Berlin (kobinet)
Wer Selbst-Bestimmung nicht will, findet Wege.
Selbst-Bestimmung bedeutet: Du entscheidest für dich selbst.
Niemand anderes bestimmt über dich.
Diese Wege verhindern die Selbst-Bestimmung.
Das kostet dann sogar mehr Geld.
So ist es jetzt in Berlin.
Es geht um Geld für Persönliche Assistenz.
Persönliche Assistenz bedeutet: Ein Helfer unterstützt dich.
Der Helfer hilft dir bei deinen täglichen Aufgaben.
Du bestimmst selbst, was der Helfer macht.
Persönliche Assistenz ist Hilfe für behinderte Menschen.
Der Tages-Spiegel hat darüber berichtet.
Der Bericht steht hier.
Es gibt zu wenig Personal in der Behinderten-Hilfe.
Behinderten-Hilfe bedeutet: Menschen mit Behinderung bekommen Unterstützung.
Die Hilfe gibt es vom Staat.
Das ist ein Problem.
Aber Berlin bestraft Menschen mit Behinderung.
Diese Menschen wollen selbst Verantwortung übernehmen.
Sie suchen selbst Personal.
Sie stellen die Assistenz-Kräfte selbst an.
Die Assistenz-Kräfte bekommen weniger Geld.
Das passiert nur bei privaten Arbeit-Gebern.
Bei ambulanten Diensten bekommen sie mehr Geld.
Ambulante Dienste bedeutet: Firmen helfen Menschen zu Hause.
Die Menschen müssen nicht ins Heim gehen.
Die ambulanten Dienste machen die gleiche Arbeit.
Private Arbeit-Geber sind billiger.
Sie haben keine Miete für Büros.
Sie haben keine Verwaltungs-Kosten.
Trotzdem will Berlin das nicht.
Das ärgert die Berliner Verwaltung.
Die Selbst-Bestimmung wird dadurch schwerer.
Ottmar Miles-Paul schreibt dazu einen Kommentar.
Er ist Redakteur bei kobinet.
Er schüttelt über diese Situation den Kopf.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Wir hören viel über die Behinderten-Hilfe.
Vor allem über die Eingliederungs-Hilfe.
Eingliederungs-Hilfe bedeutet: Hilfe für Menschen mit Behinderung.
Es heißt immer: Das ist zu teuer.
Die Kosten steigen sehr stark.
Es gibt zu viel Bürokratie.
Bürokratie bedeutet: Eine Verwaltung macht Regeln für Menschen.
Sie kümmert sich um wichtige Dinge.
Manche wollen die Leistungen kürzen.
Aber wenn man wirklich sparen könnte, passiert etwas anderes.
Die Verwaltung macht alles komplizierter.
Sie sorgt für noch mehr Kosten.
Sie macht behinderte Menschen mut-los.
Diese Menschen übernehmen gerne Verantwortung.
Aber sie werden in die Abhängigkeit gedrängt.
Sie müssen dann Dienst-Leister nutzen.
Das kostet sogar noch mehr Geld.
Das passiert in vielen Regionen in Deutschland.
Vor allem in Berlin ist es schlimm.
Der Verwaltung gefallen Persönliche Budgets nicht.
Persönliches Budget bedeutet: Du bekommst Geld vom Amt.
Mit dem Geld bezahlst du einen Helfer.
Seit Anfang des Jahres verdienen direkte Assistenz-Kräfte weniger Geld.
Sie verdienen 340 Euro weniger im Monat.
Das gilt nur für private Arbeit-Geber.
Bei Assistenz-Diensten verdienen sie mehr.
Der Tages-Spiegel berichtet darüber.
Ab 2026 wird der Lohn-Unterschied noch größer.
Das steht in dem Bericht vom 15. September 2025.
Behinderte Menschen wehren sich gegen diese Ungerechtigkeit.
Ihre Assistenz-Kräfte wehren sich auch.
Sie machen das schon lange in Berlin.
Das kostet viel Kraft und Zeit.
Es ist nicht verständlich, was der Berliner Senat macht.
Senat bedeutet: Die Regierung von Berlin.
Eine Gruppe von wichtigen Leuten.
Sie treffen zusammen Entscheidungen für alle Menschen.
Der Senat benachteiligt Menschen mit Persönlichem Budget.
Das Persönliche Budget ist eine gute Sache.
Ein Sprecher der Senats-Verwaltung sagt etwas Wichtiges.
Bei ambulanten Diensten entstehen viele Kosten.
Sie brauchen Büro-Miete.
Sie brauchen Verwaltungs-Personal.
Sie haben Investitions-Kosten.
Investitions-Kosten bedeutet: Geld für neue Sachen.
Zum Beispiel für Autos oder Computer.
Im Arbeit-Geber-Modell gibt es diese Kosten nicht.
Arbeit-Geber-Modell bedeutet: Du stellst deine Helfer selbst ein.
Du bist der Chef von deinen Helfern.
Das ist viel billiger.
Trotzdem macht der Senat alles schwerer.
Er will mehr Kosten verursachen.
Behinderte Arbeit-Geber sollen zu ambulanten Diensten wechseln.
Dafür erkennt er einen Tarif-Vertrag nicht an.
Tarif-Vertrag bedeutet: Preis-Liste.
Das zeigt, was etwas kostet.
Der Senat hatte die Menschen zu diesem Tarif-Vertrag ermuntert.
Jetzt setzt er die Entgelt-Gruppe herunter.
Entgelt-Gruppe bedeutet: Eine Gruppe für die Bezahlung.
Alle Menschen in der Gruppe bekommen gleich viel Geld.
Das ist ein bürokratischer Trick.
Dadurch finden behinderte Arbeit-Geber schwerer Personal.
Die Assistenz-Kräfte verdienen viel weniger.
Bei Assistenz-Diensten verdienen sie mehr.
Das ist ungerecht.
Es gibt einen Rechts-Anspruch auf diese Leistung.
Rechts-Anspruch bedeutet: Du hast ein Recht auf etwas.
Das Gesetz sagt: Du bekommst diese Sache.
Aber der Senat sagt: Es fehlt Geld im Haushalt.
Das ist eine schlechte Begründung.
Das ist die Situation in Berlin im Jahr 2025.
Die Selbst-Bestimmung behinderter Menschen zählt nichts mehr.

Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) "Wer Selbstbestimmung nicht will, findet Wege, diese zu verhindern – auch wenn das mehr kostet." Dieses Motto trifft auf die derzeitige Situation in Berlin in Sachen Finanzierung der Persönlichen Assistenz für behinderte Menschen zu, wie aus einem Bericht des Tagesspiegels hervorgeht. Während der Personalmangel in der Behindertenhilfe beklagt wird, werden in Berlin diejenigen bestraft, die selbst Verantwortung übernehmen, Personal suchen und dieses selbst bei sich anstellen, um selbstbestimmter mit Persönlicher Assistenz leben zu können. Ihre Beschäftigten bekommen dabei wesentlich weniger Geld, als wenn die Assistentinnen und Assistenten bei ambulanten Diensten beschäftigt sind und dort die gleiche Tätigkeit ausüben. Und billiger ist es allemal, weil diejenigen, die ihre Assistenz selbst organisieren, keine Miet- und Regiekosten für die Organisation der Assistenz haben. Dass dies der Berliner Verwaltung ein Dorn im Auge ist und so die Selbstbestimmung behinderter Menschen massiv beeinträchtigt wird, darüber schüttelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul den Kopf, wie in seinem Kommentar zu lesen ist.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Was müssen wir uns derzeit alles anhören, wenn es um die Behindertenhilfe und vor allem um die Eingliederungshilfe geht. Viel zu teuer, enorme Kostensteigerungen, Abbau der Bürokratie bis hin zu verschiedenen Ideen für Leistungskürzungen. Wenn es jedoch ernst wird und man sparen könnte, dann zeigen diejenigen, die für die Bürokratie und die Kostensteigerungen mitverantwortlich sind, was sie können: mehr Kosten kreieren, behinderte Menschen, die Verantwortung übernehmen, entmutigen und sie in die verstärkte Abhängigkeit von Dienstleistungserbringern treiben, wo die Unterstützung sogar noch mehr kostet. So geschieht dies in vielen Regionen Deutschlands, aber vor allem in Berlin, wo der Verwaltung die Persönlichen Budgets ein Dorn im Auge zu sein scheinen.
„Seit Anfang des Jahres verdienen direkt beschäftigte Assistenzen rund 340 Euro weniger als jene, die bei einem Assistenzdienst angestellt sind. Ab 2026 wird der Lohnunterschied noch größer.“ So heißt es in einem Bericht des Tagesspiegels vom 15. September 2025. Und genau gegen diese Ungerechtigkeit wehren sich behinderte Menschen und ihre Assistentinnen und Assistenten schon seit Längerem mit viel Aufwand in Berlin. Völlig unverständlich ist dabei, was den Berliner Senat dazu reitet, gerade diejenigen, die das Persönliche Budget zur Inanspruchnahme ihrer Assistenzleistungen nutzen, so massiv zu benachteiligen. „Bei den ambulanten Diensten, also im sogenannten Sachleistungsmodell, entstehen Kosten wie für Büromiete, Verwaltungspersonal und Investitionskosten, die nicht im Arbeitgebermodell anfallen“, so bringt es ein Sprecher der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales von Berlin auf den Punkt. Dem kann man nur zustimmen.
Um mehr Kosten zu verursachen, wenn behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu ambulanten Diensten wechseln müssen, erkennt der Senat einen Tarifvertrag nicht an, zu dem dieser die Betroffenen extra ermuntert hatte. Da wird dann schnell mal die Entgeltgruppe heruntergesetzt und mit diesem bürokratischen Handstrich haben es behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dann viel schwerer, Assistentinnen und Assistenten zu finden, wenn diese wesentlich weniger als bei einem Assistenzdienst verdienen. Und dann wird ein Rechtsanspruch auf eine Leistung noch mit fehlenden Mitteln im Haushalt begründet. Das ist die Situation in Berlin im Jahr 2025, wo die Selbstbestimmung behinderter Menschen anscheinend nichts mehr gilt.

Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) "Wer Selbstbestimmung nicht will, findet Wege, diese zu verhindern – auch wenn das mehr kostet." Dieses Motto trifft auf die derzeitige Situation in Berlin in Sachen Finanzierung der Persönlichen Assistenz für behinderte Menschen zu, wie aus einem Bericht des Tagesspiegels hervorgeht. Während der Personalmangel in der Behindertenhilfe beklagt wird, werden in Berlin diejenigen bestraft, die selbst Verantwortung übernehmen, Personal suchen und dieses selbst bei sich anstellen, um selbstbestimmter mit Persönlicher Assistenz leben zu können. Ihre Beschäftigten bekommen dabei wesentlich weniger Geld, als wenn die Assistentinnen und Assistenten bei ambulanten Diensten beschäftigt sind und dort die gleiche Tätigkeit ausüben. Und billiger ist es allemal, weil diejenigen, die ihre Assistenz selbst organisieren, keine Miet- und Regiekosten für die Organisation der Assistenz haben. Dass dies der Berliner Verwaltung ein Dorn im Auge ist und so die Selbstbestimmung behinderter Menschen massiv beeinträchtigt wird, darüber schüttelt kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul den Kopf, wie in seinem Kommentar zu lesen ist.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Was müssen wir uns derzeit alles anhören, wenn es um die Behindertenhilfe und vor allem um die Eingliederungshilfe geht. Viel zu teuer, enorme Kostensteigerungen, Abbau der Bürokratie bis hin zu verschiedenen Ideen für Leistungskürzungen. Wenn es jedoch ernst wird und man sparen könnte, dann zeigen diejenigen, die für die Bürokratie und die Kostensteigerungen mitverantwortlich sind, was sie können: mehr Kosten kreieren, behinderte Menschen, die Verantwortung übernehmen, entmutigen und sie in die verstärkte Abhängigkeit von Dienstleistungserbringern treiben, wo die Unterstützung sogar noch mehr kostet. So geschieht dies in vielen Regionen Deutschlands, aber vor allem in Berlin, wo der Verwaltung die Persönlichen Budgets ein Dorn im Auge zu sein scheinen.
„Seit Anfang des Jahres verdienen direkt beschäftigte Assistenzen rund 340 Euro weniger als jene, die bei einem Assistenzdienst angestellt sind. Ab 2026 wird der Lohnunterschied noch größer.“ So heißt es in einem Bericht des Tagesspiegels vom 15. September 2025. Und genau gegen diese Ungerechtigkeit wehren sich behinderte Menschen und ihre Assistentinnen und Assistenten schon seit Längerem mit viel Aufwand in Berlin. Völlig unverständlich ist dabei, was den Berliner Senat dazu reitet, gerade diejenigen, die das Persönliche Budget zur Inanspruchnahme ihrer Assistenzleistungen nutzen, so massiv zu benachteiligen. „Bei den ambulanten Diensten, also im sogenannten Sachleistungsmodell, entstehen Kosten wie für Büromiete, Verwaltungspersonal und Investitionskosten, die nicht im Arbeitgebermodell anfallen“, so bringt es ein Sprecher der Senatsverwaltung für Arbeit und Soziales von Berlin auf den Punkt. Dem kann man nur zustimmen.
Um mehr Kosten zu verursachen, wenn behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu ambulanten Diensten wechseln müssen, erkennt der Senat einen Tarifvertrag nicht an, zu dem dieser die Betroffenen extra ermuntert hatte. Da wird dann schnell mal die Entgeltgruppe heruntergesetzt und mit diesem bürokratischen Handstrich haben es behinderte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dann viel schwerer, Assistentinnen und Assistenten zu finden, wenn diese wesentlich weniger als bei einem Assistenzdienst verdienen. Und dann wird ein Rechtsanspruch auf eine Leistung noch mit fehlenden Mitteln im Haushalt begründet. Das ist die Situation in Berlin im Jahr 2025, wo die Selbstbestimmung behinderter Menschen anscheinend nichts mehr gilt.




