Berlin
Heike Heubach ist die neue Beauftragte für Menschen mit Behinderung.
Sie arbeitet für die SPD.
Eine beauftragte Person hat eine besondere Aufgabe.
Jemand hat ihr diese Aufgabe gegeben.
Die Person kümmert sich um bestimmte Dinge.
Sie vertritt andere Menschen oder Gruppen.
Sie ist selbst gehörlos.
Heike Heubach sagt: Es muss eine Anhörung geben.
Eine Anhörung ist ein Gespräch mit vielen Menschen.
Politiker hören sich Meinungen an.
Menschen können ihre Gedanken sagen.
Das passiert vor wichtigen Entscheidungen.
Bei der Anhörung sollen Verbände sprechen.
Es geht um die Reform vom Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Eine Reform bedeutet: Etwas wird verändert.
Alte Regeln werden neu gemacht.
Das Ziel ist: Die Sache soll besser werden.
Das Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz hilft Menschen mit Behinderung.
Es macht Regeln für gleiche Rechte.
Man sagt auch kurz: BGG.
Die Anhörung ist sehr wichtig.
Menschen mit Behinderung sind Experten.
Sie kennen sich am besten aus.
Nur mit ihrer Hilfe wird das Gesetz gut.
Das Gesetz soll für die Zukunft taugen.
Heike Heubach sagt auch:
Die Regierungs-Parteien haben einen Koalitions-Vertrag gemacht.
Parteien schreiben ihre Pläne auf.
Das ist ein Vertrag.
Regierungs-Parteien sind politische Gruppen.
Diese Parteien haben die Wahl gewonnen.
Sie bestimmen jetzt die Politik im Land.
Sie arbeiten zusammen in der Regierung.
In dem Vertrag steht: Wir machen das BGG besser.
Alle Parteien müssen sich daran halten.
Die SPD ist bereit.
CDU und CSU sollen auch endlich handeln.
Sie sollen zeigen: Inklusion ist uns wichtig.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Am 25. Juni 2025 haben Sie gesagt: Sie sind die neue Beauftragte.
Wie waren die ersten 3 Monate für Sie?
Ich freue mich sehr über diese Aufgabe.
Die ersten Monate waren anstrengend.
Ich habe viel gelernt.
Mir ist wichtig: Ich rede mit den Verbänden.
Ich rede auch mit betroffenen Menschen.
Viele Gespräche kommen noch.
Diese Gespräche sind das Wichtigste bei meiner Arbeit.
Menschen mit Behinderung wissen am besten Bescheid.
Sie sind die wahren Experten.
Ihre Erfahrungen sind wichtig.
Ihre Forderungen müssen der Maß-Stab sein.
Danach muss sich die Politik richten.
Ich trage die Stimmen in die Politik.
Ich sage der Regierung die Meinung.
Ich baue Brücken zwischen den betroffenen Menschen.
Ich baue Brücken zwischen der Politik.
Ich baue Brücken zwischen der Verwaltung.
Das ist eine große Verantwortung.
Viele Menschen warten schon lange.
Sie warten auf echte Fortschritte.
Sie sind ungeduldig.
Diese Ungeduld verstehe ich.
Sie treibt mich an.
Ich will viel erreichen.
Mein Ziel ist klar:
Wir müssen Barrieren weg-machen.
Wir müssen Teil-Habe sichern.
Teil-Habe bedeutet: Mit-machen können.
Dabei sein können.
Nicht ausgeschlossen werden.
Inklusion muss überall Wirklichkeit werden.
Sie wollen das BGG verbessern.
Das Gesetz hängt seit Juli fest.
Es gibt keine Anhörung der Verbände.
Die Regierung hat es noch nicht beschlossen.
Was denken Sie darüber?
Was können Sie tun?
Es ist sehr ärgerlich.
Seit Juli ist nichts passiert.
Das ist ein Armuts-Zeugnis für die ganze Regierung.
Fortschritte sind überfällig.
Barriere-Freiheit ist kein nettes Extra.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Barriere-Freiheit ist ein Grund-Recht.
Ohne Barriere-Freiheit gibt es keine Teil-Habe.
Menschen mit Behinderung haben das Recht auf Teil-Habe.
Die SPD unterstützt mich.
Wir wollen das Gesetz voranbringen.
Es darf nicht an zögernden Ministerien scheitern.
Die SPD sagt klar: Barriere-Freiheit muss einklagbar werden.
Einklagbar bedeutet: Man kann vor Gericht gehen.
Man kann sich dort Hilfe holen.
Das Gericht prüft dann den Fall.
Menschen haben ein Recht darauf.
Auch private Anbieter müssen sich daran halten.
Wer Menschen mit Behinderung den Zugang verwehrt ist unfair.
Er verweigert ihnen die Teil-Habe.
Das können wir nicht hinnehmen.
Die Verbände-Anhörung muss sofort stattfinden.
Nur die betroffenen Menschen kennen sich aus.
Mit ihrer Hilfe wird das Gesetz gut.
Das steht im Koalitions-Vertrag.
Alle Parteien müssen sich daran halten.
Die SPD ist bereit.
CDU und CSU müssen jetzt handeln.
Sie müssen zeigen: Inklusion und Teil-Habe sind uns wichtig.
Im Koalitions-Vertrag steht das Wort Partizipation nicht.
Bei etwas mit-machen.
Das nennt man Partizipation.
Partizipation bedeutet: Mit-Bestimmung.
Was werden Sie dafür tun?
Menschen mit Behinderung sollen mit-bestimmen können.
Es ist schlecht.
Das Wort Partizipation fehlt im Vertrag.
Aber wichtiger ist: Wir müssen echte Beteiligung umsetzen.
Partizipation heißt nicht nur: Höflich zuhören.
Partizipation heißt: Menschen mit Behinderung bestimmen mit.
Bei allen Sachen die sie betreffen.
Das bedeutet: Betroffene müssen früh dabei sein.
In Kommissionen.
Kommissionen sind Arbeits-Gruppen.
Menschen treffen sich dort.
Sie beraten über wichtige Themen.
In Gremien.
Gremien sind Gruppen von Menschen.
Sie entscheiden zusammen über wichtige Dinge.
Bei Gesetzen.
Sie müssen mit am Tisch sitzen.
Ihre Selbst-Vertretungs-Organisationen brauchen Geld.
Ohne Geld können sie nicht arbeiten.
Ohne starke Strukturen bleibt Beteiligung nur ein Versprechen.
Strukturen bedeutet: Wie etwas aufgebaut ist.
Wie etwas organisiert ist.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist eindeutig.
Das ist ein wichtiger Vertrag.
Viele Länder haben den Vertrag unterschrieben.
Der Vertrag sagt: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte.
Sie sollen überall mit-machen können.
Sie sagt: Nichts über Menschen mit Behinderung entscheiden.
Ohne dass sie dabei sind.
Daran halte ich mich.
Das erwarte ich auch von meinen Koalitions-Partnern.
Vielen Dank für das Interview.

Foto: Deutscher Bundestag
Berlin (kobinet) Im Interview mit den kobinet-nachrichten betont die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Heubach, dass die Verbändeanhörung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) umgehend stattfinden muss, denn nur mit der Expertise der Betroffenen entstehe ein wirksames und zukunftsfähiges Gesetz. "Dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag – und alle Koalitionspartner stehen in der Pflicht, das auch einzuhalten. Die SPD ist bereit zu liefern. Jetzt müssen CDU und CSU endlich beweisen, dass auch sie es mit Inklusion und Teilhabe ernst meinen", betonte die selbst gehörlose SPD-Bundestagsabgeordnete unter anderem im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.
kobinet-nachrichten: Am 25. Juni 2025 haben Sie mittels einer Presseinformation bekannt gegeben, dass Sie zur neuen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen der SPD-Bundestagsfraktion benannt wurden. Wie verliefen die ersten drei Monate für Sie in dem neuen Amt?
Heike Heubach: Ich habe mich sehr gefreut, innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion die Verantwortung für die Belange von Menschen mit Behinderungen übernehmen zu dürfen. Die ersten Monate waren intensiv und lehrreich. Mir war und bleibt es ein Hauptanliegen, Gespräche mit Verbänden, Selbstvertretungsorganisationen und Betroffenen zu führen. Viele Gespräche stehen in den nächsten Monaten noch an. Dieser Austausch ist der Kern meiner Arbeit. Denn die betroffenen Menschen sind die wahren Expertinnen und Experten in eigener Sache – ihre Erfahrungen und Forderungen müssen der Maßstab unserer Politik sein.
Genauso entscheidend ist es, diese Stimmen in die politischen Prozesse hineinzutragen und mich innerhalb der Fraktion wie auch gegenüber der Bundesregierung klar zu positionieren. Ich sehe meine Aufgabe vor allem darin, Brücken zu bauen zwischen den Betroffenen, der Politik und der Verwaltung. Das ist eine große Verantwortung, und ich spüre dabei auch die Ungeduld vieler Menschen, die schon viel zu lange auf echte Fortschritte warten. Genau diese Ungeduld treibt mich an. Meine Motivation ist groß – und mein Anspruch ist klar: Wir müssen Barrieren abbauen, Teilhabe sichern und Inklusion endlich in allen Bereichen zur Realität machen.
kobinet-nachrichten: Als einen Schwerpunkt Ihres Wirkens haben Sie die Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes angegeben. Dieses hängt seit Anfang Juli 2025 in der Ressortabstimmung fest, sodass es nicht zur angekündigten Verbändeanhörung und dem für Anfang August vorgesehenen Kabinettsbeschluss gekommen ist. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein und was können Sie dafür tun, dass die Regelungen zur Barrierefreiheit endlich auch bei privaten Dienstleistungen und Produkten verbessert werden?
Heike Heubach: Dass wir seit Juli immer noch nicht weitergekommen sind, ist mehr als ärgerlich – es ist ein Armutszeugnis für die gesamte Koalition. Fortschritte bei der Barrierefreiheit sind längst überfällig, wenn wir endlich echte Gerechtigkeit und Teilhabe erreichen wollen. Barrierefreiheit ist kein „nice to have“, sondern ein Grundrecht und die unverzichtbare Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe.
Innerhalb der SPD-Fraktion habe ich starken Rückhalt, dieses Gesetz mit voller Kraft voranzubringen. Es darf nicht länger am Zögern einzelner Ressorts scheitern. Wir als SPD machen klar: Barrierefreiheit muss einklagbar werden – und zwar verbindlich, auch für private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen. Wer Menschen mit Behinderungen den Zugang verwehrt, verweigert ihnen die gleichberechtigte Teilhabe an unserer Gesellschaft. Das ist nicht hinnehmbar.
Die Verbändeanhörung muss umgehend stattfinden, denn nur mit der Expertise der Betroffenen entsteht ein wirksames und zukunftsfähiges Gesetz. Dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag – und alle Koalitionspartner stehen in der Pflicht, das auch einzuhalten. Die SPD ist bereit zu liefern. Jetzt müssen CDU und CSU endlich beweisen, dass auch sie es mit Inklusion und Teilhabe ernst meinen.
kobinet-nachrichten: Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und CSU kommt im behindertenpolitischen Teil das Wort Partizipation nicht vor. Welche Möglichkeiten sehen Sie beziehungsweise was werden Sie dafür tun, dass die in der UN-Behindertenrechtskonvention vorgesehene Partizipation behinderter Menschen bei den für sie wichtigen Prozessen und Entscheidungen dennoch gelebt und weiterentwickelt wird?
Heike Heubach: Dass der Begriff Partizipation im Koalitionsvertrag fehlt, ist ein klares Defizit. Noch entscheidender als die Wortwahl im Papier ist jedoch, dass wir echte Beteiligung endlich praktisch umsetzen. Für mich bedeutet Partizipation nicht, Menschen mit Behinderungen höflich anzuhören – sondern sie verbindlich in alle Prozesse einzubeziehen, die ihr Leben betreffen.
Das heißt: Betroffene müssen frühzeitig in Kommissionen, Gremien und Gesetzgebungsverfahren mit am Tisch sitzen. Dazu gehört auch, ihre Selbstvertretungsorganisationen nachhaltig zu stärken und finanziell abzusichern. Denn ohne starke Strukturen bleibt Beteiligung schnell ein Lippenbekenntnis.
Die UN-Behindertenrechtskonvention ist hier eindeutig: Nichts über die Köpfe von Menschen mit Behinderungen hinweg entscheiden. Genau an diesem Maßstab werde ich mein politisches Handeln ausrichten – und ich erwarte das auch von meinen Koalitionspartnern.
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.

Foto: Deutscher Bundestag
Berlin (kobinet) Im Interview mit den kobinet-nachrichten betont die Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, Heike Heubach, dass die Verbändeanhörung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) umgehend stattfinden muss, denn nur mit der Expertise der Betroffenen entstehe ein wirksames und zukunftsfähiges Gesetz. "Dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag – und alle Koalitionspartner stehen in der Pflicht, das auch einzuhalten. Die SPD ist bereit zu liefern. Jetzt müssen CDU und CSU endlich beweisen, dass auch sie es mit Inklusion und Teilhabe ernst meinen", betonte die selbst gehörlose SPD-Bundestagsabgeordnete unter anderem im Interview mit kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul.
kobinet-nachrichten: Am 25. Juni 2025 haben Sie mittels einer Presseinformation bekannt gegeben, dass Sie zur neuen Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen der SPD-Bundestagsfraktion benannt wurden. Wie verliefen die ersten drei Monate für Sie in dem neuen Amt?
Heike Heubach: Ich habe mich sehr gefreut, innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion die Verantwortung für die Belange von Menschen mit Behinderungen übernehmen zu dürfen. Die ersten Monate waren intensiv und lehrreich. Mir war und bleibt es ein Hauptanliegen, Gespräche mit Verbänden, Selbstvertretungsorganisationen und Betroffenen zu führen. Viele Gespräche stehen in den nächsten Monaten noch an. Dieser Austausch ist der Kern meiner Arbeit. Denn die betroffenen Menschen sind die wahren Expertinnen und Experten in eigener Sache – ihre Erfahrungen und Forderungen müssen der Maßstab unserer Politik sein.
Genauso entscheidend ist es, diese Stimmen in die politischen Prozesse hineinzutragen und mich innerhalb der Fraktion wie auch gegenüber der Bundesregierung klar zu positionieren. Ich sehe meine Aufgabe vor allem darin, Brücken zu bauen zwischen den Betroffenen, der Politik und der Verwaltung. Das ist eine große Verantwortung, und ich spüre dabei auch die Ungeduld vieler Menschen, die schon viel zu lange auf echte Fortschritte warten. Genau diese Ungeduld treibt mich an. Meine Motivation ist groß – und mein Anspruch ist klar: Wir müssen Barrieren abbauen, Teilhabe sichern und Inklusion endlich in allen Bereichen zur Realität machen.
kobinet-nachrichten: Als einen Schwerpunkt Ihres Wirkens haben Sie die Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes angegeben. Dieses hängt seit Anfang Juli 2025 in der Ressortabstimmung fest, sodass es nicht zur angekündigten Verbändeanhörung und dem für Anfang August vorgesehenen Kabinettsbeschluss gekommen ist. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein und was können Sie dafür tun, dass die Regelungen zur Barrierefreiheit endlich auch bei privaten Dienstleistungen und Produkten verbessert werden?
Heike Heubach: Dass wir seit Juli immer noch nicht weitergekommen sind, ist mehr als ärgerlich – es ist ein Armutszeugnis für die gesamte Koalition. Fortschritte bei der Barrierefreiheit sind längst überfällig, wenn wir endlich echte Gerechtigkeit und Teilhabe erreichen wollen. Barrierefreiheit ist kein „nice to have“, sondern ein Grundrecht und die unverzichtbare Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe.
Innerhalb der SPD-Fraktion habe ich starken Rückhalt, dieses Gesetz mit voller Kraft voranzubringen. Es darf nicht länger am Zögern einzelner Ressorts scheitern. Wir als SPD machen klar: Barrierefreiheit muss einklagbar werden – und zwar verbindlich, auch für private Anbieter von Produkten und Dienstleistungen. Wer Menschen mit Behinderungen den Zugang verwehrt, verweigert ihnen die gleichberechtigte Teilhabe an unserer Gesellschaft. Das ist nicht hinnehmbar.
Die Verbändeanhörung muss umgehend stattfinden, denn nur mit der Expertise der Betroffenen entsteht ein wirksames und zukunftsfähiges Gesetz. Dieses Vorhaben steht im Koalitionsvertrag – und alle Koalitionspartner stehen in der Pflicht, das auch einzuhalten. Die SPD ist bereit zu liefern. Jetzt müssen CDU und CSU endlich beweisen, dass auch sie es mit Inklusion und Teilhabe ernst meinen.
kobinet-nachrichten: Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, SPD und CSU kommt im behindertenpolitischen Teil das Wort Partizipation nicht vor. Welche Möglichkeiten sehen Sie beziehungsweise was werden Sie dafür tun, dass die in der UN-Behindertenrechtskonvention vorgesehene Partizipation behinderter Menschen bei den für sie wichtigen Prozessen und Entscheidungen dennoch gelebt und weiterentwickelt wird?
Heike Heubach: Dass der Begriff Partizipation im Koalitionsvertrag fehlt, ist ein klares Defizit. Noch entscheidender als die Wortwahl im Papier ist jedoch, dass wir echte Beteiligung endlich praktisch umsetzen. Für mich bedeutet Partizipation nicht, Menschen mit Behinderungen höflich anzuhören – sondern sie verbindlich in alle Prozesse einzubeziehen, die ihr Leben betreffen.
Das heißt: Betroffene müssen frühzeitig in Kommissionen, Gremien und Gesetzgebungsverfahren mit am Tisch sitzen. Dazu gehört auch, ihre Selbstvertretungsorganisationen nachhaltig zu stärken und finanziell abzusichern. Denn ohne starke Strukturen bleibt Beteiligung schnell ein Lippenbekenntnis.
Die UN-Behindertenrechtskonvention ist hier eindeutig: Nichts über die Köpfe von Menschen mit Behinderungen hinweg entscheiden. Genau an diesem Maßstab werde ich mein politisches Handeln ausrichten – und ich erwarte das auch von meinen Koalitionspartnern.
kobinet-nachrichten: Vielen Dank für das Interview.




