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Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird

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Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Franz-Josef Hanke auf seinem Balkon
Foto: privat

Marburg (kobinet)

"Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird." Davon ist der Journalist Franz-Josef Hanke aus Marburg überzeugt. In seinem Beitrag anlässlich der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, bei denen die AfD mit hohen Umfragewerten ins Rennen geht, fragt er sich, was wir tun können, um der vielen behinderten Menschen angstmachenden Entwicklung entgegenzuwirken.

Beitrag von Franz-Josef Hanke

In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern stehen Wahlen vor der Tür und mit ihnen die AfD. Was bedeutet das für Menschen mit Behinderungen? Müssen sie einen möglichen Wahlsieg der AfD fürchten und was müssen sie dann befürchten?

Die AfD bezieht sich positiv auf die menschenverachtende Ideologie des Hitler-Faschismus. Die systematische Ermordung angeblich "lebensunwerten Lebens" im Rahmen der sogenannten "Euthanasie" kehrt als Wiedergängerin in den Aussagen verschiedener AfD-Politiker zurück. Nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern mit Behinderungen bereitet das große Sorgen.

Wir wollen wissen, wie Menschen mit Behinderungen aus ihrer ganz persönlichen Sicht die Wahlen dort kommentieren: Was bewegt Euch, wenn Ihr an die anstehenden Wahlen denkt? Wovor fürchtet Ihr Euch und was wünscht Ihr Euch von Euren Mitmenschen?

Wir wollen aber auch darüber nachdenken, was wir selber tun können für Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Wir Menschen mit Behinderungen als angeblich schwache - doch in Wirklichkeit starke - Bevölkerungsgruppe sollten einmal einen neuen Weg finden, uns Gehör zu verschaffen. Wenn Unternehmerverbände immer warnen und drohen, dann könnten wir doch auch einmal überlegen, wie wir unsere Forderungen kreativ äußern können.

Eine Idee könnte sein, dass Ihr Eure Überlegugen in örtlichen Medien, auf Euren Social Media Kanälen und in Eurem Umfeld verbreitet. Vielleicht geht Ihr damit ja auch im Wahlkampf an die Stände der kandidierenden Parteien? Möglicherweise diskutiert Ihr Eure Gedanken ja auch im Freundes- und Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft?

Selber denke ich darüber nach, dass bei schwierigen Situationen oft Humor - manchmal auch Galgenhumor - helfen kann. Mein Ideengeber ist da die indische "Kakerlakenpartei", die bei Demos der Polizei zuruft: "Bitte, schaltet den Wasserwerfer ein! Es ist so heiß hier."

Hitze könnte ja auch hierzulande ein Thema sein, wenn man die Situattion in Pflegeheimen betrachtet. Aber Klimapolitik ist für Bundeskanzler Friedrich Merz ja keine Chefsache, weil er "am Wetter ohnehin nichts ändern" könne. Am heutigen und morgigen Wetter wohl nicht, aber vielleicht könnte er was für das Wetter im Jahr 2030 tun?

Die Behinderten von morgen werden das Ergebnis seiner Untätigkeit zu spüren bekommen. Und die Behinderten von morgen sind viele der "normalen" Bürgerinnen und Bürger von heute! Letztlich ist oder wird fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens einmal behindert!

Demokratie lebt vom Diskurs vieler Menschen und Meinungen. Diversität ist dabei ganz wichtig, denn sie verhilft allen zu zusätzlichen Einsichten, die sie sonst nie bekämen. "Pluralität statt Populismus" lautet daher die Devise der Demokratinnen und Demokraten. Wir stehen ein für den Respekt gegenüber dem Alter und seinen Lebensleistungen, gegenüber der Jugend und ihreer Wissbegier, gegenüber den "Fremden" und ihrer Weltgewandtheit, gegenüber den Einheimischen und ihrem Engagement für ihre Dörfer und Städte. Wir wünschen und fordern Respekt gegenüber Menschen mit Behinderungen und den sozialen Sicherungssystemen. Solidarität ist die tragende Säule, ohne die Demokratie in sich zusammenbrechen wird.

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