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Pfiffige Rollifahrer in einem süddeutschen Provinzstädtchen – wovon die zweite Folge handelt

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Storytellingserie von Hans-Willi Weis
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Staufen (kobinet) Die erste Folge unserer neuen Reihe spielte im wilden Osten, in Boomtown Görlitz. Dank einer florierenden Rüstungsindustrie erlebt die Stadt eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte sondergleichen. Dass die Herstellung von hochwertigem Verteidigungsgut mit trautem Familienglück aufs schönste harmoniert, beweisen Thekla und Tom und ihr Töchterchen. – In dieser zweiten Folge gehen wir in den Südwesten der Republik, wo wir in einer an sich idyllischen Örtlichkeit anschaulich miterleben, wie der frische Wind der Zeitenwende und der von ihr angestoßene Aufschwung des Verteidigungswesens auch vor „beschädigtem Leben“ (ein Ausdruck des Philosophen Theodor Wiesengrund Adorno) nicht haltmacht und weiteren Schaden anrichtet.

Willis Topthema: An einem gewöhnlichen Tag in der sicherheitstechnischen Stückgutfertigung – wovon die erste Folge handelt

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Storytellingserie von Hans-Willi Weis
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Staufen (kobinet) Beinahe idyllisch mit einem Kindlein in der Wiege, so beginnt die aktuelle Storytelling-Serie auf kobinet an fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Folge eins spielt in einer ostdeutschen Plattenbauküche. Wir begegnen einer jungen Mutter, die in Heimarbeit den Gamechanger moderner Kriegstechnik fertigt und einem jungen Vater, der das kostbare Verteidigungsgut zügig an die polnische Ostgrenze befördert.

Hans-Willis Topnachricht der Woche

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Storytellingserie von Hans-Willi Weis
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Staufen (kobinet) Hans-Willis Topnachricht der Woche

Ist diesmal seine eigene Storytelling-Folge „Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre“, die ab morgen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen (Dienstag bis Samstag) auf kobinet zu lesen ist. Der Autor und kobinet-Redakteur bedankt sich mit dieser kleinen Aufmerksamkeit bei den Gratulantinnen und Gratulanten zu seinem 75. Geburtstag Anfang Januar. Es freut ihn sehr, dass man ihn nach anfänglichem Fremdeln mittlerweile liebgewonnen hat und auf kobinet nicht mehr missen möchte.

Reden wir darüber: Behinderung, Begehren und Selbstbestimmung im Podcast Sonntag trifft IGEL

Sharepic zum IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL vom 18.1.2026
Sharepic zum IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL vom 18.1.2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Reden wir darüber: Behinderung, Begehren und Selbstbestimmung – Feedbackrunde“, so lautet der Titel der Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) ausgestrahlt wurde. Themen wie Umzug ohne Internet, Pflegeorganisation nach einem schweren Unfall und die praktischen wie emotionalen Belastungen von Assistenz und Abhängigkeit bilden den Einstieg, wie es u.a. in der Ankündigung des aktuellen IGEL-Podcast heißt.

Die Erinnerung an die „Euthanasie“-Verbrechen ist nicht nur eine historische Aufgabe

Symbol Ausrufezeichen
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Foto: ht

Kassel / Hadamar (kobinet) „Auch heute erleben viele Menschen Ausgrenzung. Die Erinnerung an die ‚Euthanasie‘-Verbrechen ist daher nicht nur eine historische Aufgabe. Vielmehr sensibilisiert uns das Schicksal einzelner NS-Verfolgter für Diskriminierung und Ausgrenzung in der Gegenwart. Diese Verbrechen zeigen eindringlich, wie der Weg von Stigmatisierung und Ausgrenzung über die Rhetorik vom ‚lebensunwerten Leben‘ bis hin zum Mord führte. Sie mahnen uns, dass jede Entwertung von Menschen auf eine gefährliche schiefe Ebene führt, auf der es schließlich kein Halten mehr gibt.“ Dies machte Prof. Dr. Jan Erik Schulte, Leiter der Gedenkstätte Hadamar und Leiter des Fachbereichs Archiv, Gedenkstätten, Historische Sammlungen des Landeswohlfahrtsverband LWV Hessen in einem Interview deutlich, dass Dr. Andreas Jürgens mit ihm führte und die kobinet-nachrichten im Folgenden veröffentlichen.

Aus der Chronik des fortwährenden Irrsinns

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
lässt dem Gehör diesmal den Vortritt
Foto: Hubertus Thomasius

Stafen (kobinet) Mit geschlossenen Augen höre ich auf das Geräusch. Was sich nach Neujahrsböller anhört, ist kein Silvesterfeuerwerk, sondern „explodierende Sicherheitstechnik“. Aufgenommen mit dem Handy-Recorder in einem Stadtteil von Damaskus. Bomben, Granaten, Raketen. Einschläge und Explosionen. Zum Einsatz gebrachte militärische Sicherheitstechnik, wie sie auch die Bundesregierung für Milliardenbeträge anschafft. Nicht um sie zum Einsatz zu bringen, sondern um uns „verteidigen zu können, damit wir uns nicht verteidigen müssen“.

Ottmar Miles-Paul will mit Roman Ich will raus Mut zur Inklusion machen

Cover des Romans Ich will Raus von Ottmar Miles-Paul und Helen Weber
Cover des Romans Ich will Raus von Ottmar Miles-Paul und Helen Weber
Foto: Olivia Vieweg

Kassel (kobinet) Anfang Januar 2026 hat Ottmar Miles-Paul seinen zweiten Roman veröffentlicht und am 14. Januar, wird dieser im Rahmen einer Lesung im Dunkeln mit seiner Leseassistentin Sabine Lohner in seiner Heimatstadt Kassel um 18:00 Uhr in den Räumen des Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab) in der Samuel-Beckett-Anlage 6 in 34119 Kassel vorgestellt. Was sich hinter dem vielsagenden Roman-Titel „Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“ verbirgt, was Ottmar Miles-Paul angetrieben hat, seinen zweiten Roman zu schreiben und natürlich, worum es in dem Reportage-Roman geht, darüber sprach kobinet-Redakteur Hartmut Smikac mit Ottmar Miles-Paul.

Buchtipp:

Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion
Cover des Romans Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“
Foto: Olivia Vieweg

Wien (kobinet) „Vom Heim in die Freiheit: Was bedeutet es wirklich, inklusiv zu leben? „Ich will raus“ wirft einen packenden Blick in eine Zukunft, in der diese Frage zentrale Bedeutung gewinnt.“ So leitet Martin Ladstätter vom österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS seinen Buchtipp für den Roman „Ich will raus: Von der Exklusion zur Inklusion“ von Ottmar Miles-Paul ein, den er kurz nach dem Erscheinen gelesen hat. Zudem bietet BIZEPS nach Absprache mit dem Autor die Möglichkeit, den Roman auch kostenfrei herunterzuladen.

Podcast zur Zukunftsplanung: Wunschbüro, Wunschfesttag und Wunschtandems

Cover des IGEL-Podcast zur Lust auf Zukunftsplanung Januar 2026
Cover des IGEL-Podcast zur Lust auf Zukunftsplanung Januar 2026
Foto: IGEL-Media

Schorndorf (kobinet) „Wunschbüro, Wunschfesttag und Wunschtandems: Persönliche Zukunftsplanung in der Stiftung Säntisblick (Schweiz)“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile zwölften Ausgabe zur Persönlichen Zukunftsplanung spricht Ellen Keune mit der Moderatorin für Persönliche Zukunftsplanung Caroline Parpan.

Arbeit, Teilhabe, Alltag: Was Interviews mit Werkstattbeschäftigten zeigen

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Saarbrücken (kobinet) Durch seine Forschung im INCLUREG-Projekt ist Dr. phil. Stephan Schmider häufig in Werkstätten für Menschen mit Behinderung unterwegs. Er führte dort Interviews mit den Beschäftigten, stellte Fragen und analysierte diese im Anschluss daran. So lernte er viele Menschen mit Behinderung in ihrer direkten Arbeitsumgebung kennen. Seine Eindrücke und Ansätze schildert er in einem Beitrag für die kobinet-nachrichten mit dem Titel: „Arbeit, Teilhabe, Alltag: Was Interviews mit Werkstattbeschäftigten zeigen“.

Nachgefragt: Wie erreichen wir mehr politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen?

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Foto: ht

Hannover (kobinet) Noch immer ist politische Teilhabe für Menschen mit Behinderungen keine Selbstverständlichkeit in Deutschland. In der aktuellen Folge „Nachgefragt – Wie erreichen wir mehr politische Teilhabe von Menschen mit Behinderungen?“ des h1 – Fernsehen aus Hannover diskutierte Moderator Christian Draheim mit Betroffenen über die Ursachen, aber auch darüber, was für eine gleichberechtigte Teilhabe erforderlich ist. Zudem berichtet Juliane Harms vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) über das Projekt „Empowerment zur Selbstvertretung“, dass die politische Partizipation von Menschen mit Behinderungen fördern soll. Mandy Müller vom Verein zur Förderung der Autonomie Behinderter (fab), Birger Höhn, Aktivist, Autor und Speaker, Lisa Beannitz, Studentin der Rechtswissenschaften und Lukas Hernicht, Botschafter für unterstützte Kommunikation, haben am Projekt teilgenommen und berichteten in der Sendung über ihre Erfahrungen. Die knapp einstündige Sendung wurde nun auf YouTube eingestellt.

Brauchen wir mehr Geld für Lobbyist*innen und Parteispenden?

Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Zwei Meldungen der letzten Tage haben bei kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul die Frage aufgeworfen, wie die Behindertenbewegung an mehr Geld für Lobbyist*innen und Parteispenden kommen kann. Denn anscheinend öffnen Geld und Lobbyist*innen nicht nur so manche Türen, sondern beeinflussen auch so manche Herzen und Entscheidungen. Warum würden sonst Großspenden an Parteien geleistet bzw. gut bezahlte Lobbyist*innen massenhaft losgeschickt, um Gesetzentwürfe und Abgeordnete zu beeinflussen. Ein aktueller Bericht der Bürgerbewegung Finanzwende zeigt angesichts der Eintragungen im Lobbyregister des Bundestages auf, welche Branchen wieviel Geld in Lobbyarbeit investieren. Behindertenverbände sind in diesem Bericht übrigens nicht erwähnt.

Was bleibt, was kommt, was fehlt? IGEL-Jahresrückblick auf 2025 und Ausblick auf 2026

Logo: IGEL-Monatsrückblick
IGEL-Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kniebis (kobinet) „Was bleibt, was kommt, was fehlt? Ein ehrlicher Inklusions-Jahresrückblick auf 2025 und Ausblick auf 2026“, so hat der Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), Sascha Lang, den am 1. Januar 2026 erschienenen Podcast mit dem Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Dezember 2025 und den damit verbundenen Jahresrückblick auf 2025 getitelt. In der Episode 301 des IGEL-Podcasts blickt Sascha Lang gemeinsam mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten auf das vergangene Jahr 2025 zurück und sie wagen einen Ausblick auf 2026.

Behindertenpolitischer Jahresrückblick 2025: Menschenrechte sind keine Haushaltsposten

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Dillingen (kobinet) „Der behindertenpolitische Blick auf das Jahr 2025 zeigt kein neues Bild, aber ein klareres. Viele bekannte Konflikte traten schärfer hervor, weil politische Entscheidungen, Debatten und Unterlassungen ihre Wirkung unmittelbarer entfalteten. Die Frage war weniger, ob Inklusion gewollt ist, sondern wie belastbar ihre politischen und sozialen Grundlagen tatsächlich sind.“ Dies und vieles mehr schreibt Nico Wunderle in seinem Rückblick auf die Behindertenpolitik im Jahr 2025 für die kobinet-nachrichten.

Ein weiteres gutes Jahr für Diskriminierer und ihre Lobby geht zu Ende

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Nach der Ansicht von Ottmar Miles-Paul geht ein weiteres gutes Jahr für alldiejenigen zu Ende, die behinderte Menschen diskrimieren und daran nichts ändern wollen. Trotz einer kurzzeitigen Verunsicherung als im Dezember 2021 der Koalitionsvertrag der damaligen Ampelregierung veröffentlicht wurde, der entscheidende Gesetzesreformen für mehr Barrierefreiheit und gegen die Diskriminierung behinderter Menschen vorsah, ist es der Diskriminierungslobby auch dieses Jahr und auch unter der neuen schwarz-roten Regierung gelungen, solche für sie herausfordernden Veränderungen zu verhindern. In seinem Kommentar gratuliert kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul der Diskriminierungslobby für ihren anhalten Erfolg in Deutschland. Für 2026 kann er denjenigen, die von Diskriminierungen betroffen sind, leider nur bedingt Hoffnung machen.

Meine Top-Nachricht zum Jahresendspurt ist der 300. IGEL

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Beeindruckt von Sascha Langs IGELfamilie, die wächst und wächst
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Aus der Familie von Sascha Langs IGEL-Podcast, einer auf 1000 Exemplare angelegten Serienproduktion. Glückwunsch zu diesem 300. IGEL-Exemplar „einfach gelebter Inklusion“!
An Sascha Lang und sein Podcast-Team von kobinet-Kolumnist Hans-Willi Weis. – Mit ihrem Anspruch „Inklusion Ganz Einfach Gelebt“ legen sich diese kleinen Stacheltiere mit den allergrößten Tieren an, den Elefanten, ausbuchstabiert den „Elementaren Formen aggressiver neoliberaler Transformation“. Herrschaftstiere, die nichts anderes im Sinn haben als die Inklusionsigel einfach zu schlucken und zu verdauen. Um die Elefanten selbst dann noch zu zwicken und zu zwacken, wenn man als Igel schon in ihrem Bauch gelandet ist und einem die Verdauungssäfte zusetzen, dazu gehören Mut und Ausdauer. Die wünschen wir Sascha Lang und seiner Igelfamilie.

Podcast zur Ausbildung mit Beeinträchtigung

Kopfhörer
Kopfhörer
Foto: snsnep In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat einen Podcast zur betrieblichen Ausbildung eines jungen Mannes mit der chronischen Erkrankung Morbus Crohn veröffentlicht. Es wird geschildert, wie dieser durch die Unterstützung von Familie, Ausbildungsbetrieb und der Handwerkskammer Cottbus seine Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker meistert. Darauf hat Henry Spradau die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.

Auf holprigen Pfaden zur Barrierefreiheit

Orangener Kreis mit dem weißen Buchstaben Z im Kreis und den Buchstaben DF rechts daneben
Logo des zdf
Foto: Pixabay/2247188

MAINZ (kobinet) Der Weg zur Barrierefreiheit ist in Deutschland wohl kaum mit einer gut ausgebauten Autobahn zu vergleichen, vielleicht nicht einmal mit einer wichtigen Bundesstraße. Wer sich für die Entwicklung barrierefreier Bedingungen interessiert, wird immer wieder einmal Fortschritte hinsichtlich der Barrierefreiheit finden, jedoch mindestens ebenso häufig das Argument hören: „Barrierefreiheit ist zu teuer, das können wir uns nicht leisten.“ Gerade unter dem Aspekt des „zu teuer seins“, sollten sich jene, welche dieser Meinung sind, aber auch einmal die Sendungen „Hammer der Woche“ des Zweiten Deutschen Fernsehens – zdf ansehen.

Eine friedliche Welt, nicht von dieser Welt

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Willi’s Blick zur Weihnacht hält in der Dunkelheit der Zeit Ausschau nach „guten Mächten“ des Lichts!
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) In dieser sich verfinsternden Welt, seitens ihrer politischen Großmächte, besteht keine Aussicht auf friedliche Weihnacht. Wie auch, wenn sogar die sich aufstellende Großmacht Europa als selbst erklärte „Großmacht der Werte und der Moral“ zu ihrer Verteidigung auf Abschreckung durch Massenvernichtung setzt. Und sich mit dieser Bereitschaft zur kriegerischen Massentötung mit der „zu bekämpfenden Macht des Bösen“ gleichsam komplizenhaft auf eine Stufe stellt. In diesem unfriedlichen Geist, mit dieser feindseligen Mentalität, ist die persönliche Erfahrung, ein inneres Empfangen der weihnachtlichen Botschaft, unmöglich: „Euch ist ein Kind geboren, der Heiland …“

Herbst der Reformen ohne Verbesserungen für Barrierefreiheit

Sharepic: Im Herbst der Reformen: Wo ist denn nur das BGG mit der Suche im Laubhaufen
Sharepic: Im Herbst der Reformen: Wo ist denn nur das BGG mit der Suche im Laubhaufen
Foto: Juliane Harms mit KI

Berlin (kobinet) Auch wenn wir uns schon seit 16:03 Uhr des 21. Dezember 2025 im kalendarischen Winter befinden, erinnert sich vielleicht noch der eine oder die andere an den großspurig angekündigten Herbst der Reformen. Wenn man sich nicht mehr daran erinnert, auch nicht schlimm, denn aus behindertenpolitischer Perspektive kann man die letzten drei Monate mit dem Spruch „Ohne Spesen nichts gewesen“ abhaken. Denn nach der bereits für den Sommer angekündigten Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) mit Regelungen für mehr Barrierefreiheit auch im privaten Bereich, stolperte die Bundesregierung auch durch den sogenannten Herbst der Reformen, so dass der für den 17. Dezember 2025 anvisierte Beschluss des Kabinetts für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz wieder einmal ausfiel. Folgt dem missglückten Sommer der ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung und dem sogenannten Herbst der Reformen nun der eiskalte Winter einer schon im Ansatz missglückten Reform für mehr Barrierefreiheit? Fragen über Fragen zum Ende eines verlorenen Jahres für eine zukunftsweisende Behindertenpolitik, findet kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.

Positive Bilanz in Sachen Empowerment zur Selbstvertretung

Juliane Harms
Juliane Harms
Foto: bifos

Berlin (kobinet) Um Empowerment zur Selbstvertretung behinderter Menschen, die in Gremien und in der Politik aktiv sind, geht es einem Projekt des Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos). Am 31. Dezember 2025 wäre das ursprünglich auf drei Jahre angelegte Projekt fast zu Ende, so dass kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit der Projektleiterin Juliane Harms über ihre Eindrücke, Erfolgsrfaktoren und weitere Pläne sprach. Dabei erfuhr er, dass es dank der Unterstützung durch die Aktion Mensch gelungen ist, eine Verlängerung des Projektes zu ermöglichen, so dass auch 2026 das Thema Empowerment sowie die Selbstvertretung behinderter Menschen beim bifos eine wichtige Rolle spielen wird und kann.

Einflussnahme privater Stiftungen auf die datenbasierte Steuerung des Bildungssystems

Dr. Brigitte Schumann
Dr. Brigitte Schumann
Foto: Bildungsklick

Düsseldorf (kobinet) Mit der Einflussnahme privater Stiftungen auf die datenbasierte Steuerung des Bildungssystems hat sich die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann noch kurz vor Weihnachten beschäftigt. „Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag vorgenommen, gemeinsam mit den Ländern die datenbasierte Unterrichts- und Schulentwicklung für die nächste Dekade zu etablieren. Welche Rolle spielen dabei private Stiftungen wie die Wübben Stiftung Bildung und die Bertelsmann Stiftung?“ Dieser und anderen Fragen geht Brigitte Schumann in ihrem Beitrag nach, den sie den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

300. Episode des IGEL-Podcast: Vom Kabuff zur Community – Wie aus einer Idee ein Inklusionspodcast wurde

Cover der 300. Episode des IGEL-Podcast und der 30. Sonntag trifft IGEL
Cover der 300. Episode des IGEL-Podcast und der 30. Sonntag trifft IGEL
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Vom Kabuff zur Community – Wie aus einer Idee ein Inklusionspodcast wurde“, so titelt der Macher des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), Sascha Lang, die 300. Episode des IGEL-Podcast. Diese ist zugleich auch die 30. Ausgabe der Reihe „Sonntag trifft IGEL“, bei der sich Jennifer Sonntag und Sascha Lang mit aktuellen Fragen beschäftigen, die behinderte Menschen und vor allem die beiden bewegen. Dieses Mal geht es unter anderem um Weihnachten.

Grenzverletzungen der „Gesellschaft mit begrenzter Hoffnung“ – Karsten Krampitz Roman über die Krüppelkommune von Hartroda

Cover des Roman: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Cover des Roman: Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung
Foto: EDITION NAUTILUS

Mainz / Vallendar (kobinet) Wer noch auf den letzten Metern ein Geschenk sucht, kann einen besonderen Roman unter den Weihnachtsbaum legen. Gerade in Zeiten, wo viele Grenzen überschritten werden, bietet der Roman von Karsten Krampitz einen inspirativen Resonanzraum, ein Feuerwerk von Geschichten aus dem Leben der geschichtsträchtigen Zeit der DDR-Vergangenheit. Matthias Rösch und Sandra Niggemann haben den Roman „Gesellschaft mit begrenzter Hoffnung“ gelesen, waren bei einer Lesung in Frankfurt und haben nun hierzu folgende Rezension für die kobinet-nachrichten verfasst:

Ein Invalide, ein Behinderter, tödliches Opfer von Gentrifizierung?

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Eine wahre Adventsgeschichte aus unserer Zeit (erzählt von H.W. Weis)
Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Staufen (kobinet) So stellt sich ein Todesfall in der Nachbarschaft für Silvia und mich rückblickend dar. Der plötzliche Tod unseres Nachbarn P. E., dessen Invalidität von einem nicht selbst verursachten Autounfall herrührte. In der Adventszeit 2021 wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden. Seine kleine Mietwohnung war der letzte noch bewohnbare Teil eines bereits im Umbau befindlichen Altbaus im Staufener „Hinterstädtchen“. Der neue Hauseigentümer wollte nicht länger mit den Abriss- und Umbauarbeiten warten. Der Tote wurde erst Tage nach seinem Ableben entdeckt. Nach Abschluss der Bau- und Renovierungsarbeiten konnten die drei Wohnungen des nunmehr schmucken Altstadthauses zu einem stattlichen Mietpreis an zahlungskräftige Interessenten neu vermietet werden. – Es folgt die dem vorangegangene traurige Adventsgeschichte. Ein „Best of kobinet“ vom Dezember 2022.

Offener Brief an Rektor der Universität Köln zum Erhalt der Disability Studies Professur

Symbol Ausrufezeichen
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Foto: ht

Köln (kobinet) Dinah Burgmann von der Fachschaft Heilpädagogik der Universität Köln setzt sich seit einigen Wochen zusammen mit vielen anderen Studierenden für den Erhalt der Disability Studies ein. Unter anderem haben Studierende über 250 Postkarten an den Rektor geschrieben, welche im Rektorat abgegeben wurden. Gleichzeitig haben mehrere Fachschaften und der Fakultätsrat der Humanwissenschaftlichen Fakultät einen offenen Brief an den Rektor verfasst. Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten sowohl den offenen Brief an den Rektor der Universität Köln als auch die Antwort, die den Studierenden in dessen Auftrag mittlerweile zugesandt wurde.

Warten auf eine echte BGG-Reform ist Warten auf Godot – Fortsetzung

Frau sitzt wartend vor einer geschlossenen Tür, gesehen durch ein Autofenster.
Warten auf die nächste Reform.
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Wer eine schlechte Reform verabschiedet, stößt nicht zwei Jahre später die nächste an. Mit der Verabschiedung eines mangelhaften Gesetzes gilt ein Thema politisch als erledigt, nicht als gelöst. Es verschwindet aus den Prioritäten, aus Koalitionsverträgen und aus dem öffentlichen Druck. Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung der aktuellen Debatte um die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes.

Der vorliegende Entwurf war von Beginn an strukturell schwach. Er enthielt zahlreiche Ausnahmen, verzichtete auf wirksame Sanktionen und schuf keine einklagbaren Rechte, die im Alltag zu realen Veränderungen geführt hätten. Barrierefreiheit blieb damit dort unverbindlich, wo sie tatsächlich relevant wird im Bestand, bei privaten Anbietern, in den Räumen des täglichen Lebens. Diese Schwächen wurden früh benannt, von Verbänden kritisiert und teilweise sogar als Rückschritt bewertet.

IGEL-Podcast: Konkrete Planungs- und Anwendungsbeispiele mit der Nullschwelle von ALUMAT

Cover des IGEL-Podcast
Cover des IGEL-Podcast
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Konkrete Planungs- und Anwendungsbeispiele mit der Nullschwelle von ALUMAT“, so lautet der Titel der mittlerweile 298. Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL), der von Sascha Lang veröffentlicht wurde. „In der vierten und letzten Folge der ALUMAT-Reihe im IGEL-Podcast steht die praktische Umsetzung von Barrierefreiheit im Fokus. Reinhold Kober von ALUMAT begrüßt die Architektin Kornelia Grundmann sowie Stefan Gaschler, Vertrieb, Objektberatung und Barrierefreiheitsbeauftragter bei ALUMAT. Im Gespräch geht es um konkrete Planungs- und Anwendungsbeispiele rund um die ALUMAT-Nullschwelle und die Frage, warum niveaugleiche Übergänge ein zentraler Baustein inklusiven Bauens sind“, heißt es in der Ankündigung der neuesten Episode des IGEL-Podcast.

Überraschung: Behindertengleichstellungsgesetz-Reform wieder nicht vom Kabinett verabschiedet

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) In der vorweihnachtlichen Zeit ist zuweilen mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen. Dass die Bundesregierung immer wieder für eine Überraschung gut ist, hat sie erneut bewiesen – allerdings in einem negativen Sinne. Die ursprüngliche Verabschiedung des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die eigentlich für heute, den 17. Dezember 2025, im Bundeskabinett vorgesehen und angekündigt war, wurde wieder einmal verschoben. Die Macht der Verhinderer, die Verpflichtungen für mehr Barrierefreiheit bzw. angemessene Vorkehrungen für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen, anscheinend wie der Teufel das Weihwasser scheuen, scheint unermesslich zu sein. Ein ohnehin schon von Wirtschaftsinteressen weichgespülter Referentenentwurf scheint nun anscheinend immer noch zu weitreichend zu sein. Und zwar so weitreichend, dass ein nach langer Blockade durch das CDUgeführte Wirtschaftsministerium und das CSUgeführte Innenministerium freigegebener Entwurf nun erneut blockiert wird. Mitte Januar 2026 könnte nun der vierte Akt im Bundeskabinett für eine Gesetzesreform für mehr Barrierefreiheit anstehen, die inzwischen so peinlich ist, dass sie eigentlich niemand mehr so will, wie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar schreibt.

Werkstätten – das falsche System

eine verwitterte Fassade, gesehen durch ein Autofenster. Starr, blockhaft, funktional.
WfbM – ein überholtes System?
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Die Diskussion über Werkstätten dreht sich oft um Verbesserungen. Mehr Geld. Mehr Rechte. Höhere Übergangsquoten. Das klingt pragmatisch und vernünftig. Trotzdem verfehlt es den Kern. Das Problem ist nicht die Ausgestaltung. Das Problem ist das System.

Inklusion funktioniert nicht nachträglich

Inklusion wird in Deutschland bis heute falsch herum gedacht. Erst werden Menschen mit Behinderung von klein auf separiert. Förderschulen, Sondereinrichtungen, getrennte Sozialräume. Danach soll irgendwann Integration gelingen. Mit 20, 30 oder später soll der Schritt in den allgemeinen Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft plötzlich funktionieren.

Das kann nicht funktionieren. Sozialisierung, Zugehörigkeit und Selbstverständlichkeit entstehen nicht am Ende einer Biografie. Sie entstehen von Anfang an. Wer in Parallelwelten aufwächst, soll später in Strukturen passen, die er nie als Normalität erlebt hat. Das ist kein individuelles Problem. Das ist eine logische Folge der Separation.

Ein inklusives Gesundheitswesen bedeutet von Beginn an gleichwertig gesehen zu werden

Sharepic zum Interview Fensterblick Extern mit Dr. Maria Andrino
Sharepic zum Interview Fensterblick Extern mit Dr. Maria Andrino
Foto: KSL.NRW

Münster / Essen (kobinet)

Dr. Andrino ist promovierte Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Weiterbildungen in Medizinischer Genetik und in der Medizin für Menschen mit Behinderung. Sie hat beim KSL.NRW-Fachtag „Inklusive Gesundheit – Zugänge zur Inklusion im Gesundheitssystem“ einen Impulsvortrag zur medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen in NRW gehalten. Ein Interview mit Dr. Maria del Pilar Andrino Garcia führte Wibke Roth vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben in Nordrhein-Westfalen KSL-NRW, bei dem es u.a. um Missstände im Gesundheitswesen und positive Prognosen geht.

Mein Leben ist keine Kostenstelle

Christian Bayerlein
Christian Bayerlein
Foto: BJOERN LUBETZKI

Koblenz (kobinet)

„Mein Leben ist keine Kostenstelle“, so hat Christian Bayerlein seinen Beitrag auf LinkedIn als Antwort auf einen Gastbeitrag von Kristina Schröder mit dem Titel „Was wir uns künftig nicht mehr leisten können“ in der Welt online tituliert. Sinngemäß geht es dabei darum, dass Persönliche Assistenz zwar wünschenswert, aber für Kommunen „nicht mehr tragbar“ sei. In seiner Antwort bringt Christian Bayerlein als Nutzer Persönlicher Assistenz zum Ausdruck, was er sich von der Politik, den Medien und uns allen wünscht: „Diskutiert über Strukturen. Diskutiert über Effizienz. Diskutiert über faire Löhne in Assistenz und Pflege. Diskutiert über Bürokratie, die Zeit frisst, die Menschen eigentlich für Menschen bräuchten. Aber hört auf, Assistenz so zu framen, als wäre sie eine großzügige Wohltat, die man sich ‚leisten können muss‘. Assistenz ist nicht das Sahnehäubchen auf einem Sozialstaat. Assistenz ist die Rampe in ein Leben, das sonst hinter Stufen verschwindet. Und vor allem: Nichts über uns ohne uns. Wenn über Assistenz gestritten wird, dann nicht in Talkshows über behinderte Menschen – sondern mit uns. Nicht als Symbol. Nicht als Einzelfall. Sondern als Expert*innen unseres eigenen Lebens. Denn ich bin keine Kostenstelle. Ich bin ein Mensch. Und mein Leben ist kein Posten, den man wegkürzen kann, ohne dass es weh tut. Es tut weh. Jeden Tag, wenn solche Texte das Fenster öffnen, durch das Kälte in die Debatte zieht.“

Sinn und Sinnlichkeit sowie Sexuelle Revolution im Rückblick – Editorial

alte Schreibfeder liegt auf einem Brief
Achtung, neue Literaturbeilage!
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Staufen (kobinet) Literaturbeilage

Lieber spät kommen als überhaupt nicht kommen. Hier ist die kobinet-Literaturbeilage, die schon Anfang des Jahres erscheinen sollte, der aber zweimal das Thema Krieg und einmal „Toxische Disability“ in die Quere kamen. Jennifer Sonntags Beitrag erschien zwischenzeitlich bereits woanders, doch egal, gute Texte können nicht oft genug publizistisch gestreut werden.

Vom Lieben gezeichnet

Porträt von Jennifer Sonntat
Die Autorin Jennifer Sonntag
Foto: Jennifer Sonntag

Berlin (kobinet) Wir alle sind Kunst, gezeichnet vom Leben. Ich bin jedoch auch auf prägende Weise vom Lieben gezeichnet und ich habe die Liebe gezeichnet. Nicht selten überraschte ich gerade sehende Mitmenschen mit meinen Wortbildern oder Bildworten, besonders in meinen erotischen Kunst- und Literaturprojekten.

Ein halbes Jahrhundert sexuelle Revolution: Ende einer Utopie

Abbild des Behindertenausweises vom Autor von 1988
Behindertenausweis Hans-Willi Weis
Foto: Hans-Willi Weis

Berlin (kobinet) Literaturbeilage

Dr. Hans-Willi Weis

Zu Tode gesiegt?

Niemand spricht heute mehr von sexueller Revolution. Sie hierzulande zu fordern käme einem Anachronismus gleich in Anbetracht einer noch vor 50 Jahren gänzlich undenkbaren Freiheit der sexuellen Ausdrucksformen sowie einer mittlerweile ganz selbstverständlichen Freizügigkeit im Umgang mit Verhaltensabweichungen bei der sexuellen Orientierung, wie das kultivierte Mainstreamparlando die Sache kulturwissenschaftlich neutral und zugleich vollkommen unaufgeregt zu bezeichnen sich angewöhnt hat. Der Ruf nach einer sexuellen Revolution mag gegenwärtig höchstens noch in jenem Buchtitel Seyran Ates plausibel erscheinen, der sie unlängst für die „islamische Frau“ gefordert hat und dem die beabsichtigte Provokationswirkung nur mehr in  Kreisen islamistischer Fundis einigermaßen sicher sein dürfte. – Wenn in den fortgeschrittenen Gesellschaften Europas und Nordamerikas zurückliegend sich wirklich so etwas wie eine sexuelle Revolution vollzogen hat – und die empirischen Befunde aus den vergangenen Jahrzehnten sprechen dafür – , dann hat sie so gründliche Arbeit geleistet, die vormaligen Verhältnisse – die zwischen den Geschlechtern, die sexualmoralisch normativen und die erotisch phantasmatischen in den Köpfen – derart nachhaltig umgewälzt, dass nicht länger mehr Bedarf nach irgendwelcher sexuellen Revolutionierung empfunden wird und der Begriff selbst seit langem außer Mode gekommen ist.

Aktion Mensch als Instanz des modernen Empowerments

roter Schriftzug
Ein Los für das gute Gewissen
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Aktion Mensch ist heute einer der größten Anbieter von Empowerment Formaten in Deutschland, speziell im Bereich Behinderung und sozialer Teilhabe. Sie entwickeln Seminare, geben Workshops, produzieren Leitfäden, veröffentlichen Newsletter und modellieren ganze kommunale Programme. Sie bestimmen maßgeblich, wie Empowerment aussieht, wie es gelehrt wird und wofür es eingesetzt werden soll. Aktion Mensch ist damit nicht nur Teil des Systems, sie ist eine seiner zentralen Instanzen.

ADHS als Indikator evolutionärer Entwicklung

Grafik Evolution mehrere Menschen von linksnach rechts größer werdend, mit verzerrten Schatten
ADHS und Evolution
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Berlin (kobinet) Eine epigenetisch-humanistische Perspektive. Ein persönlicher Essay von (kobinet) Oliver Gruber, der ADHS als adaptive, evolutionäre Wahrnehmungsform interpretiert und die epigenetische Weitergabe kollektiver Erfahrung fortsetzend beleuchtet. Er schreibt nicht nur, weil es ihn drängt, sondern weil es ihn rettet. Seine Texte entstehen dort, wo gesellschaftlicher Druck auf individuelles Erleben trifft – und Ideen geboren werden, die anecken dürfen, ja sollen. Die gewählte Form und Zeichensetzung sind Teil des inhaltlichen Ausdrucks dieses Essays. Sie spiegeln den inneren Rhythmus neurodivergenten Denkens wider und sind somit selbst Teil der Aussage. Dieses Essay darf kopiert und weitergegeben werden. Änderungen sind nur mit Zustimmung des Autors erlaubt. Der Name des Autors muss angegeben werden.

Offener Brief zur geplanten Schließung des ZeDiSplus zum 31. Dezember 2025 in Hamburg

Sharepic: Disability Studies stärken!
Sharepic: Disability Studies stärken!
Foto: campact

Hamburg (kobinet) Nach der Bekanntgabe der Streichung der Professur zu Disability Studies an der Universität Köln droht auch in Hamburg die Schließung eines wichtigen Angebots aus dem Bereich der Disability Studies. „Wir wenden uns als Mitarbeiter*innen des Zentrums für Disability Studies und Teilhabeforschung (ZeDiSplus) an Sie und die Hamburger Öffentlichkeit. Der Senat plant die Schließung des ZeDiSplus zum 31. Dezember 2025. Wir sehen uns gezwungen, die bisher fehlende wissenschaftliche Auseinandersetzung und ausstehende Beteiligung der betroffenen Wissenschaftler*innen und ihrer wissenschaftlichen Fachverbände zu kommentieren und – ganz im Sinne der Forschungspraxis der Disability Studies – den wissenschaftspolitischen Umgang erneut in der Sache zu thematisieren.“ So heißt es in einem offenen Brief der Mitarbeiter*innen des ZeDiSplus – Sabine Maaß, Jürgen Homann und Siegfried Saerberg – vom Zentrum für Disability Studies und Teilhabeforschung der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie Hamburg, die sich mit einem offenen Brief an zuständige Politiker*innen und an die Öffentlichkeit gewandt haben. Im Folgenden dokumentieren die kobinet-nachrichten den offenen Brief:

Menschen mit Evi Gerhard: Im Gespräch über Alltag, Barrierefreiheit und Inklusion

Infozeichen
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Foto: Susanne Göbel

Würzburg (kobinet)

In der Menschen-Sendung von TVMainFranken vom 5. Dezember 2025 war bei Moderator Patrick Müller Evi Gerhard aus Würzburg zu Gast. „Sie sitzt im Rollstuhl – von Einschränkung möchte sie aber überhaupt nichts wissen. Evi macht deutlich, dass ein Leben mit Behinderung alles andere als stillsteht. Das zeigt sie auch auf ihrem Instagram-Account ‚Aktiv mit Rolli‘. Mit Humor, Offenheit und Ehrlichkeit spricht sie mit Patrick über ihren Alltag, über Barrieren und darüber, was echte Inklusion bedeutet“, wie es in der Ankündigung des knapp 30minütigen Sendebeitrags heißt.

Disability Studies – Verteidigung selektiver Argumente

Ein einzelner leerer Stuhl im beleuchteten Zentrum eines leeren Hörsaals. Im Hintergrund eine Tafel mit dem Schriftzug Disability Studies.
Disability Studies – nun ein Leerstuhl
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet) Die sichtbare Empörung und das unsichtbare Paradox

In Deutschland wird die Streichung des Lehrstuhls für Disability Studies in Köln öffentlich breit verurteilt. Viele Organisationen, Aktivistinnen und Institutionen betonen, die Disability Studies seien unverzichtbar für Teilhabe, Selbstbestimmung und eine inklusive Gesellschaft. Diese Reaktion ist nachvollziehbar. Während die Institution als Symbol verteidigt wird, bleibt die strukturelle Kritik der Disability Studies erstaunlich leise – nicht weil sie fehlt, sondern weil sie von denjenigen, die sich auf sie berufen, nur selektiv übernommen wird. Die zentrale Einsicht dieser Disziplin lautet, dass Behinderung nicht im Individuum entsteht, sondern das Ergebnis gesellschaftlicher Strukturen ist. Daraus ergibt sich eine klare Konsequenz. Inklusion bedeutet keine Möglichkeit, in bestehenden Strukturen mitzumachen, sondern eine Kritik an Strukturen, die Ausschlüsse erzeugen.