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Arbeitsgericht Münster entscheidet am 15. Oktober 2026 über Mindestlohnklage in Werkstätten

Jürgen Linnemann mit Soraia Da Costa Batista bei Jan Böhmermann
Jürgen Linnemann mit Soraia Da Costa Batista bei Jan Böhmermann
Foto: Die Neue Norm aus ZDF

Münster (kobinet)

Am 8. Mai 2026 hat Jan Böhmermann im ZDF Magazin ROYALE das Thema der Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen aufgegriffen. Unter anderem war damals Jürgen Linnemann zu Gast in der Sendung, der mit Unterstützung der Gesellschaft für Freiheitsrechte den Klageweg für einen Mindestlohn in Werkstätten für behinderte Menschen gestartet hat. Das Arbeitsgericht in Münster will nun am 15. Oktober 2026 (9.00 Uhr) verkünden, „ob es ein Urteil gibt oder ob möglicherweise weiter verhandelt wird. Zuletzt hatten die Freckenhorster Werkstätten in einem Schriftsatz ausführlich erläutert, warum sie den Kläger nicht als Arbeitnehmer im Sinne des Mindestlohngesetzes sehen. Die Anwälte des Klägers haben die Möglichkeit, sich schriftlich dazu zu äußern. Sollte Linnemann mit seiner Klage scheitern, will er in die nächste Instanz vor das Landesarbeitsgericht in Hamm ziehen“, heißt es in einer von der Deutschen Presseagentur verbreiteten Meldung, die von verschiedenen Medien wie der WELT aufgegriffen wurde. In Kürze läuft übrigens eine Petition an den Deutschen Bundestag ab, womit erreicht werden soll, dass sich das Parlament mit der Situation von behinderten Menschen in Werkstätten für behinderte Menschen befasst. Die bisher ca. 3.000 Unterstützer*innen reichen bisher noch nicht aus.

SoVD Niedersachsen: Kommunen müssen Wohnungsbestände sichern

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Foto: Sozialverband Deutschland

Hannover (kobinet)

Die Menschen in Niedersachsen geben im Durchschnitt monatlich über 1.100 Euro für Wohnen und Energie aus. Vor zehn Jahren lag dieser Wert bei rund 880 Euro, wie aktuelle Zahlen des niedersächsischen Landesamts für Statistik (LSN) zeigen. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sieht darin eine weitere Verschärfung der Lage auf dem Wohnungsmarkt und fordert, dass Kommunen Wohnungsbestände aufkaufen und nicht renditeorientierten Investor*innen überlassen.

Pläne der Bundesregierung: Zwang soll auch außerhalb von Psychiatrien legal werden

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Foto: omp

Berlin (kobinet)

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf veröffentlicht, der Zwangsmaßnahmen gegen unter Betreuung stehende Personen auch außerhalb von Kliniken legalisiert. Der vollständige Name dieses Gesetzentwurfs lautet „Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der Regelung über ärztliche Zwangsmaßnahmen im Betreuungsrecht und zur Stärkung des ultima-ratio-Gebots sowie der Selbstbestimmung der Betroffenen„. Der Entwurf folgt nach Informationen des Bundesverband Psychiatrie Erfahrener dem Urteil des Bundesverfassungsgericht vom November 2024. Das Gericht entschied, dass der Krankenhausvorbehalt bei Zwangsmaßnahmen nicht mit den Grundrechten vereinbar wäre. Begründet wird das damit, dass die Verlegung in ein Krankenhaus (um dort eine Zwangsbehandlung durchzuführen) belastender für Betroffene wäre, als eine Zwangsbehandlung an deren derzeitigen Aufenthaltsort.

Demokratie braucht Inklusion: Gut informiert das Wahlrecht in Sachsen-Anhalt wahrnehmen

Sharepic zur gut informierten Wahl in Sachsen-Anhalt von Jürgen Dusel
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Foto: Bundesbehindertenbeauftragter

Berlin (kobinet)

„Wählen zu gehen, ist unser Privileg. Nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr – und zwar gut informiert!“ So lautet der Appell des Behindertenbeauftragten der Bundesregierung Jürgen Dusel an alle, die bei den anstehenden Landtagswahlen – und vor allem bei der Wahl am 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt – wahlberechtigt sind. Dabei weist Jürgen Dusel in einem Facebook-Post auf das Angebot des Wahl-O-Mat hin: „Nicht jede Partei, die jetzt in Sachsen-Anhalt zur Wahl steht, findet Inklusion und Barrierefreiheit gut. Und nicht jede Partei bietet barrierefreie Informationen zu ihren Parteiprogrammen an. Ein hilfreiches und barrierefreies Angebot ist der Wahl-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung! Alle Infos gibt es hier auch in Leichter Sprache und in Deutscher Gebärdensprache. Das Prinzip ist vielen bekannt: Hier kann jede und jeder mittels 38 Fragen die Programminhalte der Parteien mit den eigenen Positionen abgleichen. Der Wahl-O-Mat ist keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot zu den Inhalten und Zielen der Parteien. Alle 15 Parteien, die zur Wahl am 6. September antreten, haben die Wahl-O-Mat-Thesen beantwortet.“

Link zum Facebook-Post von Jürgen Dusel

Link zum Wahl-O-Mat zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Diskriminierung durch staatliches Handeln sanktionieren

Sharepic zur Diskriminierung durch staatliches Handeln
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Foto: Bündnis AGG Reform Jetzt

Berlin (kobinet)

Was passiert, wenn der Staat selbst diskriminiert? Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schützt bislang nicht vor Diskriminierung durch Behörden, Polizei und andere staatliche Stellen. Diese zentrale Schutzlücke muss nach Ansicht des Bündnis AGG Reform Jetzt! endlich geschlossen werden. 20 Jahre nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes am 18. August 2026 besteht gerade jetzt die Chance dazu: Das AGG soll nach 20 Jahren reformiert werden und der Gesetzentwurf wird im parlamentarischen Verfahren beraten. Doch der aktuelle Entwurf schafft keinen Schutz vor Diskriminierung durch staatliches Handeln. Deshalb fordert das Bündnis AGG Reform Jetzt!: Staatliches Handeln muss in den Anwendungsbereich des AGG aufgenommen werden und hat hierzu und zu weiteren Aspekten, die im Gesetzentwurf fehlen, eine Petition gestartet, die bereits von über 50.000 Menschen unterstüzt wird.

Link zur Petition zur AGG Reform

Wo bleibt die Bildungswende zu mehr Bildungsgerechtigkeit in Nordrhein-Westfalen?

Dr. Brigitte Schumann
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Foto: INKLUSIVA

Düsseldorf (kobinet)

„NRW: Wo bleibt die Bildungswende zu mehr Bildungsgerechtigkeit?“ So titelt die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann ihren Gastbeitrag auf der Plattform bildungsklick. „Mit dem geplanten ‚Gesetz zur Stärkung der Bildungsgerechtigkeit und der Demokratiebildung‘ hält die NRW-Landesregierung krampfhaft an der Hauptschule fest und bedient damit ausschließlich institutionelle Interessen des gegliederten Schulsystems“, heißt es in der Einführung in den Beitrag.

Gesetzentwurf sieht Erhöhung des Gehörlosengeldes in Hessen vor

Landkarte Lage Hessen in Deutschland
Landkarte Lage Hessen in Deutschland
Foto: Gemeinfrei https://de.wikipedia.org/wiki/Flaggen_und_Wappen_der_L%C3%A4nder_der_Bundesrepublik_Deutschland

Wiesbaden (kobinet)

Wie im Koalitionsvertrag vereinbart, werden in Hessen das Landesblinden- und das Landesgehörlosengeldgesetz angepasst. Einen entsprechenden Gesetzentwurf hat die hessische Sozialministerin Heike Hofmann am 3. September in Erster Lesung in den Hessischen Landtag eingebracht. Der Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Teilhabe von Menschen mit Sinnesbehinderungen ist Teil eines Maßnahmenpakets, das etwa auch die Gewinnung von Gebärdensprachdolmetschenden zum Ziel hat. Er beinhaltet, dass das Gehörlosengeld angehoben wird, das somit in Hessen künftig rund 190 Euro betragen wird. Es orientiert sich am Blindengeld, ist weiterhin dynamisch gestaltet und entwickelt sich jeweils analog zum Rentenwert. Das Geld dient dazu, behinderungsbedingte Mehrkosten auszugleichen, die etwa durch den Einsatz von Dolmetschenden oder die Anschaffung notwendiger Hilfsmittel entstehen, heißt es in einer Presseinformation des hessischen Sozialministeriums.

Ausnahmeregelung für Hilfsmittel bei Smart-Glasses-Verbot in Hamburg begrüßt

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Foto: ht

Hamburg (kobinet)

Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg (BSVH) begrüßt, dass bei den geplanten Einschränkungen für Smart Glasses in Hamburg Ausnahmen für Hilfsmittel vorgesehen sind, die medizinisch oder aufgrund einer Behinderung notwendig sind. Der Verein appelliert zugleich an Politik und Gesetzgeber, diesen Grundsatz bei allen künftigen gesetzlichen Regelungen zu Smart Glasses und vergleichbaren Technologien konsequent zu berücksichtigen. Hintergrund sind die aktuellen Beratungen in der Hamburgischen Bürgerschaft über Einschränkungen für Smart Glasses mit Kamera- und Aufnahmefunktion. SPD und Grüne schlagen unter anderem vor, deren Nutzung in Schwimmbädern sowie im öffentlichen Nahverkehr einzuschränken. Dabei sollen notwendige Sehhilfen und behinderungsbedingt eingesetzte Hilfsmittel ausgenommen werden.

INKLUSIVA-Kongress am 4. September 2026 auch im Livestream

Logo der Inklusiva am 4. September 2026
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Foto: LAG Selbsthilfe RLP

Mainz (kobinet)

Der am 4. September 2026 von 9:30 bis 17:00 Uhr im Kulturzentrum Mainz (KUZ) stattfindende INKLUSIVA-KONGRESS 2026 kann auch im Livestream verfolgt werden. In diesem Jahr ist das Thema Neurodiversität. Eröffnet wird der Kongress von Johannes Schweizer, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Rheinland-Pfalz. Zum Auftakt sprechen außerdem die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie Katja Lüke, die Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen in Rheinland-Pfalz. Durch den Kongress führt Moderator Marcel Friederich, heißt es in der Ankündigung.

Link zu weiteren Infos und zum Livestream

Kölner Zentrum für selbstbestimmtes Leben protestierte gegen Kürzungen

Plakat für ZSL-Demo in Köln am 2.9.2026
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Foto: ZSL Köln

Köln (kobinet)

Für das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) geht es derzeit um sehr viel. Die Stadt Köln hat angekündigt aufgrund von Sparmaßnahmen dem Beratungszentrum von behinderten Menschen für behinderte Menschen die Mittel zu streichen. Deshalb wurde am 2. September 2026 vor dem Rathaus in Köln demonstriert. Auch der WDR hat das Thema aufgegriffen und über die Situation im Kölner ZsL berichtet.

Roman Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion nun kostenfrei in der bidok Volltextbibliothek

Logo: bidok behinderung inklusion dokumentation
Logo: bidok behinderung inklusion dokumentation
Foto: bidok

Innsbruck (kobinet)

Sein erster Roman „Zündeln an den Strukturen“ über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen hierzu wurde bereits über 2.200 mal in der bidok Volltextbibliothek heruntergeladen. Nun wurde dort auch der im Januar 2026 erschienene Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ zum kostenfreien Download eingestellt. bidok ist eine Plattform für die Veröffentlichung, Vermittlung und Archivierung von Wissen zu Behinderung und Inklusion. Seit 1997 macht bidok wissenschaftliche und praxisorientierte Inhalte öffentlich, kostenlos und barrierefrei zugänglich und trägt dazu bei, Wissen langfristig zu sichern. Im Zentrum der Plattform steht die bidokbib, die barrierefreie digitale Bibliothek mit einer umfangreichen Sammlung von Texten und Materialien zu Behinderung und Inklusion. Sie dokumentiert Wissen unter anderem zu Bildung, Arbeit, Familie, Politik und Gesundheit. Alle Inhalte werden barrierefrei aufbereitet und stehen Open Access im PDF/UA-Format („Universal Accessibility“) zur Verfügung. Ottmar Miles-Paul freute sich darüber, dass nun auch sein zweiter Roman kostenfrei und barrierefrei zum Download in der bidok-Bibliothek heruntergeladen werden kann.

Inklusion muss im Alltag erlebbar sein

Katja Lüke und Sabine Bätzing-Lichtenthäler beim Austausch
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Foto: rlp sozial

Mainz (kobinet)

„Inklusion muss im Alltag erlebbar sein. Rheinland-Pfalz verfügt bereits über wichtige Instrumente für mehr Teilhabe, wie zum Beispiel das Persönliche Budget. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den vielen Engagierten und darauf die Perspektiven von Menschen mit ihren verschiedenen Behinderungen in die politischen Entscheidungen mit einzubringen.“ Dies teilte Katja Lüke bei ihrem Antrittsbesuch und ersten intensiven Austausch mit der rheinland-pfälzischen Ministerin für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend, Sabine Bätzing-Lichtenthäler mit. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die künftigen Schwerpunkte der Arbeit der rheinland-pfälzischen Landesbehindertenbeauftragten, die am 1. September 2026 ihr neues Amt angetreten hat. Die weitere Stärkung von Teilhabe und Barrierefreiheit in Rheinland-Pfalz spielten ebenfalls eine wichtige Rolle im Gespräch mit der Ministerin.

Parteiencheck 2026 macht behindertenpolitische Positionen vergleichbar

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Werdau OT Langenhessen (kobinet)

Das Projekt Parteiencheck Behindertenpolitik 2026 vergleicht die Positionen von CDU/CSU, Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Volt Deutschland. „Für alle sechs Parteien wurden dieselben sieben Themen untersucht: Hilfsmittel, persönliche Assistenz und Eingliederungshilfe, Pflege und Fachkräfte, Kommunalfinanzierung, Barrierefreiheit und Gleichstellung, inklusive Bildung sowie Arbeit und Werkstätten. Der Vergleich unterscheidet zwischen der Qualität direkter Antworten, dem politischen Nachweisgrad und nachweisbarer Umsetzung oder Wirkung. Programme, parlamentarisches Handeln und Regierungshandeln werden entsprechend der jeweiligen Rolle einer Partei betrachtet. Die Quellen, die Bewertungslogik und die methodischen Grenzen sind öffentlich dokumentiert“, heißt es u.a. in der Presseinformation des Projektes.

Bundesverdienstkreuz für Karl Matthias Schäfer

Bild von Karl Matthias Schäfer mit dem Bundesverdienstkreuz
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Foto: Karl Matthias Schäfer

Dieburg / Wiesbaden (kobinet)

Karl Matthias Schäfer (59) aus Dieburg, Landesvorsitzender des Blinden- und Sehbehindertenbundes in Hessen e. V. (BSBH), wurde am 19. August 2026 der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Die Auszeichnung erfolgte in der Hessischen Staatskanzlei durch Manuela Strube, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales. Karl Matthias Schäfer, der selbst blind ist, engagiert sich bereits seit den 1990er-Jahren in herausragender Weise für Inklusion. Er gehörte unter anderem zu den Mitbegründern des Vereins Ambulante Hilfen im Alltag (AHA) e.V., vertrat als Referent die Belange von Studierenden mit Behinderung an der Universität Kassel und war im Vorstand des Vereins zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab e.V.) in Kassel aktiv. Besonders eng verbunden ist sein Name mit dem BSBH: Seit 1991 Mitglied der Organisation, übernahm er bereits von 2000 bis 2004 erstmals den Landesvorsitz und stellte dabei entscheidende Weichen für die Zukunft des Verbandes. Nach Jahren weiterer engagierter Arbeit übernahm er das Amt im vergangenen Jahr erneut.

Arbeitslosigkeit steigt: Menschen mit Behinderung dürfen nicht zu Verlierern des Strukturwandels werden

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Düsseldorf (kobinet)

Laut der vom DGB vorgestellten Zahlen des DGB liegt die Arbeitslosenquote von Menschen mit Behinderung bei bundesweit zwölf Prozent – damit ist sie im dritten Jahr in Folge gestiegen. Besonders betroffen ist dabei Nordrhein-Westfalen, wie der Präsidenten des VdK Nordrhein-Westfalen, Horst Vöge, mitteilte: „Fast jeder dritte arbeitslose schwerbehinderte Mensch kommt aus unserem Bundesland. Diese Personen drohen zu den Verlierern des Strukturwandels zu werden. Das dürfen wir nicht hinnehmen.“ Der VdK NRW fordert deshalb, Prävention und Rehabilitation zu stärken. Unterstützungsangebote müssen früher greifen, um Beschäftigungsverhältnisse zu sichern. Menschen mit Behinderung brauchen Schutz vor dem Herausfallen aus dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig müssen Arbeitgeber ihrer gesetzlichen Verantwortung zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen stärker gerecht werden. Wer dieser Verpflichtung nicht nachkommt, muss mit deutlicheren finanziellen Sanktionen rechnen.

Bahnsteig am Hamburger Hauptbahnhof in der Nacht besetzt: Barrierefreie Bahn für alle!

Bild von der Protestaktion am Hamburger Hauptbahnhof am 1./2.9.2026
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Foto: Anti-ableistische Aktion Nord

Hamburg (kobinet)

Eine barrierefreie Bahn für alle – das fordern Aktivist*innen der „Anti-ableistischen Aktion Nord“ und von ROBIN WOOD am Hamburger Hauptbahnhof. Sie besetzten in der Nacht vom 1. auf den 2. September 2026 einen Bahnsteig zwischen den Gleisen 13 und 14 und schlugen dort ihre Zelte auf. Der Grund: Die Rollstuhlfahrer*innen unter ihnen kamen von dort erst mit dem ersten Zug am frühen Morgen wieder weg. Denn der Aufzug von Gleis 13/14 ist für sechs Monate gesperrt, der letzte Zug war gestern bereits abgefahren. Aus Protest entrollten die Aktivist*innen auf dem Bahnsteig Banner mit den Aufschriften: „Bahn für alle, die Stufen müssen weg“ und – mit Bezug auf das Behindertengleichstellungs-Gesetz – „Neues BGG fördert Ausgrenzung von Behinderten“. Sie verlangen von der Deutschen Bahn, dass sie ihr Angebot barrierefrei gestaltet, Aufzüge zügig repariert und Ersatzteile auf Vorrat bereit hält. Wenn ein Aufzug ausfalle, müsse Zugang über einen anderen barrierefreien Weg angeboten werden. Außerdem solle die Bahn ihre Kund*innen bei Umwegen aufgrund von Barrieren angemessen entschädigen.

Kein Schulbesuch wegen fehlender Schulassistenz

Logo: hessenschau
hessenschau
Foto: hr

Kassel (kobinet)

Während der Gesetzgeber die Regelungen zur Schulassistenz massiv verändern, Leistungen poolen und damit Kosten einsparen will, sind so manche Eltern behinderter Kinder nach dem Schulstart bereits jetzt mit massiven Problemen konfrontiert. „Laith ist sechs Jahre alt und Autist. Ohne Schulassistenz kann er nicht sicher am Unterricht teilnehmen. Seit Wochen bleibt er deshalb zu Hause. Auch andere Familien berichten von Problemen. Werden Schulassistenzen in Hessen schwieriger bewilligt?“ Diese Frage wirft die hessenschau anhand eines konkreten Beispiels auf.

Kultur barrierefrei erfahren

Gelbes Plakat mit blauer Umrahmung. Darauf Titel und Zeit der Veranstaltung
Plakat zum Parcours Berliner Spielplan Audiodeskription
Foto: theaterhaus berlin

BERLIN (kobinet)

Am Freitag, dem 4. September, lädt der Berliner Spielplan Audiodeskription ab 12.00 Uhr zu einem interaktiven Erfahrungsparcours ins „theaterhaus berlin“ in Berlin-Mitte ein. Gerade im Vorfeld der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September möchten die Veranstalter die Bedeutung von Barrierefreiheit und kultureller Teilhabe stärker in den Fokus rücken. Im Rahmen der Kampagne #deineStimmefürKultur geht es darum, sichtbar zu machen, dass kulturelle Teilhabe für Menschen mit Behinderungen kein Zusatz, sondern ein selbstverständlicher Bestandteil einer vielfältigen Berliner Kulturlandschaft ist – und entsprechende Strukturen politisch mitgedacht und abgesichert werden müssen. Die Veranstaltung bietet zudem die Möglichkeit, mit Vertretern der Berliner Politik ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist frei und alle sind ohne Anmeldung willkommen.

Kostenlose Datenbank für audio-taktile Grafiken: Barrierefreier Zugang zu komplexen Lerninhalten

Bild vom Tactonom reader flex
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Foto: tactonom

Nürnberg (kobinet)

Die Visualisierung von Lerninhalten ist ein zentraler Baustein, um komplexe Zusammenhänge verständlich aufzubereiten und interaktives Lernen zu ermöglichen. Was für sehende Menschen mit wenigen Klicks erledigt ist, erfordert für blinde und sehbehinderte Menschen einen erheblich höheren Aufwand. Damit auch sie Grafiken gleichwertig nutzen können, braucht es audio-taktile Formate, die Informationen fühl- und hörbar machen. Das Unternehmen Inventivio GmbH bietet mit dem Tactonom-Reader Flex eine innovative Lösung, die diesen Prozess entscheidend vereinfacht. Das Gerät kombiniert schwellbare (taktile) Grafiken mit einer Kamera- und Audiosystem-Einheit. Beim Berühren der Grafik gibt das Gerät an der berührten Stelle direkt die passenden Erklärungen oder Beschreibungen aus.

BSK fordert: Keine Kürzungen in der Eingliederungshilfe und kritisiert schlechte Beteiligung

Verena Gotzes
Verena Gotzes
Foto: BSK

Berlin (kobinet)

Eine regelhafte gemeinschaftliche Leistungserbringung ohne Zustimmung der Leistungsberechtigten und die Ausweitung von pauschalen Geldleistungen sind nach Meinung des Bundesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) kategorisch zurückzuweisen, da sie ausschließlich der Kosteneinsparung dienen. „Damit ist eine bedarfsdeckende und personenzentrierte Leistungserbringung massiv in Gefahr und für Menschen mit Behinderungen drohen Leistungskürzungen“, so die BSK-Bundesvorsitzende Verena Gotzes.

Blinder Australier nimmt am Berlin-Marathon teil und bereist allein Deutschland

Aadityaa Gupta (Adi)
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Foto: Aadityaa Gupta (Adi)

Berlin (kobinet)

Diesen September wird der Melbourner Läufer Aadityaa Gupta (Adi) 16.000 km nach Deutschland reisen, um am Berlin-Marathon teilzunehmen. Doch vor dem Renntag wird er eine weitere Herausforderung annehmen – allein durch ein Land zu navigieren, das er noch nie besucht hat, mit einer Sprache, die er nicht spricht, Menschen treffen, die er nicht kennt – und das alles, während er gesetzlich blind ist. „Ich mag blind sein, aber die Dinge, für die ich wirklich blind bin, sind meine Grenzen.“ Jahrelang kämpfte Adi damit, seine Blindheit zu akzeptieren, und glaubte nicht, dass er das Leben führen könnte, das er wollte. Als sein Sehvermögen nachließ, hörte er auf zu glauben, dass er in seinem Leben unabhängig sein könnte, und gab sein Hobby des Laufens ganz auf. Doch eine zufällige Begegnung mit einem sechsjährigen blinden Mädchen in Kalifornien veränderte Adi’s Sicht auf sich selbst völlig, heißt es in einem Pressetext des Australiers.

Demo für Erhalt der Förderung für ZSL Köln am 2. September 2026

Plakat für ZSL-Demo in Köln am 2.9.2026
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Foto: ZSL Köln

Köln (kobinet)

„Das ZSL Köln muss bleiben“, unter diesem Motto findet am 2. September 2026 um 15:00 Uhr vor dem Kölner Rathaus am Theo-Burauen-Platz eine Demonstration für den Erhalt der Förderung für das Kölner Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) statt. „Das Beratungs- und Informationszentrum, das sich seit fast 40 Jahren der Unterstützung von behinderten Menschen in Köln widmet, steht aufgrund gestrichener Fördergelder vor einer existenziellen Bedrohung. Diese Einsparungen wären ein schwerer Rückschlag nicht nur für die betroffenen Menschen, sondern für die gesamte Gemeinschaft, die auf Verbesserungen in den Bereichen Inklusion, Selbstbestimmung und Teilhabe angewiesen ist“, heißt es u.a. zur Erläuterung über die Wichtigkeit der Förderung des ZSL Köln durch die Stadt Köln in einer Petition, die bereits über 2.500 Unterstützer*innen hat.

Aktion Mensch startet neue Förderprogramme für Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt

Logo Aktion Mensch e. V.
Logo Aktion Mensch e. V.
Foto: Aktion Mensch e. V.

Bonn (kobinet)

Die Aktion Mensch bietet ab dem 1. September 2026 drei neue Förderprogramme an, die Teilhabe ermöglichen, Ausgrenzung entgegenwirken und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken sollen. Gemeinnützige Organisationen mit Sitz in Deutschland können ab sofort Anträge stellen. Die Programme richten sich an Projekte, die inklusive Begegnungen im Alltag, auf dem Arbeitsmarkt oder in der Freizeit fördern.

Katja Lüke startet mit medialem Rückenwind als rheinland-pfälzische Landesbehindertenbeauftragte

Katja Lüke
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Foto: privat

Mainz (kobinet)

Ihren ersten Arbeitstag als Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz kann Katja Lüke heute am 1. September 2026 mit kräftigem medialem Rückenwind starten. Die am 28. Juli 2026 vom rheinland-pfälzischen Ministerrat als Nachfolgerin der bisherigen Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Ellen Kubica, berufene Katja Lüke hat bereits vor Antritt des in Rheinland-Pfalz für die Behindertenpolitik des Landes wichtigen Amtes Schlagzeilen gemacht. Auf der Basis einer Meldung der Deutschen Presseagentur titelte DIE ZEIT beispielsweise einen Beitrag über den bevorstehenden Amtsantritt von Katja Lüke mit der Überschrift „Die UN-Behindertenrechtskonvention ist meine Bibel“. Damit wird das Ansinnen von Katja Lüke diese Menschenrechtskonvention umzusetzen verdeutlicht. Auch die in Mainz erscheinende Allgemeine Zeitung begrüßte Katja Lüke mit einem entsprechenden Beitrag.

Jennifer Sonntag ist mit ihrer Wahlschablone bereit für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Jennifer Sonntag zeigt ihre Wahlschablone
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Foto: Jennifer Sonntag

Halle (kobinet)

Für Jennifer Sonntag aus Halle ist es nicht nur wichtig, dass sie bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ihr Wahlrecht wahrnimmt und für Demokratie eintritt, sie zeigt auch anschaulich, wie blinde Menschen bei dieser Wahl mit Hilfe einer Wahlschablone möglichst unabhängig wählen können. „Hier zeige ich euch meine Wahlschablone für die Landtagswahl in Sachsen Anhalt am 6. September 2026. Wie funktioniert das genau? Blinde Menschen legen den Wahlzettel in diese Schablone ein und fühlen dann die Löcher, in die sie ihre Kreuze setzen können. Die Parteien und Kandidaten für die Erststimme und für die Zweitstimme sind entsprechend durchnummeriert. Zur Schablone erhalten blinde Wählende eine Information darüber, welche Nummer zu welcher Partei oder Person gehört. Damit blinde Menschen den Wahlzettel richtigherum einlegen können, fehlt ihm, und auch der Wahlschablone, oben rechts eine Ecke“, berichtet Jennifer Sonntag auf ihrer Facebook-Seite.

INKLUSIVA-KONGRESS 2026 findet am 4. September 2026 in Mainz statt

Logo der Inklusiva am 4. September 2026
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Foto: LAG Selbsthilfe RLP

Mainz (kobinet)

Am 4. September 2026 findet von 9:30 bis 17:00 Uhr im Kulturzentrum Mainz (KUZ) der INKLUSIVA-KONGRESS 2026 statt. In diesem Jahr ist das Thema Neurodiversität. „Wir laden Sie herzlich ein, den Kongress journalistisch zu begleiten. Das Kulturzentrum Mainz befindet sich in der Dagobertstraße 20b in 55116 Mainz. Der Eintritt ist kostenfrei. Eröffnet wird der Kongress von Johannes Schweizer, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Rheinland-Pfalz. Zum Auftakt sprechen außerdem die rheinland-pfälzische Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler sowie Katja Lüke, die ab 1. September 2026 neue Landesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen ist. Durch den Kongress führt Moderator Marcel Friederich.

ABiD-Institut Behinderung & Partizipation lädt zum Gedenken an Ilja Seifert am 11. September 2026 ein

Bild von Ilja Seifert, lächelnd, mit erhobener Faust, von weiteren Demonstranten umgeben
Bild von Ilja Seifert, lächelnd, mit erhobener Faust, von weiteren Demonstranten umgeben
Foto: Siegurd Seifert / inclusio tv

Berlin (kobinet)

Anlässlich des 4. Todestages lädt das ABiD-Institut Behinderung & Partizipation am 11. September 2026 um 15 Uhr zum Gedenken an Dr. Ilja Seifert an seinem Grab auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte, Chausseestr. 126, ein. Dr. Ilja Seifert, geb. am 6. Mai 1951, Behindertenaktivist, Lyriker und Bundestagsabgeordneter, langjähriger Vorsitzender des Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) sowie des Berliner Behindertenverband (BBV), gründete das ABiD-Institut Behinderung & Partizipation im Jahr 2018. Er starb am 10. September 2022, heißt es vonseiten des Instituts, das zum Gedenken einlädt.

Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter steigt weiter

Logo der Bundesagentur für Arbeit
Logo der Bundesagentur für Arbeit
Foto: BA

Nürnberg (kobinet)

Mit 192.630 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten schwerbehinderten Arbeitslosen wurde im Juli 2026 ein trauriger Rekord erreicht. Dies war der höchste Wert in der Zeitreihe der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Deutschland, die von der Bundesagentur für Arbeit seit 1. Januar 2007 geführt wird. Im August 2026 hat sich diese Situation noch weiter verschärft und wurde der neue traurige Rekord mit 194.164 arbeitslos gemeldeten schwerbehinderten Menschen gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat sind dies noch einmal 1.534 schwerbehinderte Arbeitslose mehr. Der Vergleich zur Arbeitslosenzahl schwerbehinderter Menschen in Deutschland vor einem Jahr macht die verschärfte Situation am Arbeitsmarkt für schwerbehinderte Menschen noch deutlicher. Mit der ohnehin schon hohen Zahl von 187.050 im August 2025 hat sich die Arbeitslosigkeit schwerbehinderter Menschen innerhalb eines Jahres um 7.114 Menschen erhöht. Die LIGA Selbstvertretung fragt sich angesichts dieser Entwicklung und der Tatsache, dass es in Sachen Reform des Werkstättensystems mit mehr Möglichkeiten der Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ebenfalls nicht vorangeht, wann die Bundesregierung auf diese negative Entwicklung bei der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen reagieren will. Vom Herbst der Reformen sei hier bisher nichts zu spüren.

Deutsch-Kirgisische Zusammenarbeit fördert Teilhabe und Barrierefreiheit von Menschen mit Behinderungen

Gruppenbild von der Eröffnung der barrierefreien Sanitäranlage
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Foto: André Nowak

Bischkek / Berlin (kobinet)

Das ABiD-Institut Behinderung & Partizipation (IB&P) und die Kirgisische Republikanische Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen (KROI) haben gemeinsam am 27. August 2026 das Projekt „Barrierefreie sanitäre Einrichtungen für eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in Bischkek“ abgeschlossen. Das Projekt umfasste die umfassende Renovierung einer sanitären Einrichtung der KROI-Produktionswerkstatt mit dem Bau von zwei barrierefreien Duschräumen und einer Toilette. Damit werden die Arbeitsbedingungen für die dort Beschäftigten und Auszubildenden erheblich verbessert, heißt es in einer Presseinformation des Instituts.

VdK fordert verbindliche Barrierefreiheit für autonomes Fahren

Logo VdK Deutschland
Logo VdK Deutschland
Foto: VdK Deutschland

Berlin (kobinet)

Das Bundesverkehrsministerium fördert autonome Fahrzeuge im ÖPNV und Güterverkehr mit bis zu 14 Millionen Euro. Der VdK warnt, dass ohne verbindliche Barrierefreiheit als Fördervoraussetzung autonome Systeme Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen ausschließen könnten.

Rolle rückwärts in Brandenburger Behindertenpolitik in Sachen Landesbehindertenbeauftragter

Ottmar Miles-Paul
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Foto: Irina Tischer

Potsdam (kobinet)

„Die Zeiten, in denen es für viele verschiedene Themen verschiedenste Beauftragte gab, sind ausweislich des Koalitionsvertrags vorbei.“ Dieser Satz stammt nicht von einem AfD-Politiker, auch nicht von Friedrich Merz, der im Bundestagswahlkampf die Devise ausgab, die Zahl der Beauftragten massiv zu verkleinern. Nein, er stammt von Brandenburgs Sozialminister René Wilke von der SPD. Aus einem Bundesland, das einst mit der ausdrucksstarken Regine Hildebrandt an der Spitze des dortigen Sozialministeriums unter den ersten Bundesländern war, das mit der Benennung von Rainer Kluge als Landesbehindertenbeauftragten ein starkes Zeichen für die Selbstvertretung behinderter Menschen setzte. Nun wird in Brandenburg im Zeitgeist der behindertenpolitischen Rolle rückwärts die Geschichte neu geschrieben und die Selbstvertretung behinderter Menschen zurückgedrängt. Das Kabinett hat in seiner Sitzung vom 25. August 2026 auf Vorschlag des brandenburgischen Sozialministers René Wilke (SPD) den Seniorenbeauftragten Norman Asmus auch zum neuen Beauftragten der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen berufen. Dieser nimmt sein neues Amt künftig zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Landesseniorenbeauftragter wahr. In einem Land, das wahrlich kein Vorreiter in der Behindertenpolitik ist, wird nach Ansicht von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul nun die Behindertenpolitik anscheinend zur Nebensache.

Tag der offenen Tür in der Asbacher Hütte

Mann mit lächelndem Gesicht und Brille in dunklem, kuzärmeligem Hemd
Betriebsleiter Mathhiias Winau
Foto: Stiftungen kreuznacher diakonie/Andrea Djifroudi

ASBACHER HÜTTE (kobinet)

Auf der Asbacher Hütte, einem Teil der Werkstätten kreuznacher diakonie gGmbH, wird Vielfalt und Teilhabe auf vielen Ebenen gelebt. Dazu gehört auch einmal im Jahr ein Tag der offenen Tür, zu dem alle eingeladen werden, die Interesse an der Arbeit und dem Alltag in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen haben. Am Freitag, dem 4. September 2026, zeigen die Beschäftigten in der Zeit von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr allen Besucherinnen und Besuchern, was die Einzigartigkeit dieses Betriebs ausmacht. Betriebsleiter Matthias Winau: „Bei uns greifen Naturschutz, Teilhabe, Handwerk und professionelle Industriemontage ineinander. Das Ganze in einem Arbeitsumfeld, das Stärken fördert, Sicherheit und Ruhe gibt, uns und unsere Beschäftigten stolz macht!“ Wer hier auf dem bioland-zertifizierten Hüttenhof, in der Metzgerei, der Goldschmiede, dem Garten- und Landschaftsbau oder der Industriemontage arbeitet, hat nicht nur einen „Job“. Berufliche Bildung und andere gemeinsame Aktivitäten wie etwa eine Tanzgruppe

VdK kritisiert Rentendebatte als von Unkenntnis und fehlendem Konzept geprägt

Logo VdK Deutschland
Logo VdK Deutschland
Foto: VdK Deutschland

Berlin (kobinet)

Der Sozialverband VdK kritisiert die aktuelle Rentendebatte als von „erschreckender Unkenntnis und einem fehlenden Gesamtkonzept“ geprägt. Anlässlich der wiederholten Diskussionen über höhere Altersgrenzen und Härtefallregelungen betonte VdK-Präsidentin Verena Bentele, die Bundespolitik müsse sich stattdessen mit den Arbeitsmarktchancen und gesundheitlichen Belastungen älterer Beschäftigter auseinandersetzen. Die Alterssicherungskommission habe sich einseitig auf kurzfristige Einsparmöglichkeiten konzentriert, ohne die gesellschaftlichen Folgen höherer Altersgrenzen zu berücksichtigen.

Katrin Gensecke will weitere fünf Jahre im Landtag von Sachsen-Anhalt für Inklusion streiten

Katrin Gensecke
Katrin Gensecke
Foto: Katrin Gensecke

Magdeburg (kobinet)

Der Landtagswahlkampf in Sachsen-Anhalt biegt mit großer bundesweiter Aufmerksamkeit in die letzte Woche ein, bevor am 6. September 2026 gewählt wird. Mit Katrin Gensecke ist eine der wenigen Landtagsabgeordneten mit Behinderung, die sich auch behindertenpolitisch engagiert, in einem Landesparlament vertreten und sie möchte diese Aufgabe gerne fünf weitere Jahre fortsetzen, um für Inklusion, Selbstvertretung und Teilhabe zu streiten. Wer mehr über Katrin Gensecke und ihr Wirken wissen will, kann sich in einem aktuellen Beitrag des Vorwärts, der Parteizeitung der SPD, über sie und ihr Wirken informieren. „Sport war ihr Leben, bis eine Krankheit alles veränderte. Heute ist Katrin Gensecke SPD-Landtagsabgeordnete in Sachsen-Anhalt und kämpft für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Die Landtagswahl am 6. September könnte dafür ganz entscheidend werden“, heißt es in der Einführung des Beitrags.

Stolperstein für Anna Maria Pfleiderer aus Backnang, die im Mai 1941 in Hadamar getötet wurde

Stolperstein für Anna Maria Pfleiderer
Pflederer_Anna-Maria_Backnang
Foto: Initiative Stolpersteine Backnang

Berlin / Backnang (kobinet)

Der Gedenkort-T4 erinnert am 4. September 2026 an die Opfer der ‚Euthanasie‘ im Nationalsozialismus. Um 14:30 Uhr geht’s in der Tiergartenstraße 4 in Berlin los. Viele Spuren über die Verbrechen der Nationalsozialisten finden sich jedoch auch vor Ort, so auch in Backnang, wo ein Stolperstein für Anna Maria Pfleiderer verlegt wurde, die am 4. Mai 1941 in der Todesfabrik Hadamar in Hessen ermordet wurde, wie es auf der Internetseite Stolpersteine Guide vonseiten der Initiative Stolpersteine Backnang heißt.

Zweimal Gold im Para Rudern

Ein Mann und eine Frau in schwarzer Hose und weißem Sportdress mit ihren Medaillien
Jasmina Bier und Paul Umbac
Foto: DRV / Meinruderbild

FRECHEN (kobinet)

Bei den Weltmeisterschaften im Para Rudern in Amsterdam hat das deutsche Nationalteam die zweite Goldmedaille gewonnen. Einen Tag nach dem Überraschungserfolg von Jasmina Bier und Paul Umbach im PR2 Mixed-Zweier legten Kathrin Marchand und Valentin Luz nach und verteidigten ihren WM-Titel trotz eines schwierigen Rennens souverän. Damit ist das deutsche Erfolgs-Duo noch immer ungeschlagen. Auch von zeitlichen Verzögerungen und schwierigen Bedingungen haben sie sich nicht aus der Ruhe bringen lassen: Kathrin Marchand und Valentin Luz (RTHC Bayer Leverkusen und Frankfurter RG Germania) sind bei den Weltmeisterschaften im Para Rudern ihrer Favoritenrolle gerecht geworden und haben ihren Titel im PR3 Mixed-Doppelzweier trotz Gegenwind und Regen souverän verteidigt

Über 80 Verbände unterstützen von Rechtsextremen bedrohte Bürger*innen

Plakat bei Berliner Demo am 2.2.25
Plakat bei Berliner Demo am 2.2.25 „Inklusion braucht Demokratie“
Foto: privat

Berlin (kobinet)

Die im Bündnis „Zusammen für Demokratie“ zusammengeschlossenen Verbände wollen Personen und Einrichtungen, die von Rechtsextremen attackiert oder bedroht werden, gemeinsam unterstützen. Wer wegen seines Einsatzes für die Demokratie angegriffen wird, soll nicht allein bleiben. Das ist das Ziel einer Solidaritätsvereinbarung, die von mehr als 80 Verbänden unterstützt wird – darunter Gewerkschaften, die großen christlichen Kirchen, Sportverbände sowie zahlreiche Menschenrechts-, Sozial- und Umweltorganisationen. Nach Anschlägen auf Jugend- oder Kulturzentren, bei Hasskampagnen gegen Menschen, die sich öffentlich äußern, oder wenn ehrenamtlich Engagierte bedroht werden, wollen die Bündnismitglieder gemeinsam Unterstützung organisieren. Je nach Situation kann das etwa durch öffentliche Solidarität, rechtliche Hilfe oder finanzielle Unterstützung geschehen.

Für einen Schutz vor Gewichtsdiskriminierung: Jetzt Petition zeichnen!

Sharepic zur Gewichtsdiskriminierung und der Forderung für das AGG
260829_Gewichtsdiskriminierung
Foto: Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Berlin (kobinet)

Die Qualifikation steht im Lebenslauf, nicht im Display der Waage. Trotzdem machen hochgewichtige Menschen immer wieder die Erfahrung, dass nicht ihr Können, sondern ihr Gewicht im Vordergrund steht, auch wenn es für die Aufgaben überhaupt kein Faktor ist. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) soll genau solchen grundlosen Benachteiligungen einen Riegel vorschieben, doch bei Gewichtsdiskriminierung greift es nicht. Körpergewicht ist keine der in § 1 AGG genannten Diskriminierungskategorien. Eine Schutzlücke, die in der laufenden AGG-Reform geschlossen werden könnte. Deshalb bittet die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung, die Petition des Bündnis AGG Reform Jetzt! mit dem Titel „Echter Schutz vor Diskriminierung – für ein wirksames Gleichbehandlungsgesetz“ zu unterzeichnen und andere darauf hinzuweisen.

Netzwerk warnt vor Rückschritten bei Eingliederungshilfe in NRW

Zwei Frauen auf ihren Rollstühlen vor dem Rednerpult. Im Hintergrund der Plenarsaal des Landtages
Zwei Frauen auf ihren Rollstühlen vor dem Rednerpult. Im Hintergrund der Plenarsaal des Landtages
Foto: NetzwerkBüro

MÜNSTER (kobinet)

Anlässlich des 80. Geburtstags von Nordrhein-Westfalen am 30. und 31. August 2026 in Münster warnt das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung/chronischer Erkrankung NRW vor geplanten Änderungen bei der Eingliederungshilfe. Besonders kritisch sieht der Verband die geplante Ausweitung des Poolings von Assistenzleistungen sowie die Überprüfung der Einkommens- und Vermögensanrechnung. Diese Vorschläge lösen bei vielen Frauen mit Behinderungen Sorgen um ihre berufliche Zukunft und wirtschaftliche Unabhängigkeit aus.