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JUMP – Junge Menschen mit Perspektive: Selbstbestimmt Leben mit Behinderung

Gruppenbild vom Mainzer Projekt JUMP
Gruppenbild vom Mainzer Projekt JUMP
Foto: JUMP

Mainz (kobinet) "JUMP - Junge Menschen mit Perspektive: Selbstbestimmt Leben mit Behinderung", so lautet der Titel eines Projekts des Mainzer Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen (ZsL) von jungen Menschen mit Behinderungen zwischen 14 und 27 Jahren. Es bietet einen geschützten Raum, in dem sie Gemeinschaft erleben, Selbstvertrauen entwickeln und lernen können, ihren eigenen Weg zu gehen. Bei unseren Treffen wird gemeinsam gelacht, diskutiert, gespielt und Neues entdeckt. Die Gruppe entscheidet selbst, was sie erleben möchte: Workshops zum Umgang mit der eigenen Behinderung, inklusive Selbstverteidigungskurse, Ausflüge ins Theater oder in den Landtag – oder einfach gemeinsame Nachmittage zum Reden, Essen und Zusammensein. Was für viele selbstverständlich klingt, ist für unsere Teilnehmenden oft etwas Besonderes: Zum ersten Mal ohne Eltern an Aktivitäten teilnehmen. Eigene Entscheidungen treffen. Sich ausprobieren. Ernst genommen werden", heißt es u.a. vonseiten des ZSL Mainz.

JUMP ist mehr als Freizeitgestaltung. JUMP stärkt junge Menschen darin, für sich selbst einzustehen und ihre Stimme in Gesellschaft und Politik einzubringen – damit nicht über sie gesprochen wird, sondern mit ihnen. Viele der Angebote, die JUMP so wertvoll machen – gemeinsame Ausflüge, Empowerment-Workshops, besondere Freizeitaktivitäten oder die Begleitung durch Assistenzpersonen – lassen sich nur teilweise oder gar nicht über öffentliche Mittel finanzieren. Gleichzeitig entstehen laufende Kosten, um die Gruppe dauerhaft organisieren, begleiten und weiterentwickeln zu können. Deshalb haben die Mitwirkenden des Projektes eine Crowdfunding-Aktion gestartet, wo es u.a. heißt.
Als Beispiel für das Wirken des Projektes hat Nina Becker vom ZSL Mainz die kobinet-nachrichten auf eine Aktivität des Projektes aufmerksam gemacht, die vor kurzem urchgeführt wurde, und einen kurzen Bericht geschickt:

„Am 27. Mai 2026 fand wieder ein Jump Treffen im ZsL Mainz statt. Diesmal waren trotz der Hitze erfreulicherweise viele Teilnehmende anwesend, sogar einige, die schon länger nicht mehr dabei sein konnten. Wir hatten Lilith Fendt und Lukas Herrnicht von der bundesweiten Selbstvertretungsorganisation junger Menschen mit Behinderungen (Jumemb) über Zoom zugeschaltet und gleichzeitig auch Gerlinde Busch und Evelyn Schön als erfahrene Peer Beraterinnen vor Ort mit dabei. Zunächst erklärte Lilith in einem leidenschaftlichen Plädoyer, warum Selbstvertretung so wichtig ist. Es geht einfach nicht, dass andere Leute immer über uns sprechen und für uns entscheiden. Wir müssen laut sein und immer wieder einfordern, selbst mitzureden. Dabei sind solche Gruppen wie Jumemb oder Jump total wichtig, da wir alle ähnliche Erfahrungen gemacht haben und uns verstehen, ohne uns erklären oder rechtfertigen zu müssen. Wir können uns gegenseitig Mut machen und uns gemeinsam stärken. Lukas berichtete dann, wie Jumemb jetzt ein Verein geworden ist und bot an, dass Jumemb und Jump zukünftig auch noch enger zusammenarbeiten und vielleicht sogar mal ein gemeinsames Projekt machen könnten. Über dieses Angebot haben sich alle aus der Jump Gruppe sehr gefreut

Danach berichteten Evelyn und Gerlinde, wie sie vor vielen Jahren zu Aktiven in der Behindertenbewegung geworden sind. Evelyn erzählte, dass es sie lange Zeit gar nicht gestört hat, weil sie es gewöhnt war, dass immer andere sich für sie einsetzen und sie es einfach so akzeptiert hat. Aber eines Tages sah sie eine Sendung im Fernsehen, in der über Menschen mit Behinderungen geredet wurde und plötzlich wurde sie richtig wütend, weil sie sich fragte, warum da Menschen ohne Behinderung gerade über sie reden und entscheiden wollen. Ab da hat sie immer wieder diese Wut gespürt und in Kraft verwandelt, um sich für sich selbst und für Menschen mit Behinderungen einzusetzen.

Gerlinde berichtete von ihren Besuchen in den USA und dass sie richtig überrascht und verwundert war, wie gut dort alles läuft. Erst im Vergleich hat sie gemerkt, dass in Deutschland vieles noch gar nicht funktioniert und dass sich daran etwas ändern muss. Es entwickelte sich eine Diskussion darüber, was es braucht, um sich in der Bewegung zu engagieren und wie man gut auf sich achten kann. Wir reden darüber, dass es oft frustrierend und manchmal auch aussichtslos wirken kann und man aufpassen muss, nicht total resigniert und traurig zu werden. Gerlinde sagte, dass es auch total wichtig ist, sich selber Pausen zu gönnen, wenn es einem zu viel wird. Man muss nicht immer kämpfen und stark sein oder sich politisch engagieren. Jeder hat das Recht, sich da auch mal rauszuziehen und Abstand zu nehmen.

Alle waren sich einig, dass es gut ist, sich in der Gruppe untereinander austauschen zu können und zu merken, dass man nicht allein mit seinen Gefühlen und Erfahrungen ist und dass es vielen anderen auch so geht. Es hilft zu wissen, dass es nicht an einem selbst liegt und es braucht auch einfach so einen sicheren Raum, um verstanden zu werden.“

„Mit deiner Unterstützung schenkst du deshalb nicht einfach nur einen schönen Nachmittag. Du ermöglichst Erfahrungen, die Selbstvertrauen schaffen, Zukunftsperspektiven eröffnen und echte Teilhabe möglich machen. Deine Spende hilft uns dabei,
  • weitere inklusive Treffen und Ausflüge zu organisieren,
  • Assistenzpersonen einzusetzen, die die Teilnehmenden unterstützen und Erfahrungen ohne Eltern ermöglichen
  • Workshops zu Zukunftsplanung und Empowerment anzubieten,
  • Angebote zu finanzieren, die über öffentliche Förderungen hinausgehen bzw. unseren Eigenanteil decken
  • JUMP langfristig als wichtigen Ort für junge Menschen mit Behinderungen zu erhalten und weiterzuentwickeln.
Jeder Beitrag zählt. Denn am Ende geht es um etwas ganz Grundlegendes: Dass junge Menschen mit Behinderungen die Chance bekommen, ihr Leben selbst mitzugestalten – Schritt für Schritt und mit Menschen an ihrer Seite, die an sie glauben. Danke, dass du Teil davon wirst.“

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