Staufen (kobinet)
Es geht um Feind-Bilder.
Und um viel Geld für Waffen.
Sascha Lang ist Podcaster.
Ein Podcaster macht Audio-Beiträge im Internet.
Diese Beiträge kann man kostenlos hören.
Sascha Lang stellt eine wichtige Frage.
Müssen wir wirklich viel Geld für Waffen ausgeben?
Für einen Feind, den es gar nicht gibt?
Sascha Lang schreibt das so:
Wir kaufen Waffen gegen einen Feind.
Waffen kaufen nennt man auch Aufrüsten.
Diesen Feind gibt es aber nicht wirklich.
Das nennt man ein Feind-Bild.
Ein Feind-Bild bedeutet: Eine Person oder Gruppe bekommt die Schuld.
Auch wenn diese Person oder Gruppe nichts Falsches gemacht hat.
Ein Feind-Bild stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein.
Aber es hat schlimme Folgen im echten Leben.
Sascha Lang schreibt weiter:
Sehr viel Geld fließt in Waffen.
Es geht um Milliarden Euro.
1 Milliarde sind 1.000 Millionen Euro.
Dieses Geld fließt dann in Kriege.
Das ist die Meinung von Sascha Lang:
Wir sollen Feind-Bilder abbauen.
Feind-Bilder gibt es gerade sehr oft.
Verbreitet bedeutet: Etwas gibt es sehr oft.
Viele Menschen kennen es oder nutzen es.
Feind-Bilder schaden unserem Zusammen-Leben.
Feind-Bilder können zu Krieg führen.
Das ist eine Gefahr für alle Menschen.
Das ist eine Gefahr für ihr Leben.
Viele Politiker und Politikerinnen nutzen Feind-Bilder.
Diese Politiker sagen: Die Welt hat sich verändert.
Es gibt plötzlich Unsicherheit und Bedrohung.
Eine Bedrohung ist eine Gefahr für Menschen.
Jemand oder etwas könnte Menschen Schaden zufügen.
Deshalb müssen wir uns auf Krieg vorbereiten.
Diese Politiker sagen: Die Welt ist schuld.
Nicht wir.
So tun diese Politiker so, als könnten sie nichts dafür.
Aber nicht die Welt hat sich verändert.
Politiker haben Entscheidungen getroffen.
Diese Entscheidungen haben die Welt verändert.
Das wollen Politiker aber nicht zugeben.
Stattdessen sagen Politiker:
Die Welt lässt uns keine andere Wahl.
Wir müssen kriegs-tüchtig werden.
Kriegs-tüchtig bedeutet: Ein Land ist bereit für Krieg.
Das Land hat viele Waffen und Soldaten.
Das ist nur eine Ausrede.
Dieser Politik können wir nicht vertrauen.
Politiker versprechen immer wieder Sicherheit.
Aber das Gegenteil passiert.
Die Unsicherheit wird größer.
Politiker nennen das Sicherheits-Politik.
Sicherheits-Politik sind Entscheidungen der Regierung.
Diese Entscheidungen sollen Menschen vor Gefahr schützen.
Aber diese Politik macht die Welt unsicherer.
Was können wir tun?
Wir können Feind-Bilder abbauen.
Das wäre ein erster Schritt.
Ein Schritt zu echter Sicherheit.
Wir sollten Frieden vorbereiten.
Nicht Krieg.
Foto: ht
Staufen (kobinet) "Müssen wir derzeit wirklich massiv in Waffen investieren für einen Feind, den es derzeit nach meinem Empfinden nicht gibt", fragt Podcaster Sascha Lang (im Gespräch mit Jennifer Sonntag vom 17. Mai) und liefert die Antwort gleich mit: "Wir bewaffnen uns gegen einen Feind, den es nicht gibt." Folglich gegen einen eingebildeten Feind, ein Feindbild mit anderen Worten. Nur ein Bild also, das als Bild zwar nicht die Realität wiedergibt, abbildet, doch nichtsdestoweniger schlimme Folgen in der Wirklichkeit zeitigt. Nämlich (noch einmal Sascha), "Milliarden, die in Waffen investiert werden, die dann auch wieder in Krieg investiert werden ..."
Sascha möge mir widersprechen, sollte ich ihn missverstehen. Für mich sind seine Worte ein Plädoyer für Feindbild-Abrüstung. Das ich nur unterstützen kann und einmal mehr aufgreifen möchte, da Feindbilder gerade Konjunktur haben und ihr Eigenleben fatale Folgen hat für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Und, sobald Feindbilder zu Rüstung und Krieg verleiten, massiv Leib und Leben bedrohen.
Politiker und Politikerinnen, die zur Zeit wieder ganz selbstverständlich mit Feinbildern hantieren, weisen dabei die Verantwortung gerne von sich und legen sie einer Welt zur Last, die sich nun einmal geändert habe. In der plötzlich Unsicherheit und Bedrohung an der Tagesordnung sind und die uns Feinde wie Putin beschert, so dass gar keine Wahl bleibe, als uns auf Krieg vorzubereiten. – Feindbild-Abrüstung könnte, so denke ich, damit beginnen dieser die Verantwortung von sich schiebenden Entlastungserzählung der Politik entschieden zu widersprechen.
Nicht die Welt hat sich geändert, die Politik hat eine andere aus ihr gemacht!
Lassen wir die arme Welt aus dem Spiel, die kann nichts dafür! Die Politik aber sehr wohl, sie hat unsere Welt verunstaltet, mutwillig! An dem also, was sie selber verbrochen hat, soll die Welt schuld sein. Daran, dass es wieder Krieg gibt und wir uns auf ihn vorbereiten müssen, kriegstüchtig werden. Gegen einen Feind verteidigen müssen und deshalb aufrüsten. So ist das nun mal, kannst Du nichts machen! Das ist die Welt und ob es uns passt oder nicht, sie lässt einem keine andere Wahl. Beschert sie uns Krieg, muss die Politik für Kriegstüchtigkeit sorgen, sich und uns auf Krieg vorbereiten.
Fallen wir auf dieses Abwälzen der politischen Verantwortung herein und werden wie die Lemminge einer unverantwortlichen Politik in den Abgrund folgen? Oder durchschauen wir die fadenscheinige Ausrede von der ohne eigenes politisches Zutun sich verschlechternden Weltlage. Gemäß dem Erzählmuster, erst Pech gehabt und dann kam auch noch Unglück dazu, Putin und Konsorten. Dass jedoch am Narrativ vom Unbeteiligt- und Schuldlossein der hiesigen Politik an der weltpolitischen Schlechtwetterlage, vieles, wenn nicht das meiste unzutreffend ist, zeigt sich am ständig wiederholten und ebenso ständig nicht nur uneingelösten, sondern das genaue Gegenteil bewirkenden Versprechen dieser Politik, mit allem, was sie tue, doch nur für „unsere Sicherheit“ zu sorgen. Denn in Wahrheit ist diese angeblich auf eine „wegen feindlicher Aktivitäten sich permanent verschärfende sicherheitspolitische Lage“ reagierende „Sicherheitspolitik“ bloß ein anderes Wort für politische Verursachung maximaler Unsicherheit.
Feinbild-Abrüstung wäre auf mentaler Ebene ein erster Schritt zurück in Richtung wirklicher Sicherheit. Dem auf verhaltenspraktischer Ebene die Teilnahmeverweigerung an der kriegsdienstlichen Mobilmachung folgen müsste.
Foto: ht
Staufen (kobinet) "Müssen wir derzeit wirklich massiv in Waffen investieren für einen Feind, den es derzeit nach meinem Empfinden nicht gibt", fragt Podcaster Sascha Lang (im Gespräch mit Jennifer Sonntag vom 17. Mai) und liefert die Antwort gleich mit: "Wir bewaffnen uns gegen einen Feind, den es nicht gibt." Folglich gegen einen eingebildeten Feind, ein Feindbild mit anderen Worten. Nur ein Bild also, das als Bild zwar nicht die Realität wiedergibt, abbildet, doch nichtsdestoweniger schlimme Folgen in der Wirklichkeit zeitigt. Nämlich (noch einmal Sascha), "Milliarden, die in Waffen investiert werden, die dann auch wieder in Krieg investiert werden ..."
Sascha möge mir widersprechen, sollte ich ihn missverstehen. Für mich sind seine Worte ein Plädoyer für Feindbild-Abrüstung. Das ich nur unterstützen kann und einmal mehr aufgreifen möchte, da Feindbilder gerade Konjunktur haben und ihr Eigenleben fatale Folgen hat für unser gesellschaftliches Zusammenleben. Und, sobald Feindbilder zu Rüstung und Krieg verleiten, massiv Leib und Leben bedrohen.
Politiker und Politikerinnen, die zur Zeit wieder ganz selbstverständlich mit Feinbildern hantieren, weisen dabei die Verantwortung gerne von sich und legen sie einer Welt zur Last, die sich nun einmal geändert habe. In der plötzlich Unsicherheit und Bedrohung an der Tagesordnung sind und die uns Feinde wie Putin beschert, so dass gar keine Wahl bleibe, als uns auf Krieg vorzubereiten. – Feindbild-Abrüstung könnte, so denke ich, damit beginnen dieser die Verantwortung von sich schiebenden Entlastungserzählung der Politik entschieden zu widersprechen.
Nicht die Welt hat sich geändert, die Politik hat eine andere aus ihr gemacht!
Lassen wir die arme Welt aus dem Spiel, die kann nichts dafür! Die Politik aber sehr wohl, sie hat unsere Welt verunstaltet, mutwillig! An dem also, was sie selber verbrochen hat, soll die Welt schuld sein. Daran, dass es wieder Krieg gibt und wir uns auf ihn vorbereiten müssen, kriegstüchtig werden. Gegen einen Feind verteidigen müssen und deshalb aufrüsten. So ist das nun mal, kannst Du nichts machen! Das ist die Welt und ob es uns passt oder nicht, sie lässt einem keine andere Wahl. Beschert sie uns Krieg, muss die Politik für Kriegstüchtigkeit sorgen, sich und uns auf Krieg vorbereiten.
Fallen wir auf dieses Abwälzen der politischen Verantwortung herein und werden wie die Lemminge einer unverantwortlichen Politik in den Abgrund folgen? Oder durchschauen wir die fadenscheinige Ausrede von der ohne eigenes politisches Zutun sich verschlechternden Weltlage. Gemäß dem Erzählmuster, erst Pech gehabt und dann kam auch noch Unglück dazu, Putin und Konsorten. Dass jedoch am Narrativ vom Unbeteiligt- und Schuldlossein der hiesigen Politik an der weltpolitischen Schlechtwetterlage, vieles, wenn nicht das meiste unzutreffend ist, zeigt sich am ständig wiederholten und ebenso ständig nicht nur uneingelösten, sondern das genaue Gegenteil bewirkenden Versprechen dieser Politik, mit allem, was sie tue, doch nur für „unsere Sicherheit“ zu sorgen. Denn in Wahrheit ist diese angeblich auf eine „wegen feindlicher Aktivitäten sich permanent verschärfende sicherheitspolitische Lage“ reagierende „Sicherheitspolitik“ bloß ein anderes Wort für politische Verursachung maximaler Unsicherheit.
Feinbild-Abrüstung wäre auf mentaler Ebene ein erster Schritt zurück in Richtung wirklicher Sicherheit. Dem auf verhaltenspraktischer Ebene die Teilnahmeverweigerung an der kriegsdienstlichen Mobilmachung folgen müsste.





Und was ist, so werde ich gerade postwendend gefragt, wenn wir unser Feinbild abrüsten, der Feind jedoch nicht das gleiche tut und auch das seine abrüstet? Wenn die hiesige „Verteidigungs- und Sicherheitspolitik“ ihr Feinbild „Putin und Russland“ aufgibt, „der Russe“ aber „stur bleibt“ und die dortigen Propagandamedien davon unbeeindruckt ihr Feinbild vom „kollektiven Westen“ kultivieren?
Feindbild-Abrüstung muß nicht unbedingt gleichzeitig und sofort gegenseitig geschehen. Ein wichtiger Schritt ist schon getan, wenn eine Seite damit beginnt. Denn um das Feind-Feind-Spiel zu spielen und es auf die Dauer fortzusetzen, sind zwei erforderlich, die einander gegenseitig als Feind betrachten und insofern „einträchtig zusammenspielen“. Spielt einer von beiden nicht länger mit, droht das Spiel zu kollabieren oder zu implodieren. Und es verliert vor allem seine Eskalationsdynamik, dieses wechselseitige Sich -Aufschaukeln. Was im Falle der manifest in Krieg umgeschlagenen Feind-Feind-Spiele, die Gewaltspirale unkontrolliert in die Höhe treibt und unter heutigen waffentechnischen Bedingungen am Ende beide Seiten in den Ruin treibt.
Und ganz nebenbei gesagt: Mit einem realistischen Wirklichkeitsbild haben Feindbilder meistens wenig oder überhaupt nicht zu tun. Nehmen wir das von den russischen Medien den westlichen Ländern angetragene Feindbild vom „kollektiven Westen“. Meines Erachtens eine feindliche Fremdzuschreibung, mit der sich hierzulande nur identifizieren kann, wer es mit der hiesigen Realitätsbeschreibung nich so genau nimmt. Weshalb ich es sozial- und kulturwissenschaftlich infomierten Intellektuellen hier im Westen besondes übel nehme, wenn sie (wie etwa Klaus Leggewie) dies kurspolitisch umstandslos das Feinbildangebot vom „kollektiven Westen“ wie eine positive Selbstzuschreibung sich zu eigen machen. Ein Selbstverständnis von uns als dem „kollektiven Westen“erscheint mir sachlich so unzutreffend wie politisch unklug und gefährlich.
Hier der Link zu einem um Feinbild-Abrüstung bemühten Gespräch mit einem hochrangigen deutschen Ex-Militär und einem hochbetagten namhaften Ex-Politiker.
https://www.youtube.com/watch?v=PFcFXtEMfuE
im Auftrag von H.W. Weis