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Unterstützte Kommunikation wichtig für die Teilhabe

drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Foto: ht

Duisburg (kobinet) 170 Teilnehmende aus ganz Deutschland kamen am Pfingstwochenende in Duisburg zum 30. Jubiläum des Jahrestreffens Unterstützt Kommunizierender Personen (UK) zusammen. Die Botschaft war klar: Unterstützte Kommunikation ist kein Nischenthema – es ist der Schlüssel zu echter Inklusion. Das vom Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (bvkm) organisierte Treffen setzte ein starkes Zeichen für Selbstbestimmung und Teilhabe, wie es in einer Presseinformation des Verbands heißt.

„Das Jahrestreffen setzt ein wichtiges Signal für Teilhabe und Vielfalt in unserer Gesellschaft“, sagte Beate Bettenhausen, Vorsitzende des bvkm. „Wenn wir Inklusion ernst nehmen, bedeutet das weit mehr als Rampen und barrierefreie Toiletten. Es geht darum, dass alle Menschen gehört und gesehen werden – unabhängig davon, wie sie kommunizieren“, so Bettenhausen.

Eine besondere Würdigung wurde dem Treffen durch den Besuch von Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, zuteil. Jürgen Dusel erklärte: „Sich äußern zu können, eine Stimme zu haben, ist in unserer Gesellschaft von äußerster Wichtigkeit, denn wie wird man sonst gehört? Deshalb ist es wichtig, dass diese Personengruppe die nötige Unterstützung und Assistenz erhält, um ihren rechtlichen Anspruch, an allen gesellschaftlichen Bereichen gleichberechtigt teilhaben zu können, auch leben kann! Ihre Stimme ist für uns von großer Bedeutung, weil wir ihre Perspektive als Expertinnen und Experten in eigener Sache brauchen, denn nur so sind kluge behindertenpolitische Entscheidungen möglich.“

In der Podiumsdiskussion diskutierten Nutzer:innen von Unterstützter Kommunikation mit Jürgen Dusel unter dem Titel „Bedürfnisse und Wünsche an die Politik im Bereich kommunikativer Teilhabe“ miteinander.  Kathrin Klapper, UK-lerin und Moderatorin der Disukussion, überreichte im Namen aller Teilnehmenden an Jürgen Dusel Vorschläge und Forderungen zu Teilhabe und Barrierefreiheit, die beim Jahrestreffen entstanden waren: „Kommunikative Teilhabe heißt nicht einfach nur anwesend sein. Sie bedeutet, wirksam zu sein. Mitreden zu können. Fragen stellen zu können. Lachen zu können. Sich streiten zu können. Und sagen zu können: ‚Das will ich.` Oder eben auch: ‚Das will ich nicht‘“, erklärte Klapper.

Ein nach Ansicht des bvkm besonderes Konzept macht das Jahrestreffen einzigartig: Jede:r UK-Teilnehmer:in erhält eine bisher unbekannte Kommunikationsassistenz zur Seite gestellt. Das eröffnet neue Möglichkeiten. Unterstützt kommunizierende Menschen und ihre Angehörigen können dadurch getrennte Workshops besuchen und genau die Informationen mitnehmen, die sie brauchen. Die oft noch studierenden Kommunikationsassistent:innen sammeln ihrerseits wertvolle Praxiserfahrung, die kein Hörsaal bieten kann. Im Eltern- und Betreuer:innentreff wird es konrekt: Assistenz im Alltag, Tagesstruktur, Kommunikationsmittel – Themen, die viele täglich beschäftigen. Gerade jüngere Familien erlebten hautnah, wie hilfreich der Austausch mit erfahreneren Menschen sein kann.

Hintergrund

Das Jahrestreffen Unterstützt Kommunizierender Personen wird seit 1996 vom bvkm ausgerichtet. Hier treffen sich jedes Jahr Menschen aus ganz Deutschland, die mit Hilfe von elektronischen oder nicht-elektronischen Hilfsmitteln kommunizieren. Weitere Informationen zum Thema Unterstützte Kommunikation gibt’s unter: www.uk.bvkm.de

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