Münster / Essen (kobinet)
Dr. Andrino ist Ärztin.
Sie arbeitet mit Kindern und Jugendlichen.
Sie kennt sich auch mit Genetik aus.
Das ist die Lehre von Vererbung.
Welche Eigenschaften Eltern an Kinder weiter-geben.
Dr. Andrino ist auch Fach-Ärztin.
Sie hilft Menschen mit Behinderung.
Sie hat einen Vortrag gehalten.
Der Vortrag war beim KSL.NRW-Fach-Tag.
Das KSL.NRW ist ein Kompetenz-Zentrum.
Ein Ort für Wissen und Beratung.
Der volle Name ist: Kompetenz-Zentrum Selbst-bestimmt Leben.
Es ist in Nord-Rhein-West-Falen.
Der Fach-Tag hatte ein Thema:
Inklusive Gesundheit.
Das heißt: Alle Menschen gehören dazu.
Alle Menschen können überall mit-machen.
Es ging um das Gesundheits-System.
Es ging darum: Wie kommen alle Menschen zum Arzt?
Wibke Roth hat ein Gespräch geführt.
Wibke Roth hat mit Dr. Andrino gesprochen.
Wibke Roth arbeitet beim KSL.NRW.
Im Gespräch ging es um Probleme.
Die Probleme sind im Gesundheits-Wesen.
Es ging aber auch um gute Aussichten.
Warum wurde das Gespräch geführt?
Es gab 3 Gründe für das Gespräch:
Grund Nummer 1:
Das Bundes-Verfassungs-Gericht hat entschieden.
Ein wichtiges Gericht, das die Gesetze in Deutschland prüft.
Die Entscheidung war über Triage.
Das bedeutet: Aussuchen wer zuerst Hilfe bekommt.
Ärzte müssen entscheiden: Wen behandeln wir zuerst?
Diese Entscheidung ist jetzt wieder wichtig.
Dadurch sieht man Probleme im Gesundheits-Wesen.
Grund Nummer 2:
Es gibt viele Barrieren im Gesundheits-Wesen.
Hindernisse, die im Weg sind.
Zum Beispiel beim Frauen-Arzt.
Viele Praxen sind nicht barriere-frei.
Das heißt: Es gibt Hindernisse.
Nicht alle Menschen können überall hin.
Menschen mit Behinderung können nicht rein.
Inklusion wird nicht umgesetzt.
Es gibt auch keine gute Planung dafür.
Grund Nummer 3:
Man will gute Beispiele finden.
Gute Beispiele für Inklusion im Gesundheits-Wesen.
Ärzte und Ärztinnen haben Vorträge gehalten.
Dr. Andrino war eine von ihnen.
Dr. Andrino hat gezeigt: Das läuft schlecht.
Dr. Andrino hat aber auch gezeigt: Das geht besser.
Was sagt Dr. Andrino?
Alle müssen anders denken.
Das gilt für alle im Gesundheits-Wesen.
Also nicht nur für Ärzte und Ärztinnen.
Das gilt auch für die ganze Gesellschaft.
Eine Gruppe von Menschen, die zusammen lebt.
Zum Beispiel alle Menschen in Deutschland.
Wir können nicht nur das System ändern.
Wir müssen auch die Gesellschaft ändern.
Oft sprechen Ärzte falsch mit Patienten.
Ein Patient ist krank und braucht Hilfe vom Arzt.
Ärzte sprechen nicht mit Menschen mit Behinderung.
Ärzte sprechen mit den Eltern.
Oder Ärzte sprechen mit den Betreuern.
Aber nicht mit dem Menschen selbst.
Das ist ein großes Problem.
Menschen mit Behinderung können selbst entscheiden.
Aber das sehen die Ärzte oft nicht.
In der Corona-Zeit war das sehr schlimm.
Menschen mit Behinderung wurden schlecht versorgt.
Oder Menschen mit Behinderung wurden gar nicht versorgt.
Das hat sich bis heute nicht geändert.
Was muss sich ändern?
Die Antwort ist eigentlich einfach.
Menschen mit Behinderung wollen ernst genommen werden.
Menschen mit Behinderung wollen selbst verstehen.
Menschen mit Behinderung wollen selbst entscheiden.
Das wünscht sich jeder Mensch.
Menschen mit Behinderung sind Patienten.
Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte wie alle.
Inklusion im Gesundheits-Wesen bedeutet:
Alle werden gleich behandelt.
Alle werden von Anfang an ernst genommen.
Aber das ist heute noch nicht so.
Das ist leider nicht die Realität.
Das ist wirklich so.
Kein Traum und keine Fantasie.
Hier gibt es das ganze Gespräch: https://www.ksl-nrw.de/de/node/6891

Foto: KSL.NRW
Münster / Essen (kobinet)
Dr. Andrino ist promovierte Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Weiterbildungen in Medizinischer Genetik und in der Medizin für Menschen mit Behinderung. Sie hat beim KSL.NRW-Fachtag "Inklusive Gesundheit – Zugänge zur Inklusion im Gesundheitssystem" einen Impulsvortrag zur medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen in NRW gehalten. Ein Interview mit Dr. Maria del Pilar Andrino Garcia führte Wibke Roth vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben in Nordrhein-Westfalen KSL-NRW, bei dem es u.a. um Missstände im Gesundheitswesen und positive Prognosen geht.
Das Gespräch mit ihr wurde aus drei Gründen geführt:
- Erstens, weil die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) die Triage wieder ins Tagesgeschehen gerückt hat und Missstände im Gesundheitswesen besonders in diesem Kontext deutlich werden.
- Zweitens, weil nicht nur barrierefreie gynäkologische Versorgung und barrierefrei zugängliche Räumlichkeiten verdeutlichen, dass Inklusion im Gesundheitswesen immer noch weder hinreichend umgesetzt, noch systematisch geplant wird.
- Drittens: Um Inspirationen für praxisnah gelebte Beispiele für Inklusion im Gesundheitssystem zu finden, haben Ärzt*innen wie Dr. Andrino auf dem Fachtag Vorträge gehalten und gezeigt, wo es hakt, aber auch, wo Zugänge für mehr Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen liegen. Die ärztliche Perspektive im Gesundheitssystem möchten wir zum Ende dieses Jahres und für den Jahresbeginn gerne nochmal beleuchten.
„Es muss ein Umdenken stattfinden, und zwar bei allen Akteur*innen im Gesundheitswesen. Das heißt, nicht nur bei Ärzt*innen, sondern allen Beteiligten und natürlich auch darüber hinaus. Es kann nicht sein, dass wir verlangen, dass in einem System ein Umdenken geschieht und in der Gesellschaft nicht.
Beim medizinischen Personal fehlt die Ansprache von Menschen mit Behinderung häufig. Menschen mit Beeinträchtigungen werden in ihrer gesundheitlichen Teilhabe dadurch behindert, dass häufig weder barrierefrei mit ihnen gesprochen wird noch sie in ihrer Entscheidungsautonomie gesehen werden. Nicht selten führt medizinisches Personal eher ein Gespräch mit den Eltern oder Betreuern, als mit dem Menschen mit Behinderung, um den es aber geht. In der Pandemie ist das sehr deutlich geworden, dass Menschen mit Behinderung unter- oder fehlversorgt sind. Das hat sich seither auch nicht geändert und bei der Frage, was am Ehesten in einem zukünftigen inklusiven Gesundheitswesen geändert werden sollte, gäbe es eine einfache Antwort: Menschen mit Behinderung und hier insbesondere Menschen mit Beeinträchtigung der Intelligenzentwicklung wünschen sich, dass sie vom medizinischen Personal wahr- und ernst genommen werden. Eigentlich nur das, was sich jeder wünscht – als aufgeklärte Patient*innen selbst verstehen und entscheiden. Ein inklusives Gesundheitswesen bedeutet von Beginn an gleichwertig gesehen zu werden. Eine leider nicht vorhandene Alltagsrealität“, betonte Dr. Andrino u.a. im Interview.

Foto: KSL.NRW
Münster / Essen (kobinet)
Dr. Andrino ist promovierte Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin sowie Weiterbildungen in Medizinischer Genetik und in der Medizin für Menschen mit Behinderung. Sie hat beim KSL.NRW-Fachtag "Inklusive Gesundheit – Zugänge zur Inklusion im Gesundheitssystem" einen Impulsvortrag zur medizinischen Versorgung von Menschen mit Behinderungen in NRW gehalten. Ein Interview mit Dr. Maria del Pilar Andrino Garcia führte Wibke Roth vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmt Leben in Nordrhein-Westfalen KSL-NRW, bei dem es u.a. um Missstände im Gesundheitswesen und positive Prognosen geht.
Das Gespräch mit ihr wurde aus drei Gründen geführt:
- Erstens, weil die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) die Triage wieder ins Tagesgeschehen gerückt hat und Missstände im Gesundheitswesen besonders in diesem Kontext deutlich werden.
- Zweitens, weil nicht nur barrierefreie gynäkologische Versorgung und barrierefrei zugängliche Räumlichkeiten verdeutlichen, dass Inklusion im Gesundheitswesen immer noch weder hinreichend umgesetzt, noch systematisch geplant wird.
- Drittens: Um Inspirationen für praxisnah gelebte Beispiele für Inklusion im Gesundheitssystem zu finden, haben Ärzt*innen wie Dr. Andrino auf dem Fachtag Vorträge gehalten und gezeigt, wo es hakt, aber auch, wo Zugänge für mehr Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen liegen. Die ärztliche Perspektive im Gesundheitssystem möchten wir zum Ende dieses Jahres und für den Jahresbeginn gerne nochmal beleuchten.
„Es muss ein Umdenken stattfinden, und zwar bei allen Akteur*innen im Gesundheitswesen. Das heißt, nicht nur bei Ärzt*innen, sondern allen Beteiligten und natürlich auch darüber hinaus. Es kann nicht sein, dass wir verlangen, dass in einem System ein Umdenken geschieht und in der Gesellschaft nicht.
Beim medizinischen Personal fehlt die Ansprache von Menschen mit Behinderung häufig. Menschen mit Beeinträchtigungen werden in ihrer gesundheitlichen Teilhabe dadurch behindert, dass häufig weder barrierefrei mit ihnen gesprochen wird noch sie in ihrer Entscheidungsautonomie gesehen werden. Nicht selten führt medizinisches Personal eher ein Gespräch mit den Eltern oder Betreuern, als mit dem Menschen mit Behinderung, um den es aber geht. In der Pandemie ist das sehr deutlich geworden, dass Menschen mit Behinderung unter- oder fehlversorgt sind. Das hat sich seither auch nicht geändert und bei der Frage, was am Ehesten in einem zukünftigen inklusiven Gesundheitswesen geändert werden sollte, gäbe es eine einfache Antwort: Menschen mit Behinderung und hier insbesondere Menschen mit Beeinträchtigung der Intelligenzentwicklung wünschen sich, dass sie vom medizinischen Personal wahr- und ernst genommen werden. Eigentlich nur das, was sich jeder wünscht – als aufgeklärte Patient*innen selbst verstehen und entscheiden. Ein inklusives Gesundheitswesen bedeutet von Beginn an gleichwertig gesehen zu werden. Eine leider nicht vorhandene Alltagsrealität“, betonte Dr. Andrino u.a. im Interview.




