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„Berti, wir brauchen Dich“ (Helmut Kohl 1994) oder das geplatzte Sommermärchen.

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Fußball im Netz
Fußball im Netz
Foto: gemeinfrei

Fladungen (kobinet) Das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM 2026 ist nicht nur sportlich, sondern auch politisch gesehen eine Katastrophe. Hatte doch die Merz-Regierung inständig auf das Erreichen, mindestens des Halbfinales gehofft. Das Volk hätte gebannt an den Empfangsgeräten gehockt und man hätte überwiegend unbeobachtet ein Paket an sozial ungerechten Reformen durchwinken können. So wird es schon wieder nichts mit einem "Sommermärchen". Ein Begriff, der 2006 bei der WM im eigenen Land ("Das Geld zu Gast bei Freunden") geprägt wurde  und der nun seine eigentliche Bedeutung offenbart. Ein Märchen. Alles gelogen! Wie die Mär vom bösen Wolf, der bösen Stiefmutter und den ungehorsamen Kindern. Von inklusiven Paralympics, Special Olympics und der UN-BRK. Aus der kobinet-Sportredaktion meldet sich unser Fußballexperte Stephan Laux. Selbst ein miserabler Fußballer verfügt er jedoch über ein hervorragendes Fachwissen und erklärt uns, was in der deutschen Nationalmannschaft und überhaupt in der Welt schiefläuft. Bert Vogts sollte neuer Bundestrainer werden und Sepp Maier die neue Nr. 1!

„Julian Nagelsmann würde Fritz Walter aufstellen, wenn er in Form wäre!“, rief ich aus, als Manuel Neuer als alte und neue Nummer „1“ ins Tor der Nationalmannschaft berufen wurde. Deshalb habe ich die Spiele der deutschen Nationalmannschaft boykottiert. Nicht wegen Infantino oder wegen Trump. Wegen der beiden ist mir übel geworden. Aber endgültig von der Nationalmannschaft abgewendet habe ich mich, weil ich die Charakterlosigkeit von Manuel Neuer nicht ertragen konnte, mit der er völlig kommentar- und empathielos seinen selbst erklärten Rücktritt für nichtig erklärte und einem karriereübergreifend besseren Torwart die Chance auf seine erste WM nahm.

Berti Vogts ist auch einmal u.a. an der Torwartfrage gescheitert. 1994, als die WM ebenfalls in den USA stattfand. Bodo Illgners Ehefrau hat damals die Medien aufgescheucht. Weil sie sich und ihren Bodo ungerecht behandelt gefühlt hat.

Aber hauptsächlich ist Berti Vogts damals an Loddar Matthäus (der einmal davor warnte, sich „Sand in den Kopf zu stecken“) und der Lichtgestalt Franz Beckenbauer gescheitert, die keine Gelegenheit ausließen, den Bundesberti in der Bild-Zeitung bloßzustellen. Nur die Aufmunterung von Berti Vogts Freund Helmut Kohl (einer der wenigen dunklen Flecken in Berti Vogts Karriere) bewegte ihn dazu, nicht zurückzutreten und schließlich mit einer radikal umgestalteten Nationalmannschaft 1996 Europameister zu werden.

„Dazu braucht man Eier!“, sagte der Torwarttitan  Oliver Kahn einmal und meinte damit hoffentlich bestimmte Eigenschaften, wie Mut, Selbstbewusstsein und Haltung.

Im Übrigen ist die deutsche Nationalmannschaft, bei der WM 2026 im 1/16-Finale (in Worten: Sechzehntelfinale) nicht gescheitert, weil die Talentförderung und Infrastruktur in Fußballdeutschland schlecht ist. Die dürfte in Ecuador und Paraguay nicht besser sein. Sie ist  gescheitert, weil Joshua Kimmich nicht auf der 6, sondern als Rechtsverteidiger und Deniz Undav und Nick Woltemade nicht von  Anfang an zusammen im Sturm gespielt haben (sie haben in Stuttgart fantastisch zusammen funktioniert). Ich gebe zu, ich habe die Zusammenfassungen der deutschen Spiele nicht boykottiert. Aber das nur am Rande.

Um noch mal auf die Äußerung von Oliver Kahn zurückzukommen: Auf Donald Trumps Märchenerzählung, Spanien sei ein sehr böses und schlechtes Land,  antwortete Pedro Sánchez, der spanische Ministerpräsident, er werde auf gar keinen Fall den Verteidigungsetat seines Landes zu Ungunsten von Sozialausgaben erhöhen.

Von unserem „Langen Fritz“ (hoffentlich werde ich vom Bundeskanzleramt für diese Aussage verklagt) werden wir eine solche Stellungnahme nicht hören.

Welche Wähler*innen glaubt die Bundesregierung, mit ihren unsäglichen und schlecht gemachten Reformen eigentlich zu gewinnen?

Um eine Bevölkerung resilient gegen antidemokratische Bewegungen zu machen, braucht es einen starken Sozialstaat. Einen Staat mit guter, medizinischer Versorgung und gut funktionierender Infrastruktur, die für alle Menschen zugänglich ist.

Was wäre eigentlich dabei, sich mit ein paar Superreichen und Konzernen anzulegen, die uns das Märchen verkaufen wollen, ohne sie ginge nichts in Deutschland?

Wann verinnerlichen ein Staat und sein Volk endlich, dass ohne Pflegepersonal, Müllabfuhr, Erzieher*innen, Handwerker usw. nichts mehr geht?

Vielleicht, wenn Spanien 2026 Fußballweltmeister wird!?

Juli 2026    Stephan Laux

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