihrem aktuellen Newsletter einige Tipps zur Vorbereitung barrierefreier Veranstaltungen zusammengestellt.

inklusion – die geschichte des guten gewissens

Schwarz-weißes Foto: Mann sitzt nachts allein auf einem Stuhl im Freien, liest in einem Buch, beleuchtet nur von einer einzelnen Schreibtischlampe – stille, surreale Szene.
Inklusion – ein Märchen von der Menschenwürde
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Die Vorstellung, Inklusion sei Ausdruck gesellschaftlicher Einsicht und moralischen Fortschritts, ist eine beruhigende Erzählung. Sie klingt nach Verantwortung, nach Reue, nach einem kollektiven Lernprozess – und ist doch das Gegenteil davon: eine Selbstvergewisserung, mit der sich eine Gesellschaft bestätigt, ihre Vergangenheit überwunden zu haben. In Wahrheit war Inklusion nie die Vollendung eines Lernprozesses, sondern die Verpackung der Fortsetzung – die elegante Übersetzung alter Kontrollstrukturen in die Sprache des Fortschritts.

Die alltäglichen Freuden des Busfahrens als blinde Person.

Schwarze Fläche
Dunkelheit
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Mainz (kobinet) Passend zur Woche des Sehens, die vom 8. bis 15. Oktober 2025 begangen wird, hat sich Nina Becker vom Mainzer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen auf Facebook mit einem Beitrag mit dem Titel „Die alltäglichen Freuden des Busfahrens als blinde Person“ zu Wort gemeldet. Unzuverlässige Ansagen, Probleme bei der Platzsuche im Bus, die Unsicherheit, ob die Haltestellen durchgesagt werden – das sind nur einige Aspekte, die Nina Becker bei einer Busfahrt begleiten und die sie in ihrem Beitrag beschreibt.