TÜBINGEN (kobinet)
Eine Sport-Lerin soll geehrt werden.
Bei einer Ehrung bekommt eine Person einen Preis oder ein Danke-schön.
Andere Menschen sagen ihr damit: Du hast etwas Tolles geleistet.
Sie heißt Cary Hailfinger.
Sie fährt Roll-Stuhl.
Die Ehrung findet in Tübingen statt.
Das Problem: Die Bühne ist nicht barriere-frei.
Barriere-frei bedeutet: Es gibt keine Hindernisse.
Alle Menschen können überall hin-kommen.
Cary Hailfinger braucht eine Rampe.
Eine Rampe ist eine schräge Fläche.
Menschen im Roll-Stuhl können damit auf erhöhte Plätze fahren.
Ein Unter-nehmer wollte die Rampe bezahlen.
Ein Unter-nehmer hat eine eigene Firma.
Er trifft alle wichtigen Entscheidungen für die Firma.
Alle dachten: Das Problem ist gelöst.
Aber der Ober-Bürger-Meister von Tübingen entschied dagegen.
Er heißt Boris Palmer und gehört keiner Partei an.
Boris Palmer sagte: Die Rampe braucht zu viel Platz.
Viele Menschen sind darüber wütend.
Der Sport-ler Janis Mc-David schrieb auf Face-book:
Palmer spricht von Pragma-tismus.
Pragma-tismus bedeutet: Man sucht nach einfachen Lösungen.
Man denkt nicht an Regeln.
Man fragt nur: Was hilft am schnellsten?
Aber seine Entscheidung löst das Problem nicht.
Palmer nannte mehrere Gründe gegen die Rampe.
Für jeden Grund gibt es eine Antwort.
Ein Argument ist eine Erklärung für eine Meinung.
Mit einem Argument will man andere Menschen überzeugen.
Ein Gegen-Argument ist eine Antwort darauf.
Man erklärt damit: Ich bin anderer Meinung.
Argument 1: Die Rampe kostet 1.200 Euro.
Alle anderen Gäste kosten je 10 Euro pro Person.
Gegen-Argument: Nicht Cary verursacht die Kosten.
Fehlende Barriere-Freiheit verursacht die Kosten.
Außerdem helfen Rampen künftig allen Menschen.
Argument 2: Man kann sie unten ehren.
Die Bühne ist keine Aus-zeichnung.
Eine Aus-zeichnung ist ein Preis für gute Arbeit.
Man bekommt sie für besondere Leistungen.
Gegen-Argument: Dann ehrt alle unten!
Sonst ist das eine Ungleich-Behandlung.
Ungleich-Behandlung bedeutet: Eine Person wird schlechter behandelt als andere.
Das ist ungerecht.
Argument 3: Es fallen 40 Sitz-plätze weg.
Gegen-Argument: Dann ist der Raum ungeeignet.
Barriere-Freiheit ist kein Extra.
Alle müssen Barriere-Freiheit von Anfang an planen.
Argument 4: Die Stadt spendet stattdessen 600 Euro.
Gegen-Argument: Eine Spende ersetzt kein Recht.
Gleich-Behandlung ist ein Recht.
Man kann Rechte nicht kaufen.
Argument 5: Deutschland hat kein Geld mehr.
Gegen-Argument: Der Tübinger Stadt-Haushalt hat 449 Millionen Euro.
Der Stadt-Haushalt ist das Geld der Stadt.
Damit bezahlt die Stadt alle wichtigen Dinge für die Menschen.
1.200 Euro für eine Rampe sind 0,00027 Prozent davon.
Es gibt aber auch gute Nachrichten.
Die Tübinger Sozial-Bürger-Meisterin heißt Gundula Schäfer-Vogel.
Sie gehört der SPD an.
Sie arbeitet an einer Lösung.
Ein Sponsor könnte die Kosten für eine Rampe bezahlen.
Ein Sponsor ist eine Person oder eine Firma.
Der Sponsor gibt Geld.
Dafür bekommt der Sponsor Werbung.
Cary Hailfinger fordert eine dauer-hafte Lösung.
Die Stadt Tübingen soll Barriere-Freiheit dauerhaft verbessern.

Foto: H. Smikac
TÜBINGEN (kobinet) Der Diskussionspunkt ist bekannt: Es soll die Para-Sportlerin @carys_crps_fight bei einer Sportler-Ehrung in Tübingen geehrt werden, aber der Raum, und vor allem die Bühne sind nicht barrierefrei. Diese Schräge braucht die Frau im Rollstuhl aber, um auf die Bühne zu kommen. (kobinet hatte darüber berichtet) Wir hatten ebenso darüber informiert, dass durch die Spende eines Unternehmers, das Problem gelöst zu sein schien. Aber das ist eben in Tübingen nicht so. Dort hatte der Oberbürgermeister entschieden, dass es diese Schräge nicht geben kann. Die Schräge nehme zu viel Platz weg, hatte der parteilose Oberbürgermeister dann auch dem Südwestdeutschen Rundfunk mitgeteilt. Also: Wenn Oberbürgermeister Palmer entschieden hat, dann bleibt das trotz der Bereitschaft zu Spenden und vieler Proteste von Verbänden auch so - oder ? Auch falls eine solche Entscheidung einen ganzen Stapel europäischer Entscheidungen und deutscher Gesetze verletzt ?
Die Enttäuschung und Entrüstung über eine solche Entscheidung und Haltung von Oberbürgermeister Palmer ist vielfältig. In einem Post von Janis McDavid stellt dieser zum Beispiel in Facebook fest: „Statt aber eine pragmatische Lösung zu finden, spricht der OB von ,mehr Pragmatismus in diesem Land‘ und merkt offenbar nicht, wie wenig seine Argumentation noch mit echter Problemlösung zu tun hat — und wie sehr sie zunehmend behindertenfeindliche Muster bedient.“
Auch die Auflistung seiner Argumente sind interessante und eigentlich nicht zu ergänzen.
Erste Argumet:“Die Rampe kostet 1.200 €. Während für alle anderen Personen mit 10 € pro Person an Kosten gerechnet wird, fallen hier 1.200 € für eine Person an.“
Gegenargument: „Falsches Narrativ! Nicht Cary verursacht die Kosten, sondern fehlende Barrierefreiheit und falsche Planung! Außerdem werden Grundrechte nicht nach Stückzahl vergeben und von einer Rampe profitieren zukünftig alle.“
Zweites Argument: „Die Bühne ist keine Auszeichnung. Man kann sie doch unten ehren.“
Gegenargument: „Wenn die Bühne keine Rolle spielt, würdet ihr alle unten ehren! Sonst ist es die Inszenierung einer Ungleichbehandlung.“
Drittes Argument: „40 Sitzplätze fallen weg.“
Gegenargument: „Dann ist die Location oder das Bühnenkonzept ungeeignet. Barrierefreiheit ist kein Zusatzdekor, das man gegen Sitzplätze abwägt, sondern eine Planungsanforderung.“
Viertes Argument: „Wir spenden stattdessen 600 €“
Gegenargument: „Eine Spende ersetzt kein Recht! Sie ist schön, aber man kann sich von Gleichbehandlung nicht freikaufen.“
Fünftes Argument: „Deutschland und die Kommunen haben kein Geld mehr.“
Gegenargument: Der Tübinger Haushalt hat 2026 ein Volumen von 449 Millionen €. 1.200 € für eine Rampe sind 0,00027 % davon.
Auch wenn Oberbürgermeister weiter gegen die Schräge ist, deutet sich dennoch eine Lösung an. Die Tübinger Sozialbürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel (SPD) sieht die Sache, wie der SWR in der „Tagesschau“ berichtet, nicht so klar wie Palmer, und berichtet: „Gemeinsam mit Führungskräften aus den Fachbereichen und Cary Hailfinger arbeite sie an einer nachhaltigen Lösung, teilte sie dem SWR mit. Eine Möglichkeit wäre durchaus, dass ein Sponsor die Kosten für eine Rampe oder einen Hublift übernimmt.“
Zugleich bleibt jedoch die Forderung der Para-Sportlerin Cary Hailfinger an die Stadt Tübingen zu unterstützen, eine langfristige Lösung für diese mangelhafte Zugängliche zu finden.

Foto: H. Smikac
TÜBINGEN (kobinet) Der Diskussionspunkt ist bekannt: Es soll die Para-Sportlerin @carys_crps_fight bei einer Sportler-Ehrung in Tübingen geehrt werden, aber der Raum, und vor allem die Bühne sind nicht barrierefrei. Diese Schräge braucht die Frau im Rollstuhl aber, um auf die Bühne zu kommen. (kobinet hatte darüber berichtet) Wir hatten ebenso darüber informiert, dass durch die Spende eines Unternehmers, das Problem gelöst zu sein schien. Aber das ist eben in Tübingen nicht so. Dort hatte der Oberbürgermeister entschieden, dass es diese Schräge nicht geben kann. Die Schräge nehme zu viel Platz weg, hatte der parteilose Oberbürgermeister dann auch dem Südwestdeutschen Rundfunk mitgeteilt. Also: Wenn Oberbürgermeister Palmer entschieden hat, dann bleibt das trotz der Bereitschaft zu Spenden und vieler Proteste von Verbänden auch so - oder ? Auch falls eine solche Entscheidung einen ganzen Stapel europäischer Entscheidungen und deutscher Gesetze verletzt ?
Die Enttäuschung und Entrüstung über eine solche Entscheidung und Haltung von Oberbürgermeister Palmer ist vielfältig. In einem Post von Janis McDavid stellt dieser zum Beispiel in Facebook fest: „Statt aber eine pragmatische Lösung zu finden, spricht der OB von ,mehr Pragmatismus in diesem Land‘ und merkt offenbar nicht, wie wenig seine Argumentation noch mit echter Problemlösung zu tun hat — und wie sehr sie zunehmend behindertenfeindliche Muster bedient.“
Auch die Auflistung seiner Argumente sind interessante und eigentlich nicht zu ergänzen.
Erste Argumet:“Die Rampe kostet 1.200 €. Während für alle anderen Personen mit 10 € pro Person an Kosten gerechnet wird, fallen hier 1.200 € für eine Person an.“
Gegenargument: „Falsches Narrativ! Nicht Cary verursacht die Kosten, sondern fehlende Barrierefreiheit und falsche Planung! Außerdem werden Grundrechte nicht nach Stückzahl vergeben und von einer Rampe profitieren zukünftig alle.“
Zweites Argument: „Die Bühne ist keine Auszeichnung. Man kann sie doch unten ehren.“
Gegenargument: „Wenn die Bühne keine Rolle spielt, würdet ihr alle unten ehren! Sonst ist es die Inszenierung einer Ungleichbehandlung.“
Drittes Argument: „40 Sitzplätze fallen weg.“
Gegenargument: „Dann ist die Location oder das Bühnenkonzept ungeeignet. Barrierefreiheit ist kein Zusatzdekor, das man gegen Sitzplätze abwägt, sondern eine Planungsanforderung.“
Viertes Argument: „Wir spenden stattdessen 600 €“
Gegenargument: „Eine Spende ersetzt kein Recht! Sie ist schön, aber man kann sich von Gleichbehandlung nicht freikaufen.“
Fünftes Argument: „Deutschland und die Kommunen haben kein Geld mehr.“
Gegenargument: Der Tübinger Haushalt hat 2026 ein Volumen von 449 Millionen €. 1.200 € für eine Rampe sind 0,00027 % davon.
Auch wenn Oberbürgermeister weiter gegen die Schräge ist, deutet sich dennoch eine Lösung an. Die Tübinger Sozialbürgermeisterin Gundula Schäfer-Vogel (SPD) sieht die Sache, wie der SWR in der „Tagesschau“ berichtet, nicht so klar wie Palmer, und berichtet: „Gemeinsam mit Führungskräften aus den Fachbereichen und Cary Hailfinger arbeite sie an einer nachhaltigen Lösung, teilte sie dem SWR mit. Eine Möglichkeit wäre durchaus, dass ein Sponsor die Kosten für eine Rampe oder einen Hublift übernimmt.“
Zugleich bleibt jedoch die Forderung der Para-Sportlerin Cary Hailfinger an die Stadt Tübingen zu unterstützen, eine langfristige Lösung für diese mangelhafte Zugängliche zu finden.




