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Kritische Nachfragen zum Verdienst in Werkstätten für behinderte Menschen nehmen zu

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Fragen sollen zu Antworten werden
Foto: ht

Köln (kobinet) Wie oft wird in Medien über Produkte oder die geleistete Arbeit in Werkstätten für behinderte Menschen oder in sogenannten Sozialprojekten mit wohl klingenden Beiträgen berichtet, ohne dass erwähnt wird, dass die dort arbeitenden behinderten Menschen weit unter dem Mindestlohn arbeiten und dass dies nichts mit einer fairen Beschäftigung und Entlohnung zu tun hat. Seit der Sendung ZDF Royal mit Jan Böhmermann vom 8. Mai 2026 über die Ausbeutung behinderter Menschen in Werkstätten fragen mehr Menschen bei solchen meist unkritischen Berichten nach. So erging es auch dem WDR im Hinblick auf einen Bericht über die Produktion von Saunen in den Nordeifel-Werkstätten, woraufhin der Sender zurückrudern musste und den geringen Verdienst in der dortigen Werkstatt für behinderte Menschen und bei der Produktion der Saunen auf Facebook offengelegt hat.

„Liebe Community, da die Frage sehr häufig aufkam, hier die Einordnung zum Verdienst der Menschen: Es ist völlig richtig, dass der durchschnittliche Stundenlohn in Werkstätten mit etwa 1,50 Euro extrem niedrig ist und die Kritik daran absolut nachvollziehbar ist. Dass überhaupt so wenig Geld gezahlt wird, liegt im Sozialgesetzbuch (SGB IX) begründet: Die Tätigkeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gilt rechtlich nicht als reguläres Arbeitsverhältnis, sondern als Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation, weshalb das gesetzliche Mindestlohngesetz hier nicht greift.“ So heißt es u.a. in der Antwort des WDR auf eine Reihe von Leserbriefen über den Bericht zur Produktion von 400 Saunen pro Jahr in einer Werkstatt.

Lesermeinungen

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1 Lesermeinung
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Bernd Kittendorf
02.06.2026 09:06

Ab und zu freuen sich Vertreter verschiedener Parteien öffentlich in Reden über solche große Einrichtungen in ihrem Wahlkreis. Viel zu selten wird der Artikel dann mit so etwas wie „Freude über Ausbeutung“ überschrieben – wenigstens als Zwischenüberschrift – oder als „unkritische Berichterstattung“ kommentiert. Auch wenn – wie erwähnt – mehr Menschen „nachfragen“.
Ein Arbeitsleben lang „Maßnahmen zur beruflichen Rehabilitation“ sind doch schon von der Wortwahl her daneben.
Es wäre an der Zeit, dass wieder etwas Schwung in das käme, was einst Behindertenbewegung genannt werden konnte.