Staufen (kobinet)
Für alle, die gern lesen!
Am Montag, den 15. Dezember gibt es etwas Neues.
Es gibt eine Literatur-Beilage von kobinet.
Literatur bedeutet: Das sind viele Bücher und Texte.
Die Texte sind sehr gut geschrieben.
Eine Beilage ist ein Extra-Heft.
Das Extra-Heft liegt in einer Zeitung.
In dem Heft stehen Texte über Bücher.
kobinet ist eine Internet-Seite.
Auf der Seite stehen Nachrichten.
Die Nachrichten sind für Menschen mit Behinderung.
Das Thema ist: Liebe und Gefühle.
Es geht nicht um Krieg.
Es geht um schöne Dinge im Leben.
Hier gibt es einen kleinen Text zum Lesen.
Der Text ist von Hans-Willi Weis.
Er schreibt über seine Erinnerungen.
Er erinnert sich an ein Foto.
Das Foto war in einer Zeitschrift.
Eine Zeitschrift ist eine Zeitung.
Das war im Jahr 1965.
Auf dem Foto sieht man eine junge Frau.
Sie trägt einen Bade-Anzug.
Ein Polizist führt sie ab.
Das war in einem Schwimm-Bad.
Damals war das etwas Besonderes.
Die Menschen wollten mehr Freiheit.
Das war der Anfang von einer Bewegung.
Eine Revolution ist eine sehr große Veränderung.
Menschen wollen ein neues Politik-System.
Die Menschen wollten mehr selbst bestimmen.
Selbst-bestimmt bedeutet: Du entscheidest für dich selbst.
Niemand anders entscheidet für dich.
Später macht Hans-Willi Weis einen Kurs.
Das war in den 1980er Jahren.
Der Kurs war auf einem Schloss.
Im Kurs ging es um Gefühle.
Die Menschen sollten über sich selbst lernen.
Hans-Willi Weis schreibt über 50 Jahre Veränderung.
Er schreibt über Liebe und Freiheit.
Sein Text heißt: Ein halbes Jahrhundert sexuelle Revolution.
Sexuelle Revolution bedeutet: Die Menschen wollten freier leben.
Sie wollten selbst über ihren Körper entscheiden.
Das war vor etwa 50 Jahren.
Lest mehr in der neuen Literatur-Beilage.
Die Beilage erscheint am 15. Dezember.

Foto: Momentmal In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
Staufen (kobinet) Für alle kobinet-LiteraturliebhaberInnen! Am Montag, den 15. Dezember erscheint die neue kobinet-Literaturbeilage. Der uralten und plötzlich wieder topaktuellen Parole MAKE LOVE NOT WAR folgend, geht es mal nicht um das Thema Krieg, sondern um Liebe, Sinn und Sinnlichkeit. Also nicht versäumen. Hier schon einmal eine Leseprobe als Appetitanreger.
„Erinnerungsfundstück eins meiner ‚Archäologie‘ der sexuellen Revolution ist ein Illustriertenfoto – ob aus der „Quick“, der „Neuen Revue“ oder dem „Stern“ vermag ich nicht mehr zu sagen. Es dürfte 1965 gewesen sein, denn die auf dem Foto abgelichtete Szene soll sich laut Wikipedia ein Jahr davor, 1964, erstmals in den USA, in Chicago, abgespielt haben. Auf dem Bild ist eine nur mit Bikiniunterteil bekleidete junge Frau zu sehen, ihre Brüste, genauer gesagt die Brustwarzen, und die Augenpartie sind von der Redaktion durch schwarze Balken unkenntlich gemacht. Die somit keineswegs splitternackte Person wird, unsanft am Oberarm gepackt, von einem dreist in die Kamera blickenden Polizisten abgeführt. Ort der Handlung ein städtisches Freibad. München-Schwabing könnte passen. – Dies war, sage ich mir rückblickend, das erste Foto einer Demonstration, das du als Vierzehnjähriger zu Gesicht bekommen hast. Es zeigte keine Studentendemo und es wurde nicht gefordert „Amis raus aus Vietnam“ oder „Sieg im Volkskrieg“, sondern die auf kein Transparent geschriebene Parole hieß schlicht und ergreifend „oben ohne“ und ihre Provokation war vorderhand nicht eine der politischen, vielmehr eine der sexuellen Revolution, die soeben Fahrt aufgenommen hatte…
„Anfang der 1980er Jahre buchte ich, obzwar selber kein formell eingekleideter Jünger des Vereins, einen Encounter-Workshop auf einem von Bhagwan-Adepten geführten nordhessischen Schloss. Zu Beginn mussten die männlichen Gruppenteilnehmer vor einem Arzt im orangefarbenen Dress die Hosen herunterlassen zwecks Inspektion ihrer Geschlechtsteile, hatte unterdessen doch der Aidsvirus zugeschlagen. Neben den Gruppensitzungen jäteten wir das Unkraut im Park und brachten die Badezimmer der Schlossherren auf Hochglanz. Höhepunkt des Workshops war eine Mutprobe der exquisiten Sorte: Die Nacht musste mit demjenigen gegengeschlechtlichen Gruppenmitglied verbracht werden, wo man die stärkste aversive Spannung fühlte; auch beim Verrichten der Notdurft hatte der oder die Andere beobachtend zugegen zu sein. Tagsüber standen während der Gruppensitzungen die Fenster offen, damit die sich im Park ergehenden Spießer – der Schlosspark war für die Öffentlichkeit zugänglich – durch die kathartischen Schreie wenigstens akustisch von der Ernsthaftigkeit der hier geleisteten Kärrnerarbeit am verklemmten Selbst überzeugen konnten…“ (Auszug aus dem autobiographisch unterfütterten Essay „Ein halbes Jahrhundert sexuelle Revolution zu Tode gesiegt“ von Hans-Willi Weis)

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Staufen (kobinet) Für alle kobinet-LiteraturliebhaberInnen! Am Montag, den 15. Dezember erscheint die neue kobinet-Literaturbeilage. Der uralten und plötzlich wieder topaktuellen Parole MAKE LOVE NOT WAR folgend, geht es mal nicht um das Thema Krieg, sondern um Liebe, Sinn und Sinnlichkeit. Also nicht versäumen. Hier schon einmal eine Leseprobe als Appetitanreger.
„Erinnerungsfundstück eins meiner ‚Archäologie‘ der sexuellen Revolution ist ein Illustriertenfoto – ob aus der „Quick“, der „Neuen Revue“ oder dem „Stern“ vermag ich nicht mehr zu sagen. Es dürfte 1965 gewesen sein, denn die auf dem Foto abgelichtete Szene soll sich laut Wikipedia ein Jahr davor, 1964, erstmals in den USA, in Chicago, abgespielt haben. Auf dem Bild ist eine nur mit Bikiniunterteil bekleidete junge Frau zu sehen, ihre Brüste, genauer gesagt die Brustwarzen, und die Augenpartie sind von der Redaktion durch schwarze Balken unkenntlich gemacht. Die somit keineswegs splitternackte Person wird, unsanft am Oberarm gepackt, von einem dreist in die Kamera blickenden Polizisten abgeführt. Ort der Handlung ein städtisches Freibad. München-Schwabing könnte passen. – Dies war, sage ich mir rückblickend, das erste Foto einer Demonstration, das du als Vierzehnjähriger zu Gesicht bekommen hast. Es zeigte keine Studentendemo und es wurde nicht gefordert „Amis raus aus Vietnam“ oder „Sieg im Volkskrieg“, sondern die auf kein Transparent geschriebene Parole hieß schlicht und ergreifend „oben ohne“ und ihre Provokation war vorderhand nicht eine der politischen, vielmehr eine der sexuellen Revolution, die soeben Fahrt aufgenommen hatte…
„Anfang der 1980er Jahre buchte ich, obzwar selber kein formell eingekleideter Jünger des Vereins, einen Encounter-Workshop auf einem von Bhagwan-Adepten geführten nordhessischen Schloss. Zu Beginn mussten die männlichen Gruppenteilnehmer vor einem Arzt im orangefarbenen Dress die Hosen herunterlassen zwecks Inspektion ihrer Geschlechtsteile, hatte unterdessen doch der Aidsvirus zugeschlagen. Neben den Gruppensitzungen jäteten wir das Unkraut im Park und brachten die Badezimmer der Schlossherren auf Hochglanz. Höhepunkt des Workshops war eine Mutprobe der exquisiten Sorte: Die Nacht musste mit demjenigen gegengeschlechtlichen Gruppenmitglied verbracht werden, wo man die stärkste aversive Spannung fühlte; auch beim Verrichten der Notdurft hatte der oder die Andere beobachtend zugegen zu sein. Tagsüber standen während der Gruppensitzungen die Fenster offen, damit die sich im Park ergehenden Spießer – der Schlosspark war für die Öffentlichkeit zugänglich – durch die kathartischen Schreie wenigstens akustisch von der Ernsthaftigkeit der hier geleisteten Kärrnerarbeit am verklemmten Selbst überzeugen konnten…“ (Auszug aus dem autobiographisch unterfütterten Essay „Ein halbes Jahrhundert sexuelle Revolution zu Tode gesiegt“ von Hans-Willi Weis)




