Staufen (kobinet)
Willi schaut skeptisch.
Skeptisch bedeutet: Man glaubt etwas nicht sofort.
Man hat Zweifel.
Man will erst prüfen.
Stimmt das wirklich?
Zum Beispiel: Anna ist skeptisch bei neuen Nachrichten.
Er denkt über eine Idee nach.
Die Idee ist: Kann man Krieg durch Erzählen beenden?
Krieg heute funktioniert vor allem elektronisch.
Elektronisch bedeutet: Es funktioniert mit Strom.
Es braucht keine Papiere oder Briefe.
Alles passiert am Computer oder Handy.
Zum Beispiel: Eine elektronische Rechnung kommt per E-Mail.
Das heißt: Computer und Technik sind sehr wichtig.
Alexander Kluge ist ein bekannter Autor.
Er hat diese Idee in einer Zeitung geschrieben.
Nur berühmte Autoren dürfen so etwas schreiben.
Der kobinet-Autor Weis stimmt Kluge nicht ganz zu.
Aber er findet die Idee interessant.
Weis schreibt selbst Geschichten über Krieg.
Seine Geschichten heißen: Wehr-tauglich von der Wiege bis zur Bahre.
Wehr-tauglich bedeutet: Eine Person kann Soldat werden.
Sie ist gesund genug dafür.
Sie kann bei der Bundes-Wehr arbeiten.
Ein Arzt prüft das.
Alexander Kluge ist 93 Jahre alt.
Er ist ein weiser Mann.
Manchmal übertreibt er ein bisschen.
Aber im Kern hat er recht.
Krieg ist gefährlich.
Wenn Krieg einmal angefangen hat, kann man ihn schwer stoppen.
Krieg zieht immer mehr Menschen mit hinein.
Das macht den Krieg schlimmer und länger.
Auch gute Menschen werden zu Komplizen.
Komplizen sind Menschen die zusammen etwas Verbotenes machen.
Sie helfen sich bei einer Straf-Tat.
Zum Beispiel: 2 Menschen rauben eine Bank aus.
Sie sind Komplizen.
Sie wollen eigentlich nur helfen.
Sie wollen Demokratie verteidigen.
Demokratie bedeutet: Das Volk bestimmt mit.
Alle Menschen können mit·entscheiden.
Sie wollen Freiheit verteidigen.
Verteidigen bedeutet: Man schützt sich selbst oder andere.
Man kämpft gegen einen Angriff.
Man will nicht verletzt werden.
Zum Beispiel: Anna verteidigt sich gegen einen Räuber.
Aber dadurch machen sie den Krieg mit.
Das ist tragisch.
Tragisch bedeutet: Etwas ist sehr traurig.
Es ist schlimm passiert.
Menschen sind sehr unglücklich darüber.
Das Wort tragisch nutzt man bei großem Unglück.
Ihr sollt selbst über diese Idee nachdenken.
Kluge und Weis wollen keine einfachen Antworten geben.
Sie wollen zum Nachdenken anregen.
Anregen bedeutet: Jemand bringt andere auf eine Idee.
Man gibt einen Vorschlag.
Man macht andere neugierig auf etwas.
Zum Beispiel: Ich rege an, dass wir zusammen kochen.
Hier ist der Link zum Gespräch mit Alexander Kluge: https://www.zeit.de/2025/28/alexander-kluge-frieden-krieg-regisseur?freebie=f048a790

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Willis Blick nimmt einen skeptischen Ausdruck an. Klar, nichts sollte unversucht bleiben, der Menschheitsgeisel Krieg den Stecker zu ziehen.
– Die Metapher passt, Krieg heute ist vor allem eine elektronische Veranstaltung. Ihr mittels Erzählen den Saft abdrehen, diese auf den ersten Blick ziemlich verrückt anmutende Idee in einem ihrer Premium-Feuilletons zu äußern, dies wird von der hiesigen Qualitätspresse nur einem Paradiesvogel wie Alexander Kluge gestattet. Und wenngleich der unbekannte kobinet-Feuilletonist Weis Kluges Ausführungen nur mit Einschränkungen zustimmen kann, so fühlt er sich doch als Autor der kriegskritischen Erzählkolumnenfolge „Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre“ in seinem erzählerischen Ehrgeiz angesprochen und bestärkt. Da mag dieser alte Weise, der Erzählschamane Kluge – mittlerweile 93 Lenze zählend –, hie und da auch gerne einmal mythisierend-mystifizierend über die Stränge schlagen. Im Kern hat er recht, Krieg erweist sich, erst einmal begonnen, als ein unkontrollierbarer Selbstläufer. Und umso mehr Mitspieler ihm in sein dämonisches Spiel hineinzuziehen und zu verstricken gelingt, desto verheerender und länger vermag er zu wüten. Zu Komplizen, der für uns alle tödlichen „Dialektik des Krieges“ (Kluge) werden auch diejenigen, die sich aus edlen Motiven und schweren Herzens zum Mitmachen entschließen, die hochgerüsteten und waffenstarrenden Verteidiger von Demokratie und Freiheit und Menschenrechten. Man kann ihr Verhalten nicht anders als tragisch nennen. Doch liebe Lesende, bildet euch euer eigenes Urteil, Kluge und Weis geht es gewiss nicht um wohlfeile Likes und denkfaule, selbstdenkfaule, Follower.
Hier der Link zum Gespräch mit Alexander Kluge in der Wochenzeitung DIE ZEIT
https://www.zeit.de/2025/28/alexander-kluge-frieden-krieg-regisseur?freebie=f048a790

Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet) Willis Blick nimmt einen skeptischen Ausdruck an. Klar, nichts sollte unversucht bleiben, der Menschheitsgeisel Krieg den Stecker zu ziehen.
– Die Metapher passt, Krieg heute ist vor allem eine elektronische Veranstaltung. Ihr mittels Erzählen den Saft abdrehen, diese auf den ersten Blick ziemlich verrückt anmutende Idee in einem ihrer Premium-Feuilletons zu äußern, dies wird von der hiesigen Qualitätspresse nur einem Paradiesvogel wie Alexander Kluge gestattet. Und wenngleich der unbekannte kobinet-Feuilletonist Weis Kluges Ausführungen nur mit Einschränkungen zustimmen kann, so fühlt er sich doch als Autor der kriegskritischen Erzählkolumnenfolge „Wehrtauglich von der Wiege bis zur Bahre“ in seinem erzählerischen Ehrgeiz angesprochen und bestärkt. Da mag dieser alte Weise, der Erzählschamane Kluge – mittlerweile 93 Lenze zählend –, hie und da auch gerne einmal mythisierend-mystifizierend über die Stränge schlagen. Im Kern hat er recht, Krieg erweist sich, erst einmal begonnen, als ein unkontrollierbarer Selbstläufer. Und umso mehr Mitspieler ihm in sein dämonisches Spiel hineinzuziehen und zu verstricken gelingt, desto verheerender und länger vermag er zu wüten. Zu Komplizen, der für uns alle tödlichen „Dialektik des Krieges“ (Kluge) werden auch diejenigen, die sich aus edlen Motiven und schweren Herzens zum Mitmachen entschließen, die hochgerüsteten und waffenstarrenden Verteidiger von Demokratie und Freiheit und Menschenrechten. Man kann ihr Verhalten nicht anders als tragisch nennen. Doch liebe Lesende, bildet euch euer eigenes Urteil, Kluge und Weis geht es gewiss nicht um wohlfeile Likes und denkfaule, selbstdenkfaule, Follower.
Hier der Link zum Gespräch mit Alexander Kluge in der Wochenzeitung DIE ZEIT
https://www.zeit.de/2025/28/alexander-kluge-frieden-krieg-regisseur?freebie=f048a790




