Villmar-Weyer (kobinet)
Wir müssen ehrlich sein:
Der Streit um Inklusion ist vorbei.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Alle Menschen können überall mit-machen.
In schweren Zeiten gewinnen konservative Menschen.
Konservativ bedeutet: Eine Person will alte Regeln behalten.
Die Person mag keine großen Veränderungen.
Menschen mit neuen Ideen verlieren.
Die UN-BRK ist ein Vertrag.
UN-BRK bedeutet: UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Die UN-Behinderten-Rechts-Konvention ist ein Vertrag.
Viele Länder haben unterschrieben.
In dem Vertrag steht: Menschen mit Behinderung haben Rechte.
Sie haben die gleichen Rechte wie alle anderen.
Viele Menschen haben die UN-BRK falsch verstanden.
Das sagt Stephan Laux in seinem Text.
Eine Geschichte über Vögel
Stephan Laux beobachtet gerne Vögel.
Sein Lieblings-Vogel ist der Adler.
Der Adler fliegt majestätisch durch die Luft.
Majestätisch bedeutet: Etwas sieht sehr schön aus.
Etwas sieht wichtig und stolz aus.
Der Adler ist ein Symbol für Freiheit.
Man kann ihn gut sehen.
Früher hat Stephan Laux oft Flug-Shows besucht.
Dort wurden Greif-Vögel gezeigt.
Greif-Vögel haben scharfe Krallen und spitze Schnäbel.
Sie jagen andere Tiere zum Fressen.
Adler sind Greif-Vögel.
Die Vögel leben dort in Gefangenschaft.
Gefangenschaft bedeutet: Ein Tier ist eingesperrt.
Das Tier kann nicht weg-gehen.
Die Falkner haben gesagt:
Ein Falkner ist ein Mensch mit einem besonderen Beruf.
Der Falkner trainiert Greif-Vögel.
Die Vögel wollen nicht weg-fliegen.
Die Vögel kennen die Freiheit nicht.
Sie sind in Gefangenschaft geboren.
Sie bekommen dort Futter.
Sie fühlen sich dort wohl.
Zoos als Schutz-Raum
Viele Menschen sagen:
Zoos sind wichtig für den Tier-Schutz.
Dort können wir seltene Tiere schützen.
Zum Beispiel das Nashorn.
Manche Menschen töten Nashörner.
Diese Menschen glauben:
Das Horn macht stark.
Das ist aber falsch.
Im Zoo sind die Tiere sicher.
Dort können sie nicht getötet werden.
Der Zoo baut die natürliche Umgebung nach.
So soll es für die Tiere gut sein.
Was das mit Inklusion zu tun hat
Heute leben wir in unsicheren Zeiten.
Viele Menschen haben Angst.
Die Menschen wollen einfache Lösungen.
Sie wollen keine neuen Ideen.
Sie wollen Inklusion nicht.
Heute bedeutet Inklusion:
Wir schützen schwache Menschen.
Wir bauen neue Sonder-Einrichtungen.
Sonder-Einrichtungen sind besondere Gebäude.
Dort leben Menschen mit besonderen Bedürfnissen.
Diese Einrichtungen sind modern.
Diese Einrichtungen sind barriere-frei.
Barriere-frei bedeutet: Es gibt keine Hindernisse.
Alle Menschen können überall hin.
Dort sollen die Menschen bleiben.
Die Menschen in den Einrichtungen sollen glauben:
Das ist die beste Umgebung für sie.
Manchmal dürfen sie eine Theater-Gruppe besuchen.
Das nennt man dann Inklusion.
Aber nur wenn genug Personal da ist.
Frohe Feiertage
Stephan Laux
Dezember 2025

Foto: Michi Schmitt
Villmar-Weyer (kobinet) Machen wir uns nichts vor! Der Kampf um die Deutungshoheit des Begriffes Inklusion ist verloren. In Krisenzeiten wie diesen gehen Kulturkämpfe immer so aus. Die rechtskonservative Mitte gewinnt, die linksliberalen Spinner- und Aktivist*innen haben das Nachsehen. Die UN-BRK wird als eines der großen Missverständnisse des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Diese apokalyptische These stellt Stephan Laux in seiner Jahresabschlusskolumne auf. Lesen Sie selbst:
Als Vogelschützer und selbst ernannter Birdwatcher habe ich mir seit jeher den Adler als Lieblingstier ausgesucht. Nicht nur, weil er in der Regel so majestätisch dahingleitet und als Symbol für grenzenlose Freiheit herhalten muss. Es ist auch der Tatsache geschuldet, dass so ein mächtiger Greifvogel viel schwerer im Fernglas zu übersehen ist, als z.B. der Rohrsänger. Dieser listige Piepmatz versteckt sich nämlich allzu gerne, gut getarnt im Schilf.
Um einem Adler möglichst nahe zu kommen, habe ich früher auch immer mal wieder sogenannte Flugshows in Greifvogelstationen besucht.
Um mir dann von den verantwortlichen Falkner*innen erklären zu lassen, dass der Vogel gar nicht das Bedürfnis habe, einfach davonzufliegen. Entweder sei er in Gefangenschaft geboren oder als Küken von Falkner*innen aufgezogen worden. Deshalb würde er die Notwendigkeit, kilometerweit durch die Landschaft zu fliegen, gar nicht einsehen und wäre in seiner Voliere glücklich und zufrieden, weil ihm dort das Futter quasi vor den Schnabel fällt. Ein natürlicher Fluchtinstinkt sei ihm auch weitestgehend abhandengekommen, mangels Feinden in den Greifvogelstationen.
Das ist ja auch eine Rechtfertigung für die Existenz von zoologischen Gärten, die oft mit einer Art Arche Noah verglichen werden.
Weil irgendwelche gut betuchten Vollpfosten überzeugt sind, das gemahlene Elfenbein eines seltenen Nashorns würde ihre Potenz noch mehr steigern als ihre Sportwagensammlung, erhalten wir ihre Art (also die der Nashörner, nicht die der Vollpfosten) in Zoos.
So werden sie geschützt. Vor den Vollpfosten dieser Welt. Mehr oder weniger artgerecht. Die Umgebung der einstmals wilden Schutzbefohlenen wird dann im besten Falle ihrer natürlichen nachempfunden. Das gibt dann für die tierlieben Betrachter*innen ein stimmiges Gesamtbild. Schusswaffen sind selbstverständlich verboten.
In unsicheren Zeiten wie diesen, gelten wir alle als schutzbedürftig, ob wir wollen oder nicht.
Da sind einfache, pragmatische Lösungen gefragt. Keine Experimente. Eine Inklusion im Milewskischen Sinne schon mal gar nicht.
Am besten bleibt alles so, wie es ist, oder vor ein paar Jahrzehnten schon gut war.
In Zeiten wie diesen bedeutet Inklusion, die Schwächsten zu schützen. Möglichst artgerecht. In neuen, modernen, hellen, farbenfrohen, barrierefreien Sondereinrichtungen.
Inklusion bedeutet, den dort lebenden Menschen pädagogisch sinnvoll konzipiert klarzumachen, dass ihre Lebensumstände der natürlichen Umgebung entsprechen.
Besitzstandswahrung ist gefragt und den wöchentlichen Besuch in der ‚inklusiven Theatergruppe‘ gibt’s als Zugabe, wenn genügend Personal da ist.
Frohe Feiertage
Stephan Laux Dezember 2025

Foto: Michi Schmitt
Villmar-Weyer (kobinet) Machen wir uns nichts vor! Der Kampf um die Deutungshoheit des Begriffes Inklusion ist verloren. In Krisenzeiten wie diesen gehen Kulturkämpfe immer so aus. Die rechtskonservative Mitte gewinnt, die linksliberalen Spinner- und Aktivist*innen haben das Nachsehen. Die UN-BRK wird als eines der großen Missverständnisse des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Diese apokalyptische These stellt Stephan Laux in seiner Jahresabschlusskolumne auf. Lesen Sie selbst:
Als Vogelschützer und selbst ernannter Birdwatcher habe ich mir seit jeher den Adler als Lieblingstier ausgesucht. Nicht nur, weil er in der Regel so majestätisch dahingleitet und als Symbol für grenzenlose Freiheit herhalten muss. Es ist auch der Tatsache geschuldet, dass so ein mächtiger Greifvogel viel schwerer im Fernglas zu übersehen ist, als z.B. der Rohrsänger. Dieser listige Piepmatz versteckt sich nämlich allzu gerne, gut getarnt im Schilf.
Um einem Adler möglichst nahe zu kommen, habe ich früher auch immer mal wieder sogenannte Flugshows in Greifvogelstationen besucht.
Um mir dann von den verantwortlichen Falkner*innen erklären zu lassen, dass der Vogel gar nicht das Bedürfnis habe, einfach davonzufliegen. Entweder sei er in Gefangenschaft geboren oder als Küken von Falkner*innen aufgezogen worden. Deshalb würde er die Notwendigkeit, kilometerweit durch die Landschaft zu fliegen, gar nicht einsehen und wäre in seiner Voliere glücklich und zufrieden, weil ihm dort das Futter quasi vor den Schnabel fällt. Ein natürlicher Fluchtinstinkt sei ihm auch weitestgehend abhandengekommen, mangels Feinden in den Greifvogelstationen.
Das ist ja auch eine Rechtfertigung für die Existenz von zoologischen Gärten, die oft mit einer Art Arche Noah verglichen werden.
Weil irgendwelche gut betuchten Vollpfosten überzeugt sind, das gemahlene Elfenbein eines seltenen Nashorns würde ihre Potenz noch mehr steigern als ihre Sportwagensammlung, erhalten wir ihre Art (also die der Nashörner, nicht die der Vollpfosten) in Zoos.
So werden sie geschützt. Vor den Vollpfosten dieser Welt. Mehr oder weniger artgerecht. Die Umgebung der einstmals wilden Schutzbefohlenen wird dann im besten Falle ihrer natürlichen nachempfunden. Das gibt dann für die tierlieben Betrachter*innen ein stimmiges Gesamtbild. Schusswaffen sind selbstverständlich verboten.
In unsicheren Zeiten wie diesen, gelten wir alle als schutzbedürftig, ob wir wollen oder nicht.
Da sind einfache, pragmatische Lösungen gefragt. Keine Experimente. Eine Inklusion im Milewskischen Sinne schon mal gar nicht.
Am besten bleibt alles so, wie es ist, oder vor ein paar Jahrzehnten schon gut war.
In Zeiten wie diesen bedeutet Inklusion, die Schwächsten zu schützen. Möglichst artgerecht. In neuen, modernen, hellen, farbenfrohen, barrierefreien Sondereinrichtungen.
Inklusion bedeutet, den dort lebenden Menschen pädagogisch sinnvoll konzipiert klarzumachen, dass ihre Lebensumstände der natürlichen Umgebung entsprechen.
Besitzstandswahrung ist gefragt und den wöchentlichen Besuch in der ‚inklusiven Theatergruppe‘ gibt’s als Zugabe, wenn genügend Personal da ist.
Frohe Feiertage
Stephan Laux Dezember 2025





Milewskischer Sinn?
Manche würden es wohl eher milewskischen Wahnsinn nennen.
Die fixe Idee,
dass Menschen einfach dazugehören,
ohne erst ausgelagert,
pädagogisch verpackt
und in gut beschrifteten Nebenwelten beruhigt zu werden.
Ein geradezu gefährlicher Gedanke.
Denn Wahnsinn beginnt bekanntlich dort,
wo man aufhört,
Ordnung mit Moral
und Sonderstrukturen mit Fortschritt zu verwechseln.
Wer so denkt,
will keine Leuchtturmprojekte,
keine Sonderformate
und keine Disney-Welten mit Inklusionslabel.
Der will Alltag.
Nicht inszeniert,
nicht dosiert,
nicht zeitlich begrenzt.
Und genau das
gilt bis heute
als unzumutbar.