BERLIN (kobinet)
Es gibt eine neue Bundes-Regierung.
Viele Menschen haben neue Hoffnungen.
Wirtschafts-Minister Patrick Schneider hat einen Plan gemacht.
Der Plan heißt: Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene.
Agenda bedeutet: Eine Liste mit wichtigen Themen.
Die Themen werden bei Treffen besprochen.
Damit will er die Deutsche Bahn besser machen.
Werden die Probleme für Bahn-Reisende jetzt gelöst?
Auch für Menschen mit Behinderungen?
Gibt es bald weniger Probleme?
Wer sich den Plan genau anschaut wird enttäuscht.
Enttäuschung bedeutet: Man hatte gehofft.
Aber es ist nicht so gekommen.
Man ist traurig darüber.
Der Minister schreibt im Vorwort:
Ich will dass die Bahn pünktlicher wird.
Die Bahn soll auch sauberer werden.
Die Bahn soll auch sicherer werden.
Dafür brauchen wir einen neuen Anfang.
Der Bund muss auch seine Aufgaben machen.
Wir sind die Besitzer der Bahn.
Mit diesem Plan sagen wir:
Das erwarten wir von der DB.
Was können Fahr-Gäste mit Mobilitäts-Einschränkungen erwarten?
Mobilitäts-Einschränkungen bedeutet: Eine Person kann sich nicht gut bewegen.
Zum Beispiel kann sie nicht gut laufen.
Der Minister nennt 5 Ziele.
Die Ziele sind:
Spürbare Zuverlässigkeit.
Dauerhafte Wirtschaftlichkeit.
Wirtschaftlichkeit bedeutet: Mit Geld gut umgehen.
Man gibt nur nötiges Geld aus.
Mehr Gemein-Wohl.
Gemein-Wohl bedeutet: Was für alle Menschen gut ist.
Alle Menschen sollen davon etwas haben.
Schnelle Umsetzung.
Wirksame Steuerung.
Steuerung bedeutet: Etwas lenken und leiten.
Man bestimmt was passieren soll.
Viele Menschen denken:
Bei Mehr Gemein-Wohl steht auch Barriere-Freiheit.
Das ist falsch.
Da geht es um Städte-Verbindungen.
Es geht um ländliche Räume.
Ländliche Räume sind Gebiete auf dem Land.
Dort leben wenige Menschen.
Es gibt viel Natur.
Es geht um Verteidigung.
Es geht um fairen Zugang zum Schienen-Netz.
Ein Schienen-Netz sind alle Gleise in einem Land.
Auf den Gleisen fahren Züge.
Es geht um Computer-Technik.
Es geht um Klima-Schutz.
Das Wort Barriere-Freiheit steht woanders.
Es steht bei spürbare Zuverlässigkeit.
Da steht es mit Sauberkeit und Sicherheit.
Der Text sagt:
Personen-Bahnhöfe sind wichtige Kontakt-Punkte.
Kontakt-Punkte sind Orte zum Fragen stellen.
Dort arbeiten Menschen und helfen dir.
Sie prägen das Bild vom Bahn-Verkehr.
Sie müssen für Kunden schöner werden.
Schön bedeutet hier: Gut aussehen und freundlich sein.
Menschen mögen das gern.
Das gilt für Sauberkeit.
Das gilt für Sicherheit.
Das gilt für Barriere-Freiheit.
Es ist schwer zu verstehen.
Warum steht Barriere-Freiheit bei Sauberkeit und Sicherheit?
Als Roll-Stuhl-Fahrer bin ich erstaunt.
Ich hätte erwartet:
Der Minister bezieht sich auf wichtige Artikel.
Zum Beispiel Artikel 9 und 29 und 30.
Das sind Artikel aus der UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Das ist ein wichtiges Papier der Vereinten Nationen.
Darin stehen die Rechte von Menschen mit Behinderung.
Viele Menschen haben erwartet:
Der Minister spricht über das 5. Programm zur Barriere-Freiheit.
Das ist ein Programm der Deutschen Bahn.
Die Bundes-Regierung sollte das Programm unterstützen.
Mit dem Programm gibt es konkrete Pläne bis 2030.
Nicht alle Wünsche werden erfüllt.
Aber das Reisen mit der Bahn würde klarer werden.
Besonders für Fahr-Gäste mit Behinderungen.
Für Menschen die gehofft haben:
Das Haupt-Signal steht bald auf Grün für Barriere-Freiheit.
Ein Haupt-Signal ist eine Ampel für Züge.
Grün bedeutet: Der Zug darf fahren.
Diese Agenda ist eine Enttäuschung.

Foto: GoranH In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
BERLIN (kobinet) Die neue Bundesregierung wird immer wieder mit vielen neuen Hoffnungen verbunden. Mit der "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" hat nun Wirtschaftsminister Patrick Schnieder "in einem 360-Grad-Blick" seinen Vorschlag zur Reform der Deutschen Bahn vorgelegt. Nun also endlich Schluss mit den vielen Problemen für alle Bahnreisenden, auch jene mit verminderter Mobilität? Oder zumindest gibt es "Licht am Ende des Tunnels", beziehungsweise ein erkennbares Ende dieser Probleme in der Ferne? Wer sich diese Agenda einmal in Ruhe anschaut, wird von dieser Hoffnung nur schwer zu überzeugen sein.
Kurz gesagt ()
Als jemand, der sich für die Mobilität eines Rollstuhls bedient, bin ich von Wirtschaftsminister Schneiders "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" enttäuscht. Obwohl der Minister einen "fundamentalen Neuanfang" verspricht, wird Barrierefreiheit nur beiläufig unter "Sauberkeit und Sicherheit" erwähnt – nicht als eigenständiges Ziel. Für jemanden, der darauf gehofft hat, dass das Hp-Signal auch für Barrierefreiheit nun bald auf "Grün" gestellt wird, ist diese Agenda eine Enttäuschung.
Im Vorwort legt sich der Minister fest und erklärt: „Erstens: Ich will, dass die Bahn pünktlicher, sauberer und sicherer wird. Dazu bedarf es eines fundamentalen Neuanfangs. Zweitens: Auch der Bund muss seine Hausaufgaben machen. Wir als Eigentümer legen mit dieser Agenda klar fest, was wir von der DB erwarten.“
Nun also – was darf man als „Fahrgast mit Mobilitätseinschränkungen“ erwarten? Nach den Worten des Bundeswirtschaftsministers bestehen die fünf Ziele des Bundes in „Spürbare Zuverlässigkeit“, „Dauerhafte Wirtschaftlichkeit“, „Mehr Gemeinwohl“, „Schnelle Umsetzung“ und „Wirksame Steuerung“. Wer nun unter der Rubrik „Mehr Gemeinwohl“ auch die Barrierefreiheit vermutet, wird enttäuscht. Dort geht es erst einmal um Städteverbindungen und die Anbindung ländlicher Räume, den Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit, den fairen und diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz für alle Eisenbahnunternehmen, die Digitalisierung und den Beitrag zu Klimaschutz und Klimaresilienz. Das Wort „Barrierefreiheit“ steht weiter vorn unter der spürbaren Zuverlässigkeit, allerdings in enger Verbindung zu Sauberkeit und Sicherheit (Zitat: „Personenbahnhöfe sind zentrale Kontaktpunkte im Schienenpersonenverkehr und prägen wesentlich dessen Wahrnehmung. Sie müssen im Sinne der Kunden attraktiver gestaltet werden, um den Start der Nutzung der Schiene so positiv wie möglich zu machen. Das gilt insbesondere für die Aspekte Sauberkeit, Sicherheit und Barrierefreiheit.“).
Nicht ganz einfach zu verstehen, dass Barrierefreiheit nun so eng an Sauberkeit und Sicherheit gebunden sein könnte.
Als jemand, der sich für die Mobilität selbst eines Rollstuhls bedient, wäre ich ehrlich gesagt erstaunt gewesen, wenn Bundeswirtschaftsminister Schneider in seiner Agenda auf die Artikel neun und neunundzwanzig, neunundzwanzig und dreißig Bezug genommen hätte. Dass Minister Schneider auf das 5. Programm zur Barrierefreiheit der Deutschen Bahn verweist und diesem Programm die Unterstützung der Bundesregierung zusagt, damit hatten in dem Zusammenhang mit der Agenda für zufriedene Kunden wohl doch einige gerechnet. Mit diesem Programm und der konkreten Planung von Maßnahmen bis zum Jahr 2030 werden gewiss nicht alle Wünsche erfüllt, aber etwas klarer wäre das Bild des Reisens mit der Bahn gerade für Fahrgäste mit verminderter Mobilität in der Zukunft schon geworden.
Für jemanden, der darauf gehofft hat, dass das Hp-Signal (bahntechnische Bezeichnung für „Hauptsignal“) auch für Barrierefreiheit nun bald auf „Grün“ gestellt wird, ist diese Agenda eine Enttäuschung.
Hier Tipps zum Selbst-Weiterlesen:

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BERLIN (kobinet) Die neue Bundesregierung wird immer wieder mit vielen neuen Hoffnungen verbunden. Mit der "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" hat nun Wirtschaftsminister Patrick Schnieder "in einem 360-Grad-Blick" seinen Vorschlag zur Reform der Deutschen Bahn vorgelegt. Nun also endlich Schluss mit den vielen Problemen für alle Bahnreisenden, auch jene mit verminderter Mobilität? Oder zumindest gibt es "Licht am Ende des Tunnels", beziehungsweise ein erkennbares Ende dieser Probleme in der Ferne? Wer sich diese Agenda einmal in Ruhe anschaut, wird von dieser Hoffnung nur schwer zu überzeugen sein.
Kurz gesagt ()
Als jemand, der sich für die Mobilität eines Rollstuhls bedient, bin ich von Wirtschaftsminister Schneiders "Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene" enttäuscht. Obwohl der Minister einen "fundamentalen Neuanfang" verspricht, wird Barrierefreiheit nur beiläufig unter "Sauberkeit und Sicherheit" erwähnt – nicht als eigenständiges Ziel. Für jemanden, der darauf gehofft hat, dass das Hp-Signal auch für Barrierefreiheit nun bald auf "Grün" gestellt wird, ist diese Agenda eine Enttäuschung.
Im Vorwort legt sich der Minister fest und erklärt: „Erstens: Ich will, dass die Bahn pünktlicher, sauberer und sicherer wird. Dazu bedarf es eines fundamentalen Neuanfangs. Zweitens: Auch der Bund muss seine Hausaufgaben machen. Wir als Eigentümer legen mit dieser Agenda klar fest, was wir von der DB erwarten.“
Nun also – was darf man als „Fahrgast mit Mobilitätseinschränkungen“ erwarten? Nach den Worten des Bundeswirtschaftsministers bestehen die fünf Ziele des Bundes in „Spürbare Zuverlässigkeit“, „Dauerhafte Wirtschaftlichkeit“, „Mehr Gemeinwohl“, „Schnelle Umsetzung“ und „Wirksame Steuerung“. Wer nun unter der Rubrik „Mehr Gemeinwohl“ auch die Barrierefreiheit vermutet, wird enttäuscht. Dort geht es erst einmal um Städteverbindungen und die Anbindung ländlicher Räume, den Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit, den fairen und diskriminierungsfreien Zugang zum Schienennetz für alle Eisenbahnunternehmen, die Digitalisierung und den Beitrag zu Klimaschutz und Klimaresilienz. Das Wort „Barrierefreiheit“ steht weiter vorn unter der spürbaren Zuverlässigkeit, allerdings in enger Verbindung zu Sauberkeit und Sicherheit (Zitat: „Personenbahnhöfe sind zentrale Kontaktpunkte im Schienenpersonenverkehr und prägen wesentlich dessen Wahrnehmung. Sie müssen im Sinne der Kunden attraktiver gestaltet werden, um den Start der Nutzung der Schiene so positiv wie möglich zu machen. Das gilt insbesondere für die Aspekte Sauberkeit, Sicherheit und Barrierefreiheit.“).
Nicht ganz einfach zu verstehen, dass Barrierefreiheit nun so eng an Sauberkeit und Sicherheit gebunden sein könnte.
Als jemand, der sich für die Mobilität selbst eines Rollstuhls bedient, wäre ich ehrlich gesagt erstaunt gewesen, wenn Bundeswirtschaftsminister Schneider in seiner Agenda auf die Artikel neun und neunundzwanzig, neunundzwanzig und dreißig Bezug genommen hätte. Dass Minister Schneider auf das 5. Programm zur Barrierefreiheit der Deutschen Bahn verweist und diesem Programm die Unterstützung der Bundesregierung zusagt, damit hatten in dem Zusammenhang mit der Agenda für zufriedene Kunden wohl doch einige gerechnet. Mit diesem Programm und der konkreten Planung von Maßnahmen bis zum Jahr 2030 werden gewiss nicht alle Wünsche erfüllt, aber etwas klarer wäre das Bild des Reisens mit der Bahn gerade für Fahrgäste mit verminderter Mobilität in der Zukunft schon geworden.
Für jemanden, der darauf gehofft hat, dass das Hp-Signal (bahntechnische Bezeichnung für „Hauptsignal“) auch für Barrierefreiheit nun bald auf „Grün“ gestellt wird, ist diese Agenda eine Enttäuschung.
Hier Tipps zum Selbst-Weiterlesen:




