Walldorf (kobinet)
Henri Hirt kommt aus Walldorf.
Er hat das Down-Syndrom.
Menschen mit Down-Syndrom haben ein Chromosom mehr.
Das ist keine Krankheit.
Henri ist Schrift-Steller von Beruf.
Ein Schrift-Steller schreibt Bücher.
Er schreibt Gedichte, Gedanken und Geschichten.
Henri hat 2 Bücher geschrieben.
Das erste Buch heißt: Herz ist eine Sprache, die wir verstehen.
Das zweite Buch heißt: Schreiben ist ein gutes Gefühl.
Viele Menschen finden seine Bücher super.
Henri hat auch schon viele Lesungen gemacht.
Bei einer Lesung liest jemand laut vor.
Die anderen Menschen hören zu.
Bei einer Lesung liest Henri aus seinen Büchern vor.
Ein Redakteur hat Henri interviewt.
Ein Redakteur schreibt Texte für eine Zeitung.
Er sucht wichtige Themen.
Dann schreibt er darüber.
Ein Interview bedeutet: Jemand stellt Fragen.
Eine andere Person antwortet auf die Fragen.
Der Redakteur heißt Ottmar Miles-Paul.
Ottmar Miles-Paul arbeitet für kobinet-nachrichten.
Wie kam es zu deinem ersten Buch?
Ich hatte sehr viele Texte geschrieben.
Viele Leute sagten: Daraus muss ein Buch werden.
Mein Brief-Freund Gilbert hat mir geholfen.
Mein Verleger Peter hat mir auch geholfen.
Ein Verleger ist der Chef von einem Verlag.
Ein Verlag macht Bücher und bringt sie in die Läden.
Mama und Papa haben mir auch geholfen.
Alle fanden das Buch super.
Ich habe viele Bücher verkauft.
Das war der Anfang meiner Karriere.
Karriere bedeutet: Eine Person wird bei der Arbeit immer bekannter und erfolgreicher.
Henri wurde bekannter als Schrift-Steller.
Wie kam es zu deinem zweiten Buch?
Schreiben ist nicht schwierig.
Schreiben ist toll.
Ich hatte schon wieder viele Texte geschrieben.
Die Leute haben gefragt: Wann kommt dein 2. Buch?
Jetzt ist es da.
Wie waren die Reaktionen auf dein zweites Buch?
Reaktionen bedeutet: Viele Menschen sagen, was sie denken.
Sie sagen, ob ihnen etwas gefällt oder nicht.
Oh ja, viele Reaktionen.
Alle sind begeistert.
Meine Karriere geht weiter.
Wie war dein bisheriger Lebens-Weg?
Manchmal war es schwierig.
Manchmal nicht.
Ich war in der Grund-Schule und auf der Real-Schule.
Die Grund-Schule ist die erste Schule für Kinder.
Kinder gehen dort 4 Jahre lang hin.
Die Real-Schule ist eine Schule nach der Grund-Schule.
Kinder lernen dort bis zur 10. Klasse.
Ich habe ein FSJ gemacht.
FSJ bedeutet: Frei-Williges Soziales Jahr.
Junge Menschen helfen dabei für ein Jahr anderen Menschen.
Zum Beispiel in Schulen oder Krankenhäusern.
Ich habe ein Jahr in einer Bücherei gearbeitet.
Eine Bücherei ist ein Ort mit sehr vielen Büchern.
Dort kann man Bücher ausleihen.
Manche Menschen wollten nicht mit mir arbeiten.
Das hat mich traurig gemacht.
Ich arbeite gerne mit anderen zusammen.
Jetzt habe ich einen Mini-Job in einem Büro.
Ein Mini-Job ist eine kleine Stelle mit wenig Arbeits-Stunden.
Man verdient dabei wenig Geld pro Monat.
Ich bin auch Prüfer für Leichte Sprache.
Ein Prüfer für Leichte Sprache liest Texte genau durch.
Er prüft, ob Menschen mit Lese-Schwierigkeiten den Text gut verstehen.
Ich habe dafür ein Zertifikat.
Ein Zertifikat ist ein Papier.
Es zeigt: Diese Person hat etwas gelernt oder geschafft.
Da arbeite ich mit vielen netten Übersetzerinnen zusammen.
Wie hast du es geschafft, auf dem normalen Arbeits-Markt zu arbeiten?
Der Arbeits-Markt ist kein Ort.
Das Wort beschreibt, wie Menschen Arbeit suchen und finden.
Meine Freunde und meine Schwester haben sich einen Beruf ausgesucht.
Das habe ich auch gemacht.
Ich bin Schrift-Steller geworden.
Meine Eltern sagen: Das ist total in Ordnung.
Meine Texte sind wertvoll.
Dafür bekomme ich Geld.
Ich wollte immer Schrift-Steller sein.
Ich habe das Down-Syndrom.
Aber das interessiert mich als Schrift-Steller nicht.
Ich bin, wie ich bin: Henri.
Ich mache mein Ding.
Sein Ding machen bedeutet: Man macht das, was man selbst gut findet.
So wie Udo.
Udo Lindenberg ist ein bekannter Sänger.
Er macht immer sein eigenes Ding.
Kommt nach dem 2. Buch bald ein 3. Buch?
Klar.
Ich schreibe immer weiter.
Vielleicht schreibe ich ein Buch mit mehr Märchen.
Oder vielleicht ein Theater-Stück.
Ein Theater-Stück ist eine Geschichte.
Schauspieler spielen die Geschichte auf einer Bühne vor Publikum.
Ich schreibe, bis ich 90 Jahre alt bin.
Wenn du 2 Wünsche frei hättest, welche wären das?
1. Ich möchte den Literatur-Nobel-Preis bekommen.
Der Literatur-Nobel-Preis ist ein sehr wichtiger Preis.
Er wird an Schrift-Steller vergeben, die besonders gute Bücher geschrieben haben.
2. Ich möchte ein Ehren-Grab auf dem Melaten-Friedhof in Köln bekommen.
Ein Ehren-Grab ist ein besonderer Platz auf einem Friedhof.
Dort werden Menschen begraben, die etwas Wichtiges für andere getan haben.
Der Melaten-Friedhof ist ein bekannter Friedhof in Köln.
Viele berühmte Menschen sind dort begraben.

Foto: Henri Hirt
Walldorf (kobinet) Henri Hirt aus Walldorf konnte vor gut zwei Jahren seinen Traum verwirklichen und ein Buch mit dem Titel "Herz ist eine Sprache, die wir verstehen" veröffentlichen. Vor kurzem hat er mit der Veröffentlichung seines zweiten Buchs mit dem Titel "Schreiben ist ein gutes Gefühl" mit Gedichten, Gedanken und Geschichten nachgelegt. Wie es dazu kam und warum Henri Hirt wie Udo sein Ding macht, darum geht's im Interview von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Schriftsteller.
kobinet-nachrichten: Sie haben es vor gut zwei Jahren geschafft, einen Ihrer Träume zu verwirklichen und ein erstes Buch mit dem Titel „Herz ist eine Sprache, die wir verstehen“ veröffentlicht. Wie kam es dazu und welche Erfahrungen haben Sie nach der Veröffentlichung des Buches gemacht?
Henri Hirt: Ich habe sehr viele Texte geschrieben. Daraus musste ein Buch werden. Das haben ganz viele Leute gesagt. Mein Brieffreund Gilbert und mein Verleger Peter haben mir geholfen. Und natürlich Mama und Papa. Und viele andere. Sie haben mir Mut gemacht. Alle fanden das Buch super. Ich habe viele Bücher verkauft und viele Lesungen gemacht. Das war der Anfang meiner Karriere.
kobinet-nachrichten: Es ist nicht beim ersten Buch geblieben und Sie haben nun nachgelegt. „Schreiben ist ein gutes Gefühl“ lautet der Titel Ihres zweiten Buches, das vor kurzem erschienen ist und Ihre Gedichte, Gedanken und Geschichten enthält. Wie kam es zum zweiten Buch und war es schwierig, dieses zu schreiben?
Henri Hirt: Nein, Schreiben ist nicht schwierig. Schreiben ist toll. Ich hatte schon viele, so viele Texte geschrieben. Dann haben die Leute wieder gefragt: Wann kommt denn dein 2. Buch? Jetzt ist es da.
kobinet-nachrichten: Haben Sie schon Reaktionen auf Ihr zweites Buch bekommen und wie waren die?
Henri Hirt: Oh ja, viele. Alle sind begeistert. Meine Karriere geht weiter.
kobinet-nachrichten: Als jemand, der im Jahr 2003 geboren wurde, sind Sie noch jung. Sie haben aber schon so manche Erfahrungen mit Inklusion gemacht, bzw. wie schwierig es sein kann, das Recht auf ein inklusives Leben durchzusetzen. Wie war Ihr bisheriger Lebensweg?
Henri Hirt: Schwierig? Manchmal und manchmal nicht. Ich war in der Grundschule und auf der Realschule. Ich habe ein FSJ gemacht und ein Jahr in einer Bücherei gearbeitet. Ich war nicht überall willkommen. Das war sehr doof. Ich arbeite gerne mit anderen zusammen. Ich will nicht irgendwo alleine in einem Raum oder Keller sitzen, weil keiner Lust auf mich hat. Jetzt habe ich einen Minijob in einem Büro. Ich bin auch Prüfer für Leichte Sprache mit Zertifikat. Da arbeite ich mit vielen netten Übersetzerinnen zusammen. Und ich bin Schriftsteller von Beruf, nicht als Hobby.
kobinet-nachrichten: Wie haben Sie das geschafft, was sich viele behinderte Menschen wünschen: nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen, sondern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten?
Henri Hirt: Meine Freunde und meine Schwester haben sich einen Beruf ausgesucht. Das habe ich auch gemacht: Ich bin Schriftsteller geworden. Meine Eltern sagen: Das ist total in Ordnung. Meine Freunde und meine Schwester verdienen mit ihrer Arbeit gut Geld. Das tue ich auch. Meine Eltern sagen: Deine Texte sind wertvoll, die gibt es nicht für umme. Über etwas anderes habe ich nie nachgedacht. Warum auch? Weil ich das Down-Syndrom habe? Das interessiert mich als Schrifsteller nicht. Ich bin, wie ich bin: Henri. Und, sorry, die Frage ist ein bisschen komisch: Ich habe nichts geschafft, ich habe es gemacht. Ich mach mein Ding. So wie Udo.
kobinet-nachrichten: Kommt nach dem zweiten Buch bald ein drittes? Das fragen sich bestimmt einige Ihrer Fans. Haben Sie schon weitere Pläne?
Henri Hirt: Klar. Ich schreibe immer weiter. Vielleicht schreibe ich ein Buch mit noch mehr Märchen. Oder ein Theaterstück. Ich schreibe, bis ich 90 bin. Dann sterbe ich als alter Schriftsteller.
kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?
Henri Hirt: 1. Ich möchte den Literatur-Nobelpreis bekommen. 2. Ich möchte ein Ehrengrab auf dem Melatenfriedhof in Köln bekommen.
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Foto: Henri Hirt
Walldorf (kobinet) Henri Hirt aus Walldorf konnte vor gut zwei Jahren seinen Traum verwirklichen und ein Buch mit dem Titel "Herz ist eine Sprache, die wir verstehen" veröffentlichen. Vor kurzem hat er mit der Veröffentlichung seines zweiten Buchs mit dem Titel "Schreiben ist ein gutes Gefühl" mit Gedichten, Gedanken und Geschichten nachgelegt. Wie es dazu kam und warum Henri Hirt wie Udo sein Ding macht, darum geht's im Interview von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit dem Schriftsteller.
kobinet-nachrichten: Sie haben es vor gut zwei Jahren geschafft, einen Ihrer Träume zu verwirklichen und ein erstes Buch mit dem Titel „Herz ist eine Sprache, die wir verstehen“ veröffentlicht. Wie kam es dazu und welche Erfahrungen haben Sie nach der Veröffentlichung des Buches gemacht?
Henri Hirt: Ich habe sehr viele Texte geschrieben. Daraus musste ein Buch werden. Das haben ganz viele Leute gesagt. Mein Brieffreund Gilbert und mein Verleger Peter haben mir geholfen. Und natürlich Mama und Papa. Und viele andere. Sie haben mir Mut gemacht. Alle fanden das Buch super. Ich habe viele Bücher verkauft und viele Lesungen gemacht. Das war der Anfang meiner Karriere.
kobinet-nachrichten: Es ist nicht beim ersten Buch geblieben und Sie haben nun nachgelegt. „Schreiben ist ein gutes Gefühl“ lautet der Titel Ihres zweiten Buches, das vor kurzem erschienen ist und Ihre Gedichte, Gedanken und Geschichten enthält. Wie kam es zum zweiten Buch und war es schwierig, dieses zu schreiben?
Henri Hirt: Nein, Schreiben ist nicht schwierig. Schreiben ist toll. Ich hatte schon viele, so viele Texte geschrieben. Dann haben die Leute wieder gefragt: Wann kommt denn dein 2. Buch? Jetzt ist es da.
kobinet-nachrichten: Haben Sie schon Reaktionen auf Ihr zweites Buch bekommen und wie waren die?
Henri Hirt: Oh ja, viele. Alle sind begeistert. Meine Karriere geht weiter.
kobinet-nachrichten: Als jemand, der im Jahr 2003 geboren wurde, sind Sie noch jung. Sie haben aber schon so manche Erfahrungen mit Inklusion gemacht, bzw. wie schwierig es sein kann, das Recht auf ein inklusives Leben durchzusetzen. Wie war Ihr bisheriger Lebensweg?
Henri Hirt: Schwierig? Manchmal und manchmal nicht. Ich war in der Grundschule und auf der Realschule. Ich habe ein FSJ gemacht und ein Jahr in einer Bücherei gearbeitet. Ich war nicht überall willkommen. Das war sehr doof. Ich arbeite gerne mit anderen zusammen. Ich will nicht irgendwo alleine in einem Raum oder Keller sitzen, weil keiner Lust auf mich hat. Jetzt habe ich einen Minijob in einem Büro. Ich bin auch Prüfer für Leichte Sprache mit Zertifikat. Da arbeite ich mit vielen netten Übersetzerinnen zusammen. Und ich bin Schriftsteller von Beruf, nicht als Hobby.
kobinet-nachrichten: Wie haben Sie das geschafft, was sich viele behinderte Menschen wünschen: nicht in einer Werkstatt für behinderte Menschen, sondern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu arbeiten?
Henri Hirt: Meine Freunde und meine Schwester haben sich einen Beruf ausgesucht. Das habe ich auch gemacht: Ich bin Schriftsteller geworden. Meine Eltern sagen: Das ist total in Ordnung. Meine Freunde und meine Schwester verdienen mit ihrer Arbeit gut Geld. Das tue ich auch. Meine Eltern sagen: Deine Texte sind wertvoll, die gibt es nicht für umme. Über etwas anderes habe ich nie nachgedacht. Warum auch? Weil ich das Down-Syndrom habe? Das interessiert mich als Schrifsteller nicht. Ich bin, wie ich bin: Henri. Und, sorry, die Frage ist ein bisschen komisch: Ich habe nichts geschafft, ich habe es gemacht. Ich mach mein Ding. So wie Udo.
kobinet-nachrichten: Kommt nach dem zweiten Buch bald ein drittes? Das fragen sich bestimmt einige Ihrer Fans. Haben Sie schon weitere Pläne?
Henri Hirt: Klar. Ich schreibe immer weiter. Vielleicht schreibe ich ein Buch mit noch mehr Märchen. Oder ein Theaterstück. Ich schreibe, bis ich 90 bin. Dann sterbe ich als alter Schriftsteller.
kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?
Henri Hirt: 1. Ich möchte den Literatur-Nobelpreis bekommen. 2. Ich möchte ein Ehrengrab auf dem Melatenfriedhof in Köln bekommen.
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.





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