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Der gute Tod und die gute Aufbewahrung

Schwarz-Weiß-Bild eines monumentalen Einfahrtstores mit der Aufschrift „WORLD OF INCLUSION – THE MOST SECLUDED PLACE ON EARTH“ über einer leeren Straße.
World of inclusion
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet)

Jennifer Sonntags Kolumne „Sie wünschen uns wieder den guten Tod“ hat mich beschäftigt. Nicht, weil ich ihrer Warnung vor rechter Behindertenfeindlichkeit widersprechen würde. Im Gegenteil. Wer Menschen mit Behinderung nationalsozialistische Vernichtung nachruft, wer „Euthanasie ist die Lösung“ auf einen Stein schreibt und ihn auf eine Einrichtung der Lebenshilfe wirft oder wieder mit Begriffen wie Eugenik hantiert, überschreitet Grenzen, die eine demokratische Gesellschaft niemals hinnehmen darf.

FlixBus lässt Fahrgast mit Behinderung um 5.50 Uhr in Bozen Süd zurück

Gefaltetes Fahrrad
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Foto: Mirko Gragnato

Bozen (kobinet)

Wer eine Reise tut, kann viel erleben. Das gilt zuweilen besonders für diejenigen, die mit einer Behinderung, einem Hilfsmittel oder einfach nur umweltfreundlicher Reisen. „Intermodalität verweigert: FlixBus lässt einen Fahrgast mit Behinderung um 5.50 Uhr in Bozen Süd zurück“, so lautet ein Bericht, den die kobinet-nachrichten heute, am 21. August 2026, von Mirko Gragnato bekommen haben und den wir im Folgenden dokumentieren. Ihm wurde die Mitfahrt im FlixBus von Bozen aus verweigert, weil sein zusammengefaltetes Brompton-Faltrad nicht zur Mitnahme akzeptiert wurde.

Wenn nicht jetzt wann dann? Diskriminierungsschutz schnell verbessern

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet)

Vor 20 Jahren, am 18. August 2026, war der Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul in Berlin mit dabei als das Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) im Hof des Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefeiert wurde. Nach dem jahrelangen Engagement vieler zivilgesellschaftlicher Gruppen und vor allem auch der Behindertenbewegung war den Aktiven und Ottmar Miles-Paul damals klar, dass das neue Gesetz zwar ein wichtiger Zwischenerfolg, aber längst nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Diskriminierungsschutz in Deutschland, ist. Heute, 20 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes, fragt sich Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten vor allem angesichts der anstehenden Landtagswahlen mit enorm hohen Umfragewerten für die AfD und dem schwachen Gesetzentwurf der Bundesregierung für die längst überfällige Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, wie lange die Bundestagsabgeordneten noch zögern wollen, um einen wirksameren Schutz vor Diskriminierungen in Deutschland zu schaffen.

Wie geht „ein wahrhaftiges Sprechen“ über das menschliche Leiden in der Hitzekatastrophe

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Quälend lange Wochen seit Beginn dieses Hitzekatastrophensommers mit Höchsttemperaturen um die 40 Grad hat es gebraucht, bis Stimmen aus der behindertenpolitischen Interessenvertretung etwas darüber haben verlauten lassen. Obgleich ihre „Klientel“, behinderte Menschen, zu den Hauptbetroffenen und Leidtragenden zählen. Und was nun endlich über die Ausmaße dieser Katastrophe und das menschliche Leiden von dort verlautet, sind oft genug auch bloße Verlautbarungen. Mit Daten und Fakten über mangelnden Hitzeschutz insbesondere für vulnerable Gruppen sowie Hinweise auf entsprechende „Stellschrauben“, mittels derer „Sofortmaßnahmen“ in Sachen Hitzeschutz auf den Weg gebracht werden müssten. Ein nüchtern objektiver Berichterstattungsduktus der die Drastik der katastrophischen Ereignisse und deren menschliche Leidensdramatik nicht annähernd wiedergibt und damit auch ihrem Wahrheitsanspruch letztlich nicht gerecht wird. Die Dimension der Tragödie kommt so gut wie nicht zum Ausdruck.

IGEL-Podcast: Freiheit fängt mit Vertrauen an

Cover des IGEL-Podcast mit einer Homage an die Mutter von Sascha Lang
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet)

Die aktuelle Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) mit dem Titel „Freiheit fängt mit Vertrauen an“ ist eine Hommage an einen Herzensmenschen – die Mutter Marie-Josée des IGEL-Podcast-Machers Sascha Lang. In dieser sehr persönlichen Episode nimmt er Abschied von diesem Herzensmenschen und beschreibt, wie seine Mutter ihn nach seiner Erblindung unterstützt, aber nicht überbehütet hat, wie es in der Ankündigung des Podcast heißt.

Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird

Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg (kobinet)

„Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird.“ Davon ist der Journalist Franz-Josef Hanke aus Marburg überzeugt. In seinem Beitrag anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD mit hohen Umfragewerten ins Rennen geht, fragt er sich, was wir tun können, um der vielen behinderten Menschen angstmachenden Entwicklung entgegenzuwirken.

Willis Hörspiel-Klassiker, aktuelle Number One

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Willis Blick folgt hinter geschlossenen Lidern fasziniert einer alternativen Begegnung von Mensch und Natur.

Noch einmal Kraft für einen anstrengenden Herbst schöpfen

Sonnenuntergang auf Korsika
Sonnenuntergang auf Korsika
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet)

Auch wenn die Hitze der Hundstage derzeit Einigen kräftig zu schaffen macht und in dieser Woche noch in allen Bundesländern Schulferien sind bevor in der nächsten Woche zum Teil die Schule wieder losgeht, steht der Herbst schon fast vor der Tür. Ein Herbst, der nach Einschätzung von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in behindertenpolitischer Sicht äusserst anstrengend werden dürfte. Denn viele Gesetzesvorhaben sind im Bundestag schon fast entscheidungsreif, bzw. werden demnächst von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Daher empfiehlt der Behindertenrechtler trotz der anstrengenden Hitze noch einmal richtig Kraft zu schöpfen, damit die Behindertenbewegung bei den anstehenden Gesetzesvorhaben Flagge zeigen, das Schlimmste verhindern und vielleicht die eine oder andere Verbesserung erreichen kann.

Das Berliner Olympiastadion, die deutsche Eiche und das faschistische Bild vom gesunden Volk

Ausrufezeichen
Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

Viktoria Przytulla hat am 2. August 2026 an einer Stadtführung im Berliner Olympiastadium teilgenommen. An dem Ort, an dem vor 90 Jahren, am 1. August 1936, die Olympiade im NS-Deutschland eröffnet wurde, stieß sie auf Nazisymbolik, die die Ideologie des „gesunden Volkskörpers“ heute immer noch verkörpert. In ihrem Bericht für die kobinet-nachrichten plädiert die Wissenschaftlerin dafür, dass die nächste Demonstration zum Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai auf dem Gelände des Berliner Olympiageländes stattfinden sollte. Und dass wir dabei Zeichen hinterlassen, die diesen von Faschismus geprägten Ort nachhaltig verändern.

Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche „Norm“

Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg (kobinet)

„Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche ‚Norm'“, so hat der blinde Journalist Franz-Josef Hanke seinen Beitrag für die kobinet-nachrichten getitelt, in dem er auf seine Erfahrungen mit epileptischen Anfällen und dem zunehmenden Erblinden blickt. Vor allem schreibt er darüber, was es für ihn, der Stress reduzieren sollte, bedeutet, wenn er durch Barrieren, durch Ignoranz und mangelnden Respekt gegenüber seiner ganz individuellen Behinderung gestresst wird.

Ina Fischer: Mit Volldampf als Erlanger Stadträtin eingestiegen

fischer ina 2026
fischer ina 2026
Foto: Unbekannt

Erlangen (kobinet)

Am 8. März 2026 wurde Ina Fischer, die sich beim Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen u.a. für Inklusion und die Rechte behinderter Menschen einsetzt, bei den Kommunalwahlen in den Stadtrat von Erlangen gewählt. Wie sich die blinde Aktivistin für Inklusion auf diese neue Aufgabe vorbereitet hat, für welche Bereiche sie nun für ihre Fraktion zuständig ist und welche Tipps sie für andere behinderte Menschen hat, die sich auch politisch engagieren wollen, dazu führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul das folgende Interview mit Ina Fischer.

IGEL-Monatsrückblick: Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Juli 2026
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juli 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juli 2026 bestimmt haben. Im Fokus steht in dieser Episode des IGEL-Podcast u. a. die überraschende Kabinettsumbildung der Bundesregierung und die damit verbundenen Veränderungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik.

„Keine Angst“ – ist militante „Gegenwehr“ als Antwort auf die Gewalt von „Faschos“ zielführend?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

„Keine Angst“, den Antifa-Rap des Comedian Danger Dan (gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit uraufgeführt) und kurzfristig von der ZDF-Intendanz aus der Sendung „Die Anstalt“ herausgenommen, gecancelt, gibt es jetzt (vorgestellt im Berliner Columbia Theater vor großen Publikum) auf Youtube. – Ich habe es mir angehört, die Beiträge auf der Veranstaltung und das Lied von Danger Dan am Ende haben mich aufgewühlt und mich zugleich innerlich gespalten und ratlos zurückgelassen. Wozu die zeitliche Nähe zum Anschlag auf den CSD noch beigetragen hat.

Juli ist Disability Pride Month: Wie stelle ich mir die Disability Pride Flag vor

Sharepic mit Jennifer Sonntag und der Disability Pride Flagge
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Foto: Jennifer Sonntag

Halle (kobinet)

Im Juli wird traditionell der Disability Pride Month begangen. Dabei zeigen behinderte Menschen Flagge für ihre Rechte, ihre Selbstbestimmung und mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft. In den USA wird im Juli seit vielen Jahren der Unterzeichnung des Americans with Disabilities Act vom 26. Juli 1990 als wichtiges Antidiskriminierungsgesetz für behinderte Menschen gedacht und für die Rechte behinderter Menschen demonstriert. Auch in Deutschland haben dieses Jahr eine Reihe von Aktionen im Zusammenhang mit dem Disability Pride Month stattgefunden. Jennifer Sonntag hat sich als blinde Journalistin Gedanken zum Disability Pride Month gemacht und dazu einen Beitrag auf Facebook veröffentlicht, der auch Bezug auf den Anschlag auf den CSD in Berlin nimmt und den die kobinet-nachrichten im Folgenden mit einem Dank an Jennifer Sonntag veröffentlichen.

Neue Studie zu Wohngeldkürzungen, die vor allem Menschen in Rente, Familien mit Kindern und Geringverdienende treffen

Logo Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

Berlin (kobinet)

Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen beim Wohngeld würden vor allem Familien mit Kindern, Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen und Rentner*innen mit kleinen Renten treffen. Das zeigt eine neue Kurzexpertise der Paritätischen Forschungsstelle. 70 Prozent der Bevölkerung im Wohngeld lebt in Haushalten mit Kindern. Nicht einmal vier Prozent der Wohngeld-Beziehenden sind arbeitslos. 22 Prozent sind hingegen erwerbstätig und 15 Prozent befinden sich im Ruhestand. Die größte Gruppe stellen mit 37,5 Prozent Kinder. Die geplanten Kürzungen beim Wohngeld treffen demzufolge vor allem Haushalte mit Kindern sowie Menschen mit niedrigen Erwerbseinkommen und bzw. niedrigen Renten.

Je hitzegefährdeter wir alle miteinander, desto gefühlskälter untereinander?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Beinahe schon verzweifelt wünsche ich mir, mich zu täuschen, suche nach Anhaltspunkten, dass dem nicht so ist. Innerhalb der „Community“ und unter BehindertenaktivstInnen. Doch vernehme ich von da gerade kein Zeichen der Betroffenheit. Hallo Leute, rufe ich verzweifelt, sind denn unter euch nicht welche, denen es ähnlich geht wie mir? Die leiden „wie die Hunde“, verschmachten unter „kriminellen Temperaturen“, die für nicht wenige tatsächliche lebensbedrohlich sind. Ist wirklich niemand von euch ebenso wie ich geschockt durch das, was an Katastrophe und menschlichen Dramen sich hier abspielt und an womöglich „Schlimmerem“ uns erst bevorsteht?

Nur wenn wir gemeinsam an einem Tisch sitzen, können wir echte Veränderungen erreichen

Publikum beim Randgruppenkrawall 2026 in München
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Foto: Ella Don

München (kobinet)

Nach dem Protest ist vor dem Protest. Erst am 18. Juli 2026 fand in München der Randgruppekrawall statt. Unter dem Motto „Wir sind stolz und wir sind laut! Barrieren werden abgebaut!“ geht es am 24. Juli 2026 weiter. Der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München ruft für diesen Tag um 15:00 Uhr zu einer Demonstration am Odeonplatz für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf. Doch zuvor blickt Nancy Frind in einem Bericht für die kobinet-nachrichten auf die Veranstaltung zum Randgruppenkrawall am vergangenen Samstag, den 18. Juli 2026, in ihrem Bericht zurück. Für Nancy Frind ist klar: „nur wenn wir gemeinsam an einem Tisch sitzen, können wir echte Veränderungen erreichen.“

Sonntag trifft IGEL: Worte wirken – Behinderung in den Medien neu denken

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL Juli 2026
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Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) (kobinet)

„Worte wirken – Behinderung in den Medien neu denken“, so lautet der Titel der aktuellen Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) am 19. Juli 2026 ausgestrahlt wurde. Im monatlichen Sonntags trifft IGEL-Talk sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang dieses Mal darüber, welche Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Behinderung verwendet werden und welchen Einfluss Worte auf Taten, vor allem auch im Zusammenhang mit Inklusion, haben können.

„Bloodbath Nation„ – Amerikas unheilvolle Gewaltverstrickung

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
gewalttätiges Amerika Folge 34 in kobinet Storytelling
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) Eine sehr launisch melancholische, treffend „Abgesang“ übertitelte vierte und letzte Folge meiner Amerika-Tetralogie, geschrieben in den trüben Novembertagen 2024 unmittelbar vor den Präsidentschaftswahlen. Im Fokus dieser abschießenden Folge, wie sollte es anders sein nach Lage der Dinge, der geschichtlichen und nicht minder der gegenwärtigen: Gewalt. Gewalt und wie sehr sie dem US-amerikanischen Heilsprojekt seit Anbeginn eingeschrieben ist und wie ein mythischer Fluch auf seiner Geschichte und Gegenwart lastet. Gewalt in all ihren Formen, tödliche Gewalt nicht zuletzt, ausgeübt auf exzessive Weise, beginnend mit dem Genozid an den amerikanischen Ureinwohnern. Die unverholen gewaltsame, obsessiv gewalttätige Geburt einer Nation, deren bleibende, sich über die Zeitläufte fortzeugende gewaltaffine Grundmatrix der unlängst verstorbene amerikanische Romancier Paul Auster sich nicht gescheut hat, mit der Bezeichnung „Bloodbath Nation“ zu versehen, „Blutbad-Nation“.

Im Aufzug mit Jürgen Linnemann und Soraia Da Costa Batista zur Klage für den Mindestlohn in Werkstätten

Cover des Im Aufzug Podcast mit Soraia Da Costa Batista und Jürgen Linnemann
Cover des Im Aufzug Podcast mit Soraia Da Costa Batista und Jürgen Linnemann
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) In der Podcast-Reihe „Im Aufzug“ sprach Raul Krauthausen vor kurzem mit Soraia Da Costa Batista und Jürgen Linnemann. „Zwei Menschen, die das deutsche Rechtssystem gerade ordentlich durchschütteln: Soraia ist Juristin bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte, Jürgen arbeitet seit fast 40 Jahren in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Gemeinsam ziehen sie gerade vor Gericht – mit dem Ziel, bis vor das Bundesverfassungsgericht zu kommen und dort den gesetzlichen Mindestlohn für Werkstattbeschäftigte einzuklagen. Wir sprechen über den echten Alltag hinter den Werkstatttüren und warum das ableistische Bild der ‚Bastelstube‘ nie zu traf– denn dort wird heute hochprofessionelle Arbeit geleistet, die im Schnitt aber mit gerade einmal 233 Euro im Monat abgespeist wird. Kennengelernt haben wir uns alle über Jan Böhmermann und das ZDF Magazin Royale: Die haben ihre Actionfigur Grundi in einer Werkstatt fertigen lassen. Darüber sind wir mit den Sozialhelden ins Gespräch gekommen, haben gemeinsam eine Sendung zum Thema gemacht – und jetzt steht eine Klage, mit dem Potential wirklich was zu bewirken. Aufzugtür auf für Soraia Da Costa Batista und Jürgen Linnemann“, heißt es in der Ankündigung des Podcast.

Welche Gelingensfaktoren führen dazu, dass Kommunen die UN-Behindertenkonvention umsetzen?

Bild zum Fernsterblick NRW Interview
Bild zum Fernsterblick NRW Interview
Foto: KSL.NRW

Gelsenkirchen (kobinet) Das Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben KSL.NRW hat zwei neue Expert*innen an Bord: Malin Butschkau und Lena Bertelmann arbeiten seit 2026 für die KSL.NRW. Malin Butschkau unterstützt das Team des KSL.Detmold und Lena Bertelmann das KSL.Arnsberg. Beide haben jüngst ihre Promotion abgeschlossen, beide eint ihr vorangegangener Arbeitgeber – das Zentrum für Planung und Entwicklung Sozialer Dienste. Sie haben dort zuletzt an dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt „UN-Behindertenrechtskonvention in den Kommunen“ mitgearbeitet. Zusammen mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte, das die rechtliche Perspektive eingebracht und sich den Ergebnistransfer auf die Fahnen geschrieben hat, haben sie zwischen 2022 und 2025 deutschlandweit Planungsaktivitäten auf kommunaler Ebene untersucht und Gelingensbedingungen für erfolgreiche Planungen und Herausforderungen identifiziert. Im Interview im Rahmen des Fensterblick-Expert*innen-Blogs der KSL.NRW sprechen die sie u.a. über Gelingensfaktoren zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Kommunen.

Therapieplan für ein krankes Amerika, ganz schön optimistisch!

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
„krankes Amerika“ Folge 3 in kobinet Storytelling
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) Folge 3 in kobinet-Storytelling

Und ehrgeizig. Und von heute aus rückblickend auf den inzwischen chronifizierten Kankheitszustand ziemlich illusionär. Zu glauben, ein am schnöden Eigentumsegoismus seiner Besitzbürger, an deren Profitgier und rücksichtsloser Naturbemächtigung, an demokratischer Auszehrung öffentlicher Institutionen und Umschlagen der Demokratie in Plutokratie, an imperialer Hybris und nicht zuletzt am religiösen Sendungswahn seiner Siedlerkolonisatoren der fundmentalistischen Pilgerväter und ihrer heutigen Nachfolger erkranktes Amerika therapieren zu können mittels Bürgerrechtsbewegung und Gegenkultur, Basisdemokratie plus fernöstlicher Weisheit oder Meditationspraxis. Einen ressourcenverbrauchenden und selbstzerstörerischen Konsumrausch mit „simplify your life“ und „small ist beautiful“ zu kurieren; den egogesellschaftlichen Krieg aller gegen alle durch „love and peace“, durch „awareness“ pazifizieren. Dieser therapeutische Optimismus und die mit ihm einhergehenden politischen Hoffnungen sind nicht in Erfüllung gegangen, konnten in ihrer Überschwänglichkeit vielleicht auch nur enttäuscht werden.

IGEL-Podcast: Mitreden – Soziale Selbstverwaltung ist auch Teilhabe

Cover des IGEL-Podcast zum Thema Mitreden
Cover des IGEL-Podcast zum Thema Mitreden
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „MITREDEN – Soziale Selbstverwaltung ist auch Teilhabe“, so lautet der Titel der 26 Minuten langen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), die vor kurzem veröffentlicht wurde. „Inklusion bedeutet nicht nur Barrierefreiheit im Alltag – sie bedeutet auch Mitbestimmung dort, wo wichtige Entscheidungen getroffen werden. Doch wer weiß eigentlich, dass Versicherte selbst Einfluss auf die Arbeit ihrer Krankenkassen nehmen können? Genau dieser spannenden Frage geht der Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, in dieser Episode nach. Gemeinsam mit seiner Gästin Anke Fritz öffnet er die Tür zu einem Bereich, der für viele ein unbekanntes Kapitel ist: der sozialen Selbstverwaltung.

Nancy Frinds Rückblick auf die Inklusionstage 2026 in Berlin

Nancy Frind
Nancy Frind
Foto: privat

Berlin (kobinet) Am 6. und 7. Juli 2026 fanden die Inklusionstage in Berlin statt. Für Nancy Frind, die sich u.a. für die Nutzung des Budget für Arbeit als Alternative zur Werkstatt für behinderte Menschen und die Rechte behinderter Frauen stark macht, waren es zwei bereichernde, inspirierende und impulsreiche Tage. Um an der Veranstaltung teilnehmen und ihrem ehrenamtlichen Engagement nachgehen zu können, hat sie bewusst Urlaub genommen. Vor Ort war ich gleich in mehreren Rollen vertreten: als Vertreterin des Landesverbandes Frauen mit Behinderung in Thüringen (LaFit) sowie als Mitwirkende im Projekt Budgetkompetenz, wie es im Rückblick auf die Inklusionstage von Nancy Frind heißt, den die kobinet-nachrichten im Folgenden veröffentlichen.

Droht die Rückkehr der alten Einkommens- und Vermögensanrechnung? Warum jetzt Wachsamkeit gefragt ist

Logo Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz
Logo Nitsa 287×121
Foto: NITSA e. V.

Ulm (kobinet) Droht die Rückkehr zur alten Einkommens- und Vermögensanrechnung und warum jetzt Wachsamkeit gefragt ist? Darüber sprach kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit Harry Hieb, Vorstandsmitglied im Netzwerk für Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Assistenz (NITSA) sowie Sprecher für Fragen der Einkommens- und Vermögensanrechnung bei der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). Denn auch das Thema der Anrechnung des Einkommens und Vermögens bei Leistungen der Eingliederungshilfe und Assistenz wird bei der derzeitigen Diskussion um Einsparungen nicht ausgenommen, wie im Interview mit Harry Hieb, der selbst Persönliche Assistenz nutzt, deutlich wird.

Sensationelle Top-Nachricht: BILD-Zeitung und kobinet-Nachrichten einer Meinung!

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Staufen (kobinet) Die Redakteure Weis (für die kobinet-Nachrichten) und Kachelmann (für BILD) kommen zum selben Urteil: Ein „Scheißsommer“, so Meteorologe Kachelmann und „kriminelle Temperaturen“,(Willis Blick vom 1.Juli), bringen auf den Punkt, wofür einem im ersten Moment die Worte fehlen. Und lustig ist an dieser neuen BILD-kobinet-Einigkeit in puncto aktueller Klima-und Wetterkatastrophen-Diagnose gar nichts! Denn das Geschehen ist „tödlich“, für Menschen, Pflanzen, Tiere, sagt Kachelmann und auch darin muss ich meinem Redaktionskollegen bei der BILD-Zeitung leider zustimmen.

IGEL-Podcast: Die Kraft der Teilhabe steckt in deiner Hand

Cover des IGEL-Podcast zur Kraft in der Hand
Cover des IGEL-Podcast zur Kraft in der Hand
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Die Kraft der Teilhabe steckt in deiner Hand“, so lautet die aktuelle Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Dabei spricht der Macher des IGEL-Podcast Sascha Lang mit Konstanze Hager, Gründerin und Geschäftsführerin von Exxomove, einem Unternehmen, das intelligente Assistenzsysteme entwickelt, die den Alltag von Menschen mit neurologischen oder körperlichen Einschränkungen nachhaltig verbessern sollen.

Erste Folge des Inklusical Podcast veröffentlicht

Cover des Inklusical-Podcast
Cover des Inklusical-Podcast
Foto: Inklusical-Podcast

Berlin (kobinet) Pünktlich zum Disability Pride Month ist die erste Folge des neuen Musical-Podcasts Inklusical erschienen. Laura Mench und Melanie Eilert sprechen darin über Aspekte von Inklusion und Barrierefreiheit im Kontext von Musical- und Theateraufführungen. In der neu erschienenen ersten Folge dreht sich alles rund um das Thema Ticketkauf. Alle Folgen können auf Zencastr sowie auf Spotify und Apple Podcasts angehört werden, heißt es in einer Presseinformation zum neuen Podcast.

Dreistigkeit siegt oft, aber nicht immer: Ein Hoch auf Belgien

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Am 6. Dezember 2025 hatte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul angesichts der Buckelei von FIFA-Chef Gianni Infantino vor Donald Trump bei der Gruppenauslosung für die Fußballweltmeisterschaft der Männer mit der Verleihung des vor kurzem extra geschaffenen Friedenspreis des Fußball-Weltverbands FIFA an den US-Präsidenten verkündet: #NichtmeineWM. Auch wenn der ausgewiesene Fußball-Fan zwischenzeitlich etwas haderte, angesichts der zum Teil sehr spannenden WM-Spiele, seinen sicherlich nicht weltbewegenden, aber sich selbst verordneten, Nicht-Fußball-Schauen-Boykott aufrechtzuerhalten, sieht er sich nun gestärkt, diesen Boykott bis zum Ende durchzuziehen. Heute freut er sich aber erst einmal, dass die schamlose Dreistigkeit von Donald Trump und ähnlich gestrickter Menschen nicht immer zum Sieg führt. Der Rücknahme der Spielsperre für den US-amerikanischen Stürmer, die maßgeblich durch die Intervention von Donald Trump und das unsägliche Wirken des FIFA-Chefs Gianni Infantino bestimmt sein dürfte, setzte Belgien mit einem klaren 4:1 gegen die USA ein Ende. In seinem Kommentar freut sich Ottmar Miles-Paul, dass das von Donald Trump 2016 als schöne Stadt bezeichnete Belgien der von ihm unaufhörlich als größte und stärkste Winner-Nation gepriesenen USA das WM-Aus beschert hat.

Der Schriftsteller Henri Hirt macht sein Ding und ist damit erfolgreich

Henri Hirt mit Michelmütze
Henri Hirt mit Michelmütze
Foto: Henri Hirt

Walldorf (kobinet) Henri Hirt aus Walldorf konnte vor gut zwei Jahren seinen Traum verwirklichen und ein Buch mit dem Titel „Herz ist eine Sprache, die wir verstehen“ veröffentlichen. Vor kurzem hat er mit der Veröffentlichung seines zweiten Buchs mit dem Titel „Schreiben ist ein gutes Gefühl“ mit Gedichten, Gedanken und Geschichten nachgelegt. Wie es dazu kam und warum Henri Hirt wie Udo sein Ding macht, darum geht’s im Interview von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Schriftsteller.

Mein geliebtes Amerika, worin es bestand und was sein Untergang bedeutet

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
„Geliebtes Amerika“ Folge 2 in kobinet Storytelling
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) Diese Folge (Folge 1 erschien am 26.06.2026) beginnt mit einem Rückblick auf das „making off“, das Werden jenes Amerikas, dem ich in meiner Kindheit (den 1950er und frühen 1960er Jahren) begegnete und das ich von da an lieben sollte. Nach einem historischen Datum oder Ereignis gefragt, das für so etwas wie die Geburtsstunde meines „geliebten Amerikas“ stehen könnte, wäre meine Antwort: Zum einen in gesellschaftlicher Hinsicht die Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt mit dem Wirtschafts- und Sozialprogramm des „New Deal“. Zum anderen politisch der Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Aus dieser Periode datieren die USA als jenes gesellschaftliche Fortschrittsmodell, das insbesondere für die junge Generation im Nachkriegsdeutschland eine außerordentliche Anziehungskraft besaß. Sie verkörperten das Land der „Freien und Gleichen“, in dem ein exemplarisch geführter Kampf für Bürgerrechte möglich war. Das wirtschaftliche Prosperität und Massenwohlstand bot. Dessen liberale Kultur und freiheitlicher Lebensstil die weltweit ausstrahlende Jugend- und Popkultur der 1960er. Und nicht zuletzt das Amerika eines Demokratieversprechens, das nicht von vornherein oder zur Gänze ideologieverdächtig erschien.

Neue Norm Podcast zu Werkstätten für behinderte Menschen

Logo: Die Neue Norm
Die Neue Norm
Foto: BR

München (kobinet) In der aktuellen Ausgabe Nummer 76 des Podcast Die Neue Norm geht es um das Thema Werkstätten für behinderte Menschen. In der Ankündigung des knapp einstündigen Podcasts heißt es u.a.: „In dieser Folge unseres Bayern 2 Podcasts sprechen Jonas Karpa, Karina Sturm und Raúl Krauthausen über Werkstätten für behinderte Menschen – und darüber, warum dieses System dringend grundlegend verändert werden muss. Zu Gast ist Wolfgang Raczkowsky, ein Kollege bei den Sozialheld*innen, der über 30 Jahre in einer Werkstatt gearbeitet hat und erzählt, wie er dorthin kam, welche Arbeit er dort gemacht hat, wie wenig Geld er verdiente und warum er während der Corona-Zeit schließlich kündigte.“

Wir müssen unsere Selbstbestimmung verteidigen

Porträt von Raul Krauthausen
Zeitzeuge Raul Krauthausen
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) „‚Pooling‘ hört sich ja erst mal erfrischend an in diesen heißen Tagen. Pooling ist aber keine coole, neue Idee gegen die Folgen des Klimawandels. Es ist eine beschissene, neue Idee im Sinne des brutalen Spardiktats von Merz und Co. Konkret geht es um die Zwangsvergemeinschaftung von Assistenzleistungen, wie z. B. der Schul- oder Studienassistenz. Das Pooling kann etwa so aussehen, dass eine Schulbegleiterin nicht nur eins, sondern mehrere Kinder gleichzeitig betreuen soll. Die 1:1-Assistenz wird zur Ausnahme. Ob sie gewährt wird, entscheidet das Amt. ‚Das ist keine Reform – sondern die Rückabwicklung des Bundesteilhabegesetzes und Entmündigung per Gesetz‘, stellt die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben (ISL) fest. Dem möchte ich noch entschieden hinzufügen: Wir müssen unsere Selbstbestimmung verteidigen – jetzt! Und ja, wir bleiben dran“, so bringt Raul Krauthausen die aktuelle Diskussion in Sachen Poolen von Assistenzleistungen im Zusammenhang mit den Vorschlägen aus dem Treffen des Bundeskanzlers mit den Ministerpräsident*innen vom 25. Juni 2026 in seinem neuesten Newsletter auf den Punkt.

Empörung über gefährliche Barrieren auf Gehwegen – Staat schließt Menschen mit Einschränkungen vom öffentlichen Leben aus

Ralf Rohmann hält empört mit beiden Händen seinen Kopf. Vor ihm liegt ein umgefallener Roller, auf dem ein Blindenstock liegt.
Ralf Rohmann hält empört mit beiden Händen seinen Kopf. Vor ihm liegt ein umgefallener Roller, auf dem ein Blindenstock liegt.
Foto: privat

Berlin (kobinet) Der blinde Inklusionsaktivist Ralf Rohmann aus Berlin ist empört über die gefährlichen Barrieren auf Gehwegen, wie beispielsweise herumstehende und herumliegende E-Roller. Im Interview mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten schildert er die gegenwärtige Situation und macht u.a. seinem Ärger Luft, dass der Staat durch die Duldung dieser Barrieren Menschen mit visuellen, motorischen und anderen Einschränkungen vom öffentlichen Leben ausschließt.

IGEL Monatsrückblick: Alarmstufe Inklusion – Wer unsere Teilhabe gefährdet hinterlässt einen gesellschaftlichen Trümmerhaufen

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Juni 2026
Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Juni 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Alarmstufe Inklusion – Wer unsere Teilhabe gefährdet hinterlässt einen gesellschaftlichen Trümmerhaufen“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juni 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juni 2026 bestimmt haben. Dabei geht es u.a. um die Anhörung zum Behindertengleichstellungsgesetz im Bundestag und die Proteste drum herum, die Eingliederungshilfe und das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Interessant ist, dass dieses Mal die Künstliche Intelligenz die Fragen für das Interview erarbeitet hat.

25 Jahre SGB IX – Rückblick aus Frauensicht

Martina Puschke
Martina Puschke 2022
Foto: Weibernetz

Kassel (kobinet) Genau heute vor 25 Jahren, am 1. Juli 2001, trat das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) in Kraft. Martina Puschke von der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz erinnert sich an die Erstellung des Gesetzes damals. Und sie erinnert in ihrem Kommentar für die kobinet-nachrichten an den damaligen Gesetzgebungsprozess und dessen Bedeutung für heute.

Kriminelle Temperaturen: Summertime good bye for ever!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
in Schockstarre quasi
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Good bye „Summertime and the living is easy“. Vorbei ist es mit der sommerlichen Unbeschwertheit. Und nicht nur einen Sommer lang, sondern für alle Zeit! Für einen erdgeschichtlichen Äon, ein Erdzeitalter lang. Kein kosmisches Verhängnis und auch kein göttliches Strafgericht, nein, menschengemacht!

Behindertenfeindliche Sparpolitik der Bundesregierung empört zunehmend auch Menschen im Nichtbehinderten-Journalismus

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Staufen (kobinet) Um sich darüber zu empören und es politisch und moralisch vollkommen inakzeptabel zu finden, wie die derzeitige Regierungspolitik, die für Rüstung und Kriegstüchtigkeit an dreistelligen Milliardensummen locker macht …

Liebeserklärung an „mein Amerika“, das nach 250 Jahren untergeht

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Erinnerunges eines erblindeten
Amerikaliebhabers in kobinet „Storytelling“
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) Den reichen Onkel in Amerika gab es in unserer Familie nicht. Bloß eine Taufpatin, die schon bald nach meiner Taufe frisch vermählt mit ihrem amerikanischen Mann, einem Angehörigen der Besatzungsstreitkräfte und mithin eine damals nicht gern gesehene und im Grunde missbilligte Verbindung, in „die Staaten“ übersiedelte. Sie war eine Cousine meines Vaters, hieß Ilse und zu Gesicht bekam ich von ihr nur, was meine Eltern mir an Geburtstagen oder zu Weihnachten in Geschenkpapier gewickelt mit den Worten „und das ist noch von Ilse“ aushändigte. Meine Schwester hat Ilse später einmal in den USA, ihrem Haus in Alaska besucht und mir ihre leibhafte Existenz bestätigt. – Dass sich mit diesen beiden kargen Daten (zwar kein reicher Onkel in Amerika, aber immerhin eine von dort gelegentlich Kinderspielzeug schickende Patentante) keineswegs meine nachgeburtlichen frühkindlichen Bezüge zu Amerika erschöpfen, damit beginnt meine nun folgende „Liebeserklärung an Amerika“ (die auf kobinet erstmals im Sommer vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2024 zu lesen war).

Zwischen Verwaltung, Dunkeltraining und Perspektivenwechsel: Praktikum an der Hochschule der Polizei

Seitentür eines Autos mit der Aufschrift Polizei
Polizei im Einsatz
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Wittlich-Wengerohr (kobinet) „Zwischen Verwaltung, Dunkeltraining und Perspektivenwechsel: Mein Praktikum an der Hochschule der Polizei“, so hat der 17jährige, von Geburt an erblindete, Jeremy Retterbush seinen Bericht über ein zweiwöchiges Praktikum an der rehinland-pfälzischen Hochschule der Polizei getitelt. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten seinen Bericht verbunden mit der Hoffnung, dass mehr behinderte Menschen solche Chancen bekommen, die Berufspraxis und -ausbildung in verschiedenen Bereichen kennenzulernen.