Die Behinderten-Bewegung macht sich Sorgen.
Behinderten-Bewegung bedeutet: Menschen mit Behinderungen kämpfen für ihre Rechte.
Sie wollen selbst über ihr Leben bestimmen.
Sie wollen überall dabei sein können.
Sie fordern Barriere-Freiheit.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Sie fordern auch Gleich-Berechtigung.
Gleich-Berechtigung bedeutet: Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Das Thema Inklusion ist nicht mehr wichtig für die Politik.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen gehören dazu.
Auch Menschen mit Behinderung.
Die Politiker kümmern sich um andere Sachen.
Zum Beispiel um Krieg und Geld-Probleme.
Was passiert dann?
Rechte Parteien nehmen sich dem Thema an.
Das ist gefährlich.
Die AfD macht das schon.
In Stuttgart schreibt die AfD über behinderte Menschen.
Die AfD ist eine rechte Partei.
Der Verfassungs-Schutz sagt: Die AfD ist rechts-extrem.
Verfassungs-Schutz bedeutet: Ein Geheim-Dienst in Deutschland.
Er schützt die Demokratie.
Rechts-extrem bedeutet: Menschen mit gefährlichen Meinungen gegen andere Menschen.
Sie denken: Nicht alle Menschen sind gleich wichtig.
Am 20. Oktober ist ein besonderer Tag.
Es ist der 2. Tag der nicht sicht-baren Beeinträchtigungen.
Nicht sicht-bare Beeinträchtigungen bedeutet: Man sieht die Behinderung nicht sofort.
Die AfD in Stuttgart macht dazu einen Antrag.
Ein Antrag im Stadt-Parlament.
Stadt-Parlament bedeutet: Eine Gruppe von Personen entscheidet über die Stadt.
Der Text von der AfD klingt harmlos.
Aber die AfD meint es nicht ehrlich.
Andere Parteien reagieren nicht genug.
Dann nutzt die AfD diese Lücke.
Das ist schlecht für behinderte Menschen.
Das Problem gibt es nicht nur in Stuttgart.
Das Problem gibt es überall in Deutschland.
Auf dem Land fehlen Ehren-Amtliche in Vereinen.
Ehren-amtlich bedeutet: Man arbeitet ohne Geld.
Wer macht dann die Arbeit?
Oft sind es Menschen mit schlechten Absichten.
Was passiert im Stuttgart Stadt-Parlament?
Wer stimmt gegen den Antrag von der AfD?
Die AfD kann dann sagen:
Diese Politiker sind gegen Inklusion.
Das ist ein schwieriges Problem.
Gemeinnützige Vereine haben auch Probleme.
Gemeinnützig bedeutet: Sie helfen der Gesellschaft.
Diese Vereine dürfen nicht viel Politik machen.
Sonst verlieren sie ihren besonderen Status.
Das entschied das Bundes-Finanz-Gericht 2019.
Finanz-Gericht bedeutet: Ein besonderes Gericht für Steuer-Streit.
Der Fall hieß Attac-Urteil.
Attac ist eine Gruppe gegen Globalisierung.
Globalisierung bedeutet: Länder arbeiten zusammen.
Das Gericht hat entschieden: Attac darf keine Steuer-Vorteile mehr haben.
Der Grund: Attac macht zu viel Politik.
Am 5. Mai 2026 ist der Europäische Protest-Tag.
Europäischer Protest-Tag bedeutet: Ein besonderer Tag am 5. Mai.
Menschen mit Behinderung wollen gleiche Rechte.
An diesem Tag gehen behinderte Menschen auf die Straße.
Sie fordern gleiche Rechte.
Was passiert wenn die AfD mit-läuft?
Die Vereine können nicht viel dagegen machen.
Sie haben Angst um ihren gemeinnützigen Status.
Das alles wäre nicht passiert.
Wenn die anderen Parteien besser gearbeitet hätten.
Sie haben das Thema Inklusion vergessen.
Jetzt nutzt die AfD diese Lücke.
Nach Umfragen haben 26 Prozent die AfD gewählt.
Das ist sehr viel.
Stephan Laux, Oktober 2025

Foto: Nancy Frind
Villmar - Weyer (kobinet) In einer Wahrnehmung ist sich die Behindertenbewegung bei diesem Thema sicher einig: Auf der Prioritätenliste politischer Akteure der sogenannten politischen Mitte rückt das Thema Inklusion immer weiter nach hinten. Globale Konflikte, die daraus resultierende Kriegsangst, Wirtschaftskrisen, Inflation und bei manchen vielleicht sogar die Angst vor einer "Reichensteuer" rangieren weit vor dem Thema. Aber was passiert, wenn man solche Themen ignoriert und so Lücken hinterlässt, die vom rechten Rand aufgegriffen werden?
Das beobachtete ich bei meiner Recherche zum 2. Tag der nicht sichtbaren Beeinträchtigungen, der am 20. Oktober bevorsteht. In Stuttgart hat sich die AfD des Themas angenommen. Mit einem Artikel auf ihrer Internetseite und einem Antrag im Stadtparlament.
(Liebe Leserinnen und Leser, es widerstrebt mir, eine Seite der AfD in diesem wunderbaren Forum zu verlinken. Bitte recherchieren Sie selbst. Eine mögliche Suchanfrage könnte lauten: „Tag der nicht sichtbaren Beeinträchtigungen, AfD Stuttgart“)
Der Artikel liest sich harmlos und hätte so auch von einer Partei stammen können, die nicht vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
Die Qualität des Antrags sei dahingestellt. Er enthält weder belastbare Daten noch überprüfbare Fakten. Das kennt man von der AfD. Wäre man neutral, was ich keinesfalls bin, könnte man aus beiden Beiträgen herauslesen, dass sich da jemand dem Thema Inklusion annimmt (der vermutlich gar nicht danach gefragt wurde). Die Parteien der Mitte wurden zum Thema befragt, haben es aber versäumt, entschlossen genug zu reagieren. Und dann passiert so etwas!
Lücke erkannt – Lücke besetzt.
Und das Stuttgarter Beispiel wird längst nicht das einzige sein und bleiben. Nicht nur in der Politik.
Gerade auf dem Land klagen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler in Vereinen über die mangelnde Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, Funktionen und Verantwortung zu übernehmen. Von welchen Leuten werden diese Lücken besetzt? Wer übernimmt Aufgaben und Verantwortung im örtlichen Sportverein, der freiwilligen Feuerwehr oder dem VdK-Ortsverband?
Wer wird im Stuttgarter Stadtparlament gegen den Antrag der AfD stimmen und sich deswegen vorwerfen lassen müssen, er oder sie sei gegen Inklusion und die Idee der stillen Stunde?
Was daran außerdem fatal erscheint, ist die Tatsache, dass betroffene gemeinnützige Vereine oder Initiativen sich schwer damit tun, dieser, ich nenne sie einmal „feindlichen Übernahme“, entgegenzutreten.
Politische Stellungnahmen gemeinnütziger Organisationen sind ein schmaler Grat. Und der wurde nach dem sogenannten „Attac-Urteil“ des Bundesfinanzhofs (BFH) 2019, der dieser NGO (Nichtregierungsorganisation) wegen politischer Kampagnenarbeit die Gemeinnützigkeit aberkannte, noch schwerer begehbar.
Was werden gemeinnützige Vereine und Initiativen der Behindertenbewegung tun, wenn beim nächsten Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2026 die AfD, die sich in Stuttgart für die Inklusion zumindest nicht sichtbar beeinträchtigter Menschen einsetzt, mitmarschiert? Werden sie dann politisch klar Stellung beziehen und ihre Gemeinnützigkeit gefährden, weil ihnen eine Klage der AfD (oder wie im Falle von Attac der politischen Mitte) vor dem BFH droht?
All diese Fragen müsste ich mir weniger stellen, wenn die seit Jahrzehnten regierende politische Mitte nicht eine so große inklusionsrelevante und sozialpolitische Lücke hinterlassen hätte, die momentan weiter denn je auseinanderzuklaffen scheint.
Diese Lücke lässt sich übrigens messen.
Sie beträgt nach aktuellen Umfragen gerade 26 Prozent!
Stephan Laux, Oktober 2025

Foto: Nancy Frind
Villmar - Weyer (kobinet) In einer Wahrnehmung ist sich die Behindertenbewegung bei diesem Thema sicher einig: Auf der Prioritätenliste politischer Akteure der sogenannten politischen Mitte rückt das Thema Inklusion immer weiter nach hinten. Globale Konflikte, die daraus resultierende Kriegsangst, Wirtschaftskrisen, Inflation und bei manchen vielleicht sogar die Angst vor einer "Reichensteuer" rangieren weit vor dem Thema. Aber was passiert, wenn man solche Themen ignoriert und so Lücken hinterlässt, die vom rechten Rand aufgegriffen werden?
Das beobachtete ich bei meiner Recherche zum 2. Tag der nicht sichtbaren Beeinträchtigungen, der am 20. Oktober bevorsteht. In Stuttgart hat sich die AfD des Themas angenommen. Mit einem Artikel auf ihrer Internetseite und einem Antrag im Stadtparlament.
(Liebe Leserinnen und Leser, es widerstrebt mir, eine Seite der AfD in diesem wunderbaren Forum zu verlinken. Bitte recherchieren Sie selbst. Eine mögliche Suchanfrage könnte lauten: „Tag der nicht sichtbaren Beeinträchtigungen, AfD Stuttgart“)
Der Artikel liest sich harmlos und hätte so auch von einer Partei stammen können, die nicht vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
Die Qualität des Antrags sei dahingestellt. Er enthält weder belastbare Daten noch überprüfbare Fakten. Das kennt man von der AfD. Wäre man neutral, was ich keinesfalls bin, könnte man aus beiden Beiträgen herauslesen, dass sich da jemand dem Thema Inklusion annimmt (der vermutlich gar nicht danach gefragt wurde). Die Parteien der Mitte wurden zum Thema befragt, haben es aber versäumt, entschlossen genug zu reagieren. Und dann passiert so etwas!
Lücke erkannt – Lücke besetzt.
Und das Stuttgarter Beispiel wird längst nicht das einzige sein und bleiben. Nicht nur in der Politik.
Gerade auf dem Land klagen Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler in Vereinen über die mangelnde Bereitschaft von Bürgerinnen und Bürgern, Funktionen und Verantwortung zu übernehmen. Von welchen Leuten werden diese Lücken besetzt? Wer übernimmt Aufgaben und Verantwortung im örtlichen Sportverein, der freiwilligen Feuerwehr oder dem VdK-Ortsverband?
Wer wird im Stuttgarter Stadtparlament gegen den Antrag der AfD stimmen und sich deswegen vorwerfen lassen müssen, er oder sie sei gegen Inklusion und die Idee der stillen Stunde?
Was daran außerdem fatal erscheint, ist die Tatsache, dass betroffene gemeinnützige Vereine oder Initiativen sich schwer damit tun, dieser, ich nenne sie einmal „feindlichen Übernahme“, entgegenzutreten.
Politische Stellungnahmen gemeinnütziger Organisationen sind ein schmaler Grat. Und der wurde nach dem sogenannten „Attac-Urteil“ des Bundesfinanzhofs (BFH) 2019, der dieser NGO (Nichtregierungsorganisation) wegen politischer Kampagnenarbeit die Gemeinnützigkeit aberkannte, noch schwerer begehbar.
Was werden gemeinnützige Vereine und Initiativen der Behindertenbewegung tun, wenn beim nächsten Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2026 die AfD, die sich in Stuttgart für die Inklusion zumindest nicht sichtbar beeinträchtigter Menschen einsetzt, mitmarschiert? Werden sie dann politisch klar Stellung beziehen und ihre Gemeinnützigkeit gefährden, weil ihnen eine Klage der AfD (oder wie im Falle von Attac der politischen Mitte) vor dem BFH droht?
All diese Fragen müsste ich mir weniger stellen, wenn die seit Jahrzehnten regierende politische Mitte nicht eine so große inklusionsrelevante und sozialpolitische Lücke hinterlassen hätte, die momentan weiter denn je auseinanderzuklaffen scheint.
Diese Lücke lässt sich übrigens messen.
Sie beträgt nach aktuellen Umfragen gerade 26 Prozent!
Stephan Laux, Oktober 2025





Es ist leichter, eine Initiative mit provokantem Namen zu gründen, auf eine Demo zu gehen und sich Buttons und Taschen an den Rollstuhl zu hängen, als sich in die mühsame Arbeit der bürgerlichen Mitte einzubringen. Doch genau dort werden die Lücken geschlossen, von denen Stephan Laux spricht: in Vereinen, im Ehrenamt, in der lokalen Politik. Und genau dort wollen Menschen mit Behinderung eigentlich hin, wenn sie nach Inklusion rufen – mitten in die Gesellschaft, nicht daneben. Protest ist billig, Engagement kostet. Inklusion zeigt sich nicht auf Demoschildern, sondern in der Bereitschaft, Verantwortung im Alltag zu fordern und zu übernehmen.
Lieber Ralph Milewski, besser hätte man es nicht ausdrücken können…
Herzliche Grüße Dr Martin Theben