Menu Close

Gemeinsam stark bei Demo zum Disability Pride Month in München am 24. Juli 2026

Bild von der Kundgebung am 24.7.2026 zum Disability Pride Month in München
260724_kundgebung_München
Foto: Boris Kuhn

München (kobinet)

"Was für ein starkes Zeichen für Inklusion und Vielfalt! Bei strahlendem Sonnenschein haben am vergangenen Freitag, den 24. Juli 2026, mehr als 500 Menschen an der Demonstration des Behindertenbeirats anlässlich des Disability Pride Month teilgenommen. Dieser wurde zum ersten Mal in München gefeiert. Unter dem Motto 'Wir sind stolz und wir sind laut. Barrieren werden abgebaut' zog der Demonstrationszug vom Odeonsplatz über die Maximilianstraße, den Thomas-Wimmer-Ring und das Tal bis zum Marienplatz. Gemeinsam machten die Teilnehmenden deutlich: Menschen mit Behinderungen sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft und haben ein Recht auf gleichberechtigte Teilhabe – ohne Barrieren." So heißt es im Bericht des Behindertenbeirats der Stadt München, der zu der Demonstration aufgerufen hatte.

Und weiter heißt es im Bericht des Behindertenbeirat von München:

"Die fröhliche und entschlossene Stimmung war während des gesamten Demonstrationszuges spürbar. Mit Fahnen, Transparenten und viel Engagement wurde ein sichtbares Zeichen für eine inklusive Stadt gesetzt. Viele Passantinnen und Passanten blieben stehen, applaudierten oder zeigten auf andere Weise ihre Unterstützung.

Der Disability Pride Month steht weltweit für Selbstbewusstsein, Vielfalt und die Anerkennung von Behinderung als Teil menschlicher Identität. Gleichzeitig erinnert er daran, dass noch immer viele Barrieren bestehen – im öffentlichen Raum ebenso wie in den Köpfen. Deshalb ist es wichtig, gemeinsam sichtbar zu sein und für eine inklusive Gesellschaft einzutreten.

Den stimmungsvollen Abschluss bildete die Kundgebung am Fischbrunnen auf dem Marienplatz. Dort wehten die Pride-Flaggen im Sommerwind und setzten ein weithin sichtbares Zeichen für Vielfalt, Respekt und Solidarität. Die große Beteiligung hat eindrucksvoll gezeigt: Gemeinsam sind wir stark – und gemeinsam können wir viel erreichen."

Lesermeinungen

Bitte beachten Sie unsere Regeln in der Netiquette, unsere Nutzungsbestimmungen und unsere Datenschutzhinweise.

Sie müssen angemeldet sein, um eine Lesermeinung verfassen zu können. Sie können sich mit einem bereits existierenden Disqus-, Facebook-, Google-, Twitter-, Microsoft- oder Youtube-Account schnell und einfach anmelden. Oder Sie registrieren sich bei uns, dazu können Sie folgende Anleitung lesen: Link
1 Lesermeinung
Neueste
Älteste
Uwe Heineker
30.07.2026 14:53

Bunter Pride-Monat oder politische Ohnmacht? Warum 500 Demonstranten in München ein Weckruf sein müssen

Der Disability Pride Month ist ein wichtiges Signal für das eigene Selbstbewusstsein, für Sichtbarkeit und den Ausbruch aus dem gesellschaftlichen Paternalismus. Doch der unbeschönigte Blick auf die Zahlen der Demonstration in München offenbart eine bittere Realität: In einer Millionenstadt mit über 1,5 Millionen Einwohnern gehen gerade einmal gut 500 Menschen für die Menschenrechte von Personen mit Behinderungen auf die Straße.
Das ist kein Grund zum Jubeln, sondern ein politisches Alarmsignal!
Während der CSD oder Klimademonstrationen am selben Ort routinemäßig Zehntausende mobilisieren, bleibt die Behindertenpolitik gesellschaftlich eine isolierte Nische. Das hat System – und liegt auch an den Grenzen unseres bisherigen Protests:

  • Die Falle des Wohlfühl-Events: Bunte Paraden und Empowerment sind essenziell, aber sie dürfen von der Politik nicht als harmloses Kulturprogramm abgetan werden. Ein wohlwollendes Schulterklopfen von Mandatsträgern bringt keine Verpflichtung der Privatwirtschaft zur Barrierefreiheit im BGG und schafft die Sonderwelten der WfbM nicht ab. Pride ohne unnachgiebige, juristisch untermauerte Rechtsforderungen bleibt wirkungslos.
  • Strukturelle Behinderung des Protests: Dass nicht Tausende auf der Straße waren, liegt keineswegs an fehlendem Interesse der Betroffenen. Es ist das direkte Ergebnis eines Systems, das Menschen mit Behinderungen systematisch immobil hält: Unzugänglicher ÖPNV, fehlende Assistenzkräfte, bürokratische Hürden und die Armut durch WfbM-Almosen verhindern aktiv, dass Betroffene ihr Demonstrationsrecht überhaupt wahrnehmen können.

In meinem Buch „2031 – Deutschland, die Welt blickt auf dich!“ mache ich genau diese Grenze deutlich: Bunte Bilder und einmalige Aktionstage reichen nicht aus, um einen jahrzehntelangen Völkerrechtsbruch zu beenden.
Wir müssen den Übergang schaffen – von der reinen Selbstfeier hin zum organisierten, konsequenten und ungemütlichen Rechteeinfordern. Die Politik wird Rechte nicht freiwillig verleihen, solange sie vor der Kulisse von 500 Demonstrantinnen und Demonstranten gelassen abwarten kann!

#2031Buch #DisabilityPride #München #InklusionJetzt #UNBRK #Barrierefreiheit #Menschenrechte #kobinet #Teilhabe