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„Berti, wir brauchen Dich“ (Helmut Kohl 1994) oder das geplatzte Sommermärchen.

Fußball im Netz
Fußball im Netz
Foto: gemeinfrei

Fladungen (kobinet) Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026 ist nicht nur sportlich, sondern auch politisch gesehen eine Katastrophe. Hatte doch die Merz-Regierung inständig auf das Erreichen, mindestens des Halbfinales gehofft. Das Volk hätte gebannt an den Empfangsgeräten gehockt und man hätte überwiegend unbeobachtet ein Paket an sozial ungerechten Reformen durchwinken können.

So wird es schon wieder nichts mit einem „Sommermärchen“. Ein Begriff, der 2006 bei der WM im eigenen Land („Das Geld zu Gast bei Freunden“) geprägt wurde  und der nun seine eigentliche Bedeutung offenbart.

Ein Märchen. Alles gelogen! Wie die Mär vom bösen Wolf, der bösen Stiefmutter und den ungehorsamen Kindern. Von inklusiven Paralympics, Special Olympics und der UN-BRK.

Aus der kobinet-Sportredaktion meldet sich unser Fußballexperte Stephan Laux. Selbst ein miserabler Fußballer verfügt er jedoch über ein hervorragendes Fachwissen und erklärt uns, was in der deutschen Nationalmannschaft und überhaupt in der Welt schiefläuft. Bert Vogts sollte neuer Bundestrainer werden und Sepp Maier die neue Nr. 1!

Katastrophenschutz? Denkste, Kommando für zivile Verteidigung!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
milde gegenüber Ohnmächtigen, die politisch Dampf ablassen
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Zehn Milliarden Euro macht Innenminister Dobrindt dafür locker bis 2029! Weshalb 2029?

Nicht, um bis dahin gegen weitere Naturkatastrophen wie die Ahrtal-Flut gewappnet zu sein, sondern weil spätestens dann „der Russe kommt“, kommen könnte. Die Bundesregierung will uns „kriegstüchtig“ haben, nicht katastrophenfest. Katastrophenschutz als Abfall oder Nebenprodukt von Kriegstüchtigkeit. Anderes ist von dieser Regierung nicht zu erwarten. Ihre „Sicherheitspolitik“ ist nur ein anderes Wort für politische Verursachung maximaler Unsicherheit. Für eine massive Gefährdung von Leib und Leben der Bevölkerung.

Hans-Willis Top-Nachricht: Timmy hat geheiratet

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
milde gegenüber Ohnmächtigen, die politisch Dampf ablassen
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Geheiratet? Ja, gestern an „Vatertag“. Und wen? Na wen schon, eine Walfrau, Timmy ist Cis-Walmann. Endlich das ersehnte Lebenszeichen! Und was für eins! Viele gesunde kleine Wälchen dürften aus dieser glücklichen Verbindung hervorgehen. Von Timmys Braut, Waltraut, liegen vorerst keine weiteren Nachrichten vor.

Me and Brother Outsider oder was meine Protesttagsteilnahme verhindert

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Heute am 5. Mai ist Europäischer Protesttag der Behinderten. Ich bin behindert und nehme daran nicht teil, an keiner der Protesttagsveranstaltungen, weder an der zentralen in Berlin vor dem Brandenburger Tor noch anderswo (beispielsweise in Kiel wie Ottmar und Sascha). Wie an allen übrigen Tagen, so halte ich mich auch heute ausschließlich in den „vier Wänden“ unserer Staufener Mietwohnung auf. Was traurig ist.

Nachrichten aus der Provinz: Neues vom „Hessischen Landboten“

Bleistiftzeichnung
Georg Büchner
Foto: Von Philipp August Joseph Hoffmann (1807 bis 1883) – Internetseite Stadt Gießen, Gemeinfrei

Villmar-Weyer (kobinet) Haben Sie am 05. Mai schon etwas vor? Da treffen sich um 15.00 Uhr am Limburger Domplatz die Inklusionskräfte der Region zu einer Demo. Früher hießen die mal Heilerziehungspfleger*innen bis zur längst fälligen Änderung dieser unglücklichen Berufsbezeichnung, die ich selbst 40 Jahre lang tragen musste.

Zum Kongress, der die Änderung initiierte, wurde ich ausgeladen. „Wir danken Ihnen für Ihr Interesse, aber unser Programm steht bereits“, war die Umschreibung für den eigentlichen Grund: „Herr Laux Ihre Ansichten sind uns zu radikal, das würde unsere Teilnehmenden verschrecken.“

Die Antwort zur Lösung aller Probleme lautet…

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen
Foto: Kooperation Behinderter im Internet e.V./Tom Kallmeyer (Creative Commons BY-SA 4.0)

Villmar-Weyer (kobinet) Karfreitag, den 03.04.2026, 11.30 Uhr. Gerade wird mir bewusst, dass ich den 1. April verpennt habe, ohne meine Umwelt und speziell die geschätzten Leser*innen der kobinet-Nachricht mit lustigen Scherzen belästigt zu haben. Stattdessen sitze ich vor einem Tortendiagramm des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) aus der Tagesschau. Mit Tortendiagrammen komme ich gut klar. Das liegt an meiner Affinität zu Buttercremetorten meiner Tante Christa. Da möchte ich stets ein Stück vom Kuchen abbekommen und teile ungern.

Der „Schröder-Putin“-Plausch – eine „kobinet-Sternstunde“

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Erstveröffentlichung vor zwei Jahren und noch immer taufrisch! Beziehungsweise brandaktuell! Am 1. April machten die kobinet-Nachrichten international Furore mit ihrem großen Lauschangriff auf ein Schröder-Putin-Telefonat. Die Duzfreunde glaubten sich unabgehört und plauderten munter drauflos. Höchst Aufschlussreiches über die bei uns im Westen gern verschwiegenen Hintergründe des Ukraine-Kriegs kommt zutage. Garniert mit pikanten Einzelheiten über die durchaus prekären gesundheitlichen Zustände der beiden alten Knacker. – Der für diesen investigativen journalistischen Recherchecoup federführende kobinet-Redakteur Weis (Sprecher von „Krüppel gegen Kriegsvorbereitung“) erfährt seitdem als Putin-Versteher höchstes Lob von allen Seiten, von der Washington-Post bis zum kobinet-Redaktionsteam. Hier noch einmal der spektakuläre Original-Beitrag.

Frauentagskolumne reloaded – ein „Best of kobinet“ (Teil 2)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Federführender feministischer kobinet-Kolumnist, der ich nun einmal bin, schicke ich ein Wort meiner sozialphilosophischen Kollegin und Mitfeministin Eva von Redecker vorweg. Ein Wort, das antikapitalistischen Klartext spricht und überdies ins Stammbuch der „Krüppel gegen rechts“ geschrieben gehört. „Der Kapitalismus hält jede und jeden ständig dazu an, das Beste aus sich zu machen. Eine hyperindividualistische Konkurrenzgesellschaft, das erzeugt den irrwitzigen Eigentumsrausch, den ich Faschismus nenne. Die Rechten sind die toxische Schaumkrone auf der neoliberalen Welle im Klima des Anthropozän. Je mehr sich die realen Krisen verschärfen, desto aussichtsloser der Dammbau, deshalb streite ich so vehement für einen grundlegenden Umbau der Wirtschaft …“ (so von Redecker im SPIEGEL-Gespräch der letzten Februarwoche). – Eva Redeckers feministische Position einer „antikapitalistischen Revolution für das Leben“ habe ich in früheren Kolumnen bereits vorgestellt. Warum wird ihre Stimme im behindertenpolitischen Aktivismus nicht aufgegriffen? Dieses Silencing finde ich megaschändlich! Darum jetzt erst recht weiter mit der Frauentagskolumne.

8. März, Frauentagskolumne reloaded – ein „Best of kobinet“ (Teil 1)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Auch Männer können Feministen sein wie Mithu Sanyal eben erst in einer Diskussionsrunde zum 70. Geburtstag von Judith Butler klargestellt hat. Offenbar ist das noch nicht überall angekommen. Auch nicht im behindertenpolitischen Feminismus. Oder woran liegt es, dass meine im vergangenen Jahr erschienene und nun nochmals abgedruckte Frauentagskolumne dort (z.B. ISL-Weiberrrat und anderen direkt adressierten Aktivistinnen) gesilenced, totgeschwiegen, wurde? Möchten sie in ihrer vom Patriarchat lizenzierten frauenfeministischen Blase von einem männlichen Feministen nicht gestört werden? Machen wir mit der diesjährigen Wiederholung meiner letztjährigen Frauentagskolumne die Probe auf Exempel.

Gutes Krummsein, schlechtes Krummsein

Mehrere unterschiedlich geformte, teils stark gebogene Gehstöcke aus Holz stehen nebeneinander vor neutralem Hintergrund. Jeder Stock wirkt individuell gewachsen und symbolisiert Verschiedenheit.
Krumm: Zwischen Körper und Moral
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet) Kants krummes Holz

Immanuel Kant schreibt, der Mensch sei aus krummem Holz gemacht. Nichts ganz Gerades könne daraus gezimmert werden. Gemeint ist keine körperliche Eigenschaft, sondern eine anthropologische Einsicht. Der Mensch ist widersprüchlich, begrenzt, moralisch nie vollkommen. Entscheidend ist, dass diese Krummheit universal ist. Sie betrifft alle. In der aktuellen Debatte um Ableismus, angestoßen unter anderem durch Hans-Willi Weis’ Bezug auf das krumme Holz im Zusammenhang mit dem Menschenbild, lohnt es sich, diese Metapher genauer zu betrachten.

Sprachliche Nähe

Das Wortfeld ist älter als Kant. Krumm bedeutet gebogen, vom geraden Maß abweichend. Aus derselben Bedeutungswelt stammt auch der Begriff Krüppel. Historisch bezeichnete er den gekrümmten oder verstümmelten Körper. Die Nähe ist sprachgeschichtlich nachvollziehbar, auch wenn Kant sie nicht beabsichtigte. Interessant ist nicht die Absicht, sondern die Parallele.

Extrawurst – oder wie man eine Leberwurst beleidigt. Eine kulinarische Kolumne von Stephan Laux

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Foto: Conmongt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Villmar – Weyer (kobinet) Wer seine Extrawurst in der Gastronomie verkauft oder verzehrt, bezahlt ja seit 2026 nur noch 7 anstatt 19 % Mehrwertsteuer.

Die Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) deckt auf: Die Zeit der Extrawürste für Menschen mit Behinderungen geht zu Ende.

„Wurde auch Zeit!“, wird sich die Privatwirtschaft gesagt haben. Denn genau das hat die Wirtschaftslobby mit ihrer Forderung nach Bürokratieabbau gemeint und gewünscht. Und die Bundesregierung hat geliefert. Keine Extrawürste mehr für Menschen mit Behinderungen, für den Klimaschutz, für Kinderspielplätze in Wohngebieten usw.

Der oder die Stärkere gewinnt. Die Weltpolitik macht es vor.

Und die Wirtschaftslobby ist nun mal die Stärkere.

Nachrichten aus der Provinz. Heute Kommunalwahl in Hessen.

Stephan Laux
Schwarz-weiss Porträt von Stephan Laux
Foto: Ralph Milewski

Villmar – Weyer (kobinet) Einige Leser*innen hatten vielleicht die vage Hoffnung, Stephan Laux hätte sich endgültig seiner Schreibhemmung ergeben. Tatsache ist, er ist seiner geheimen Hoffnung, einmal so berühmt zu werden wie Raúl Krauthausen oder Ottmar Miles Paul, einen großen Schritt näher gekommen.

Grund dafür ist die anstehende Kommunalwahl in Hessen. Quer durch alle Parteien hat man hier in behindertenpolitischen Themen ein enormes Potenzial entdeckt.

Zum Holocoust-Gedenken morgen am 27. Januar ein „Best of kobinet“

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Es fällt mir zunehmend schwer, noch angemessene Worte zu finden für das Geschehen in einer im wörtlichen Sinne „mörderischen Zeit“, in welche uns die Politik weltweit mehr und mehr und anscheinend unaufhaltsam hineinmanövriert. Politischer Resignation war ich in meinem fünfundsiebzigjährigen Leben noch nie derart nahe wie dieser Tage.

Ein guter Vorsatz fürs Neue Jahr: Aufopferungsbereitschaft verweigern!

sitzt auf einer Bank am Wald
H.W. Foto im Wald
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Solche, die Wasser predigen und selber Wein trinken und letzteres nicht einmal heimlich – zu dieser Sorte Leute zählen auch die Neujahrs-BotschafterInnen, die von der Allgemeinheit fordern, den Gürtel enger zu schnallen und „gemeinsam Opfer zu bringen“. Während sie sich selber davon ausnehmen und schamlos an einer extremen sozialen Ungleichheit nichts auszusetzen haben. Aber „der Sozialstaat“! Nicht länger finanzierbar! Zum Beispiel Eingliederungshilfe für behinderte Menschen, unbezahlbar! Und was dem Gerede von der solidarischen Opfergemeinschaft die Krone aufsetzt, Aufopferungsbereitschaft wird nun auch wieder für einen bevorstehenden Krieg verlangt.
Einen Krieg, „wie zu Zeiten unserer Eltern und Großeltern“ (NATO-Generalsekretär Rutte), ergo mit Abermillionen Toten, Traumatisierten. Kriegsversehrten.

Morgenröte der Mildtätigkeit am Neujahrshorizont

sitzt auf einer Bank am Wald
Kolumne „Morgenröte der Mildtätigkeit“ mit H.W. Foto im Wald
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Mit der merzlich-schmerzlichen Einsicht, dass es mit dem Sozialstaat so nicht weitergehen kann, kündigt sich zu Neujahr eine Morgenröte der Mildtätigkeit an. Charity oder Wohltätigkeit haben ihre Zukunft noch vor sich! Das caritative Erfolgsmodel „Tafel“, die wohltätige Speisung von Armen, Obdachlosen, Behinderten und Bedürftigen aller Art, zeigt wohin es geht. Unter den zahllosen Begünstigten findet sich auch schon einmal ein mittelloser blinder Kulturwissenschaftler, wie dem „best of kobinet“ vom 1. Januar 2023 zu entnehmen ist.

Das große Missverständnis oder was das Spitzmaulnashorn mit der Inklusion gemeinsam hat.

Fly like an Igel
Fly like an Igel
Foto: Michi Schmitt

Villmar-Weyer (kobinet) Machen wir uns nichts vor! Der Kampf um die Deutungshoheit des Begriffes Inklusion ist verloren. In Krisenzeiten wie diesen gehen Kulturkämpfe immer so aus. Die rechtskonservative Mitte gewinnt, die linksliberalen Spinner- und Aktivist*innen haben das Nachsehen.

Die UN-BRK wird als eines der großen Missverständnisse des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Diese apokalyptische These stellt Stephan Laux in seiner Jahresabschlusskolumne auf. Lesen Sie selbst:

Hans-Willis zweite Topnachricht der Woche – Sondermeldung

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Achtung, neue Literaturbeilage!
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) Für alle kobinet-LiteraturliebhaberInnen! Am Montag, den 15. Dezember erscheint die neue kobinet-Literaturbeilage. Der uralten und plötzlich wieder topaktuellen Parole MAKE LOVE NOT WAR folgend, geht es mal nicht um das Thema Krieg, sondern um Liebe, Sinn und Sinnlichkeit. Also nicht versäumen. Hier schon einmal eine Leseprobe als Appetitanreger.

Und bist Du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt! (Erlkönig J. W. v. Goethe) Stephan Laux schreibt über seine Schreibhemmung.

2 rote Boxhandschuhe
Wer meint, wir Behinderte kommen mit einem „blauen Auge“ davon, verharmlost und verwechselt die politische Realität mit einem paralympischen Boxwettbewerb.
Foto: OpenClipart-Vectors In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Villmar-Weyer (kobinet) Gestern kehrte ich von einem VdK-Seminar über Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zurück. So ein Seminar hat für jemanden wie mich etwas von einem Survival-Camp. Geht es doch um Fakten, Fakten, Fakten. In diesem Fall um die DIN-Norm 18040. Fakten lassen wenig Raum für besserwisserisches, aktivistisches Geschwafel.

Behindertenpolitische Fortschritte halten sich in Grenzen – Zwischenbilanz der Inklusion

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
BehidertenausweisHans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) (Ein „Best of“ Hans-Willi Weis)

Mein Eindruck: Die Frage des „Nach der Inklusion“, danach, was sie gebracht hat und wie weiter, möchte sich der behindertenpolitische Aktivismus nicht wirklich stellen. Dabei scheint sie mir die allerdringlichste. Um der absehbar zunehmenden Frustration innerhalb der Behindertenbewegung entgegenzuwirken und die erforderliche Neuorientierung vorzunehmen. In der gerade angebrochenen Zeitenwende-Ära, deren womöglich dauerhafte politische Rückschritte, auch bereits erreichte behindertenpolitische Fortschritte bedrohen, geschweige denn noch irgendein emanzipatorisches Vorankommen auf absehbare Zeit zulassen werden. So kann der Aktivismus, wenn er ehrlich ist, an diesem internationalen Behindertentag nur mit gedämpfter Stimmung und im Bewusstsein ihrer aktuellen Bedrohtheit die vergangenen Fortschritte feiern.

Nachrichten aus der Provinz / „Teilhabe ist nichts für Feiglinge“ 10 Fragen an Jan Pfeiffer.

Symbol Fragezeichen
Fragen sollen zu Antworten werden
Foto: ht

Villmar – Weyer (kobinet) Wer sich in der Region Limburg an der Lahn für Inklusion und Barrierefreiheit interessiert, kommt an dem Namen Jan Pfeiffer nicht vorbei. Jan hat den Weg durch die Institutionen gewagt. Nicht nur um sich sein persönliches Budget zu erkämpfen. Er hat den Verein Querschnitte e. V. gegründet und ist dessen Vorsitzender. In seiner Heimatgemeinde bringt er sich ins Vereinsleben ein. Und seit 2022 ist er der 1. Vorsitzende des Behindertenbeirates in Limburg.

Jan hat ausführlich auf meine Fragen geantwortet und das ist gut so! Die Antworten geben einen vortrefflichen Eindruck von behindertenpolitischem Engagement in der mittelhessischen Provinz und werden nicht das letzte sein was wir von Ihm erfahren. Jan Pfeiffers Buch liegt in den letzten Zügen.

„Mein Buch ist kein ‚armes-Ich‘-Roman und schon gar kein Aufruf zum Bedauern. Es ist böse, schwarz, zynisch und ehrlich. Und wer glaubt, über Menschen mit Behinderung dürfe man keine Witze machen, der sollte dieses Buch gar nicht erst aufschlagen.“

Wir dürfen gespannt sein!

Novemberblues im Herbst der kriegsdienstlichen Mobilmachung

sitzt auf einer Bank am Wald
Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Wo sind wir gerade? „Wir sind nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im Frieden.“ So Kanzler Merz Anfang Oktober. Kein Frieden mehr, noch nicht Krieg – nichts Halbes und nichts Ganzes, ein unhaltbarer Zustand. Aus dem uns BND-Chef Jäger am 13. Oktober im Bundestag gleichsam erlöst mit den Worten: „Wir stehen schon im Feuer.“ Endlich, es ist entschieden, es gibt nur eins: das Feuer erwidern! Dementsprechend wild entschlossen die einen, schlicht schicksalsergeben die anderen. Auf der politischen Kommandohöhe werden sie „das für unsere Sicherheit Notwendige in die Wege leiten“, und diejenigen, die ihren Hirten wie die Lämmer folgen – ob mit der Waffe in der Hand oder lediglich mit dem Einkaufszettel für Notvorräte bewaffnet (wozu das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe dringend rät) –, ziehen mit in diesen Krieg, der unaufhaltsam wie ein Naturereignis über sie kommt.

Momentaufnahme 410

Ein Wanderer auf dem Schnee
Alpen
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Hindernisse können uns groß machen. (André Chénier)

Eilmeldung/Sonderkolumne: Die Brandmauer zum Stadtbild

Erfurt Straßenbahn nr 517. Tatra KT4D 2-car set.Am Anger,Aug 1989 von sludgegulper
In der Innenstadt von Erfurt
Foto: sludgegulper (Creative Commons BY-SA 2.0)

Villmar-Weyer (kobinet) In seiner Sonderkolumne fragt sich Stephan Laux, ob er demnächst noch ins Stadtbild passt.

Warum nur klettert Friedrich Merz regelmäßig über die angeblich von ihm selbst errichtete Brandmauer? Allzu hoch kann die nicht sein. Und der Mann misst fast zwei Meter. Vielleicht hat er auch heimlich ein paar Stufen eingebaut. Zur Not hilft ihm Jens Spahn bei der Spitzbubenleiter. Die Spitzbuben auf der anderen Seite brüllen ohnehin schon die ganze Zeit: „Die Mauer muss weg!“ Nur diesmal ist es anders gemeint.

Editorial – Toxische Disability? Vorwurfsvolle Geschichten! (Literaturbeilage 5)

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
kobinet-Literaturbeilage 5
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) Das die Inklusion behinderter Menschen grundsätzlich bejahende, freundliche und mitunter betont „politisch korrekte“ Sprechen über Behinderte ändert nichts daran, dass im zivilgesellschaftlichen Raum auch andere Töne über Menschen mit Behinderung zu vernehmen sind. Vorwurfsvolle Geschichten, die sich Nichtbehinderte über ihre Erfahrungen mit Behinderten erzählen, sei es aus kurzen Begegnungen oder aus einem längeren Zusammenleben. Auch ich – der ich aufgrund meiner Erblindung seit Jahrzehnten von anderen ganz selbstverständlich als ein Mensch mit Behinderung „gelesen“ werde, jemand, der ein von ihrer nichtbehinderten Norm abweichendes Behindertenleben führt – erlebe, dass nichtbehinderte Mitmenschen sich immer wieder sowohl untereinander als auch mir gegenüber über mich beklagen, etwas an meinem „Behindertenverhalten“ auszusetzen haben. In ihrer Wahrnehmung lege ich ein Verhalten an den Tag, das mit einem starken oder drastischen Ausdruck gelabelt „toxische Disability“ genannt werden kann. Diesen Begriff habe ich selbst geprägt in Anlehnung an den der „toxischen Weiblichkeit“, wie ihn die Feministin Sophia Fritz eingeführt hat. Für welche Verhaltensweisen von Behinderten – und zwar in erster Linie im Umgang miteinander – ich den Ausdruck „toxisch“ gebrauchen würde, versuche ich als Erstes in einem Essay ansatzweise zu umreißen.

„Toxische Disability“ – eine Analogie zu „toxischer Weiblichkeit“ (Literaturbeilage 5)

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
kobinet-Literaturredakteur Hans-Willi Weis versucht sich in seinem Essay als Toikologe in Sachen Disability
Foto: Hans-Willi Weis

Berlin (kobinet) Unter „toxischer Männlichkeit“ können sich die meisten etwas vorstellen. Anders verhält es sich schon beim Begriff „toxische Weiblichkeit“, den Sophia Fritz unlängst in den feministischen Diskurs eingeführt hat und der zunächst einmal erläutert und plausibilisiert werden muss. Erst recht erklärungsbedürftig erscheint es, von „toxischer Disability“ zu sprechen, wie ich es in Anlehnung an die Rede von „toxischer Weiblichkeit“ hier tun möchte. Was verstehe ich unter „toxischer Disability“? Worum handelt es sich, wenn ich zu dem harschen Urteil gelange, Menschen mit Behinderungen haben in dem einen oder anderen Fall „giftiges Verhalten“ an den Tag gelegt?

Ein Wunder geschieht (Literaturbeilage 5)

Zeichnung einer jungen Frau mt gelber Armbinde und Taststock

Foto: Pixabay/OpenClipart-Vectors

Berlin (kobinet) Autorin dieses Textes ist Dorothee Feuerstein

Der Tag, an dem ich mal kurz nicht verhext war, war ein normaler Werktag. Ich wurde mit dem Taxi nach Hause gebracht. Der Fahrer hatte mich an der falschen Tür im Haus gegenüber abgesetzt. Nun war ich orientierungslos, denn ich wusste ja nur, dass ich falsch stand, nur eben nicht, wo ich stand. Ich ging also den Gehsteig auf und ab und rief um Hilfe: „Hallo?“ Ein Mann kam und brachte mich über die Straße zu meiner Haustür.

Biographie Dorothee Feuerstein

Zeichnung einer jungen Frau mt gelber Armbinde und Taststock

Foto: Pixabay/OpenClipart-Vectors

Berlin (kobinet) Ich wurde 1968 in Miltenberg am Main geboren und bin 1974 in Würzburg in die Blinden-Institutsstiftung, eine Schule für Sehbehinderte, ins Internat gekommen. Von 1980 bis 1989 war ich in Würzburg am Matthias-Grünewald-Gymnasium im Rahmen eines Pilotprojekts und war im dortigen Schülerheim mit nichtbehinderten Kindern untergebracht. Die Zeit dort war ziemlich schlimm, da ich dort gemobbt wurde. Ich überstand die Zeit dadurch, dass ich über meinen Tandempiloten Esperanto lernte und neben internationalen Kongressen und Zusammenkünften auch die örtlichen Gruppenangebote nutzen konnte.

Momentaufnahme 409

Herbstllich rötliche Baumblätter vor einem blauen Himmel
Herbst
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Das Herz gibt allem, was der Mensch sieht, hört und weiß, die Farbe. (Johann Heinrich Pestalozzi)

Von spezifischem Interesse

Fragezeichen aus Blumen
Fragezeichen
Foto: Susanne Göbel

Villmar -Weyer (kobinet) Seit das deutsche Gesundheitssystem mir einen Herzschrittmacher spendiert hat, messe ich wie besessen meinen Blutdruck.
Herzneurose nennt das meine Therapeutin. Diese Neurose verstärkt sich durch meine Angststörung, meint sie. Wenn ich die Formulierung „spezifische Interessen von Menschen mit Behinderungen“ lese oder höre, misst mein Blutdruckgerät astronomische Werte. Woran liegt das nur? Und entspricht mein neues Hobby, das Blutdruckmessen, meinem spezifischen Interesse?

Momentaufnahme 407

Viele unterschiedliche Kürbisse
Kürbiszeit
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr. (Vincent van Gogh)

Mut zur Lücke.

Flagge von Krüppel gegen Rechts wurde in Kassel am 27.9.2025 gezeigt
Flagge von Krüppel gegen Rechts wurde in Kassel am 27.9.2025 gezeigt
Foto: Nancy Frind

Villmar – Weyer (kobinet) In einer Wahrnehmung ist sich die Behindertenbewegung bei diesem Thema sicher einig: Auf der Prioritätenliste politischer Akteure der sogenannten politischen Mitte rückt das Thema Inklusion immer weiter nach hinten. Globale Konflikte, die daraus resultierende Kriegsangst, Wirtschaftskrisen, Inflation und bei manchen vielleicht sogar die Angst vor einer „Reichensteuer“ rangieren weit vor dem Thema. Aber was passiert, wenn man solche Themen ignoriert und so Lücken hinterlässt, die vom rechten Rand aufgegriffen werden?

Oktober-Kolumne. Willkommen im Herbst der kriegsdienstlichen Mobilmachung! Können wir Behinderte Krieg?

sitzt auf einer Bank am Wald
Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) General Breuer fragt an. Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, ist der oberste Soldat „unserer Streitkräfte“. Bei öffentlichen Informations- und Animationsveranstaltungen im Zuge der laufenden Kriegsvorbereitung pflegt er seiner zivilen Zuhörerschaft die Frage zu stellen: „Können Sie Krieg?“ Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass seine Frage nicht auch inklusiv gemeint und zu verstehen ist. Sich also auch an behinderte Menschen richtet. Können wir Behinderte Krieg? – Ich kann es nicht und wünsche auch nicht, es zu können. Im Folgenden meine Gründe.

Nachrichten aus der Provence.

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Foto: Lens_and_Light In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Saint-Martin-du-Var (kobinet) Dies ist meine erste Kolumne, die ich zu schreiben wage, nachdem kobinet ein KI-basiertes Tool zur Verfügung stellt, das dem Verfasser Hilfe bei Stil und Form seines Werkes bietet.

Ich bin gespannt, was das Tool zur Überschrift dieser Kolumne vorschlägt. Berichte ich diesmal doch tatsächlich, also rein geografisch, aus dieser französischen Region und nicht von meinem heimischen Schreibtisch aus.

Demnächst „Krüppel für Kriegstüchtigkeit“?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Besorgt darüber, dass auch uns Behinderten das kriegstüchtige Mindset verpasst wird
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Was augenblicklich noch ausgeschlossen scheint, könnte morgen schon ernsthaft erwogen werden. So wie der Vorschlag des Ökonomen Marcel Fratzscher, Rentner im Rahmen eines sozialen Pflichtjahres auch zu einer Art Handlangerdienst bei Aufgaben der militärischen Landesverteidigung heranzuziehen. Viele aus der heutigen Rentnergeneration besäßen aus der Zeit ihrer Wehrdienstleistung entsprechende Grundkenntnisse. Warum also sollten nicht auch Beschäftigte in „Werkstätten für behinderte Menschen“ (WfbM) Zulieferarbeiten aus Aufträgen der Rüstungsindustrie verrichten? Nur mal so ein Gedankenspiel: Die Verarbeitung von Munitionsbaumwolle zur Granatenproduktion wird derzeit händeringend nachgefragt. Ich könnte mir vorstellen, dass Munitionsbaumwolle ein haptisch angenehmer Werkstoff ist, bei dessen Verarbeitung Behinderte in Werkstätten kostengünstig einen Fertigungsschritt übernehmen könnten.

Und überhaupt, Behinderte generell könnten sich an der Heimatfront sicher vielfältig für eine beschleunigte Kriegsertüchtigung nützlich machen – der Fantasie auf diesem Feld stehen jedenfalls keine Barrieren im Weg.

Einerseits. Andererseits betrachte ich als intellektueller Beobachter die Angelegenheit noch von einem anderen Standpunkt aus. So pfiffig wie mit unserer Fantasie, so wach sollten wir Behinderte auch Gebrauch von unserem Verstand machen. Und bei dessen barrierefreiem Einsatz stellen sich sogleich Bedenken ein gegen die Kriegstüchtigkeitsrhetorik, mit der wir täglich überschüttet werden. Worum es sich dabei handelt, lest ihr im nachfolgenden Essay, der zuerst in der kobinet-Literaturbeilage erschienen ist. Lust auf Denken? Na also, los geht es (und als Autor stehe ich selbstverständlich für Verständnisfragen und Einwände in der Kommentarspalte zur Verfügung).

Dissens-Kolumne: Zunehmender Konformitätsdruck, abnehmende Meinungsdemokratie

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
In der Blüte seiner Jahre, der Verfasser der 10 Thesen für das aktuelle behindertenpolitische Gespräch.; Behindertenausweis: Hans-Willi Weis geboren 1951
Foto: Hans-Willi Weis

Staufen (kobinet) Sweet September. Meteorologisch, doch nicht politisch. Der ohnehin rauhe Ton wird schärfer. Die ihn fürchten, gehen in Hab-Acht-Stellung, lieber kein Wort als ein falsches. Einem widerständigem Geist wie mir stellt sich da die Frage: Quo vadis demokratische Freiheit? Wohin bewegt sich der freie politische Meinungsstreit? Hierzulande insgesamt und auch unter uns Behinderten. Diese Frage stellt sich mir seit einiger Zeit und von Mal zu Mal drängt sich mir ein pessimistischer, letztlich alarmierender Befund auf: Zunehmender Konformitätsdruck und abnehmende Meinungsdemokratie. Ich habe nicht vor, mich diesem Druck und dieser Freiheitseinschränkung zu beugen.

Mehr als ein Etikett

Alper Senlik
Alper Senlik
Foto: privat

Ahlen (kobinet) „Wir gehören in die Parlamente, in die Vorstände und in die Gremien“, das hatte Alper Senlik vor kurzem in einem Interview mit den kobinet-nachrichten betont. Nun meldet sich der 26Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Ahlen mit einer Kolumne für die kobinet-nachrichten zu Wort und stellt klar: „Wir sind mehr als ein Etikett.“

Nachrichten aus der Provinz

Baustelleschild in gelb mit der Aufschrift
Dauerbaustelle „Inklusion“
Foto: Ralph Milewski

Villmar – Weyer (kobinet) In den kobinet Nachrichten finden sich überwiegend Berichte, Ankündigungen und Termine aus den Metropolen der Republik. Berlin, München und Bremen oder behindertenpolitischen Hotspots, wie Marburg, Kassel und Hannover. Hier steppt der aktivistische Bär der Behindertenbewegung.

Richtigstellung, Gegendarstellung, Entschuldigung!

Ralph Milewski
Ralph Milewski
Foto: Ralph Milewski

Villmar – Weyer (kobinet) In seiner Augustkolumne entschuldigt sich Stephan Laux quasi im vorauseilenden Gehorsam u.a. bei Ralph Milewski für die Zuschreibung „Inklusionsterrorist“. Da hat er sich wohl im Ton vergriffen. Heutzutage sollte man vorsichtiger sein und sich vorher überlegen, ob man so eine Zuschreibung raushaut.

„Ich würde mich freuen, Herr Milewski, wenn Sie von einer Verleumdungsklage gegen mich absehen! Mir gefallen Ihre Fotografien! (auch wenn Sie auf manchen sehr grimmig dreinschauen)“

Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre – Bewaffnung ist das einzig Wahre

Ein fallender Soldat Todesschuss
Falling Soldier von Robert Capa.
In unserer 5. Wehrtauglichkeitsfolge besuchen wir noch einmal Panzerkommandant Kevin Kramer im Baltikum, seine Faru Nicole in der schwäbischen Heimat und Panzerfahrer Malte auf Wochenendurlaub Urlaub in Görlitz bei Freundin Britta, die ihm von ihrer spannenden Polen-Doku berichtet.
Foto: By © Cornell Capa (For reproduction please contact Magnum Photos, http://www.magnumphotos.com/), Public Domain, https://en.wikipedia.org/w/index.php?curid=4067565

Staufen (kobinet) Das altersunabhängig gültige Axiom nachhaltiger Verteidigungsbereitschaft muss sich immer wieder gegen die ein oder andere Anfechtung behaupten. Zum Beispiel seine scheinbare Widerlegung durch allerlei zivile Kollateralschäden. Lästige Nebenwirkungen der Bewaffnung und des Waffengebrauchs, wie sie wahllos Jung und Alt treffen können. So nehmen wir in dieser Folge Anteil am kollateralgeschädigten Schicksal von Personen, die uns aus vorangegangenen Folgen schon vertraut sind. Nehmen uns allerdings vor übertriebener Empathie in Acht, was nur zu Lasten von Resilienz und Wehrhaftigkeit gehen würde. Wie man stattdessen unverdrossen die Bewaffnung auch zivilgesellschaftlich flächendeckend vorantreibt, erfahren wir von unseren polnischen Nachbarn. Wie sehr sie mit gutem Beispiel vorangehen, darüber berichtet die Content-Createrin Britta, die als Wehrertüchtigungs-Scout in Polen unterwegs ist.

Teilhabe ist nichts für Feiglinge! 10 Fragen an Christoph Sippel und Felix Martin. Fraktion der Grünen im Hessischen Landtag.

Kater
Wieder einmal muss Stephan Laux Kater in Ermangelung eines nicht urheberrechtsgeschützten Originals als Double herhalten. Totstellen kann er sich fast so gut wie ein Opossum.

Foto: Stephan Laux

Villmar – Weyer (kobinet) Hurra! Endlich hat sich jemand gefunden, der mit mir meine Interviewreihe: „Teilhabe ist nichts für Feiglinge. 10 Fragen an…“ fortsetzen will. Etliche Anfragen wurden bisher ignoriert oder die Angefragten waren so verängstigt von meinen Fragen, dass sie sich reflexartig tot gestellt haben. Schreckstarre nennt das die Zoologie. Vor allem das Opossum beherrscht diese Überlebensstrategie, wenn es sich plötzlichen Stresssituationen gegenübersieht.

Nicht so Felix Martin und Christoph Sippel, die beide für die Fraktion der Grünen im hessischen Landtag sitzen. Beide sind anscheinend stresserprobt.

Christoph Sippel macht sich u.a. für kommunale Themen im Landtag stark. Deswegen beschäftigt er sich vielleicht auch mit der Rolle von Beiräten für Menschen mit Behinderungen als kommunale Gremien.

Felix Martin gibt Sozialpolitik als einen seiner Schwerpunkte an und ist mir durch eine kleine Anfrage im hessischen Landtag aufgefallen, in der er, die Ernennung von Andreas Winkel, bzw. die damit verbundene Ablösung von Rika Esser als Beauftragte für Menschen mit Behinderungen im hessischen Landtag hinterfragt.

Gute Voraussetzungen, um herausfordernde Fragen zu stellen und auf deren mutige Beantwortung zu hoffen.