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Kundenzufriedenheit und Barrierefreiheit in der Zukunft der Bahn

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Eisenbahnsignal, das ein rotes Licht zeigt
Auf "Freie Fahrt" warten
Foto: GoranH In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen

BERLIN (kobinet) Die neue Bundesregierung wird immer wieder mit vielen neuen Hoffnungen verbunden. Mit der "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" hat nun Wirtschaftsminister Patrick Schnieder "in einem 360-Grad-Blick" seinen Vorschlag zur Reform der Deutschen Bahn vorgelegt. Nun also endlich Schluss mit den vielen Problemen für alle Bahnreisenden, auch jene mit verminderter Mobilität? Oder zumindest gibt es "Licht am Ende des Tunnels", beziehungsweise ein erkennbares Ende dieser Probleme in der Ferne? Wer sich diese Agenda einmal in Ruhe anschaut, wird von dieser Hoffnung nur schwer zu überzeugen sein.

Kurz gesagt ()

Als jemand, der sich für die Mobilität eines Rollstuhls bedient, bin ich von Wirtschaftsminister Schneiders "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" enttäuscht. Obwohl der Minister einen "fundamentalen Neuanfang" verspricht, wird Barrierefreiheit nur beiläufig unter "Sauberkeit und Sicherheit" erwähnt – nicht als eigenständiges Ziel. Für jemanden, der darauf gehofft hat, dass das Hp-Signal auch für Barrierefreiheit nun bald auf "Grün" gestellt wird, ist diese Agenda eine Enttäuschung.

Im Vorwort legt sich der Minister fest und erklärt: „Erstens: Ich will, dass die Bahn pünktlicher, sauberer und sicherer wird. Dazu bedarf es eines fundamentalen Neuanfangs. Zweitens: Auch der Bund muss seine Hausaufgaben machen. Wir als Eigentümer legen mit dieser Agenda klar fest, was wir von der DB erwarten.“

Nun also – was darf man als „Fahrgast mit Mobilitätseinschränkungen“ erwarten? Nach den Worten des Bundeswirtschaftsministers bestehen die fünf Ziele des Bundes in „Spürbare Zuverlässigkeit“, „Dauerhafte Wirtschaftlichkeit“, „Mehr Gemeinwohl“, „Schnelle Umsetzung“ und „Wirksame Steuerung“. Wer nun unter der Rubrik „Mehr Gemeinwohl“ auch die Barrierefreiheit vermutet, wird enttäuscht. Dort geht es erst einmal um Städteverbindungen und die Anbindung ländlicher Räume, den Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit, den fairen und diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz für alle Eisenbahnunternehmen, die Digitalisierung und den Beitrag zu Klimaschutz und Klimaresilienz. Das Wort „Barrierefreiheit“ steht weiter vorn unter der spürbaren Zuverlässigkeit, allerdings in enger Verbindung zu Sauberkeit und Sicherheit (Zitat: „Personenbahnhöfe sind zentrale Kontaktpunkte im Schienenpersonenverkehr und prägen wesentlich dessen Wahrnehmung. Sie müssen im Sinne der Kunden attraktiver gestaltet werden, um den Start der Nutzung der Schiene so positiv wie möglich zu machen. Das gilt insbesondere für die Aspekte Sauberkeit, Sicherheit und Barrierefreiheit.“).

Nicht ganz einfach zu verstehen, dass Barrierefreiheit nun so eng an Sauberkeit und Sicherheit gebunden sein könnte.

Als jemand, der sich für die Mobilität selbst eines Rollstuhls bedient, wäre ich ehrlich gesagt erstaunt gewesen, wenn Bundeswirtschaftsminister Schneider in seiner Agenda auf die Artikel neun und neunundzwanzig, neunundzwanzig und dreißig Bezug genommen hätte. Dass Minister Schneider auf das 5. Programm zur Barrierefreiheit der Deutschen Bahn verweist und diesem Programm die Unterstützung der Bundesregierung zusagt, damit hatten in dem Zusammenhang mit der Agenda für zufriedene Kunden wohl doch einige gerechnet. Mit diesem Programm und der konkreten Planung von Maßnahmen bis zum Jahr 2030 werden gewiss nicht alle Wünsche erfüllt, aber etwas klarer wäre das Bild des Reisens mit der Bahn gerade für Fahrgäste mit verminderter Mobilität in der Zukunft schon geworden.

Für jemanden, der darauf gehofft hat, dass das Hp-Signal (bahntechnische Bezeichnung für „Hauptsignal“) auch für Barrierefreiheit nun bald auf „Grün“ gestellt wird, ist diese Agenda eine Enttäuschung.

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