Wien (kobinet)
Früher war Gebärden-Sprache in Schulen verboten.
Gebärden-Sprache ist eine Sprache mit den Händen.
Gehör-lose Menschen benutzen diese Sprache.
Gehör-lose Kinder durften nicht mit den Händen sprechen.
Sie mussten mit dem Mund sprechen lernen.
Das war oft sehr schwer für die Kinder.
Viele Kinder haben dadurch Schäden bekommen.
Das nennt man Oralismus.
Oralismus bedeutet: Taube Menschen sollen nur sprechen.
Sie sollen nicht die Gebärden-Sprache benutzen.
Früher dachten viele Menschen: Das ist besser.
Heute wissen wir: Das war falsch.
Hamburg hat jetzt etwas Wichtiges gemacht.
Die Hamburger Bürger-Schaft hat sich entschuldigt.
Bürger-Schaft bedeutet: Das ist das Stadt-Parlament von Hamburg.
Die Menschen wählen dort Politiker.
SPD, CDU, Grüne und Linke haben zusammen entschieden.
Sie haben gesagt: Wir haben gehör-losen Menschen Unrecht getan.
Das war am 16. Juli 2025.
Die Bürger-Schaft hat auch versprochen:
Wir arbeiten das Unrecht auf.
Auf-arbeiten bedeutet: Etwas Schlimmes ist passiert.
Man schaut sich das genau an.
Man redet darüber.
So kann man es besser verstehen.
Wir helfen den betroffenen Menschen.
Wir wollen Geld für ganz Deutschland sammeln.
Damit können wir Entschädigungen zahlen.
Entschädigung bedeutet: Jemandem ist Unrecht passiert.
Dafür bekommt die Person Geld.
Das Geld soll helfen.
Es soll das Unrecht wieder gut machen.
Das war das erste Mal in Deutschland.
Alle Parteien haben zusammen geholfen.
Das ist ein wichtiges Zeichen.
BIZEPS ist ein Nachrichten-Dienst aus Österreich.
Ein Nachrichten-Dienst sammelt Informationen.
Er teilt die Informationen mit anderen Menschen.
BIZEPS schreibt über behinderte Menschen.
Lukas Huber hat einen Kommentar geschrieben.
Lukas Huber arbeitet beim Österreichischen Gehörlosen-Bund.
Er leitet auch den Gehörlosen-Verband in Nieder-Österreich.
Gehörlosen-Verband bedeutet: Das ist eine Gruppe.
Gehör-lose Menschen arbeiten dort zusammen.
Sie helfen sich gegenseitig.
Früher mussten gehör-lose Kinder Laute sprechen.
Die Lehrer haben sie oft gezwungen.
Das war körperlich und seelisch schwer.
Die Kinder konnten oft nicht richtig sprechen lernen.
Sie konnten auch schlecht zur Schule gehen.
Das hat ihr ganzes Leben schwer gemacht.
Das war Gewalt im Schul-System.
Hamburg hat diese Gewalt jetzt anerkannt.
Gehör-lose Menschen durften zum ersten Mal öffentlich reden.
Sie haben ihre Geschichten erzählt.
Eine Dolmetscherin hat in Gebärden-Sprache übersetzt.
Dolmetscherin bedeutet: Eine Person übersetzt Sprachen.
Sie hört eine Sprache.
Dann sagt sie es in einer anderen Sprache.
So können sich Menschen verstehen.
Das war vorher nie passiert.
Lukas Huber schreibt auch über die Schweiz und Österreich.
Er erklärt: Was muss Österreich jetzt tun?
Link zum BIZEPS-Kommentar

Foto: BIZEPS
Wien (kobinet) Über Generationen wurde der Gebrauch der Gebärdensprache im Unterricht systematisch unterbunden und durch den sogenannten "Oralismus" ersetzt. Am 16. Juli 2025 hat die Hamburgische Bürgerschaft – getragen von SPD, CDU, Grünen und der Linken – eine formelle Entschuldigung für das jahrzehntelange Unrecht gegenüber gehörlosen Menschen beschlossen und zugleich Aufarbeitung, Unterstützungsleistungen sowie die Initiative für einen bundesweiten Entschädigungsfonds angekündigt. Dieser parteiübergreifende Beschluss setzt Maßstäbe im deutschsprachigen Raum. Darüber und was Österreich nach diesem historischen Schritt tun sollte, berichtet der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS mithilfe eines Kommentars von Lukas Huber, dem Generalsekretär des Österreichischen Gehörlosenbundes und Leiter des Gehörlosenverbandes Niederösterreich.
Über Generationen wurde der Gebrauch der Gebärdensprache im Unterricht systematisch unterbunden und durch den sogenannten „Oralismus“ ersetzt. Kinder mussten Lautsprache erzwingen, oftmals unter physischem und psychischem Druck. Die Folgen waren Sprachdeprivation, Bildungs- und Teilhabebarrieren sowie langfristige soziale und gesundheitliche Schäden – ein Muster struktureller Gewalt im Bildungswesen. Die Hamburger Bürgerschaft hat diese systematische Sprachunterdrückung nun als strukturelle Gewalt anerkannt. In einer historischen Anhörung im Sozialausschuss erhielten gehörlose Betroffene erstmals Raum, ihre Geschichten öffentlich zu teilen – gedolmetscht in Deutsche Gebärdensprache (DGS). Dies allein war ein Novum, schreibt Lukas Huber im BIZEPS-Kommentar.
Wie die Situation in der Schweiz und in Österreich ist und was es nun in Österreich braucht, darauf geht Lukas Huber im BIZEPS-Kommentar im Detail ein:
Link zum BIZEPS-Kommentar

Foto: BIZEPS
Wien (kobinet) Über Generationen wurde der Gebrauch der Gebärdensprache im Unterricht systematisch unterbunden und durch den sogenannten "Oralismus" ersetzt. Am 16. Juli 2025 hat die Hamburgische Bürgerschaft – getragen von SPD, CDU, Grünen und der Linken – eine formelle Entschuldigung für das jahrzehntelange Unrecht gegenüber gehörlosen Menschen beschlossen und zugleich Aufarbeitung, Unterstützungsleistungen sowie die Initiative für einen bundesweiten Entschädigungsfonds angekündigt. Dieser parteiübergreifende Beschluss setzt Maßstäbe im deutschsprachigen Raum. Darüber und was Österreich nach diesem historischen Schritt tun sollte, berichtet der österreichische Online-Nachrichtendienst BIZEPS mithilfe eines Kommentars von Lukas Huber, dem Generalsekretär des Österreichischen Gehörlosenbundes und Leiter des Gehörlosenverbandes Niederösterreich.
Über Generationen wurde der Gebrauch der Gebärdensprache im Unterricht systematisch unterbunden und durch den sogenannten „Oralismus“ ersetzt. Kinder mussten Lautsprache erzwingen, oftmals unter physischem und psychischem Druck. Die Folgen waren Sprachdeprivation, Bildungs- und Teilhabebarrieren sowie langfristige soziale und gesundheitliche Schäden – ein Muster struktureller Gewalt im Bildungswesen. Die Hamburger Bürgerschaft hat diese systematische Sprachunterdrückung nun als strukturelle Gewalt anerkannt. In einer historischen Anhörung im Sozialausschuss erhielten gehörlose Betroffene erstmals Raum, ihre Geschichten öffentlich zu teilen – gedolmetscht in Deutsche Gebärdensprache (DGS). Dies allein war ein Novum, schreibt Lukas Huber im BIZEPS-Kommentar.
Wie die Situation in der Schweiz und in Österreich ist und was es nun in Österreich braucht, darauf geht Lukas Huber im BIZEPS-Kommentar im Detail ein:
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