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Deutsches Kinderhilfswerk fordert mehr finanzielle Mittel und mehr Teilhabe für echte Bildungsgerechtigkeit

Zeichnung von  mehreren Kindern verschiedner Hautfarbe in Kreisen
Kinderrechte
Foto: Pixabay/geralt

BERLIN (kobinet) Wie eine repräsentativen forsa-Umfrage unter Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes für den Kinderreport 2026 zeigt, fordern sehr große Teile der Bevölkerung in Deutschland mehr staatliche Investitionen und umfangreiche Reformen im Bildungssystem, um insbesondere von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen Kindern mehr Bildungschancen zu bieten. Dabei sprechen sich sowohl die Erwachsenen als auch die befragten Kinder und Jugendlichen für einheitliche Bildungsstandards und Bildungsbedingungen in ganz Deutschland unabhängig vom Bundesland aus, zudem sollte Bildung von der Kita bis zur Schule generell kostenfrei sein. Das sollte einhergehen mit mehr qualifiziertem Personal an Schulen und Kitas, um pädagogische Fachkräfte von organisatorischen Aufgaben zu entlasten. Auch die stärkere Zusammenarbeit der verschiedenen Bildungsinstitutionen wie Kita, Schule oder Jugendarbeit wird ebenso priorisiert wie die Forderung nach einem verpflichtenden und schnellen Zugang geflüchteter Kinder zur Schule.

Um sozial benachteiligten Kindern bessere Bildungschancen zu ermöglichen, halten die erwachsenen Befragten es in erster Linie für (sehr) wichtig, für mehr zusätzliches und qualifiziertes Personal an Schulen und Kitas zu sorgen, um pädagogische Fachkräfte von organisatorischen Aufgaben zu entlasten. 93 Prozent sind dieser Meinung. Große Zustimmung (91 Prozent) findet auch die Forderung nach einheitlichen Bildungsstandards und -bedingungen in ganz Deutschland, unabhängig vom Bundesland. Eine hohe Bedeutung kommt aus Sicht der erwachsenen Bevölkerung (90 Prozent) zudem einer kostenfreien Bildung von der Kita bis zur Schule, einschließlich Lern- und Unterrichtsmaterialien zu. Auch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Bildungseinrichtungen wie Kita, Schule oder Jugendarbeit findet große Zustimmung (88 Prozent), ebenso eine stärkere finanzielle Förderung von Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Kinder (84Prozent). 80 Prozent halten einen verpflichtenden und schnellen Zugang von geflüchteten Kindern zur Schule in Deutschland, unabhängig vom Bundesland und möglichst direkt nach ihrer Ankunft, für (sehr) wichtig. Vergleichsweise seltener, aber immer noch von der Mehrheit der Befragten, wird ein längeres gemeinsames Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Leistungsniveaus als wichtig oder sehr wichtig genannt (59 Prozent).

Als wichtigste Maßnahme sehen es die Kinder und Jugendlichen an (88 Prozent), dass Kitas, Schulen und Schulmaterial für alle Kinder kostenlos sind. 87 Prozent sind der Meinung, dass in Deutschland für alle Schulen ähnliche Regeln gelten sollten, damit alle Kinder die gleichen Chancen bekommen. Dass geflüchtete Kinder, die nach Deutschland kommen, schnell in die Schule gehen können sollten, meinen 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen. Eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Schulen, Kitas und anderen Angeboten für Kinder wie beispielsweise Jugendtreffs halten 72 Prozent für (sehr) wichtig. Rund zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen (69 Prozent) sind der Meinung, dass es in Schulen mehr Erwachsene geben sollte, die helfen, damit Lehrkräfte mehr Zeit für den Unterricht haben. 61 Prozent der sind der Ansicht, dass Schulen mit vielen Kindern aus armen Familien stärker finanziell gefördert werden sollten. Und etwas seltener wird ein längeres gemeinsames Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Leistungsniveaus als (sehr) wichtig bewertet (49 Prozent).

Als (sehr) wichtige Maßnahme zur direkten Unterstützung sozial benachteiligter Kinder im Schulalltag, um diesen bessere Bildungschancen zu ermöglichen, werden vor allem verbindliche Lern- und Sprachförderangebote (94 Prozent) angesehen. Eine große Mehrheit hält auch Unterstützungsangebote für Familien in belasteten Lebenslagen (91 Prozent) für (sehr) wichtig. Als weitere wichtige Maßnahme wird von den Erwachsenen eine flächendeckende Schulsozialarbeit und psychosoziale Beratung von Schülerinnen und Schülern angesehen. 87 Prozent halten das für (sehr) wichtig. Zudem wird der Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen (82 Prozent) mehrheitlich als (sehr) wichtig bewertet. Etwas seltener (70 Prozent) wird eine individuellere Leistungsbewertung über klassische Noten hinaus als (sehr) wichtig eingeschätzt.

Als wichtige Maßnahmen, um Mitbestimmung, Teilhabe und demokratisches Lernen von Kindern und Jugendlichen in Kita und Schule zu fördern, wird von den Erwachsenen (88 Prozent) insbesondere eine verbindliche Demokratiebildung in Schulen bewertet, um Wissen und Fähigkeiten für ein demokratisches Zusammenleben zu vermitteln. Rund drei Viertel der Erwachsenen (78 Prozent) halten zudem mehr projektbasierten Unterricht, der Schule stärker mit dem sozialen Umfeld verbindet, für (sehr) wichtig. Etwa zwei Drittel der Erwachsenen (67 Prozent) sehen außerdem verbindliche Mitbestimmungsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler, um den Schulalltag aktiv mitzugestalten, als (sehr) wichtig an. Mehr Möglichkeiten für Kinder, in Kitas bei Entscheidungen mitzubestimmen, halten 40 Prozent der erwachsenen Befragten für (sehr) wichtig.

Der Kinderreport 2026 des Deutschen Kinderhilfswerkes, die Fragen und Ergebnisse der Umfragen für den Kinderreport 2026 sowie eine Zusammenfassung des Kinderreports 2026 können unter der Internetseite des Kinderhilfswerkes heruntergeladen werden.