Berlin / Kassel (kobinet)
Reisen ist schwer für Menschen mit Behinderung.
Das merkte kobinet-Reporter Ottmar Miles-Paul heute.
Ein kobinet-Reporter schreibt Nachrichten für die Internet-Seite kobinet über Menschen mit Behinderung.
Er fuhr am 17. August 2025 mit dem ICE von Berlin nach Kassel.
Er erlebte viele Barrieren.
Barrieren sind Hindernisse, die Menschen beim Gehen oder Fahren stoppen.
Kommentar von kobinet-Reporter Ottmar Miles-Paul
Die App der Deutschen Bahn ist gut.
Sie hilft beim Reisen mit wichtigen Infos.
Zum Beispiel: Welches Gleis oder gibt es Verspätungen?
Aber es gibt auch schlechte Nachrichten in der App.
Bei meiner Fahrt heute waren das viele.
In Wolfsburg und Hildesheim gehen die Aufzüge nicht.
Das sind 2 von 7 Bahnhöfen auf der Strecke.
Im Zug gab es kein Behinderten-WC.
Ein Behinderten-WC ist eine größere Toilette mit Halte-Griffen für Menschen im Roll-Stuhl.
Das ist ein großes Problem für manche Menschen.
Die Bahn sagt: Menschen mit Behinderung sollen anrufen für einen anderen Zug.
Früher war Reisen schon schwer.
Heute ist es wegen dem Wetter oft noch schwerer.
Es gibt Stürme und Überschwemmungen.
Für Menschen mit Behinderung ist Reisen besonders schwer.
Viele Menschen ohne Behinderung verstehen das nicht.
Am Berliner Haupt-Bahnhof ging keine Roll-Treppe.
Eine Roll-Treppe ist eine bewegliche Treppe, die von alleine nach oben oder unten fährt.
Es war morgens nach 7 Uhr.
Ich musste die normale Treppe nehmen.
Das war schwer für mich und andere Menschen mit schweren Koffern.
Reisen ist oft schwer und anstrengend.
Schwer und anstrengend bedeutet: etwas kostet viel Kraft und macht müde.
Die Deutsche Bahn hat schwere Aufgaben.
Schwere Aufgaben sind Probleme, die nicht leicht zu lösen sind.
Aber sie versteht nicht: Menschen mit Behinderung brauchen Hilfe.
Die Bundes-Regierung macht es auch nicht besser.
Ein wichtiges Gesetz für Barriere-Freiheit wartet seit Wochen.
Barriere-Freiheit bedeutet: alle Menschen können etwas benutzen ohne Hindernisse.
Reisen bleibt also schwer mit vielen Barrieren.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention sagt: Es muss Hilfen geben.
Das ist ein Vertrag für Menschen mit Behinderungen, den viele Länder unterschrieben haben.
In Deutschland passiert das noch nicht genug.

Foto: omp
Berlin / Kassel (kobinet) "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen." So schrieb es einst Matthias Claudius, der in der Zeit von 1740 bis 1815 lebte. Über zwei Jahrhunderte später wandelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul dieses Sprichwort dahingehend etwas um. "Wer eine Reise tut, kann viele Barrieren erleben.", So seine Eindrücke, als er heute am 17. August 2025, mit dem ICE von Berlin nach Kassel fuhr und sich mit den entsprechenden Informationen der Bahn zu dieser Zugfahrt beschäftigte. Stoff für einen kurzen kobinet-Kommentar.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Die App der Deutschen Bahn ist ein sehr gutes und hilfreiches Instrument. Es lohnt sich immer, reinzuschauen, wenn eine Reise ansteht. Besonders auch kurz vor Reiseantritt. Da werden Gleisänderungen, Verspätungen, Zugausfälle und andere wichtigen Informationen bereitgestellt. Für mich oft eine große Hilfe, so auch heute, denn der Gleiswechsel war schon drin.
Blickt man dann jedoch auf so manche Details, beispielsweise welche Strecke der ICE, wie heute beispielsweise von Berlin nach Kassel, fährt, wann er wo hält, stößt man auch auf andere wichtige Informationen. Davon gab es bei meiner heutigen Fahrt einige. „Aufzug in Wolfsburg Hbf Gleis 4/5 Umbau außer Betrieb“, diese Meldung kriege ich schon seit längerem. „Aufzug in Hildesheim Gl. 1 außer Betrieb“, da dachte ich mir schon, bei 7 Haltepunkten zwei Stationen, an denen Aufzüge außer Betrieb sind. „Naja, großer Mist, für die die dort darauf angewiesen sind.“ „Kein behindertengerechtes WC im Zug“, das war dann für diejenigen, die dies brauchen, schon eine größere Nummer. Der Hinweis, dass sich mobilitätseingeschränkte Reisende wegen eventuell erforderlichen Umbuchungen an die Mobilitätsservice-Zentrale wenden können, lässt ahnen, welche Unannehmlichkeiten mit dieser Meldung verbunden sein können. Ich frage mich immer wieder, wohin verschwinden diese WCs, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Kommentar.
Letztens habe ich einen Kommentar gehört, in dem angesichts der mittlerweile schon fast üblichen Wetterkapriolen wie Stürmen, Überschwemmungen, Hitzewellen oder Waldbrände zukünftig wohl nicht mehr selbstverständlich davon ausgegangen werden könne, dass Reisen weiterhin recht unbeschwert und ohne Komplikationen verlaufen. So schön das Reisen auch ist, bedeutete es schon immer Aufwand, Durchhaltevermögen, spontane Anpassungen, zuweilen auch Dinge, die nicht klappten und auch Frust. Goethe könnte hier sicherlich einiges aus seiner Zeit berichten, wäre er noch unter uns. Für behinderte Menschen hat dies jedoch tagtäglich ganz reale Dimensionen. Dimensionen, über die sich so manche nichtbehinderte Menschen keine Vorstellung machen und wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle ausflippen würden. Was sie zum Teil schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten zuweilen tun, wenn sie diese erleben.
Als ich mich dann heute Morgen im Berliner Hauptbahnhof hinab zu Gleis 5 begeben wollte, stand ich vor der ersten Rolltreppe. Ausgeschalten! Na gut, kommt vor. Ich quäle mich mit meinen schmerzenden Knochen runter, weil der Umweg zum Aufzug und das Suchen dessen, wohl aufwändiger für mich als Sehbehinderten gewesen wäre. Bei der zweiten Rolltreppe, die ich bis ganz unten nehmen musste, wurde ich dann stutzig. Die ging auch nicht. Und auf der Gegenseite quälten sich einige Reisende mit großen Koffern die Treppen hoch. Die ging nämlich auch nicht. Nach 7:00 Uhr morgens im Berliner Hauptbahnhof, da scheinen die Rolltreppen wohl noch nicht im Dienst zu sein.
Beschwerlich, beschwerlich, können so manche Reisen sein, vor allem, wenn die Deutsche Bahn neben all ihren Herausforderungen, für die ich zum Teil hohen Respekt und Verständnis habe, kein Verständnis von angemessenen Vorkehrungen zu haben scheint. Aber warum sollte sie? Wenn die Bundesregierung mit schlechtem Beispiel vorangeht und derzeit von der CDU Wirtschaftsministerin und vom CSU Innenminister wieder einmal der Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz für mehr Barrierefreiheit nunmehr schon seit Wochen blockiert wird. Reisen bleibt also ein Abenteuer mit vielen Barrieren und angemessene Vorkehrungen, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention vorsehen, bleiben wohl noch eine Weile ein Fremdwort in Deutschland.

Foto: omp
Berlin / Kassel (kobinet) "Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen." So schrieb es einst Matthias Claudius, der in der Zeit von 1740 bis 1815 lebte. Über zwei Jahrhunderte später wandelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul dieses Sprichwort dahingehend etwas um. "Wer eine Reise tut, kann viele Barrieren erleben.", So seine Eindrücke, als er heute am 17. August 2025, mit dem ICE von Berlin nach Kassel fuhr und sich mit den entsprechenden Informationen der Bahn zu dieser Zugfahrt beschäftigte. Stoff für einen kurzen kobinet-Kommentar.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Die App der Deutschen Bahn ist ein sehr gutes und hilfreiches Instrument. Es lohnt sich immer, reinzuschauen, wenn eine Reise ansteht. Besonders auch kurz vor Reiseantritt. Da werden Gleisänderungen, Verspätungen, Zugausfälle und andere wichtigen Informationen bereitgestellt. Für mich oft eine große Hilfe, so auch heute, denn der Gleiswechsel war schon drin.
Blickt man dann jedoch auf so manche Details, beispielsweise welche Strecke der ICE, wie heute beispielsweise von Berlin nach Kassel, fährt, wann er wo hält, stößt man auch auf andere wichtige Informationen. Davon gab es bei meiner heutigen Fahrt einige. „Aufzug in Wolfsburg Hbf Gleis 4/5 Umbau außer Betrieb“, diese Meldung kriege ich schon seit längerem. „Aufzug in Hildesheim Gl. 1 außer Betrieb“, da dachte ich mir schon, bei 7 Haltepunkten zwei Stationen, an denen Aufzüge außer Betrieb sind. „Naja, großer Mist, für die die dort darauf angewiesen sind.“ „Kein behindertengerechtes WC im Zug“, das war dann für diejenigen, die dies brauchen, schon eine größere Nummer. Der Hinweis, dass sich mobilitätseingeschränkte Reisende wegen eventuell erforderlichen Umbuchungen an die Mobilitätsservice-Zentrale wenden können, lässt ahnen, welche Unannehmlichkeiten mit dieser Meldung verbunden sein können. Ich frage mich immer wieder, wohin verschwinden diese WCs, aber das ist eine Geschichte für einen anderen Kommentar.
Letztens habe ich einen Kommentar gehört, in dem angesichts der mittlerweile schon fast üblichen Wetterkapriolen wie Stürmen, Überschwemmungen, Hitzewellen oder Waldbrände zukünftig wohl nicht mehr selbstverständlich davon ausgegangen werden könne, dass Reisen weiterhin recht unbeschwert und ohne Komplikationen verlaufen. So schön das Reisen auch ist, bedeutete es schon immer Aufwand, Durchhaltevermögen, spontane Anpassungen, zuweilen auch Dinge, die nicht klappten und auch Frust. Goethe könnte hier sicherlich einiges aus seiner Zeit berichten, wäre er noch unter uns. Für behinderte Menschen hat dies jedoch tagtäglich ganz reale Dimensionen. Dimensionen, über die sich so manche nichtbehinderte Menschen keine Vorstellung machen und wahrscheinlich an der einen oder anderen Stelle ausflippen würden. Was sie zum Teil schon bei vermeintlichen Kleinigkeiten zuweilen tun, wenn sie diese erleben.
Als ich mich dann heute Morgen im Berliner Hauptbahnhof hinab zu Gleis 5 begeben wollte, stand ich vor der ersten Rolltreppe. Ausgeschalten! Na gut, kommt vor. Ich quäle mich mit meinen schmerzenden Knochen runter, weil der Umweg zum Aufzug und das Suchen dessen, wohl aufwändiger für mich als Sehbehinderten gewesen wäre. Bei der zweiten Rolltreppe, die ich bis ganz unten nehmen musste, wurde ich dann stutzig. Die ging auch nicht. Und auf der Gegenseite quälten sich einige Reisende mit großen Koffern die Treppen hoch. Die ging nämlich auch nicht. Nach 7:00 Uhr morgens im Berliner Hauptbahnhof, da scheinen die Rolltreppen wohl noch nicht im Dienst zu sein.
Beschwerlich, beschwerlich, können so manche Reisen sein, vor allem, wenn die Deutsche Bahn neben all ihren Herausforderungen, für die ich zum Teil hohen Respekt und Verständnis habe, kein Verständnis von angemessenen Vorkehrungen zu haben scheint. Aber warum sollte sie? Wenn die Bundesregierung mit schlechtem Beispiel vorangeht und derzeit von der CDU Wirtschaftsministerin und vom CSU Innenminister wieder einmal der Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz für mehr Barrierefreiheit nunmehr schon seit Wochen blockiert wird. Reisen bleibt also ein Abenteuer mit vielen Barrieren und angemessene Vorkehrungen, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention vorsehen, bleiben wohl noch eine Weile ein Fremdwort in Deutschland.




