Nürnberg (kobinet)
Toni Munkert arbeitet in einem Museum.
Das Museum heißt Germanisches National-Museum.
Es ist in Nürnberg.
Toni Munkert kann nicht gut sehen.
Er hat eine Seh-Behinderung.
Eine Person kann nicht gut sehen.
Die Augen arbeiten nicht richtig.
Manche Menschen sind blind.
Andere Menschen können nur wenig sehen.
Christine Schreier arbeitet auch in dem Museum.
Sie kann gut sehen.
Toni Munkert und Christine Schreier arbeiten zusammen.
Sie machen Museum-Führungen.
Museum-Führungen sind Besuche im Museum.
Eine Person erklärt die Ausstellung.
Die Gruppe geht zusammen durch das Museum.
Alle lernen etwas über Kunst oder Geschichte.
Die beiden gehören zu einem besonderen Programm.
Das Programm heißt Kult-Touren für alle.
Kult-Touren sind besondere Stadt-Führungen in Nürnberg.
Menschen besuchen Museen und andere Orte.
Die Führungen sind für Menschen mit Behinderung gemacht.
Alle können mit-machen.
Das Programm ist vom Caritas-Pirckheimer-Haus in Nürnberg.
Caritas-Pirckheimer-Haus ist ein Gebäude in Nürnberg.
Dort arbeitet die Caritas.
Die Caritas hilft Menschen mit Problemen.
In dem Haus gibt es verschiedene Angebote.
Bei dem Programm gibt es 9 verschiedene Führungen.
Bei jeder Führung arbeiten 2 Menschen zusammen.
Ein Mensch hat eine Behinderung.
Ein Mensch hat keine Behinderung.
Sie führen Menschen durch Museen.
Sie führen Menschen durch das Rathaus.
Toni Munkert und Christine Schreier haben eine besondere Führung.
Die Führung heißt: Vergangenheit verstehen, Zukunft gestalten.
Bei der Führung geht es um die Geschichte der Menschen.
Das steht in einem Bericht von BR24.
Sabine Lohner hat kobinet-nachrichten auf den Bericht aufmerksam gemacht.
kobinet ist eine Internet-Seite.
Dort stehen Nachrichten für Menschen mit Behinderung.
Die Nachrichten sind über Politik und Gesellschaft.
kobinet gibt es schon sehr lange.
Wissen weiter-geben ist schwierig.
Alle Menschen sollen etwas lernen können.
Aber Menschen sind verschieden.
Sie sind alt oder jung.
Sie kommen aus verschiedenen Ländern.
Sie leben in verschiedenen Situationen.
Menschen haben auch verschiedene Sinne.
Manche Menschen können nicht sehen.
Diese Menschen können mit Schau-Kästen nichts anfangen.
Manche Menschen können nicht hören.
Diese Menschen verstehen Führungen nicht.
Menschen mit Behinderung sollen auch ins Museum gehen können.
Menschen mit Demenz sollen auch ins Museum gehen können.
Demenz bedeutet: Eine Krankheit vom Gehirn.
Menschen vergessen dann sehr viele Sachen.
Menschen mit schlechten Deutsch-Kenntnissen sollen auch ins Museum gehen können.
Dafür braucht es mehr als nur Blinden-Schrift.
Blinden-Schrift ist Schrift zum Fühlen.
Blinde Menschen lesen mit den Fingern.
Dafür braucht es mehr als nur Roll-Stuhl-Freundlichkeit.
Ein Rollstuhl ist ein Stuhl mit Rädern.
Menschen fahren damit wenn sie nicht gehen können.
Das steht in dem Bericht von BR24.
Toni Munkert und Christine Schreier machen ihre Führung alle 3 Monate.
Im Juli waren 16 Menschen bei der Führung dabei.
Munkert hat einen Blinden-Stock in der Hand.
Schreier gibt ihm ein großes Woll-Knäuel.
Munkert erklärt: 1 Meter Wolle sind 1000 Jahre.
Munkert spricht langsam.
Er wählt die Worte sorgfältig aus.
Schreier sagt: Wir haben ein eigenes Mess-Gerät erfunden.
Mess-Gerät bedeutet: Ein Gerät zum Messen.
Damit kann man Dinge messen.
Zum Beispiel: Ein Lineal misst wie lang etwas ist.
Ein Thermometer misst wie warm es ist.
So können Menschen die Zeit besser verstehen.
An wichtigen Stellen der Menschen-Geschichte hängen kleine Symbole an der Wolle.
Menschen die nicht sehen können, können die Symbole anfassen.

Foto: BR24
Nürnberg (kobinet) Toni Munkert ist Museumsführer im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Und er ist sehbehindert. Seine Kollegin Christine Schreier nicht, zusammen bilden sie ein starkes Tandem. Beide sind Teil des Konzepts "Kultouren für alle" des Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Hauses. "In neun Touren führen immer ein Mensch mit und einer ohne Behinderung durch ein Museum, durchs Rathaus oder die Stadt. Munkerts und Schreiers Führung heißt 'Vergangenheit verstehen, Zukunft gestalten' und beschäftigt sich mit der Menschheitsgeschichte." So heißt es in einem Bericht von BR24, auf den Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.
„Wissen so vermitteln, dass alle davon profitieren: Das ist eine schwierige Aufgabe für Bildungsträger, für Lehreinrichtungen und für Museen. Immerhin unterscheiden sich Menschen in ihrem Alter, ihrer Kultur, ihrer Sozialstruktur. Und auch in ihren Sinnen. Wer nichts sieht, kann mit einem Schaukasten wenig anfangen. Wer nichts hört, versteht die Führung nicht. Damit auch Menschen mit einer Behinderung, mit Demenz oder schlechten Deutschkenntnissen einen Museumsbesuch genießen können, braucht es mehr als nur Blindenschrift und Rollstuhlfreundlichkeit“, heißt es weiter im Bericht von BR24.
Toni Munkert und Christine Schreier bieten dem Bericht zufolge die Führung einmal im Quartal an. „Bei ihrer Tour im Juli sind 16 Personen mit dabei. Munkert hält einen Blindenstock in der Hand. Tandem-Partnerin Schreier reicht ihm ein überdimensioniertes Wollknäuel und Munkert erklärt: ‚Ein Meter davon sind tausend Jahre‘. Munkert spricht langsam und wählt die Worte sorgfältig aus. Schreier ergänzt: ‚Um die Zeit greifbar zu machen, haben wir ein eigenes Messinstrument erfunden.‘ An den wichtigen Stellen der Menschheitsgeschichte hängen kleine Symbole an der Wolle. Wer nichts sieht, kann die Symbole ertasten“, heißt es weiter im Bericht.

Foto: BR24
Nürnberg (kobinet) Toni Munkert ist Museumsführer im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Und er ist sehbehindert. Seine Kollegin Christine Schreier nicht, zusammen bilden sie ein starkes Tandem. Beide sind Teil des Konzepts "Kultouren für alle" des Nürnberger Caritas-Pirckheimer-Hauses. "In neun Touren führen immer ein Mensch mit und einer ohne Behinderung durch ein Museum, durchs Rathaus oder die Stadt. Munkerts und Schreiers Führung heißt 'Vergangenheit verstehen, Zukunft gestalten' und beschäftigt sich mit der Menschheitsgeschichte." So heißt es in einem Bericht von BR24, auf den Sabine Lohner die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht hat.
„Wissen so vermitteln, dass alle davon profitieren: Das ist eine schwierige Aufgabe für Bildungsträger, für Lehreinrichtungen und für Museen. Immerhin unterscheiden sich Menschen in ihrem Alter, ihrer Kultur, ihrer Sozialstruktur. Und auch in ihren Sinnen. Wer nichts sieht, kann mit einem Schaukasten wenig anfangen. Wer nichts hört, versteht die Führung nicht. Damit auch Menschen mit einer Behinderung, mit Demenz oder schlechten Deutschkenntnissen einen Museumsbesuch genießen können, braucht es mehr als nur Blindenschrift und Rollstuhlfreundlichkeit“, heißt es weiter im Bericht von BR24.
Toni Munkert und Christine Schreier bieten dem Bericht zufolge die Führung einmal im Quartal an. „Bei ihrer Tour im Juli sind 16 Personen mit dabei. Munkert hält einen Blindenstock in der Hand. Tandem-Partnerin Schreier reicht ihm ein überdimensioniertes Wollknäuel und Munkert erklärt: ‚Ein Meter davon sind tausend Jahre‘. Munkert spricht langsam und wählt die Worte sorgfältig aus. Schreier ergänzt: ‚Um die Zeit greifbar zu machen, haben wir ein eigenes Messinstrument erfunden.‘ An den wichtigen Stellen der Menschheitsgeschichte hängen kleine Symbole an der Wolle. Wer nichts sieht, kann die Symbole ertasten“, heißt es weiter im Bericht.





Im BR24-Beitrag zur Führung „Inklusion, Bildung, Sichtbarkeit: Nürnberger Führungen für alle“ heißt es: „Eines unserer Ziele ist es, dass Menschen mit Behinderungen ganz selbstverständlich im Stadtbild vorkommen.“ Es folgt die Feststellung: „Zwar gehören sie zur Gesellschaft, doch man sehe sie kaum.“ Diese Beobachtung wird nicht weiter eingeordnet. Es wird nicht gefragt, warum das so ist, welche gesellschaftlichen oder institutionellen Strukturen diese Unsichtbarkeit erzeugen und aufrechterhalten und wem sie nützt.