Menu Close

Eindruck, dass Inklusion seitens der Politik nicht gewollt ist

Uwe Heineker
Uwe Heineker
Foto: privat

Kassel (kobinet) Uwe Heineker engagiert sich schon seit über einem halben Jahrhundert in der Behindertenpolitik. Er kann sich mittlerweile des Eindrucks nicht mehr verwehren, dass Inklusion seitens der Politik – entgegen ihrer Inklusionsrhetorik – in Wirklichkeit nicht gewollt ist. Dies ist eine seiner Aussagen im Interview, das kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit ihm vor allem im Hinblick auf nicht erfolgende und seit langem geforderte Reformen im Werkstätten-System geführt hat.

Hans-Willis philosophische Top-Meldung der Woche

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
macht auf einen verstorbenen Philosophenkollegen aufmerksam
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Vor 125 Jahren, am 25. August 1900, starb der Philosoph Friedrich Nietzsche. Sein Lebtag litt er an schwachem Augenlicht und war überdies chronisch krank. Also einer von uns, ein Behinderter. Ohne Schwerbehindertenausweis, einen solchen Wisch hätte er wahrscheinlich von sich gewiesen. Er verstand sich als Inbegriff des Menschen, „ecce homo“! Wie Ralph Milewski wollte er nicht als Behinderter, sondern als Mensch wahrgenommen und geachtet werden. Obgleich er auf gesellschaftliche Inklusion und Teilhabe an der bürgerlichen Spießerelite gepfiffen hat. Ebenso wie Hans-Willi Weis, da sind wir zwei Philosophen uns einig. Gemeinsam ist uns beiden auch die Lust am Denken. Eine Passion, die heute bei vielen Menschen nicht sonderlich gut ankommt, vielmehr eine allergische Reaktion hervorruft, einen Gaslighting-Reflex. – Wer bei sich diese lästige Antihaltung abbauen möchte, ein erster Schritt erlaubt der SWR-Wissenspodcast.

Hunger auf Bildungsdaten in einem unverändert selektiven Schulsystem

Dr. Brigitte Schumann
Dr. Brigitte Schumann
Foto: Bildungsklick

Düsseldorf (kobinet) „Der Paradigmenwechsel zu einer datengestützten Lern-, Unterrichts- und Schulentwicklung vollzieht sich geräuschlos und präsentiert sich beispielsweise im Rahmen des Startchancenprogramms mit großen bildungspolitischen Versprechungen, während die Lernenden in den Schulen mit immer mehr diagnostischen Tests überzogen und an normierten Leistungsvorgaben in einem unverändert selektiven Schulsystem gemessen werden. Die bildungspolitische und wissenschaflich gestützte Zielperspektive eines Bildungsverlaufsregisters mit Schüler-ID sollte nicht so einfach ohne Diskussion über Sinn und Zweck hingenommen werden.“ Dies schreibt die Bildungsjournalistin Dr. Brigitte Schumann zu einem von ihr auf der Plattform Bildungsklick veröffentlichten Beitrag mit dem Titel „Hunger auf Bildungsdaten“.

Nachgehakt II: BR-Radltour 2025 – „Positives Feedback“ ersetzt keine Informationspflicht

Ein Mann in einen Anzug und Zylinder aus dem Letzte Jahrhundert stzeht bei seinem Hoch-Rad. Schwarz Weiß Foto
35 Jahre BR-Radltour – und immer noch mit Denkweisen von vorgestern!
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Am 9. April 2025 veröffentlichte ich auf kobinet einen Beitrag über die fehlenden Standards zur Barrierefreiheit bei der BR-Radltour, einer der größten und traditionsreichsten Veranstaltungen des Bayerischen Rundfunks. In seiner Antwort erklärte der BR damals, man befinde sich noch in der Planungsphase und arbeite daran, Informationen zur Barrierefreiheit schnellstmöglich bereitzustellen. Heute, Ende August 2025, steht fest: Diese Zusage wurde nicht eingelöst. Bis zum Start der Radltour am 3. August gab es keinerlei veröffentlichte Informationen auf den Seiten des BR oder der Etappenorte.

Auszeit statt Ausbrennen – Raum für Erholung und Zusammenhalt

Cover des IGEL-Podcast zur Familienauszeit
Cover des IGEL-Podcast zur Familienauszeit
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Meitingen (kobinet) „Auszeit statt Ausbrennen – Raum für Erholung und Zusammenhalt“. So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In dieser Episode des IGEL-Podcasts spricht Sascha Lang mit Heike Rabas, Gründerin von Familienauszeit Meitingen e.V. Heike erzählt von ihrer persönlichen Geschichte als Mutter von vier Kindern, darunter einem Sohn mit einer seltenen genetischen Erkrankung und von ihrer Idee für eine Auszeit mit Erholung und Zusammenhalt, wie es in der Ankündigung des Podcast heißt.

Zwei Jahre Zündeln an den Strukturen: Was hat sich im Werkstättensystem verändert?

Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Ottmar Miles-Paul mit Roman Zündeln an den Strukturen
Foto: LB Bremen

Kassel (kobinet) Vor zwei Jahren, Ende August 2023, hat Ottmar Miles-Paul seinen ersten Roman mit dem Titel „Zündeln an den Strukturen“ veröffentlicht. Mit der fiktiven Geschichte der Brandstiftung von Helen Weber und ihren Freunden am Werkstattgebäude öffnet er mit dem Werk den Blick dafür, welche Entwicklungen es für einen inklusiveren Arbeitsmarkt geben könnte, wenn es keine Werkstatt in der Stadt mehr gäbe. kobinet-Redakteur Hartmut Smikac sprach mit dem Romanautor über sein Werk, aber vor allem darüber, was sich in den zwei Jahren seit dessen Veröffentlichung in Sachen Reform des Werkstättensystems und für die Nutzung des Budget für Arbeit als Alternative zur Werkstatt getan hat.

Krüppel bleib bei deinen Leisten!

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Lädt zum Wiederlesen erstklassiker Texte ein, die kobinet barrierefrei dem intelligenten Teil seiner Leserschaft bereitstellt.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Schuster bleib bei deinen Leisten! So lautet das Original. Von einem Bekannten, soeben zum Vorsitzenden des lokalen Behindertenbeirats gewählt, erfahre ich, Tenor in der Lokalpolitik ist es, die Behinderten möchten sich doch bitte auf ihre Angelegenheiten beschränken, Beispiel Bordsteinabsenkung. Und wem das nicht reicht, wer in diesem Sinne behindertenpolitisch nicht spurt, werde mit Angst vor den Russen eingeschüchtert. – Nun bin ich ein Behinderter, der sich so leicht nicht einschüchtern lässt. Ich spreche und schreibe auch über den behindertenpolitischen Tellerrand hinaus über das, was ich politisch und gesellschaftlich um mich her beobachte. Und das ist in der Tat beunruhigend. Was allerdings ein Grund mehr ist, davon nicht zu schweigen!

Vom Tiefpunkt zum Neuanfang: Podcast zu Robins Weg zurück in die Schule

Cover des Podcast Die Macht der Schule
Cover des Podcast Die Macht der Schule
Foto: Podcast Die Macht der Schule

Kassel (kobinet) Im Podcast „Die Macht der Schule“ wurde am 22. August 2025 eine Folge mit dem Titel „Vom Tiefgang zum Neuanfang: Robins Weg zurück in die Schule“ veröffentlicht. „Robin, der nach einem Unfall querschnittsgelähmt wurde, erzählt, wie er den Weg zurück in die Schule gefunden hat – und was Inklusion im Alltag tatsächlich bedeutet. ‚Ich wollte, dass die anderen mich sehen – nicht nur den Rollstuhl‘, heißt es u.a. in der Ankündigung des Podcast von Rosetta Scianna, ehemalige Schulleiterin und Macherin des Podcast „Die Macht der Schule“.

Able-was? – und ewig lockt der Fettnapf – Ableis-mus(s) nicht sein

Schwarz-Weiß-Porträt von Ralph Milewski mit dramatischer Beleuchtung von unten, die markante Schatten und starke Kontraste hervorhebt und dem Bild eine intensive, ausdrucksstarke Wirkung verleiht
Ableismus – da vergeht einem das Lachen!
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Able-was? fragt das niedersächsische Sozialministerium. Die Antwort liefert es gleich selbst – beim Anmeldeformular.

Am 24. September lädt das niedersächsische Sozialministerium unter dem Titel „Able-was? Behinderung und Ableismus“ ins Alte Rathaus Hannover ein. Auf dem Programm stehen Grußworte, ein Vortrag, ein Poetry Slam und eine Podiumsdiskussion. Ziel ist es, den Begriff Ableismus bekannter zu machen und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen.

Der ICD-11 – Ein kleiner Schritt, aber ein wichtiges Signal zur besseren Teilhabe bei ADHS und Autismus-Spektrum (ASS)

ADHS und ASS atmen gemeinsam
ADHS und ASS atmen gemeinsam
Foto: Oliver Gruber / KI generiert

Berlin (kobinet) Ein Spalt im Mauerwerk öffnet sich – das Fenster zur Teilhabe weitet sich. ADHS und Autismus atmen nun gemeinsam, ein kleiner Bruch im alten Raster, ein leiser Aufbruch zu mehr Menschlichkeit.

Die uralte Blutspur der Herrschenden

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Dem roten Teppich auf der Spur und was ein Blinder erzählt.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Was hat es eigentlich mit dem roten Teppich auf sich, über den hohe Herrschaften so gerne schreiten wie dieser Tage in Alaska? Um an den Ursprung des roten Teppichs zu gelangen, muss man zu den mythischen Anfängen der Herrschaftsgeschichte zurückgehen. Von dort berichtet uns ein Behinderter, der blinde Erzähler Homer unter anderem folgendes.

Diskriminierende Sprache ist nicht gleich Ableismus – Warum das neue Aktion-Mensch-Tool ABLE am Kern vorbeigeht

roter Schriftzug
Ein Los für das gute Gewissen
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Jüngst hat Aktion Mensch die KI-Anwendung ABLE vorgestellt. Das Tool soll Chatbots auf ableistische Sprache überprüfen und damit digitale Kommunikation inklusiver machen. Der Ansatz klingt vielversprechend, enthält jedoch einen gravierenden Kategorienfehler. Es wird so getan, als sei die Analyse diskriminierender Sprache gleichbedeutend mit dem Erkennen von Ableismus. Genau das ist falsch und führt zu einem verzerrten Bild.

Diskriminierende Sprache beschreibt Formulierungen, die herabsetzen, ausschließen oder stereotype Zuschreibungen enthalten. Solche Marker sind technisch vergleichsweise leicht erkennbar. Ableismus dagegen ist ein strukturelles Machtverhältnis. Er wirkt auch dann, wenn Sprache äußerlich neutral erscheint.

Inklusive Kunstausstellung? Zwischen Empfehlung und Zuschreibung – Der Kritiker erscheint als „Störer“

Ein Ölgemälde zeigt eine Leinwand auf einer Staffelei. Darauf ein Kreis aus bunten Farbklecksen, die nach unten verlaufen, darunter das Wort „INKLUSION“. Davor liegen Farbpalette und Pinsel.
Inklusion in der Kunst
Foto: Ralph Milewski / KI generiert

Fladungen (kobinet) Bereits einige Wochen vor der aktuellen Situation hatte ich Kontakt mit der Vorsitzenden eines regionalen Kunstvereins aufgenommen. Anlass war eine Ausschreibung, die als „inklusive Kunstausstellung“ angekündigt wurde. Im Einladungstext wurden ausdrücklich Kunstschaffende mit Migrationshintergrund oder Behinderung hervorgehoben. Ich habe daraufhin nachgefragt, welche Überlegungen hinter dieser Verknüpfung stehen. Warum werden so unterschiedliche Gruppen zusammengeführt, als ob sie strukturell zusammengehörten? Und was genau versteht man unter einer „inklusiven Kunstausstellung“?

Ich fragte zudem nach ganz praktischen Bedingungen einer möglichen Mitgliedschaft. Gibt es barrierefreie Toiletten? Wie ist der Zugang zum Gebäude gestaltet? Und wie können Menschen mit körperlichen Einschränkungen die vorgesehenen Arbeitsstunden im Verein leisten? Eine schriftliche Antwort blieb jedoch aus – stattdessen kam nur der ausweichende Hinweis, man könne das telefonisch besprechen.

Barrierefreiheit ist unsere Utopie – Interview zu Kürzungen bei Disability Studies

Sharepic: Disability Studies stärken!
Sharepic: Disability Studies stärken!
Foto: campact

Hamburg (kobinet) Siegfried Saerberg ist Professor für Disability Studies an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie. Die Hochschule ist in Trägerschaft der Stiftung „Das Rauhe Haus“ in Hamburg. Derzeit ist die Disziplin in Deutschland von Kürzungen und Schließungen bedroht. So heißt es zu dem Wissenschaftler, der vor kurzem ein Interview im nd Journalismus von links zu den geplanten Kürzungen bei den Disability Studies in Hamburg und Köln gegeben hat. „Barrierefreiheit ist unsere Utopie: Die Disability Studies in Hamburg und NRW stehen – auch wegen ihrer Gesellschaftskritik – vor dem Aus“ lautet der Titel des Beitrags mit dem Interview.

Heute planen, morgen profitieren: Schwellenfreiheit fürs ganze Leben

Cover des IGEL-Podcast zu schwellenlosem Planen
Cover des IGEL-Podcast zu schwellenlosem Planen
Foto: IGEL-Media

Altenkirchen (kobinet) „Heute planen, morgen profitieren: Schwellenfreiheit fürs ganze Leben“. So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „In dieser Episode sprechen wir über ein Thema, das auf den ersten Blick klein wirkt, aber im Alltag große Wirkung hat: barrierefreie Türschwellen“, heißt es in der Ankündigung.

Wer eine Reise tut, kann viele Barrieren erleben

Screenshot der Bahninfo
Screenshot der Bahninfo
Foto: omp

Berlin / Kassel (kobinet) „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.“ So schrieb es einst Matthias Claudius, der in der Zeit von 1740 bis 1815 lebte. Über zwei Jahrhunderte später wandelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul dieses Sprichwort dahingehend etwas um. „Wer eine Reise tut, kann viele Barrieren erleben.“, So seine Eindrücke, als er heute am 17. August 2025, mit dem ICE von Berlin nach Kassel fuhr und sich mit den entsprechenden Informationen der Bahn zu dieser Zugfahrt beschäftigte. Stoff für einen kurzen kobinet-Kommentar.

Ignoranz in Konstanz: Bodenlose Respektlosigkeit gegenüber Blinden am Bodensee

Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg / Konstanz (kobinet) „Im Urlaub sollte man sich eigentlich entspannen. Doch diesen Sommer ist uns das am Bodensee nicht immer gelungen. Schon bei der Anreise gab es Probleme: Unser direkter ICE von Marburg nach Karlsruhe fiel aus. Also mussten wir in Frankfurt umsteigen, wo wir in einem vollbesetzten Ersatzzug Sitzplätze zugewiesen bekamen. Zweimal mussten wir diese Plätze jedoch räumen, weil die Inhaber der jeweiligen Reservierung die Plätze beanspruchten“, schreibt der Marburger Journalist Franz-Josef Hanke u.a. in einem Bericht von seinem Urlaub in Konstanz mit dem Titel Ignoranz in Konstanz: „Bodenlose Respektlosigkeit gegenüber Blinden am Bodensee“, den er den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Wie es mit – Reisen für Alle – weitergeht

Bild zeigt die acht Piktogramme des Informations- und Zertifizierungssystems
Piktogramme „Reisen für Alle“
Foto: BTG / screenshot

MÜNCHEN (kobinet) Mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministerium wurde das Kennzeichnungs- und Informationssystem „Reisen für Alle“ vom Deutschen Seminar für Fremdenverkehr (DSFT) und der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo) – „Tourismus für Alle Deutschland“  seit dem Jahr 2011 entwickelt. Die Bundesregierung zeigte in den folgenden Jahren immer weniger Bereitschaft, dieses Projekt, trotz immer umfangreicherer Beratungsleistung der Beteiligten durch finanzielle Förderung abzusichern. Das war ein wesentlicher Grund für die Insolvenz der NatKo im Juni 2019. Obwohl das System „Reisen für Alle“ durch das DSFT überbrückungsweise weitergeführt wurde musste somit eine andere tragfähige Lösung gefunden werden.  Am 22. Dezember 2023 hatte dann die Bayern Tourist GmbH (BTG) den Zuschlag im Vergabeverfahren als bundesweite Prüf- und Koordinierungsstelle „Reisen für Alle“ im Rahmen eines Konzessionsvertrages erhalten. Ausgehend von der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Absicht der neuen Bundesregierung, eine neue nationale Tourismusstrategie zu erarbeiten, war das für die „kobinet-Redaktion“ Grund genug, einmal nachzufragen, wie es denn nun mit dem System „Reisen für Alle“ weitergehen wird.

Am 11. September 2025 wird der Deutsche Radiopreis verliehen

Mikrophon und Kopfhörer
Mikrophon und Kopfhörer
Foto: Pexels In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

Berlin (kobinet) Am 11. September 2025 wird der Deutsche Radiopreis verliehen. In der Kategorie „Bestes Interview“ wurde der Beitrag „Schwerbehindert und superfit, doch der Job fehlt – Eine Stunde reden mit Martin Hassenpflug“ nominiert. Darauf hat Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. „Martin Hassenpflug kann viel – aber was er will, wird ihm nicht zugetraut. Weil sich bei der Geburt die Nabelschnur um seinen Hals wickelte, ist er spastisch gelähmt und Tag und Nacht auf Hilfe angewiesen. Oder, wie es der 47-Jährige selbst formuliert: “Ich hab‘ den ersten Bungee-Sprung meines Lebens verkackt“ heißt es u.a. in der Ankündigung des Interviews.

Katrin Langensiepen im Podcast zum Ausstieg aus dem System Werkstatt

Titelbild des Podcast #berlinklusiv
Titelbild des Podcast #berlinklusiv
Foto: USE

Berlin / Hannover (kobinet) „Ausstieg aus dem System Werkstatt? – In der Diskussion mit der Grünen EU-Abgeordneten Katrin Langensiepen“, so lautet der Titel der 9. Ausgabe des Werkstatt-Podcast #berlinklusiv. Mit dabei ist auch Michelle Houschka vom USE Werkstattrat. Sie vertritt die Anliegen der Werkstatt-Beschäftigten. „Katrin Langensiepen ist nicht nur Politikerin, sondern auch die erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Europa-Parlament. Sie kämpft gegen strukturelle Behinderten-Feindlichkeit. Und prangert die Arbeitsbedingungen in Werkstätten an. Wir haben die Grünen-Politikerin in unseren Podcast eingeladen und die Frage gestellt: Wie kann die Zukunft der Werkstatt-Leistung aussehen, Frau Langensiepen? Denn es gibt eines, was Katrin Langensiepen und uns eint: Wir sind nicht zufrieden mit dem aktuellen System“, heißt es u.a. in der Ankündigung des Podcast.

„After Inclusion“  bleibt Inklusion im Kommen

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
schleißt mit philosohischer Miene nichts aus, nicht einmal ein Auftauchen aus dem Sommerloch.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Was soll das denn heißen? So reden bzw. schreiben Philosophen, erwartungsgemäß zunächst unverständlich. Dem kann Abhilfe geschaffen werden, gemäß dem Verursacherprinzip seitens der Philosophierenden selber. Unter denen es auch behinderte, beispielsweise blinde Philosophen gibt (vgl. „Willis Blick“ von letzter Woche). Daher beschäftigt sich die vorliegende philosophische Ausführung mit dem behindertenspezifischen Verständnis von Inklusion.

The Good News: Reportagereihe von Stephan Laux. Heute EUTB® (Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung) Limburg-Weilburg.

Roter Bus
Stephan Laux in seinem „Reportage Bus“
Foto: Stephan Laux

Villmar – Weyer (kobinet) Für diesen Teil meiner Reportagereihe brauchte es keine weite Anreise. In Limburg, der Kreisstadt meiner Region, wurde am 05. Mai dieses Jahres eine EUTB eröffnet. War die Eröffnungsfeier noch von Grußworten und allgemeinen Informationen geprägt, bot sich mir im Juli die Gelegenheit, ausführlich mit Eva Hartenstein und Manuel Plaum ins Gespräch zu kommen.

Frida Kahlo: Stark, verletzlich, unvergessen: Warum sich Stephanie Lang von ihr inspiriert fühlt?

Cover des IGEL-Podcast zu Frida Kahlo
Cover des IGEL-Podcast zu Frida Kahlo
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Frida Kahlo: Stark, verletzlich, unvergessen – Warum sich Stephanie Lang von ihr inspiriert fühlt?“ So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In dieser ersten Folge der neuen Rubrik des IGEL-Podcast mit dem Titel „HörerInnen erzählen über ihre inspirierenden Menschen mit Behinderung“ spricht Sascha Lang, der Inklusator, mit Stephanie Lang über die legendäre mexikanische Malerin Frida Kahlo.

Urlaubstipp Sommerloch und ob dasselbe denn auch barrierefrei ist

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Letzte Woche ins Sommerloch gefallen, findet er es cool, bis er eine unerhörte Entdeckung macht.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Nachdem letzte Woche Willis Blick ziemlich irritiert die Likers gegen Rechts streifte und anschließend ins Sommerloch fiel, stellt sich diese Woche ganz natürlich die Frage, was ihm im Sommerloch begegnet ist und wie er es dort überhaupt so findet. Cool. Das Sommerloch, so sein erster Eindruck ist eben deshalb ein heißer Urlaubs- und Ferientipp, weil es angenehm kühl darin ist.  Schön schattig. Ich habe sogar meine Baskenmütze aufbehalten, aus irgend einer Ecke hat es gezogen. Die erste Nachricht von mir, die dann rausgegangen ist, aus dem Sommerloch, ging an den kobinet Nachrichtensammler Ottmar Miles Paul, es ist nämlich eine positive Nachricht, wie wir Behinderte sie derzeit so bitter nötig haben. Das Sommerloch ist tatsächlich barrierefrei! Und eine Menge Plätze sind frei! Ein Sommerloch-Aufenthalt verspricht im Fall einer Disability-Burnout-Diagnose eine positive Prognose. Was soll ich sagen, man fühlt sich halt schon etwas demütig, du darfst da in dieses Loch und das ist zu allem Überfluss auch noch barrierefrei. Schon lasse ich mich häuslich nieder zu einer Sommerlochmeditation – nur atmen, nicht urteilen und so weiter –, lege meine Beine zum Lotus-Sitz zusammen, da passiert es …

Barrieren schränken Teilhabe ein

Mann mit einem kahlen Kopf und einer Brille sitzet auf einer Bank und hat einen kleinen Hund auf dem Schoß
Dr. Carsten Rensinghoff
Foto: privat

BERLIN (kobinet) Niemand darf einer Behinderung wegen benachteiligt werden – im Grunde genommen ist das völlig klar. Praktisch sieht es mit der Wahrnehmung aller Möglichkeiten jedoch deutlich schwerer aus, weil dem häufig Barrieren im Wege stehen. Dazu braucht man sich lediglich die Vorschläge regionaler und lokaler Medien dazu, was man am Wochenende unternehmen könnte, einmal anhören. Das sind ganz gewiss gute Tipps zu interessanten Veranstaltungen oder Möglichkeiten, mit anderen Leuten zusammen eine schöne Zeit zu verleben. Aussagen dazu, inwieweit das alles barrierefrei zu genießen ist, gibt es jedoch nicht.  So müssen dann häufig jene, die weitgehend auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sehr viele dieser Vorschläge wieder von der „Liste guter Ideen“ streichen. Gerade in der Urlaubs- und Reisezeit erhalten wir von  der kobinet-Redaktion viele Leserbriefe, die zeigen: Es geht nicht nur um diese Barrieren sondern vor allem darum, dass Barrieren die Teilhabe ganz konkreter Personen einschränken oder diese sogar ausschließen.

30 Jahren schnelle, barrierefreie und zuverlässige Nachrichten von BIZEPS

Martin Ladstätter
Martin Ladstätter
Foto: BIZEPS

Wien (kobinet) Am 10. August 1995 ging BIZEPS mit dem Interabilist erstmals online – und schrieb damit österreichische Internetgeschichte. Seitdem hat sich der Nachrichtendienst zu einer zentralen Stimme der Behindertenbewegung entwickelt: über 22.000 Artikel, 650 Autor:innen, 8.000 Fotos und 30 Medienpartner prägen heute das Bild. Im Gespräch mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten blickt Martin Ladstätter auf 30 Jahre Pionierarbeit, Herausforderungen und Zukunftspläne von bizeps.or.at, der Homepage von BIZEPS.

Mehr als nur Beschreibung: Kreative Audiodeskription im Theater

Cover des IGEL-Podcast zur Audiodeskription im Theater
Cover des IGEL-Podcast zur Audiodeskription im Theater
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg (kobinet) „Mehr als nur Beschreibung: Kreative Audiodeskription im Theater“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Zu Gast beim Inklusator Sascha Lang ist dieses Mal Meret König, Mitgründerin der Sticky Fragments Company, die u.a. über das inklusive Theaterprojekt „Power Strangers“ berichtet.

Ein Antikriegshörspiel, 30 Jahre nach Srebrenica

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Betroffenheit ist zu schwach ausgedrückt für das, was in einem vorgeht, hört man diesen Erzählstimmen zu
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) In Hans-Günther Heidens spannendem Bericht über eine entscheidende Etappe der deutschen Behindertenbewegung, die Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes im Jahr 1994, findet sich die Überschrift „Von Gandhi und Martin Luther King lernen“. Was heißt es für Behinderte, sich auf diese Vorbilder zu berufen? Das frage ich mich an dieser Stelle, nicht im speziell behindertenpolitischen Kontext. Sondern im allgemeinpolitischen Zusammenhang der Rückkehr des Themas Krieg auf die politische Agenda. Also in Anbetracht einer uns alle hierzulande betreffenden Kriegsgefahr. Sowie des uns wohl zurecht in Angst und Schrecken versetzenden medialen Anschauungsunterrichts, was die grausame Realität des Krieges für die unmittelbar Betroffenen bedeutet. Eine unmenschliche Realität, vor der uns die Politik bewahren möchte durch Vorbereitung auf sie mittels Aufrüstung und Remilitarisierung. – Wären Gandhi und Martin Luther King da mitgegangen? Nein, nach allem, was wir über sie wissen. Gewaltloser Widerstand war Gandhis Losung und auch die von Martin Luther King, der zusammen mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung energisch gegen den Vietnam-Krieg protestierte.

Kultouren – Wer oder was wird hier „sichtbar“?

Schwarz-weiß-Foto eines Ausstellungsraums mit starken Hell-Dunkel-Kontrasten. Eine Person steht halb verdeckt im Schatten vor einem Bild an der Wand. Ein heller Lichtkegel fällt auf ein leeres Holzpaneel und ein Schild, das kaum lesbar ist.
Die im Dunkeln sieht man nicht.
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Im BR24-Beitrag zur Führung „Inklusion, Bildung, Sichtbarkeit: Nürnberger Führungen für alle“ heißt es: „Eines unserer Ziele ist es, dass Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich im Stadtbild vorkommen.“ Kurz darauf folgt die Feststellung, dass sie zwar zur Gesellschaft gehörten, man sie jedoch kaum sehe. Diese Beobachtung bleibt jedoch vollkommen unkommentiert. Es wird nicht gefragt, warum das so ist, welche gesellschaftlichen oder institutionellen Strukturen diese Unsichtbarkeit erzeugen und stabilisieren und wem sie möglicherweise nützt. Stattdessen verweist Projektleiterin Diana Löffler direkt auf das eigene Angebot und betont, dass bei den Touren Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen können. Damit wird die benannte Unsichtbarkeit nicht als Ausdruck eines systemischen Ausschlusses verstanden, sondern zu einem Problem fehlender Begegnung umgedeutet. Sichtbarkeit erscheint nicht als politische oder strukturelle Frage, sondern als etwas, das sich durch symbolische Teilnahmeformate beiläufig beheben ließe.

Zwei blinde Philosophen, ein jüngerer und ein doppelt so alter

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
gilt einem Kollegen, dem blinden Philosophen Tobias Litterst
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Der jüngere heißt Tobias Litterst und hat dieser Tage sein Buch „Blind Sein“ – ein philosophischer Erfahrungsbericht veröffentlicht. Der ältere bin ich selber und mein philosophisches Hauptwerk „Denken, Schweigen, Übung – eine Philosophie des Geringfügigen“ erschien bereits 2012. Wir beiden Doktoren der Philosophie haben gemeinsam, dass der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno (Mitbegründer der sog. Frankfurter Schule) für uns ein richtungsweisender Stern am Philosophenhimmel ist. Adornos Betrachtungen über das „Nichtidentische“ – all dies, was begrifflich oder auch realiter nicht in einem vorgegebenen Identitätsmuster aufgeht ermutigen uns einmal mehr, zum Abweichenden unserer Behinderung zu stehen und uns nicht auf „Anpassungsteufel komm raus“ den menschlich und gesellschaftlich vorherrschenden Normen anzugleichen oder gleichmachen zu wollen (durch perfekte Verhaltensabrichtung etwa dem Anforderungsprofil, um trotz Behinderung den allgemeinen Arbeitsmarkt zu „entern“).

Kunst oder Betreuung? Die FDST-Ausstellung zeigt das Grundproblem institutioneller Inklusion

Eine Frau steht mit dem Rücken zur Kamera in einem Ausstellungsraum und betrachtet Bilder und Skulpturen an den Wänden.
Was heißt hier Kunst? Autonomer Ausdruck oder institutionelle Rahmung?
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Die Fürst Donnersmarck-Stiftung lädt zur Gruppenausstellung „In meine Welt hinein“ in das Rathaus Reinickendorf ein. Schon der Titel suggeriert Nähe und Einblick, doch ein Blick auf Flyer und Einladungstext zeigt, dass diese Ausstellung weniger Kunst als Institution kommuniziert. Nicht die Künstler:innen, ihre Autorschaft und ihre Werke stehen im Mittelpunkt, sondern der betreuende Rahmen, die Funktionsträger:innen und die Botschaft: Seht her, wir ermöglichen Inklusion.

IGEL-Monatsrückblick: Inklusion im Stresstest – zwischen Aufbruchstimmung und Frustration

Logo: IGEL-Monatsrückblick
IGEL-Monatsrückblick
Foto: IGEL-Media

Bad Segeberg / Kniebis (kobinet) „Inklusion im Stresstest – zwischen Aufbruchstimmung und Frustration“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juli 2025 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juli 2025 bestimmt haben. Dazu gehören sowohl der im Wirtschafts- und Innenministerium steckengebliebene Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz als auch die Tatsache, dass von den 2019 bereitgestellten 600 Millionen Euro für den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen bisher nur 84 Millionen Euro abgerufen wurden.

Liken gegen Rechts

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
streift die Likers gegen Rechts und fällt ins Sommerloch
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Endlich Flagge zeigen! Allemal Daumen hoch, die gegen Rechts sind. Mega! Ein echt starkes Statement: Ein Wald von Daumen, energisch in die Höhe gereckt. Ein beispielloser Move, engagiert und meinungsstark. Man sieht vor lauter Daumen den Wald nicht mehr oder worum es geht oder gegen sollte. Aber jetzt geht es auch zunächst einmal darum, diese enorme Mobilisierung zu nutzen, um ein Meinungsbild herzustellen darüber, ob die „Krüppel gegen Rechts“ sich in „Liken gegen Rechts“ umbenennen.  Also alle mal Daumen hoch, die dafür sind. Mit überwältigender Mehrheit angenommen! – Uff! Geschafft, Demokratie und Debatte können einen ganz schön schlauchen.  Weshalb der Ruf, sich von ihnen auch mal erholen zu dürfen, immer lauter wird. Liken und Daumen hoch oder runter sind ein mutiger Schritt in diese Richtung. Und selbst das ist noch anstrengend genug, wird es so exzessiv praktiziert wie bei den ehemaligen Krüppeln gegen Rechts, nun Liken gegen Rechts.  An dieser Stelle hilft daher einzig, der rechtzeitige und mutige Sprung ins Sommerloch.

Quoten sind kein Beweis für Inklusion – Warum die Sprache im SZ-Artikel das eigentliche Problem verschleiert

Baustelleschild in gelb mit der Aufschrift
Dauerbaustelle „Inklusion“
Foto: Ralph Milewski

Fladungen (kobinet) Inklusion bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich und gleichberechtigt zusammenleben und arbeiten. Sie bedeutet Teilhabe ohne Vorbedingungen, ohne Sonderstrukturen und ohne Zwangsmechanismen. In Deutschland wird der Begriff aber zunehmend für Dinge verwendet, die mit echter Inklusion nichts zu tun haben. Er dient als Etikett für gesetzliche Pflichten, Quotenregelungen oder finanzielle Ausgleichszahlungen, obwohl diese lediglich Verwaltungsinstrumente sind. Die aktuelle Recherche von Süddeutscher Zeitung, „andererseits“ und „FragDenStaat“ zeigt diese begriffliche Schieflage sehr deutlich.

Wir gehören in die Parlamente, in die Vorstände und in die Gremien

Alper Senlik
Alper Senlik
Foto: privat

Ahlen (kobinet) „Wir gehören in die Parlamente, in die Vorstände, in die Gremien. Nicht als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit. Ich will, dass junge Menschen mit Behinderung sich nicht fragen: „Darf ich das überhaupt?“ – sondern sagen: „Natürlich gehöre ich da hin“. So bringt es der 26jährige Alper Senlik im Interview mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten auf den Punkt. Der blinde Vater einer kleinen Tochter mit Migrationsgeschichte aus Ahlen arbeitet hauptberuflich als Teilhabeberater. Er hat u.a. die Initiative Inklu-Migra ins Leben gerufen und kandidiert bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 im nordrhein-westfälischen Ahlen über die SPD für den Stadtrat.

Brother Outsider stößt sich an „demütigem“ Dusel bei Sascha Lang

Porträt Audre Lorde
Audre Lorde (1934-1992); Brother Outsider stellt sich vor, wie Sister Outsider vom Himmel aus sich freut, dass er sich politisch alles andere als demütig zeigt
Foto: Audre Lorde

Berlin (kobinet) Jetzt erst bin ich auf die Episode 273 des IGEL-Poscast gestoßen. Inklusator Sascha Lang stellt Fragen an Jürgen Dusel, alter und neuer Behindertenbeauftragter der Bundesregierung. Habe es mir am Wochenende angehört. Das kennt ihr wahrscheinlich auch, sich an Worten stoßen, über Worte stolpern. So ging es mir mit dem Wort „demütig“, das Jürgen Dusel im Gespräch mit Sascha Lang gleich zu Anfang zweimal in den Mund nimmt. Dass er nun vor allem einmal ein demütiges Gefühl habe und auch allen Grund, demütig zu sein. Ein demütiger Behindertenbeauftragter, was will er uns damit sagen? Oder auch unabhängig davon gefragt, ob er uns etwas sagen will mit seinem demütig, was sagt mir dieses „demütig“ im Zusammenhang mit uns Behinderten?

KI kann helfen: Menschen mit Behinderungen sichtbar machen und Barrieren abbauen

Logo der ISL
ISL
Foto: ISL

Berlin (kobinet) „KI kann helfen: Menschen mit Behinderungen sichtbar machen und Barrieren abbauen“, so titelt Thomas Koritz von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) einen Beitrag über die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz für behinderte Menschen, den dieser den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Serie „Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre“: Zum Ausdrucken schön! Die spannende Serie an einem Stück

Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Alle Erzählkolumnen komplett in Reihenfolge
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Binge Reading also! Das Ausgedruckte in Händen haltend wie ein Buch und nicht mehr Aufhörenkönnen mit Lesen. Die Serie „Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre“. Sämtliche Figuren jetzt in einem einzigen Durchgang, alle, wie sie kobinet-Lesende bereits liebgewonnen haben:

Pflegenotstand am Wochenende: Wenn Teilhabe zur Ausnahme wird

künstlerisch-grafische Zeichnung, sinnbildliche Fäden, eimalumschlossen einmalfrei schwebend
Inklusive und Exklusive Gesellschaften
Foto: Wombat-Paradiso

Berlin (kobinet) Inklusion braucht mehr als gute Absicht – eine Heilerziehungspflegerin berichtet über erschöpfte Teams, verpasste Lebensfreude und die stille Isolation von Menschen mit Behinderung.

Wer seine Zielgruppe vergrößern will braucht Expertise

Cover des IGEL-Podcast mit Nathalie Sorichter
Cover des IGEL-Podcast mit Nathalie Sorichter
Foto: IGEL-Media

Berlin (kobinet) „Wer seine Zielgruppe vergrößern will braucht Expertise“, so titelte Sascha Lang die nunmehr schon 275. Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Dabei spricht Sascha Lang mit Nathalie Sorichter über ihren mutigen Schritt in die Selbstständigkeit. Die blinde Fachinformatikerin gründete gemeinsam mit einem Team von Expert*innen mit und ohne Sehbehinderung das Unternehmen Inklusivio, heißt es in der Ankündigung des Podcast.