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Urlaubstipp Sommerloch und ob dasselbe denn auch barrierefrei ist

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
Letzte Woche ins Sommerloch gefallen, findet er es cool, bis er eine unerhörte Entdeckung macht.
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Nachdem letzte Woche Willis Blick ziemlich irritiert die Likers gegen Rechts streifte und anschließend ins Sommerloch fiel, stellt sich diese Woche ganz natürlich die Frage, was ihm im Sommerloch begegnet ist und wie er es dort überhaupt so findet. Cool. Das Sommerloch, so sein erster Eindruck ist eben deshalb ein heißer Urlaubs- und Ferientipp, weil es angenehm kühl darin ist.  Schön schattig. Ich habe sogar meine Baskenmütze aufbehalten, aus irgend einer Ecke hat es gezogen. Die erste Nachricht von mir, die dann rausgegangen ist, aus dem Sommerloch, ging an den kobinet Nachrichtensammler Ottmar Miles Paul, es ist nämlich eine positive Nachricht, wie wir Behinderte sie derzeit so bitter nötig haben. Das Sommerloch ist tatsächlich barrierefrei! Und eine Menge Plätze sind frei! Ein Sommerloch-Aufenthalt verspricht im Fall einer Disability-Burnout-Diagnose eine positive Prognose. Was soll ich sagen, man fühlt sich halt schon etwas demütig, du darfst da in dieses Loch und das ist zu allem Überfluss auch noch barrierefrei. Schon lasse ich mich häuslich nieder zu einer Sommerlochmeditation – nur atmen, nicht urteilen und so weiter –, lege meine Beine zum Lotus-Sitz zusammen, da passiert es ...

So ne Scheiße, sage ich mir, warum ausgerechnet jetzt! Mit dem rechten großen Zeh – oder war es der linke, nein, der rechte, Zeh gegen rechts – gegen ein Ding, etwas Festes. Wieso liegt das da auf dem Sommerlochboden herum, putzt denn da nicht mal jemand? Doppelt blind – im Sommerloch ist es an sich schon total duster und dann kommt noch meine Blindheit auf beiden Augen dazu – mit zittrigen Fingern betaste ich das Objekt, schalenförmig, durchlöchert, ein Sieb oder vielleicht eine Kokosnusshälfte. Doch ehe ich darüber nachdenken kann, ob es hier im Sommerloch Palmen gibt, kommt mir eine andere Idee. Wie, wenn es sich bei dem Ding um das Teil einer Drohne handelt, von einer über dem Sommerloch abgestürzten russischen Drohne. Dann müsste ich sofort der NATO Bescheid geben, damit sie Kampfjets aufsteigen lassen und wenn erst einmal Tarnkappenbomber über das Sommerloch donnern, dann ist hier Schluss mit lustig, jedenfalls vorbei mit der himmlischen Ruhe. Scheiße, nicht wahr.

Aber wie heißt es so schön, wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch. Während ich noch überlege, wie ich die Nato verständigen könnte – Sommerlöcher sind oft auch Funklöcher –, kommt mir eine zweite Idee. Mensch, sage ich mir, das ist es, wieso kommst du da nicht gleich drauf! Diese verdammte Kriegshysterie, ständig sieht man von überall her Drohnen auf sich zufliegen. Nein, wisst ihr, was das Ding in Wahrheit ist, ihr werdet es nicht glauben! Ein hundsgewöhnlicher Maulkorb! Hättet ihr auch nicht erwartet, klar, wer rechnet schon mit so was. Ob nun jemand aus purem Verdruss den Maulkorb ins Sommerloch geworfen hat, keine Ahnung. Egal, natürlich setz ich mir den Maulkorb nicht auf, ich halt jetzt auch so mal die Klappe, bin ja gerade dabei gewesen, mich ins sommerlöchrige Nirwana zu versenken. Die Schlusslichter eines letzten Gedankens sehe ich unter meinem Schädeldach Richtung Stratosphäre entschwinden. Der Gedanke, ob man das Sommerloch nicht bis zum Spätherbst oder bis vor Weihnachten verlängern sollte, wir ersparten uns damit eine Menge dummer Gedanken.

Redaktioneller Aufklärungshinweis: Sähe Willis Blick über den Rand des Sommerlochs, entginge ihm sicher nicht, wie der Konformitätsdruck aus dem schwarz-rot-grünen Block zunimmt. Liken und Daumen hoch reicht vielen schon nicht mehr, immer öfter ertönt der Ruf nach Maulkörben, nur die gesichert demokratieverträgliche Meinung ist zugelassen und erwünscht. Ist es da ein Wunder, jemand reißt sich bei den sommerlichen Temperaturen den Maulkorb vom Gesicht und wirft das Ding kurzerhand ins Sommerloch.