Staufen (kobinet)
Viele Menschen haben Angst vor Künstlicher Intelligenz.
Künstliche Intelligenz bedeutet: Computer denken selbst-ständig.
Abgekürzt schreibt man: KI.
Manche Menschen denken: KI ist sehr gefährlich.
KI könnte außer Kontrolle geraten.
Außer Kontrolle bedeutet: Menschen können KI nicht mehr stoppen.
Der Autor hat früher einen Kommentar geschrieben.
Der Kommentar war vom 1. Juni.
Der Titel war: Papst fordert KI-Entwaffnung.
Entwaffnung bedeutet: Jemandem Waffen wegnehmen.
Der Autor findet: Dieser Kommentar ist heute noch wichtig.
Vielleicht ist es schon zu spät zum Handeln.
Hier könnt ihr mehr lesen:
Top-Nachricht zu Monats-Beginn: Papst fordert KI-Entwaffnung
Papst Leo XIV. kommt aus den USA.
Er hat ein wichtiges Schreiben veröffentlicht.
Dieses Schreiben heißt Enzy-klika.
Eine Enzy-klika ist ein offizieller Brief des Papstes.
Der Papst schreibt darin seine Meinung zu einem Thema.
In diesem Brief schreibt er: KI muss entwaffnet werden.
Dieses Schreiben beachten viele Menschen weltweit.
Der Papst sagt: KI ist eine Waffe gegen die Menschheit.
Diese Waffe kann jederzeit eingesetzt werden.
Deshalb fordert der Papst: KI muss entwaffnet werden.
Päpstliche Panik-Mache?
Der Autor ist kein Katholik.
Ein Katholik glaubt an die Lehren der katholischen Kirche.
Trotzdem findet der Autor: Der Papst hat recht.
Der Papst übertreibt nicht.
Er erklärt eine sehr ernste Gefahr.
Die Gefahr durch KI ist schwer vorstellbar.
Viele Menschen unterschätzen diese Gefahr.
Viele denken: KI-Gefahren sind beherrschbar.
Beherrschbar bedeutet: Man kann KI unter Kontrolle halten.
Sie glauben: KI hat gute und schlechte Seiten.
So war das bei anderen Techno-logien auch.
Techno-logien sind Geräte und Maschinen.
Techno-logien helfen Menschen bei vielen Aufgaben.
Aber vielleicht endet KI anders.
Vielleicht gibt es dann keine Menschen mehr.
Das würde auch behinderte Menschen betreffen.
Eine Behinderung macht manche Sachen schwierig.
Man braucht oft mehr Hilfe als andere Menschen.
Viele behinderte Menschen nutzen KI gerne.
Zum Beispiel die App Be My Eyes.
Eine App ist ein Computer-Programm auf dem Handy.
Be My Eyes hilft blinden und seh-behinderten Menschen.
Die App beschreibt Bilder und die Umgebung.
Auch diese Menschen wären von KI-Gefahren betroffen.
Wird KI unkontrollierbar?
Manche Wissen-schaftler warnen vor KI.
Ein Wissen-schaftler untersucht Dinge sehr genau.
Er sucht nach Antworten auf schwierige Fragen.
Zum Beispiel Thomas Metzinger.
Er ist Neuro-Philosoph.
Ein Neuro-Philosoph erforscht das Gehirn und das Denken.
Thomas Metzinger ist auch Kognitions-Wissen-schaftler.
Ein Kognitions-Wissen-schaftler erforscht das Denken.
Er untersucht, wie Menschen lernen.
Thomas Metzinger ist Mitglied der Leopoldina.
Die Leopoldina ist eine Gruppe von Wissen-schaftlern in Deutschland.
Diese Gruppe berät die Politik in wichtigen Fragen.
Metzinger warnt: KI könnte selbst-ständig werden.
Dann könnte KI Menschen nicht mehr brauchen.
Schöpfer bedeutet hier: Die Menschen, die KI erfunden haben.
Manche Menschen überlassen KI schon jetzt zu viele Entscheidungen.
Diese Menschen denken kaum noch selbst.
Es gibt einen Witz über KI und zwei Nach-richten.
Die schlechte Nach-richt: KI schaltet unser Bewusstsein irgendwann aus.
Bewusstsein bedeutet: Das Denken und Fühlen eines Menschen.
Die gute Nach-richt: Wir merken es dann nicht mehr.
Das wäre anders als bei der Atom-Bombe.
Eine Atom-Bombe ist eine sehr starke Waffe.
Eine Atom-Bombe kann eine ganze Stadt zerstören.
Bei der Atom-Bombe leiden die Menschen sehr.
Der Technik-Philosoph Günther Anders hat nach dem Zweiten Welt-Krieg geschrieben.
Ein Welt-Krieg ist ein großer Krieg.
Viele Länder kämpfen in einem Welt-Krieg mit.
Günther Anders sah den Atom-Bomben-Abwurf auf Hiroshima und Nagasaki.
Er nannte das den Beginn einer End-Zeit.
End-Zeit bedeutet: Eine Zeit, in der die Welt endet.
Er forderte: Wir müssen die End-Zeit so lange wie möglich aufhalten.
Können wir das auch bei KI schaffen?
Der Papst schränkt seine Warnung aber auch ein.
Einschränken bedeutet: Etwas abschwächen oder begrenzen.
Eine Journalistin vom Deutsch-land-Funk erklärt die Papst-Botschaft so:
Der Deutsch-land-Funk ist ein Radio-Sender.
Dort berichten Menschen über Nachrichten und wichtige Themen.
In den falschen Händen ist KI so gefährlich wie eine Atom-Waffe.
Eine Atom-Waffe ist eine sehr gefährliche Waffe.
Eine Atom-Waffe kann sehr viele Menschen töten.
Der Papst warnt vor der Macht großer Technik-Konzerne.
Ein Konzern ist eine sehr große Firma.
Ein Konzern hat oft viele kleinere Firmen unter sich.
Der Papst fordert: KI muss stärker kontrolliert werden.
Große Technik-Konzerne dürfen KI nicht alleine bestimmen.
Die Journalistin sagt: Der Papst streitet gegen eine neue Quasi-Religion.
Quasi-Religion bedeutet: Diese Menschen glauben sehr stark an Technik.
Fast so, wie andere Menschen an Gott glauben.
Gemeint sind Ideen aus dem Silicon Valley.
Silicon Valley ist ein Gebiet in den USA.
Dort haben viele große Computer-Firmen ihren Sitz.
Diese Ideen heißen Trans-Humanismus.
Trans-Humanismus ist eine Denk-Weise.
Menschen wollen mit Technik besser und gesünder werden.
Diese Menschen glauben: Technik kann Krankheit und Alter besiegen.
Erlösung bedeutet hier: Technik macht alles Schlechte weg.
Kein Alter, keine Krankheit, kein Tod.
Der Papst ist dagegen.
Daran gibt es Zweifel.
Reicht mehr Kontrolle wirklich aus?
Manche KI-Milliardäre haben enge Kontakte zum Vatikan.
Ein Milliardär ist ein Mensch mit sehr viel Geld.
Ein Milliardär besitzt mindestens 1.000 Millionen Euro oder Dollar.
Der Vatikan ist ein kleiner Staat in Rom.
Dort wohnt und arbeitet der Papst.
Das ist bedenklich.
Damit verliert die Papst-Botschaft an Glaubwürdigkeit.
Glaubwürdigkeit bedeutet: Man kann jemandem vertrauen.
Das, was jemand sagt, stimmt wirklich.
KI als echte Kriegs-Waffe
KI wird auch als echte Waffe in Kriegen eingesetzt.
Das vergisst man bei der Papst-Debatte leicht.
Eine Debatte ist ein Gespräch über verschiedene Meinungen.
KI-Waffen treffen Ziele sehr genau.
Man sieht das gerade in Kriegen.
Manche Experten loben diese Techno-logie öffentlich.
Ein Experte ist ein Mensch, der viel weiß.
Ein Experte kennt sich gut aus.
Das ist erschreckend und moralisch falsch.
Moralisch falsch bedeutet: Das schadet anderen Menschen.
Es ist nicht richtig.
In dieser Situation spricht der Papst seine Forderung aus.
Auf der einen Seite: KI tötet in Kriegen viele Menschen.
Auf der anderen Seite: KI soll entwaffnet werden.
Das ist sehr verwirrend.
Viele Menschen werden gleichgültig.
Gleichgültig bedeutet: Es ist mir egal.
Eine Person interessiert sich nicht mehr für etwas.
Oder Menschen werden apathisch.
Apathisch bedeutet: Man reagiert auf gar nichts mehr.
Das ist verständlich.
Aber man darf nicht aufgeben.
Was kann man jetzt noch tun?
Der Papst hat heute kaum Möglichkeiten, etwas zu erzwingen.
Frühere Päpste hatten mehr Macht.
Es gibt einen Vorschlag.
Der Papst sollte politische Führer aus der Kirchen-Gemeinschaft ausschließen.
Ausschließen aus der Kirchen-Gemeinschaft heißt: Exkommunizieren.
Exkommunizieren bedeutet: Jemanden aus der Kirche ausschließen.
Das wäre ein echtes Zeichen gegen Krieg und Gewalt.
Erst dann wäre die Papst-Botschaft wirklich glaubwürdig.
Eine Theologin und Philosophin spricht im Deutsch-land-Funk über die Enzy-klika.
Eine Theologin ist eine Frau, die Religions-Wissenschaft studiert hat.
Eine Philosophin denkt über grundlegende Fragen des Lebens nach.
Hört euch dieses Gespräch an.
Es lohnt sich.
Es gibt ein wichtiges Detail dazu.
Als der Papst seine Enzy-klika vorstellt, ist ein KI-Milliardär im Vatikan zu Gast.
Sein Name ist Dario Amodei.
Dario Amodei gründete das KI-Unter-nehmen Anthropic.
Anthropic ist eine Firma für Künstliche Intelligenz.
Anthropic ist ein bekanntes KI-Start-up.
Start-up bedeutet: Ein neu gegründetes Unter-nehmen.
Der Papst schreibt über KI-Gefahren.
Aber er erwähnt behinderte Menschen nicht.
Das ist wichtig zu sagen.
Hier könnt ihr das Gespräch anhören:
deutschlandfunk.de: Was der Papst zu Künstlicher Intelligenz zu sagen hat
Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Der aktuelle Alarmismus bezüglich einer sich der menschlichen Kontrolle entziehenden künstlichen Intelligenz mit maximal desaströsen Folgen befeuert schlimmste Befürchtungen!
Daher hier nochmals mein Kommentar vom 1. Juni unter der Headline "Papst fordert KI-Entwaffung". Nicht mehr und nicht weniger als dieses resolute Ziehen der Notbremse scheint augenblicklich angezeigt, falls es nicht bereits zu spät sein sollte.
Top-Nachricht zu Monatsbeginn: Papst fordert KI-Entwaffnung!
Staufen (kobinet) "Artificial Intelligence needs to be disarmed", so wörtlich der aus den USA stammende Papst Leo XIV aus seiner ersten "Enzyklika" zitierend, dem päpstlichen Lehr- und Sendschreiben. Das über die Katholische Kirche hinaus gerade weltweit ein großes Echo findet. Lautet die Kernaussage doch, die Künstliche Intelligenz und also die weltumspannende Supermacht unserer Tage müsse "entwaffnet" werden. – Entwaffnet? Soll das heißen, wir haben es mit einer bewaffneten KI zu tun? Nicht nur das, im Grunde sagt der Papst, die neue weltbeherrschende Supermacht, die KI selbst, die Künstliche Intelligenz ist eine Waffe. Diese Waffe ist auf die Menschheit gerichtet, sie ist entsichert und kann jederzeit losgehen.
Päpstliche Panikmache?
Selber kein Katholik, neige ich diesmal dazu, dem Papst recht zu geben. Ich erkenne in seiner Entwaffnungsforderung keine Dämonisierung, sondern das Bemühen mittels Sprachbild an etwas heranzureichen, von dessen grundstürzender Realitätsmacht wir uns keine Vorstellung machen. Wir reden uns ein, das Bedrohliche, die Gefahren in der KI-Entwicklung ist beherrschbar. Wiegen uns in der Illusion, wie alle vorherige, so habe auch diese Technologie zwei Gesichter und bedeute für uns Menschen Segen und Fluch zugleich. Ohne zu bedenken, dass in diesem Fall am Ende Segen und Fluch womöglich gar keinen Empfänger oder Adressaten mehr haben. Weil die Waffe KI, einmal abgefeuert, der Menschheit den Garaus macht. Eine Menschheit, wie wir sie bisher kannten, wird es dann nicht mehr geben. Auch uns behinderte Menschen nicht, die wir zur Zeit noch von den Segnungen der KI profitieren und sie nicht missen möchten (wie etwa "Be My Eyes", dieser "tollen" App für Blinde und Sehbehinderte).
Entwickelt sich KI zum terminalen Zauberlehrlings-Besen?
Der im Handumdrehen die Menschheit hinwegfegt. Oder die vormals Fegenden allenfalls noch mitschleift. Warnungen vor der Gefahr einer Verselbständigung künstlicher Intelligenz bis zu dem Punkt, da sie den "Zauberlehrling", ihren menschlichen Schöpfer, abschaltet, hört man auch von Stimmen aus Forschung und Wissenschaft (etwa vom Neurophilosophen und Kognitions-wissenschaftler Thomas Metzinger, Mitglied der "Akademie der Wissenschaften Leopoldina"). Und in der Tat haben ich den Eindruck so wie manche Zeitgenoss*innen sklavisch an ihren digitalen und KI-Gerätschaften kleben, sind sie bereits in einem erschreckenden Umfange "abgeschaltet" (es versteht sich, ich meine nicht diejenigen, die auf überlebensnotwendige digital gesteuerte Rehatechnik angewiesen sind).
Künstliche Intelligenz, so kann man einen gängigen Scherz abwandeln, hat uns betreffend zwei Nachrichten im Gepäck, eine gute und eine schlechte. Zuerst die schlechte Nachricht, die KI dreht uns irgendwann die Glühbirne aus der Bewusstseinslampe. Die gute Nachricht, wenn es soweit ist, spüren und merken wir nichts davon. Dies unterscheidet übrigens die bevorstehende Menschheitsauslöschung durch Künstliche Intelligenz von jener "Apokalypse", die dem Technikphilosophen Günther Anders am Ende des Zweiten Weltkriegs vor Augen stand, als er nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki vom "Anbruch einer Endzeit" sprach. Bei der es darauf ankomme, sie möglichst hinauszuzögern (will sagen, ihren Eintritt, den atomaren Holocaust, möglichst endlos aufzuschieben). Ob uns dies auch bei der Ki gelingen könnte, die uns sozusagen den sanftesten aller Tode in Aussicht stellt?
Aber der Papst wäre nicht der Pontifex, der Brückenbauer, der zu sein er verspricht, schwächte er seine Mahnung nicht zugleich wieder ab, relativierte sie, "in den Händen der Falschen hat KI eine ähnlich zerstörerische Kraft wie eine Atomwaffe", präzisiert Luisa Maier von der Deutschlandfunk-Redaktion aus "Religion und Gesellschaft" die Botschaft des katholischen Oberhirten. "Leo warnt eindringlich vor der Vormachtstellung der großen Tech-Konzerne. Analog zu Atomwaffen müsse man auch die KI entwaffnen. Heißt KI dem Monopol von Tech-Konzernen entziehen und stärker kontrollieren." Mit dieser Message, so die Redakteurin weiter, lege sich Leo an mit "einer neuen Quasi-Religion des 21. Jahrhunderts. Den transhumanistischen Ideologien des Silicon Valley, die menschliche Grenzen erweitern wollen, den technischen Fortschritt als Erlösung im Diesseits promoten und die Krankheit und Alter mithilfe der Technik überwinden wollen."
Bräuchte es also lediglich mehr "Kontrolle" und vor allem, KI den "falschen Händen" zu entwinden? Den Händen der kalifornischen "Endzeitfaschisten", als welche Naomi Klein, die Milliardärsclique der Tech-Bros bezeichnet. Zweifel scheinen mir angebracht und der Glaube an die Möglichkeit einer Umpolung der KI für menschlich gute Zwecke, wie es der Papst vorhat, verlässt mich spätestens dann, erfahre ich von geschäftlichen Beziehungen und intensiven persönlichen Kontakten etlicher KI-Milliardäre zum Vatikan: Ein mit vatikanischem Anstrich versehener Katholizismus a la Peter Thiel, Künstliche Intelligenz und Katechismus auf einen Nenner gebracht.
Der andere tödliche Giftpfeil im KI-Köcher
Dass Künstliche Intelligenz Waffe auch im wortwörtlichen Sinne ist, gerät im päpstlichen Sendschreiben über den sinnbildlichen Wortgebrauch, der uns unversehens mit dem apokalyptischen Abgrund konfrontiert, fast aus dem Blick. Dabei feiert KI gerade als Kriegswaffentechnologie zur Zeit ihre spektakulärsten Auftritte. Die mit ihr auf öffentlichen Bildschirmen vor unser aller Augen simulierte Gewaltpornographie macht schier sprachlos. Obszöner Voyerismus begleitet die atemberaubende Darbietung einer Präzisionswaffentechnologie "vom Feinsten", tausende Zieltreffer innerhalb weniger Stunden, ja Minuten. Die kommentierenden Thinkthank-Experten und Expertinnen kommen nicht heraus aus dem Schwärmen, es herrscht Playstationeuphorie vor den Monitoren. So viel punktgenaues Töten, "Ausschalten" von Mensch und Material war nie!
Und mitten in diese Feierlaune, dieses mediale Spektakel einer moralisch bankrotten Wissenschaft und Politik, platzt Papst Leos Parole von der KI-Entwaffnung. Wie viel Schizophrenie, wie viel ihm von den Regierenden, von den "Masters of War" und vom "Stuhl Petri" unisono zugemutetes "Spaltungs-Irresein" verträgt das gewöhnliche Zuschauerhirn, bevor es ausrastet oder in Apathie versinkt? Oder ehe von der es erlösenden KI abgeschaltet wird. – Was bleibt einem vorerst nicht kapitulieren wollenden Gehirn wie dem meinen in dieser Lage noch übrig? Das sich über der Frage zermartert, wie intelligentes Verhalten angesichts des Phänomens zunehmender Ununterscheidbarkeit zwischen Politik und Verbrechen aussehen könnte. Fürs erste bleibt mir und meinem strapazierten Hirn nur übrig, den Worten des Papstes nicht allzu viel Kredit einzuräumen. Besäße der Papst heute überhaupt noch Sanktionsmöglichkeiten wie seine päpstlichen Vorgänger früherer Zeiten, müsste er dann nicht so ziemlich das komplette politische Personal (Putin und Pistorius, Ping und Pong und wie sie alle heißen) wegen Rückkehr zum Faustrecht, Rückfall in Krieg und Barbarei aus der zivilisierten Menschheitsfamilie "exkommunizieren"? Symbolisch zumindest die Brücken zu den Zivilisationsbrechern abbrechen. Erst damit setzte er ein glaubwürdiges Zeichen, sagen wir im Sinne eines echten "Pax-Christi-Fex", eines christlichen Friedensmachers oder Friedenstifters.
Wer nun an diesem frühsommerlichen Junimorgen, -mittag oder -abend, da die Luft noch rein und klar und frei von etwelcher umherfliegender Sicherheitstechnik von Drohnenkrieger und Drohnenkriegerinnen ist, wer jetzt noch die nötige gedankliche Spannkraft aufbringt, hört sich an, was eine Theologin und Philosophin im Deutschlandfunkgespräch über einzelne Punkte und Theologomena der päpstlichen Enzyklika ausführt. Pikantes Detail: Während der Papst seine Enzyklika der Weltöffentlichkeit vorstellt, ist der Gründer und Ceo des teuersten Ki-Startups aller Zeiten (Chris Olah von Anthropic) als offizieller Gast im Vatikan zugegen – wir Behinderte hingegen kommen nicht einmal auf dem Papier des päpstlichen Sendschreibens vor!
https://www.deutschlandfunk.de/was-der-papst-zu-kuenstlicher-intelligenz-zu-sagen-hat-100.html
Foto: Hubertus Thomasius
Staufen (kobinet)
Der aktuelle Alarmismus bezüglich einer sich der menschlichen Kontrolle entziehenden künstlichen Intelligenz mit maximal desaströsen Folgen befeuert schlimmste Befürchtungen!
Daher hier nochmals mein Kommentar vom 1. Juni unter der Headline "Papst fordert KI-Entwaffung". Nicht mehr und nicht weniger als dieses resolute Ziehen der Notbremse scheint augenblicklich angezeigt, falls es nicht bereits zu spät sein sollte.
Top-Nachricht zu Monatsbeginn: Papst fordert KI-Entwaffnung!
Staufen (kobinet) "Artificial Intelligence needs to be disarmed", so wörtlich der aus den USA stammende Papst Leo XIV aus seiner ersten "Enzyklika" zitierend, dem päpstlichen Lehr- und Sendschreiben. Das über die Katholische Kirche hinaus gerade weltweit ein großes Echo findet. Lautet die Kernaussage doch, die Künstliche Intelligenz und also die weltumspannende Supermacht unserer Tage müsse "entwaffnet" werden. – Entwaffnet? Soll das heißen, wir haben es mit einer bewaffneten KI zu tun? Nicht nur das, im Grunde sagt der Papst, die neue weltbeherrschende Supermacht, die KI selbst, die Künstliche Intelligenz ist eine Waffe. Diese Waffe ist auf die Menschheit gerichtet, sie ist entsichert und kann jederzeit losgehen.
Päpstliche Panikmache?
Selber kein Katholik, neige ich diesmal dazu, dem Papst recht zu geben. Ich erkenne in seiner Entwaffnungsforderung keine Dämonisierung, sondern das Bemühen mittels Sprachbild an etwas heranzureichen, von dessen grundstürzender Realitätsmacht wir uns keine Vorstellung machen. Wir reden uns ein, das Bedrohliche, die Gefahren in der KI-Entwicklung ist beherrschbar. Wiegen uns in der Illusion, wie alle vorherige, so habe auch diese Technologie zwei Gesichter und bedeute für uns Menschen Segen und Fluch zugleich. Ohne zu bedenken, dass in diesem Fall am Ende Segen und Fluch womöglich gar keinen Empfänger oder Adressaten mehr haben. Weil die Waffe KI, einmal abgefeuert, der Menschheit den Garaus macht. Eine Menschheit, wie wir sie bisher kannten, wird es dann nicht mehr geben. Auch uns behinderte Menschen nicht, die wir zur Zeit noch von den Segnungen der KI profitieren und sie nicht missen möchten (wie etwa "Be My Eyes", dieser "tollen" App für Blinde und Sehbehinderte).
Entwickelt sich KI zum terminalen Zauberlehrlings-Besen?
Der im Handumdrehen die Menschheit hinwegfegt. Oder die vormals Fegenden allenfalls noch mitschleift. Warnungen vor der Gefahr einer Verselbständigung künstlicher Intelligenz bis zu dem Punkt, da sie den "Zauberlehrling", ihren menschlichen Schöpfer, abschaltet, hört man auch von Stimmen aus Forschung und Wissenschaft (etwa vom Neurophilosophen und Kognitions-wissenschaftler Thomas Metzinger, Mitglied der "Akademie der Wissenschaften Leopoldina"). Und in der Tat haben ich den Eindruck so wie manche Zeitgenoss*innen sklavisch an ihren digitalen und KI-Gerätschaften kleben, sind sie bereits in einem erschreckenden Umfange "abgeschaltet" (es versteht sich, ich meine nicht diejenigen, die auf überlebensnotwendige digital gesteuerte Rehatechnik angewiesen sind).
Künstliche Intelligenz, so kann man einen gängigen Scherz abwandeln, hat uns betreffend zwei Nachrichten im Gepäck, eine gute und eine schlechte. Zuerst die schlechte Nachricht, die KI dreht uns irgendwann die Glühbirne aus der Bewusstseinslampe. Die gute Nachricht, wenn es soweit ist, spüren und merken wir nichts davon. Dies unterscheidet übrigens die bevorstehende Menschheitsauslöschung durch Künstliche Intelligenz von jener "Apokalypse", die dem Technikphilosophen Günther Anders am Ende des Zweiten Weltkriegs vor Augen stand, als er nach dem Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki vom "Anbruch einer Endzeit" sprach. Bei der es darauf ankomme, sie möglichst hinauszuzögern (will sagen, ihren Eintritt, den atomaren Holocaust, möglichst endlos aufzuschieben). Ob uns dies auch bei der Ki gelingen könnte, die uns sozusagen den sanftesten aller Tode in Aussicht stellt?
Aber der Papst wäre nicht der Pontifex, der Brückenbauer, der zu sein er verspricht, schwächte er seine Mahnung nicht zugleich wieder ab, relativierte sie, "in den Händen der Falschen hat KI eine ähnlich zerstörerische Kraft wie eine Atomwaffe", präzisiert Luisa Maier von der Deutschlandfunk-Redaktion aus "Religion und Gesellschaft" die Botschaft des katholischen Oberhirten. "Leo warnt eindringlich vor der Vormachtstellung der großen Tech-Konzerne. Analog zu Atomwaffen müsse man auch die KI entwaffnen. Heißt KI dem Monopol von Tech-Konzernen entziehen und stärker kontrollieren." Mit dieser Message, so die Redakteurin weiter, lege sich Leo an mit "einer neuen Quasi-Religion des 21. Jahrhunderts. Den transhumanistischen Ideologien des Silicon Valley, die menschliche Grenzen erweitern wollen, den technischen Fortschritt als Erlösung im Diesseits promoten und die Krankheit und Alter mithilfe der Technik überwinden wollen."
Bräuchte es also lediglich mehr "Kontrolle" und vor allem, KI den "falschen Händen" zu entwinden? Den Händen der kalifornischen "Endzeitfaschisten", als welche Naomi Klein, die Milliardärsclique der Tech-Bros bezeichnet. Zweifel scheinen mir angebracht und der Glaube an die Möglichkeit einer Umpolung der KI für menschlich gute Zwecke, wie es der Papst vorhat, verlässt mich spätestens dann, erfahre ich von geschäftlichen Beziehungen und intensiven persönlichen Kontakten etlicher KI-Milliardäre zum Vatikan: Ein mit vatikanischem Anstrich versehener Katholizismus a la Peter Thiel, Künstliche Intelligenz und Katechismus auf einen Nenner gebracht.
Der andere tödliche Giftpfeil im KI-Köcher
Dass Künstliche Intelligenz Waffe auch im wortwörtlichen Sinne ist, gerät im päpstlichen Sendschreiben über den sinnbildlichen Wortgebrauch, der uns unversehens mit dem apokalyptischen Abgrund konfrontiert, fast aus dem Blick. Dabei feiert KI gerade als Kriegswaffentechnologie zur Zeit ihre spektakulärsten Auftritte. Die mit ihr auf öffentlichen Bildschirmen vor unser aller Augen simulierte Gewaltpornographie macht schier sprachlos. Obszöner Voyerismus begleitet die atemberaubende Darbietung einer Präzisionswaffentechnologie "vom Feinsten", tausende Zieltreffer innerhalb weniger Stunden, ja Minuten. Die kommentierenden Thinkthank-Experten und Expertinnen kommen nicht heraus aus dem Schwärmen, es herrscht Playstationeuphorie vor den Monitoren. So viel punktgenaues Töten, "Ausschalten" von Mensch und Material war nie!
Und mitten in diese Feierlaune, dieses mediale Spektakel einer moralisch bankrotten Wissenschaft und Politik, platzt Papst Leos Parole von der KI-Entwaffnung. Wie viel Schizophrenie, wie viel ihm von den Regierenden, von den "Masters of War" und vom "Stuhl Petri" unisono zugemutetes "Spaltungs-Irresein" verträgt das gewöhnliche Zuschauerhirn, bevor es ausrastet oder in Apathie versinkt? Oder ehe von der es erlösenden KI abgeschaltet wird. – Was bleibt einem vorerst nicht kapitulieren wollenden Gehirn wie dem meinen in dieser Lage noch übrig? Das sich über der Frage zermartert, wie intelligentes Verhalten angesichts des Phänomens zunehmender Ununterscheidbarkeit zwischen Politik und Verbrechen aussehen könnte. Fürs erste bleibt mir und meinem strapazierten Hirn nur übrig, den Worten des Papstes nicht allzu viel Kredit einzuräumen. Besäße der Papst heute überhaupt noch Sanktionsmöglichkeiten wie seine päpstlichen Vorgänger früherer Zeiten, müsste er dann nicht so ziemlich das komplette politische Personal (Putin und Pistorius, Ping und Pong und wie sie alle heißen) wegen Rückkehr zum Faustrecht, Rückfall in Krieg und Barbarei aus der zivilisierten Menschheitsfamilie "exkommunizieren"? Symbolisch zumindest die Brücken zu den Zivilisationsbrechern abbrechen. Erst damit setzte er ein glaubwürdiges Zeichen, sagen wir im Sinne eines echten "Pax-Christi-Fex", eines christlichen Friedensmachers oder Friedenstifters.
Wer nun an diesem frühsommerlichen Junimorgen, -mittag oder -abend, da die Luft noch rein und klar und frei von etwelcher umherfliegender Sicherheitstechnik von Drohnenkrieger und Drohnenkriegerinnen ist, wer jetzt noch die nötige gedankliche Spannkraft aufbringt, hört sich an, was eine Theologin und Philosophin im Deutschlandfunkgespräch über einzelne Punkte und Theologomena der päpstlichen Enzyklika ausführt. Pikantes Detail: Während der Papst seine Enzyklika der Weltöffentlichkeit vorstellt, ist der Gründer und Ceo des teuersten Ki-Startups aller Zeiten (Chris Olah von Anthropic) als offizieller Gast im Vatikan zugegen – wir Behinderte hingegen kommen nicht einmal auf dem Papier des päpstlichen Sendschreibens vor!
https://www.deutschlandfunk.de/was-der-papst-zu-kuenstlicher-intelligenz-zu-sagen-hat-100.html





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