Köln (kobinet)
Medien berichten oft über Werk-stätten für behinderte Menschen.
Diese Berichte klingen meist positiv.
Aber ein wichtiges Thema fehlt oft.
Die behinderten Menschen dort verdienen sehr wenig Geld.
Sie verdienen viel weniger als den Mindest-Lohn.
Mindest-Lohn bedeutet: Das ist das wenigste Geld für Arbeit.
Weniger Geld darf es nicht sein.
Das ist keine faire Be-zahlung.
Be-zahlung ist das Geld für geleistete Arbeit.
Am 8. Mai 2026 zeigte das ZDF eine Sendung dazu.
Die Sendung heißt ZDF Magazin Royale.
Jan Böhmermann moderiert diese Sendung.
Moderieren bedeutet: Eine Person leitet die Sendung.
Die Sendung zeigte: Behinderte Menschen in Werk-stätten werden aus-gebeutet.
Aus-gebeutet bedeutet: Sie arbeiten viel und bekommen sehr wenig Geld dafür.
Nach der Sendung stellen viele Menschen mehr Fragen.
Sie wollen genauer wissen, was in Werk-stätten passiert.
Das merkte auch der WDR.
WDR bedeutet: West-deutscher Rund-funk.
Rund-funk bedeutet: Nachrichten und Musik werden übertragen.
Du kannst sie im Radio oder Fernseher hören und sehen.
Der WDR berichtete über eine Werk-statt.
Die Werk-statt heißt Nordeifel-Werk-stätten.
Die Beschäftigten bauen dort Saunen.
Beschäftigte sind die behinderten Menschen, die in der Werk-statt arbeiten.
Viele Menschen fragten nach dem Lohn der Beschäftigten.
Der WDR musste daraufhin antworten.
Der WDR schrieb auf Face-book:
Im Durch-schnitt verdienen Beschäftigte etwa 1,50 Euro pro Stunde.
Im Durch-schnitt bedeutet: Manchmal etwas mehr, manchmal etwas weniger.
Aber meistens etwa 1,50 Euro pro Stunde.
Das ist extrem wenig.
Viele Menschen kritisieren den niedrigen Lohn.
Kritisieren bedeutet: Man sagt, dass etwas nicht gut ist.
Diese Kritik ist berechtigt.
Berechtigt bedeutet: Die Kritik ist richtig.
Es gibt gute Gründe dafür.
Warum gilt der Mindest-Lohn dort nicht?
Das steht im Sozial-Gesetz-Buch.
Das Sozial-Gesetz-Buch enthält Regeln für die Hilfe vom Staat.
Menschen bekommen dadurch Geld oder Unterstützung, wenn sie es brauchen.
Das Sozial-Gesetz-Buch wird abgekürzt: SGB 9.
Dort steht: Arbeit in einer Werk-statt ist kein normales Arbeits-Verhältnis.
Arbeits-Verhältnis bedeutet: Jemand arbeitet für eine Firma.
Die Firma zahlt dafür Geld.
Der Staat sagt: Werk-statt-Arbeit ist kein richtiger Job.
Sie soll behinderten Menschen helfen.
Die Menschen sollen sich auf normale Arbeit vorbereiten.
Das nennt man Wieder-Eingliederung.
Wieder-Eingliederung bedeutet: Jemand soll wieder Teil der Arbeitswelt werden.
Er bekommt dabei Hilfe und Unterstützung.
Deshalb gilt das Mindest-Lohn-Gesetz dort nicht.
Hier könnt ihr den WDR-Beitrag und die Diskussion sehen:
WDR-Beitrag auf Face-book
Hier könnt ihr die ZDF-Sendung mit Jan Böhmermann ansehen:
ZDF Magazin Royale vom 8. Mai 2026

Foto: ht
Köln (kobinet) Wie oft wird in Medien über Produkte oder die geleistete Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen oder in sogenannten Sozialprojekten mit wohl klingenden Beiträgen berichtet, ohne dass erwähnt wird, dass die dort arbeitenden behinderten Menschen weit unter dem Mindestlohn arbeiten und dass dies nichts mit einer fairen Beschäftigung und Entlohnung zu tun hat. Seit der Sendung ZDF Royal mit Jan Böhmermann vom 8. Mai 2026 über die Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten fragen mehr Menschen bei solchen meist unkritischen Berichten nach. So erging es auch dem WDR im Hinblick auf einen Bericht über die Produktion von Saunen in den Nordeifel-Werkstätten, woraufhin der Sender zurückrudern musste und den geringen Verdienst in der dortigen Werkstatt für behinderte Menschen und bei der Produktion der Saunen auf Facebook offengelegt hat.

Foto: ht
Köln (kobinet) Wie oft wird in Medien über Produkte oder die geleistete Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen oder in sogenannten Sozialprojekten mit wohl klingenden Beiträgen berichtet, ohne dass erwähnt wird, dass die dort arbeitenden behinderten Menschen weit unter dem Mindestlohn arbeiten und dass dies nichts mit einer fairen Beschäftigung und Entlohnung zu tun hat. Seit der Sendung ZDF Royal mit Jan Böhmermann vom 8. Mai 2026 über die Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten fragen mehr Menschen bei solchen meist unkritischen Berichten nach. So erging es auch dem WDR im Hinblick auf einen Bericht über die Produktion von Saunen in den Nordeifel-Werkstätten, woraufhin der Sender zurückrudern musste und den geringen Verdienst in der dortigen Werkstatt für behinderte Menschen und bei der Produktion der Saunen auf Facebook offengelegt hat.





Ab und zu freuen sich Vertreter verschiedener Parteien öffentlich in Reden über solche große Einrichtungen in ihrem Wahlkreis. Viel zu selten wird der Artikel dann mit so etwas wie „Freude über Ausbeutung“ überschrieben – wenigstens als Zwischenüberschrift – oder als „unkritische Berichterstattung“ kommentiert. Auch wenn – wie erwähnt – mehr Menschen „nachfragen“.
Ein Arbeitsleben lang „Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation“ sind doch schon von der Wortwahl her daneben.
Es wäre an der Zeit, dass wieder etwas Schwung in das käme, was einst Behindertenbewegung genannt werden konnte.