Fladungen (kobinet)
Der 1. FC Köln macht Werbung.
Der Verein sagt: Zusammen laut für Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Auch Menschen mit Behinderung machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Der Verein arbeitet mit Aktion Mensch zusammen.
Aktion Mensch ist eine Organisation.
Eine Organisation ist eine Gruppe von Menschen.
Sie arbeiten zusammen für ein Ziel.
Sie sammelt Geld für Menschen mit Behinderung.
Es gibt einen besonderen Spiel-Tag.
Es gibt ein Fan-Fest mit Aktionen.
Es gibt Sport-Arten für Menschen mit Behinderung.
Zum Beispiel Fußball für blinde Menschen.
Oder Fußball für Menschen ohne Arm oder Bein.
Die Veranstalter sagen: Wir wollen Vielfalt zeigen.
Ein Veranstalter macht Events wie Konzerte oder Feste.
Wir wollen ein starkes Zeichen setzen.
Aber das ist nicht echte Inklusion.
Das ist nur ein besonderes Event.
Menschen mit Behinderung dürfen mitmachen.
Aber sie dürfen nicht mit-entscheiden.
Sie gestalten nicht mit.
Sie sind nur Gäste.
Aktion Mensch macht oft solche Events.
Die Organisation macht Inklusion zu einer Show.
Menschen mit Behinderung dürfen auftreten.
Sie dürfen sich zeigen.
Aber sie haben keine Macht.
Sie entscheiden nicht mit.
Die Wörter sind wichtig.
Doppel-Pass bedeutet: 2 Spieler spielen sich den Ball zu.
Große Bühne bedeutet: Viele Menschen schauen zu.
Zusammen laut bedeutet: Alle rufen zusammen.
Aber es geht nur um Werbung.
Es geht nicht um echte Veränderung.
Inklusion wird wie ein Event gemacht.
Die Menschen im Stadion sollen denken: Wir sind alle zusammen.
Aber nach dem Spiel ist alles wie vorher.
Menschen mit Behinderung sind wieder getrennt.
Sie haben wieder keine Macht.
Werder Bremen macht das auch.
Auch dort arbeitet Aktion Mensch mit.
Auch dort gibt es einen Inklusions-Spiel-Tag.
Werder Bremen ist etwas besser.
Der Verein hört zu.
Der Verein denkt nach.
Es gibt ein inklusives Fan-Radio.
Menschen mit Behinderung arbeiten dort.
Aber es ist immer noch ein Neben-Projekt.
Die Haupt-Struktur ist nicht inklusiv.
Strukturen bedeutet: Wie etwas aufgebaut ist.
Zum Beispiel wie eine Firma organisiert ist.
Diese Events sind wie Paralympics oder Special Olympics.
Paralympics sind Olympische Spiele für Menschen mit Behinderung.
Special Olympics sind Sport-Spiele für Menschen mit Behinderung.
Dort sind Menschen mit Behinderung getrennt.
Sie spielen nicht mit Menschen ohne Behinderung zusammen.
Bei den Vereins-Events ist es genauso.
Menschen mit Behinderung bekommen einen eigenen Spiel-Tag.
Sie bekommen eine eigene Bühne.
Aber Menschen ohne Behinderung organisieren alles.
Das ist keine Inklusion.
Das ist nette Trennung.
Die Kampagne heißt FC-Doppel-Pass.
Eine Kampagne ist eine geplante Aktion für eine Idee.
Das erinnert an den Doppel-Wumms.
Doppel-Wumms war ein Wort von Alt-Kanzler Scholz.
Es hörte sich wichtig an.
Aber es veränderte wenig.
Beim FC-Doppel-Pass ist es genauso.
Große Worte.
Wenig Veränderung.
Aktion Mensch ist das Haupt-Problem.
Die Organisation macht solche Projekte mit.
Sie gibt Geld dafür.
Sie macht Werbung dafür.
Aktion Mensch baut ein System auf.
Das System macht Sonder-Lösungen.
Das System macht Show.
Es macht keine echte Veränderung.
Aktion Mensch ist eine Lotterie.
Eine Lotterie ist ein Spiel.
Man kann Geld gewinnen oder verlieren.
Eine Lotterie verkauft Lose.
Die Menschen kaufen Lose.
Sie hoffen auf Gewinn.
Das Geld geht an Projekte.
Die Projekte sollen Menschen mit Behinderung helfen.
Aber die Projekte machen oft nur Show.
Menschen kaufen Lose.
Sie fühlen sich gut dabei.
Sie denken: Ich helfe Menschen mit Behinderung.
Aber echte Inklusion passiert nicht.
Die Lose-Käufer sehen rührende Bilder.
Sie sehen Menschen mit Behinderung als Hilfe-Empfänger.
Das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung.
Gleichberechtigung bedeutet: Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Echte Inklusion ist nicht spektakulär.
Sie macht keine guten Bilder für Werbung.
Ein Mensch mit Behinderung arbeitet ganz normal.
Er ist Chef oder Trainerin.
Das ist langweilig für Werbung.
Deshalb macht Aktion Mensch lieber Show.
Aktion Mensch verdient Geld mit dem Problem.
Die Organisation löst das Problem nicht.
Sie macht Geld damit.
Aber es gibt auch gute Wege.
Echte Inklusion bedeutet: Strukturen ändern.
Nicht nur Menschen einladen.
Eine Mannschaft für blinde Menschen ist gut.
Aber sie muss gleich-berechtigt sein.
Sie muss das gleiche Geld bekommen.
Sie muss die gleiche Unterstützung bekommen.
Sie muss genauso wichtig sein.
Menschen mit Behinderung haben besondere Bedürfnisse.
Das ist normal.
Aber Inklusion bedeutet nicht: Angebote machen.
Inklusion bedeutet: Zusammen planen.
Zusammen entscheiden.
Menschen mit Behinderung sollen nicht nur mitmachen.
Sie sollen auch leiten.
Sie sollen Trainer sein.
Sie sollen im Vorstand sein.
Ein Vorstand ist eine Gruppe von Menschen.
Diese Menschen leiten einen Verein oder eine Firma.
Sie sollen Projekte führen.
Echte Inklusion beginnt mit geteilter Verantwortung.
Verantwortung bedeutet: Seine Aufgaben gut machen.
Sie braucht keine besonderen Events.
Sie braucht offene Räume.
Sie braucht Mut.
Menschen müssen Macht abgeben.
Wer das versteht, macht keine Werbung.
Er lebt Inklusion einfach.

Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Der 1. FC Köln wirbt aktuell mit dem Slogan "Zusammen laut für Inklusion". Gemeinsam mit der Aktion Mensch setzt der Verein auf einen Aktionsspieltag, ein Fanfest mit Mitmachaktionen und ein Rahmenprogramm rund um inklusive Sportarten wie Blinden- oder Amputiertenfußball. Die begleitende Kommunikation spricht von Sichtbarkeit, Begegnung und Vielfalt und davon, ein starkes Zeichen zu setzen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell, dass das, was hier als Inklusion verkauft wird, in Wirklichkeit ein weiteres gut verpacktes Sonderformat ist.
Im Zentrum steht wie so oft die Aktion Mensch, eine Organisation, die es über Jahre hinweg verstanden hat, Inklusion zur medialen Erzählung zu machen. Immer wieder tritt sie als Partnerin bei öffentlichkeitswirksamen Projekten auf, die strukturell alle demselben Muster folgen. Menschen mit Behinderung dürfen auftreten, teilnehmen und sich zeigen, aber sie gestalten nicht mit. Es sind Veranstaltungen für das Publikum, nicht für die Teilhabe.
Dass dabei Begriffe wie „Doppelpass“, „große Bühne“ oder „Zusammen laut“ gewählt werden, ist bezeichnend. Es geht um Kommunikation, nicht um Veränderung. Um Darstellung, nicht um Teilgabe. Inklusion wird als Event inszeniert, in diesem Fall im Stadion. Wer mitläuft, wer klatscht, wer beim Fanfest mitmacht, soll als inkludiert gelten. Doch sobald der Spieltag vorbei ist, kehren die üblichen Verhältnisse zurück. Es bleibt bei getrennten Systemen, exklusiven Entscheidungsstrukturen und symbolischer Repräsentation ohne strukturelle Beteiligung.
Ein Rückblick auf Werder Bremen macht das deutlich. Auch dort arbeitet man mit Aktion Mensch zusammen. Auch dort gab es einen Inklusionsspieltag mit Fanaktionen und medienwirksamer Begleitung. Und ja, Werder hebt sich in einem Punkt positiv ab. In der Reaktion auf Kritik war man gesprächsbereit, selbstreflexiv und transparent. Es wurde eingeräumt, dass nicht alles, was als inklusiv bezeichnet wird, etwa die Special Olympics, diesem Anspruch tatsächlich gerecht wird. Es gibt kontinuierliche Angebote wie ein inklusives Fanradio, Menschen mit Behinderung sind als Volunteers oder Angestellte im Einsatz. Aber auch hier gilt: Es bleibt ein Nebenschauplatz. Die Kernstruktur des Vereins ist nicht inklusiv umgebaut, sondern ergänzt.
In Wahrheit unterscheiden sich viele dieser Formate kaum von den Paralympics oder Special Olympics, nur im Kleinformat. Es geht um ein eigenes Spielfeld, einen eigenen Spieltag, eine eigene Bühne, organisiert, gerahmt und moderiert von Menschen ohne Behinderung. Was als Inklusion etikettiert wird, ist in vielen Fällen wohlwollend inszenierte Separation. Die gesellschaftlichen Strukturen bleiben unangetastet. Das Regelwerk gilt weiterhin nur für die Nichtbehinderten. Die anderen bekommen ihre symbolische Beteiligung für die Dauer eines Events.
Dass die Kampagne „FC-Doppelpass“ heißt, erinnert unfreiwillig an den „Doppelwumms“ des Altkanzlers. Große Geste, starke Rhetorik, schwacher struktureller Gehalt. Auch hier bleibt unklar, wer eigentlich wem den Ball zuspielt und wer immer nur zuguckt.
Ausgerechnet Aktion Mensch steht im Zentrum dieses Problems. Sie ist nicht bloß Partnerin oder Unterstützerin solcher Projekte, sie ist deren Mitgestalterin, Legitimatorin und Finanziererin. Über Jahre hinweg hat sie ein Fördermodell aufgebaut, das strukturell auf Sonderlösungen und Außendarstellung setzt, auf Projekte statt Prozesse, auf Repräsentation statt Machtverlagerung. Die Kampagnenlogik dominiert. Es zählt, was sichtbar ist, nicht was verändert wird.
Genau daraus entsteht ein zweites Problem. Diese Inszenierungen dienen nicht nur dem Image der Partnervereine, sondern auch dem Geschäftsmodell von Aktion Mensch selbst. Die Soziallotterie lebt davon, dass sich Menschen emotional berühren lassen durch Kampagnenmotive, Aktionsspieltage und Bildsprachen. Die Lose, die verkauft werden, finanzieren die Formate, die zur Loskaufmotivation beitragen. Es ist ein geschlossener Kreislauf. Je berührender die Ausnahme dargestellt wird, desto höher die Spendenbereitschaft. Doch genau das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung.
Strukturelle Inklusion verkauft sich nicht. Sie ist weder spektakulär noch emotional verlässlich inszenierbar. Ein Mensch, der ganz selbstverständlich Teil einer Organisation ist, passt nicht in die Rolle des symbolischen Empfängers von Hilfe. Deshalb bleibt Inklusion bei Aktion Mensch oft eine gut verpackte Erzählung, aber keine reale Umverteilung von Einfluss, Ressourcen oder Verantwortung.
Solange das so bleibt, ist Aktion Mensch nicht nur Teil des Problems, sie profitiert aktiv von ihm.
Und doch gäbe es realistische Wege, wenn man sie endlich ernst nähme.
Echte Inklusion im Sport bedeutet nicht, Menschen einzuladen, sondern Strukturen umzubauen. Nicht jedes eigene Format ist automatisch ein Sonderweg. Eine Blindenmannschaft ist dann kein Sonderformat, wenn sie gleichberechtigt in den Vereinsbetrieb eingebettet ist, dieselbe Ressourcenbasis, dieselbe Sichtbarkeit und dieselbe institutionelle Unterstützung erhält. Auch eine Jugendmannschaft mit Inklusionsprofil kann inklusiv sein, solange sie nicht ausgegliedert, sondern mitgedacht ist. Entscheidend ist nicht, ob es Unterschiede gibt, sondern wie diese Unterschiede verankert sind, als legitimer Teil des Ganzen oder als Ausnahmefall am Rand.
Menschen mit Behinderung bringen oft spezifische Anforderungen mit. Das ist unstrittig. Doch Inklusion heißt nicht, Angebote bereitzustellen, die angenommen werden dürfen. Es heißt, gemeinsam zu gestalten, auf Augenhöhe. Es heißt, Menschen mit Behinderung nicht nur als Empfängerinnen und Empfänger, sondern als Mitverantwortliche zu sehen, als Trainerinnen, als Vorstandsmitglieder, als Projektleiterinnen. Nicht Repräsentation, sondern Teilgabe. Nicht Bühne, sondern Struktur.
Inklusion beginnt nicht mit Sichtbarkeit, sondern mit geteilter Verantwortung. Sie braucht keine Leuchttürme, sondern offene Räume. Und sie braucht den Mut, Macht abzugeben. Wer das versteht, wird nicht laut für Inklusion werben müssen. Er wird sie einfach leben.

Foto: Ralph Milewski
Fladungen (kobinet) Der 1. FC Köln wirbt aktuell mit dem Slogan "Zusammen laut für Inklusion". Gemeinsam mit der Aktion Mensch setzt der Verein auf einen Aktionsspieltag, ein Fanfest mit Mitmachaktionen und ein Rahmenprogramm rund um inklusive Sportarten wie Blinden- oder Amputiertenfußball. Die begleitende Kommunikation spricht von Sichtbarkeit, Begegnung und Vielfalt und davon, ein starkes Zeichen zu setzen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell, dass das, was hier als Inklusion verkauft wird, in Wirklichkeit ein weiteres gut verpacktes Sonderformat ist.
Im Zentrum steht wie so oft die Aktion Mensch, eine Organisation, die es über Jahre hinweg verstanden hat, Inklusion zur medialen Erzählung zu machen. Immer wieder tritt sie als Partnerin bei öffentlichkeitswirksamen Projekten auf, die strukturell alle demselben Muster folgen. Menschen mit Behinderung dürfen auftreten, teilnehmen und sich zeigen, aber sie gestalten nicht mit. Es sind Veranstaltungen für das Publikum, nicht für die Teilhabe.
Dass dabei Begriffe wie „Doppelpass“, „große Bühne“ oder „Zusammen laut“ gewählt werden, ist bezeichnend. Es geht um Kommunikation, nicht um Veränderung. Um Darstellung, nicht um Teilgabe. Inklusion wird als Event inszeniert, in diesem Fall im Stadion. Wer mitläuft, wer klatscht, wer beim Fanfest mitmacht, soll als inkludiert gelten. Doch sobald der Spieltag vorbei ist, kehren die üblichen Verhältnisse zurück. Es bleibt bei getrennten Systemen, exklusiven Entscheidungsstrukturen und symbolischer Repräsentation ohne strukturelle Beteiligung.
Ein Rückblick auf Werder Bremen macht das deutlich. Auch dort arbeitet man mit Aktion Mensch zusammen. Auch dort gab es einen Inklusionsspieltag mit Fanaktionen und medienwirksamer Begleitung. Und ja, Werder hebt sich in einem Punkt positiv ab. In der Reaktion auf Kritik war man gesprächsbereit, selbstreflexiv und transparent. Es wurde eingeräumt, dass nicht alles, was als inklusiv bezeichnet wird, etwa die Special Olympics, diesem Anspruch tatsächlich gerecht wird. Es gibt kontinuierliche Angebote wie ein inklusives Fanradio, Menschen mit Behinderung sind als Volunteers oder Angestellte im Einsatz. Aber auch hier gilt: Es bleibt ein Nebenschauplatz. Die Kernstruktur des Vereins ist nicht inklusiv umgebaut, sondern ergänzt.
In Wahrheit unterscheiden sich viele dieser Formate kaum von den Paralympics oder Special Olympics, nur im Kleinformat. Es geht um ein eigenes Spielfeld, einen eigenen Spieltag, eine eigene Bühne, organisiert, gerahmt und moderiert von Menschen ohne Behinderung. Was als Inklusion etikettiert wird, ist in vielen Fällen wohlwollend inszenierte Separation. Die gesellschaftlichen Strukturen bleiben unangetastet. Das Regelwerk gilt weiterhin nur für die Nichtbehinderten. Die anderen bekommen ihre symbolische Beteiligung für die Dauer eines Events.
Dass die Kampagne „FC-Doppelpass“ heißt, erinnert unfreiwillig an den „Doppelwumms“ des Altkanzlers. Große Geste, starke Rhetorik, schwacher struktureller Gehalt. Auch hier bleibt unklar, wer eigentlich wem den Ball zuspielt und wer immer nur zuguckt.
Ausgerechnet Aktion Mensch steht im Zentrum dieses Problems. Sie ist nicht bloß Partnerin oder Unterstützerin solcher Projekte, sie ist deren Mitgestalterin, Legitimatorin und Finanziererin. Über Jahre hinweg hat sie ein Fördermodell aufgebaut, das strukturell auf Sonderlösungen und Außendarstellung setzt, auf Projekte statt Prozesse, auf Repräsentation statt Machtverlagerung. Die Kampagnenlogik dominiert. Es zählt, was sichtbar ist, nicht was verändert wird.
Genau daraus entsteht ein zweites Problem. Diese Inszenierungen dienen nicht nur dem Image der Partnervereine, sondern auch dem Geschäftsmodell von Aktion Mensch selbst. Die Soziallotterie lebt davon, dass sich Menschen emotional berühren lassen durch Kampagnenmotive, Aktionsspieltage und Bildsprachen. Die Lose, die verkauft werden, finanzieren die Formate, die zur Loskaufmotivation beitragen. Es ist ein geschlossener Kreislauf. Je berührender die Ausnahme dargestellt wird, desto höher die Spendenbereitschaft. Doch genau das ist das Gegenteil von Gleichberechtigung.
Strukturelle Inklusion verkauft sich nicht. Sie ist weder spektakulär noch emotional verlässlich inszenierbar. Ein Mensch, der ganz selbstverständlich Teil einer Organisation ist, passt nicht in die Rolle des symbolischen Empfängers von Hilfe. Deshalb bleibt Inklusion bei Aktion Mensch oft eine gut verpackte Erzählung, aber keine reale Umverteilung von Einfluss, Ressourcen oder Verantwortung.
Solange das so bleibt, ist Aktion Mensch nicht nur Teil des Problems, sie profitiert aktiv von ihm.
Und doch gäbe es realistische Wege, wenn man sie endlich ernst nähme.
Echte Inklusion im Sport bedeutet nicht, Menschen einzuladen, sondern Strukturen umzubauen. Nicht jedes eigene Format ist automatisch ein Sonderweg. Eine Blindenmannschaft ist dann kein Sonderformat, wenn sie gleichberechtigt in den Vereinsbetrieb eingebettet ist, dieselbe Ressourcenbasis, dieselbe Sichtbarkeit und dieselbe institutionelle Unterstützung erhält. Auch eine Jugendmannschaft mit Inklusionsprofil kann inklusiv sein, solange sie nicht ausgegliedert, sondern mitgedacht ist. Entscheidend ist nicht, ob es Unterschiede gibt, sondern wie diese Unterschiede verankert sind, als legitimer Teil des Ganzen oder als Ausnahmefall am Rand.
Menschen mit Behinderung bringen oft spezifische Anforderungen mit. Das ist unstrittig. Doch Inklusion heißt nicht, Angebote bereitzustellen, die angenommen werden dürfen. Es heißt, gemeinsam zu gestalten, auf Augenhöhe. Es heißt, Menschen mit Behinderung nicht nur als Empfängerinnen und Empfänger, sondern als Mitverantwortliche zu sehen, als Trainerinnen, als Vorstandsmitglieder, als Projektleiterinnen. Nicht Repräsentation, sondern Teilgabe. Nicht Bühne, sondern Struktur.
Inklusion beginnt nicht mit Sichtbarkeit, sondern mit geteilter Verantwortung. Sie braucht keine Leuchttürme, sondern offene Räume. Und sie braucht den Mut, Macht abzugeben. Wer das versteht, wird nicht laut für Inklusion werben müssen. Er wird sie einfach leben.





Nun ja, es ist kein Geheimnis, dass die Aktion Mensch vor allem eine Lotterie, dann eine Förderorganisation und last but not least zunehmend eine PR-Organisation ist. Erinnert sich noch jemand an die lange zurückliegenden Einfach-Für-Alle-Kongresse oder die Zukunftskonferenz 2013? Seitdem hat man vieles zurückgebaut, auch sinnvolle Veranstaltungsformate. Oder Die Gesellschafter, langweiliger Name, interessantes Projekt.
Jetzt geht es scheinbar nur noch um PR, siehe den Barrierefreiheits-Test von Onlineshops, wo im Prinzip die Pfennigparade die Arbeit gemacht hat und man sich in der PR von Google sonnt.