Berlin (kobinet)
Es gibt eine wichtige Vortrags-Reihe in Berlin.
Das Thema ist: Inklusion unter Druck.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Die Vortrags-Reihe findet an der Alice Salomon Hoch-schule statt.
Eine Hoch-schule ist eine Schule für Erwachsene.
Dort lernen Menschen für bestimmte Berufe.
Eine Vortrags-Reihe bedeutet: Mehrere Vorträge zu einem Thema.
Bei einem Vortrag erklärt jemand ein Thema.
Viele Menschen hören dabei zu.
Die erste Veranstaltung ist am 28. Oktober 2026.
Eine Veranstaltung ist ein Treffen für viele Menschen.
Alle kommen an einem Ort zusammen.
Warum ist das Thema so wichtig?
In vielen Ländern haben behinderte Menschen weniger Rechte.
Das war früher besser.
Fast 8 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Schwer-Behinderung.
Eine Schwer-Behinderung schränkt Menschen stark im Alltag ein.
Ein Amt prüft das und stellt einen Ausweis aus.
Das sind rund 10 Prozent aller Menschen in Deutschland.
10 Prozent bedeutet: Von 100 Menschen sind es 10 Menschen.
Alle Vorträge werden in Deutsche Gebärden-Sprache übersetzt.
Gebärden-Sprache ist die Sprache von gehörlosen Menschen.
Man spricht Gebärden-Sprache mit den Händen.
Manche Menschen sagen: Hilfen für behinderte Menschen kosten zu viel Geld.
Das stimmt nicht.
Inklusion hilft allen Menschen.
Eine Gesellschaft ist eine Gruppe von Menschen.
Die Menschen leben zusammen in einem Land.
Eine Gesellschaft mit Inklusion ist stärker.
Alle Menschen können besser zusammen-leben.
Willst du mehr wissen?
Foto: Susanne Göbel
Berlin (kobinet)
"Inklusion unter Druck", so lautet der Titel einer Ringvorlesung an der Alice Salomon Hochschule Berlin, die im Wintersemester 2026/2027 am 28. Oktober stattfindet und bei der alle Veranstaltungen in Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht werden. "In vielen Ländern wird gerade die Uhr zurückgedreht, wenn es um die Rechte marginalisierter Menschen geht – darunter auch die von behinderten und chronisch kranken Menschen. Dabei geht es um keine kleine Minderheit: Fast acht Millionen Menschen, und damit rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung, haben eine Schwerbehinderung. Dennoch stellen rechte und konservative Kräfte menschenrechtlich verankerte Teilhabe infrage. Sozialleistungen und das selbstbestimmte Leben behinderter Menschen werden zu einem 'Luxus' erklärt, den 'wir' uns in Zeiten gesellschaftlicher Krisen nicht mehr leisten können. Zugleich wird Inklusion zunehmend umgedeutet zu einem Schlagwort für 'Förderung in Sonderinstitutionen'. Werkstätten und Förderschulen werden weiter ausgebaut. Die transformierende Kraft der Inklusion als Impulsgeber für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität gerät dabei aus dem Blick. Dabei wäre gerade jene Gesellschaft besonders krisenfest und resilient, die sich an Zielen der Inklusion wie Zugänglichkeit, Barrierefreiheit und individueller Unterstützung für alle Mitglieder ausrichtet", heißt es u.a. in der Ankündigung.
Link zu weiteren Infos und zu Hinweisen zu den einzelnen Veranstaltungen
Foto: Susanne Göbel
Berlin (kobinet)
"Inklusion unter Druck", so lautet der Titel einer Ringvorlesung an der Alice Salomon Hochschule Berlin, die im Wintersemester 2026/2027 am 28. Oktober stattfindet und bei der alle Veranstaltungen in Deutsche Gebärdensprache gedolmetscht werden. "In vielen Ländern wird gerade die Uhr zurückgedreht, wenn es um die Rechte marginalisierter Menschen geht – darunter auch die von behinderten und chronisch kranken Menschen. Dabei geht es um keine kleine Minderheit: Fast acht Millionen Menschen, und damit rund zehn Prozent der deutschen Bevölkerung, haben eine Schwerbehinderung. Dennoch stellen rechte und konservative Kräfte menschenrechtlich verankerte Teilhabe infrage. Sozialleistungen und das selbstbestimmte Leben behinderter Menschen werden zu einem 'Luxus' erklärt, den 'wir' uns in Zeiten gesellschaftlicher Krisen nicht mehr leisten können. Zugleich wird Inklusion zunehmend umgedeutet zu einem Schlagwort für 'Förderung in Sonderinstitutionen'. Werkstätten und Förderschulen werden weiter ausgebaut. Die transformierende Kraft der Inklusion als Impulsgeber für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Solidarität gerät dabei aus dem Blick. Dabei wäre gerade jene Gesellschaft besonders krisenfest und resilient, die sich an Zielen der Inklusion wie Zugänglichkeit, Barrierefreiheit und individueller Unterstützung für alle Mitglieder ausrichtet", heißt es u.a. in der Ankündigung.
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Dass die Wissenschaft das Thema Inklusion unter Druck aufgreift, ist überfällig, trifft aber meist noch nicht den eigentlichen Kern. Wenn der Druck auf die Teilhabe wächst, liegt das keineswegs an einem diffusen Wandel des gesellschaftlichen Klimas, sondern am beharrlichen Abwehrkampf der Sonderstrukturen gegen ihre eigene Abschaffung. Besonders das gebetsmühlenartig wiederholte Narrativ vom angeblich nötigen Schutzraum entlarvt sich bei genauerer Betrachtung als die gefährlichste Lebenslüge der Wohlfahrtsindustrie.
Sondereinrichtungen wie die Werkstätten für behinderte Menschen bauen keine Resilienz auf, sondern verhindern sie systematisch. Belastbarkeit, Selbstbewusstsein und echte Krisenfestigkeit entstehen ausschließlich durch die Erfahrung von Selbstwirksamkeit im realen Leben. Sie wachsen an echten Arbeitsverträgen, einklagbaren Rechten, Tariflöhnen und der alltäglichen Notwendigkeit, für die eigenen Interessen einzustehen. Wer Menschen stattdessen in Sonderwelten isoliert, sie paternalistisch bevormundet und mit Alibi-Entgelten von durchschnittlich 220 Euro abspeist, erlernt vor allem eines: erlernte Hilflosigkeit und stumme Anpassung.
Daraus konstruiert das Werkstattsystem seit Jahrzehnten ein perfides Zirkelargument zur Sicherung des eigenen Geschäftsmodells. Die Institution entzieht den Menschen durch ständige Überbehütung und Fremdbestimmung die Voraussetzungen für eine selbstständige Lebensführung. Zeigen Betroffene dann Verunsicherung beim Gedanken an den allgemeinen Arbeitsmarkt, rufen Träger und Verbände sogleich auf, wie unverzichtbar ihr behütender Schutzraum doch sei. Die Institution erzeugt die Unselbstständigkeit erst selbst, um sich anschließend als deren einziger Retter zu inszenieren und Milliarden an Eingliederungshilfe zu binden.
Wer Inklusion ernst nimmt und den Druck von den Betroffenen nehmen will, darf Sondereinrichtungen nach Paragraph 221 SGB IX nicht länger als Schutzräume verklären. Sie schützen niemanden vor den Härten des Lebens, sondern enthalten den Menschen die entscheidenden Werkzeuge zur mündigen Lebensgestaltung gezielt vor. Echte Resilienz wächst nicht in der Anstalt, sondern nur in Freiheit, einklagbaren Bürgerrechten und regulärer Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gemäß Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention. Alles andere bleibt die institutionell finanzierte Verwaltung von Abhängigkeit.