Berlin (kobinet)
Uwe Heineker kämpft seit 1971 für Menschen mit Behinderung.
Eine Behinderung macht manche Dinge schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Zum Beispiel beim Treppen-Steigen oder beim Lesen.
Anne Gersdorff hat ein Interview mit ihm gemacht.
Bei einem Interview stellt eine Person Fragen.
Eine andere Person antwortet auf die Fragen.
Das Interview ist auf der Seite Die Neue Norm erschienen.
Der Titel lautet: Rechte werden nicht verliehen.
Sie müssen erstritten werden.
Das bedeutet: Niemand gibt dir deine Rechte einfach so.
Du musst kämpfen, um sie zu bekommen.
Im Interview spricht Uwe Heineker über das Krüppel-Tribunal von 1981.
Das Krüppel-Tribunal war eine öffentliche Veranstaltung.
Menschen haben dort laut gesagt, was ungerecht ist.
Bei einer Anhörung dürfen Menschen ihre Meinung sagen.
Wichtige Personen hören genau zu.
Menschen mit Behinderung haben dort Unrecht angeklagt.
Uwe Heineker spricht auch über Werk-Stätten für Menschen mit Behinderung.
Werk-Stätten sind besondere Orte zum Arbeiten.
Dort arbeiten Menschen mit Behinderung zusammen.
Uwe Heineker sagt: Werk-Stätten sind ungerecht.
Er wünscht sich mehr Mut von jungen Menschen mit Behinderung.
Die Behinderten-Bewegung ist eine Gruppe von Menschen mit Behinderung.
Sie kämpfen gemeinsam für ihre Rechte.
Hier könnt ihr das Interview lesen
Uwe Heineker hat auch ein Buch geschrieben.
Der Titel lautet: 2031 Deutschland, die Welt blickt auf dich!
Im Buch klagt er Deutschland an.
Deutschland bricht seit Jahren Menschen-Rechte.
Menschen-Rechte sind Rechte für alle Menschen auf der Welt.
Deutschland hält sich nicht an diese Rechte.
Die Vereinten Nationen haben Deutschland dafür bereits 2 Mal gerügt.
Die Vereinten Nationen sind eine Gruppe von 193 Ländern.
Sie arbeiten zusammen für Frieden und Gerechtigkeit.
Gerügt bedeutet: Sie haben Deutschland offiziell kritisiert.
Deutschland schafft Sonder-Schulen und Heime nicht ab.
Eine Sonder-Schule ist eine besondere Schule.
Dort lernen Kinder mit besonderen Bedürfnissen getrennt von anderen.
Das verstößt gegen Völker-Recht.
Das Völker-Recht ist eine Sammlung von Regeln für Länder.
Deutschland hat diese Regeln unterschrieben.
Deshalb muss Deutschland sich daran halten.
Im Jahr 2031 läuft eine wichtige Frist ab.
Eine Frist ist ein Termin bis zu einem bestimmten Tag.
Bis 2031 muss Deutschland die Rechte von Menschen mit Behinderung umsetzen.
Dann gibt es keine Ausreden mehr.
Uwe Heineker ist Diplom-Sozial-Arbeiter.
Ein Diplom-Sozial-Arbeiter hat an einer Hoch-Schule gelernt, wie man Menschen hilft.
Er hilft Menschen in schwierigen Lebens-Lagen.
Früher haben Ärzte ihn als bildungs-unfähig bezeichnet.
Bildungs-unfähig bedeutet: Sie dachten, er kann nichts lernen.
Das stimmte nicht.
Er hat einen Uni-Abschluss gemacht und dafür einen Preis bekommen.
Das Buch hat 2 Teile.
Teil 1 ist in Fach-Sprache geschrieben.
Fach-Sprache bedeutet: Die Wörter sind schwierig.
Nur Fach-Leute verstehen diese Sprache gut.
Teil 2 ist vollständig in Leichter Sprache.
Leichte Sprache versteht jeder Mensch leicht.
Foto: privat
Berlin (kobinet)
"'Rechte werden nicht verliehen, sie müssen erstritten werden.' Aktivist Uwe Heineker über 50 Jahre Krüppelbewegung", so lautet der Titel eines Interviews, das Anne Gersdorff mit Uwe Heineker auf der Plattform Die Neue Norm veröffentlicht hat. "Seit 1971 kämpft Uwe Heineker gegen Ausgrenzung und Paternalismus. Im Interview mit Anne Gersdorff spricht er über das Krüppel-Tribunal 1981, die Zynik der Werkstätten für behinderte Menschen und warum er sich von der jungen Bewegung mehr radikalen zivilen Ungehorsam wünscht", heißt es in der Ankündigung des Interviews.
Link zum Interview von Anne Gersdorff mit Uwe Heineker auf Die Neue Norm
"2031 Deutschland, die Welt blickt auf dich! Anklage-Protokoll des eklatanten Völkerrechtsbruchs", so lautet der Titel eines Buches, das Uwe Heineker vor kurzem veröffentlicht hat. Im Beitrag der Plattform Die Neue Norm heißt es dazu:
"Bereits in den Jahren 2015 und 2023 wurde die Bundesrepublik Deutschland vom UN-Ausschuss in Genf für ihre ausgrenzenden Sonderwelten aufs Schärfste gerügt. Doch die deutsche Politik ignoriert und blockiert diese völkerrechtlichen Vorgaben bis heute. Die Abschaffung von Sonderschulen, Heimen und ausbeuterischen Werkstätten wird verweigert. Dies ist ein eklatanter Bruch der Menschenrechte. Im Schlüsseljahr 2031 läuft nun die ultimative Frist der Vereinten Nationen ab: das Ende aller Ausreden ist da.
Der Aktivist und Diplom-Sozialarbeiter Uwe Heineker liefert mit diesem Werk eine juristische und gesellschaftliche Anklage. Seine Kritik speist sich aus jahrzehntelangem Kampf an der Basis und seiner eigenen, tief bewegenden Biografie: Vom Gesundheitsamt einst als 'bildungsunfähig' abgestempelt, erkämpfte er sich einen prämierten Universitätsabschluss und prägte 1978 mit seiner historischen Kongressrede die autonome Behindertenbewegung.
Der Band ist zweigeteilt: Teil 1 liefert die detaillierte politische Anklage in Fach-Sprache in gut lesbarer Großschrift, während Teil 2 das gesamte Buch vollständig in Leichte Sprache übersetzt."
Link zu weiteren Infos und zur Bestellmöglichkeit für das Buch von Uwe Heineker
Foto: privat
Berlin (kobinet)
"'Rechte werden nicht verliehen, sie müssen erstritten werden.' Aktivist Uwe Heineker über 50 Jahre Krüppelbewegung", so lautet der Titel eines Interviews, das Anne Gersdorff mit Uwe Heineker auf der Plattform Die Neue Norm veröffentlicht hat. "Seit 1971 kämpft Uwe Heineker gegen Ausgrenzung und Paternalismus. Im Interview mit Anne Gersdorff spricht er über das Krüppel-Tribunal 1981, die Zynik der Werkstätten für behinderte Menschen und warum er sich von der jungen Bewegung mehr radikalen zivilen Ungehorsam wünscht", heißt es in der Ankündigung des Interviews.
Link zum Interview von Anne Gersdorff mit Uwe Heineker auf Die Neue Norm
"2031 Deutschland, die Welt blickt auf dich! Anklage-Protokoll des eklatanten Völkerrechtsbruchs", so lautet der Titel eines Buches, das Uwe Heineker vor kurzem veröffentlicht hat. Im Beitrag der Plattform Die Neue Norm heißt es dazu:
"Bereits in den Jahren 2015 und 2023 wurde die Bundesrepublik Deutschland vom UN-Ausschuss in Genf für ihre ausgrenzenden Sonderwelten aufs Schärfste gerügt. Doch die deutsche Politik ignoriert und blockiert diese völkerrechtlichen Vorgaben bis heute. Die Abschaffung von Sonderschulen, Heimen und ausbeuterischen Werkstätten wird verweigert. Dies ist ein eklatanter Bruch der Menschenrechte. Im Schlüsseljahr 2031 läuft nun die ultimative Frist der Vereinten Nationen ab: das Ende aller Ausreden ist da.
Der Aktivist und Diplom-Sozialarbeiter Uwe Heineker liefert mit diesem Werk eine juristische und gesellschaftliche Anklage. Seine Kritik speist sich aus jahrzehntelangem Kampf an der Basis und seiner eigenen, tief bewegenden Biografie: Vom Gesundheitsamt einst als 'bildungsunfähig' abgestempelt, erkämpfte er sich einen prämierten Universitätsabschluss und prägte 1978 mit seiner historischen Kongressrede die autonome Behindertenbewegung.
Der Band ist zweigeteilt: Teil 1 liefert die detaillierte politische Anklage in Fach-Sprache in gut lesbarer Großschrift, während Teil 2 das gesamte Buch vollständig in Leichte Sprache übersetzt."
Link zu weiteren Infos und zur Bestellmöglichkeit für das Buch von Uwe Heineker





Die Behindertenbewegung, oder wie immer man die Blase nennen will, in der wir für völkerrechtlich garantierte Rechte kämpfen, darf sich glücklich schätzen, Menschen wie Uwe Heineker in ihren Reihen zu wissen.
Das Interview mit ihm spricht mir aus der Seele und außerdem für sich. Es greift unter anderem den fehlenden und fairen Diskurs innerhalb der aktuellen Bewegung auf, die droht, sich von Sonntagsreden und Aktionen auch aus den eigenen Reihen einlullen zu lassen und selbst einzulullen.
Sein Buch ist im Übrigen eine hervorragende Argumentationshilfe, die noch einmal eindeutig untermauert: „Das Recht war und ist heute erst recht auf Seite der Bewegung!“
Danke dafür und für 50 und viele weitere Jahre Aktivismus!
Stephan Laux
Die Überschrift dieses Artikels „Rechte werden nicht verliehen, sie müssen erstritten werden“ empfinde ich aus eigener Erfahrung als zu 100 Prozent zutreffend.
Ich selbst bin seit einem Verkehrsunfall im Jahr 1994, damals war ich 20 Jahre alt, beidseits oberschenkelamputiert. In den mehr als 30 Jahren seitdem habe ich leider immer wieder erfahren müssen, dass bestehende Rechte von Menschen mit Behinderungen in der Praxis keineswegs selbstverständlich umgesetzt werden.
Viele Probleme beginnen bereits dort, wo sie eigentlich gelöst werden sollten: in Behörden und Amtsstuben. Gerade in kleineren Landkreisen und Kommunalverwaltungen fehlt nach meiner persönlichen Erfahrung häufig das notwendige Wissen über die Rechte und besonderen gesetzlichen Möglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Die UN-Behindertenrechtskonvention scheint manchem Verwaltungsmitarbeiter eher ein Fremdwort zu sein als eine verbindliche Grundlage für staatliches Handeln.
Auch gesetzlich vorgesehene Erleichterungen, Ausnahmen oder Nachteilsausgleiche für Menschen mit Behinderungen sind mitunter schlicht nicht bekannt. Noch problematischer wird es, wenn entsprechende Hinweise des Betroffenen ignoriert oder zunächst pauschal abgelehnt werden. Dann entsteht eine paradoxe Situation: Man hat zwar ein Recht, kann es aber faktisch erst nutzen, nachdem man es gegenüber der Verwaltung durchgesetzt hat.
Ich habe selbst erlebt, dass dafür mitunter ein langer Weg notwendig ist, mit umfangreichem Schriftverkehr, Widersprüchen und letztlich sogar mit anwaltlicher Unterstützung. Für einen Menschen mit Behinderung bedeutet dies zusätzliche Belastung, Zeit und nicht selten auch erhebliche Kosten, nur um etwas durchzusetzen, das der Gesetzgeber eigentlich bereits vorgesehen hat.
Dabei gibt es nach meiner Wahrnehmung durchaus regionale Unterschiede. In Städten und Regionen, in denen Verwaltungen aufgrund einer größeren Zahl von Menschen mit Behinderungen regelmäßig mit solchen Fragestellungen konfrontiert werden, beispielsweise in Heidelberg, scheint wesentlich mehr Erfahrung vorhanden zu sein. Dort sind bestimmte Anliegen häufig selbstverständlicher Bestandteil des Verwaltungsalltags. In ländlicheren Regionen hingegen hat man manchmal das Gefühl, mit seinem Anliegen der erste Mensch mit Behinderung zu sein, der vor dieser Behörde sitzt.
Genau deshalb halte ich die Aussage von Uwe Heineker für so wichtig. Gesetze, Konventionen und politische Absichtserklärungen allein reichen nicht aus. Ein Recht hat für den Einzelnen nur dann einen tatsächlichen Wert, wenn es auch bekannt ist, respektiert und ohne jahrelangen Kampf angewendet wird.
Nach über 30 Jahren eigener Erfahrung mit einer schweren körperlichen Behinderung kann ich deshalb nur bestätigen: Wir sind gesellschaftlich und rechtlich weit gekommen, aber zwischen einem Recht auf dem Papier und einem Recht im täglichen Leben besteht leider noch immer ein erheblicher Unterschied. Rechte werden nicht verliehen, sie müssen immer wieder erstritten werden.
Eine persönliche Kontaktaufnahme zum Informations- und Erfahrungsaustausch ist ausdrücklich willkommen. Ich freue mich über Gespräche mit Menschen, die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen oder eigene Erfahrungen teilen möchten.
http://leserfoto.de/wilfried.html