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Eilmeldung/Sonderkolumne: Die Brandmauer zum Stadtbild

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Erfurt Straßenbahn nr 517. Tatra KT4D 2-car set.Am Anger,Aug 1989 von sludgegulper
In der Innenstadt von Erfurt
Foto: sludgegulper (Creative Commons BY-SA 2.0)

Villmar-Weyer (kobinet) In seiner Sonderkolumne fragt sich Stephan Laux, ob er demnächst noch ins Stadtbild passt. Warum nur klettert Friedrich Merz regelmäßig über die angeblich von ihm selbst errichtete Brandmauer? Allzu hoch kann die nicht sein. Und der Mann misst fast zwei Meter. Vielleicht hat er auch heimlich ein paar Stufen eingebaut. Zur Not hilft ihm Jens Spahn bei der Spitzbubenleiter. Die Spitzbuben auf der anderen Seite brüllen ohnehin schon die ganze Zeit: "Die Mauer muss weg!" Nur diesmal ist es anders gemeint.

Ich selbst klettere ja gar nicht mehr über Mauern. Zu beeinträchtigt! Sonst sieht man mir meine Behinderung kaum an. Aber als Raucher werde ich bald auch aus dem Stadtbild verbannt sein. Da habe ich so eine Ahnung.

Aber zum Glück halte ich mich grundsätzlich nicht gerne im Bild großer Städte auf. Zu laut und zu viel Trubel. Dafür bin ich auch zu beeinträchtigt. Ins Stadtbild des Frankfurter Bankenviertels passe ich auch nicht. „Zu schlecht angezogen“, meint meine Frau.

Wenn es doch einmal sein muss, dann habe ich im Frankfurter Bahnhofsviertel schon ein etwas mulmiges Gefühl. Das gebe ich zu.

Ich war nur immer der Meinung, der Onlinehandel habe den Einzelhandel aus den Innenstädten gedrängt.

Aber vielleicht hat die Stadt ja auch über eBay Kleinanzeigen illegal eingewanderte Migranten und Clankriminelle zur Nutzung der leerstehenden Geschäftsgebäude eingeladen?

Fritz Merz und Jens Spahn erkennen übrigens illegal Eingewanderte auf den ersten Blick. Es fällt sofort auf, wenn jemand nicht ins Stadtbild von Meschede (im Sauerland) passt.

Bei Stadtbildproblematik muss ich an die Kolumne von Ralph Milewski denken. Wann haben Sie das letzte Mal einen schwerstbehinderten Menschen …

Ist das vielleicht der Grund für die schleppende Inklusion und die Tatsache, dass immer mehr Sondereinrichtungen für Menschen mit Behinderungen entstehen?

Weil behinderte Menschen nicht ins Stadtbild passen? Hat Marco Buschmann mit seiner Blockadepolitik schon mal über die Brandmauer gelugt, bevor die FDP sich bei Umfragen der von ihr so geliebten schwarzen Null genähert hat?

„Krüppel gegen Rechts“, bitte übernehmen Sie!

Lesermeinungen

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4 Lesermeinungen
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Inge Ro.
22.10.2025 20:12

Wenn Menschen heute wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft als „Störfaktor“ im Stadtbild gelten, dann ist die Richtung klar: Wer kommt als Nächstes auf die Abschussliste? Menschen mit Behinderung? Queere? Alte? Arme? Oder einfach alle, die nicht ins glattgebügelte Weltbild der Spießer passen?
Wir dürfen nicht vergessen: Menschen mit Behinderung waren bereits Ziel solcher Äußerungen.
Das Frankfurter Urteil von 1980 mit der Begründung, „dasss eine Gruppe von Schwerbehinderten bei empfindsamen Menschen eine Beeinträchtigung des Urlaubsgenusses darstellen kann“.
Das Flugblatt von 2022, in dem drei FDP-Kommunalpolititer die sinkende Zahl von Touristen damit begründeten, dass „Das mit dem Krankheitsbild der Menschen mit geistigen und seelischen Beeinträchtigungen einhergehende Verhalten, wie z. B. mangelnde Distanz, können und möchten viele Touristen nicht aushalten.“
Faschismus beginnt nicht mit Uniformen und Parolen – er beginnt auch mit dem Satz: „Die stören das Stadtbild.“

Ralph Milewski
22.10.2025 18:33

Kanzler Merz schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus – selbstverständlich.
Warum auch? Die Mitte ist schließlich das Original. Was dort als „gesunder Menschenverstand“ gilt, muss die AfD erst noch in offene menschenverachtende Rhetorik übersetzen.

Oder ist Friedrich Merz nur die tragische Figur der Republik? Opfer eines heimtückischen Rückfalls, eines unkontrollierten Einsickerns rechten Gedankenguts durch die ohnehin poröse Brandmauer. Man kennt solche Fälle: Einmal nicht richtig verfugt, und schon schwappt der Geist von Meschede bis ins Kanzleramt.

Wie viel kann ein Mann der Vernunftmitte eigentlich ertragen? Erst zwingt ihn die AfD, das Offensichtliche zu sagen. Dann diffamiert ihn die Öffentlichkeit, weil er es ausspricht. Und dabei wollte er doch nur Ordnung. Ordnung ist schließlich das letzte Bollwerk der Demokratie.

Jetzt kämpft er, heldenhaft, gegen das, was längst in ihm wohnt. Ein Kreuzritter der Balance, der sich selbst in Schach hält, während hinter ihm die Brandmauer tropft. Die CDU – einst Partei der Mitte – ist jetzt vor allem eins: eine Selbsthilfegruppe für versehentlich Enthemmte.

Wann wacht Deutschland endlich auf?

Es reicht kein Krüppel gegen Rechts mehr – wir brauchen den Knüppel gegen Rechts.
Und zwar nicht, um blind draufzuhauen, sondern um endlich den Schutt aus der Mitte zu räumen.

Silvia Hauser
22.10.2025 14:52

Der Verschwörungstheorethiker Merz hat übrigens mehrer Übeltäter in seinem Verschwörer-Portfolio, um von den systemischen Ursachen (und den daraus gewinn-und einflußsteigernden Mächten in Wirtschaft und Politik) gesellschaftlicher Verwerfungen und soziokultureller Verwahrlosungsprozesse abzulenken.
Zur migrantischen Stadtbildverschandelung ist mit Stephans Glosse das Nötige gesagt, von einer weiteren Verschwörungstheorie aus dem Kanzleramt demnächst in Willis Blick.

im Auftrag von Hans-Willi Weis

Zuletzt bearbeitet am 7 Monate zuvor von Silvia Hauser
Markus Walloschek
22.10.2025 09:55

erst habe ich mich gewundert warum da ein #Stadtbild von #Erfurt zu sehen ist, aber mit der Aufforderung in der letzten Zeile fühle ich mich angesprochen. Die Stadthäuptlinge von Erfurt haben sich da für eine Überwachungsmethode genau für diesen einen Platz entschieden https://www.ardmediathek.de/video/mdr-thueringen-journal/kameraueberwachung-auf-erfurter-anger-scharf-geschaltet/mdr/Y3JpZDovL21kci5kZS9iZWl0cmFnL2Ntcy80OGUwYWQ2OS00ZGY4LTRjODctODEyNy00ZDVkN2JmZGFkZmM um das Stadtbild aufzuzeichnen, vielleicht bekommt ja Herr Merz bald einen neuen Fernsehsender aus #Erfurt (Ironie aus)