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Das Teilhabeplanverfahren – zu kompliziert für den Alltag

Cover des IGEL-Podcast mit Stefan Sandner
Cover des IGEL-Podcast mit Stefan Sandner
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Bonn (kobinet) „Das Teilhabeplanverfahren – zu kompliziert für den Alltag“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „Das Teilhabeplanverfahren gilt als zentrales Instrument des Bundesteilhabegesetzes, doch im Alltag wirkt es oft komplizierter, als es eigentlich sein sollte“, heißt es u.a. in der Ankündigung des IGEL-Podcast. In dieser Episode spricht Sascha Lang mit Stefan Sandner von der Aktion Mensch über eine aktuelle Studie, die genau hier ansetzt. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum ein eigentlich gut gemeintes Verfahren so häufig an der Realität scheitert. Diese Episode des IGEL-Podcast ist der Auftakt zu einer siebenteiligen Reihe rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen am 5. Mai.

Hans-Willis Kurznachricht zur Sicherung der Teilhabe-Finanzierung im Bundeshaushalt

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Foto: ht

Staufen (kobinet) „Dem Kanzler, was des Kanzlers ist – uns Krüppel die Krümel“. Gegen dieses der Bibel entlehnte Haushaltsmittel-Verteilungsprinzip wehren sich „Krüppel gegen Kriegsvorbereitung“ mit der bewährten Ein-Prozent-Forderung. Als Krüppel-Abgabe abzuziehen vom 500 Milliarden Sondervermögen Verteidigung.

Einfaches Bauen soll neues Normal werden

Bild zeigt eine Wohnnungsbaustelle mit Gerüsten und einem Bagger
Mehr Wohnungsbau ist dringend notwendig
Foto: Pixabay/SatyaPrem

BERLIN (kobinet) Zum Wohnungsbau-Tag 2026 des „Verbändebündnis Wohnungsbau“ erklärte der baupolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jan-Marco Luczak: „In Deutschland fehlen hunderttausende Wohnungen, weil Bauen in Deutschland zu lange dauert und zu teuer ist. So kann kein bezahlbarer Wohnraum entstehen. Nach der Einführung des Bau-Turbos müssen unsere Bauvorschriften dauerhaft strukturell entschlackt und auf Schnelligkeit und Effizienz getrimmt werden. Die Baukosten müssen runter, wenn Wohnen bezahlbar bleiben soll.“ In dem Zusammenhang konnten wir von der Redaktion jedoch keinen Hinweis auf barrierefreies Bauen lesen.

Kanzlerbotschaft: Behinderte Menschen sind eine Belastung und kosten viel Geld

Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Foto: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Bundeskanzler Friedrich Merz hat es wieder einmal verpasst, sich auf die Seite behinderter Menschen zu stellen und im Vorfeld des 17. Jahrestages des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention eine klare Botschaft für Inklusion, Teilhabe und Selbstbestimmung zu senden. Und dabei hatte die SPD-Politikerin Heike Heubach ihm in ihrer ersten Frage bei der Befragung der Bundesregierung im Plenum des Bundestages am 25. März 2026 mit dem Verweis auf die UN-Behindertenrechtskonvention eine Steilvorlage gegeben. So bleibt nach den Äußerungen des Kanzlers für kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hauptsächlich der Verweis auf große Behinderteneinrichtungen und die Schicksale behinderter Menschen und ihrer Angehörigen, hohe Kosten durch das Bundesteilhabegesetz und die damit verbundene Belastung der Kommunen sowie die Abwägung, dass den Unternehmen durch die Schaffung von Barrierefreiheit keine zusätzlichen Kosten entstehen dürfen. In seinem Kommentar stellt kobinet-Redakteur also zum 17. Jahrestag des Inkrafttretens der UN-Behindertenrechtskonvention, der heute am 26. März 2026 begangen wird, auf der Basis der Kanzleräußerungen fest: Behinderte Menschen sind eine Belastung und kosten viel Geld.

Habermas über den Zusammenhang seiner Philosophie mit der eigenen Krankheits- und Behinderungserfahrung

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
betrübt über den Tod von Behindertenpeer Habermas
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) In seinem öffentlichen Vortrag zur Entgegennahme des Kyoto-Preises im November 2004 verknüpft Habermas werkgeschichtliche und autobiographische Fäden. Seine Rede ist unter dem Titel „Öffentlicher Raum und politische Öffentlichkeit“ – lebensgeschichtliche Wurzel von zwei Gedankenmotiven – in dem Suhrkamp-Band „Zwischen Naturalismus und Religion, philosophische Aufsätze“ (Frankfurt a.M. 2005) abgedruckt. Aus dieser Ausgabe zitiere ich im folgenden Seite 15 ff.

Hans-Willis traurige Topnachricht aus der vergangenen Woche

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Foto: ht

Staufen (kobinet) ist der Tod des Soziologen und Philosophen Jürgen Habermas, eines Behindertenpeer (dazu demnächst mehr). Ich möchte ihn in meiner redaktionellen Eigenschaft als „Krüppel gegen Kriegsvorbereitung“ auf kobinet ehren und bringe hier noch einmal den Habermas gewidmeten Text aus der letztjährigen Antikriegsserie „Den Masters of War widersprochen“. – Habermas hat für seine durchaus moderate Kritik am neuen deutschen und europäischen Bellizismus infolge des Ukrainekriegs aus Kreisen des linksliberalen intellektuellen und publizistischen Milieus diskursiv Prügel bezogen. Olivgrüne Scharfmacher wie der fragwürdiger Weise mit dem „Friedenspreis des deutschen Buchhandels“ ausgezeichnete Historiker Karl Schlögel richteten gar den Bannstrahl des „Verrats der Intellektuellen“ gegen Habermas antimilitaristische Unbeirrbarkeit. Mir scheint, dass es sich eher umgekehrt verhält. Wer die mahnenden Worte von Habermas aus einer seiner letzten öffentlichen Stellungnahmen aufmerksam liest, wird darin nichts weniger als ein Zeugnis intellektueller Redlichkeit erkennen.

Was uns Inklusion Wert ist

Weg über eine historische Steintreppe
Mühevoller Weg zur Barrierefreiheit
Foto: H. Smikac

SAINT-NAZAIRE (kobinet) In ihrem aktuellen Newsletter spricht die in Frankreich lebende Germanistin und Übersetzerin für leichte Sprache, Andrea Halbritter, wieder ein interessantes Thema an. Sie fragt danach,  wie eigentlich Inklusion aussieht. Diese Frage ergibt sich für sie auch aus der Tatsache,  dass sie häufiger Anfragen nach Menschen mit verschiedenen Behinderungen erhält, die man brauche um die Barrierefreiheit zu testen. Die Aussichten auf die Entlohnung für diese sachkundige Hilfe ist dann aber wohl nur „behelfsmäßig“ zu nennen. So wird ein dm-Gutscheine in Höhe von 20 Euro in Aussicht gestellt oder sogar die Übernahme der Kosten für die Anfahrt. Dieser Beitrag von Andrea Halbritter sollte aus Sicht der kobinet-Redaktion Anlass sein, darüber nachzudenken, wie Inklusion gehen muss sowie endlich einmal ehrlich über die Wertschätzung der Beiträge von Menschen mit Behinderungen zu reden.

Hans-Willis Top-Nachricht zum Frühjahrsbeginn

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Foto: ht

Staufen (kobinet) ist die sofortige Barrierefreiheit des Zugangs zu einer der zentralen Museumsstätten deutscher Geschichte und Politik. Die Meldung „barrierefreier Zugang zur Hohenzollerngruft“ in einer der stündlichen Hauptnachrichtensendungen des Deutschlandfunk hat bei mir und gewiss auch andernorts in der Behindertencommunity eingeschlagen wie eine Bombe. Die überaus zeitgemäße Wendung beschreibt treffender als jedes andere Bild, wie es mir beim Hören der Nachricht ergangen ist: Wie ich aus dem Stand heraus oder vielmehr dem Sitz, denn obzwar behindert, bin ich weder an meinen Sessel noch einen Rollstuhl gefesselt – wie ich also aus dem Stand oder Sitz einen Luftsprung vollführt habe. Nichts habe ich mehr vermisst als den barrierefreien Zugang zur Hohenzollerngruft. Diesem Barrierefreiheitsleuchtturm im Berliner Untergrund. Mit einem im Zuge der Renovierungsarbeiten eingebauten Fahrstuhl geht es von jetzt an barrierefrei hinab in die Katakomben unter dem Berliner Dom. Wo so viele gekrönte Häupter des brandenburgischen Herrschergeschlechts ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. An die siebzig gut erhaltene Totenköpfe sollen es sein aus den Tagen von Preußens Glanz und Gloria. Ein dreifaches Hurra!

„Daumen hoch für Schulstreik gegen Wehrpflicht“! Wo bleiben „Krüppel gegen Kriegsvorbereitung“?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
zurück in Wohlgefallen auf Schulstreikende gegen Wehrpflicht, ermutigend!
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Die fiesen Fragen fieser Männer gekonnt parieren – dazu muss imstande sein, wer sich in einer Art „meinungspolitischem Verdachtsfall“ (z.B. ein „Putin-Versteher“ zu sein) den inquisitorischen Verhör-Fragen von Deutschlandfunk-Redakteuren aussetzt. Redaktions-Mullahs, die als Wächterrat der „liberalen Demokratie“ auftreten. Und diejenigen, die es wagen, ihrem politischen Wahrheitsregime, der militärischen Bedrohungsthese etwa, zu widersprechen, in ein meinungspolitisches Abseits stellen, zu potentiellen Verfassungsfeinden oder Feinden im Innern erklären, sie menschlich und moralisch diskreditieren.

Ich bin mehr als meine Behinderung – Stimmen, Erfahrungen und Diskussionen aus der Community

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL März 2026
Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL März 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Ich bin mehr als meine Behinderung – Stimmen, Erfahrungen und Diskussionen aus der Community“, so lautet der Titel der Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im März 2026 ausgestrahlt wurde. Der monatliche Sonntags-IGEL-Talk geht mittlerweile ins vierte Jahr, so dass sich die beiden dieses Mal auch etwas Zeit genommen haben, zurückzublicken, was in dieser Zeit passiert ist.

Einsatz für Gleichberechtigung nötiger denn je

Nancy Frind am Mikrofon
Nancy Frind am Mikrofon
Foto: privat

Erfurt (kobinet) Der Einsatz für Gleichberechtigung, Inklusion und ein Leben ohne Gewalt bleibt eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe und nötiger denn je. Feministische Bewegungen stehen deshalb weiterhin vor der Aufgabe, laut, sichtbar und solidarisch zu bleiben. So die Einschätzung von Nancy Frind in ihrem Kommentar für die kobinet-nachrichten. Am 8. und 9. März 2026 standen bundesweit Aktionen rund um den Internationalen Frauentag und den feministischen Frauen*streik im Mittelpunkt. Dabei ging es um internationale, feministische und solidarische Zusammenarbeit für mehr Gleichberechtigung. Viele Initiativen und Aktivistinnen machten deutlich: Frauenrechte müssen weiterhin sichtbar eingefordert werden.

IGEL-Podcast: Zero Conference 2026 – der Weg zur Inklusion geht nur in weltweiter Zusammenarbeit

Cover des IGEL-Podcast zur Zero-Conference in Wien
Cover des IGEL-Podcast zur Zero-Conference in Wien
Foto: IGEL-Media

Wien (kobinet) „Zero Conference 2026 – der Weg zur Inklusion geht nur in weltweiter Zusammenarbeit“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „In dieser Episode des IGEL Podcasts nimmt euch Inklusator Sascha Lang mit nach Wien zur Zero Project Conference 2026, einer der weltweit wichtigsten Konferenzen rund um Innovationen für Inklusion und den Abbau von Barrieren“, wie es in der Ankündigung des Podcast heißt.

Podcast zur Zukunftsplanung: Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird?

Cover des Podcast zur Zukunftsplanung vom März 2026
Cover des Podcast zur Zukunftsplanung vom März 2026
Foto: IGEL-Media

Schorndorf (kobinet) „Was haben wir heute getan, damit dein Leben glücklicher wird? – Wertgeschätzte Erfahrungen ermöglichen“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile 13. Ausgabe des Podcast zur Persönlichen Zukunftsplanung spricht Ellen Keune mit Nicolette Blok.

Austausch von Frauenbeauftragten, Werkstatträten und Bewohnerbeiräten in Thüringen

Collage von Bildern von der Veranstaltung am 6.3.26 in Erfurt
Collage von Bildern von der Veranstaltung am 6.3.26 in Erfurt
Foto: Liga Selbstvertretung Thüringen

Erfurt (kobinet) Nancy Frind weiß, was es heißt, auf Unterstützung angewiesen zu sein und sich auf den Weg zu einem selbstbestimmteren Leben und Arbeiten zu machen. Nach einigen Jahren in der Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet sie mittlerweile seit vier Jahren bei der Liga Selbstvertretung Thüringen. Und dabei ist ihr die Förderung des Austausch von Frauenbeauftragten in Einrichtungen, von Bewohner*innenbeiräten und Werkstatträten besonders wichtig. Für den 6. März 2026 hatte Nancy Frind diese daher zu einer Veranstaltung nach Erfurt und online mit einer Lesung und zum Austausch eingeladen. Den kobinet-nachrichten hat sie folgenden Bericht über die Veranstaltung zugesandt.

Inklusion ist mehr als paralympischer Spitzensport

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Saarbrücken (kobinet) Paralympics gelten für viele als Symbol für Inklusion, Sichtbarkeit und sportliche Höchstleistungen von Menschen mit Behinderungen. Regelmäßig wird das internationale Sportereignis als Beleg dafür genannt, dass sich gesellschaftliche Bilder von Behinderung verändern. kobinet-Redakteur Nico Wunderle wirft in seinem Kommentar jedoch einen kritischeren Blick darauf, welche Rolle die Paralympics tatsächlich für Inklusion spielen – und welche Bilder von Behinderung dabei sichtbar werden.

Tag des barrierefreien Tourismus gibt erneut Anlass zur Hoffnung

Mann in dunklem Anzug und hellem Hemd am Rednerpult. Dahinter ein großes Videobild mit seinem Portraitfoto und der IText-nformation über ihn
André Nowak, Sprecher der AG Tourismus während seines Grußwortes zum tag des barrierefreien Tourismus
Foto: DZT

BERLIN (kobinet) Am Rande der Internationalen Tourismus Börse ITB hatte in dieser Woche wieder im City Cube der Berliner Messe der Tag des barrierefreien Tourismus stattgefunden. Von der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) gemeinsam mit dem Länderarbeitskreis „Tourismus für Alle“ , der Arbeitsgemeinschaft „Leichter Reisen – barrierefreie Urlaubsziele in Deutschland“ und der AG Tourismus beim Deutschen Behindertenrat (DBR) vorbereitet, ist es insgesamt eine gute Veranstaltung geworden. In ihr wurden viele Erfahrungen beim Gestalten barrierefreier touristischer Angebote vermittelt, Fortschritte auf diesem Weg aufgezeigt und Rückstände ebenso benannt. Insgesamt also eine rund sechs Stunden andauernde Fachkonferenz, die Anlass zur Hoffnung auf weitere barrierefreie touristische Erlebnisse macht.

Sexualassistenz und -begleitung als Teilhabe und Menschenrecht

Bild zeigt um Hals und Kopf geschlungene Hände einer Frau
Liebe ohne Hindernisse
Foto: Pixabay/Scigola

Berlin (kobinet) Die „Agentur für Berührung“ steht kurz vor ihrem Start als bundesweite Vermittlungsplattform für Sexualassistenz und -begleitung (SA/SB). Ziel ist es, Menschen mit Behinderung, chronischer Erkrankung, im Alter oder in palliativer Situation einen selbstbestimmten Zugang zu Nähe, Sexualität und Lebensqualität zu ermöglichen – durch professionelle, qualifizierte und freiberuflich tätige Sexarbeitende. Damit greift die Initiative eine zentrale gesellschaftliche Versorgungslücke auf: Die Nachfrage nach Sexualassistenz und -begleitung übersteigt nach Informationen der Agentur für Berührung das vorhandene Angebot deutlich, bestehende Strukturen sind regional begrenzt und schwer auffindbar. Die Agentur legt besonderen Wert auf Barrierefreiheit (u.a. Leichte Sprache, Gebärdensprachvideos), Inklusion und hohe Qualitätsstandards. Im Folgenden veröffentlichen die kobinet-nachrichten ein Interview mit der Agentur für Berührung.

Doppelt unsichtbar: Alt und sehbehindert – Muss das sein? Raul Krauthausen zu Gast im Podcast

Porträt von Raul Krauthausen
Zeitzeuge Raul Krauthausen
Foto: Raul Krauthausen

Berlin (kobinet) In Übers Ohr – dem Podcast zum Sehen im Alter – war der Inklusionsaktivist, Medienmacher und engagierte Streiter für echte Beteiligung Raul Krauthausen zu Gast. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Frage, was Teilhabe älterer Menschen mit Sehbehinderung heute – und in Zukunft – tatsächlich bedeutet. Diskutiert wurde die „doppelte Unsichtbarkeit“ von Alter und Behinderung sowie die These: „Lieber behindert alt werden, als alt behindert.“ Deutlich wurde: Inklusion ist kein Wohlfühlbegriff. Sie verlangt Auseinandersetzung, strukturelle Veränderungen und politische Verantwortung. Barrierefreiheit darf nicht von Freiwilligkeit abhängen – sie braucht verbindliche gesetzliche Grundlagen. Und: Menschenrechte dürfen kein Preisschild tragen.

IGEL-Monatsrückblick: Im Sturm der Reformen – Community kämpft weiter für Teilhabe

Cover des IGEL-Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Februar 2026
Cover des IGEL-Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Februar 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Im Sturm der Reformen – Community kämpft weiter für Teilhabe“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Februar 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Februar 2026 bestimmt haben. Nicht fehlen darf dabei natürlich nicht der am 11. Februar 2026 vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes und die massive Kritik behinderter Menschen und ihrer Verbände.

Nancy Frind: Vier Jahre auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt statt in der Werkstatt

Nancy Frind
Nancy Frind
Foto: privat

Erfurt (kobinet) Heute ist für Nancy Frind aus Thüringen ein besonderer Tag. Am 1. März 2022 hatte sie ihren ersten Arbeitstag bei der Liga Selbstvertretung in Thüringen und ihren ersten richtigen Job, sozialversichert und mit richtigem Lohn. Vorher hatte sie sieben Jahre lang in einer Werkstatt für behinderte Menschen gearbeitet und Schritt für Schritt gemerkt, dass sie mehr kann und mehr will. Das Sozialamt hat ihr entscheidend dabei geholfen, dass sie seit vier Jahren der Förderung des Budget für Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt arbeiten kann. Und Nancy Frind hat auch einen Tipp für all diejenigen, die ebenfalls sagen: „Ich will raus“ – aus der Werkstatt oder dem Wohnheim: „Seid laut, sucht euch Unterstützung und nutzt eure Chancen!“ kobinet-Redakteur sprach mit der engagierten Frau aus Thüringen, die immer wieder Aktzente für die Rechte behinderter Menschen und dabei besonders auch für behinderte Frauen setzt.

ÖPNV-Streik: Einblick in den Alltag behinderter Menschen mit Mobilitätsbarrieren

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Dillingen (kobinet) Behindertenorganisationen haben sich schon so manche bewusstseinsbildende Selbsterfahrungsaktivitäten ausgedacht, um nichtbehinderten Menschen näher zu bringen, was es bedeutet mit einer Behinderung zu leben oder durch Barrieren behindert zu werden. Bürgermeister*innen fuhren mit Rollstühlen durch die Stadt, Abgeordnete setzten sich Dunkelbrillen auf oder Studierende erfuhren, was es bedeutet, wenn man nur die Hälte oder gar nicht hören kann. Die Gewerkschaft ver.di hat in den letzten Tagen al denjenigen, die auf öffentliche Verkehrsmitteln angewiesen sind, aufgezeigt, was es bedeutet, Busse und Bahnen nicht zu nutzen, nach Informationen zu suchen, ob nicht doch ein Bus oder eine Bahn fährt oder mittels des Einsatzes zusätzlichen Geldes mit dem Taxi zur Arbeit, zu Arztterminen oder zu Freizeitaktivitäten zu fahren. So geht es vielen behinderten Menschen häufig. Dass die Streiks aber auch ein Machtgefälle aufzeigen, wer sich was leisten kann, und wie wichtig der Einsatz der Gewerkschaften für faire Löhne ist, damit beschäftigt sich Nico Wunderle in seinem Kommentar nach zwei zum Teil sehr anstrengenden Streiktagen im Öffentlichen Personennahverkehr in vielen Städten Deutschlands. Denn für den Redakteur der kobinet-achrichten Nico Wunderle gehören öffentliche Verkehrsmittel zum Alltag sowie das Streikrecht. Dabei sind Machtverhältnisse und Verkehr für ihn wichtige sozialpolitische Themen.

Aktives Engagement in einem Verein – Das geht! mit DL Verein!

Cover des IGEL-Podcast zum Engagement in Vereinen
Cover des IGEL-Podcast zum Engagement in Vereinen
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Aktives Engagement in einem Verein – Das geht! mit DL Verein!“ So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In der 306. Ausgabe des IGEL Podcasts spricht Sascha Lang mit Hansjörg Lienert über Engagement in Vereinen und darüber, wie digitale Werkzeuge Inklusion konkret ermöglichen können. Im Mittelpunkt steht die Fachanwendung DL-Verein, die speziell dafür entwickelt wurde, Vereinsarbeit barrierefrei zu gestalten und blinden sowie sehbehinderten Menschen aktive Rollen in Organisationen zu ermöglichen – bis hin zu Vorstandsaufgaben.

Keine Bewegung bei Werkstättenreform: Warum der Roman Zündeln an den Strukturen immer noch aktuell ist?

Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Foto: LB Bremen

Kassel (kobinet) Und wieder übergibt die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf heute am 25. Februar 2026 einen Förderscheck an eine Werkstatt für behinderte Menschen. Dieses Mal gehen 3,9 Millionen Euro an die Donau-Ries-Werkstätten GmbH in Nördlingen für die Modernisierung und für weitere Plätze in der Werkstatt. Dies hat nicht nur Kritik bei behinderten Menschen ausgelöst, die sich für Alternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen wie beispielsweise das Budget für Arbeit engagieren, ausgelöst, wie von Nancy Frind. Es wirft auch die Frage auf, ob der im August 2023 von Ottmar Miles-Paul veröffentlichte Roman über die Situation in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen dazu mit dem Titel „Zündeln an den Strukturen“ noch so aktuell wie eh und je ist. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac hat sich mit der Kritik von Nancy Frind an der erneuten Förderung einer Werkstatt in Bayern beschäftigt und sprach mit Ottmar Miles-Paul über die Aktualität seines Romans und warum die Entwicklung bei der Reform des Werkstättensystems eine Schnecke zu sein scheint.

Wie anders noch sich vom ableistischen Menschenbild befreien, wenn argumentative Aufklärung an Grenzen stößt

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
begutachtet das ableistische Menschenbild Tei 2
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Ich fahre fort mit meinen Ausführungen zu Ralph Milewskis grundsätzlichem Nachdenken, über den die Zeiten und die Systeme überdauernden Ableismus und das ihn leitende Menschenbild. Ergebnis meiner vorangehenden Überlegungen war, dass die ideengeschichtlich auf Kants Aufklärungsphilosophie zurückgehende universalistische Moral es bis heute nicht vermocht hat, das ableistische Menschenbild Schachmatt oder außer Kraft zu setzen. Gerade in unserer neoliberalen Gegenwart scheinen die sozioökonomischen Strukturen und die sich aus ihnen ergebenden prägenden Orientierungen und Verhaltensmuster das ableistische Menschenbild erneut zu plausibilisieren und zu einem handlungsleitenden Schema „abzudaten“. – Was also tun?

Irmgard Badura kandidiert für den Nürnberger Stadtrat

Irmgard Badura auf Flyer der Nürnberger Grünen zur Kommunalwahl 2026
Irmgard Badura auf Flyer der Nürnberger Grünen zur Kommunalwahl 2026
Foto: Maximilian Hirschmann

Nürnberg (kobinet) „Nürnberg ist wirklich eine total interessante und auch aktive Stadt. Ich lebe sehr gerne hier. Wir sind geschichtlich höchst interessant, heutzutage extrem bunt, will heißen, wir haben über 50 % Menschen aus verschiedensten Ländern bei uns wohnen. Das ist Chance, aber Herausforderung zugleich: Ich wünsche mir, dass wir mehr miteinander leben, reden und uns begegnen, als nebeneinander in den jeweiligen Blasen“, so bringt Irmgard Badura auf den Punkt, warum sie nicht nur gerne in Nürnberg lebt, sondern am 8. März 2026 bei der Kommunalwahl für die Grünen für den Stadtrat von Nürnberg kandidiert. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit der blinden Politikwissenschaftlerin und ehemaligen Landesbehindertenbeauftragten von Bayern, die sich seit vielen Jahren für die Rechte behinderter Menschen und anderer benachteiligter Gruppen engagiert, über ihre Kandidatur, ihre Chancen und was ihr wichtig ist.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei – die Barrieren bleiben allerdings

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, so heißt es in einem bekannten Karnevalslied, das darauf verweist, dass die närrische Zeit an diesem Tag ein Ende hat, so dass die Kostüme und das übriggebliebene Konfetti für die nächste Karnevalszeit eingepackt werden können. Was behinderten Menschen am Mittwoch vor Beginn der entscheidenden Phase des diesjährigen Karnevals als „vergiftetes Geschenk“, wie Raul Krauthausen den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) bezeichnet, ins Nest gelegt bekamen, wirkt leider auch am Aschermittwoch und wahrscheinlich noch lange danach. Nämlich dahingehend, dass sich in Sachen Abbau von Barrieren in Deutschland auch zukünftig wenig ändern dürfte. Denn behinderte Menschen scheinen eine solch große Bürde für die Gesellschaft zu sein, wie dies Andreas Bethke vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) kritisch hinterfragt, dass Unternehmen vor jeglicher Verpflichtung zur Barrierefreiheit und angemessenen Vorkehrungen für die Teilhabe behinderter Menschen geschützt werden müssen. Am Aschermittwoch ist für behinderte Menschen ganz und gar nicht alles vorbei und es droht ein ewig währendes Katerfrühstück, wenn wir uns nicht engagieren, wie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar feststellt.

Ewiger Ableismus oder doch noch ein Weg, sich vom ableistischen Menschenbild zu befreien?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
begutachtet das ableistische Menschenbild (Teil 1)
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Es wäre schön, wenn das ableistische Menschenbild verschwände wie ein mit Fingern in den Sand gezeichnetes Gesicht am Ufer des Meeres (in Anlehnung an das von Michel Foucault geprägte philosophische Denkbild). Dass dies irgendwann mit dem ableistischen Menschenbild geschieht, darauf sollten wir nicht hoffen, die Erwartung wäre illusorisch. Nicht einmal seine moralische Verurteilung und eine weltweite menschenrechtliche Sanktionierung haben zu nennenswerten oder gar verlässlichen Anzeichen geführt, das ableistische Menschenbild könnte über kurz oder lang im Verschwinden begriffen sein. Im Gegenteil. Das nunmehr bereits jahrzehntelang auf der Welt etablierte neoliberale Wirtschafts- und Gesellschaftssystem hat Strukturen, Institutionen und Verhaltensweisen installiert, die – ungeachtet moralischer Ächtung, gesetzlichen Verbots und juristischer Belangbarkeit ableistischer Diskriminierung – auf ihre Weise dafür sorgen, dass sich das ableistische Menschenbild verfestigt und perpetuiert.

Rollstuhlfahrer auf dem Karnevalswagen – ein starkes Zeichen für mehr Inklusion

Nico Wunderle
Nico Wunderle
Foto: privat

Düsseldorf (kobinet) Vierzehn Plätze. Vierzehn Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator, die beim Rosenmontagszug in Düsseldorf nicht am Rand stehen, sondern mitten im Geschehen dabei sind. Der von der KG Gemeinsam Jeck gebaute Karnevalswagen zeigt eindrucksvoll: Inklusion im Karneval ist möglich – praktisch, sicher und ohne übermäßigen Aufwand.

Identität zuerst – oder definieren wir uns über die Behinderung?

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zum Thema Identität
Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zum Thema Identität
Foto: IGEL-Media

Halle / Bad Segeberg (kobinet) „Identität zuerst – oder definieren wir uns über die Behinderung?“ So lautet der Titel der Episode von Sonntag trifft IGEL – der Sonntagstalk mit Jennifer Sonntag und Sascha Lang, der im Rahmen des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) ausgestrahlt wurde. Jennifer Sonntag und Sascha Lang reden dabei u.a. über eine Frage, die viele schon gehört (oder gedacht) haben: Identität zuerst – oder definieren wir uns über die Behinderung?

Ableismus – Jenseits der Systeme

Symbolische Szene mit zwei getrennten Seiten: links Menschen auf Zahnrädern vor einer Stadt, rechts ein Mann im Rollstuhl und eine Frau mit Gehstock auf isoliertem Boden, dazwischen ein tiefer Riss.
Ableismus jenseits der Systeme
Foto: Ralph Milewski / KI

Fladungen (kobinet) Die Frage, warum Menschen mit Behinderung in nahezu allen Gesellschaften als Problem, Ausnahme oder Belastung behandelt werden, wird meist mit Verweisen auf politische oder wirtschaftliche Systeme beantwortet. Mal gilt der Kapitalismus als Ursache, weil er Menschen nach Produktivität sortiere. Mal der Sozialismus, weil er den normierten Kollektivmenschen erzeuge. Mal die autoritäre Herrschaft, weil sie Abweichung nicht dulde. Doch je weiter der Blick wird, desto weniger trägt diese Zuordnung. Das Grundmuster, Bewertung nach Nützlichkeit, Heroisierung der Helfenden, Trennung der Abweichenden, erscheint unabhängig von der jeweiligen Ordnung. Vielleicht liegt der Ursprung nicht im System, sondern im Menschenbild selbst.

Inklusion scheitert nicht an Fähigkeiten, sondern an Strukturen – Romanrezension: Ich will raus

Buchcover des Romans
Buchcover des Romans „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ mit Klappentext
Foto: BSK

Krautheim (kobinet) „Am Ende stellt man fest: Dieses Buch ist mehr als ein Roman. Es fragt ganz klar: Wem gehört das Leben behinderter Menschen? Den Institutionen, den Gesetzen, den sogenannten Expert*innen – oder den Betroffenen selbst? Und es lässt die Lesenden mit einer unbequemen Erkenntnis zurück: Inklusion scheitert nicht an Fähigkeiten, sondern an Strukturen. ‚Ich will raus  – Von der Exklusion zur Inklusion‘ ist ein starkes Buch, das gelesen werden sollte!“ So fasst die Online-Redakteurin des Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) Anna Koch ihre Rezension zum neuen Roman von Ottmar Miles-Paul mit dem Titel „Ich will raus: von der Exklusion zur Inklusion“ zusammen, die sie auf der Internetseite des BSK veröffentlicht hat.

Neue Podcastreihe: Low Vision Stories

Logo des DBSV
Logo des DBSV
Foto: DBSV

Berlin (kobinet) Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) hat ein neues Audioformat mit dem Titel „Low Vision Stories“ gestartet. „In diesem Podcast begleiten wir blinde und sehbehinderte Menschen bei spannenden Aktivitäten und lernen dabei interessante Persönlichkeiten kennen. In jeder Folge steht eine Person im Mittelpunkt, die offen von ihren Herausforderungen berichtet und davon, wie sie mit Mut und Kreativität Barrieren überwindet“, heißt es in der Ankündigung im Newsletter dbsv-direkt.

Lebenshilfe Bayern: Ableismus im Superheldenkostüm

Schwarz-Weiß-Porträt von Ralph Milewski mit dramatischer Beleuchtung von unten, die markante Schatten und starke Kontraste hervorhebt und dem Bild eine intensive, ausdrucksstarke Wirkung verleiht
Ableismus – da vergeht einem das Lachen!
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Die Lebenshilfe Bayern wirbt für den Freiwilligendienst mit Superhelden und Heldentum unter der Adresse „freiwilligeinheld.de“. Was freundlich und bunt wirken soll, erzählt ein altes ableistisches Märchen: Menschen mit Behinderung erscheinen als Zumutung, Begegnung als Opfergang. Eine Kampagne, die Inklusion verspricht und Ausgrenzung reproduziert.

Mach ein heldenhaftes Jahr bei der Lebenshilfe. Ein Satz, der freundlich klingen soll, bunt, motivierend, jugendlich. Auf den Werbebildern lachen junge Leute in Umhängen und Masken wie aus einem Kindergeburtstag. Superheldenästhetik, Comic-Schrift, gute Laune. Wer wollte da widersprechen.

Maximal gefährdungsignorant, für unsereins mega riskant!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
nimmt zwei Gefährdungsblinde ins Visier
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Der Weckruf gilt Raul Krauthausen und seinem Podcast-Gast Aladin El- Mafaalani. Grob Fahrlässig mindestens, so würde man im Straßenverkehr sagen, wie die beiden in ihrem jüngsten Gespräch das Verteidigungsnarrativ der Mächtigen in Politik und Medien, sprich milliardenschwere Aufrüstung und damit implizit Kriegsvorbereitung, sich zu eigen machen. Kein Wort dazu, welche Gefahr dies angeblich alternativlose Politik insbesondere für behinderte und vulnerable Menschen heraufbeschwört. Welch negative, für uns Behinderte geradezu verheerende Mentalitätsveränderung das permanente Gerede von einer akuten Sicherheitsbedrohung und der eben deshalb notwendigen Kriegsertüchtigung in der nicht behinderten Mehrheitsbevölkerung bewirkt. Dass für diese der Gedanke „Krieg“ und „Behindertsein“ oder „angegriffen werden und sich verteidigen müssen“ eine Horrorvorstellung bedeutet, die reflexhaft Flucht- und Abwehrreaktionen erzeugt. Und bei einem Blick in die Geschichte sogar Schlimmeres!

Hans-Willis Top-Nachricht der Woche

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Staufen (kobinet) Ist, ich zitiere, „eine schreckliche, eine miserable, eine zutiefst gefährliche Entwicklung“, das Ende des New-Start- Atomwaffenabkommens nämlich – wenn das schon ein nüchterner „Sicherheitsexperte“ wie Wolfgang Ischinger sagt, dann ist der Zustand internationaler Politik wirklich desaströs und es steht wahrlich schlimm mit unserer Welt. Sie taumelt am Rande des Abgrunds.

Ina Fischer kandidiert für Stadtrat in Erlangen, um Teilhabe für alle möglich zu machen

Ina Fischer
Ina Fischer
Foto: Grafschaft Erlangen

Erlangen (kobinet) Wenn es in Erlangen um das Thema Inklusion geht, dann mischt Ina Fischer meist mit. Sie hat nicht nur das Projekt Kommune Inklusiv beim Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter koordiniert, sondern mischt immer wieder in der Stadtpolitik mit. Nun kandidiert Ina Fischer für die Stadtratswahl in Erlangen, die am 8. März 2026 stattfindet. Mit ihrer Kandidatúr möchte die blinde Frau vor allem jetzt, wo Demokratie nicht mehr ganz so selbstverständlich ist und Menschen mit Behinderung leider oft nur als „Kostenfaktor“ gesehen werden, laut werden, um Inklusion weiterhin einzufordern und Teilhabe in der Stadt Erlangen für alle möglich zu machen. Dies und vieles mehr hat sie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul im Interview zu ihrer Kandidatur mitgeteilt.

IGEL-Monatsrückblick: Von Pleiten bis Stillstand – auch der Januar bringt die Inklusion nicht nach vorne

Cover des IGEL-Podcast mit dem Monatsrückblick Januar 2026
Cover des IGEL-Podcast mit dem Monatsrückblick Januar 2026
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Von Pleiten bis Stillstand – auch der Januar bringt die Inklusion nicht nach vorne“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Januar 2026 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Januar 2026 bestimmt haben.

Solidarische Katastrophenhilfe unter pazifistischem Vorzeichen, wie das gehen könnte

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
gewährt einen Hoffnungsschimmer, einen Lichtblick
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Zivilgesellschaftlich organisierte solidarische Katastrophenhilfe, die nicht Bestandteil bellizistischer Bevölkerungsschutzpolitik ist und nach deren Pfeife tanzt. Also nicht mit Kriegsvorbereitung verquickt wäre. Sondern eine selbstorganisierte Nothilfe bei klimakatastrophischen Ereignissen wie bei einer Flutkatastrophe oder einem Kollaps von Teilen der Infrastruktur (etwa Stromausfall), ob infolge technischen Versagens oder durch einen kriminellen bzw. politisch extremistischen Anschlag. – „Solidarisches Preppen, wie man Nachbarn zu Katastrophenhelfern macht“, eine Hörspiel-Doku von Fritz Thietz aus dem Jahr 2024 (unlängst zum wiederholten Mal auf Deutschlandfunk zu hören), stellt anschaulich und beispielhaft eine Katastrophenhilfe vor, die nicht sogleich Wasser auf die Mühlen der „Masters of War“ in Politik und Medien ist. „Es sind deine Nachbarn, die bei Katastrophen als erstes helfen“, lautet das handlungsleitende Ausgangsmotto.
Denn wenn etwas passiert, sei nachbarschaftlich solidarisches Preppen das erste und naheliegenste, was hilft. Und es werde etwas passieren, spätestens wenn das Klima kollabiert, sagt der Autor. Wie sieht nachbarschaftlich gemeinsame Vorsorge für den Fall eines Kollaps oder der Katastrophe also konkret aus, angefangen beim Stromausfall…

Deutschlandfunk: Ablei’smus und Philosophie – Behindertenfeindliches Denken hat Tradition

Logo des Deutschlandfunk
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Foto: Deutschlandfunk

Frankfurt / Köln (kobinet) In der Reihe „Hörsaal“ bei Deutschlandfunk Nova wurde am 29. Januar 2026 der Vortrag „Ablei’smus und Philosophie – Behindertenfeindliches Denken hat Tradition“ ausgestrahlt, der auch in der ARD-Audiothek verfügbar ist. „Die Philosophie ignoriert Menschen mit Behinderung oder wertet sie ab, sagt Regina Schidel. Die Philosophin analysiert in ihrem Vortrag diese Diskriminierung in unserer Denktradition und zeigt Wege zu einer nicht-ableistischen Gesellschaft auf“, heißt es u.a. in der Ankündigung des Vortrags.

Tipp: Bruce Springsteens Song Streets of Minneapolis

USA Flagge im Wind
USA Flagge im Wind
Foto: geralt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Kassel (kobinet) In Ergänzung zu seinen Berichten über die Auswirkungen der Einsätze der US-amerkanischen Einwanderungsbehörde ICE auf behinderte Menschen und die behindertenpolitischen Pläne im Entwurf des Regierungsprogramms der AfD für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt empfiehlt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul den aktuellen Song von Bruce Springsteen mit dem Titel „Streets of Minneapolis„, der auf YouTube eingestellt ist und dort bereits weit über 1 Million mal heruntergeladen wurde.