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Kritik an Toilettensituation auf der REHACARE

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Lifter in der Toilette bei der REHACARE 2025
Bild von den Liftern in der Toilette auf der REHACARE 2025
Foto: Anja Schneider

Düsseldorf / Hannover (kobinet) Nicht nur wer eine Reise tut, kann einiges erleben – bei behinderten Menschen trifft zuweilen auch der Spruch "Wer eine Messe besucht, kann einiges erleben" zu. So erging es zumindest Anja Schneider aus Hannover und einer ihrer Kolleginnen, als sie die diesjährige REHACARE in Düsseldorf besuchten. Eine Messe, von der man meinen dürfte, dass es kein Problem ist, barrierefreie Toiletten zu finden. "Wie kann Inklusion in aller Munde sein und wir Inklusion einfordern, wenn nicht einmal auf einer solchen Veranstaltung die absolut grundlegendsten Bedürfnisse eines Menschen gesichert sind?" Diese Frage stellt Anja Schneider zum Abschluss des Berichts über ihre Erfahrungen in Sachen Toilettennutzung während der REHACARE, den sie den kobinet-nachrichten zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.

Bericht von Anja Schneider

Am 17.09.2025 fand die REHACARE statt. Als Person mit Mobilitätseinschränkung, die auf einen Patientenlifter und eine Liege angewiesen ist, bin ich es gewohnt, bei allen Veranstaltungen vorab die Gegebenheiten abzufragen. Dies habe ich auch für die REHACARE getan, obwohl man denken müsste, dass bei einer solchen Veranstaltung alle Bedarfe berücksichtigt würden. Durch diverse E-Mails konnte ich in Erfahrung bringen, dass es einen Container mit barrierefreien Toiletten gebe und ein „Wickelraum für Erwachsene“ vorhanden sei.

Als ich kurz vor Messeende den Raum mit einer Liege und einem Patientenlifter betrat, bemerkte ich zunächst, dass dieser Raum über keine Toilette verfügte und beide Patientenlifter nicht geladen waren. Auch Ladekabel waren nicht auffindbar! Dadurch hatte sich mein spontaner Notfallplan, wegen der fehlenden Toilette ins Waschbecken zu urinieren, erledigt! Der Malteser Medical-Service verweigerte mir seine Hilfe und gab mir zu verstehen, ich solle sie mit meinen Problemen nicht weiter behelligen.

Auf meiner Rückreise und im Nachhinein erfuhr ich von anderen Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern, dass auch diese massive Probleme mit der Toilettensituation auf der REHACARE hatten.

So schilderte mir beispielsweise meine Kollegin Charlotte Zach, dass sie in den vier Stunden Aufenthalt nur eine funktionierende barrierefreie Toilette gefunden habe. In allen anderen Hallen waren die ausgeschilderten Behinderten-WCs defekt. Vor der einzig funktionierenden Toilette bildete sich eine entsprechend lange Schlange. Meine Kollegin entschied sich letztendlich dazu, mit Hilfe von Assistenz eine nicht barrierefreie Toilettenkabine zu nutzen, um nicht die ganze Messe zu verpassen. Diese Möglichkeit hatte meine Kollegin, doch viele andere sicher nicht.

Ich, Anja Schneider, habe noch heute mit gesundheitlichen Folgen, wie zum Beispiel Schmerzen im Unterleib, zu kämpfen, weil ich insgesamt 15 Stunden nicht auf eine Toilette gehen konnte.

Wie kann Inklusion in aller Munde sein und wir Inklusion einfordern, wenn nicht einmal bei einer solchen Veranstaltung die absolut grundlegendsten Bedürfnisse eines Menschen gesichert sind?