Veröffentlicht am 22.08.2025 18:59 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Ableismus – da vergeht einem das Lachen! Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Able-was? fragt das niedersächsische Sozialministerium. Die Antwort liefert es gleich selbst – beim Anmeldeformular.
Am 24. September lädt das niedersächsische Sozialministerium unter dem Titel „Able-was? Behinderung und Ableismus“ ins Alte Rathaus Hannover ein. Auf dem Programm stehen Grußworte, ein Vortrag, ein Poetry Slam und eine Podiumsdiskussion. Ziel ist es, den Begriff Ableismus bekannter zu machen und Diskriminierung von Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen.
Veröffentlicht am 22.08.2025 11:00 von Oliver Gruber in der Kategorie Meinung (?)
ADHS und ASS atmen gemeinsam Foto: Oliver Gruber / KI generiert
Berlin (kobinet) Ein Spalt im Mauerwerk öffnet sich – das Fenster zur Teilhabe weitet sich. ADHS und Autismus atmen nun gemeinsam, ein kleiner Bruch im alten Raster, ein leiser Aufbruch zu mehr Menschlichkeit.
Veröffentlicht am 22.08.2025 07:31 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
Dem roten Teppich auf der Spur und was ein Blinder erzählt. Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Was hat es eigentlich mit dem roten Teppich auf sich, über den hohe Herrschaften so gerne schreiten wie dieser Tage in Alaska? Um an den Ursprung des roten Teppichs zu gelangen, muss man zu den mythischen Anfängen der Herrschaftsgeschichte zurückgehen. Von dort berichtet uns ein Behinderter, der blinde Erzähler Homer unter anderem folgendes.
Veröffentlicht am 21.08.2025 13:47 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Ein Los für das gute Gewissen Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Jüngst hat Aktion Mensch die KI-Anwendung ABLE vorgestellt. Das Tool soll Chatbots auf ableistische Sprache überprüfen und damit digitale Kommunikation inklusiver machen. Der Ansatz klingt vielversprechend, enthält jedoch einen gravierenden Kategorienfehler. Es wird so getan, als sei die Analyse diskriminierender Sprache gleichbedeutend mit dem Erkennen von Ableismus. Genau das ist falsch und führt zu einem verzerrten Bild.
Diskriminierende Sprache beschreibt Formulierungen, die herabsetzen, ausschließen oder stereotype Zuschreibungen enthalten. Solche Marker sind technisch vergleichsweise leicht erkennbar. Ableismus dagegen ist ein strukturelles Machtverhältnis. Er wirkt auch dann, wenn Sprache äußerlich neutral erscheint.
Veröffentlicht am 20.08.2025 19:20 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Inklusion in der Kunst Foto: Ralph Milewski / KI generiert
Fladungen (kobinet) Bereits einige Wochen vor der aktuellen Situation hatte ich Kontakt mit der Vorsitzenden eines regionalen Kunstvereins aufgenommen. Anlass war eine Ausschreibung, die als „inklusive Kunstausstellung“ angekündigt wurde. Im Einladungstext wurden ausdrücklich Kunstschaffende mit Migrationshintergrund oder Behinderung hervorgehoben. Ich habe daraufhin nachgefragt, welche Überlegungen hinter dieser Verknüpfung stehen. Warum werden so unterschiedliche Gruppen zusammengeführt, als ob sie strukturell zusammengehörten? Und was genau versteht man unter einer „inklusiven Kunstausstellung“?
Ich fragte zudem nach ganz praktischen Bedingungen einer möglichen Mitgliedschaft. Gibt es barrierefreie Toiletten? Wie ist der Zugang zum Gebäude gestaltet? Und wie können Menschen mit körperlichen Einschränkungen die vorgesehenen Arbeitsstunden im Verein leisten? Eine schriftliche Antwort blieb jedoch aus – stattdessen kam nur der ausweichende Hinweis, man könne das telefonisch besprechen.
Hamburg (kobinet) Siegfried Saerberg ist Professor für Disability Studies an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit & Diakonie. Die Hochschule ist in Trägerschaft der Stiftung „Das Rauhe Haus“ in Hamburg. Derzeit ist die Disziplin in Deutschland von Kürzungen und Schließungen bedroht. So heißt es zu dem Wissenschaftler, der vor kurzem ein Interview im nd Journalismus von links zu den geplanten Kürzungen bei den Disability Studies in Hamburg und Köln gegeben hat. „Barrierefreiheit ist unsere Utopie: Die Disability Studies in Hamburg und NRW stehen – auch wegen ihrer Gesellschaftskritik – vor dem Aus“ lautet der Titel des Beitrags mit dem Interview.
Veröffentlicht am 18.08.2025 07:13 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Cover des IGEL-Podcast zu schwellenlosem Planen Foto: IGEL-Media
Altenkirchen (kobinet) „Heute planen, morgen profitieren: Schwellenfreiheit fürs ganze Leben“. So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). „In dieser Episode sprechen wir über ein Thema, das auf den ersten Blick klein wirkt, aber im Alltag große Wirkung hat: barrierefreie Türschwellen“, heißt es in der Ankündigung.
Veröffentlicht am 17.08.2025 11:44 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Screenshot der Bahninfo Foto: omp
Berlin / Kassel (kobinet) „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.“ So schrieb es einst Matthias Claudius, der in der Zeit von 1740 bis 1815 lebte. Über zwei Jahrhunderte später wandelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul dieses Sprichwort dahingehend etwas um. „Wer eine Reise tut, kann viele Barrieren erleben.“, So seine Eindrücke, als er heute am 17. August 2025, mit dem ICE von Berlin nach Kassel fuhr und sich mit den entsprechenden Informationen der Bahn zu dieser Zugfahrt beschäftigte. Stoff für einen kurzen kobinet-Kommentar.
Veröffentlicht am 17.08.2025 05:30 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon Foto: privat
Marburg / Konstanz (kobinet) „Im Urlaub sollte man sich eigentlich entspannen. Doch diesen Sommer ist uns das am Bodensee nicht immer gelungen. Schon bei der Anreise gab es Probleme: Unser direkter ICE von Marburg nach Karlsruhe fiel aus. Also mussten wir in Frankfurt umsteigen, wo wir in einem vollbesetzten Ersatzzug Sitzplätze zugewiesen bekamen. Zweimal mussten wir diese Plätze jedoch räumen, weil die Inhaber der jeweiligen Reservierung die Plätze beanspruchten“, schreibt der Marburger Journalist Franz-Josef Hanke u.a. in einem Bericht von seinem Urlaub in Konstanz mit dem Titel Ignoranz in Konstanz: „Bodenlose Respektlosigkeit gegenüber Blinden am Bodensee“, den er den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.
Veröffentlicht am 15.08.2025 12:35 von Hartmut Smikac in der Kategorie Meinung (?)
Piktogramme „Reisen für Alle“ Foto: BTG / screenshot
MÜNCHEN (kobinet) Mit Unterstützung des Bundeswirtschaftsministerium wurde das Kennzeichnungs- und Informationssystem „Reisen für Alle“ vom Deutschen Seminar für Fremdenverkehr (DSFT) und der Nationalen Koordinationsstelle Tourismus für Alle (NatKo) – „Tourismus für Alle Deutschland“ seit dem Jahr 2011 entwickelt. Die Bundesregierung zeigte in den folgenden Jahren immer weniger Bereitschaft, dieses Projekt, trotz immer umfangreicherer Beratungsleistung der Beteiligten durch finanzielle Förderung abzusichern. Das war ein wesentlicher Grund für die Insolvenz der NatKo im Juni 2019. Obwohl das System „Reisen für Alle“ durch das DSFT überbrückungsweise weitergeführt wurde musste somit eine andere tragfähige Lösung gefunden werden. Am 22. Dezember 2023 hatte dann die Bayern Tourist GmbH (BTG) den Zuschlag im Vergabeverfahren als bundesweite Prüf- und Koordinierungsstelle „Reisen für Alle“ im Rahmen eines Konzessionsvertrages erhalten. Ausgehend von der im Koalitionsvertrag festgehaltenen Absicht der neuen Bundesregierung, eine neue nationale Tourismusstrategie zu erarbeiten, war das für die „kobinet-Redaktion“ Grund genug, einmal nachzufragen, wie es denn nun mit dem System „Reisen für Alle“ weitergehen wird.
Berlin (kobinet) Am 11. September 2025 wird der Deutsche Radiopreis verliehen. In der Kategorie „Bestes Interview“ wurde der Beitrag „Schwerbehindert und superfit, doch der Job fehlt – Eine Stunde reden mit Martin Hassenpflug“ nominiert. Darauf hat Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht. „Martin Hassenpflug kann viel – aber was er will, wird ihm nicht zugetraut. Weil sich bei der Geburt die Nabelschnur um seinen Hals wickelte, ist er spastisch gelähmt und Tag und Nacht auf Hilfe angewiesen. Oder, wie es der 47-Jährige selbst formuliert: “Ich hab‘ den ersten Bungee-Sprung meines Lebens verkackt“ heißt es u.a. in der Ankündigung des Interviews.
Veröffentlicht am 14.08.2025 07:47 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Titelbild des Podcast #berlinklusiv Foto: USE
Berlin / Hannover (kobinet) „Ausstieg aus dem System Werkstatt? – In der Diskussion mit der Grünen EU-Abgeordneten Katrin Langensiepen“, so lautet der Titel der 9. Ausgabe des Werkstatt-Podcast #berlinklusiv. Mit dabei ist auch Michelle Houschka vom USE Werkstattrat. Sie vertritt die Anliegen der Werkstatt-Beschäftigten. „Katrin Langensiepen ist nicht nur Politikerin, sondern auch die erste Frau mit sichtbarer Behinderung im Europa-Parlament. Sie kämpft gegen strukturelle Behinderten-Feindlichkeit. Und prangert die Arbeitsbedingungen in Werkstätten an. Wir haben die Grünen-Politikerin in unseren Podcast eingeladen und die Frage gestellt: Wie kann die Zukunft der Werkstatt-Leistung aussehen, Frau Langensiepen? Denn es gibt eines, was Katrin Langensiepen und uns eint: Wir sind nicht zufrieden mit dem aktuellen System“, heißt es u.a. in der Ankündigung des Podcast.
Veröffentlicht am 14.08.2025 00:52 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
schleißt mit philosohischer Miene nichts aus, nicht einmal ein Auftauchen aus dem Sommerloch. Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Was soll das denn heißen? So reden bzw. schreiben Philosophen, erwartungsgemäß zunächst unverständlich. Dem kann Abhilfe geschaffen werden, gemäß dem Verursacherprinzip seitens der Philosophierenden selber. Unter denen es auch behinderte, beispielsweise blinde Philosophen gibt (vgl. „Willis Blick“ von letzter Woche). Daher beschäftigt sich die vorliegende philosophische Ausführung mit dem behindertenspezifischen Verständnis von Inklusion.
Veröffentlicht am 13.08.2025 15:08 von Stephan Laux in der Kategorie Meinung (?)
Stephan Laux in seinem „Reportage Bus“ Foto: Stephan Laux
Villmar – Weyer (kobinet) Für diesen Teil meiner Reportagereihe brauchte es keine weite Anreise. In Limburg, der Kreisstadt meiner Region, wurde am 05. Mai dieses Jahres eine EUTB eröffnet. War die Eröffnungsfeier noch von Grußworten und allgemeinen Informationen geprägt, bot sich mir im Juli die Gelegenheit, ausführlich mit Eva Hartenstein und Manuel Plaum ins Gespräch zu kommen.
Veröffentlicht am 11.08.2025 06:47 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Cover des IGEL-Podcast zu Frida Kahlo Foto: IGEL-Media
Bad Segeberg (kobinet) „Frida Kahlo: Stark, verletzlich, unvergessen – Warum sich Stephanie Lang von ihr inspiriert fühlt?“ So lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). In dieser ersten Folge der neuen Rubrik des IGEL-Podcast mit dem Titel „HörerInnen erzählen über ihre inspirierenden Menschen mit Behinderung“ spricht Sascha Lang, der Inklusator, mit Stephanie Lang über die legendäre mexikanische Malerin Frida Kahlo.
Veröffentlicht am 10.08.2025 23:42 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
Letzte Woche ins Sommerloch gefallen, findet er es cool, bis er eine unerhörte Entdeckung macht. Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Nachdem letzte Woche Willis Blick ziemlich irritiert die Likers gegen Rechts streifte und anschließend ins Sommerloch fiel, stellt sich diese Woche ganz natürlich die Frage, was ihm im Sommerloch begegnet ist und wie er es dort überhaupt so findet. Cool. Das Sommerloch, so sein erster Eindruck ist eben deshalb ein heißer Urlaubs- und Ferientipp, weil es angenehm kühl darin ist. Schön schattig. Ich habe sogar meine Baskenmütze aufbehalten, aus irgend einer Ecke hat es gezogen. Die erste Nachricht von mir, die dann rausgegangen ist, aus dem Sommerloch, ging an den kobinet Nachrichtensammler Ottmar Miles Paul, es ist nämlich eine positive Nachricht, wie wir Behinderte sie derzeit so bitter nötig haben. Das Sommerloch ist tatsächlich barrierefrei! Und eine Menge Plätze sind frei! Ein Sommerloch-Aufenthalt verspricht im Fall einer Disability-Burnout-Diagnose eine positive Prognose. Was soll ich sagen, man fühlt sich halt schon etwas demütig, du darfst da in dieses Loch und das ist zu allem Überfluss auch noch barrierefrei. Schon lasse ich mich häuslich nieder zu einer Sommerlochmeditation – nur atmen, nicht urteilen und so weiter –, lege meine Beine zum Lotus-Sitz zusammen, da passiert es …
Veröffentlicht am 10.08.2025 15:03 von Hartmut Smikac in der Kategorie Meinung (?)
Dr. Carsten Rensinghoff Foto: privat
BERLIN (kobinet) Niemand darf einer Behinderung wegen benachteiligt werden – im Grunde genommen ist das völlig klar. Praktisch sieht es mit der Wahrnehmung aller Möglichkeiten jedoch deutlich schwerer aus, weil dem häufig Barrieren im Wege stehen. Dazu braucht man sich lediglich die Vorschläge regionaler und lokaler Medien dazu, was man am Wochenende unternehmen könnte, einmal anhören. Das sind ganz gewiss gute Tipps zu interessanten Veranstaltungen oder Möglichkeiten, mit anderen Leuten zusammen eine schöne Zeit zu verleben. Aussagen dazu, inwieweit das alles barrierefrei zu genießen ist, gibt es jedoch nicht. So müssen dann häufig jene, die weitgehend auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sehr viele dieser Vorschläge wieder von der „Liste guter Ideen“ streichen. Gerade in der Urlaubs- und Reisezeit erhalten wir von der kobinet-Redaktion viele Leserbriefe, die zeigen: Es geht nicht nur um diese Barrieren sondern vor allem darum, dass Barrieren die Teilhabe ganz konkreter Personen einschränken oder diese sogar ausschließen.
Veröffentlicht am 10.08.2025 10:00 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Martin Ladstätter Foto: BIZEPS
Wien (kobinet) Am 10. August 1995 ging BIZEPS mit dem Interabilist erstmals online – und schrieb damit österreichische Internetgeschichte. Seitdem hat sich der Nachrichtendienst zu einer zentralen Stimme der Behindertenbewegung entwickelt: über 22.000 Artikel, 650 Autor:innen, 8.000 Fotos und 30 Medienpartner prägen heute das Bild. Im Gespräch mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten blickt Martin Ladstätter auf 30 Jahre Pionierarbeit, Herausforderungen und Zukunftspläne von bizeps.or.at, der Homepage von BIZEPS.
Veröffentlicht am 07.08.2025 07:04 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Cover des IGEL-Podcast zur Audiodeskription im Theater Foto: IGEL-Media
Bad Segeberg (kobinet) „Mehr als nur Beschreibung: Kreative Audiodeskription im Theater“, so lautet der Titel der aktuellen Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Zu Gast beim Inklusator Sascha Lang ist dieses Mal Meret König, Mitgründerin der Sticky Fragments Company, die u.a. über das inklusive Theaterprojekt „Power Strangers“ berichtet.
Veröffentlicht am 06.08.2025 06:00 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
Betroffenheit ist zu schwach ausgedrückt für das, was in einem vorgeht, hört man diesen Erzählstimmen zu Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) In Hans-Günther Heidens spannendem Bericht über eine entscheidende Etappe der deutschen Behindertenbewegung, die Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes im Jahr 1994, findet sich die Überschrift „Von Gandhi und Martin Luther King lernen“. Was heißt es für Behinderte, sich auf diese Vorbilder zu berufen? Das frage ich mich an dieser Stelle, nicht im speziell behindertenpolitischen Kontext. Sondern im allgemeinpolitischen Zusammenhang der Rückkehr des Themas Krieg auf die politische Agenda. Also in Anbetracht einer uns alle hierzulande betreffenden Kriegsgefahr. Sowie des uns wohl zurecht in Angst und Schrecken versetzenden medialen Anschauungsunterrichts, was die grausame Realität des Krieges für die unmittelbar Betroffenen bedeutet. Eine unmenschliche Realität, vor der uns die Politik bewahren möchte durch Vorbereitung auf sie mittels Aufrüstung und Remilitarisierung. – Wären Gandhi und Martin Luther King da mitgegangen? Nein, nach allem, was wir über sie wissen. Gewaltloser Widerstand war Gandhis Losung und auch die von Martin Luther King, der zusammen mit der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung energisch gegen den Vietnam-Krieg protestierte.
Veröffentlicht am 04.08.2025 15:38 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Die im Dunkeln sieht man nicht. Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Im BR24-Beitrag zur Führung „Inklusion, Bildung, Sichtbarkeit: Nürnberger Führungen für alle“ heißt es: „Eines unserer Ziele ist es, dass Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich im Stadtbild vorkommen.“ Kurz darauf folgt die Feststellung, dass sie zwar zur Gesellschaft gehörten, man sie jedoch kaum sehe. Diese Beobachtung bleibt jedoch vollkommen unkommentiert. Es wird nicht gefragt, warum das so ist, welche gesellschaftlichen oder institutionellen Strukturen diese Unsichtbarkeit erzeugen und stabilisieren und wem sie möglicherweise nützt. Stattdessen verweist Projektleiterin Diana Löffler direkt auf das eigene Angebot und betont, dass bei den Touren Menschen mit und ohne Behinderung teilnehmen können. Damit wird die benannte Unsichtbarkeit nicht als Ausdruck eines systemischen Ausschlusses verstanden, sondern zu einem Problem fehlender Begegnung umgedeutet. Sichtbarkeit erscheint nicht als politische oder strukturelle Frage, sondern als etwas, das sich durch symbolische Teilnahmeformate beiläufig beheben ließe.
Veröffentlicht am 03.08.2025 23:30 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
gilt einem Kollegen, dem blinden Philosophen Tobias Litterst Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Der jüngere heißt Tobias Litterst und hat dieser Tage sein Buch „Blind Sein“ – ein philosophischer Erfahrungsbericht veröffentlicht. Der ältere bin ich selber und mein philosophisches Hauptwerk „Denken, Schweigen, Übung – eine Philosophie des Geringfügigen“ erschien bereits 2012. Wir beiden Doktoren der Philosophie haben gemeinsam, dass der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno (Mitbegründer der sog. Frankfurter Schule) für uns ein richtungsweisender Stern am Philosophenhimmel ist. Adornos Betrachtungen über das „Nichtidentische“ – all dies, was begrifflich oder auch realiter nicht in einem vorgegebenen Identitätsmuster aufgeht ermutigen uns einmal mehr, zum Abweichenden unserer Behinderung zu stehen und uns nicht auf „Anpassungsteufel komm raus“ den menschlich und gesellschaftlich vorherrschenden Normen anzugleichen oder gleichmachen zu wollen (durch perfekte Verhaltensabrichtung etwa dem Anforderungsprofil, um trotz Behinderung den allgemeinen Arbeitsmarkt zu „entern“).
Veröffentlicht am 03.08.2025 14:23 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Was heißt hier Kunst? Autonomer Ausdruck oder institutionelle Rahmung? Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Die Fürst Donnersmarck-Stiftung lädt zur Gruppenausstellung „In meine Welt hinein“ in das Rathaus Reinickendorf ein. Schon der Titel suggeriert Nähe und Einblick, doch ein Blick auf Flyer und Einladungstext zeigt, dass diese Ausstellung weniger Kunst als Institution kommuniziert. Nicht die Künstler:innen, ihre Autorschaft und ihre Werke stehen im Mittelpunkt, sondern der betreuende Rahmen, die Funktionsträger:innen und die Botschaft: Seht her, wir ermöglichen Inklusion.
Veröffentlicht am 02.08.2025 07:26 von Hartmut Smikac in der Kategorie Meinung (?)
IGEL-Monatsrückblick Foto: IGEL-Media
Bad Segeberg / Kniebis (kobinet) „Inklusion im Stresstest – zwischen Aufbruchstimmung und Frustration“, so hat Sascha Lang den Monatsrückblick auf die Behindertenpolitik im Juli 2025 getitelt. Gemeinsam mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul blickt Sascha Lang in der neuesten Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL) auf einige Ereignisse und Themen, die die Behindertenpolitik im Juli 2025 bestimmt haben. Dazu gehören sowohl der im Wirtschafts- und Innenministerium steckengebliebene Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz als auch die Tatsache, dass von den 2019 bereitgestellten 600 Millionen Euro für den barrierefreien Umbau von Bahnhöfen bisher nur 84 Millionen Euro abgerufen wurden.
Veröffentlicht am 01.08.2025 06:00 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
streift die Likers gegen Rechts und fällt ins Sommerloch Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Endlich Flagge zeigen! Allemal Daumen hoch, die gegen Rechts sind. Mega! Ein echt starkes Statement: Ein Wald von Daumen, energisch in die Höhe gereckt. Ein beispielloser Move, engagiert und meinungsstark. Man sieht vor lauter Daumen den Wald nicht mehr oder worum es geht oder gegen sollte. Aber jetzt geht es auch zunächst einmal darum, diese enorme Mobilisierung zu nutzen, um ein Meinungsbild herzustellen darüber, ob die „Krüppel gegen Rechts“ sich in „Liken gegen Rechts“ umbenennen. Also alle mal Daumen hoch, die dafür sind. Mit überwältigender Mehrheit angenommen! – Uff! Geschafft, Demokratie und Debatte können einen ganz schön schlauchen. Weshalb der Ruf, sich von ihnen auch mal erholen zu dürfen, immer lauter wird. Liken und Daumen hoch oder runter sind ein mutiger Schritt in diese Richtung. Und selbst das ist noch anstrengend genug, wird es so exzessiv praktiziert wie bei den ehemaligen Krüppeln gegen Rechts, nun Liken gegen Rechts. An dieser Stelle hilft daher einzig, der rechtzeitige und mutige Sprung ins Sommerloch.
Veröffentlicht am 31.07.2025 13:24 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Dauerbaustelle „Inklusion“ Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Inklusion bedeutet, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstverständlich und gleichberechtigt zusammenleben und arbeiten. Sie bedeutet Teilhabe ohne Vorbedingungen, ohne Sonderstrukturen und ohne Zwangsmechanismen. In Deutschland wird der Begriff aber zunehmend für Dinge verwendet, die mit echter Inklusion nichts zu tun haben. Er dient als Etikett für gesetzliche Pflichten, Quotenregelungen oder finanzielle Ausgleichszahlungen, obwohl diese lediglich Verwaltungsinstrumente sind. Die aktuelle Recherche von Süddeutscher Zeitung,„andererseits“ und „FragDenStaat“ zeigt diese begriffliche Schieflage sehr deutlich.
Veröffentlicht am 30.07.2025 06:35 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Alper Senlik Foto: privat
Ahlen (kobinet) „Wir gehören in die Parlamente, in die Vorstände, in die Gremien. Nicht als Ausnahme, sondern als Selbstverständlichkeit. Ich will, dass junge Menschen mit Behinderung sich nicht fragen: „Darf ich das überhaupt?“ – sondern sagen: „Natürlich gehöre ich da hin“. So bringt es der 26jährige Alper Senlik im Interview mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten auf den Punkt. Der blinde Vater einer kleinen Tochter mit Migrationsgeschichte aus Ahlen arbeitet hauptberuflich als Teilhabeberater. Er hat u.a. die Initiative Inklu-Migra ins Leben gerufen und kandidiert bei der Kommunalwahl am 14. September 2025 im nordrhein-westfälischen Ahlen über die SPD für den Stadtrat.
Veröffentlicht am 29.07.2025 07:01 von Brother Outsider in der Kategorie Meinung (?)
Audre Lorde (1934-1992); Brother Outsider stellt sich vor, wie Sister Outsider vom Himmel aus sich freut, dass er sich politisch alles andere als demütig zeigt Foto: Audre Lorde
Berlin (kobinet) Jetzt erst bin ich auf die Episode 273 des IGEL-Poscast gestoßen. Inklusator Sascha Lang stellt Fragen an Jürgen Dusel, alter und neuer Behindertenbeauftragter der Bundesregierung. Habe es mir am Wochenende angehört. Das kennt ihr wahrscheinlich auch, sich an Worten stoßen, über Worte stolpern. So ging es mir mit dem Wort „demütig“, das Jürgen Dusel im Gespräch mit Sascha Lang gleich zu Anfang zweimal in den Mund nimmt. Dass er nun vor allem einmal ein demütiges Gefühl habe und auch allen Grund, demütig zu sein. Ein demütiger Behindertenbeauftragter, was will er uns damit sagen? Oder auch unabhängig davon gefragt, ob er uns etwas sagen will mit seinem demütig, was sagt mir dieses „demütig“ im Zusammenhang mit uns Behinderten?
Veröffentlicht am 28.07.2025 09:58 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
ISL Foto: ISL
Berlin (kobinet) „KI kann helfen: Menschen mit Behinderungen sichtbar machen und Barrieren abbauen“, so titelt Thomas Koritz von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) einen Beitrag über die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz für behinderte Menschen, den dieser den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.
Veröffentlicht am 27.07.2025 23:44 von Hans-Willi Weis in der Kategorie Meinung (?)
Alle Erzählkolumnen komplett in Reihenfolge Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Binge Reading also! Das Ausgedruckte in Händen haltend wie ein Buch und nicht mehr Aufhörenkönnen mit Lesen. Die Serie „Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre“. Sämtliche Figuren jetzt in einem einzigen Durchgang, alle, wie sie kobinet-Lesende bereits liebgewonnen haben:
Veröffentlicht am 26.07.2025 22:44 von Wombat-Paradiso in der Kategorie Meinung (?)
Inklusive und Exklusive Gesellschaften Foto: Wombat-Paradiso
Berlin (kobinet) Inklusion braucht mehr als gute Absicht – eine Heilerziehungspflegerin berichtet über erschöpfte Teams, verpasste Lebensfreude und die stille Isolation von Menschen mit Behinderung.
Veröffentlicht am 26.07.2025 05:00 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Cover des IGEL-Podcast mit Nathalie Sorichter Foto: IGEL-Media
Berlin (kobinet) „Wer seine Zielgruppe vergrößern will braucht Expertise“, so titelte Sascha Lang die nunmehr schon 275. Episode des Podcast Inklusion Ganz Einfach Leben (IGEL). Dabei spricht Sascha Lang mit Nathalie Sorichter über ihren mutigen Schritt in die Selbstständigkeit. Die blinde Fachinformatikerin gründete gemeinsam mit einem Team von Expert*innen mit und ohne Sehbehinderung das Unternehmen Inklusivio, heißt es in der Ankündigung des Podcast.
Veröffentlicht am 25.07.2025 17:13 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Der Begriff Inklusion – entkernt und leer Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) 2009 (UN-BRK, Ratifizierung durch Deutschland am 26. März 2009)
Als Deutschland die UN-Behindertenrechtskonvention ratifizierte, war das Versprechen groß: Teilhabe, Selbstbestimmung, strukturelle Veränderungen. „Inklusion“ war das Wort der Stunde – ein Begriff, der nicht weniger meinte als eine radikale Neuausrichtung gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Weg von Fürsorge, hin zu Rechten. Weg von Sonderwegen, hin zu einem gemeinsamen, gleichberechtigten Leben aller. Doch nur wenige Jahre später war das Wort kaum wiederzuerkennen.
Veröffentlicht am 25.07.2025 05:10 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Cover des Podcast mit Prof. Dr. Albrecht Rohrmann Foto: Universität Siegen
Siegen (kobinet) Menschen mit Behinderung sollen ohne Einschränkungen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. So steht es in der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit 2009 auch in Deutschland geltendes Recht ist. In der Praxis sind wir davon jedoch teilweise noch weit entfernt: Nur 41 Prozent der deutschen Kreise und größeren Städte haben bisher überhaupt Pläne zur Umsetzung der Konvention in Arbeit oder schon abgeschlossen. Das zeigt eine aktuelle Studie der Uni Siegen zusammen mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte. Das reicht bei weitem nicht aus, meint der Siegener Studienleiter Prof. Dr. Albrecht Rohrmann. Er sieht gleichzeitig aber auch, dass durch die UN-Behindertenrechtskonvention in den Kommunen viel in Bewegung geraten ist. Wie Inklusion vor Ort gelingen kann und was es dafür braucht, ist Thema eines aktuellen Podcasts der Uni Siegen.
Veröffentlicht am 24.07.2025 18:49 von Ralph Milewski in der Kategorie Meinung (?)
Ein Los für das gute Gewissen Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Im Januar 2025 habe ich in meinem Artikel „Aktion Mensch: Moderner Ablasshandel statt echter Inklusion“ (kobinet-nachrichten, 30.01.2025) kritisiert, dass die Lotterie der Aktion Mensch kein Beitrag zu struktureller Inklusion ist, sondern ein System moralischer Entlastung. Wer ein Los kauft, beruhigt sein Gewissen, aber verändert nichts an den realen Barrieren, denen Menschen mit Behinderung täglich begegnen. Ich habe damals geschrieben: „Diese Projekte dürfen existieren – aber sie dürfen niemals als echte Inklusion verkauft werden.“
Veröffentlicht am 24.07.2025 14:09 von Hartmut Smikac in der Kategorie Meinung (?)
Budget, Geldscheine Foto: Irina Tischer
BERLIN (kobinet) Deutsche Unternehmen drücken sich jedes Jahr um Millionenbeträge, indem sie die Inklusion von Menschen mit Behinderung umgehen. Eigentlich verpflichtet der Gesetzgeber größere Unternehmen dazu, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen – tun sie das nicht, müssen sie eine sogenannte Ausgleichsabgabe zahlen. Das soll Anreize für mehr Inklusion im Arbeitsmarkt schaffen. Doch die Realität sieht, wie eine Recherche des inklusiven Magazin „andererseits“ und der „Süddeutschen Zeitung“ zeigt, anders aus.
Veröffentlicht am 23.07.2025 06:30 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Nora Welsch Foto: LB Baden-Württemberg
Stuttgart (kobinet) Wer einen Eindruck von der neuen Landesbehindertenbeauftragten von Baden-Württemberg bekommen will, die die Nachfolge von Simone Fischer angetreten hat, für diejenigen bietet die Sendung SWR1 Leute eine gute Möglichkeit. Am 22. Juli 2025 war Nora Welsch, die neue Behindertenbeauftragte des Landes Baden-Württemberg, die selbst einen Rollstuhl nutzt, zu Gast in der renommierten Sendung: „Sie hat eine Muskelerkrankung. Die persönliche Erfahrung der 32-jährigen mache sie zu einer überzeugenden Kandidatin für dieses Amt, hatte das Sozialministerium erklärt. Wie andere Länder sich auf Behinderte einstellen – oder eben auch nicht – hat Nora Welsch selbst auf einer mehrmonatigen Weltreise erlebt“, heißt es u.a. in der Ankündigung der Sendung, die im Internet angehört werden kann.
Veröffentlicht am 23.07.2025 05:15 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Raul Krauthausen zur Aktion Inklusion braucht Demokratie Foto: ISL
Berlin (kobinet) „Inklusionsaktivist Raúl Krauthausen kommt am Samstag, 26. Juli, zum ‚Kämpferherzen-Treffen‘ nach Kassel. Im Interview spricht er über Klischees und Lebensglück“, so heißt es in der Ankündigung eines Interviews von Franz Viohl mit Raul Krauthausen für die Hessisch Niedersächsische Allgemeine, der am kommenden Samstag beim Kämpferherzen-Treffen in der Kasseler Stadthalle mit debei ist, „Behinderte Menschen werden systematisch aussortiert“ ist das Interview getitelt.
Veröffentlicht am 22.07.2025 06:10 von Ottmar Miles-Paul in der Kategorie Meinung (?)
Daumen unten Foto: Irina Tischer
Heidenheim (kobinet) Auf der einen Seite Inklusion predigen und auf der anderen Seite Exklusion vorantreiben. So könnte man die Nachricht über einen Neubau einer Werkstatt für behidnerte Menschen der Lebenshilfe in Heidenheim kommentieren. Fakt ist, dass anstatt Werkstattplätze gezielt durch Strategien für Inklusion auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt abzubauen, wie vom Ausschuss der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen gefordert, werden in Deutschland immer wieder neue Werkstätten gebaut. In Heidenheim werden dafür über 10 Millionen Euro für 100 Werkstattplätze von der Lebenshilfe in die Hand genommen. „Wenn der Bau steht, wird dann wieder Inklusion gepredigt – auch von der Lebenshilfe“, kommentiert Ottmar Miles-Paul diese Entwicklung.
Berlin (kobinet) In Anbetracht der Ereignisse sandten uns die 3 AutorInnen Martin Zinkler, Margret Osterfeld, Heinz Kammeier folgenden Text zu. kobinet findet, das muss an die breite Öffentlichkeit. Wir unterstützen die Auffassung.
Martin Zinkler, Margret Osterfeld, Heinz Kammeier:
Nach dem Anschlag von Magdeburg am 20.12.2024 (der mutmaßliche Täter ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie mit Migrationsgeschichte), dem Messerangriff in Aschaffenburg am 22.01.2025 (der mutmaßliche Täter ist eine ausreisepflichtige Person, die mehrmals in stationärer psychiatrischer Behandlung war) und zuletzt dem Messerangriff in Hamburg am 23.05.2025 (die mutmaßliche Täterin wurde am Tag zuvor aus einer psychiatrischen Klinik entlassen) wurden in der politischen und medienöffentlichen Diskussion drei verschiedene Themenbereiche miteinander in Verbindung gebracht: Tötungsdelikte – Migrationsgeschichten – psychiatrische Behandlungen. Hierbei ist die Psychiatrie in den Sog des Diskurses über die Innere Sicherheit geraten.