Staufen (kobinet)
Herr Höcke war in einem Podcast zu Gast.
Ein Podcast ist eine Sendung im Internet.
Du kannst die Sendung hören.
Der Gast-geber hat ihn reden lassen.
Höcke hat von seiner Familie erzählt.
Höcke hat auch seine politischen Ziele erklärt.
Es gab keine kritischen Fragen.
Mehr als 4 Millionen Menschen haben den Podcast gesehen.
Viele Menschen wollen solche Inhalte sehen.
Das nennt man Nach-frage.
Nach-frage bedeutet: Viele Menschen wollen etwas haben oder nutzen.
Wahrscheinlich schauen auch Menschen mit Behinderungen solche Videos.
Die Gruppe heißt Behinderte gegen Rechts.
Diese Gruppe stellt sich eine wichtige Frage:
Wie sollen wir damit umgehen?
Verbote helfen nicht
Viele große Medien haben die AfD kaum kritisiert.
Sie haben viele Themen vermieden.
Deshalb haben Menschen andere Quellen gesucht.
Verbotenes macht Menschen neugierig.
Deshalb ist Zensur keine gute Lösung.
Zensur bedeutet: Jemand verbietet bestimmte Meinungen oder Inhalte.
Man darf dann nicht alles sagen oder zeigen.
Höcke redet freundlich und ruhig.
Das wirkt auf viele Menschen sympathisch.
Deshalb ist es besser, genau zuzuhören.
Man sollte seine Aussagen kritisch prüfen.
Kritisch prüfen bedeutet: Genau nachdenken und Fragen stellen.
Nur auf Verbote zu setzen, reicht nicht.
Manche sagen nur: Wir sind gegen Rechts.
Aber das reicht nicht.
Ein Schlag-wort ist ein kurzes Wort.
Es wird oft wiederholt, erklärt aber nicht viel.
Man muss erklären, warum man gegen rechte Politik ist.
Besonders für benachteiligte Menschen ist das wichtig.
Benachteiligt bedeutet: Man hat weniger Rechte oder Möglichkeiten.
Es muss klar sein, was rechte Politik für sie bedeutet.
Was bedeutet rechts?
Wörter wie rechts oder rechts-extrem sind oft nur Schlag-worte.
Rechts-extrem bedeutet: Menschen glauben, dass manche Menschen mehr wert sind als andere.
Sie mögen oft keine Menschen aus anderen Ländern.
Diese Wörter erklären nicht genug.
Man muss zeigen, woran man rechtes Denken erkennt.
Dafür braucht man Wissen über Geschichte und Politik.
Wer dieses Wissen nicht hat, kann getäuscht werden.
Getäuscht werden bedeutet: Jemand täuscht dich.
Du glaubst dann etwas, das nicht stimmt.
Höcke sagt: Ich will meinem Land dienen.
Höcke sagt: In einer Gemein-schaft zu leben ist menschlich.
Das klingt harmlos und gut.
Aber dahinter steckt eine gefährliche Idee.
Diese Idee stammt aus dem Faschismus.
Faschismus ist eine Herrschafts-form.
Ein Diktator bestimmt alles alleine.
Einzelne Menschen werden unterdrückt.
In dieser Idee ist der einzelne Mensch nicht wichtig.
Nur die Gemein-schaft zählt.
Das kann bedeuten: Man muss für das Land sterben.
Darüber spricht Höcke nicht offen.
Höcke redet lieber von Frieden und Schutz.
Das nennt man sprachliche Täuschung.
Sprachliche Täuschung bedeutet: Höcke benutzt schöne Worte.
Aber er meint etwas anderes damit.
Höcke sagt: Krieg gehört zum Menschen dazu.
Höcke sagt: Aber man muss Krieg begrenzen.
Begrenzen bedeutet: Man versucht, etwas einzuschränken.
Als echten Feind nennt Höcke Migranten im eigenen Land.
Ein Migrant kommt aus einem anderen Land.
Die Person lebt jetzt in einem neuen Land.
Das nennt man Freund-Feind-Denken.
Freund-Feind-Denken bedeutet: Man teilt alle Menschen in 2 Gruppen.
Entweder jemand ist auf deiner Seite oder er ist dein Feind.
Wer so denkt, sucht immer einen Schuldigen.
Dieser Schuldige ist eine bestimmte Gruppe von Menschen.
Echte Ursachen von Problemen werden dabei nicht genannt.
Zum Beispiel ist wirtschaftliche Ungleichheit eine echte Ursache.
Ungleichheit bedeutet: Manche Menschen haben sehr viel.
Andere Menschen haben sehr wenig.
Wirtschaftliche Veränderungen bedeutet: Viele Menschen haben weniger Geld.
Oder sie haben ihre Arbeit verloren.
Höcke macht Migranten verantwortlich für gesellschaftliche Probleme.
Eine Gesellschaft ist eine große Gruppe von Menschen.
Die Menschen leben zusammen in einem Land.
Höcke spricht nicht über die eigentlichen Ursachen.
Rechtes Denken ist weit verbreitet
Rechtes Denken findet man nicht nur bei einer Partei.
Es gibt rechtes Denken in der ganzen Gesellschaft.
Manche haben dieses Denken vollständig übernommen.
Andere haben nur einzelne Teile davon.
Rechtes Denken ist weiter verbreitet als die AfD.
2 Forscher heißen Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger.
Forscher sind Menschen, die viele Fragen stellen.
Sie suchen nach Antworten und neuen Erkenntnissen.
Die 2 haben ein Buch geschrieben.
Das Buch heißt Zerstörungs-lust.
Sie sagen: Viele Menschen sind sehr wütend.
Aggressiv bedeutet: Eine Person ist sehr wütend.
Sie geht andere Menschen an oder greift sie an.
Diese Wut verbreitet sich schnell über soziale Medien.
Soziale Medien sind Internet-Seiten.
Dort kannst du mit anderen Menschen schreiben und Sachen teilen.
Zum Beispiel: YouTube, Facebook oder Instagram.
Diese Wut macht Menschen empfänglich für rechte Ideen.
Empfänglich bedeutet: Man nimmt etwas leicht an.
Man lässt sich leicht von etwas überzeugen.
Das kann jeden Menschen treffen.
Das gilt auch für Menschen, die gegen Rechts sind.
Die Philosophin Eva von Redecker hat dazu geforscht.
Eine Philosophin ist eine Frau.
Sie denkt über das Leben und wichtige Fragen nach.
Sie sagt: Auch in Demo-kratien konnte Faschismus entstehen.
Demo-kratie bedeutet auf Deutsch: Herrschaft des Volkes.
Das Volk entscheidet über wichtige Dinge.
Liberale Demo-kratie bedeutet: Es gibt freie Wahlen.
Alle Menschen haben Grund-rechte.
Grund-rechte sind Rechte für alle Menschen.
Wirtschaftliche Veränderungen haben viele Menschen verunsichert.
Diese Unsicherheit macht Menschen anfällig für rechte Ideen.
Anfällig bedeutet: Man kann leicht beeinflusst werden.
Man glaubt schnell, was andere sagen.
Eva von Redecker beschreibt den Begriff Phantom-Besitz.
Phantom-Besitz bedeutet: Man klammert sich an Dinge, die man nicht wirklich besitzt.
Zum Beispiel die Idee der Nation oder der Ehre.
Eine Nation ist ein Land mit vielen Menschen.
Diese Menschen teilen eine gemeinsame Geschichte.
Manche Menschen haben Angst vor sozialem Abstieg.
Sozialer Abstieg bedeutet: Man verliert Geld oder Ansehen.
Das Leben wird schlechter als vorher.
Diese Menschen sehen andere als Bedrohung und Feind.
Eva von Redecker hat ein Buch darüber geschrieben.
Es heißt Dieser Drang nach Härte.
Eva von Redecker möchte damit zum Nachdenken anregen.
Sie empfiehlt: Hört genau zu, was Rechte sagen.
Dann kann man die Argumente besser widerlegen.
Widerlegen bedeutet: Man zeigt, warum etwas falsch ist.
Man beweist, dass jemand nicht recht hat.
Hier ist ein Gespräch mit Eva von Redecker:
Video auf YouTube ansehen

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Wenn er das auch noch sagen dürfe … "Bitte sehr, Herr Höcke", ermuntert der Gastgeber seinen Gast. Der sich daraufhin keinen Zwang antut und frisch von der Leber loslegt, erst seinen Familienroman erzählt und im Anschluss daran die politische Agenda vorstellt. In epischer Breite und unbehelligt von kritischen Zwischenfragen, "ungeskripted" nennt dies Podcaster Ben. Und die inzwischen über vier Millionen Klicks bestätigen – dies mag vielen noch so sehr missfallen – dass eine Art basisdemokratische Nachfrage nach diesem Social Media Format besteht. Und wahrscheinlich auch Peers aus der Behindertencommunity Teil dieser Nachfrage sind. Sodass sich für "Behinderte gegen Rechts" (zu denen auch ich mich zähle) bloß noch die Frage stellt, wie wollen wir nun mit diesem Nachfragephänomen umgehen.
Unklug, ja das Dümmste sind Rufe nach Zensur und Verbot
Schließlich haben die Berichterstattungs- und Debattendefizite der Mainstream-Medien und die Bürger bevormundende „Erziehungsdemokratie“ der schwarz-rot-grünen Hegemonialpolitik im Umgang mit der AfD jene basisdemokratische Nachfrage nach unreglementierter Berichterstattung und zensurfreier Kommentierung mit erzeugt. Tabuisierung weckt erst recht die Neugier. Und nachdem dieser jovial plaudernde nette Herr Höcke nunmehr derart sichtbar im alternativen Medienkosmos von You Tube und Co Platz genommen hat, halte ich es für klüger, das, was er erzählt und wie er argumentiert, kritisch zu hinterfragen. Statt Medienschelte der Alarmstufe Eins zu betreiben, den verantwortlichen Medienmacher in Acht und Bann zu tun und seine zahlreiche Followerschaft, diese „bösen User“, gleich mit.
Einem Rechten wie Höcke also zuhören? In diesem Fall sollte die Antwort meines Erachtens lauten, ja, zuhören. Und zwar möglichst aufmerksam zuhören, hinhören. Nach der entgegengesetzten Manier des Weghörens und der Verhängung eines Diskurstabus funktioniert das politisch Plakative „Gegen Rechts“ (inklusive „Krüppel gegen rechts“) nicht mehr. Mit puren Parolen überzeugt man nicht, selbst innerhalb einer in vielem gleichgesinnten Community offenbar immer weniger. So wie die Dinge inzwischen liegen, müssen wir es politisch mit der Anstrengung des Argumentierens versuchen, begründen können, weshalb wir uns „gegen Rechts“ positionieren. Konkretisieren können, worin insbesondere für gesellschaftlich Benachteiligte und politisch weitgehend Ohnmächtige die Konsequenzen rechter und rechtsextremer Politik bestehen. Verkürzt gesagt, was uns blüht oder blühen könnte, sollte „rechtes Saatgut“ erst einmal genügend aufnahmebereiten Boden finden. – Damit es dazu nicht kommt, reicht ein pauschales Giftlabel zu Abschreckungszwecken zumindest beim AfD-Frontmann Höcke nicht länger aus. Nachdem er seine Programmatik so medial prominent hat ausbreiten können, wird man sich, um zu verhindern, dass sein politisch-ideologischer Same mental auf fruchtbaren Boden fällt, die Mühe machen müssen, wenigstens einen Teil seiner Ausführungen, die „rechte Saat“ argumentativ nachzuweisen. Umso mehr, als der von ihm zur Schau gestellte biedermännische Habitus geeignet sein dürfte, auf Teile seiner Zuhörerschaft durchaus Eindruck zu machen.
„Rechts“, wer oder was ist das und woran erkennt man es?
Rechts, rechtsextrem, faschistisch usw. sind zunächst einmal lediglich Schlagworte im politisch-medialen Tohuwabohu. Und mit dem Kürzel „Gegen Rechts“, mittlerweile so gut wie deckungsgleich mit Anti-AfD ist politisch inhaltlich noch kaum etwas ausgesagt, nichts begrifflich Trennscharfes. Anhand dessen dann begründetermaßen die Frage beantwortbar wäre, an welcher seiner Äußerungen, an welcher Erzählung oder Sprachfigur man eindeutig den Rechten oder auch Rechtsextremen bzw. Faschisten im Biedermann Höcke dingfest machen könnte. Ein Urteil, das zudem nicht ohne Rückgriff auf Überlegungen zu Geschichte und politischer Theorie rechter Parteien und faschistischer Bewegungen auskommen wird. Eine diesbezüglich unkundige und insofern naive Zuhörerschaft, die Anzeichen rechter oder rechtsextremer Gesinnung bestenfalls an Signalwörtern wie „Remigration“ erkennt, ist, so fürchte ich, durchaus nicht dagegen gefeit, Höckes anscheinend doch so vernünftigen Darlegungen über weite Strecken auf den Leim zu gehen.
Hier ein Beispiel dafür, wie Höcke ein klassisches Axiom faschistischer Politik nicht nur in harmlose bzw. verharmlosende Sprache verpackt, sondern einer ahnungslosen Zuhörerschaft im Gewand politischer Tugendhaftigkeit unterzujubeln versucht. In die Politik gegangen sei er, weil er „seinem Land dienen“ wolle; denn schließlich sei, „etwas Größerem dienen zu wollen“ ein zutiefst menschliches Bedürfnis, dem Befriedigung nicht verweigert werden dürfe. Was Höcke seinen Zuhörenden als das wohl auch von ihnen genauso empfundene Non-Plus-Ultra des Menschlichen wie auch des Politischen einreden möchte, nämlich „in einer intakten Gemeinschaft aufzugehen und ihr dienen zu können“, ist nichts anderes als das Inkognito der faschistischen Volksgemeinschaft. Eine sprachliche Camouflage, deren schöngeistige Emphase – Aufgehen im großen Ganzen, Erfüllung im Dienen – über die Abdankung des Individuums, den Autonomieverlust und die Entrechtung des Einzelnen, hinwegtäuschen soll.
Verschwiegen wird nicht zuletzt der ultimative Fluchtpunkt allen Aufgehens und Dienens, Bereitschaft zur Selbstopferung im Kriegsdienst, der Tod fürs Vaterland. Bereit sein auf dem „Feld der Ehre“ zu sterben, daliegen … wie das Gesetz es befohlen hat, um die Inschrift des Leonidas zu paraphrasieren, Kriegsherr der Spartaner, in der Schlacht bei den Thermopylen. Darüber lässt Geschichtslehrer Höcke, dem dies geläufig sein dürfte, einstweilen nichts verlauten, redet lieber von der „Einhegung des Krieges“, der, weil zum „agonalen Wesen“ des Menschen gehörig, aus der Welt und dem Ringen der Völker nicht verschwinden werde. – In dieser Rolle des volksfürsorglichen Politikers – Krieg ja, denn er ist Teil unserer menschlichen Natur, aber er sollte auch immer wieder eingehegt werden – bietet sich Höcke den Bürgern als die bessere Version notwendiger Kriegsertüchtigung an. Zumal die von der jetzigen Regierung, von den „Kartellparteien“, angepeilte Kriegstüchtigkeit, sich mit Russland den falschen Feind ausgesucht habe. Während mit den Migranten der wahre Feind längst im eigenen Land stünde.
Solches „Freund-Feind-Denken“ (zumal in seiner zugespitzten Ausformulierung durch den NS- Kronjuristen Carl Schmitt) erscheint mir nach wie vor das zentrale Erkennungsmerkmal rechter und faschistischer Ideologien und Politiken. Und was uns dabei, ausgehend von Höckes Feindbildkonstruktion, doch ins Auge springen und beunruhigen muss: Wie sehr inzwischen das Freund-Feind-Schema Einstellung und Verhalten auch der sog. politischen Mitte (schwarz-rot-grün) bestimmt und die von ihr unablässig beschworene „liberale Demokratie“ ihrerseits nicht ohne Feindbild oder Feindbilder auszukommen scheint. – Springender Punkt bei jeglichem Freund-Feind-Denken, man macht primär Menschen und Menschengruppen, soziale, ethnische, religiöse Kollektive für gesellschaftliche Spaltung und politischen Streit verantwortlich. Statt deren Ursache im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen System und dessen Strukturen zu suchen. In einem ihnen innewohnenden Machtgefälle, einer ihnen inhärenten und also nicht in erster Linie dem bösen Willen der Individuen entspringenden Gewaltförmigkeit. „Eine Multi-Kulti-Gesellschaft“ sei, so beruft sich Höcke auf eine angebliche Äußerung von Cohn-Bendit „schnell, hart, grausam und unsolidarisch“ und sieht die Schuldigen dafür wie selbstverständlich in Migranten bzw. den sie ins Land lassenden politisch Verantwortlichen. Keine Wort verliert er über die objektiven Mechanismen, die systemischen Ursachen von Beschleunigung, Härte, Grausamkeit und Entsolidarisierung infolge eines sich globalisierenden und dabei sämtliche nationalen und regionalen Eigenheiten und Schranken schleifenden Neoliberalismus.
Breite gesellschaftliche Streuung rechter Einstellungen und Impulse
Was für andere politische und weltanschauliche Orientierungen gilt, das trifft auch auf rechte, rechtsextreme und faschistische Anschauungen zu. Man findet sie nicht organisatorisch oder parteipolitisch sozusagen feinsäuberlich in Schubladen einsortiert. Es gibt sie in rudimentärer Form und in weltanschaulich geschlossener Ausprägung und einzelnen ihrer Elemente begegnet man überall in der Gesellschaft. Trügerisch ist daher die Identifizierung des Phänomens mit einer bestimmten Partei und deren Wählerschaft, hierzulande der AfD. Damit täuscht man sich über die Anschlussfähigkeit der Parolen rechter Agitatoren in der Gesamtbevölkerung. Von „Elementen eines demokratischen Faschismus“ (nicht die beste Formulierung meines Erachtens) sprechen die Sozialwissenschaftler Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger in ihrem Buch mit dem emblematischen Titel „Zerstörungslust“.
Erkannten Adorno und Horkheimer in ihrer klassischen, auf den Nationalsozialismus bezugnehmenden „Studien über autoritären Charakter“ den psychosozialen Nährboden nationalsozialistischer oder faschistischer Einstellung und Politik in einem bestimmten „Sozialcharakter“, einem ganzen Syndrom charakterlicher Eigenschaften (zusammengefasst im Kürzel „autoritärer Charakter“), so sehen sich Nachtwey und Amlinger aufgrund ihrer empirischen Forschung veranlasst, sozialpsychologisch auf einen einzelnen Affekt abzuheben. Auf das enorme Aggressionspotential, mit dem derart viele Menschen offenbar auf die bestehenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse reagieren. Weniger eine gerichtete oder gezielte Aggression, eher eine blindwütige Entladung, „Zerstörungslust“ wörtlich genommen.
„Sozialcharaktere“ (wie der für rechtsextreme und faschistische Ideologeme anfällige autoritäre Charakter ) sind das Ergebnis schicht- oder milieusituierter Sozialisationsprozesse, die sich über Jahre oder gar Jahrzehnte erstrecken. Die zur Zeit vorherrschende Affektivität, der Zerstörungslust und des Hasses scheint sich milieu- und schichtunabhängig über atmosphärische Ansteckung zu verbreiten (wofür Social Media eine Art Treibhausklima geschaffen hat). Bedingungen für die Entstehung eines (wenn ich es so nennen darf) „kapillaren Faschismus“, der tendenziell jeden und jede in bestimmten Momenten und Situationen infiltrieren kann. So dass Initiativen „Gegen Rechts“ auf der Höhe der Zeit dringend als eine Art antifaschistische Kunst lernen sollten von den vagabundierenden Hass- und Aggressionsaffekten sich nicht anstecken zu lassen.
Eine verwirrende und beunruhigende Erfahrung, in der sich vermeintlich übersichtliche und stabile politische Lagergrenzen plötzlich relativieren und auf die persönliche antifaschistische Haltung kein wirklicher Verlass mehr ist, weil eigene uneingestandene rechte Denkmuster und Verhaltenseinsprengsel sie gewissermaßen unterlaufen. Eine Erfahrung, die ihren Niederschlag findet in der so zugespitzten wie provozierenden Feststellung der Sozialphilosophin Eva von Redecker: Die liberale demokratische Ordnung ist nicht nur das Andere des Faschismus, sondern auch sein Ausgangspunkt. Denn die „Werteordnung“ der „liberalen Demokratie“ hat jene aggressive neoliberale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zugelassen, welche die breite demographische Mitte in einen fruchtbaren Boden rechter Ressentiments und reaktionärer Besitzstandswahrungspolitik verwandelt hat.
An dieser Stelle muss eine stichwortartige Erläuterung genügen: Eva von Redeckers theoretisch und analytisch zentraler Begriff „Phantombesitz“ erschließt sich im Zusammenhang tatsächlicher Eigentumseinbußen und diesbezüglicher Deklassierungsängste in Milieus der gesellschaftlichen Mitte. Die Abstiegsgefährdeten und die bereits Deklassierten geben sich einem verschobenen Eigentumsrausch hin, der einen quasi schadlos hält. Durch fiktive Besitztitel wie Nation, Vaterland, Ehre; eine „Maskulinität“, die Männern „phantombesitzhaft“ Verfügungsgewalt über Frauenkörper verleiht, die „white supremacy“ US-amerikanischer MAGA-Rassisten; „unsere Lebensweise“ oder „unsere Werte“ soweit wir sie per „Othering“ in einen dichotomen Gegensatz bringen zu den minderwertigen der zu bekämpfenden Anderen, „unserer Feinde“.
Die Konjunktur der Feinddefinition und „Feindbildkreation“ (von Redecker) erklärt sich also auch von daher. Und mit der Bedrohungserzählung von den tendenziell überall lauernden Feinden, gegen die man sich wehren muss, unterscheidet sich die in der gesellschaftlichen Mitte ausbreitende Wagenburgmentalität nicht mehr wesentlich von Höckes „agonalem“ Menschen- und Weltbild. Von der Behauptung, wonach „Krieg Teil der Conditio Humana“ sei. Wenn im Inneren von Gesellschaften wie auch zwischen den Staaten, in der internationalen Politik, ein sozialdarwinistischer „Survival of th Fittest“ tobt, dann muss, wer nicht untergehen will, sich ständig zu Härte ermahnen. So ist der Titel von Eva von Redeckers Buch über die erschreckende Aktualität des Faschismus, die beinahe Allgegenwärtigkeit faschistischer Phantasmen und Reflexe zu verstehen, „Dieser Drang nach Härte“. Die Lesenden zu ermutigen, ihm nicht nachzugeben, hat sie zum Scheiben motiviert und dazu, statt generell wegzuhören, gelegentlich genau hinzuhören, was Rechte sagen.
Dazu ein Gespräch mit Eva von Redecker: https://www.youtube.com/watch?v=5J13r4WxCDw

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Wenn er das auch noch sagen dürfe … "Bitte sehr, Herr Höcke", ermuntert der Gastgeber seinen Gast. Der sich daraufhin keinen Zwang antut und frisch von der Leber loslegt, erst seinen Familienroman erzählt und im Anschluss daran die politische Agenda vorstellt. In epischer Breite und unbehelligt von kritischen Zwischenfragen, "ungeskripted" nennt dies Podcaster Ben. Und die inzwischen über vier Millionen Klicks bestätigen – dies mag vielen noch so sehr missfallen – dass eine Art basisdemokratische Nachfrage nach diesem Social Media Format besteht. Und wahrscheinlich auch Peers aus der Behindertencommunity Teil dieser Nachfrage sind. Sodass sich für "Behinderte gegen Rechts" (zu denen auch ich mich zähle) bloß noch die Frage stellt, wie wollen wir nun mit diesem Nachfragephänomen umgehen.
Unklug, ja das Dümmste sind Rufe nach Zensur und Verbot
Schließlich haben die Berichterstattungs- und Debattendefizite der Mainstream-Medien und die Bürger bevormundende „Erziehungsdemokratie“ der schwarz-rot-grünen Hegemonialpolitik im Umgang mit der AfD jene basisdemokratische Nachfrage nach unreglementierter Berichterstattung und zensurfreier Kommentierung mit erzeugt. Tabuisierung weckt erst recht die Neugier. Und nachdem dieser jovial plaudernde nette Herr Höcke nunmehr derart sichtbar im alternativen Medienkosmos von You Tube und Co Platz genommen hat, halte ich es für klüger, das, was er erzählt und wie er argumentiert, kritisch zu hinterfragen. Statt Medienschelte der Alarmstufe Eins zu betreiben, den verantwortlichen Medienmacher in Acht und Bann zu tun und seine zahlreiche Followerschaft, diese „bösen User“, gleich mit.
Einem Rechten wie Höcke also zuhören? In diesem Fall sollte die Antwort meines Erachtens lauten, ja, zuhören. Und zwar möglichst aufmerksam zuhören, hinhören. Nach der entgegengesetzten Manier des Weghörens und der Verhängung eines Diskurstabus funktioniert das politisch Plakative „Gegen Rechts“ (inklusive „Krüppel gegen rechts“) nicht mehr. Mit puren Parolen überzeugt man nicht, selbst innerhalb einer in vielem gleichgesinnten Community offenbar immer weniger. So wie die Dinge inzwischen liegen, müssen wir es politisch mit der Anstrengung des Argumentierens versuchen, begründen können, weshalb wir uns „gegen Rechts“ positionieren. Konkretisieren können, worin insbesondere für gesellschaftlich Benachteiligte und politisch weitgehend Ohnmächtige die Konsequenzen rechter und rechtsextremer Politik bestehen. Verkürzt gesagt, was uns blüht oder blühen könnte, sollte „rechtes Saatgut“ erst einmal genügend aufnahmebereiten Boden finden. – Damit es dazu nicht kommt, reicht ein pauschales Giftlabel zu Abschreckungszwecken zumindest beim AfD-Frontmann Höcke nicht länger aus. Nachdem er seine Programmatik so medial prominent hat ausbreiten können, wird man sich, um zu verhindern, dass sein politisch-ideologischer Same mental auf fruchtbaren Boden fällt, die Mühe machen müssen, wenigstens einen Teil seiner Ausführungen, die „rechte Saat“ argumentativ nachzuweisen. Umso mehr, als der von ihm zur Schau gestellte biedermännische Habitus geeignet sein dürfte, auf Teile seiner Zuhörerschaft durchaus Eindruck zu machen.
„Rechts“, wer oder was ist das und woran erkennt man es?
Rechts, rechtsextrem, faschistisch usw. sind zunächst einmal lediglich Schlagworte im politisch-medialen Tohuwabohu. Und mit dem Kürzel „Gegen Rechts“, mittlerweile so gut wie deckungsgleich mit Anti-AfD ist politisch inhaltlich noch kaum etwas ausgesagt, nichts begrifflich Trennscharfes. Anhand dessen dann begründetermaßen die Frage beantwortbar wäre, an welcher seiner Äußerungen, an welcher Erzählung oder Sprachfigur man eindeutig den Rechten oder auch Rechtsextremen bzw. Faschisten im Biedermann Höcke dingfest machen könnte. Ein Urteil, das zudem nicht ohne Rückgriff auf Überlegungen zu Geschichte und politischer Theorie rechter Parteien und faschistischer Bewegungen auskommen wird. Eine diesbezüglich unkundige und insofern naive Zuhörerschaft, die Anzeichen rechter oder rechtsextremer Gesinnung bestenfalls an Signalwörtern wie „Remigration“ erkennt, ist, so fürchte ich, durchaus nicht dagegen gefeit, Höckes anscheinend doch so vernünftigen Darlegungen über weite Strecken auf den Leim zu gehen.
Hier ein Beispiel dafür, wie Höcke ein klassisches Axiom faschistischer Politik nicht nur in harmlose bzw. verharmlosende Sprache verpackt, sondern einer ahnungslosen Zuhörerschaft im Gewand politischer Tugendhaftigkeit unterzujubeln versucht. In die Politik gegangen sei er, weil er „seinem Land dienen“ wolle; denn schließlich sei, „etwas Größerem dienen zu wollen“ ein zutiefst menschliches Bedürfnis, dem Befriedigung nicht verweigert werden dürfe. Was Höcke seinen Zuhörenden als das wohl auch von ihnen genauso empfundene Non-Plus-Ultra des Menschlichen wie auch des Politischen einreden möchte, nämlich „in einer intakten Gemeinschaft aufzugehen und ihr dienen zu können“, ist nichts anderes als das Inkognito der faschistischen Volksgemeinschaft. Eine sprachliche Camouflage, deren schöngeistige Emphase – Aufgehen im großen Ganzen, Erfüllung im Dienen – über die Abdankung des Individuums, den Autonomieverlust und die Entrechtung des Einzelnen, hinwegtäuschen soll.
Verschwiegen wird nicht zuletzt der ultimative Fluchtpunkt allen Aufgehens und Dienens, Bereitschaft zur Selbstopferung im Kriegsdienst, der Tod fürs Vaterland. Bereit sein auf dem „Feld der Ehre“ zu sterben, daliegen … wie das Gesetz es befohlen hat, um die Inschrift des Leonidas zu paraphrasieren, Kriegsherr der Spartaner, in der Schlacht bei den Thermopylen. Darüber lässt Geschichtslehrer Höcke, dem dies geläufig sein dürfte, einstweilen nichts verlauten, redet lieber von der „Einhegung des Krieges“, der, weil zum „agonalen Wesen“ des Menschen gehörig, aus der Welt und dem Ringen der Völker nicht verschwinden werde. – In dieser Rolle des volksfürsorglichen Politikers – Krieg ja, denn er ist Teil unserer menschlichen Natur, aber er sollte auch immer wieder eingehegt werden – bietet sich Höcke den Bürgern als die bessere Version notwendiger Kriegsertüchtigung an. Zumal die von der jetzigen Regierung, von den „Kartellparteien“, angepeilte Kriegstüchtigkeit, sich mit Russland den falschen Feind ausgesucht habe. Während mit den Migranten der wahre Feind längst im eigenen Land stünde.
Solches „Freund-Feind-Denken“ (zumal in seiner zugespitzten Ausformulierung durch den NS- Kronjuristen Carl Schmitt) erscheint mir nach wie vor das zentrale Erkennungsmerkmal rechter und faschistischer Ideologien und Politiken. Und was uns dabei, ausgehend von Höckes Feindbildkonstruktion, doch ins Auge springen und beunruhigen muss: Wie sehr inzwischen das Freund-Feind-Schema Einstellung und Verhalten auch der sog. politischen Mitte (schwarz-rot-grün) bestimmt und die von ihr unablässig beschworene „liberale Demokratie“ ihrerseits nicht ohne Feindbild oder Feindbilder auszukommen scheint. – Springender Punkt bei jeglichem Freund-Feind-Denken, man macht primär Menschen und Menschengruppen, soziale, ethnische, religiöse Kollektive für gesellschaftliche Spaltung und politischen Streit verantwortlich. Statt deren Ursache im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen System und dessen Strukturen zu suchen. In einem ihnen innewohnenden Machtgefälle, einer ihnen inhärenten und also nicht in erster Linie dem bösen Willen der Individuen entspringenden Gewaltförmigkeit. „Eine Multi-Kulti-Gesellschaft“ sei, so beruft sich Höcke auf eine angebliche Äußerung von Cohn-Bendit „schnell, hart, grausam und unsolidarisch“ und sieht die Schuldigen dafür wie selbstverständlich in Migranten bzw. den sie ins Land lassenden politisch Verantwortlichen. Keine Wort verliert er über die objektiven Mechanismen, die systemischen Ursachen von Beschleunigung, Härte, Grausamkeit und Entsolidarisierung infolge eines sich globalisierenden und dabei sämtliche nationalen und regionalen Eigenheiten und Schranken schleifenden Neoliberalismus.
Breite gesellschaftliche Streuung rechter Einstellungen und Impulse
Was für andere politische und weltanschauliche Orientierungen gilt, das trifft auch auf rechte, rechtsextreme und faschistische Anschauungen zu. Man findet sie nicht organisatorisch oder parteipolitisch sozusagen feinsäuberlich in Schubladen einsortiert. Es gibt sie in rudimentärer Form und in weltanschaulich geschlossener Ausprägung und einzelnen ihrer Elemente begegnet man überall in der Gesellschaft. Trügerisch ist daher die Identifizierung des Phänomens mit einer bestimmten Partei und deren Wählerschaft, hierzulande der AfD. Damit täuscht man sich über die Anschlussfähigkeit der Parolen rechter Agitatoren in der Gesamtbevölkerung. Von „Elementen eines demokratischen Faschismus“ (nicht die beste Formulierung meines Erachtens) sprechen die Sozialwissenschaftler Oliver Nachtwey und Carolin Amlinger in ihrem Buch mit dem emblematischen Titel „Zerstörungslust“.
Erkannten Adorno und Horkheimer in ihrer klassischen, auf den Nationalsozialismus bezugnehmenden „Studien über autoritären Charakter“ den psychosozialen Nährboden nationalsozialistischer oder faschistischer Einstellung und Politik in einem bestimmten „Sozialcharakter“, einem ganzen Syndrom charakterlicher Eigenschaften (zusammengefasst im Kürzel „autoritärer Charakter“), so sehen sich Nachtwey und Amlinger aufgrund ihrer empirischen Forschung veranlasst, sozialpsychologisch auf einen einzelnen Affekt abzuheben. Auf das enorme Aggressionspotential, mit dem derart viele Menschen offenbar auf die bestehenden gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse reagieren. Weniger eine gerichtete oder gezielte Aggression, eher eine blindwütige Entladung, „Zerstörungslust“ wörtlich genommen.
„Sozialcharaktere“ (wie der für rechtsextreme und faschistische Ideologeme anfällige autoritäre Charakter ) sind das Ergebnis schicht- oder milieusituierter Sozialisationsprozesse, die sich über Jahre oder gar Jahrzehnte erstrecken. Die zur Zeit vorherrschende Affektivität, der Zerstörungslust und des Hasses scheint sich milieu- und schichtunabhängig über atmosphärische Ansteckung zu verbreiten (wofür Social Media eine Art Treibhausklima geschaffen hat). Bedingungen für die Entstehung eines (wenn ich es so nennen darf) „kapillaren Faschismus“, der tendenziell jeden und jede in bestimmten Momenten und Situationen infiltrieren kann. So dass Initiativen „Gegen Rechts“ auf der Höhe der Zeit dringend als eine Art antifaschistische Kunst lernen sollten von den vagabundierenden Hass- und Aggressionsaffekten sich nicht anstecken zu lassen.
Eine verwirrende und beunruhigende Erfahrung, in der sich vermeintlich übersichtliche und stabile politische Lagergrenzen plötzlich relativieren und auf die persönliche antifaschistische Haltung kein wirklicher Verlass mehr ist, weil eigene uneingestandene rechte Denkmuster und Verhaltenseinsprengsel sie gewissermaßen unterlaufen. Eine Erfahrung, die ihren Niederschlag findet in der so zugespitzten wie provozierenden Feststellung der Sozialphilosophin Eva von Redecker: Die liberale demokratische Ordnung ist nicht nur das Andere des Faschismus, sondern auch sein Ausgangspunkt. Denn die „Werteordnung“ der „liberalen Demokratie“ hat jene aggressive neoliberale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft zugelassen, welche die breite demographische Mitte in einen fruchtbaren Boden rechter Ressentiments und reaktionärer Besitzstandswahrungspolitik verwandelt hat.
An dieser Stelle muss eine stichwortartige Erläuterung genügen: Eva von Redeckers theoretisch und analytisch zentraler Begriff „Phantombesitz“ erschließt sich im Zusammenhang tatsächlicher Eigentumseinbußen und diesbezüglicher Deklassierungsängste in Milieus der gesellschaftlichen Mitte. Die Abstiegsgefährdeten und die bereits Deklassierten geben sich einem verschobenen Eigentumsrausch hin, der einen quasi schadlos hält. Durch fiktive Besitztitel wie Nation, Vaterland, Ehre; eine „Maskulinität“, die Männern „phantombesitzhaft“ Verfügungsgewalt über Frauenkörper verleiht, die „white supremacy“ US-amerikanischer MAGA-Rassisten; „unsere Lebensweise“ oder „unsere Werte“ soweit wir sie per „Othering“ in einen dichotomen Gegensatz bringen zu den minderwertigen der zu bekämpfenden Anderen, „unserer Feinde“.
Die Konjunktur der Feinddefinition und „Feindbildkreation“ (von Redecker) erklärt sich also auch von daher. Und mit der Bedrohungserzählung von den tendenziell überall lauernden Feinden, gegen die man sich wehren muss, unterscheidet sich die in der gesellschaftlichen Mitte ausbreitende Wagenburgmentalität nicht mehr wesentlich von Höckes „agonalem“ Menschen- und Weltbild. Von der Behauptung, wonach „Krieg Teil der Conditio Humana“ sei. Wenn im Inneren von Gesellschaften wie auch zwischen den Staaten, in der internationalen Politik, ein sozialdarwinistischer „Survival of th Fittest“ tobt, dann muss, wer nicht untergehen will, sich ständig zu Härte ermahnen. So ist der Titel von Eva von Redeckers Buch über die erschreckende Aktualität des Faschismus, die beinahe Allgegenwärtigkeit faschistischer Phantasmen und Reflexe zu verstehen, „Dieser Drang nach Härte“. Die Lesenden zu ermutigen, ihm nicht nachzugeben, hat sie zum Scheiben motiviert und dazu, statt generell wegzuhören, gelegentlich genau hinzuhören, was Rechte sagen.
Dazu ein Gespräch mit Eva von Redecker: https://www.youtube.com/watch?v=5J13r4WxCDw




