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Katastrophenschutz? Denkste, Kommando für zivile Verteidigung!

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Vorn ein Findling mit Inschrift Willis Blick, dahinter Bäume im Sonnenlicht im hellen Grün.
milde gegenüber Ohnmächtigen, die politisch Dampf ablassen
Foto: Hubertus Thomasius

Staufen (kobinet) Zehn Milliarden Euro macht Innenminister Dobrindt dafür locker bis 2029! Weshalb 2029? Nicht, um bis dahin gegen weitere Naturkatastrophen wie die Ahrtal-Flut gewappnet zu sein, sondern weil spätestens dann "der Russe kommt", kommen könnte. Die Bundesregierung will uns "kriegstüchtig" haben, nicht katastrophenfest. Katastrophenschutz als Abfall oder Nebenprodukt von Kriegstüchtigkeit. Anderes ist von dieser Regierung nicht zu erwarten. Ihre "Sicherheitspolitik" ist nur ein anderes Wort für politische Verursachung maximaler Unsicherheit. Für eine massive Gefährdung von Leib und Leben der Bevölkerung.

Und weil eine Zeitung wie die „Magdeburger Volksstimme“ gegen maximale Unsicherheitspolitik,  Krieg- und Kriegsvorbereitung nichts einzuwenden hat, hält sie den „massiven Ausbau von Zivilschutz“ für „überfällig“ und beklagt einen „Mangel an Schutzräumen“. Dämpft zugleich aber die Erwartungen von  allzu Gutgläubigen: „Trotz noch so gewaltiger Schutzprogramme wird nicht für jeden bei einem Angriff ein sicherer Platz da sein.“ – Vermutlich ist es den Regierenden gerade recht, wenn infolgedessen Behinderte die Frage beschäftigt, wie es da wohl um ihre Chancen bestellt ist, eines der 100 000 Feldbetten in einem der Bunker zu ergattern. Solange sie sich darüber den Kopf zerbrechen, kommen sie nämlich nicht auf den „dummen Gedanken“, der in Wahrheit und vom Standpunkt der Bevölkerung oder der Regierten der einzig vernünftige wäre, diese katastrophale Politik in Gänze und grundsätzlich in Frage zu stellen.

 

Die daraus folgende behindertenpolitische Losung sollte meines Erachtens lauten „Krüppel gegen Kriegsvorbereitung“! Dass dies nicht Untätigkeit in puncto ziviler Katastrophenschutz und entsprechender Vorkehrungsmaßnahmen bedeuten muss, habe ich bereits bei früherer Gelegenheit ausgeführt. Hier folgt noch einmal diese Kolumne mit ihrem Link zu einem Podcast, der denjenigen vielleicht ein wenig weiter hilft, die nach alledem die Frage umtreibt, „was also tun?“

 

 

Solidarische Katastrophenhilfe unter pazifistischem Vorzeichen, wie das gehen könnte

 

Zivilgesellschaftlich organisierte solidarische Katastrophenhilfe, die nicht Bestandteil bellizistischer Bevölkerungsschutzpolitik ist und nach deren Pfeife tanzt. Also nicht mit Kriegsvorbereitung verquickt wäre. Sondern eine selbstorganisierte Nothilfe bei klimakatastrophischen Ereignissen wie bei einer Flutkatastrophe oder einem Kollaps von Teilen der Infrastruktur (etwa Stromausfall), ob infolge technischen Versagens oder durch einen kriminellen bzw. politisch extremistischen Anschlag. – „Solidarisches Preppen, wie man Nachbarn zu Katastrophenhelfern macht“, eine Hörspiel-Doku von Fritz Thietz aus dem Jahr 2024 (unlängst zum wiederholten Mal auf Deutschlandfunk zu hören), stellt anschaulich und beispielhaft eine Katastrophenhilfe vor, die nicht sogleich Wasser auf die Mühlen der „Masters of War“ in Politik und Medien ist. „Es sind deine Nachbarn, die bei Katastrophen als erstes helfen“, lautet das handlungsleitende Ausgangsmotto.

Denn wenn etwas passiert, sei nachbarschaftlich solidarisches Preppen das erste und naheliegenste, was hilft. Und es werde etwas passieren, spätestens wenn das Klima kollabiert, sagt der Autor. Wie sieht nachbarschaftlich gemeinsame Vorsorge für den Fall eines Kollaps oder der Katastrophe also konkret aus, angefangen beim Stromausfall…

 

Zum Beispiel Tacho Müller, der von seinen Erfahrungen in Schweden berichtet

 

Tacho Müller dürfte auch in Kreisen des Behindertenaktivismus kein Unbekannter sein, nachdem Raul Krauthausen in seinem Aufzugs-Podcast mit ihm gesprochen hat. Über Müllers regelmäßigen Newsletter „Friedliche Sabotage“ hat der Doku-Autor Fritz Thietz erstmals vom schwedischen Vorsorgekonzept des „solidarischen Preppens“ erfahren. Den „sympathischen Linksradikalen“ Tacho Müller kannte er bereits als umtriebigen Aktivisten in der „internationalen Klimagerechtigkeitsbewegung, für deren Ziele er seit 15 Jahren weltweit fightet“. Er habe sich jedoch, so Thietz weiter, „mittlerweile eingestanden, dass der Kampf verloren und der Klimawandel nicht mehr zu verhindern ist, dass es somit früher oder später zu einem Systemkollaps kommen wird, auf den unsere Gesellschaft kaum vorbereitet ist“. Nur wenn wir diesen faktischen Eintritt der Katastrophe akzeptierten, würden wir wieder Hoffnung schöpfen können. Nämlich jene echte Hoffnung, „die auf Gemeinsamkeit, Solidarität und Menschlichkeit setzt, statt jener verbreiteten und trügerischen, die auf Verleugnung und Verdrängung baut“.

 

So wird Tacho Müller zu einem Wochenend-Crashkurs in solidarischem Preppen eingeladen. Der konkrete Praxisteil ist das Brotbacken in einem selbstgebauten, holzbefeuerten Backofen. „Solidarische Kollapspolitik setzt voraus, dass wir in Beziehung treten zu unseren Nachbarn und Nächsten.“ – Ich muss sagen, mich eingefleischten Skeptiker spricht diese Idee und ihre exemplarische Umsetzung an. Somit lähmende Kollapsängste unmittelbar lebenspraktisch vor Ort in Aktivität und Empathie für seinen Nächsten verwandeln, das hat etwas von einem Hoffnungsschimmer, einem Lichtblick.

 

https://www.hoerspielundfeature.de/feature-solidarisch-preppen-100.html