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Zwei blinde Philosophen, ein jüngerer und ein doppelt so alter

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
gilt einem Kollegen, dem blinden Philosophen Tobias Litterst
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Der jüngere heißt Tobias Litterst und hat dieser Tage sein Buch "Blind Sein" – ein philosophischer Erfahrungsbericht veröffentlicht. Der ältere bin ich selber und mein philosophisches Hauptwerk "Denken, Schweigen, Übung – eine Philosophie des Geringfügigen" erschien bereits 2012. Wir beiden Doktoren der Philosophie haben gemeinsam, dass der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno (Mitbegründer der sog. Frankfurter Schule) für uns ein richtungsweisender Stern am Philosophenhimmel ist. Adornos Betrachtungen über das "Nichtidentische" – all dies, was begrifflich oder auch realiter nicht in einem vorgegebenen Identitätsmuster aufgeht ermutigen uns einmal mehr, zum Abweichenden unserer Behinderung zu stehen und uns nicht auf "Anpassungsteufel komm raus" den menschlich und gesellschaftlich vorherrschenden Normen anzugleichen oder gleichmachen zu wollen (durch perfekte Verhaltensabrichtung etwa dem Anforderungsprofil, um trotz Behinderung den allgemeinen Arbeitsmarkt zu "entern").

Link zu Dlf-Büchermarkt:

https://www.deutschlandfunk.de/tobias-litterst-zu-blind-sein-ein-philosophischer-erfahrungsbericht-100.html