Wien (kobinet)
Am 10. August 1995 ging BIZEPS online.
Das war vor 30 Jahren.
BIZEPS nutzte das Internet für Nachrichten.
Das war in Österreich neu.
BIZEPS schrieb Internet-Geschichte in Österreich.
Kobinet bedeutet: Eine Internet-Seite für Menschen mit Behinderungen.
Dort stehen Nachrichten über Politik und Leben.
Kobinet hilft beim Informieren.
Seit 30 Jahren macht BIZEPS Internet-Nachrichten.
BIZEPS ist wichtig für Menschen mit Behinderungen.
BIZEPS hat über 22.000 Artikel geschrieben.
Über 650 Menschen haben Artikel geschrieben.
BIZEPS hat 8.000 Fotos gesammelt.
BIZEPS arbeitet mit 30 Medien zusammen.
Medien bedeutet: Zeitungen, Radio und Fernsehen.
Partner arbeiten zusammen.
Sie teilen Nachrichten mit-einander.
Martin Ladstätter arbeitet für BIZEPS.
Ottmar Miles-Paul arbeitet für kobinet-nachrichten.
Die beiden Männer haben zusammen geredet.
Sie haben über 30 Jahre BIZEPS geredet.
Sie haben über die Zukunft von bizeps.or.at geredet.
Herr Ladstätter, Sie feiern heute etwas Besonderes.
Was feiern Sie?
Heute vor 30 Jahren ist BIZEPS online gegangen.
Das war am 10. August 1995.
BIZEPS hatte damals den Interabilist gemacht.
Das war der Start von BIZEPS im Internet.
BIZEPS wollte schnell über Politik informieren.
Die Politik war für Menschen mit Behinderungen wichtig.
Die Informationen sollten barriere-frei sein.
Die Informationen sollten zuverlässig sein.
Interabilist bedeutet: Eine Person kämpft gegen Vorurteile über Behinderungen.
Diese Menschen wollen gleiche Rechte für alle.
Sie setzen sich für Inklusion ein.
Barriere-frei bedeutet: Ohne Hindernisse.
Alle Menschen können etwas benutzen.
Schnell wurde BIZEPS wichtig für Menschen mit Behinderungen.
Auch andere Medien fanden BIZEPS gut.
Sie holten sich oft Informationen bei BIZEPS.
Wer sehen möchte wie der Interabilist aussah: https://www.bizeps.or.at/interabi/
Damals wussten wir nicht was daraus wird.
Heute ist BIZEPS ein großes Medium geworden.
BIZEPS macht jeden Tag neue Artikel.
Sie waren von Anfang an dabei?
Das ist mehr als die Hälfte Ihres Lebens.
Wie fühlt sich das an?
Ja, ich war vom ersten Tag dabei.
Das ist mehr als die Hälfte meines Lebens.
Am Anfang habe ich für die Zeitung gearbeitet.
Die Zeitung kam jeden Monat heraus.
Mit dem Internet konnten wir jeden Tag Nachrichten machen.
Das kostete weniger Geld als eine Zeitung.
Viel mehr Menschen konnten die Nachrichten lesen.
Seit dem Start hat BIZEPS mehr als 22.000 Artikel gemacht.
Über 650 Menschen haben Artikel geschrieben.
Es war spannend zu sehen wie wichtig BIZEPS wurde.
Plötzlich fragten auch Journalisten regelmäßig bei uns nach.
Sie haben früh mit dem Internet angefangen.
Andere Verbände haben das viel später gemacht.
Wie war das damals?
Verbände bedeutet: Gruppen von Menschen mit gleichen Interessen.
Diese Menschen arbeiten zusammen für ihre Rechte.
Verbände vertreten ihre Mitglieder in der Politik.
Wir waren absolute Pioniere in Österreich.
Nicht nur bei Menschen mit Behinderungen.
Auch bei den Medien waren wir sehr früh.
Nur Der Standard war vor uns online.
Der Standard ging am 2. Februar 1995 online.
Der ORF machte seine erste Internet-Seite erst im Juli 1997.
Das ZDF in Deutschland ging auch erst 1997 ins Internet.
Pioniere bedeutet: Menschen, die etwas Neues machen.
Sie probieren Dinge als Erste aus.
Pioniere zeigen anderen Menschen neue Wege.
1995 hatten die meisten Organisationen keine Internet-Seiten.
Viele hatten auch keine E-Mail.
Viele Medien arbeiteten noch mit Fax oder Post.
Für uns war das Internet eine große Chance.
Wir konnten Informationen sofort weiter-geben.
Das war barriere-frei.
Das kostete nicht viel Geld.
So wurde BIZEPS schnell wichtig für die Politik.
BIZEPS wurde auch für Journalisten wichtig.
Was waren die Höhe-Punkte in 30 Jahren BIZEPS?
Ein wichtiger Höhe-Punkt ist die große Vielfalt.
Rund 650 Personen haben Artikel für BIZEPS geschrieben.
Zusammen haben wir 22.000 Artikel gemacht.
Unsere Medien-Daten-Bank hat rund 8.000 Fotos.
Die Fotos zeigen wichtige Ereignisse und Aktionen.
Die Fotos zeigen auch wichtige Personen.
Medien-Daten-Bank bedeutet: Ein großer Speicher-Ort im Computer.
Dort sind Bilder, Videos und Texte gespeichert.
Menschen können diese Sachen suchen und finden.
Seit rund 25 Jahren ist BIZEPS Teil der kobinet-nachrichten.
In Österreich arbeiten wir mit 30 Medien-Partnern zusammen.
Die Organisationen unterstützen BIZEPS mit Geld.
Dazu kommen viele kleine und große Erfolge.
Wir haben Barrieren sichtbar gemacht.
Wir haben politische Entwicklungen begleitet.
Wir haben betroffenen Menschen eine Stimme gegeben.
Gab es auch Rück-Schläge oder große Heraus-Forderungen?
Die größte Heraus-Forderung ist der tägliche Nachrichten-Dienst.
Wir müssen jeden Tag arbeiten.
Wir müssen uns gleichzeitig weiter-entwickeln.
Kontinuität ist sehr wichtig.
Viele Menschen unterschätzen das.
In der Vergangenheit gab es viele tolle Ideen.
Organisationen wollten Nachrichten-Seiten machen.
Aber die meisten verschwanden nach ein paar Jahren wieder.
Kontinuität bedeutet: Etwas bleibt gleich.
Es geht immer weiter.
Es hört nicht auf.
Eine unserer Stärken ist die Geschwindigkeit.
Wir können Nachrichten sehr schnell bereit-stellen.
Diese Schnelligkeit ist aber auch eine Heraus-Forderung.
Wir müssen schnell sein.
Aber die Qualität muss auch gut bleiben.
In den letzten 30 Jahren gab es auch Hacker-Angriffe.
Wir mussten uns gegen die Angriffe wehren.
Es gab auch technische Pannen.
Die Pannen haben den Betrieb kurz unterbrochen.
Das hat viel Stress gemacht.
Auch die Diskussions-Kultur in unserem Forum ist manchmal schwierig.
Hacker bedeutet: Menschen die gerne mit Computern arbeiten.
Sie finden heraus wie Technik funktioniert.
Hacker-Angriffe bedeutet: Sie gehen in fremde Computer.
Das ist verboten.
Wie geht es weiter mit BIZEPS?
Wichtig ist für uns dass wir immer besser werden.
Wir hinter-fragen redaktionelle Dinge.
Wir hinter-fragen auch technische Dinge.
Ende Juli 2025 sind wir mit einer neuen Internet-Seite online gegangen.
Die Internet-Seite ist moderner.
Sie ist barriere-freier.
Sie ist nutzer-freundlicher.
Redaktionell bedeutet: Es hat mit der Redaktion zu tun.
Eine Redaktion schreibt Nachrichten.
Redaktionelle Arbeit bedeutet: Nachrichten schreiben und prüfen.
Wir wollen unsere Inhalte weiterhin aktuell machen.
Sie sollen relevant sein.
Sie sollen vielfältig sein.
Wir wollen sicher-stellen dass unsere Internet-Seite technisch gut ist.
So können wir auch in Zukunft ein verlässlicher Nachrichten-Dienst sein.
Wir sind unabhängig.
Wir sind für Menschen mit und ohne Behinderungen da.
Ich bedanke mich für die lange Zusammen-Arbeit.
Die Redaktion der kobinet-nachrichten bedankt sich auch.
Die Zusammen-Arbeit war sehr gut.
Ich drücke BIZEPS die Daumen für die nächsten 30 Jahre.
Link zur Geschichte von BIZEPS: https://www.bizeps.or.at/wissenswertes/bizeps-unsere-geschichte-im-internet/
Foto: BIZEPS
Wien (kobinet) Am 10. August 1995 ging BIZEPS mit dem Interabilist erstmals online – und schrieb damit österreichische Internetgeschichte. Seitdem hat sich der Nachrichtendienst zu einer zentralen Stimme der Behindertenbewegung entwickelt: über 22.000 Artikel, 650 Autor:innen, 8.000 Fotos und 30 Medienpartner prägen heute das Bild. Im Gespräch mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten blickt Martin Ladstätter auf 30 Jahre Pionierarbeit, Herausforderungen und Zukunftspläne von bizeps.or.at, der Homepage von BIZEPS.
kobinet-nachrichten: Lieber Herr Ladstätter, Sie haben heute etwas zu feiern. Worum geht’s?
Martin Ladstätter: Genau heute vor 30 Jahren – am 10. August 1995 – ist BIZEPS mit dem Interabilist im Internet gestartet. Das war der Beginn von BIZEPS als Online-Nachrichtendienst. Ziel war es von Beginn an, Informationen über Behindertenpolitik schnell, barrierefrei und zuverlässig bereitzustellen.
Schon nach kurzer Zeit wurden wir innerhalb der Behindertenbewegung zu einer wichtigen Informationsquelle und bei den Medien als Inputgeber geschätzt. Wer einen Blick darauf werfen möchte, wie der Interabilist damals ausgesehen hat, findet hier die Originalversion: https://www.bizeps.or.at/interabi/
Damals ahnten wir noch nicht, dass daraus ein über Jahrzehnte gewachsenes Medium werden würde, das bis heute täglich Berichterstattung leistet.
kobinet-nachrichten: Und Sie waren von Anfang an mit dabei? Ich vermute mal, damit sind Sie bereits über die Hälfte Ihres Lebens mit der Verbreitung von Online-Nachrichten verbandelt. Wie fühlt sich das an?
Martin Ladstätter: Ja, ich war von Tag eins an dabei – und tatsächlich ist das inzwischen mehr als die Hälfte meines Lebens. Anfangs war ich bei BIZEPS vor allem für die monatlich erscheinende Printausgabe zuständig. Mit der Online-Ausgabe eröffnete sich uns die Möglichkeit, täglich Nachrichten zu verbreiten – ohne Druck- und Versandkosten, aber mit viel größerer Reichweite.
Seit dem Start wurden mehr als 22.000 Artikel veröffentlicht, und über 650 Autor:innen haben Beiträge beigesteuert. Besonders spannend war, wie schnell wir innerhalb der Behindertenbewegung an Bedeutung gewannen und plötzlich auch Journalist:innen regelmäßig bei uns nachfragten.
kobinet-nachrichten: Sie hatten damals im Verhältnis zu vielen anderen Verbänden recht früh angefangen, das Internet zur Informationsverbreitung zu nutzen. Wie war das damals als noch so vieles neu und nicht so weit verbreitet war?
Martin Ladstätter: Ja, wir waren absolute Pioniere in Österreich – nicht nur in der Behindertenbewegung, sondern auch unter den Medien. Nur Der Standard war ein paar Monate vor uns online gegangen, am 2. Februar 1995. Zum Vergleich: Der öffentlich-rechtliche ORF startete seine erste Homepage erst im Juli 1997, und auch das ZDF in Deutschland ging erst 1997 ins Netz.
1995 hatten die meisten Organisationen weder Websites noch E-Mail-Verteiler, und viele Medien arbeiteten noch mit Fax oder Post. Für uns war das Internet eine Chance, Informationen sofort, barrierefrei und ohne große Kosten zu verbreiten. Diese Geschwindigkeit und Offenheit machte BIZEPS rasch zu einer zentralen Anlaufstelle für Behindertenpolitik – und zu einem gefragten Inputgeber für Journalist:innen.
kobinet-nachrichten: Welche Highlights gab es für BIZEPS auf dieser nun schon 30jährigen Wegstrecke?
Martin Ladstätter: Ein ganz wesentlicher Höhepunkt ist die enorme inhaltliche Vielfalt, die wir über die Jahre aufgebaut haben. Bisher haben rund 650 Personen einen Artikel auf der BIZEPS-Plattform veröffentlicht – gemeinsam haben wir so 22.000 Beiträge verbreitet. Unsere Mediendatenbank umfasst mittlerweile rund 8.000 Fotos, die wichtige Ereignisse, Aktionen und Persönlichkeiten der Behindertenbewegung dokumentieren.
Seit rund 25 Jahren ist BIZEPS Teil der kobinet-nachrichten, und in Österreich arbeiten wir mit 30 Medienpartnern zusammen – Organisationen, die den Betrieb des BIZEPS-Nachrichtendienstes finanziell unterstützen. Dazu kommen unzählige kleine und große Erfolge, bei denen wir Barrieren sichtbar gemacht, politische Entwicklungen begleitet und Betroffenen eine Stimme gegeben haben.
kobinet-nachrichten: Gab es auch Rückschläge oder größere Herausforderungen auf diesem Weg?
Martin Ladstätter: Die größte Herausforderung ist es, den tagesaktuellen Nachrichtendienst beständig zu betreiben und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Kontinuität ist ein oft unterschätzter Wert. In der Vergangenheit gab es Dutzende großartige Ideen von Organisationen, Nachrichtenseiten zu betreiben – doch die absolute Mehrheit verschwand leider wieder nach ein paar Jahren.
Eine unserer Stärken ist die Geschwindigkeit, mit der wir Nachrichten bereitstellen können. Diese Aktualität ist natürlich eine laufende Herausforderung, denn sie erfordert schnelle Reaktionszeiten bei gleichzeitig hoher inhaltlicher Qualität.
Neben den redaktionellen Anforderungen gab es in den letzten 30 Jahren auch Hackerangriffe, die wir abwehren mussten, sowie technische Pannen, die kurzfristig den Betrieb unterbrachen und dabei viel Stress verursachten. Und nicht zuletzt stellt uns auch die Diskussionskultur in unserem Forum immer wieder vor neue Herausforderungen.
kobinet-nachrichten: Wie geht es nun weiter mit dem österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS?
Martin Ladstätter: Wichtig ist für uns, redaktionell wie auch technisch laufend Dinge zu hinterfragen, um Verbesserungspotenzial zu finden. Ende Juli 2025 sind wir mit einer stark überarbeiteten Homepage online gegangen, die moderner, barrierefreier und nutzerfreundlicher ist.
Wir wollen unsere Inhalte weiterhin aktuell, relevant und vielfältig gestalten – und gleichzeitig sicherstellen, dass unsere Plattform technisch auf dem neuesten Stand bleibt. So können wir auch in Zukunft ein verlässlicher und unabhängiger Nachrichtendienst für Menschen mit und ohne Behinderungen sein.
kobinet-nachrichten: Ich bedanke mich auch im Namen der Redaktion der kobinet-nachrichten für diese langjährige und beflügelnde Zusammenarbeit und drücke BIZEPS für die nächsten 30 Jahre ganz fest die Daumen.
Foto: BIZEPS
Wien (kobinet) Am 10. August 1995 ging BIZEPS mit dem Interabilist erstmals online – und schrieb damit österreichische Internetgeschichte. Seitdem hat sich der Nachrichtendienst zu einer zentralen Stimme der Behindertenbewegung entwickelt: über 22.000 Artikel, 650 Autor:innen, 8.000 Fotos und 30 Medienpartner prägen heute das Bild. Im Gespräch mit Ottmar Miles-Paul von den kobinet-nachrichten blickt Martin Ladstätter auf 30 Jahre Pionierarbeit, Herausforderungen und Zukunftspläne von bizeps.or.at, der Homepage von BIZEPS.
kobinet-nachrichten: Lieber Herr Ladstätter, Sie haben heute etwas zu feiern. Worum geht’s?
Martin Ladstätter: Genau heute vor 30 Jahren – am 10. August 1995 – ist BIZEPS mit dem Interabilist im Internet gestartet. Das war der Beginn von BIZEPS als Online-Nachrichtendienst. Ziel war es von Beginn an, Informationen über Behindertenpolitik schnell, barrierefrei und zuverlässig bereitzustellen.
Schon nach kurzer Zeit wurden wir innerhalb der Behindertenbewegung zu einer wichtigen Informationsquelle und bei den Medien als Inputgeber geschätzt. Wer einen Blick darauf werfen möchte, wie der Interabilist damals ausgesehen hat, findet hier die Originalversion: https://www.bizeps.or.at/interabi/
Damals ahnten wir noch nicht, dass daraus ein über Jahrzehnte gewachsenes Medium werden würde, das bis heute täglich Berichterstattung leistet.
kobinet-nachrichten: Und Sie waren von Anfang an mit dabei? Ich vermute mal, damit sind Sie bereits über die Hälfte Ihres Lebens mit der Verbreitung von Online-Nachrichten verbandelt. Wie fühlt sich das an?
Martin Ladstätter: Ja, ich war von Tag eins an dabei – und tatsächlich ist das inzwischen mehr als die Hälfte meines Lebens. Anfangs war ich bei BIZEPS vor allem für die monatlich erscheinende Printausgabe zuständig. Mit der Online-Ausgabe eröffnete sich uns die Möglichkeit, täglich Nachrichten zu verbreiten – ohne Druck- und Versandkosten, aber mit viel größerer Reichweite.
Seit dem Start wurden mehr als 22.000 Artikel veröffentlicht, und über 650 Autor:innen haben Beiträge beigesteuert. Besonders spannend war, wie schnell wir innerhalb der Behindertenbewegung an Bedeutung gewannen und plötzlich auch Journalist:innen regelmäßig bei uns nachfragten.
kobinet-nachrichten: Sie hatten damals im Verhältnis zu vielen anderen Verbänden recht früh angefangen, das Internet zur Informationsverbreitung zu nutzen. Wie war das damals als noch so vieles neu und nicht so weit verbreitet war?
Martin Ladstätter: Ja, wir waren absolute Pioniere in Österreich – nicht nur in der Behindertenbewegung, sondern auch unter den Medien. Nur Der Standard war ein paar Monate vor uns online gegangen, am 2. Februar 1995. Zum Vergleich: Der öffentlich-rechtliche ORF startete seine erste Homepage erst im Juli 1997, und auch das ZDF in Deutschland ging erst 1997 ins Netz.
1995 hatten die meisten Organisationen weder Websites noch E-Mail-Verteiler, und viele Medien arbeiteten noch mit Fax oder Post. Für uns war das Internet eine Chance, Informationen sofort, barrierefrei und ohne große Kosten zu verbreiten. Diese Geschwindigkeit und Offenheit machte BIZEPS rasch zu einer zentralen Anlaufstelle für Behindertenpolitik – und zu einem gefragten Inputgeber für Journalist:innen.
kobinet-nachrichten: Welche Highlights gab es für BIZEPS auf dieser nun schon 30jährigen Wegstrecke?
Martin Ladstätter: Ein ganz wesentlicher Höhepunkt ist die enorme inhaltliche Vielfalt, die wir über die Jahre aufgebaut haben. Bisher haben rund 650 Personen einen Artikel auf der BIZEPS-Plattform veröffentlicht – gemeinsam haben wir so 22.000 Beiträge verbreitet. Unsere Mediendatenbank umfasst mittlerweile rund 8.000 Fotos, die wichtige Ereignisse, Aktionen und Persönlichkeiten der Behindertenbewegung dokumentieren.
Seit rund 25 Jahren ist BIZEPS Teil der kobinet-nachrichten, und in Österreich arbeiten wir mit 30 Medienpartnern zusammen – Organisationen, die den Betrieb des BIZEPS-Nachrichtendienstes finanziell unterstützen. Dazu kommen unzählige kleine und große Erfolge, bei denen wir Barrieren sichtbar gemacht, politische Entwicklungen begleitet und Betroffenen eine Stimme gegeben haben.
kobinet-nachrichten: Gab es auch Rückschläge oder größere Herausforderungen auf diesem Weg?
Martin Ladstätter: Die größte Herausforderung ist es, den tagesaktuellen Nachrichtendienst beständig zu betreiben und gleichzeitig weiterzuentwickeln. Kontinuität ist ein oft unterschätzter Wert. In der Vergangenheit gab es Dutzende großartige Ideen von Organisationen, Nachrichtenseiten zu betreiben – doch die absolute Mehrheit verschwand leider wieder nach ein paar Jahren.
Eine unserer Stärken ist die Geschwindigkeit, mit der wir Nachrichten bereitstellen können. Diese Aktualität ist natürlich eine laufende Herausforderung, denn sie erfordert schnelle Reaktionszeiten bei gleichzeitig hoher inhaltlicher Qualität.
Neben den redaktionellen Anforderungen gab es in den letzten 30 Jahren auch Hackerangriffe, die wir abwehren mussten, sowie technische Pannen, die kurzfristig den Betrieb unterbrachen und dabei viel Stress verursachten. Und nicht zuletzt stellt uns auch die Diskussionskultur in unserem Forum immer wieder vor neue Herausforderungen.
kobinet-nachrichten: Wie geht es nun weiter mit dem österreichischen Online-Nachrichtendienst BIZEPS?
Martin Ladstätter: Wichtig ist für uns, redaktionell wie auch technisch laufend Dinge zu hinterfragen, um Verbesserungspotenzial zu finden. Ende Juli 2025 sind wir mit einer stark überarbeiteten Homepage online gegangen, die moderner, barrierefreier und nutzerfreundlicher ist.
Wir wollen unsere Inhalte weiterhin aktuell, relevant und vielfältig gestalten – und gleichzeitig sicherstellen, dass unsere Plattform technisch auf dem neuesten Stand bleibt. So können wir auch in Zukunft ein verlässlicher und unabhängiger Nachrichtendienst für Menschen mit und ohne Behinderungen sein.
kobinet-nachrichten: Ich bedanke mich auch im Namen der Redaktion der kobinet-nachrichten für diese langjährige und beflügelnde Zusammenarbeit und drücke BIZEPS für die nächsten 30 Jahre ganz fest die Daumen.




