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Zwischen Analyse und Alibi. Die bequeme Rezeption von Mandy Müllers Bachelorarbeit

Detailaufnahme. Apfel hängt am Baum über einem Acker
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm…
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Die Bachelorarbeit von Mandy Müller über die behindertenpolitischen Positionierungen der AfD ist ohne Zweifel eine präzise und notwendige Untersuchung. Sie zeigt, dass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit bei der AfD kein Zufall, sondern strukturelles Prinzip ist. Müller belegt, wie die Partei unter dem Deckmantel des „Schutzes“ behinderter Menschen deren Exklusion als Fürsorge tarnt – mit der perfiden Botschaft, sie seien „besser aufgehoben“ in den geschützten Sonderwelten, die man ihnen bereitwillig zugesteht. Doch so klar und aufrüttelnd diese Analyse auch ist, sie wird schnell zum moralischen Feigenblatt, wenn man sie falsch liest. Und genau das geschieht derzeit.

Meine Erwiderung auf die Oktober-Kolumne

Stephan Riedl mit Glas Cola
Der Autor mit Cola
Foto: Riedl

Berlin (kobinet) Auch im Oktober ruft Hans-Willi Weis zum Nachdenken über Krieg und Frieden auf – doch seine Argumentation bleibt einseitig. Es ist Zeit für eine differenzierte Antwort. Kurz gesagt:
Für einen Verteidigungskrieg ist es gerechtfertigt, Krieg führen zu können. Zu Inklusion gehört auch, bei Sicherheitsfragen mitreden zu können.

1 Einleitung
2 Völkerrechtliche Fakten
3 Angriffs- und Verteidigungskrieg
4 Übertragung auf den Ukraine-Krieg
5 Postheroisch heißt NICHT pazifistisch!
6 Sollten Menschen mit Behinderung Krieg führen können?
7 Fazit

Heike Heubach will Partizipation stärken sowie Barrierefreiheit und Teilhabe vorantreiben

Heike Heubach
Heike Heubach
Foto: Deutscher Bundestag

Berlin (kobinet) Im Interview mit den kobinet-nachrichten betont die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Heubach, dass die Verbändeanhörung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) umgehend stattfinden muss, denn nur mit der Expertise der Betroffenen entstehe ein wirksames und zukunftsfähiges Gesetz. „Dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag – und alle Koalitionspartner stehen in der Pflicht, das auch einzuhalten. Die SPD ist bereit zu liefern. Jetzt müssen CDU und CSU endlich beweisen, dass auch sie es mit Inklusion und Teilhabe ernst meinen“, betonte die selbst gehörlose SPD-Bundestagsabgeordnete unter anderem im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.

IGEL-Monatsrückblick – Disability Pride, Eingliederungshilfe und die Frage: Wer hört uns wirklich?

Logo: IGEL-Monatsrückblick
IGEL-Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Disability Pride, Eingliederungshilfe und die Frage: Wer hört uns wirklich?“ So hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im September 2025 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im September 2025 bestimmt haben. Unter anderem geht es um die Disability Pride Demo in Kassel, Empowerment, die Herausforderungen mit der Eingliederungshilfediskussion und vieles mehr.

Welche Sau treibt die CDU/CSU als nächstes durchs Dorf, um Unsicherheit auszulösen?

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Kassel (kobinet) Man dürfte meinen, dass die Zuwächse der AfD bei der Bundestagswahl und zuletzt bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen bei den demokratischen Parteien einen ernsthaften Prozess des Nachdenkens eingeleitet hätten. Wenn man sich jedoch die Debatten der letzten Wochen über alle möglichen Vorschläge für Kürzungen im sozialen Bereich anschaut, scheint der gesunde demokratische Menschenverstand derzeit vor allem auf Seiten der CDU und CSU nicht weit her zu sein. Die unsäglichen Diskussionen beispielsweise über Kürzungen beim Bürgergeld, der Vorschlag für die Abschaffung der Pflegestufe 1 oder die Debatte um Arztgebühren verunsichern nicht nur. Sie verärgern derzeit viele Wählerinnen und Wähler beziehungsweise treiben sie in die Fänge derjenigen, die mit einfachen Antworten aufwarten und bisherige demokratische Regeln infrage stellen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul fragt sich deshalb, welche Sau als nächstes, vor allem von den Vertreterinnen und Vertretern der CDU und CSU, durchs Dorf getrieben wird, um Menschen noch mehr zu verunsichern.

Ich habe den Absprung aus der Werkstatt geschafft

Nancy Frind
Nancy Frind
Foto: privat

Berlin / Erfurt (kobinet) „Nancy Frind hat fast sieben Jahre in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gearbeitet – als Beschäftigte und später auch als Frauenbeauftragte und Werkstatträtin. Heute ist sie Referentin bei der Liga Selbstvertretung und kämpft für bessere Arbeitsbedingungen, faire Bezahlung und mehr Mitspracherecht. Im Gespräch erzählt sie von Zugehörigkeit und Abhängigkeit in der Werkstatt, vom schwierigen Ausstieg und von ihrer Vision einer inklusiveren Arbeitswelt. In dieser soll es auch weiterhin Werkstätten geben – aber immer mit der Option zu gehen.“ So heißt es zur Information über Nancy Frind im Rahmen eines Interviews, das auf dem Blog Berlinklusiv mit dem Titel „Ich habe den Absprung geschafft“ veröffentlicht wurde.

Unseen Lives stellt vor: Ottmar Miles-Paul

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Ottmar Miles-Paul ist Aktivist, Netzwerker und Autor – und eine prägende Stimme der Bewegung von Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Von Jugend an sehbehindert, setzte er sich unermüdlich für ein selbstbestimmtes Leben ein: als Landesbeauftragter in Rheinland-Pfalz, als Autor einer literarischen Streitschrift gegen institutionalisierte Ausgrenzung und als Strippenzieher im besten Sinne – jemand, der Fäden verbindet, damit Neues entstehen kann. Im Hörstück „Paul hört nicht auf“ erzählt er mit Humor, Klarheit und Nachdruck von Begegnungen, Missverständnissen und Momenten, die seine Haltung geprägt haben. So heißt es in der Ankündigung des knapp 25-minütigen Hörstücks „Paul hört nicht auf“, das im Rahmen des Projekts „Unseen Lives“ von Kulturregen Berlin auf YouTube veröffentlicht wurde.

Willkommen in einer gemeinsamen Welt

Lukas Hernicht sitzt im Rollstuhl vor seinem Talker
Lukas Hernicht sitzt im Rollstuhl vor seinem Talker
Foto: ISL

Kassel (kobinet) „Willkommen in einer gemeinsamen Welt!“ So lautet der Schlusssatz der Rede, die Lukas Hernicht am 27. September 2025 auf der Kundgebung der Disability Pride Demo in Kassel hielt. In der Rede, die Lukas Hernicht von der Selbstvertretung junger Menschen mit Behinderungen (jumemb) mittels eines Sprachcomputers hielt, skizziert er eine Welt, in der er mit seinem hohen Unterstützungsbedarf gleichberechtigt und selbstbestimmt mit der nötigen Assistenz leben kann. Da es nicht üblich ist, dass Menschen, die einen Talker zur Kommunikation nutzen, auf Kundgebungen zu Wort kommen, dokumentieren die kobinet-nachrichten im Folgenden die Rede von Lukas Hernicht, die dieser dankenswerterweise zur Veröffentlichung bereitgestellt hat.

Kritik an Toilettensituation auf der REHACARE

Lifter in der Toilette bei der REHACARE 2025
Bild von den Liftern in der Toilette auf der REHACARE 2025
Foto: Anja Schneider

Düsseldorf / Hannover (kobinet) Nicht nur wer eine Reise tut, kann einiges erleben – bei behinderten Menschen trifft zuweilen auch der Spruch „Wer eine Messe besucht, kann einiges erleben“ zu. So erging es zumindest Anja Schneider aus Hannover und einer ihrer Kolleginnen, als sie die diesjährige REHACARE in Düsseldorf besuchten. Eine Messe, von der man meinen dürfte, dass es kein Problem ist, barrierefreie Toiletten zu finden. „Wie kann Inklusion in aller Munde sein und wir Inklusion einfordern, wenn nicht einmal auf einer solchen Veranstaltung die absolut grundlegendsten Bedürfnisse eines Menschen gesichert sind?“ Diese Frage stellt Anja Schneider zum Abschluss des Berichts über ihre Erfahrungen in Sachen Toilettennutzung während der REHACARE, den sie den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Kundenzufriedenheit und Barrierefreiheit in der Zukunft der Bahn

Eisenbahnsignal, das ein rotes Licht zeigt
Auf „Freie Fahrt“ warten
Foto: GoranH In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Die neue Bundesregierung wird immer wieder mit vielen neuen Hoffnungen verbunden. Mit der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ hat nun Wirtschaftsminister Patrick Schnieder „in einem 360-Grad-Blick“ seinen Vorschlag zur Reform der Deutschen Bahn vorgelegt. Nun also endlich Schluss mit den vielen Problemen für alle Bahnreisenden, auch jene mit verminderter Mobilität? Oder zumindest gibt es „Licht am Ende des Tunnels“, beziehungsweise ein erkennbares Ende dieser Probleme in der Ferne? Wer sich diese Agenda einmal in Ruhe anschaut, wird von dieser Hoffnung nur schwer zu überzeugen sein.

Schichtwechsel: Chance auf Arbeitsplatzwechsel oder Propaganda für Aussonderung unter Mindestlohn?

Symbol Fragezeichen
Symbol Fragezeichen mit Schatten
Foto: ht

Berlin (kobinet) Alle Jahre wieder wird der Schichtwechsel zwischen behinderten Beschäftigten in Werkstätten für behinderte Menschen und Mitarbeitern bei Arbeitgebern auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt öffentlichkeitswirksam gepriesen und beklatscht. „Toll, dass Unternehmen ihre Türen für behinderte Menschen aus Werkstätten für behinderte Menschen an diesem Tag öffnen. Toll, dass Beschäftigte aus Unternehmen einen Tag lang in Werkstätten arbeiten, um diese kennenzulernen und Vorurteile abzubauen“, mag die eine oder der andere da denken. Kritischere Geister fragen sich, was bei diesem sogenannten „Schichtwechsel“, der zuweilen auch als „Sichtwechsel“ verstanden werden will, für die behinderten Menschen konkret herauskommt, die mit einem Durchschnittslohn von ca. 230 Euro pro Monat weit unter dem Mindestlohn und ohne ernsthafte Vermittlungschancen von ca. 0,35 Prozent im Jahr in einem Aussonderungssystem verharren müssen. Anlass für einen Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul, der sich fragt, ob der sogenannte Schichtwechsel eher der Propaganda für ein Aussonderungssystem unterhalb des Mindestlohns statt der Vermittlung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt dient.

Herbst der Reformen kann beginnen

Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Person mit kobinet-T-Shirt mit Blick auf den Reichstag
Foto: Susanne Göbel

Berlin (kobinet) Den sommerlichen Temperaturen folgt herbstliches Wetter. Mit dem heutigen Eintritt in den Herbst fragen sich viele Menschen mit Behinderung, was der von Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigte „Herbst der Reformen“ für sie bringen wird. Während der bereits für Mitte Juli 2025 zur Verbändeanhörung angekündigte Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) für mehr Barrierefreiheit – vor allem auch im privaten Bereich – in der Sommerhitze im Wirtschafts- und Innenministerium stecken geblieben ist, wird die derzeitige Diskussion hauptsächlich von Kürzungsvorschlägen im sozialen Bereich dominiert, wie die LIGA Selbstvertretung kritisiert.

REHACARE 2025: Internationale Vielfalt, KI und kritische Lücken

Sascha Lang vom IGEL-Podcast auf der REHACARE 2025
Sascha Lang vom IGEL-Podcast auf der REHACARE 2025
Foto: IGEL-Media

Düsseldorf (kobinet) Mit mehr als 34.000 Besucherinnen und Besuchern aus 88 Ländern und über 800 Ausstellenden aus 40 Nationen hat die REHACARE INTERNATIONAL 2025 erneut ihre Rolle als internationale Leitmesse für Rehabilitation, Prävention, Inklusion und Pflege unter Beweis gestellt. Auffällig war in diesem Jahr die starke Präsenz asiatischer Anbieter, die insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, Robotik und digitaler Assistenzsysteme neue Maßstäbe setzten. Pflege- und Rehatechnik „Made in Asia“ prägte vielerorts das Bild der Messe.

Willis Blick: Was ist „rechts“ und was hat „links“ damit zu tun?

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
schaut politisch nach rechts und links und sieht, es besteht Klärungsbedarf
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Seltsame Frage? Nicht unbedingt, seitdem nach einem Artikel des ZEIT-Feuilletonisten Jens Jessen von Ende August in den politischen Feuilletons genau diese Frage hitzig diskutiert wird. Tenor des Artikels: Schuld am Aufstieg von Rechtsaußen sei die Linke selbst. Wokeness, Diversity und Gendergerechtigkeit seien das größte Geschenk, das die Linke der Rechten machen konnte. Die Co-Vorsitzende der Linkspartei, Ines Schwerdtner, hat noch in derselben ZEIT-Ausgabe den Vorwurf Jessens zurückgewiesen. Zurzeit schaukelten sich wieder einmal rechte und linke Ränder gegenseitig hoch. Auch darüber, was es mit der politischen Mitte auf sich hat, wird in diesem Zusammenhang gestritten.

Sonntag trifft IGEL: Mobbing stoppen – Kinder wie Erwachsene brauchen Schutz

Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zum Thema Mobbing
Cover des IGEL-Podcast Sonntag trifft IGEL zum Thema Mobbing
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Halle (kobinet) „Mobbing stoppen – Kinder wie Erwachsene brauchen Schutz“, so lautet der Titel des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) aus der Reihe Sonntag trifft IGEL. Nach der Sommerpause sprechen Sascha Lang und Jennifer Sonntag offen über Mobbing – besonders bei Kindern. Ein Tag nach dem Weltkindertag fragen sie: Wie gelingt frühe Inklusion wirklich? Im Fokus stehen Grund- und weiterführende Schulen – Mobbing durch Mitschülerinnen und Mitschüler, aber auch durch Strukturen und teilweise Lehrkräfte, wie es unter anderem in der Ankündigung heißt.

Politische Panzermänner und Panzerfrauen, wohin man sieht (II)

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
nimmt die Rückkehr der soldatischen Männlichkeit ins Visier.

Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Und gleichzeitig fühlen sich zunehmend mehr Behinderte und andere besonders Vulnerable, Kinder und Alte schutzlos und verwundbar. Einem medialen Kriegsgetöse sondergleichen preisgegeben, dürften die meisten von ihnen keine Antwort haben auf die Frage: Was tun? Wie verhalten und wohin mit uns, insbesondere dann, „wenn der Krieg zu uns kommt“, wie die politischen Panzermänner und Panzerfrauen dies als immer wahrscheinlicher beschwören? Werden Blinde mit ihren Stöcken, Gehbehinderte in ihren Rollstühlen draußen zu sehen sein, hastig unterwegs zu einem barrierefreien Schutzraum oder verzweifelt auf der Suche danach? Die Kampfdrohnen und Raketen bereits im Anflug.

Laura Maria Strehl: Frankfurt im Herzen – Visionen für eine inklusive Gesellschaft

Cover des IGEL-Podcast mit Laura-Maria Strehl aus Frankfurt
Cover des IGEL-Podcast mit Laura-Maria Strehl aus Frankfurt
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Frankfurt (kobinet) „Frankfurt im Herzen – Visionen für eine inklusive Gesellschaft“, so lautet der Titel des aktuellen Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Zu Gast beim Inklusator Sascha Lang ist diesmal die 22-jährige Laura Maria Strehl. Sie brennt nicht nur für Inklusion, sondern auch für Frankfurt, wo sie sich in verschiedenen Bereichen engagiert. „Sie baut Communities, räumt Barrieren aus dem Weg und zeigt: Begegnung wirkt“, wie es in der Ankündigung der aktuellen Episode des IGEL-Podcasts heißt.

Politische Panzermänner und Panzerfrauen, wohin man sieht

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
nimmt die Rückkehr der soldatischen Männlichkeit ins Visier.

Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Ich zitiere Klaus Theweleit: „Die politischen Reden geschehen mit großer Selbstverständlichkeit im Irrealen.“ Das soll heißen: Real ist das blutige Gemetzel des Krieges, die zerfetzten Körper und so weiter.

Berlin: Wo selbstbestimmte Assistenz gezielt torpediert wird

Ottmar Miles-Paul
Ottmar Miles-Paul
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) „Wer Selbstbestimmung nicht will, findet Wege, diese zu verhindern – auch wenn das mehr kostet.“ Dieses Motto trifft auf die derzeitige Situation in Berlin in Sachen Finanzierung der Persönlichen Assistenz für behinderte Menschen zu, wie aus einem Bericht des Tagesspiegels hervorgeht. Während der Personalmangel in der Behindertenhilfe beklagt wird, werden in Berlin diejenigen bestraft, die selbst Verantwortung übernehmen, Personal suchen und dieses selbst bei sich anstellen, um selbstbestimmter mit Persönlicher Assistenz leben zu können. Ihre Beschäftigten bekommen dabei wesentlich weniger Geld, als wenn die Assistentinnen und Assistenten bei ambulanten Diensten beschäftigt sind und dort die gleiche Tätigkeit ausüben. Und billiger ist es allemal, weil diejenigen, die ihre Assistenz selbst organisieren, keine Miet- und Regiekosten für die Organisation der Assistenz haben. Dass dies der Berliner Verwaltung ein Dorn im Auge ist und so die Selbstbestimmung behinderter Menschen massiv beeinträchtigt wird, darüber schüttelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul den Kopf, wie in seinem Kommentar zu lesen ist.

Das WIRZ haus: Ich lebe meinen Traum statt vom Leben zu träumen

Cover des IGEL-Podcast zur Zukunftsplanung über das WIRZhaus
Cover des IGEL-Podcast zur Zukunftsplanung über das WIRZhaus
Foto: IGEL-Media

Berlin (kobinet) „Das WIRZ haus: Ich lebe meinen Traum, statt vom Leben zu träumen“, so hat Ellen Keune die neueste Ausgabe des Podcasts Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) im Rahmen der Reihe Lust auf Zukunftsplanung getitelt. In dieser mittlerweile zehnten Ausgabe zur Persönlichen Zukunftsplanung besuchte Ellen Keune Angélique Wirz, die Inhaberin des „WIRZ hauses“ in Degersheim (Ostschweiz). Diese erzählt von ihrer beruflichen Reise, die von verschiedenen Jobs bis hin zur Eröffnung ihrer eigenen Kneipe führte. Jetzt lebt sie ihren Traum, der mithilfe eines Traumzirkels Wirklichkeit wurde. Die Folge gibt Einblicke in das „WIRZ haus“, dessen Konzept und die besondere Atmosphäre, wie es in der Ankündigung des Podcasts heißt.

70 Menschen, 16 Workshops, 1 Botschaft: Aktiv werden! IGEL-Podcast zur Mitmachtagung in Kassel

Cover des IGEL-Podcast zur Mitmachtung in Kassel
Cover des IGEL-Podcast zur Mitmachtung in Kassel
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Berlin / Schorndorf (kobinet) 70 Menschen, 16 Workshops, 1 Botschaft: Aktiv werden! – die Mitmachtagung in Kassel sorgt für laute Stimmen für Inklusion“. So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcasts „Inklusion Ganz Einfach Leben“ (IGEL). Zu Gast beim Macher des IGEL-Podcasts Sascha Lang sind diesmal Ellen Keune, Moderatorin des IGEL-Podcasts „Lust auf Zukunftsplanung“ und Aktivistin für Selbstbestimmung, sowie Juliane Harms vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) als Organisatorin der Mitmachtagung, die im Bereich Empowerment und Selbstvertretung arbeitet.

Hans-Willis Nachricht der Woche

Symbol Ausrufezeichen
Symbol Ausrufezeichen mit Schatten
Foto: ht

Staufen (kobinet) Unschwer zu erraten ist es natürlich die Umbenennung des US-Verteidigungsministeriums, des Pentagon, in Kriegsministerium. Eine seit Langem überfällige Korrektur. Eine Richtigstellung, die auch dem hiesigen Kriegsminister gut anstünde. Ein deutsches Kriegsministerium reimte sich gleich viel besser auf die geforderte Kriegstüchtigkeit. Warum mit der Wahrheit noch länger hinterm Berg halten?

#TeilhabeIstKeinLuxus – aber unglaubwürdig aus dem Mund der Lebenshilfe

Weiße Eingangstür, rechts Klingelschild „Lebenshilfe“, über der Tür grobes Holzbrett mit Nägeln, darauf die Aufschrift #TeilhabeIstKeinLuxus.
Lebenshilfe vs. Teilhabe
Foto: Ralph Milewski / KI generiert

Fladungen (kobinet) „#TeilhabeIstKeinLuxus“ – unter diesem Hashtag haben auch die Lebenshilfe und ihre Selbstvertretung ihre Forderung gegen Kürzungen in der Eingliederungshilfe platziert. Die Forderung nach ihrem Erhalt ist legitim und notwendig. Widersprüchlich wird es dort, wo die Lebenshilfe sich diesen Hashtag aneignet. Denn sie steht mit ihren Sonderwelten seit Jahrzehnten für das Gegenteil von echter Teilhabe.

In den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten Hunderttausende Menschen mit Behinderungen zu einem Lohn, der oft nicht mehr als ein Taschengeld ist. Für die meisten bleibt der Übergang in den allgemeinen Arbeitsmarkt eine Illusion. Was als Förderung verkauft wird, ist in Wahrheit ein geschlossenes System, das Menschen vom regulären Arbeitsleben fernhält.

Woher wohl barrierefreier Wohnraum kommen wird ?

Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Flagge Bundesland Nordrhein-Westfalen
Foto: Gemeinfrei, public domain

DÜSSELDORF (kobinet) In der kommenden Woche, am 14. September 2025, finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Dann werden die Volksvertretungen auf der Ebene der Gemeinden, Städte und Kreise im ganzen Bundesland neu gewählt. Wir stehen also vor einer politisch spannenden Woche, und im Ergebnis der Wahlen werden gewiss die Weichen wieder neu gestellt. Was sich verändern wird, ist schwer vorauszusagen. Nur wenige Ergebnisse lassen sich erahnen – zum Beispiel ist wohl die Vermutung berechtigt, dass kaum mehr barrierefreier Wohnraum entstehen wird.

Podcast Bildung, bitte: Inklusion in Deutschland zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Mikrophon und Kopfhörer
Mikrophon und Kopfhörer
Foto: Pexels In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) „Deutschland tut nicht genug, um seine menschenrechtlichen Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention zu erfüllen. Behinderte Menschen haben das Recht auf ein inklusives Bildungssystem, doch stattdessen gibt es in Deutschland ein hochentwickeltes System von Sonderstrukturen. Diese fördern jedoch nur die soziale Segregation. Fast 73 Prozent aller Schülerinnen und Schüler einer Förderschule verlassen die Einrichtung ohne Abschluss und die Kinder verlieren oft den gesellschaftlichen Anschluss“, so heißt es in der Ankündigung des Podcasts „Bildung, bitte!“. Moderator Andreas Bursche spricht mit Inklusions-Aktivist Raul Krauthausen und der 17-jährigen Schülerin und Mitorganisatorin der „Bildungswende, JETZT! Bremen“ Janne Schmidmann über Inklusion und Barrierefreiheit – und warum das weit mehr bedeutet als ein paar Rampen oder Aufzüge, wie es in der Ankündigung heißt.

Was Österreich nach Hamburgs historischem Schritt tun sollte

Lukas Huber
Lukas Huber
Foto: BIZEPS

Wien (kobinet) Über Generationen wurde der Gebrauch der Gebärdensprache im Unterricht systematisch unterbunden und durch den sogenannten „Oralismus“ ersetzt. Am 16. Juli 2025 hat die Hamburgische Bürgerschaft – getragen von SPD, CDU, Grünen und der Linken – eine formelle Entschuldigung für das jahrzehntelange Unrecht gegenüber gehörlosen Menschen beschlossen und zugleich Aufarbeitung, Unterstützungsleistungen sowie die Initiative für einen bundesweiten Entschädigungsfonds angekündigt. Dieser parteiübergreifende Beschluss setzt Maßstäbe im deutschsprachigen Raum. Darüber und was Österreich nach diesem historischen Schritt tun sollte, berichtet der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS mithilfe eines Kommentars von Lukas Huber, dem Generalsekretär des Österreichischen Gehörlosenbundes und Leiter des Gehörlosenverbandes Niederösterreich.

„Ich muss mal raus!“

Angelika Eckly sitzt auf ihrem Rollator vor der Porta Nigra in Trier https://www.youtube.com/watch?v=wAKSHGbZXes
Angelika Eckly sitzt auf ihrem Rollator vor der Porta Nigra in Trier
https://www.youtube.com/watch?v=wAKSHGbZXes
Foto: Peter Kunz

Villmar – Weyer (kobinet) Der Aktivist und Fotograf Peter Kunz redet nicht gerne über Inklusion. Er macht einfach. So hat er auch einfach Frau Ecklys Ausflug nach Trier beobachtet. Nicht kommentiert, nicht gewertet, nicht pädagogisch begleitet. Und keinen Imagefilm für eine Sondereinrichtung gedreht.

Inklusion – der Weg der Würde: Eine sozialphilosophische Betrachtung

Inklusion und Würde
Inkludierte Würde
Foto: Oliver Gruber

Berlin (kobinet) Dieses Essay lädt ein, Inklusion als innere Bewegung zu erfahren – nicht als Pflicht oder Regel, sondern als Resonanz aus dem Herzen. Es öffnet den Blick auf die unsichtbare Kraft des Mitgefühls, die aus dem Inneren heraus Begegnungen verwandelt, verbindet und Gesellschaft formt. Jeder Schritt in Richtung Würde wird damit zugleich ein Schritt in Richtung Menschlichkeit.

IGEL-Monatsrückblick: Kürzen oder Teilhaben? Zwischen Merz, Märchen und Menschenrechten

Logo: IGEL-Monatsrückblick
IGEL-Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kassel (kobinet) „Kürzen oder Teilhaben? – Zwischen Merz, Märchen und Menschenrechten“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im August 2025 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im August 2025 bestimmt haben. Unter anderem geht es um die ungleiche Behandlung beim Blindengeld und dem Einzug der Rundfunk- und Fernsehgebühren, um die 30jährige Präsenz des österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS im Internet und um wachsende Probleme bei humanitären Hilfen.

Der drohende Verlust: Wer hat Angst vor den Disability Studies?

Cover des IGEL-Podcast zu Disability Studies
Cover des IGEL-Podcast zu Disability Studies
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Hamburg / Köln (kobinet) „Der drohende Verlust – Wer hat Angst vor den Disability Studies?“ So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In Deutschland stehen zentrale Strukturen der Disability Studies unter massivem Druck. Im Gespräch mit Dr. Sarah Karim von der Universität Köln und Prof. Dr. Siegfried Saerberg aus Hamburg greift der Macher des IGEL-Podcast, Sascha Lang, die aktuelle Diskussion über drohende Kürzungen bei den Disability Studies in Hamburg und Köln in dieser Ausgabe des IGEL-Podcast auf.

Podcast mit Tina Deeken: Weltrekorde, Eisschwimmen und Inklusion

Cover zum impact ix. Podcast mit Tina Deeken
Cover zum impact ix. Podcast mit Tina Deeken
Foto: impact ix.

Hannover (kobinet) „Im Rahmen des Podcasts impact ix. von innolethix sprachen Meik und Basti mit einer außergewöhnlichen Frau: Tina Deeken, Lehrerin, Para-Sportlerin und mehrfache Weltmeisterin im Para-Eisschwimmen. Das Gespräch beleuchtet nicht nur sportliche Spitzenleistungen, sondern auch die Realität des Parasports, die Herausforderungen der Inklusion und den gesellschaftlichen Impact von Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.“ So heißt es in der Ankündigung der 13. Episode des Podcast impact ix. mit dem Titel „Weltrekorde, Eisschwimmen und Inklusion mit Para-Sportlerin Tina Deeken“.

Eindruck, dass Inklusion seitens der Politik nicht gewollt ist

Uwe Heineker
Uwe Heineker
Foto: privat

Kassel (kobinet) Uwe Heineker engagiert sich schon seit über einem halben Jahrhundert in der Behindertenpolitik. Er kann sich mittlerweile des Eindrucks nicht mehr verwehren, dass Inklusion seitens der Politik – entgegen ihrer Inklusionsrhetorik – in Wirklichkeit nicht gewollt ist. Dies ist eine seiner Aussagen im Interview, das kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit ihm vor allem im Hinblick auf nicht erfolgende und seit langem geforderte Reformen im Werkstätten-System geführt hat.

Hans-Willis philosophische Top-Meldung der Woche

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
macht auf einen verstorbenen Philosophenkollegen aufmerksam
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Vor 125 Jahren, am 25. August 1900, starb der Philosoph Friedrich Nietzsche. Sein Lebtag litt er an schwachem Augenlicht und war überdies chronisch krank. Also einer von uns, ein Behinderter. Ohne Schwerbehindertenausweis, einen solchen Wisch hätte er wahrscheinlich von sich gewiesen. Er verstand sich als Inbegriff des Menschen, „ecce homo“! Wie Ralph Milewski wollte er nicht als Behinderter, sondern als Mensch wahrgenommen und geachtet werden. Obgleich er auf gesellschaftliche Inklusion und Teilhabe an der bürgerlichen Spießerelite gepfiffen hat. Ebenso wie Hans-Willi Weis, da sind wir zwei Philosophen uns einig. Gemeinsam ist uns beiden auch die Lust am Denken. Eine Passion, die heute bei vielen Menschen nicht sonderlich gut ankommt, vielmehr eine allergische Reaktion hervorruft, einen Gaslighting-Reflex. – Wer bei sich diese lästige Antihaltung abbauen möchte, ein erster Schritt erlaubt der SWR-Wissenspodcast.

Hunger auf Bildungsdaten in einem unverändert selektiven Schulsystem

Dr. Brigitte Schumann
Dr. Brigitte Schumann
Foto: Bildungsklick

Düsseldorf (kobinet) „Der Paradigmenwechsel zu einer datengestützten Lern-, Unterrichts- und Schulentwicklung vollzieht sich geräuschlos und präsentiert sich beispielsweise im Rahmen des Startchancenprogramms mit großen bildungspolitischen Versprechungen, während die Lernenden in den Schulen mit immer mehr diagnostischen Tests überzogen und an normierten Leistungsvorgaben in einem unverändert selektiven Schulsystem gemessen werden. Die bildungspolitische und wissenschaflich gestützte Zielperspektive eines Bildungsverlaufsregisters mit Schüler-ID sollte nicht so einfach ohne Diskussion über Sinn und Zweck hingenommen werden.“ Dies schreibt die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann zu einem von ihr auf der Plattform Bildungsklick veröffentlichten Beitrag mit dem Titel „Hunger auf Bildungsdaten“.

Nachgehakt II: BR-Radltour 2025 – „Positives Feedback“ ersetzt keine Informationspflicht

Ein Mann in einen Anzug und Zylinder aus dem Letzte Jahrhundert stzeht bei seinem Hoch-Rad. Schwarz Weiß Foto
35 Jahre BR-Radltour – und immer noch mit Denkweisen von vorgestern!
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Am 9. April 2025 veröffentlichte ich auf kobinet einen Beitrag über die fehlenden Standards zur Barrierefreiheit bei der BR-Radltour, einer der größten und traditionsreichsten Veranstaltungen des Bayerischen Rundfunks. In seiner Antwort erklärte der BR damals, man befinde sich noch in der Planungsphase und arbeite daran, Informationen zur Barrierefreiheit schnellstmöglich bereitzustellen. Heute, Ende August 2025, steht fest: Diese Zusage wurde nicht eingelöst. Bis zum Start der Radltour am 3. August gab es keinerlei veröffentlichte Informationen auf den Seiten des BR oder der Etappenorte.

Auszeit statt Ausbrennen – Raum für Erholung und Zusammenhalt

Cover des IGEL-Podcast zur Familienauszeit
Cover des IGEL-Podcast zur Familienauszeit
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Meitingen (kobinet) „Auszeit statt Ausbrennen – Raum für Erholung und Zusammenhalt“. So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In dieser Episode des IGEL-Podcasts spricht Sascha Lang mit Heike Rabas, Gründerin von Familienauszeit Meitingen e.V. Heike erzählt von ihrer persönlichen Geschichte als Mutter von vier Kindern, darunter einem Sohn mit einer seltenen genetischen Erkrankung und von ihrer Idee für eine Auszeit mit Erholung und Zusammenhalt, wie es in der Ankündigung des Podcast heißt.

Zwei Jahre Zündeln an den Strukturen: Was hat sich im Werkstättensystem verändert?

Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Foto: LB Bremen

Kassel (kobinet) Vor zwei Jahren, Ende August 2023, hat Ottmar Miles-Paul seinen ersten Roman mit dem Titel „Zündeln an den Strukturen“ veröffentlicht. Mit der fiktiven Geschichte der Brandstiftung von Helen Weber und ihren Freunden am Werkstattgebäude öffnet er mit dem Werk den Blick dafür, welche Entwicklungen es für einen inklusiveren Arbeitsmarkt geben könnte, wenn es keine Werkstatt in der Stadt mehr gäbe. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac sprach mit dem Romanautor über sein Werk, aber vor allem darüber, was sich in den zwei Jahren seit dessen Veröffentlichung in Sachen Reform des Werkstättensystems und für die Nutzung des Budget für Arbeit als Alternative zur Werkstatt getan hat.

Krüppel bleib bei deinen Leisten!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Lädt zum Wiederlesen erstklassiker Texte ein, die kobinet barrierefrei dem intelligenten Teil seiner Leserschaft bereitstellt.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Schuster bleib bei deinen Leisten! So lautet das Original. Von einem Bekannten, soeben zum Vorsitzenden des lokalen Behindertenbeirats gewählt, erfahre ich, Tenor in der Lokalpolitik ist es, die Behinderten möchten sich doch bitte auf ihre Angelegenheiten beschränken, Beispiel Bordsteinabsenkung. Und wem das nicht reicht, wer in diesem Sinne behindertenpolitisch nicht spurt, werde mit Angst vor den Russen eingeschüchtert. – Nun bin ich ein Behinderter, der sich so leicht nicht einschüchtern lässt. Ich spreche und schreibe auch über den behindertenpolitischen Tellerrand hinaus über das, was ich politisch und gesellschaftlich um mich her beobachte. Und das ist in der Tat beunruhigend. Was allerdings ein Grund mehr ist, davon nicht zu schweigen!

Vom Tiefpunkt zum Neuanfang: Podcast zu Robins Weg zurück in die Schule

Cover des Podcast Die Macht der Schule
Cover des Podcast Die Macht der Schule
Foto: Podcast Die Macht der Schule

Kassel (kobinet) Im Podcast „Die Macht der Schule“ wurde am 22. August 2025 eine Folge mit dem Titel „Vom Tiefgang zum Neuanfang: Robins Weg zurück in die Schule“ veröffentlicht. „Robin, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt wurde, erzählt, wie er den Weg zurück in die Schule gefunden hat – und was Inklusion im Alltag tatsächlich bedeutet. ‚Ich wollte, dass die anderen mich sehen – nicht nur den Rollstuhl‘, heißt es u.a. in der Ankündigung des Podcast von Rosetta Scianna, ehemalige Schulleiterin und Macherin des Podcast „Die Macht der Schule“.