Menu Close

62 Jahre Aktion Mensch – Das Inklusionsspektakel

roter Schriftzug
roter Schriftzug „aktionismus Mensch“
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet)

Herzlichen Glückwunsch! Aktion Mensch feiert ihren 62. Geburtstag. Über 5,4 Milliarden Euro wurden seit der Gründung 1964 in soziale Projekte investiert. Eine beeindruckende Summe. Dazu unzählige Kampagnen, Aktionstage, Modellprojekte, Studien und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen. Es wurde gefördert, gefeiert, geworben und aufgeklärt. Die Erfolgsgeschichte ist geschrieben, das Publikum darf applaudieren.

Nur eine Kleinigkeit fehlt: die Bilanz der nachhaltigen gesellschaftlichen Veränderungen.

Nicht die Zahl der Projekte, nicht die Höhe der Fördersummen, sondern die Frage, was von alledem dauerhaft geblieben ist. Welche aussondernden Strukturen wurden abgeschafft? Welche regulären gesellschaftlichen Strukturen so verändert, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich dazugehören? Wie viele der geförderten Sonderangebote sind inzwischen überflüssig geworden?

Menschenrechte brauchen gesellschaftliche Aufmerksamkeit: Unsichtbarkeit schützt nicht vor Gewalt

Cover der Blogreihe Fensterblick NRW
261006_Fensterblick_NRW
Foto: KSL.NRW

Gelsenkirchen (kobinet)

„Menschenrechte brauchen gesellschaftliche Aufmerksamkeit: Unsichtbarkeit schützt nicht vor Gewalt. Sie schützt nur davor, sie wahrnehmen zu müssen. Es muss ein breites gesellschaftliches Bewusstsein für die besondere Bedrohungslage von Menschen mit Behinderungen durch rechte Kräfte geschaffen werden.“ So heißt es in einem Blogbeitrag mit einer Stellungnahme von M. Butschkau L. Bertelmann, M. Zebrowski, A.Wohlfahrt und M. Seger von der Koordinierungsstelle des Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben NRW in der Reihe Fensterblick NRW.

Link zum Beitrag

Willis Empfehlung nach dem Wahlaufreger: Affektiv abrüsten! Feindseligkeit und Hassgefühlen keine Nahrung geben!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

„Lasst uns jetzt über unsere Ängste gemeinsam miteinander reden“, diesem jetzt auch in der Behinderten-Community geäußerten Bedürfnis kann ich nur zustimmen! Genau so hätte ich es mir auch bei den Ängsten während der extremen Hitzetage- und wochen gewünscht.

Von dieser Krankheit wird man blind

Jennifer Sonntag
Sonntag_Jennifer_2026
Foto: Jennifer Sonntag

Halle (kobinet)

„Ich seh noch alles vor mir, hör wie der Arzt mir sagte, ‚von dieser Krankheit wird man blind.“ So beginnt der Song von Danger Dan mit dem Titel „Dass es hier so schön ist“. Dieser Song hat Jennifer Sonntag nicht nur daran erinnert, wie es bei ihr war, als sie diese Botschaft in ihrer Jugend bekam. Auf Facebook hat sie ermuntert durch den Song von Danger Dan einen kleinen Einblick ihrer Geschichte von der Nachricht über die bevorstehende Erblindung, ihre Zeit als Punkerin bis hin zu ihrem Wirken als Sozialpädagogin, Journalistin und in Sachen Empowerment gegeben. Dank der Zustimmung von Jennifer Sonntag veröffentlichen die kobinet-nachrichten im Folgenden den Beitrag von Jennifer Sonntag.

Under Pressure: Viel Gegenwind – noch mehr Gegenstimmen

Cover des IGEL-Podcast mit dem Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im September 2026
261001_349_Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„Under Pressure: Viel Gegenwind – noch mehr Gegenstimmen“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im September 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt der Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im September 2026 bestimmt haben. Im Fokus steht in dieser Episode des IGEL-Podcast u. a. die voraussichtlich anstehende Reform der Eingliederungshilfe, die Deutsche Bahn und Fragen der beruflichen Inklusion.

5 Jahre Gute Nachrichten zur Inklusion – was alles möglich ist, wenn man den Blick verändert

Cover des IGEL-Podcast zu 5 Jahre gute Nachrichten zur Inklusion
260930_5Jahre_Gute_Nachrichten
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„5 Jahre ‚Gute Nachrichten zur Inklusion‘ – was alles möglich ist, wenn man den Blick verändert“, so hat Sascha Lang die neueste Ausgabe des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) getitelt. In dieser Ausgabe spricht Sascha Lang mit Ottmar Miles-Paul, der das vom NETZWERK ARTIKEL 3 betriebene und von der Aktion Mensch geförderte Projekt Gute Nachrichten zur Inklusion fünf Jahre lang geleitet hat. Heute am 30. September 2026 läuft die Förderung des Projektes aus, doch wie dem Podcast zu entnehmen ist, werden gute Nachrichten zur Inklusion auch weiterhin nötig sein und sicherlich auch auf dem einen oder anderen Wege verbreitet werden.

IGEL-Podcast: Noah macht sein Ding – und sein Vater Steven macht anderen Mut

Cover des IGEL-Podcast mit dem Titel Noah macht sein Ding
260927_347_Hingehoert_Steven_Baumgaertner
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet)

„Noah macht sein Ding – und sein Vater Steven macht anderen Mut“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Diese Ausgabe aus der IGEL-Podcast-Reihe „Hingehört – Menschen erzählen Teilhabe“ berichtet Steven Baumgaertner vom Weg mit seinem Sohn Noah, der Suche nach Antworten und davon, warum Scham der Teilhabe im Weg stehen kann. „Noah macht sein Ding. Und sein Vater Steven erzählt, was es braucht, damit er seinen Weg gehen kann“, heißt es in der Ankündigung des IGEL-Podcast.

Verantwortung und Inklusion

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

Prof. Dr. Stefan Godehardt-Bestmann, Professor für Soziale Arbeit (Fernstudium) an der Internationalen Hochschule und Mitgründer des Privaten Instituts für soziale Transformation war ein zentraler Redner beim Dialogforum „Partizipation vor Ort: Teilhaben. Aushandeln. Verantwortung teilen“, das am 21. September 2026 von der Aktion Mensch in Dresden durchgeführt wurde. Dabei hat er u.a. für den von dem heute vor vier Jahren verstorbenen Klaus Dörner geprägten Begriff der „Teilgabe“ gesprochen und daran erinnert. Auf YouTube hat Prof. Dr. Stefan Godehardt-Bestmann einen Vortrag mit dem Titel „Verantwortung und Inklusion: IU Experte klärt auf“, veröffentlicht, der einen guten Einblick in seine Thesen und sein Wirken gibt.

Link zum Vortrag auf YouTube

Haltung zeigen und Inklusion verteidigen: Ein Jahr Projekt Aktiv Teilhabe Gestalten

Mandy Müller
Müller_Mandy_2026
Foto: fab

Kassel (kobinet)

Vor einem Jahr – am 1. Oktober 2025 – hat Mandy Müller beim Kasseler Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) als Koordinatorin des Projektes „Aktiv Teilhabe gestalten“ angefangen. Seitdem geht es für sie um politische Selbstvertretung, Empowerment und die Frage, wie Menschen mit Behinderungen ihre eigenen Anliegen vor Ort selbst in die Hand nehmen können. Am 16. und 17. Oktober 2026 wird es für sie nun besonders spannend: Gemeinsam mit dem Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) organisiert Mandy Müller die Tagung „Nicht neutral! Haltung zeigen und Inklusion verteidigen„, für die Anmeldungen noch möglich sind. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hat Mandy Müller zum Einjährigen gefragt, was sie in diesem Jahr gelernt hat, was die Behindertenbewegung gerade braucht – und was sie noch vorhat.

Sonntag trifft IGEL: Starke Kinder, Starke Zukunft – wir sprechen zum Welttag der Kinder

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zu starken Kindern
260920_346_Sonntag
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet)

„Starke Kinder, Starke Zukunft – wir sprechen zum Welttag der Kinder“, so lautet der Titel der aktuellen Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) am 20. September 2026 ausgestrahlt wurde. Im monatlichen Sonntags trifft IGEL-Talk sprechen Jennifer Sonntag und Sascha Lang dieses Mal über „Starke Kinder, starke Zukunft“ – und was Stärke wirklich bedeutet. Jennifer Sonntag, die in Sachsen-Anhalt lebt, schildert in diesem Podcast aber auch sehr persönlich, welche Ängste die politische Entwicklung bei ihr auslösen und warum sie dennoch weiter für Vielfalt, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt eintritt.

Bei DanceAbility geht es um mehr als Tanz

Lucienne Mindermann mit einem Plakat
Lucienne Mindermann mit einem Plakat
Foto: privat

Trier (kobinet)

Je länger sich Lucienne Mindermann mit DanceAbility beschäftige, desto stärker merkt sie, dass es um mehr geht als um Tanz. Es geht für sie um die Frage, wie wir Angebote gestalten, wenn Menschen sehr unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen. Müssen sich einzelne Personen an bestehende Formen anpassen oder verändern wir die Form so, dass unterschiedliche Menschen von Anfang an darin vorkommen? Darüber und über ihre Erfahrungen mit der neu begonnenen Ausbildung zum DanceAbility Teacher berichtet Lucienne Mindermann in ihrem Beitrag für die kobinet-nachrichten.

Willis Besorgnis über KI-Zauberlehrlinge bestätigt sich!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Der aktuelle Alarmismus bezüglich einer sich der menschlichen Kontrolle entziehenden künstlichen Intelligenz mit maximal desaströsen Folgen befeuert schlimmste Befürchtungen!

Eisgrillen: Wir feiern Zukunftsplanung

Cover des IGEL-Podcast Lust auf Zukunftsplanung zum Eisgrillen
260913_345_Zukunftsplanung_Eisgrillen
Foto: IGEL-Media

Schorndorf / Hamburg (kobinet)

„Eisgrillen: Wir feiern Zukunftsplanung“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile 16. Ausgabe des Podcast zur Persönlichen Zukunftsplanung spricht Ellen Keune mit Céline Müller, Björn Abramsen, die von Anfang an und nunmehr seit rund 15 Jahre bei „Wunschwege“ Persönliche Zukunftsplanungen von Leben mit Behinderung in Hambburg mitmachen.

Der blaue Parkausweis darf nicht am Grundstücksschild enden

Christian Bayerlein mit seinem Elektrorollstuhl
Bayerlein_Christian_2026
Foto: Christian Bayerlein

Koblenz (kobinet)

Wer einen blauen EU-Parkausweis besitzt, darf auf vielen öffentlichen gebührenpflichtigen Parkplätzen kostenlos parken. Auf öffentlich zugänglichen Privatparkplätzen kann diese Parkerleichterung jedoch wirkungslos sein. Christian Bayerlein aus Koblenz hat deshalb eine Zahlungsaufforderung über 57 Euro erhalten. Er fordert in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten eine gesetzliche Schutzregel, bevor private Parkraumbewirtschaftung die staatlich gewährte Parkerleichterung immer weiter aushöhlt.

Sie können also doch

Im falschen Film?
Im falschen Film?
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet)

„Das gewisse Etwas“ ist die deutsche Neuverfilmung des französischen Kinoerfolgs „Was ist schon normal?“. Zwei Männer geraten auf der Flucht in eine betreute Reisegruppe von Menschen mit Behinderung und geben sich als Teilnehmer und Betreuer aus. Daraus entsteht eine Komödie.

Eine Komödie darf überzeichnen, typisieren und mit Klischees arbeiten. Sie darf albern, sentimental oder vollkommen überdreht sein. Von einer Komödie erwarte ich keinen gesellschaftspolitischen Bildungsauftrag. Nur wird „Das gewisse Etwas“ genau mit einem solchen Anspruch aufgeladen.

Ableismus – jenseits der Systeme III

Ableismus jenseits der Systeme
Ableismus jenseits der Systeme
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet)

Wenn das System wechselt und das Problem bleibt

Karsten Krampitz erzählt in seinem 2025 erschienenen Roman „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ von einem ungewöhnlichen Ort in der DDR. Junge Menschen mit schweren körperlichen Behinderungen wollen nicht dort leben, wo die gesellschaftliche Ordnung sie vorgesehen hat. Gemeinsam mit nichtbehinderten Unterstützern entsteht auf einem alten Pfarrhof im thüringischen Hartroda eine Kommune. Menschen mit Behinderung, Pfleger, Musiker, Aussteiger und andere Unangepasste leben dort miteinander und versuchen, ihre eigenen Vorstellungen von Freiheit und Abhängigkeit zu verwirklichen.

ZsL Sachsen: Nachgefragt beim Bürgerdialog mit Bärbel Bas

Vertreter*innen des ZsL Sachsen mit Bärbel Bas
260831_ZsL_Bas2
Foto: ZsL Sachsen

Dresden (kobinet)

Vertreter*innen des Zentrum selbstbestimmt Leben Sachsen (ZsL) waren am 31. August 2026 mit mehreren Aktiven beim Bürgerdialog mit Bundesarbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas. Dabei hatten sie die Gelegenheit, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales direkt zur Zukunft der Eingliederungshilfe, zum Pooling von Leistungen sowie zum Erhalt des Wunsch- und Wahlrechts zu befragen. Besonders die Frage nach einem möglichen faktischen Zwang zum Pooling erhielt nach Informationen des ZsL Sachsen großen Beifall aus dem Publikum. Auch die grundsätzliche Frage, ob die Rechte aus dem Bundesteilhabegesetz und die notwendigen Leistungen für ein selbstbestimmtes Leben erhalten bleiben, konnten die Aktiven ansprechen. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten einen Bericht des ZsL Sachsen zur Begegnung mit Bärbel Bas und den angesprochenen Themen.

Sommerloch und Politikverdrossenheit – Inklusion wartet nicht auf bessere Zeiten

Cover des IGEL-Monatsrückblicks auf Behindertenpolitik im August 2026
260901_344_monatsrueckblick_August_2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„Sommerloch und Politikverdrossenheit – Inklusion wartet nicht auf bessere Zeiten“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im August 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im August 2026 bestimmt haben. Im Fokus steht in dieser Episode des IGEL-Podcast u. a. der Gesetzentwurf für die Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe, das 20jährige Jubiläum des Inkrafttretens des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) und die Frage, ob die Behindertenbewegung kaum mehr für Verbesserungen streiten kann, sondern vorwiegend damit beschäftigt wird, Erreichtes zu verteidigen.

Sarah Schöllner liebt Sprache und macht derzeit verschiedene Praktika, um behinderte Menschen zu beraten

Sarah Schöllner
Schöllner_Sarah_2026
Foto: privat

Kassel (kobinet)

Sarah Schöllner hat Deutsche Literatur in Marburg studiert und vor kurzem ihren Masterabschluss gemacht. Sowohl während ihres Bachelor- als auch Masterstudiums hat sie unheimlich viel über Sprache und den Umgang mit ihr gelernt. Sie konnte ihr Feingefühl für sie, aber auch für diverse Themen und deren Komplexität verbessern. Dies berichtet Sarah Schöllner, die derzeit verschiedene Praktika, wie zum Beispiel im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen, macht im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.

Wenn der Minijob fällt, darf die persönliche Assistenz nicht mitfallen

Christian Bayerlein
Christian Bayerlein
Foto: BJOERN LUBETZKI

Koblenz (kobinet)

Die Alterssicherungskommission empfiehlt, den steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus von Minijobs abzuschaffen. Die Bundesregierung will die Empfehlungen möglichst weitgehend umsetzen. Was nach besserer sozialer Absicherung klingt, kann für Menschen mit Behinderungen im Arbeitgebermodell jedoch zur Finanzierungslücke werden. Christian Bayerlein aus Koblenz beschäftigt seine Assistenzkräfte selbst und fordert, persönliche Assistenz bereits bei der Ausarbeitung der Reform ausdrücklich zu schützen. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten seinen Kommentar:

Willis 40-Grad-Plus-Hitzesommer-Glosse: Schriftverkehr durch die Straße von Hormus weiterhin verzerrt!

Durchblick vs. Kurzsicht
Durchblick vs. Kurzsicht
Foto: Ralph Milewski

Staufen (kobinet)

Die Hoodies vom Verfassungsschutz haben heute früh das Kobi-Netz gehackt und dessen federführende KI-Autorenassistenten auf verfassungsfeindliche Schadsoftware hin durchsucht. Und fanden keine. Das Mindset des KI-Assistenten muss nicht ausgetauscht werden. – Anders könnte es sich beim selbsternannten Durchblicker-Kolumnisten Weis verhalten, vermutlich ebenfalls im Visier der Verfassungsschützer. Bislang haben ihn die gesichert verfassungskonformen Redaktionskollegen durch konsequente Dialogverweigerung und Debattenblockade noch erfolgreich einhegen können. Allerdings wie lange noch. Wenn so was total Verrücktes wie heute früh passiert und Kolumnist Weis als einziger darüber berichtet, dann stürzen sich alle auf die kobinet-Nachrichten und können gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Ableismus jenseits der Systeme II

Ableismus jenseits der Systeme
Ableismus jenseits der Systeme
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet)

Warum ist unser Menschenbild so, wie es ist?

In meinem Essay „Ableismus jenseits der Systeme“ bin ich der Frage nachgegangen, ob sich die fortdauernde Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung tatsächlich aus einem bestimmten politischen oder wirtschaftlichen System erklären lässt. Der historische Vergleich macht eine solche Erklärung schwierig. Menschen mit Behinderung wurden in kapitalistischen Gesellschaften separiert, aber ebenso im Realsozialismus. Sie wurden unter konservativen, sozialdemokratischen und sozialistischen Regierungen in Sonderstrukturen verwiesen. Rechte Ideologien haben ihre Abwertung bis zum Äußersten radikalisiert. Aber sie haben sie nicht erfunden.

Was Migräne für mich bedeutet – Retrospektive auf den gleichnamigen Text von vor drei Jahren

Maximiliane Bogner
260826_Maximiliane_Bogner
Foto: Maximiliane Bogner

Berlin (kobinet)

Maximiliane Bogner hat seit Jahren Migräne. Dies sieht man ihr nicht an und es ist nicht immer einfach, Verständnis von den Menschen im Umfeld zu erhalten. Deswegen hat sie einen Text geschrieben, der ihre Erfahrungen und ihr Erleben für ihr Umfeld zusammenfasst und im November 2023 in den kobinet-nachrichten veröffentlicht wurde. Die kobinet-nachrichten veröffentlichen nun dank der Vermittlung von Emine Kalali von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) einen Nachfolgetext mit dem Titel „Was Migräne für mich bedeutet – Retrospektive auf den gleichnamigen Text von vor drei Jahren“ von Maximiliane Bogner, um mehr Aufmerksamkeit für nicht sichtbare Behinderungen und chronische Erkrankungen zu schaffen.

Der gute Tod und die gute Aufbewahrung

Schwarz-Weiß-Bild eines monumentalen Einfahrtstores mit der Aufschrift „WORLD OF INCLUSION – THE MOST SECLUDED PLACE ON EARTH“ über einer leeren Straße.
World of inclusion
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet)

Jennifer Sonntags Kolumne „Sie wünschen uns wieder den guten Tod“ hat mich beschäftigt. Nicht, weil ich ihrer Warnung vor rechter Behindertenfeindlichkeit widersprechen würde. Im Gegenteil. Wer Menschen mit Behinderung nationalsozialistische Vernichtung nachruft, wer „Euthanasie ist die Lösung“ auf einen Stein schreibt und ihn auf eine Einrichtung der Lebenshilfe wirft oder wieder mit Begriffen wie Eugenik hantiert, überschreitet Grenzen, die eine demokratische Gesellschaft niemals hinnehmen darf.

FlixBus lässt Fahrgast mit Behinderung um 5.50 Uhr in Bozen Süd zurück

Gefaltetes Fahrrad
260821_Fahrrad_gefaltet
Foto: Mirko Gragnato

Bozen (kobinet)

Wer eine Reise tut, kann viel erleben. Das gilt zuweilen besonders für diejenigen, die mit einer Behinderung, einem Hilfsmittel oder einfach nur umweltfreundlicher Reisen. „Intermodalität verweigert: FlixBus lässt einen Fahrgast mit Behinderung um 5.50 Uhr in Bozen Süd zurück“, so lautet ein Bericht, den die kobinet-nachrichten heute, am 21. August 2026, von Mirko Gragnato bekommen haben und den wir im Folgenden dokumentieren. Ihm wurde die Mitfahrt im FlixBus von Bozen aus verweigert, weil sein zusammengefaltetes Brompton-Faltrad nicht zur Mitnahme akzeptiert wurde.

Wenn nicht jetzt wann dann? Diskriminierungsschutz schnell verbessern

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet)

Vor 20 Jahren, am 18. August 2026, war der Behindertenrechtler Ottmar Miles-Paul in Berlin mit dabei als das Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) im Hof des Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefeiert wurde. Nach dem jahrelangen Engagement vieler zivilgesellschaftlicher Gruppen und vor allem auch der Behindertenbewegung war den Aktiven und Ottmar Miles-Paul damals klar, dass das neue Gesetz zwar ein wichtiger Zwischenerfolg, aber längst nicht das Ende der Fahnenstange in Sachen Diskriminierungsschutz in Deutschland, ist. Heute, 20 Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes, fragt sich Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar für die kobinet-nachrichten vor allem angesichts der anstehenden Landtagswahlen mit enorm hohen Umfragewerten für die AfD und dem schwachen Gesetzentwurf der Bundesregierung für die längst überfällige Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz, wie lange die Bundestagsabgeordneten noch zögern wollen, um einen wirksameren Schutz vor Diskriminierungen in Deutschland zu schaffen.

Wie geht „ein wahrhaftiges Sprechen“ über das menschliche Leiden in der Hitzekatastrophe

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Quälend lange Wochen seit Beginn dieses Hitzekatastrophensommers mit Höchsttemperaturen um die 40 Grad hat es gebraucht, bis Stimmen aus der behindertenpolitischen Interessenvertretung etwas darüber haben verlauten lassen. Obgleich ihre „Klientel“, behinderte Menschen, zu den Hauptbetroffenen und Leidtragenden zählen. Und was nun endlich über die Ausmaße dieser Katastrophe und das menschliche Leiden von dort verlautet, sind oft genug auch bloße Verlautbarungen. Mit Daten und Fakten über mangelnden Hitzeschutz insbesondere für vulnerable Gruppen sowie Hinweise auf entsprechende „Stellschrauben“, mittels derer „Sofortmaßnahmen“ in Sachen Hitzeschutz auf den Weg gebracht werden müssten. Ein nüchtern objektiver Berichterstattungsduktus der die Drastik der katastrophischen Ereignisse und deren menschliche Leidensdramatik nicht annähernd wiedergibt und damit auch ihrem Wahrheitsanspruch letztlich nicht gerecht wird. Die Dimension der Tragödie kommt so gut wie nicht zum Ausdruck.

IGEL-Podcast: Freiheit fängt mit Vertrauen an

Cover des IGEL-Podcast mit einer Homage an die Mutter von Sascha Lang
260812_343_Freiheit_Vertrauen
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet)

Die aktuelle Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) mit dem Titel „Freiheit fängt mit Vertrauen an“ ist eine Hommage an einen Herzensmenschen – die Mutter Marie-Josée des IGEL-Podcast-Machers Sascha Lang. In dieser sehr persönlichen Episode nimmt er Abschied von diesem Herzensmenschen und beschreibt, wie seine Mutter ihn nach seiner Erblindung unterstützt, aber nicht überbehütet hat, wie es in der Ankündigung des Podcast heißt.

Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird

Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg (kobinet)

„Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird.“ Davon ist der Journalist Franz-Josef Hanke aus Marburg überzeugt. In seinem Beitrag anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD mit hohen Umfragewerten ins Rennen geht, fragt er sich, was wir tun können, um der vielen behinderten Menschen angstmachenden Entwicklung entgegenzuwirken.

Willis Hörspiel-Klassiker, aktuelle Number One

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Willis Blick folgt hinter geschlossenen Lidern fasziniert einer alternativen Begegnung von Mensch und Natur.

Noch einmal Kraft für einen anstrengenden Herbst schöpfen

Sonnenuntergang auf Korsika
Sonnenuntergang auf Korsika
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet)

Auch wenn die Hitze der Hundstage derzeit Einigen kräftig zu schaffen macht und in dieser Woche noch in allen Bundesländern Schulferien sind bevor in der nächsten Woche zum Teil die Schule wieder losgeht, steht der Herbst schon fast vor der Tür. Ein Herbst, der nach Einschätzung von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in behindertenpolitischer Sicht äusserst anstrengend werden dürfte. Denn viele Gesetzesvorhaben sind im Bundestag schon fast entscheidungsreif, bzw. werden demnächst von der Bundesregierung auf den Weg gebracht. Daher empfiehlt der Behindertenrechtler trotz der anstrengenden Hitze noch einmal richtig Kraft zu schöpfen, damit die Behindertenbewegung bei den anstehenden Gesetzesvorhaben Flagge zeigen, das Schlimmste verhindern und vielleicht die eine oder andere Verbesserung erreichen kann.

Das Berliner Olympiastadion, die deutsche Eiche und das faschistische Bild vom gesunden Volk

Ausrufezeichen
Ausrufezeichen
Foto: ht

Berlin (kobinet)

Viktoria Przytulla hat am 2. August 2026 an einer Stadtführung im Berliner Olympiastadium teilgenommen. An dem Ort, an dem vor 90 Jahren, am 1. August 1936, die Olympiade im NS-Deutschland eröffnet wurde, stieß sie auf Nazisymbolik, die die Ideologie des „gesunden Volkskörpers“ heute immer noch verkörpert. In ihrem Bericht für die kobinet-nachrichten plädiert die Wissenschaftlerin dafür, dass die nächste Demonstration zum Protesttag für die Rechte von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai auf dem Gelände des Berliner Olympiageländes stattfinden sollte. Und dass wir dabei Zeichen hinterlassen, die diesen von Faschismus geprägten Ort nachhaltig verändern.

Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche „Norm“

Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg (kobinet)

„Am Boden: Von der unsichtbaren Wand und meinen Einwänden gegen manche ‚Norm'“, so hat der blinde Journalist Franz-Josef Hanke seinen Beitrag für die kobinet-nachrichten getitelt, in dem er auf seine Erfahrungen mit epileptischen Anfällen und dem zunehmenden Erblinden blickt. Vor allem schreibt er darüber, was es für ihn, der Stress reduzieren sollte, bedeutet, wenn er durch Barrieren, durch Ignoranz und mangelnden Respekt gegenüber seiner ganz individuellen Behinderung gestresst wird.

Ina Fischer: Mit Volldampf als Erlanger Stadträtin eingestiegen

fischer ina 2026
fischer ina 2026
Foto: Unbekannt

Erlangen (kobinet)

Am 8. März 2026 wurde Ina Fischer, die sich beim Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen u.a. für Inklusion und die Rechte behinderter Menschen einsetzt, bei den Kommunalwahlen in den Stadtrat von Erlangen gewählt. Wie sich die blinde Aktivistin für Inklusion auf diese neue Aufgabe vorbereitet hat, für welche Bereiche sie nun für ihre Fraktion zuständig ist und welche Tipps sie für andere behinderte Menschen hat, die sich auch politisch engagieren wollen, dazu führte kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul das folgende Interview mit Ina Fischer.

IGEL-Monatsrückblick: Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf Juli 2026
260801_342_Monatsrückblick_Juli
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet)

„Zwischen Pride, Politik und Perspektiven – Inklusion kennt keine Sommerpause“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juli 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juli 2026 bestimmt haben. Im Fokus steht in dieser Episode des IGEL-Podcast u. a. die überraschende Kabinettsumbildung der Bundesregierung und die damit verbundenen Veränderungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik.

„Keine Angst“ – ist militante „Gegenwehr“ als Antwort auf die Gewalt von „Faschos“ zielführend?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

„Keine Angst“, den Antifa-Rap des Comedian Danger Dan (gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit uraufgeführt) und kurzfristig von der ZDF-Intendanz aus der Sendung „Die Anstalt“ herausgenommen, gecancelt, gibt es jetzt (vorgestellt im Berliner Columbia Theater vor großen Publikum) auf Youtube. – Ich habe es mir angehört, die Beiträge auf der Veranstaltung und das Lied von Danger Dan am Ende haben mich aufgewühlt und mich zugleich innerlich gespalten und ratlos zurückgelassen. Wozu die zeitliche Nähe zum Anschlag auf den CSD noch beigetragen hat.

Juli ist Disability Pride Month: Wie stelle ich mir die Disability Pride Flag vor

Sharepic mit Jennifer Sonntag und der Disability Pride Flagge
260729_Pride_Month_Jenny
Foto: Jennifer Sonntag

Halle (kobinet)

Im Juli wird traditionell der Disability Pride Month begangen. Dabei zeigen behinderte Menschen Flagge für ihre Rechte, ihre Selbstbestimmung und mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft. In den USA wird im Juli seit vielen Jahren der Unterzeichnung des Americans with Disabilities Act vom 26. Juli 1990 als wichtiges Antidiskriminierungsgesetz für behinderte Menschen gedacht und für die Rechte behinderter Menschen demonstriert. Auch in Deutschland haben dieses Jahr eine Reihe von Aktionen im Zusammenhang mit dem Disability Pride Month stattgefunden. Jennifer Sonntag hat sich als blinde Journalistin Gedanken zum Disability Pride Month gemacht und dazu einen Beitrag auf Facebook veröffentlicht, der auch Bezug auf den Anschlag auf den CSD in Berlin nimmt und den die kobinet-nachrichten im Folgenden mit einem Dank an Jennifer Sonntag veröffentlichen.

Neue Studie zu Wohngeldkürzungen, die vor allem Menschen in Rente, Familien mit Kindern und Geringverdienende treffen

Logo Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband - Gesamtverband e. V.
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.
Foto: Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e. V.

Berlin (kobinet)

Die von der Bundesregierung geplanten Kürzungen beim Wohngeld würden vor allem Familien mit Kindern, Erwerbstätige mit niedrigen Einkommen und Rentner*innen mit kleinen Renten treffen. Das zeigt eine neue Kurzexpertise der Paritätischen Forschungsstelle. 70 Prozent der Bevölkerung im Wohngeld lebt in Haushalten mit Kindern. Nicht einmal vier Prozent der Wohngeld-Beziehenden sind arbeitslos. 22 Prozent sind hingegen erwerbstätig und 15 Prozent befinden sich im Ruhestand. Die größte Gruppe stellen mit 37,5 Prozent Kinder. Die geplanten Kürzungen beim Wohngeld treffen demzufolge vor allem Haushalte mit Kindern sowie Menschen mit niedrigen Erwerbseinkommen und bzw. niedrigen Renten.

Je hitzegefährdeter wir alle miteinander, desto gefühlskälter untereinander?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet)

Beinahe schon verzweifelt wünsche ich mir, mich zu täuschen, suche nach Anhaltspunkten, dass dem nicht so ist. Innerhalb der „Community“ und unter BehindertenaktivstInnen. Doch vernehme ich von da gerade kein Zeichen der Betroffenheit. Hallo Leute, rufe ich verzweifelt, sind denn unter euch nicht welche, denen es ähnlich geht wie mir? Die leiden „wie die Hunde“, verschmachten unter „kriminellen Temperaturen“, die für nicht wenige tatsächliche lebensbedrohlich sind. Ist wirklich niemand von euch ebenso wie ich geschockt durch das, was an Katastrophe und menschlichen Dramen sich hier abspielt und an womöglich „Schlimmerem“ uns erst bevorsteht?

Nur wenn wir gemeinsam an einem Tisch sitzen, können wir echte Veränderungen erreichen

Publikum beim Randgruppenkrawall 2026 in München
260718_Randgruppenkrawall_Publikum
Foto: Ella Don

München (kobinet)

Nach dem Protest ist vor dem Protest. Erst am 18. Juli 2026 fand in München der Randgruppekrawall statt. Unter dem Motto „Wir sind stolz und wir sind laut! Barrieren werden abgebaut!“ geht es am 24. Juli 2026 weiter. Der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München ruft für diesen Tag um 15:00 Uhr zu einer Demonstration am Odeonplatz für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf. Doch zuvor blickt Nancy Frind in einem Bericht für die kobinet-nachrichten auf die Veranstaltung zum Randgruppenkrawall am vergangenen Samstag, den 18. Juli 2026, in ihrem Bericht zurück. Für Nancy Frind ist klar: „nur wenn wir gemeinsam an einem Tisch sitzen, können wir echte Veränderungen erreichen.“