Berlin (kobinet)
Vor Weihnachten gibt es manchmal Überraschungen.
Die Bundes-Regierung hat uns wieder überrascht.
Die Bundes-Regierung führt Deutschland.
Aber es war keine gute Überraschung.
Die Regierung wollte ein neues Gesetz machen.
Das Gesetz heißt: Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Das Gesetz soll Menschen mit Behinderung helfen.
Man sagt auch: BGG.
Das Gesetz sollte am 17. Dezember beschlossen werden.
Aber das wurde verschoben.
Einige Menschen wollen das Gesetz nicht.
Diese Menschen wollen keine Barriere-Freiheit.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Niemand wird ausgeschlossen.
Menschen mit Behinderung können überall mitmachen.
Sie brauchen keine Hindernisse zu überwinden.
Der Entwurf für das Gesetz war schon schwach.
Die Wirtschaft hatte viele Wünsche.
Deshalb wurden viele Regeln gestrichen.
Aber das war einigen Leuten noch zu viel.
Das Wirtschafts-Ministerium blockierte den Entwurf.
Ministerium bedeutet: Eine Abteilung der Regierung.
Jedes Ministerium kümmert sich um ein bestimmtes Thema.
Das Wirtschafts-Ministerium kümmert sich um Firmen und Arbeits-Plätze.
Das Innen-Ministerium blockierte den Entwurf auch.
Das Innen-Ministerium kümmert sich um Sicherheit im Land.
Die CDU führt das Wirtschafts-Ministerium.
Die CSU führt das Innen-Ministerium.
Lange Zeit passierte nichts.
Jetzt gibt es eine neue Blockade.
Vielleicht wird der Entwurf im Januar beschlossen.
Das wäre der vierte Versuch.
Das Gesetz ist sehr schwach geworden.
Fast niemand will es mehr so haben.
Kommentar von Ottmar Miles-Paul
Es gab schon mehrere Versuche für das Gesetz.
Der erste Versuch war im Herbst 2024.
Damals regierte die Ampel-Koalition.
Koalition bedeutet: Mehrere Parteien arbeiten zusammen.
Sie regieren gemeinsam das Land.
Die Ampel-Koalition waren 3 Parteien.
Die FDP stoppte den Entwurf.
Wilfried Oellers ist Politiker.
Er arbeitet für die CDU und CSU.
Er ist Behinderten-Beauftragter.
Er hilft Menschen mit Behinderung.
Er arbeitet für die Regierung.
Er kritisierte die Ampel.
Er sagte: Die Ampel tut zu wenig.
Die Ampel-Regierung zerbrach.
Das Gesetz wurde nicht beschlossen.
Die Parteien arbeiteten nicht zusammen.
Der Bundestag ist eine Gruppe von Politikern.
Die Menschen in Deutschland wählen diese Politiker.
Der Entwurf wurde nicht verabschiedet.
Dann kam eine neue Regierung.
Die neue Regierung sind CDU, SPD und CSU.
Sie versprachen: Wir machen das Gesetz.
Das sollte in den ersten 100 Tagen passieren.
Im Juli sollte der Entwurf fertig sein.
Im August sollte die Regierung zustimmen.
Bis Ende 2025 sollte der Bundestag abstimmen.
Aber wieder passierte nichts.
Bärbel Bas ist Ministerin.
Sie ist zuständig für Arbeit und Soziales.
Sie kündigte das Gesetz auf Facebook an.
Aber andere Minister machten nicht mit.
Das Wirtschafts-Ministerium blockierte.
Das Innen-Ministerium blockierte auch.
Bärbel Bas stand alleine da.
Menschen mit Behinderung waren enttäuscht.
Die ersten 100 Tage vergingen.
Der Sommer verging.
Der Herbst kam.
Immer noch passierte nichts.
Am 19. November gab es einen neuen Versuch.
Der Entwurf wurde veröffentlicht.
Verbände konnten bis 8. Dezember ihre Meinung sagen.
Stellung nehmen bedeutet: Die eigene Meinung sagen.
Die Verbände für Menschen mit Behinderung waren entsetzt.
Firmen müssen fast nichts tun.
Sie müssen keine Barrieren abbauen.
Sie müssen keine angemessenen Vorkehrungen treffen.
Angemessene Vorkehrungen bedeutet: Firmen müssen Menschen mit Behinderung helfen.
Sie müssen Dinge möglich machen.
Aber das steht nicht im Entwurf.
Menschen können Firmen nicht verklagen.
Wenn Firmen Barrieren haben, passiert nichts.
Es gibt keinen Schadens-Ersatz.
Schadens-Ersatz ist Geld für einen Schaden.
Jemand zahlt das Geld, wenn er etwas falsch gemacht hat.
Das kritisierten die Verbände.
Viele Menschen hofften auf Ablehnung.
Sie dachten: Die Regierung sagt Nein zum Entwurf.
Der Entwurf ist zu schwach.
Tatsächlich wurde der Entwurf nicht beschlossen.
Aber die Gründe sind andere.
Der Wirtschaft geht der Entwurf zu weit.
Der CDU und CSU geht der Entwurf zu weit.
Sie wollen noch weniger Regeln.
Jetzt kommt der vierte Versuch.
Vielleicht wird das Gesetz im Januar beschlossen.
Aber das ist schwer zu glauben.
Die CDU und CSU ändern ihre Meinung nicht.
Wilfried Oellers sagt jetzt nichts mehr.
Früher kritisierte er die Ampel.
Jetzt schweigt er.
Das ist nicht professionell.
Die kobinet-nachrichten fragten nach.
Sie fragten Prof. Dr. Sigrid Arnade.
Sie ist Sprecherin der LIGA Selbst-Vertretung.
LIGA Selbst-Vertretung ist ein Zusammenschluss.
Viele Verbände arbeiten dort zusammen.
Sigrid Arnade sagte: Mir fehlen die Worte.
Das passiert bei ihr fast nie.
Sie kennt sich sehr gut aus.
Sie war bei Verhandlungen in New York dabei.
Verhandlung bedeutet: Menschen treffen sich und sprechen miteinander.
Sie wollen eine Lösung finden.
In New York wurde die UN-Behinderten-Rechts-Konvention gemacht.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein Vertrag von vielen Ländern.
Der Vertrag sagt: Menschen mit Behinderung haben die gleichen Rechte.
Darin stehen Rechte von Menschen mit Behinderung.
Deutschland unterschrieb diesen Vertrag.
Hoffentlich findet Sigrid Arnade ihre Worte wieder.
Hoffentlich lernt die Regierung verantwortlich zu handeln.
Millionen Menschen mit Behinderung warten darauf.
Ihre Familien warten auch darauf.
Menschen mit Behinderung werden jeden Tag diskriminiert.
Diskriminierung bedeutet: Jemand wird unfair behandelt.
Die Person wird benachteiligt.
Das liegt an den vielen Barrieren.
Die CDU und CSU wollen die Barrieren nicht abbauen.
Die Barrieren bleiben also bestehen.
Die CDU und CSU sind dafür verantwortlich.
Das ist sehr schlimm für Menschen mit Behinderung.

Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) In der vorweihnachtlichen Zeit ist zuweilen mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen. Dass die Bundesregierung immer wieder für eine Überraschung gut ist, hat sie erneut bewiesen - allerdings in einem negativen Sinne. Die ursprüngliche Verabschiedung des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die eigentlich für heute, den 17. Dezember 2025, im Bundeskabinett vorgesehen und angekündigt war, wurde wieder einmal verschoben. Die Macht der Verhinderer, die Verpflichtungen für mehr Barrierefreiheit bzw. angemessene Vorkehrungen für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen, anscheinend wie der Teufel das Weihwasser scheuen, scheint unermesslich zu sein. Ein ohnehin schon von Wirtschaftsinteressen weichgespülter Referentenentwurf scheint nun anscheinend immer noch zu weitreichend zu sein. Und zwar so weitreichend, dass ein nach langer Blockade durch das CDUgeführte Wirtschaftsministerium und das CSUgeführte Innenministerium freigegebener Entwurf nun erneut blockiert wird. Mitte Januar 2026 könnte nun der vierte Akt im Bundeskabinett für eine Gesetzesreform für mehr Barrierefreiheit anstehen, die inzwischen so peinlich ist, dass sie eigentlich niemand mehr so will, wie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar schreibt.
Kommentar von Ottmar Miles-Paul
Im ersten Akt dieser unwürdigen Aufführung war es die Ampelkoalition, in der die FDPgeführten Ministerien im Herbst 2024 den bereits angekündigten Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes vor der Verbändeanhörung stoppte. Der Bruch der Ampel, die immer wieder unter anderem von Wilfried Oellers, dem Behindertenbeauftragten der CDU/CSU Fraktion wegen ihrer Untätigkeit für mehr Barrierefreiheit scharf kritisiert wurde, besiegelte dann das Aus für die Gesetzesreform in der letzten Legislaturperiode. Die Bundestagsfraktionen waren auch nicht mehr dazu zu bewegen, den vorliegenden Entwurf fraktionsübergreifend zu verabschieden.
Im zweiten Akt trat die neue Regierungskoalition aus CDU, SPD und CSU damit an, dass die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz ins 100-Tage-Programm der neuen Regierung aufgenommen wurde. Im Juli 2025 sollte der Entwurf zur Verbändeanhörung freigegeben werden, Anfang August 2025 sollte der Gesetzentwurf im Bundeskabinett verabschiedet werden. Der Deutsche Bundestag hätte die Gesetzesreform dann bis Jahresende beschließen können. Doch wieder einmal Pustekuchen. Bundesarbeits- und sozialministerin Bärbel Bas, die die Gesetzesreform und den Zeitplan bereits über Facebook angekündigt hatte, wurde von ihren Ressortkolleg*innen aus dem Wirtschafts- und Innenministerium im Regen stehen gelassen. Und da stand sie zusammen mit denjenigen behinderten Menschen, die dringend auf klare Regeln zur Barrierefreiheit auch bei Dienstleistungen und Produkten privater Anbieter warten. Viele konnten dieses Theater schon gar nicht mehr glauben.
So vergingen die ersten 100 Tage der neuen Koalition, so verging der Sommer und wich dem Herbst und auch da war es zuerst düster. Am 19. November 2025 konnte dann der dritte Akt der beschämenden Aufführung beginnen. Der Referentenentwurf wurde veröffentlicht und zur Verbändeanhörung bis 8. Dezember 2025 freigegeben. Die Verbände behinderter Menschen waren zwar entsetzt über die fast vollständige Freisprechung von Unternehmen für Maßnahmen zur Barrierefreiheit und sogar für angemessene Vorkehrungen. Sie lieferten aber brav ihre Stellungnahmen ab, in der sie auch kritiserten, dass Schadenersatzklagen gegen die Unternehmen ausgeschlossen wurden. So manche Akteur*innen hofften, dass ein solcher Entwurf, der einem zahnlosen Tiger gleicht, nicht vom Bundeskabinett verabschiedet wird. Ihr Wunsch wurde nun sogar erhört, aber anscheinend nicht in ihrem Sinne. Denn die für den 17. Dezember 2025 vorgesehene Verabschiedung des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz im Bundeskabinett scheiterte anscheinend nicht an den mangelnden Regelungen im Sinne behinderter Menschen. Sie scheiterten anscheinend daran, dass der Entwurf der Wirtschaft und CDU/CSUgeführten Ministerien noch zu weit ging.
Und so biegen wir nun in den vierten Akt der Aufführung ein und es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass die CDU/CSU irgendeine Eingebung über Weihnachten ereilen könnte, dass Barrierefreiheit etwas Guten und Wichtiges sein könnte, außer dass sie in Sonntagsreden beschworen und mit Appellen gewürzt wird. Um Wilfried Oellers ist es übrigens recht ruhig geworden und bisher nichts zu hören, was dieses unwürdige Spektakel der unionsgeführten Ministerien soll. Unprofessioneller geht anscheinend immer.
Von den kobinet-nachrichten nach ihrer Meinung zur erneuten Verschiebung der Reform des BGG befragt, konnte die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung, Prof. Dr. Sigrid Arnade, nur antworten: „Mir fehlen die Worte“. Etwas, dass bei der Behindertenrechtlerin, die bei den Verhandlungen für die UN-Behidnertenrechtskonvention in New York mit dabei war, so gut wie nie vorkommt. Da ihr tatsächlich die Worte fehlten, bleibt zu hoffen, dass Sigrid Arnade ihre Worte wieder findet und die Bundesregierung verantwortungsvolles Regieren im Sinne der Bürger*innen lernt. Denn Millionen behinderter Menschen und ihre Angehörigen werden tagtäglich von diesem Diletantismus und Unwillen diskriminiert. Denn die nun vorhandenen und nicht weggeräumten Barrieren sind nun von der CDU/CSU gesponsert. Vielen Dank auch!

Foto: Irina Tischer
Berlin (kobinet) In der vorweihnachtlichen Zeit ist zuweilen mit der einen oder anderen Überraschung zu rechnen. Dass die Bundesregierung immer wieder für eine Überraschung gut ist, hat sie erneut bewiesen - allerdings in einem negativen Sinne. Die ursprüngliche Verabschiedung des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz (BGG), die eigentlich für heute, den 17. Dezember 2025, im Bundeskabinett vorgesehen und angekündigt war, wurde wieder einmal verschoben. Die Macht der Verhinderer, die Verpflichtungen für mehr Barrierefreiheit bzw. angemessene Vorkehrungen für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen, anscheinend wie der Teufel das Weihwasser scheuen, scheint unermesslich zu sein. Ein ohnehin schon von Wirtschaftsinteressen weichgespülter Referentenentwurf scheint nun anscheinend immer noch zu weitreichend zu sein. Und zwar so weitreichend, dass ein nach langer Blockade durch das CDUgeführte Wirtschaftsministerium und das CSUgeführte Innenministerium freigegebener Entwurf nun erneut blockiert wird. Mitte Januar 2026 könnte nun der vierte Akt im Bundeskabinett für eine Gesetzesreform für mehr Barrierefreiheit anstehen, die inzwischen so peinlich ist, dass sie eigentlich niemand mehr so will, wie kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul in seinem Kommentar schreibt.
Kommentar von Ottmar Miles-Paul
Im ersten Akt dieser unwürdigen Aufführung war es die Ampelkoalition, in der die FDPgeführten Ministerien im Herbst 2024 den bereits angekündigten Referentenentwurf für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes vor der Verbändeanhörung stoppte. Der Bruch der Ampel, die immer wieder unter anderem von Wilfried Oellers, dem Behindertenbeauftragten der CDU/CSU Fraktion wegen ihrer Untätigkeit für mehr Barrierefreiheit scharf kritisiert wurde, besiegelte dann das Aus für die Gesetzesreform in der letzten Legislaturperiode. Die Bundestagsfraktionen waren auch nicht mehr dazu zu bewegen, den vorliegenden Entwurf fraktionsübergreifend zu verabschieden.
Im zweiten Akt trat die neue Regierungskoalition aus CDU, SPD und CSU damit an, dass die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz ins 100-Tage-Programm der neuen Regierung aufgenommen wurde. Im Juli 2025 sollte der Entwurf zur Verbändeanhörung freigegeben werden, Anfang August 2025 sollte der Gesetzentwurf im Bundeskabinett verabschiedet werden. Der Deutsche Bundestag hätte die Gesetzesreform dann bis Jahresende beschließen können. Doch wieder einmal Pustekuchen. Bundesarbeits- und sozialministerin Bärbel Bas, die die Gesetzesreform und den Zeitplan bereits über Facebook angekündigt hatte, wurde von ihren Ressortkolleg*innen aus dem Wirtschafts- und Innenministerium im Regen stehen gelassen. Und da stand sie zusammen mit denjenigen behinderten Menschen, die dringend auf klare Regeln zur Barrierefreiheit auch bei Dienstleistungen und Produkten privater Anbieter warten. Viele konnten dieses Theater schon gar nicht mehr glauben.
So vergingen die ersten 100 Tage der neuen Koalition, so verging der Sommer und wich dem Herbst und auch da war es zuerst düster. Am 19. November 2025 konnte dann der dritte Akt der beschämenden Aufführung beginnen. Der Referentenentwurf wurde veröffentlicht und zur Verbändeanhörung bis 8. Dezember 2025 freigegeben. Die Verbände behinderter Menschen waren zwar entsetzt über die fast vollständige Freisprechung von Unternehmen für Maßnahmen zur Barrierefreiheit und sogar für angemessene Vorkehrungen. Sie lieferten aber brav ihre Stellungnahmen ab, in der sie auch kritiserten, dass Schadenersatzklagen gegen die Unternehmen ausgeschlossen wurden. So manche Akteur*innen hofften, dass ein solcher Entwurf, der einem zahnlosen Tiger gleicht, nicht vom Bundeskabinett verabschiedet wird. Ihr Wunsch wurde nun sogar erhört, aber anscheinend nicht in ihrem Sinne. Denn die für den 17. Dezember 2025 vorgesehene Verabschiedung des Gesetzentwurfs für die Reform des Behindertengleichstellungsgesetz im Bundeskabinett scheiterte anscheinend nicht an den mangelnden Regelungen im Sinne behinderter Menschen. Sie scheiterten anscheinend daran, dass der Entwurf der Wirtschaft und CDU/CSUgeführten Ministerien noch zu weit ging.
Und so biegen wir nun in den vierten Akt der Aufführung ein und es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass die CDU/CSU irgendeine Eingebung über Weihnachten ereilen könnte, dass Barrierefreiheit etwas Guten und Wichtiges sein könnte, außer dass sie in Sonntagsreden beschworen und mit Appellen gewürzt wird. Um Wilfried Oellers ist es übrigens recht ruhig geworden und bisher nichts zu hören, was dieses unwürdige Spektakel der unionsgeführten Ministerien soll. Unprofessioneller geht anscheinend immer.
Von den kobinet-nachrichten nach ihrer Meinung zur erneuten Verschiebung der Reform des BGG befragt, konnte die Sprecherin der LIGA Selbstvertretung, Prof. Dr. Sigrid Arnade, nur antworten: „Mir fehlen die Worte“. Etwas, dass bei der Behindertenrechtlerin, die bei den Verhandlungen für die UN-Behidnertenrechtskonvention in New York mit dabei war, so gut wie nie vorkommt. Da ihr tatsächlich die Worte fehlten, bleibt zu hoffen, dass Sigrid Arnade ihre Worte wieder findet und die Bundesregierung verantwortungsvolles Regieren im Sinne der Bürger*innen lernt. Denn Millionen behinderter Menschen und ihre Angehörigen werden tagtäglich von diesem Diletantismus und Unwillen diskriminiert. Denn die nun vorhandenen und nicht weggeräumten Barrieren sind nun von der CDU/CSU gesponsert. Vielen Dank auch!





Dieses unsägliche politische Gebaren bestätigt meinen Eindruck, dass Inklusion seitens der Politik nicht gewollt ist; da kann ich nur frohlocken: die nächste UN-Staatenprüfung wird Deutschland eine sehr heftige Rüge bescheren …
Und wenn die nächste Staatenprüfung noch so heftige Rügen enthalten sollte, wieso sollte man annehmen, dass das dann irgend etwas ändert? Auch noch so heftige Rügen lassen sich nach dem bisher schon „bewährten“ Verfahren behandeln, diese Technik nennt sich das Ignorieren.
Fragt man Juristen, wie es sich mit der Rechtsverbindlichkeit der UN-BRK in Deutschland verhält, könnte man aus der Antwort daraus schließen, wie solches „Ignorieren“ rechtlich zu werten ist. Schließlich bedeuten die „Besorgnisse“ in den „Abschließenden Bemerkungen“ nicht einfach nur einen Satz grauer Haare mehr beim UN-Ausschuss, weil er sich angeschaut hat, wie es in Deutschland um die Barrierefreiheit bestellt ist. Solche Besorgnisse stehen für nicht in Übereinstimmung mit der UN-BRK vorgefundene Verhältnisse in unserem Land. Nicht mit geltendem Recht übereinstimmende Verhältnisse werden als „Besorgnisse“ benannt, genau das ist es, was da ignoriert wird. Das in sich ist wiederum besorgniserregend. Doch regt sich was?
Ältere unter uns erinnern sich an Begriffe wie Behindertenbewegung. Inzwischen bewegt sich da fast nichts mehr. Wer aber aus Sicht mancher Kreise nichts zu sagen hat, beteiligt werden soll und nicht beteiligt wird und tatsächlich fast nichts sagt, auf den wird kaum gehört werden. Inklusion?
Pünktlich zum Jahreswechsel tauchen bei diesem und jenem Mitstreiter Einladungen zu Neujahrsempfängen auf. Als Mensch im Rollstuhl muß man vorher selbst herausfinden, wie es um die Barrierefreiheit des Veranstaltungsorts bestellt ist, denn dazu etwas in Einladungen schreiben, das ist nach wie vor unüblich. Zitat aus einer dabei gefundenen Information: „Bitte beachten Sie, dass unser Gebäude bauliche Einschränkungen aufweist, die es uns leider unmöglich machen, einen barrierefreien Zugang zu den Toiletten sowie zum zweiten Stock zu gewährleisten.“ Das wirft die Frage auf, auf welcher Etage der Empfang statt finden soll. Keine Toiletten für einen Teil der geladenen Gäste bei solch einer Abendveranstaltung, das fällt nur den selbst betroffenen Menschen auf. Auch das ist es, was ignoriert wird. Deutschland, Jahreswechsel 2025 auf 2026.