Kassel (kobinet)
Uwe Heineker arbeitet seit 50 Jahren in der Behinderten-Politik.
Behinderten-Politik bedeutet: Regeln für Menschen mit Behinderung.
Die Politik macht Gesetze für diese Menschen.
Diese Gesetze sollen das Leben besser machen.
Er glaubt: Die Politik will keine Inklusion.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Niemand wird ausgeschlossen.
Das sagt Uwe Heineker in einem Interview.
Ottmar Miles-Paul hat mit ihm gesprochen.
Es ging um Werkstätten für Menschen mit Behinderung.
Sie arbeiten schon lange für Menschen mit Behinderung.
Welche Themen sind Ihnen wichtig?
Ich arbeite schon 50 Jahre daran.
Mir sind 2 Themen wichtig:
Busse und Bahnen ohne Barrieren.
Barriere bedeutet: Eine Barriere ist etwas im Weg.
Sie hindert Menschen am Vorwärts-kommen.
Und Werkstätten für Menschen mit Behinderung.
Es gab vor 2 Jahren eine Studie.
Studie bedeutet: Eine Untersuchung.
Menschen schauen sich etwas genau an.
Sie wollen etwas heraus-finden.
Die Studie war über Geld in Werkstätten.
Es hat sich aber nichts geändert.
Was denken Sie darüber?
Ich bin sehr pessimistisch.
Pessimistisch bedeutet: Schlecht denken.
Eine Person denkt: Das wird nicht gut.
Die Politik macht nichts.
Das war schon immer so.
Die Vereinten Nationen haben Deutschland 2015 kritisiert.
Vereinte Nationen bedeutet: 193 Länder arbeiten zusammen für den Frieden.
Auch 2023 gab es Kritik.
Deutschland hat die Kritik ignoriert.
Werkstätten nennt man jetzt inklusiv.
Das ist aber falsch.
Sie haben ein Buch geschrieben.
Worum geht es in dem Buch?
Wo kann man es kaufen?
Das Buch heißt: Von Behinderung befreit.
Es geht um Inklusion bei Bildung und Arbeit.
Experten schreiben über ihre Erfahrungen.
Experten bedeutet: Menschen mit viel Wissen.
Sie kennen sich sehr gut aus.
Die Experten haben lange in Werkstätten gearbeitet.
Ich erzähle meine Geschichte.
Früher sagte ein Arzt: Ich kann nichts lernen.
Heute bin ich Diplom-Sozial-Arbeiter.
Diplom-Sozial-Arbeiter bedeutet: Jemand, der Menschen mit Problemen hilft.
Er hat an der Uni gelernt.
Wir zeigen Alternativen zu Sonder-Einrichtungen.
Alternativen bedeutet: Andere Möglichkeiten.
Du hast verschiedene Wege zur Auswahl.
Sonder-Einrichtungen bedeutet: Besondere Orte für Menschen.
Diese Menschen brauchen extra Hilfe.
Wie entwickelt sich die Behinderten-Politik in Deutschland?
Es geht rückwärts.
Es gibt keinen Fortschritt.
Fortschritt bedeutet: Etwas wird besser.
Die Dinge werden einfacher oder schneller.
Ich glaube: Die Politik will keine Inklusion.
Die Politik redet darüber.
Aber die Politik meint es nicht ernst.
Sie haben 2 Wünsche frei.
Welche wären das?
Menschen mit Behinderung ernst nehmen.
Ihre Rechte sind wichtig.
Die Rechte müssen umgesetzt werden.
Und zwar sofort!
Vielen Dank für das Interview.
Link zum Buch: Hier können Sie das Buch kaufen

Foto: privat
Kassel (kobinet) Uwe Heineker engagiert sich schon seit über einem halben Jahrhundert in der Behindertenpolitik. Er kann sich mittlerweile des Eindrucks nicht mehr verwehren, dass Inklusion seitens der Politik - entgegen ihrer Inklusionsrhetorik - in Wirklichkeit nicht gewollt ist. Dies ist eine seiner Aussagen im Interview, das kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit ihm vor allem im Hinblick auf nicht erfolgende und seit langem geforderte Reformen im Werkstätten-System geführt hat.
kobinet-nachrichten: Sie sind schon seit vielen Jahren in der Behindertenbewegung aktiv. Welche Themen hat Sie dabei besonders beschäftigt?
Uwe Heineker: Es sind nicht Jahre – eher mittlerweile ein halbes Jahrhundert. Meine Themen waren und sind barrierefreier öffentlicher Personenverkehr sowie „Werkstätten“ für Menschen mit Behinderung.
kobinet-nachrichten: Vor zwei Jahren hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Studie zum Entgelt in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorgelegt. Getan hat sich seither jedoch nichts. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?
Uwe Heineker: Wegen meiner Erfahrung, wie rückblickend die Politik – egal welcher Couleur – das Thema angegangen ist – sehr pessimistisch: Deutschland kassierte 2015 und 2023 vom Prüfungsausschuss der Vereinten Nationen zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention zudem harsche Rügen und dessen handreichende Empfehlungen wurden einfach ignoriert. Stattdessen werden die Werkstätten mittlerweile als „inklusiv“ bezeichnet – was sie nicht sind – das ist eine nicht mehr verantwortbare Verwässerung des Inklusionsbegriffes! Meine Prophezeiung: die nächste Staatenprüfung 2031 wird genauso aussehen.
kobinet-nachrichten: Sie haben an einem Buch zur Situation in Sachen Inklusion und Werkstätten mitgeschrieben. Worum ging es dabei genau und wo kann man das Werk bestellen?
Uwe Heineker: Der Titel des Buches lautet: „Von Behinderung befreit – Inklusive Alternativen zur Sonderwelt bei Bildung, Arbeit und Wohnen“. Die bedenklichen Mängel an sozialer Inklusion beschreiben Fachleuten in diesem Buch aus eigenem Erleben. Zu ihnen gehören wissenschaftlich qualifizierte ExpertInnen mit jahrzehntelangen Praxiserfahrungen im Bildungs- und Sozialsektor, u.a. als Leitungsmitglieder in den „Werkstätten“. Ich selbst beschreibe meinen Bildungsweg und die historischen, sozialen und politischen Zusammenhänge, angefangen von der amtsärztlich attestierten „Bildungsunfähigkeit“ bis zum Hochschulabschluss als Diplom-Sozialarbeiter. Alle AutorInnen entwerfen konkrete Alternativen zu den zahlreichen deutschen Sondereinrichtungen. Link zur Bezugsquelle des Buches: https://www.amazon.de/Von-Behinderung-befreit-Alternativen-Sonderwelt/dp/3170450646?source=ps-sl-shoppingads-lpcontext&ref_=fplfs&psc=1&smid=A3JWKAKR8XB7XF&language=de_DE
kobinet-nachrichten: Wie schätzen Sie die derzeitigen Entwicklungen in der Behindertenpolitik in Deutschland ein?
Uwe Heineker: Ich sehe hier eher einen Rückstand anstatt eines Fortschritts. ich kann mich mittlerweile nicht des Eindrucks verwehren, dass Inklusion seitens der Politik – entgegen ihrer Inklusionsrhetorik – in Wirklichkeit nicht gewollt ist.
kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?
Uwe Heineker: Menschen mit Behinderung und ihre verbrieften Rechte ernst nehmen. Besagte Rechte ohne wenn und aber umsetzen – jetzt!
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Foto: privat
Kassel (kobinet) Uwe Heineker engagiert sich schon seit über einem halben Jahrhundert in der Behindertenpolitik. Er kann sich mittlerweile des Eindrucks nicht mehr verwehren, dass Inklusion seitens der Politik - entgegen ihrer Inklusionsrhetorik - in Wirklichkeit nicht gewollt ist. Dies ist eine seiner Aussagen im Interview, das kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul mit ihm vor allem im Hinblick auf nicht erfolgende und seit langem geforderte Reformen im Werkstätten-System geführt hat.
kobinet-nachrichten: Sie sind schon seit vielen Jahren in der Behindertenbewegung aktiv. Welche Themen hat Sie dabei besonders beschäftigt?
Uwe Heineker: Es sind nicht Jahre – eher mittlerweile ein halbes Jahrhundert. Meine Themen waren und sind barrierefreier öffentlicher Personenverkehr sowie „Werkstätten“ für Menschen mit Behinderung.
kobinet-nachrichten: Vor zwei Jahren hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Studie zum Entgelt in Werkstätten für behinderte Menschen und Alternativen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vorgelegt. Getan hat sich seither jedoch nichts. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?
Uwe Heineker: Wegen meiner Erfahrung, wie rückblickend die Politik – egal welcher Couleur – das Thema angegangen ist – sehr pessimistisch: Deutschland kassierte 2015 und 2023 vom Prüfungsausschuss der Vereinten Nationen zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention zudem harsche Rügen und dessen handreichende Empfehlungen wurden einfach ignoriert. Stattdessen werden die Werkstätten mittlerweile als „inklusiv“ bezeichnet – was sie nicht sind – das ist eine nicht mehr verantwortbare Verwässerung des Inklusionsbegriffes! Meine Prophezeiung: die nächste Staatenprüfung 2031 wird genauso aussehen.
kobinet-nachrichten: Sie haben an einem Buch zur Situation in Sachen Inklusion und Werkstätten mitgeschrieben. Worum ging es dabei genau und wo kann man das Werk bestellen?
Uwe Heineker: Der Titel des Buches lautet: „Von Behinderung befreit – Inklusive Alternativen zur Sonderwelt bei Bildung, Arbeit und Wohnen“. Die bedenklichen Mängel an sozialer Inklusion beschreiben Fachleuten in diesem Buch aus eigenem Erleben. Zu ihnen gehören wissenschaftlich qualifizierte ExpertInnen mit jahrzehntelangen Praxiserfahrungen im Bildungs- und Sozialsektor, u.a. als Leitungsmitglieder in den „Werkstätten“. Ich selbst beschreibe meinen Bildungsweg und die historischen, sozialen und politischen Zusammenhänge, angefangen von der amtsärztlich attestierten „Bildungsunfähigkeit“ bis zum Hochschulabschluss als Diplom-Sozialarbeiter. Alle AutorInnen entwerfen konkrete Alternativen zu den zahlreichen deutschen Sondereinrichtungen. Link zur Bezugsquelle des Buches: https://www.amazon.de/Von-Behinderung-befreit-Alternativen-Sonderwelt/dp/3170450646?source=ps-sl-shoppingads-lpcontext&ref_=fplfs&psc=1&smid=A3JWKAKR8XB7XF&language=de_DE
kobinet-nachrichten: Wie schätzen Sie die derzeitigen Entwicklungen in der Behindertenpolitik in Deutschland ein?
Uwe Heineker: Ich sehe hier eher einen Rückstand anstatt eines Fortschritts. ich kann mich mittlerweile nicht des Eindrucks verwehren, dass Inklusion seitens der Politik – entgegen ihrer Inklusionsrhetorik – in Wirklichkeit nicht gewollt ist.
kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche frei hätten, welche wären dies?
Uwe Heineker: Menschen mit Behinderung und ihre verbrieften Rechte ernst nehmen. Besagte Rechte ohne wenn und aber umsetzen – jetzt!
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.





Ergänzende Anmerkung zum besagten Buch: es kann auch direkt beim Verlag bezogen werden https://shop.kohlhammer.de/von-behinderung-befreit-45064.html#147=19