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Das große Missverständnis oder was das Spitzmaulnashorn mit der Inklusion gemeinsam hat.

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Fly like an Igel
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Foto: Michi Schmitt

Villmar-Weyer (kobinet) Machen wir uns nichts vor! Der Kampf um die Deutungshoheit des Begriffes Inklusion ist verloren. In Krisenzeiten wie diesen gehen Kulturkämpfe immer so aus. Die rechtskonservative Mitte gewinnt, die linksliberalen Spinner- und Aktivist*innen haben das Nachsehen. Die UN-BRK wird als eines der großen Missverständnisse des 21. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Diese apokalyptische These stellt Stephan Laux in seiner Jahresabschlusskolumne auf. Lesen Sie selbst:

Als Vogelschützer und selbst ernannter Birdwatcher habe ich mir seit jeher den Adler als Lieblingstier ausgesucht. Nicht nur, weil er in der Regel so majestätisch dahingleitet und als Symbol für grenzenlose Freiheit herhalten muss. Es ist auch der Tatsache geschuldet, dass so ein mächtiger Greifvogel viel schwerer im Fernglas zu übersehen ist, als z.B. der Rohrsänger. Dieser listige Piepmatz versteckt sich nämlich allzu gerne, gut getarnt im Schilf.

Um einem Adler möglichst nahe zu kommen, habe ich früher auch immer mal wieder sogenannte Flugshows in Greifvogelstationen besucht.

Um mir dann von den verantwortlichen Falkner*innen erklären zu lassen, dass der Vogel gar nicht das Bedürfnis habe, einfach davonzufliegen. Entweder sei er in Gefangenschaft geboren oder als Küken von Falkner*innen aufgezogen worden. Deshalb würde er die Notwendigkeit, kilometerweit durch die Landschaft zu fliegen, gar nicht einsehen und wäre in seiner Voliere glücklich und zufrieden, weil ihm dort das Futter quasi vor den Schnabel fällt. Ein natürlicher Fluchtinstinkt sei ihm auch weitestgehend abhandengekommen, mangels Feinden in den Greifvogelstationen.

Das ist ja auch eine Rechtfertigung für die Existenz von zoologischen Gärten, die oft mit einer Art Arche Noah verglichen werden.

Weil irgendwelche gut betuchten Vollpfosten überzeugt sind, das gemahlene Elfenbein eines seltenen Nashorns würde ihre Potenz noch mehr steigern als ihre Sportwagensammlung, erhalten wir ihre Art (also die der Nashörner, nicht die der Vollpfosten) in Zoos.

So werden sie geschützt. Vor den Vollpfosten dieser Welt. Mehr oder weniger artgerecht. Die Umgebung der einstmals wilden Schutzbefohlenen wird dann im besten Falle ihrer natürlichen nachempfunden. Das gibt dann für die tierlieben Betrachter*innen ein stimmiges Gesamtbild. Schusswaffen sind selbstverständlich verboten.

In unsicheren Zeiten wie diesen, gelten wir alle als schutzbedürftig, ob wir wollen oder nicht.

Da sind einfache, pragmatische Lösungen gefragt. Keine Experimente. Eine Inklusion im Milewskischen Sinne schon mal gar nicht.

Am besten bleibt alles so, wie es ist, oder vor ein paar Jahrzehnten schon gut war.

In Zeiten wie diesen bedeutet Inklusion, die Schwächsten zu schützen. Möglichst artgerecht. In neuen, modernen, hellen, farbenfrohen, barrierefreien Sondereinrichtungen.

Inklusion bedeutet, den dort lebenden Menschen pädagogisch sinnvoll konzipiert klarzumachen, dass ihre Lebensumstände der natürlichen Umgebung entsprechen.

Besitzstandswahrung ist gefragt und den wöchentlichen Besuch in der ‚inklusiven Theatergruppe‘ gibt’s als Zugabe, wenn genügend Personal da ist.

Frohe Feiertage
Stephan Laux Dezember 2025

Lesermeinungen

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1 Lesermeinung
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Ralph Milewski
22.12.2025 16:18

Milewskischer Sinn?
Manche würden es wohl eher milewskischen Wahnsinn nennen.

Die fixe Idee,
dass Menschen einfach dazugehören,
ohne erst ausgelagert,
pädagogisch verpackt
und in gut beschrifteten Nebenwelten beruhigt zu werden.

Ein geradezu gefährlicher Gedanke.
Denn Wahnsinn beginnt bekanntlich dort,
wo man aufhört,
Ordnung mit Moral
und Sonderstrukturen mit Fortschritt zu verwechseln.

Wer so denkt,
will keine Leuchtturmprojekte,
keine Sonderformate
und keine Disney-Welten mit Inklusionslabel.

Der will Alltag.
Nicht inszeniert,
nicht dosiert,
nicht zeitlich begrenzt.

Und genau das
gilt bis heute
als unzumutbar.