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Der Schriftsteller Henri Hirt macht sein Ding und ist damit erfolgreich

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Henri Hirt mit Michelmütze
Henri Hirt mit Michelmütze
Foto: Henri Hirt

Walldorf (kobinet) Henri Hirt aus Walldorf konnte vor gut zwei Jahren seinen Traum verwirklichen und ein Buch mit dem Titel "Herz ist eine Sprache, die wir verstehen" veröffentlichen. Vor kurzem hat er mit der Veröffentlichung seines zweiten Buchs mit dem Titel "Schreiben ist ein gutes Gefühl" mit Gedichten, Gedanken und Geschichten nachgelegt. Wie es dazu kam und warum Henri Hirt wie Udo sein Ding macht, darum geht's im Interview von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Schriftsteller.

kobinet-nachrichten: Sie haben es vor gut zwei Jahren geschafft, einen Ihrer Träume zu verwirklichen und ein erstes Buch mit dem Titel „Herz ist eine Sprache, die wir verstehen“ veröffentlicht. Wie kam es dazu und welche Erfahrungen haben Sie nach der Veröffentlichung des Buches gemacht?

Henri Hirt: Ich habe sehr viele Texte geschrieben. Daraus musste ein Buch werden. Das haben ganz viele Leute gesagt. Mein Brieffreund Gilbert und mein Verleger Peter haben mir geholfen. Und natürlich Mama und Papa. Und viele andere. Sie haben mir Mut gemacht. Alle fanden das Buch super. Ich habe viele Bücher verkauft und viele Lesungen gemacht. Das war der Anfang meiner Karriere.

kobinet-nachrichten: Es ist nicht beim ersten Buch geblieben und Sie haben nun nachgelegt. „Schreiben ist ein gutes Gefühl“ lautet der Titel Ihres zweiten Buches, das vor kurzem erschienen ist und Ihre Gedichte, Gedanken und Geschichten enthält. Wie kam es zum zweiten Buch und war es schwierig, dieses zu schreiben?

Henri Hirt: Nein, Schreiben ist nicht schwierig. Schreiben ist toll. Ich hatte schon viele, so viele Texte geschrieben. Dann haben die Leute wieder gefragt: Wann kommt denn dein 2. Buch? Jetzt ist es da.

kobinet-nachrichten: Haben Sie schon Reaktionen auf Ihr zweites Buch bekommen und wie waren die?

Henri Hirt: Oh ja, viele. Alle sind begeistert. Meine Karriere geht weiter.

kobinet-nachrichten: Als jemand, der im Jahr 2003 geboren wurde, sind Sie noch jung. Sie haben aber schon so manche Erfahrungen mit Inklusion gemacht, bzw. wie schwierig es sein kann, das Recht auf ein inklusives Leben durchzusetzen. Wie war Ihr bisheriger Lebensweg?

Henri Hirt: Schwierig? Manchmal und manchmal nicht. Ich war in der Grundschule und auf der Realschule. Ich habe ein FSJ gemacht und ein Jahr in einer Bücherei gearbeitet. Ich war nicht überall willkommen. Das war sehr doof. Ich arbeite gerne mit anderen zusammen. Ich will nicht irgendwo alleine in einem Raum oder Keller sitzen, weil keiner Lust auf mich hat. Jetzt habe ich einen Minijob in einem Büro. Ich bin auch Prüfer für Leichte Sprache mit Zertifikat. Da arbeite ich mit vielen netten Übersetzerinnen zusammen. Und ich bin Schriftsteller von Beruf, nicht als Hobby.

kobinet-nachrichten: Wie haben Sie das geschafft, was sich viele behinderte Menschen wünschen: nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen, sondern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten?

Henri Hirt: Meine Freunde und meine Schwester haben sich einen Beruf ausgesucht. Das habe ich auch gemacht: Ich bin Schriftsteller geworden. Meine Eltern sagen: Das ist total in Ordnung. Meine Freunde und meine Schwester verdienen mit ihrer Arbeit gut Geld. Das tue ich auch. Meine Eltern sagen: Deine Texte sind wertvoll, die gibt es nicht für umme. Über etwas anderes habe ich nie nachgedacht. Warum auch? Weil ich das Down-Syndrom habe? Das interessiert mich als Schrifsteller nicht. Ich bin, wie ich bin: Henri. Und, sorry, die Frage ist ein bisschen komisch: Ich habe nichts geschafft, ich habe es gemacht. Ich mach mein Ding. So wie Udo.

kobinet-nachrichten: Kommt nach dem zweiten Buch bald ein drittes? Das fragen sich bestimmt einige Ihrer Fans. Haben Sie schon weitere Pläne?

Henri Hirt: Klar. Ich schreibe immer weiter. Vielleicht schreibe ich ein Buch mit noch mehr Märchen. Oder ein Theaterstück. Ich schreibe, bis ich 90 bin. Dann sterbe ich als alter Schriftsteller.

kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?

Henri Hirt: 1. Ich möchte den Literatur-Nobelpreis bekommen. 2. Ich möchte ein Ehrengrab auf dem Melatenfriedhof in Köln bekommen.

kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Link zur Autorenseite von Henri Hirt bei LOVELYBOOKS

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 20. Juni 2026 und zu weiteren Infos zum zweiten Buch von Henri Hirt

Link zum Bericht der kobinet-nachrichten vom 10. Dezember 2024 und zu weiteren Infos zum ersten Buch von Henri Hirt

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