Villmar - Weyer (kobinet)
Eine Extra-Wurst ist eine besondere Hilfe.
Manche Menschen bekommen eine Extra-Wurst.
Zum Beispiel: Menschen mit Behinderungen.
Eine Extra-Wurst bedeutet: Jemand bekommt mehr Hilfe als andere Menschen.
Zum Beispiel: Ein Mensch mit Behinderung darf vorne parken.
Diese Extra-Würste sollen jetzt weg-fallen.
Das bedeutet: Menschen mit Behinderungen bekommen weniger Hilfe.
Die Regierung will ein Gesetz ändern.
Das Gesetz heißt: Behinderten-Gleichstellungs-Gesetz.
Das bedeutet: Menschen mit Behinderung sollen die gleichen Rechte haben.
Die Abkürzung ist: BGG.
Eine Abkürzung macht ein langes Wort kürzer.
Man nimmt nur die ersten Buch-staben.
Viele Menschen mit Behinderungen sind dagegen.
Auch Vereine für Menschen mit Behinderungen sind dagegen.
Sie sagen: Das ist nicht gut für Menschen mit Behinderungen.
Die Wirtschaft sind Firmen und Unter-nehmen.
Die Wirtschaft hat das gefordert.
Die Wirtschaft sagt: Es gibt zu viel Bürokratie.
Bürokratie bedeutet: Viele Regeln und Vorschriften.
Die Regierung hat zugestimmt.
Die Regierung hat die Regeln geändert.
Deshalb gibt es jetzt weniger Schutz für Menschen mit Behinderungen.
Schutz bedeutet: Es gibt Regeln, die Menschen mit Behinderungen helfen.
Die Regierung hat noch mehr Regeln abgeschafft.
Es gibt jetzt auch weniger Schutz für das Klima.
Und für Kinder-Spiel-Plätze.
Die Wirtschaft ist sehr stark.
Die Wirtschaft bekommt oft ihren Willen.
Der Autor schreibt über sich selbst.
Er hat einen Schwer-Behinderten-Ausweis.
Das ist ein besonderer Ausweis für Menschen mit Behinderung.
Sein Foto darauf sieht nicht fröhlich aus.
Das liegt an den Regeln für Pass-Fotos.
Pass-Fotos sind besondere Fotos von deinem Gesicht.
Pass-Fotos brauchst du für deinen Ausweis.
Oder für deinen Reise-Pass.
Man soll auf Pass-Fotos nicht lächeln.
Der Autor arbeitet ehren-amtlich.
Ehren-amtlich bedeutet: Ohne Bezahlung.
Er setzt sich für Barriere-Freiheit ein.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle können überall mit-machen.
Manche nennen ihn: Barriere-Freiheits-Spiel-Verderber.
Das bedeutet: Er fordert viel.
Der Autor fordert Gesetze für Barriere-Freiheit.
Er will keine freiwilligen Regeln.
Er will feste Gesetze.
Zum Beispiel: Behinderten-Park-Plätze.
Die sind gesetzlich vorgeschrieben.
Das bedeutet: Es gibt eine Regel vom Staat.
Und du musst dich daran halten.
Es wäre schön: Alle Menschen sind hilfsbereit.
Aber das passiert nicht immer.
Manche denken: Wirtschaft ist wichtiger als Soziales.
Sozial bedeutet: Gut für alle Menschen.
Der Sozial-Staat soll Menschen helfen.
Der Sozial-Staat ist Deutschland.
Deutschland hilft Menschen, die Hilfe brauchen.
Die Wirtschaft findet Barriere-Freiheit nicht wichtig.
Das neue Gesetz macht das möglich.
Die Wirtschaft muss sich weniger um Barriere-Freiheit kümmern.
Das ist schlecht für Menschen mit Behinderungen.
Der Text wurde im Februar 2026 geschrieben.
Der Autor heißt: Stephan Laux.

Foto: Conmongt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
Villmar - Weyer (kobinet) Wer seine Extrawurst in der Gastronomie verkauft oder verzehrt, bezahlt ja seit 2026 nur noch 7 anstatt 19 % Mehrwertsteuer. Die Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) deckt auf: Die Zeit der Extrawürste für Menschen mit Behinderungen geht zu Ende. "Wurde auch Zeit!", wird sich die Privatwirtschaft gesagt haben. Denn genau das hat die Wirtschaftslobby mit ihrer Forderung nach Bürokratieabbau gemeint und gewünscht. Und die Bundesregierung hat geliefert. Keine Extrawürste mehr für Menschen mit Behinderungen, für den Klimaschutz, für Kinderspielplätze in Wohngebieten usw. Der oder die Stärkere gewinnt. Die Weltpolitik macht es vor. Und die Wirtschaftslobby ist nun mal die Stärkere.
Weil man auf biometrischen Passfotos nicht mehr lächeln soll, ähnelt mein Bild nicht nur auf meinem Schwerbehindertenausweis einer „Scheibe schlecht gelaunter Gesichtswurst“.
Und als schlecht gelaunt nimmt man mich mitunter nicht nur in den kobinet-Nachrichten wahr.
Auch in meinen unfreiwilligen, ehrenamtlichen Tätigkeiten gelte ich mittlerweile als der „Barrierefreiheitsspielverderber“.
„Unfreiwillige ehrenamtliche Tätigkeit“ ist kein Widerspruch. Wenn man das Gefühl hat, dass Hauptamtliche ihren Job nicht machen, fühlt man sich zum ehrenamtlichen Eingreifen gezwungen.
Und da fordere ich dann, obwohl Teilzeitvegetarier, ständig Extrawürste! Und zwar keinen freiwillig selbstverpflichtenden Wurstersatz, sondern, die richtig fetten gesetzlich verordneten.
Vergleichbar mit der Extrawurst Behindertenparkplatz. Da steht ja auch kein Schild dran mit der Aufschrift: „Liebe Autofahrer*innen, wenn Sie Lust haben, parken Sie lieber woanders“
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn alle selbstverständlich hilfsbereit, mitfühlend und rücksichtsvoll handeln würden. Diese Eigenschaften sind aber nun mal nicht wirtschaftswachstumsfördernd. Im Gegenteil: Der Sozialstaat gilt nicht mehr als Errungenschaft, sondern als Konkurrent der Wirtschaft.
Der Wirtschaft, darf Barrierefreiheit und Inklusion also nach dem Entwurf zur Reform des BGG dann von Gesetzes wegen wurschtegal sein.
Na dann. Guten Appetit!
PS: Weitere Wurstwortspiele gerne in den Lesermeinungen
Stephan Laux Februar 2026

Foto: Conmongt In neuem Fenster öffnen via Pixabay In neuem Fenster öffnen
Villmar - Weyer (kobinet) Wer seine Extrawurst in der Gastronomie verkauft oder verzehrt, bezahlt ja seit 2026 nur noch 7 anstatt 19 % Mehrwertsteuer. Die Kritik am Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) deckt auf: Die Zeit der Extrawürste für Menschen mit Behinderungen geht zu Ende. "Wurde auch Zeit!", wird sich die Privatwirtschaft gesagt haben. Denn genau das hat die Wirtschaftslobby mit ihrer Forderung nach Bürokratieabbau gemeint und gewünscht. Und die Bundesregierung hat geliefert. Keine Extrawürste mehr für Menschen mit Behinderungen, für den Klimaschutz, für Kinderspielplätze in Wohngebieten usw. Der oder die Stärkere gewinnt. Die Weltpolitik macht es vor. Und die Wirtschaftslobby ist nun mal die Stärkere.
Weil man auf biometrischen Passfotos nicht mehr lächeln soll, ähnelt mein Bild nicht nur auf meinem Schwerbehindertenausweis einer „Scheibe schlecht gelaunter Gesichtswurst“.
Und als schlecht gelaunt nimmt man mich mitunter nicht nur in den kobinet-Nachrichten wahr.
Auch in meinen unfreiwilligen, ehrenamtlichen Tätigkeiten gelte ich mittlerweile als der „Barrierefreiheitsspielverderber“.
„Unfreiwillige ehrenamtliche Tätigkeit“ ist kein Widerspruch. Wenn man das Gefühl hat, dass Hauptamtliche ihren Job nicht machen, fühlt man sich zum ehrenamtlichen Eingreifen gezwungen.
Und da fordere ich dann, obwohl Teilzeitvegetarier, ständig Extrawürste! Und zwar keinen freiwillig selbstverpflichtenden Wurstersatz, sondern, die richtig fetten gesetzlich verordneten.
Vergleichbar mit der Extrawurst Behindertenparkplatz. Da steht ja auch kein Schild dran mit der Aufschrift: „Liebe Autofahrer*innen, wenn Sie Lust haben, parken Sie lieber woanders“
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn alle selbstverständlich hilfsbereit, mitfühlend und rücksichtsvoll handeln würden. Diese Eigenschaften sind aber nun mal nicht wirtschaftswachstumsfördernd. Im Gegenteil: Der Sozialstaat gilt nicht mehr als Errungenschaft, sondern als Konkurrent der Wirtschaft.
Der Wirtschaft, darf Barrierefreiheit und Inklusion also nach dem Entwurf zur Reform des BGG dann von Gesetzes wegen wurschtegal sein.
Na dann. Guten Appetit!
PS: Weitere Wurstwortspiele gerne in den Lesermeinungen
Stephan Laux Februar 2026




