BERLIN (kobinet)
Menschen mit Behinderung dürfen nicht benachteiligt werden.
Benachteiligt bedeutet: Sie werden schlechter behandelt als andere Menschen.
Das ist ein wichtiges Gesetz.
Aber in der Praxis ist das oft schwer.
Denn es gibt viele Barrieren.
Barrieren bedeutet: Hindernisse, die Menschen mit Behinderung ausschließen.
Man kann das gut sehen bei Freizeit-Tipps.
Radio und Zeitungen geben viele Tipps fürs Wochenende.
Das sind gute Ideen für Veranstaltungen.
Aber sie sagen nicht: Ist das barriere-frei?
Barriere-frei bedeutet: Alle Menschen können dort hin gehen.
Menschen mit Behinderung müssen dann viele Tipps streichen.
Sie können nicht überall hin.
Besonders im Urlaub ist das ein Problem.
Viele Leser schreiben uns darüber.
Die Barrieren schließen Menschen aus.
Das ist nicht fair.
Es gibt aber auch gute Beispiele.
Man muss nur wissen wo.
Die Barriere-Freiheit wird langsam besser.
In Hannover ist jetzt eine Bahn-Station barriere-frei.
Das ist super!
Aber es gibt auch schlechte Beispiele.
Ein neuer Bahnhof bekommt erst später Aufzüge.
Ein anderer Bahnhof hat einen Aufzug-Schacht.
Aber er bekommt keinen Aufzug.
Das wurde gestrichen wegen zu wenig Fahrgästen.
Bahnhöfe sind oft ein Problem.
Bei der Deutschen Bahn muss man Reisen anmelden.
Das ist kompliziert.
Manchmal werden Menschen mit Behinderung abgelehnt.
Ein Rollstuhl-Fahrer sagt: Mein Leben ist ein täglicher Kampf.
Kampf gegen Treppen und Unwissen.
Fluggäste beschreiben ihre Reise als entwürdigend.
Entwürdigend bedeutet: Jemand behandelt eine andere Person sehr schlecht.
Die Person fühlt sich dann wertlos.
Ein blinder Mann hatte ein barriere-freies Hotel-Zimmer gebucht.
Er sollte auf dem Zimmer frühstücken.
Sein Blinden-Hund durfte nicht in den Frühstücks-Raum.
Wir von kobinet wollen über diese Probleme sprechen.
Wir kennen die Namen der betroffenen Menschen.
Bei einem Beispiel nennen wir den Namen.
Professor Dr. Carsten Rensinghoff arbeitet an der Uni Witten.
Er wollte Urlaub in Norddeich machen.
Norddeich soll barriere-frei sein.
Carsten Rensinghoff hat eine schwere Behinderung.
Er hat 100 Prozent Behinderungs-Grad.
Behinderungs-Grad bedeutet: Wie stark ist eine Behinderung.
Das messen Ärzte mit Zahlen.
Die Zahlen gehen von 20 bis 100.
Je höher die Zahl ist, desto mehr Hilfe braucht die Person.
Deshalb braucht er ein Zimmer im Erd-Geschoss.
2024 hatte er schon mal so ein Zimmer bekommen.
Dieses Jahr war es anders.
Bei der Ankunft waren alle Zimmer im Erd-Geschoss belegt.
Er bekam ein Zimmer im 2. Stock.
Später sollte er umziehen können.
Die Lösung war dann eine andere Ferien-Wohnung.
Die Bundes-Regierung plant eine neue Tourismus-Politik.
Tourismus-Politik bedeutet: Politiker machen Regeln für Urlaub und Reisen.
Dabei sollte sie das System Reisen für Alle verbessern.
System Reisen für Alle bedeutet: Ein Programm für barriere-freie Reisen.
Alle Menschen sollen Urlaub machen können.
Barriere-freier Tourismus muss wichtiger werden.

Foto: privat
BERLIN (kobinet) Niemand darf einer Behinderung wegen benachteiligt werden - im Grunde genommen ist das völlig klar. Praktisch sieht es mit der Wahrnehmung aller Möglichkeiten jedoch deutlich schwerer aus, weil dem häufig Barrieren im Wege stehen. Dazu braucht man sich lediglich die Vorschläge regionaler und lokaler Medien dazu, was man am Wochenende unternehmen könnte, einmal anhören. Das sind ganz gewiss gute Tipps zu interessanten Veranstaltungen oder Möglichkeiten, mit anderen Leuten zusammen eine schöne Zeit zu verleben. Aussagen dazu, inwieweit das alles barrierefrei zu genießen ist, gibt es jedoch nicht. So müssen dann häufig jene, die weitgehend auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sehr viele dieser Vorschläge wieder von der "Liste guter Ideen" streichen. Gerade in der Urlaubs- und Reisezeit erhalten wir von der kobinet-Redaktion viele Leserbriefe, die zeigen: Es geht nicht nur um diese Barrieren sondern vor allem darum, dass Barrieren die Teilhabe ganz konkreter Personen einschränken oder diese sogar ausschließen.
Dabei ist selbstverständlich nicht zu übersehen, dass man durchaus auch weitgehend barrierefreie Angebote finden kann – man muss eben lediglich wissen wo man sie suchen muss. Niemand verschweigt, dass es mit der Barrierefreiheit Schritt für Schritt besser wird. So erhielten wir von der Redaktion kürzlich die Auskunft, dass die Stadtbahnhaltestelle „Alter Flughafen“ in Hannover ab sofort barrierefrei ist. Das ist sehr gut ! Uns wird jedoch ebenso von einem neu gebauten Bahnhof berichtet, dessen Fahrstühle erst später eingebaut werden können. Das ist immerhin besser wie jener Vorstadtbahnhof, der bei dem Neubau einen Fahrstuhlschacht erhielt, diesen Fahrstuhl jedoch nicht bekommen wird. Dieser Teil der Investition wurde im Verlauf der Bauphase wegen einer zu geringen Fahrgastzahl gestrichen.
Überhaupt ist die Barrierefreiheit auf Bahnhöfen immer wieder ein Kritikpunkt unserer Leserinnen und Leser. Das beginnt bei dem Punkt, dass Bahnreisen bei der Deutschen Bahn und den Privatbahnen überhaupt vorher angemeldet sein sollten und geht bis zu Beispielen bei denen potentiellen Fahrgästen eine Reise mit der Bahn verweigert wurde.
Wen wundert es bei derartigen Verhältnissen, dass ein Rollstuhlfahrer sein Leben als Rollstuhlfahrer sein Leben als „täglicher Kampf gegen Straßen, Treppen und Ignoranz“ beschreibt und Passagiere einer ausländischen Fluggesellschaft ihre Reise als „entwürdigende Erfahrung“ beschreiben. In diese Rubrik der „schlechten Erfahrungen“ gehört wohl ebenso die Erfahrung eines blinden Reisenden, der in einem Hotel ein barrierefreies Zimmer gebucht hatte und plötzlich auf dem Zimmer frühstücken sollte – weil der Blindenführhund nicht in den Frühstücksraum durfte.
Bis hierher wollten wir von der „kobinet Redaktion“ gern „das Problem Barrieren“ allgemein ansprechen. Deshalb haben wir nur „die Probleme von Menschen mit den Barrieren“ angesprochen. Zu allen Beispielen könnten wir auch die Namen der Personen nennen, die uns davon berichtet haben. Bei einem letzten Beispiel möchten wir jedoch den Namen nennen, weil dieses Beispiel zeigt, dass es auch bei nach „Reisen für Alle“ zertifizierten Angeboten letztlich darauf ankommt, wie man sich gegenüber den Gästen verhält. So hatte der Wittener Professor für Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik Dr. Carsten Rensinghoff eigentlich darauf gehofft, in Norddeich einen schönen und erholsamen Urlaub zu verbringen. Norddeich gilt als barrierefrei und so sollte ein barrierefreies Quartier eigentlich kein Problem sein. Wegen einer erheblichen Einschränkung im körperlichen und motorischen Bereich hat Carsten Rensinghoff einen Grad der Behinderung von 100, weshalb er bei der Buchung ein Zimmer im Erdgeschoss erbeten hatte. Im Jahr 2024 hatte er ein solche Zimmer auch schon einmal bekommen. Nur in diesem Jahr erfuhr er bei der Anreise, dass sämtliche Zimmer im Erdgeschoss belegt sind und für eine gewisse Zeit nur Zimmer im 2. Obergeschoss zu haben seien. Nach Ablauf dieses Zeitraums könnte er dann, so wurde ihm gesagt, in das Erdgeschoss umziehen. Die „Lösung“ war dann eine „Ersatzferienwohnung“.
In den kommenden Wochen wird die Bundesregierung wird ihre neue Tourismuskonzeption erarbeiten. Dabei wäre es wohl eine gute Idee, die Arbeit mit dem Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ ganz schnell wieder „in die Spur“ zu bringen und dem Thema „barrierefreier Tourismus“ insgesamt große Aufmerksamkeit zu widmen.

Foto: privat
BERLIN (kobinet) Niemand darf einer Behinderung wegen benachteiligt werden - im Grunde genommen ist das völlig klar. Praktisch sieht es mit der Wahrnehmung aller Möglichkeiten jedoch deutlich schwerer aus, weil dem häufig Barrieren im Wege stehen. Dazu braucht man sich lediglich die Vorschläge regionaler und lokaler Medien dazu, was man am Wochenende unternehmen könnte, einmal anhören. Das sind ganz gewiss gute Tipps zu interessanten Veranstaltungen oder Möglichkeiten, mit anderen Leuten zusammen eine schöne Zeit zu verleben. Aussagen dazu, inwieweit das alles barrierefrei zu genießen ist, gibt es jedoch nicht. So müssen dann häufig jene, die weitgehend auf Barrierefreiheit angewiesen sind, sehr viele dieser Vorschläge wieder von der "Liste guter Ideen" streichen. Gerade in der Urlaubs- und Reisezeit erhalten wir von der kobinet-Redaktion viele Leserbriefe, die zeigen: Es geht nicht nur um diese Barrieren sondern vor allem darum, dass Barrieren die Teilhabe ganz konkreter Personen einschränken oder diese sogar ausschließen.
Dabei ist selbstverständlich nicht zu übersehen, dass man durchaus auch weitgehend barrierefreie Angebote finden kann – man muss eben lediglich wissen wo man sie suchen muss. Niemand verschweigt, dass es mit der Barrierefreiheit Schritt für Schritt besser wird. So erhielten wir von der Redaktion kürzlich die Auskunft, dass die Stadtbahnhaltestelle „Alter Flughafen“ in Hannover ab sofort barrierefrei ist. Das ist sehr gut ! Uns wird jedoch ebenso von einem neu gebauten Bahnhof berichtet, dessen Fahrstühle erst später eingebaut werden können. Das ist immerhin besser wie jener Vorstadtbahnhof, der bei dem Neubau einen Fahrstuhlschacht erhielt, diesen Fahrstuhl jedoch nicht bekommen wird. Dieser Teil der Investition wurde im Verlauf der Bauphase wegen einer zu geringen Fahrgastzahl gestrichen.
Überhaupt ist die Barrierefreiheit auf Bahnhöfen immer wieder ein Kritikpunkt unserer Leserinnen und Leser. Das beginnt bei dem Punkt, dass Bahnreisen bei der Deutschen Bahn und den Privatbahnen überhaupt vorher angemeldet sein sollten und geht bis zu Beispielen bei denen potentiellen Fahrgästen eine Reise mit der Bahn verweigert wurde.
Wen wundert es bei derartigen Verhältnissen, dass ein Rollstuhlfahrer sein Leben als Rollstuhlfahrer sein Leben als „täglicher Kampf gegen Straßen, Treppen und Ignoranz“ beschreibt und Passagiere einer ausländischen Fluggesellschaft ihre Reise als „entwürdigende Erfahrung“ beschreiben. In diese Rubrik der „schlechten Erfahrungen“ gehört wohl ebenso die Erfahrung eines blinden Reisenden, der in einem Hotel ein barrierefreies Zimmer gebucht hatte und plötzlich auf dem Zimmer frühstücken sollte – weil der Blindenführhund nicht in den Frühstücksraum durfte.
Bis hierher wollten wir von der „kobinet Redaktion“ gern „das Problem Barrieren“ allgemein ansprechen. Deshalb haben wir nur „die Probleme von Menschen mit den Barrieren“ angesprochen. Zu allen Beispielen könnten wir auch die Namen der Personen nennen, die uns davon berichtet haben. Bei einem letzten Beispiel möchten wir jedoch den Namen nennen, weil dieses Beispiel zeigt, dass es auch bei nach „Reisen für Alle“ zertifizierten Angeboten letztlich darauf ankommt, wie man sich gegenüber den Gästen verhält. So hatte der Wittener Professor für Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik Dr. Carsten Rensinghoff eigentlich darauf gehofft, in Norddeich einen schönen und erholsamen Urlaub zu verbringen. Norddeich gilt als barrierefrei und so sollte ein barrierefreies Quartier eigentlich kein Problem sein. Wegen einer erheblichen Einschränkung im körperlichen und motorischen Bereich hat Carsten Rensinghoff einen Grad der Behinderung von 100, weshalb er bei der Buchung ein Zimmer im Erdgeschoss erbeten hatte. Im Jahr 2024 hatte er ein solche Zimmer auch schon einmal bekommen. Nur in diesem Jahr erfuhr er bei der Anreise, dass sämtliche Zimmer im Erdgeschoss belegt sind und für eine gewisse Zeit nur Zimmer im 2. Obergeschoss zu haben seien. Nach Ablauf dieses Zeitraums könnte er dann, so wurde ihm gesagt, in das Erdgeschoss umziehen. Die „Lösung“ war dann eine „Ersatzferienwohnung“.
In den kommenden Wochen wird die Bundesregierung wird ihre neue Tourismuskonzeption erarbeiten. Dabei wäre es wohl eine gute Idee, die Arbeit mit dem Informations- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“ ganz schnell wieder „in die Spur“ zu bringen und dem Thema „barrierefreier Tourismus“ insgesamt große Aufmerksamkeit zu widmen.




