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Deutschland braucht starke Pflege mit Handlungsspielraum

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Diana Hömmen
Diana Hömmen
Foto: privat

Benstrup (kobinet) "Deutschland braucht eine starke Pflege mit Handlungsspielräumen, eigenständiger Verantwortung, pflegerischer Diagnostik, erweiterten Befugnissen, akademischen Rollen und echter Beteiligung an Steuerungsentscheidungen. Nur so wird die Versorgung sicherer, gerechter und zukunftsfähiger." So bringt Diana Hömmen ihre Erfahrungen und ihre Forderungen im Nachgang zum Tag der Pflegenden, der am 12. Mai begangen wurde, in ihrem Kommentar für die kobinet-nachrichten zum Ausdruck.

Kommentar von Diana Hömmen

Professionell Pflegende stehen weiterhin zu ihrem Beruf, erleben ihn als sinnstiftend und sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wächst der Frust über fehlende Beteiligung, mangelnde Transparenz und unzureichende Anerkennung. Krankenhausreform, Pflegepersonalbemessung, Primärversorgung und die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung werden derzeit politisch neu verhandelt. Aus Sicht des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) darf dabei nicht erneut über Pflege entschieden werden, ohne Pflegefachpersonen verbindlich einzubeziehen. Gestärkte Pflege rettet Leben und hält die Gesellschaft zusammen. Pflege ist ein Grundpfeiler sozialer Gerechtigkeit und muss endlich mit voller Kompetenz wirksam werden können. Der Deutsche Pflegerat fordert zum Internationalen Tag der Pflegenden eine grundlegende Stärkung der beruflichen Pflege in Deutschland.  Gestärkte Pflegefachpersonen retten Leben, stabilisieren Versorgung, schützen Teilhabe und sind damit ein unverzichtbarer Bestandteil einer demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft. Pflege bewahrt die Würde, Selbstständigkeit und soziale Teilhabe der Menschen. Sie ist ein tragender Teil unseres Sozialstaats. Wer Pflege stärkt, stärkt nicht nur ein Berufsbild. Er stärkt das Vertrauen der Menschen in die Handlungsfähigkeit unseres Gemeinwesens. Die aktuelle Lage im Gesundheitswesen zeigt deutlich: Deutschland steht vor tiefgreifenden Versorgungsfragen. Demografie, Fachkräftesicherung, Krankenhausreform, Primärversorgung, Pflegeversicherung und die Finanzierungsdebatten in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen nicht länger getrennt betrachtet werden. Deutschland braucht eine starke Pflege mit Handlungsspielräumen, eigenständiger Verantwortung, pflegerischer Diagnostik, erweiterten Befugnissen, akademischen Rollen, und echter Beteiligung an Steuerungsentscheidungen. Nur so wird die Versorgung sicherer, gerechter und zukunftsfähiger.

Zur Person

Diana Hömmen aus Benstrup ist als Pflegefachkraft im Fachbereich Schulgesundheitspflege und Inklusion tätig. Sie sieht die Vorschläge der Gesundheitsreform als weiteren Abbau der medizinischen Versorgung, gerade für Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen. Seit 1981 ist sie in diesem Bereich unterwegs und hat einige gut gemeinte Reformen in ihrem Beruf erfahren müssen und der Schuss ging immer nach hinten los. Im September sind in Niedersachen Kommunalwahlen, Diana Hömmen wird dabei für den Stadtrat in Löningen kandidieren und als Kreistagskandidatin im Landkreis Cloppenburg für die SPD ins Rennen gehen.