Kassel (kobinet)
Die AfD bekommt bei Wahlen mehr Stimmen.
Das war bei der Bundes-Tags-Wahl so.
Das war auch bei den Stadt-Wahlen in Nord-Rhein-West-Falen so.
Stadt-Wahlen bedeutet: Menschen wählen in ihrer Stadt.
Sie wählen den Bürger-Meister.
Sie wählen auch den Stadt-Rat.
Das passiert alle 5 Jahre.
Man sollte denken: Die anderen Parteien denken nach.
Sie wollen verstehen: Warum wählen Menschen die AfD?
Aber das passiert nicht.
Statt-dessen reden Politiker über Geld-Kürzungen.
Sie wollen weniger Geld für soziale Hilfen geben.
Soziale Hilfen bedeutet: Der Staat hilft Menschen mit Geld.
Menschen bekommen Arbeits-losen-Geld.
Sie bekommen Wohn-Geld.
Das hilft beim Leben.
Das machen Politiker von CDU und CSU.
Diese Politiker reden über weniger Bürger-Geld.
Bürger-Geld bedeutet: Geld vom Staat für Menschen ohne Arbeit.
Man bekommt es jeden Monat.
Sie wollen die Pflege-Stufe 1 weg-nehmen.
Pflege-Stufe bedeutet: Ein Mensch braucht Hilfe im Alltag.
Es gibt 5 Stufen.
Je höher die Stufe ist, desto mehr Hilfe braucht der Mensch.
Die Kranken-Kasse zahlt dann mehr Geld.
Sie wollen Geld für Arzt-Besuche.
Das macht Menschen unsicher.
Das ärgert viele Wähler.
Diese Wähler gehen dann zur AfD.
Die AfD gibt einfache Antworten.
Die AfD stellt Demokratie in Frage.
Demokratie bedeutet: Alle Menschen dürfen mit-bestimmen.
Alle Menschen haben gleiche Rechte.
Die Menschen wählen ihre Politiker.
Die Politiker müssen auf die Menschen hören.
Ottmar Miles-Paul von kobinet fragt sich: Welche schlechte Idee kommt als nächstes?
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Früher hatten soziale Verbände Hoffnung.
Behinderten-Verbände konnten etwas erreichen.
Sie konnten die Teil-Habe verbessern.
Teil-Habe bedeutet: Menschen können überall mitmachen.
Menschen mit Behinderung können auch dabei sein.
Sie werden nicht ausgeschlossen.
Diese Zeit ist vorbei.
Das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz soll geändert werden.
Das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz hilft Menschen mit Behinderung.
Es macht Regeln für gleiche Rechte.
Aber der Plan liegt in den Schubladen.
Das Wirtschafts-Ministerium macht nichts.
Das Innen-Ministerium macht auch nichts.
Fast jeden Tag gibt es schlechte Vorschläge.
Diese Vorschläge kommen von CDU und CSU.
Die Verbände müssen immer reagieren.
Sie müssen soziale Fortschritte verteidigen.
Soziale Fortschritte bedeutet: Gute Sachen für alle Menschen.
Zum Beispiel: Kranken-Versicherung oder Rente.
Die Menschen haben dafür lange gekämpft.
Die Rente soll unsicherer werden.
Norbert Blüm hatte mal gesagt: Die Rente ist sicher.
Das stimmt nicht mehr.
Die Pflege-Versicherung soll schlechter werden.
Die Pflege-Versicherung ist eine Versicherung in Deutschland.
Alle Menschen zahlen jeden Monat dafür.
Wenn jemand alt wird und Hilfe braucht, zahlt die Versicherung.
Sie zahlt für Hilfe beim Waschen.
Die Pflege-Stufe 1 soll weg fallen.
Diese Pflege-Stufe 1 gibt es seit 1. Januar 2017.
Damals war Angela Merkel Kanzlerin.
Fach-Arzt-Besuche sollen Geld kosten.
Reiche Menschen können das bezahlen.
Ärmere Menschen haben dann Nachteile.
Sie müssen zu Haus-Ärzten gehen.
Heil-Mittel sollen anders bezahlt werden.
Hilfs-Mittel sollen anders bezahlt werden.
Das ist meist schlechter für betroffene Menschen.
Manche Politiker reden über ältere Menschen.
Menschen über 80 Jahre sollen keine neue Hüfte bekommen.
Die Liste der schlechten Vorschläge ist lang.
Man kann gespannt sein: Welcher schlechte Vorschlag kommt als nächstes?
Diese Vorschläge machen Menschen Angst.
Die Menschen denken: Die Politiker wollen uns schaden.
Wir können diese Politiker nicht wählen.
Dann wählen die Menschen andere Parteien.
Das zeigen die letzten Wahlen.
Das zeigen auch Umfragen für Land-Tags-Wahlen.
Ist das Dummheit oder Plan?
Plan bedeutet: Die Politiker machen das mit Absicht.
Sie haben sich das vorher überlegt.
Das darf man fragen.
Donald Trump macht das in den USA auch.
Trump stößt alle Menschen vor den Kopf.
Trump greift viele Fortschritte an.
Am Ende kennt sich niemand aus.
Die Menschen sind verwirrt.
Die Menschen fühlen sich ohnmächtig.
Für viele Menschen ist das ein Beweis: Demokratie funktioniert nicht.
Wollen wir das in Deutschland auch?
Wenn nicht: Dann müssen sich Politiker zusammen-reißen.
Politiker sollen gut überlegen: Was sagen sie öffentlich?
Sie sollen sich auf Reformen einigen.
Diese Reformen dürfen nicht arme Menschen belasten.
Es gibt viele arme Menschen.
Diese Menschen sind auch Wähler.
Politiker sollen überlegen: Was kann man gegen Steuer-Betrug tun?
Steuer-Betrug bedeutet: Menschen zahlen keine Steuern.
Aber sie müssten Steuern zahlen.
Das ist nicht erlaubt.
Welche Steuern kann man für reiche Menschen erhöhen?
Wo kann man Amt-Wege kürzer machen?
Amt-Wege bedeutet: Menschen müssen zu Ämtern gehen.
Sie müssen Formulare ausfüllen.
Das dauert oft lange.
Das ist kompliziert.
Über diese Dinge wird nicht geredet.
Die Politiker sagen nur, was die Wirtschaft will.
Aber die Wirtschaft ist nur ein Teil.
Es gibt auch Menschen, die Produkte kaufen.
Es gibt Arbeit-Nehmer.
Mehr Barriere-Freiheit würde die Teil-Habe verbessern.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Mehr Menschen könnten dann Produkte kaufen.

Foto: Irina Tischer
Kassel (kobinet) Man dürfte meinen, dass die Zuwächse der AfD bei der Bundestagswahl und zuletzt bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen bei den demokratischen Parteien einen ernsthaften Prozess des Nachdenkens eingeleitet hätten. Wenn man sich jedoch die Debatten der letzten Wochen über alle möglichen Vorschläge für Kürzungen im sozialen Bereich anschaut, scheint der gesunde demokratische Menschenverstand derzeit vor allem auf Seiten der CDU und CSU nicht weit her zu sein. Die unsäglichen Diskussionen beispielsweise über Kürzungen beim Bürgergeld, der Vorschlag für die Abschaffung der Pflegestufe 1 oder die Debatte um Arztgebühren verunsichern nicht nur. Sie verärgern derzeit viele Wählerinnen und Wähler beziehungsweise treiben sie in die Fänge derjenigen, die mit einfachen Antworten aufwarten und bisherige demokratische Regeln infrage stellen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul fragt sich deshalb, welche Sau als nächstes, vor allem von den Vertreterinnen und Vertretern der CDU und CSU, durchs Dorf getrieben wird, um Menschen noch mehr zu verunsichern.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Die Zeit scheint vorbei zu sein, in der soziale Organisationen wie Behindertenverbände, die für Verbesserungen eintreten, Hoffnung haben, tatsächlich etwas im Sinne einer verbesserten Teilhabe zu erreichen. Nicht nur, dass der Entwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes in den Schubladen des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums und des CSU-geführten Innenministeriums zu verstauben droht. Fast täglich wird mit einem neuen Vorschlag, vor allem aus den Reihen der CDU und CSU, eine neue Sau durchs Dorf getrieben, auf die die Verbände reagieren oder reagieren müssten, um soziale Errungenschaften zu verteidigen.
Sei es die Rente, von der Norbert Blüm einst versprach, dass diese sicher sei. Sei es die Pflegeversicherung, bei der nun die Abschaffung der Pflegestufe 1 ins Gespräch gebracht wird – dieser Pflegestufe 1, die am 1. Januar 2017 von der damaligen Großen Koalition unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel eingeführt wurde. Sei es eine Gebühr für den Besuch von Fachärzten, die sich Reichere eher leisten können als diejenigen, die weniger Geld haben und auf die Vermittlung durch Hausärzte angewiesen sind. Oder seien es Vorschläge über die Veränderung der Finanzierung von Heil- und Hilfsmitteln – meist zum Negativen für die Betroffenen hin. Gar nicht zu sprechen davon, dass mittlerweile offen diskutiert werden kann, ob ältere Menschen über 80 Jahre bestimmte medizinische Leistungen, wie eine neue Hüfte, noch bekommen sollen.
Die Liste der Vorschläge von Engagement vortäuschenden Politikern und Akteuren im Gesundheits- und Sozialwesen scheint unendlich zu sein. Daher darf man gespannt sein, welche Sau demnächst durchs Dorf getrieben wird, um bei denjenigen, die auf diese Leistungen angewiesen sind, Angst und Schrecken zu verbreiten. Hängen bleibt davon – unabhängig davon, was am Ende tatsächlich getan wird –, dass die da oben uns ans Fell wollen und dass man die nicht mehr wählen kann. Wer dann gewählt wird, das haben nicht nur die letzten Wahlen gezeigt, sondern kann man auch bei so manchen Meinungsumfragen für demnächst anstehende Landtagswahlen ablesen. Ist dieses gegenwärtige Vorgehen nur Dummheit oder Strategie? Das darf durchaus gefragt werden.
Wer sich mit dem Vorgehen von Donald Trump und seiner Republikanischen Partei in den USA näher befasst, erkennt leicht, dass ein Teil seiner Strategie darin besteht, jeden vor den Kopf zu stoßen und viele Errungenschaften nicht nur infrage zu stellen, sondern massiv anzugreifen. Und zwar so, dass sich niemand mehr auskennt, was jetzt wirklich Sache ist, was nach Anfechtungen vor Gericht übrig bleibt. Am Ende bleiben Ohnmacht und Verwirrung und für die Betroffenen enorme Verschlechterungen. Für viele ist dies dann ein Beweis dafür, dass Demokratie nicht funktioniert.
Wollen wir das in Deutschland auch? Wenn nicht, dann reißt euch am Riemen, ihr, die Verantwortung tragt oder tragen solltet. Überlegt euch gut, was in die Öffentlichkeit soll und muss, und vor allem einigt euch auf Reformen, die nicht auf den Schultern benachteiligter und ärmerer Menschen ausgetragen werden. Denn davon gibt es viele Wähler.
Macht euch vor allem auch Gedanken, was gegen Steuerhinterziehung getan werden kann, welche Steuern im Sinne einer solidarischen Gesellschaft erhöht werden können und wo Bürokratie so abgebaut werden kann, dass es besser und nicht schlechter für die Menschen wird, die davon abhängig sind. Vieles wird hier nicht diskutiert. Und redet der Wirtschaft nicht dauernd nach dem Mund. Die Akteure aus der Wirtschaft sind nur ein Teil der Gesellschaft. Es geht auch um diejenigen, die Konsumenten sind, die wirtschaftliches Gelingen durch den Kauf von Produkten möglich machen und die die Jobs bei Unternehmen ausüben – die Arbeitnehmer. Mehr Barrierefreiheit könnte hier beispielsweise die Teilhabe und das Konsumieren verbessern.

Foto: Irina Tischer
Kassel (kobinet) Man dürfte meinen, dass die Zuwächse der AfD bei der Bundestagswahl und zuletzt bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen bei den demokratischen Parteien einen ernsthaften Prozess des Nachdenkens eingeleitet hätten. Wenn man sich jedoch die Debatten der letzten Wochen über alle möglichen Vorschläge für Kürzungen im sozialen Bereich anschaut, scheint der gesunde demokratische Menschenverstand derzeit vor allem auf Seiten der CDU und CSU nicht weit her zu sein. Die unsäglichen Diskussionen beispielsweise über Kürzungen beim Bürgergeld, der Vorschlag für die Abschaffung der Pflegestufe 1 oder die Debatte um Arztgebühren verunsichern nicht nur. Sie verärgern derzeit viele Wählerinnen und Wähler beziehungsweise treiben sie in die Fänge derjenigen, die mit einfachen Antworten aufwarten und bisherige demokratische Regeln infrage stellen. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul fragt sich deshalb, welche Sau als nächstes, vor allem von den Vertreterinnen und Vertretern der CDU und CSU, durchs Dorf getrieben wird, um Menschen noch mehr zu verunsichern.
Kommentar von kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul
Die Zeit scheint vorbei zu sein, in der soziale Organisationen wie Behindertenverbände, die für Verbesserungen eintreten, Hoffnung haben, tatsächlich etwas im Sinne einer verbesserten Teilhabe zu erreichen. Nicht nur, dass der Entwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes in den Schubladen des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums und des CSU-geführten Innenministeriums zu verstauben droht. Fast täglich wird mit einem neuen Vorschlag, vor allem aus den Reihen der CDU und CSU, eine neue Sau durchs Dorf getrieben, auf die die Verbände reagieren oder reagieren müssten, um soziale Errungenschaften zu verteidigen.
Sei es die Rente, von der Norbert Blüm einst versprach, dass diese sicher sei. Sei es die Pflegeversicherung, bei der nun die Abschaffung der Pflegestufe 1 ins Gespräch gebracht wird – dieser Pflegestufe 1, die am 1. Januar 2017 von der damaligen Großen Koalition unter der Kanzlerschaft von Angela Merkel eingeführt wurde. Sei es eine Gebühr für den Besuch von Fachärzten, die sich Reichere eher leisten können als diejenigen, die weniger Geld haben und auf die Vermittlung durch Hausärzte angewiesen sind. Oder seien es Vorschläge über die Veränderung der Finanzierung von Heil- und Hilfsmitteln – meist zum Negativen für die Betroffenen hin. Gar nicht zu sprechen davon, dass mittlerweile offen diskutiert werden kann, ob ältere Menschen über 80 Jahre bestimmte medizinische Leistungen, wie eine neue Hüfte, noch bekommen sollen.
Die Liste der Vorschläge von Engagement vortäuschenden Politikern und Akteuren im Gesundheits- und Sozialwesen scheint unendlich zu sein. Daher darf man gespannt sein, welche Sau demnächst durchs Dorf getrieben wird, um bei denjenigen, die auf diese Leistungen angewiesen sind, Angst und Schrecken zu verbreiten. Hängen bleibt davon – unabhängig davon, was am Ende tatsächlich getan wird –, dass die da oben uns ans Fell wollen und dass man die nicht mehr wählen kann. Wer dann gewählt wird, das haben nicht nur die letzten Wahlen gezeigt, sondern kann man auch bei so manchen Meinungsumfragen für demnächst anstehende Landtagswahlen ablesen. Ist dieses gegenwärtige Vorgehen nur Dummheit oder Strategie? Das darf durchaus gefragt werden.
Wer sich mit dem Vorgehen von Donald Trump und seiner Republikanischen Partei in den USA näher befasst, erkennt leicht, dass ein Teil seiner Strategie darin besteht, jeden vor den Kopf zu stoßen und viele Errungenschaften nicht nur infrage zu stellen, sondern massiv anzugreifen. Und zwar so, dass sich niemand mehr auskennt, was jetzt wirklich Sache ist, was nach Anfechtungen vor Gericht übrig bleibt. Am Ende bleiben Ohnmacht und Verwirrung und für die Betroffenen enorme Verschlechterungen. Für viele ist dies dann ein Beweis dafür, dass Demokratie nicht funktioniert.
Wollen wir das in Deutschland auch? Wenn nicht, dann reißt euch am Riemen, ihr, die Verantwortung tragt oder tragen solltet. Überlegt euch gut, was in die Öffentlichkeit soll und muss, und vor allem einigt euch auf Reformen, die nicht auf den Schultern benachteiligter und ärmerer Menschen ausgetragen werden. Denn davon gibt es viele Wähler.
Macht euch vor allem auch Gedanken, was gegen Steuerhinterziehung getan werden kann, welche Steuern im Sinne einer solidarischen Gesellschaft erhöht werden können und wo Bürokratie so abgebaut werden kann, dass es besser und nicht schlechter für die Menschen wird, die davon abhängig sind. Vieles wird hier nicht diskutiert. Und redet der Wirtschaft nicht dauernd nach dem Mund. Die Akteure aus der Wirtschaft sind nur ein Teil der Gesellschaft. Es geht auch um diejenigen, die Konsumenten sind, die wirtschaftliches Gelingen durch den Kauf von Produkten möglich machen und die die Jobs bei Unternehmen ausüben – die Arbeitnehmer. Mehr Barrierefreiheit könnte hier beispielsweise die Teilhabe und das Konsumieren verbessern.




