BERLIN (kobinet)
Tourismus für Alle ist wichtig.
Politiker reden oft darüber.
Sie versprechen viel.
Aber sie reden nicht über Geld.
Barriere-freier Tourismus bringt viel Geld.
Das wissen viele Menschen nicht.
In Deutschland gibt es wenig neue Studien.
Die letzte gute Studie ist von 2004.
Sie heißt: Wirtschafts-Hilfe durch barriere-freien Tourismus.
Wirtschafts-Hilfe bedeutet: Etwas hilft der Wirtschaft.
Menschen geben mehr Geld aus.
Firmen haben mehr Arbeit.
Die Wirtschaft wächst.
Das ist sehr alt.
Es gibt neue Studien in englischer Sprache.
Diese Studien sagen das Gleiche.
Wir wissen: Barriere-freier Tourismus ist wichtig.
Aber wir ändern nichts.
Vor einem Monat gab es eine neue Befragung.
Befragung bedeutet: Menschen antworten auf Fragen.
Das kann am Telefon sein.
Oder im Internet.
Die Antworten werden gesammelt.
Die Firma MMGY hat sie gemacht.
MMGY ist eine Firma aus Amerika.
Die Firma berät andere Firmen.
Sie hilft beim Thema Reisen.
MMGY macht Werbung für Reise-Ziele.
Sie arbeitet mit ENAT zusammen.
ENAT ist eine Arbeits-Gruppe für barriere-freien Tourismus.
ENAT ist eine Gruppe aus Europa.
Sie kümmert sich um barriere-freies Reisen.
Sie hilft Menschen mit Behinderungen beim Reisen.
Auch WTTC hat mit-gearbeitet.
WTTC ist der Welt-Rat für Reisen.
Das ist eine wichtige Gruppe für Tourismus.
Sie sprechen für alle Reise-Firmen der Welt.
Sie machen Regeln für das Reisen.
Die Befragung war über Reisende mit Behinderungen.
Fast 3.700 Menschen haben mit-gemacht.
Sie leben in 5 Ländern in Europa.
Das sind: Groß-Britannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.
Alle haben Probleme beim Bewegen.
Das bedeutet: Jemand kann sich nicht gut bewegen.
Zum Beispiel: Mit dem Roll-Stuhl fahren.
Oder schlecht gehen können.
Diese Menschen brauchen Hilfe beim Reisen.
Die Befragung zeigt wichtige Ergebnisse.
46 von 100 Menschen mit Bewegungs-Problemen reisen jedes Jahr.
46 von 100 bedeutet: Von 100 Menschen sind es 46.
Das ist fast die Hälfte.
52 von 100 waren in den letzten 2 Jahren im Ausland.
Sie haben Gruppen-Reisen gemacht.
Gruppen-Reisen bedeutet: Viele Menschen fahren zusammen weg.
Sie besuchen andere Orte.
Alle machen das gleiche Programm.
In den nächsten 2 Jahren wollen mehr Menschen reisen.
Dann werden es 61 von 100 sein.
Die beliebtesten Reise-Ziele sind Italien, Spanien und Frankreich.
In den USA fahren sie gern nach New York.
Oder nach Los Angeles.
Aber das Reisen ist schwer für Menschen mit Behinderungen.
Sie haben schon vor der Reise Probleme.
Es gibt zu wenig Informationen über Barriere-Freiheit.
Die Informationen sind nicht klar.
Jedes Hotel schreibt etwas anderes.
Die Menschen müssen stunden-lang suchen.
Das Fahren ist auch schwer.
Fahren bedeutet: Von einem Ort zum anderen kommen.
Das geht mit dem Auto oder Bus.
Auch mit der Bahn oder dem Flug-Zeug.
80 von 100 Menschen hatten Probleme bei ihrer letzten Reise.
Flugzeuge sind beliebt für weite Reisen.
Aber Flugzeuge sind schlecht für Menschen mit Behinderungen.
Die Menschen müssen lange auf Hilfe warten.
Das Personal weiß oft nicht Bescheid.
Roll-Stühle und andere Hilfs-Mittel gehen oft kaputt.
Ein Hilfs-Mittel ist ein Werkzeug.
Es macht das Leben leichter.
Zum Beispiel ein Roll-Stuhl oder eine Gehhilfe.
Auch Züge und Busse haben Probleme.
Es gibt zu wenig Aufzüge und Rampen.
Die Bahnhöfe sind schlecht gebaut.
Es gibt zu wenig barriere-freie Züge.
Es gibt zu wenig barriere-freie Taxis.
Hotels machen auch Probleme.
Ihre Internet-Seiten haben schlechte Informationen.
Sie schreiben nicht: Gibt es Stufen?
Sie schreiben nicht: Gibt es Aufzüge?
Sie schreiben nicht: Sind die Bäder barriere-frei?
Viele Hotels bestätigen barriere-freie Zimmer nicht.
Reisen kostet Menschen mit Behinderungen mehr Geld.
Mehr als 80 von 100 geben 30 von 100 Euro extra aus.
Das bedeutet: Von 100 Euro geben sie 30 Euro extra aus.
Das Geld brauchen sie für Barriere-Freiheit.
Dann haben sie weniger Geld für andere Sachen.
Viele Menschen mit Behinderungen wollen gern reisen.
Aber die schlechte Einrichtung macht es schwer.
Einrichtung bedeutet: Alle Sachen die man braucht.
Zum Beispiel in einem Zimmer.
Die Einrichtung macht das Leben leichter.
Es gibt zu wenig stufen-freie Wege.
Es gibt zu wenig Rampen und Aufzüge.
Es gibt zu wenig barriere-freie Toiletten.
Deshalb können sie nicht sicher reisen.
Sie können nicht selbstständig reisen.
Mehr Informationen über die Studie gibt es im Internet.
Sie sind auf der Seite von ENAT.
ENAT ist die Europäische Arbeits-Gruppe für Barriere-freien Tourismus.
Die Informationen sind in englischer Sprache.
Die Studie heißt: Das Bild von europäischen Reisenden mit Bewegungs-Problemen.
Bild bedeutet hier: Eine Beschreibung von Menschen.
Wie ein Foto mit Worten.
Man kann auch sagen: Beschreibung.
Man kann sie auch als Buch kaufen.
Aber das Buch kostet 2.170 Euro.
Das ist sehr teuer.

Foto: H. Smikac
BERLIN (kobinet) Tourismus für Alle – das ist eines jener Themen über welche immer wieder einmal gesprochen und zu dem auch immer wieder einmal viel versprochen wird. Sich einmal ernsthaft über die Potentiale, auch über die wirtschaftlichen Potentiale zu verständigen, die im barrierefreien Tourismus "schlummern", das ist schon nicht ganz so häufig. Wer dazu eine gute und aussagekräftige deutschsprachige Quelle sucht, der braucht schon ein gutes Gedächtnis – und muss im Archiv bis in das Jahr 2004 zurückgehen, um dort die Studie "Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für Alle" zu finden. Wer englischsprachige Studien nutzt, der kann sich aber auf aktuelles Material stützen, welches jedoch vor allem das bestätigt, was wir schon lange wissen, aber eben bisher auch nicht verändert haben.
Vor einem Monat haben die weltweit tätige Marketingagentur MMGY in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Netzwerk für Barrierefreien Tourismus (ENAT) und der Weltrat für Reisen und Tourismus (WTTC) die Ergebnisse einer Umfrage unter Europäischen Reisenden mit Mobilitäts- und Zugangsansprüchen vorgestellt. Dieses Porträt wurde durch Befragen von fast 3.700 Personen mit Mobilitätseinschränkungen im europäischen Hauptreisemarkt in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien erstellt.
Zu den wichtigsten Ergebnissen dieser Studie gehört die Aussage, dass mit 46 Prozent fast die Hälfte der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen jedes Jahr wenigstens eine Reise unternehmen. 52 Prozent der befragten Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen haben in den vergangenen beiden Jahren mehrtägige Gruppenreisen in das Ausland übernommen. Aus der Umfrage ergibt sich, dass diese Art des Reisens in den nächsten beiden Jahren auf 61 Prozent steigen wird.
Bevorzugte Reiseziel in Europa sind dabei vor allem Italien, Spanien und Frankreich. Als Ziele von Reisen in die USA wurden vor allem New York und Los Angeles genannt.
Bevor Reisende mit Mobilitätseinschränkungen dazu ihre Koffer packen, haben sie bereits die ersten Barrieren zu überwinden: Das Fehlen klarer, aussagefähiger und standardisierter Informationen zur Barrierefreiheit, die sich sich in vielstündiger Arbeit zusammensuchen müssen.
Ein zweiter Punkt sind die Schwierigkeiten beim Transport. 80 Prozent der Befragten haben in der Umfrage von zusätzlichen Herausforderungen bei ihren letzten Reisen berichtet. Obwohl Flugzeuge international das am häufigsten genutzte Transportmittel sind, schneidet dieses bei der Umfrage am schlechtesten ab. Hier werden vor allem lange Wartezeiten auf Hilfen, fehlende Schulung des Personal und beschädigte Hilfsmittel bemängelt.
Begrenzter Zugang zu Aufzügen und Rampen, schlecht gestaltete Bahnhöfe und ein Mangel an barrierefreien Wagons und Taxen sind nach dieser Umfrage die häufigsten Kritikpunkte beim Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel.
Mit dem Blick auf passende Unterkünfte zeigt diese Umfrage, dass es auch hier weiterhin für Reisende Barrieren gibt, da die Internetseiten von Hotels und Pensionen keine entsprechenden Informationen, wie Hinweise auf stufenlose Zugänge, Verfügbarkeit von Aufzügen oder die Zugänglichkeit von Badezimmern, enthalten. Selbst auf die Bestätigung, dass ein barrierefreies Zimmer gebucht wurde, wird in vielen Hotels und Pensionen verzichtet.
Ein weiterer Hinweis der Studie verweist auf finanzielle Belastungen. Mehr als 80 Prozent der Reisenden geben an, dass sie oft bis zu 30 Prozent ihres Reisebudgets für Barrierefreiheit ausgeben müssen und so für viele weitere Ausgaben nur geringen Spielraum haben.
Letztlich ist noch darauf zu verweisen, dass trotz wachsendem Interesse auch dieser Personen am Reisen eine schlechte Infrastruktur nach wie vor ein großes Hindernis ist. So wird, darauf verweisen die Antworten der Befragten, sicheres und unabhängiges Reisen weiterhin durch viel zu wenige stufenfreie Wege sowie fehlende Rampen, Aufzüge und barrierefreie Toiletten erschwert.
Weitere Einzelheiten dieser Studie können in englischer Sprache auf der Internetseite des Europäischen Netzwerkes Barrierefreier Tourismus (ENAT) nachgelesen werden. Die Printausgabe dieser Studie „The Portrait of European Travellers with Mobility & Accessibility Needs“ kann über einen weiteren Link auf dieser Seite bestellt werden, diese würde dann allerdings 2.170, 95 Euro kosten.

Foto: H. Smikac
BERLIN (kobinet) Tourismus für Alle – das ist eines jener Themen über welche immer wieder einmal gesprochen und zu dem auch immer wieder einmal viel versprochen wird. Sich einmal ernsthaft über die Potentiale, auch über die wirtschaftlichen Potentiale zu verständigen, die im barrierefreien Tourismus "schlummern", das ist schon nicht ganz so häufig. Wer dazu eine gute und aussagekräftige deutschsprachige Quelle sucht, der braucht schon ein gutes Gedächtnis – und muss im Archiv bis in das Jahr 2004 zurückgehen, um dort die Studie "Ökonomische Impulse eines barrierefreien Tourismus für Alle" zu finden. Wer englischsprachige Studien nutzt, der kann sich aber auf aktuelles Material stützen, welches jedoch vor allem das bestätigt, was wir schon lange wissen, aber eben bisher auch nicht verändert haben.
Vor einem Monat haben die weltweit tätige Marketingagentur MMGY in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Netzwerk für Barrierefreien Tourismus (ENAT) und der Weltrat für Reisen und Tourismus (WTTC) die Ergebnisse einer Umfrage unter Europäischen Reisenden mit Mobilitäts- und Zugangsansprüchen vorgestellt. Dieses Porträt wurde durch Befragen von fast 3.700 Personen mit Mobilitätseinschränkungen im europäischen Hauptreisemarkt in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien erstellt.
Zu den wichtigsten Ergebnissen dieser Studie gehört die Aussage, dass mit 46 Prozent fast die Hälfte der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen jedes Jahr wenigstens eine Reise unternehmen. 52 Prozent der befragten Reisenden mit Mobilitätseinschränkungen haben in den vergangenen beiden Jahren mehrtägige Gruppenreisen in das Ausland übernommen. Aus der Umfrage ergibt sich, dass diese Art des Reisens in den nächsten beiden Jahren auf 61 Prozent steigen wird.
Bevorzugte Reiseziel in Europa sind dabei vor allem Italien, Spanien und Frankreich. Als Ziele von Reisen in die USA wurden vor allem New York und Los Angeles genannt.
Bevor Reisende mit Mobilitätseinschränkungen dazu ihre Koffer packen, haben sie bereits die ersten Barrieren zu überwinden: Das Fehlen klarer, aussagefähiger und standardisierter Informationen zur Barrierefreiheit, die sich sich in vielstündiger Arbeit zusammensuchen müssen.
Ein zweiter Punkt sind die Schwierigkeiten beim Transport. 80 Prozent der Befragten haben in der Umfrage von zusätzlichen Herausforderungen bei ihren letzten Reisen berichtet. Obwohl Flugzeuge international das am häufigsten genutzte Transportmittel sind, schneidet dieses bei der Umfrage am schlechtesten ab. Hier werden vor allem lange Wartezeiten auf Hilfen, fehlende Schulung des Personal und beschädigte Hilfsmittel bemängelt.
Begrenzter Zugang zu Aufzügen und Rampen, schlecht gestaltete Bahnhöfe und ein Mangel an barrierefreien Wagons und Taxen sind nach dieser Umfrage die häufigsten Kritikpunkte beim Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel.
Mit dem Blick auf passende Unterkünfte zeigt diese Umfrage, dass es auch hier weiterhin für Reisende Barrieren gibt, da die Internetseiten von Hotels und Pensionen keine entsprechenden Informationen, wie Hinweise auf stufenlose Zugänge, Verfügbarkeit von Aufzügen oder die Zugänglichkeit von Badezimmern, enthalten. Selbst auf die Bestätigung, dass ein barrierefreies Zimmer gebucht wurde, wird in vielen Hotels und Pensionen verzichtet.
Ein weiterer Hinweis der Studie verweist auf finanzielle Belastungen. Mehr als 80 Prozent der Reisenden geben an, dass sie oft bis zu 30 Prozent ihres Reisebudgets für Barrierefreiheit ausgeben müssen und so für viele weitere Ausgaben nur geringen Spielraum haben.
Letztlich ist noch darauf zu verweisen, dass trotz wachsendem Interesse auch dieser Personen am Reisen eine schlechte Infrastruktur nach wie vor ein großes Hindernis ist. So wird, darauf verweisen die Antworten der Befragten, sicheres und unabhängiges Reisen weiterhin durch viel zu wenige stufenfreie Wege sowie fehlende Rampen, Aufzüge und barrierefreie Toiletten erschwert.
Weitere Einzelheiten dieser Studie können in englischer Sprache auf der Internetseite des Europäischen Netzwerkes Barrierefreier Tourismus (ENAT) nachgelesen werden. Die Printausgabe dieser Studie „The Portrait of European Travellers with Mobility & Accessibility Needs“ kann über einen weiteren Link auf dieser Seite bestellt werden, diese würde dann allerdings 2.170, 95 Euro kosten.




