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Richtigstellung, Gegendarstellung, Entschuldigung!

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Ralph Milewski
Ralph Milewski
Foto: Ralph Milewski

Villmar - Weyer (kobinet) In seiner Augustkolumne entschuldigt sich Stephan Laux quasi im vorauseilenden Gehorsam u.a. bei Ralph Milewski für die Zuschreibung "Inklusionsterrorist". Da hat er sich wohl im Ton vergriffen. Heutzutage sollte man vorsichtiger sein und sich vorher überlegen, ob man so eine Zuschreibung raushaut. "Ich würde mich freuen, Herr Milewski, wenn Sie von einer Verleumdungsklage gegen mich absehen! Mir gefallen Ihre Fotografien! (auch wenn Sie auf manchen sehr grimmig dreinschauen)"

Mit Terrorismus verbindet man ja schnell so etwas wie den sogenannten „IS“ (islamischen Staat) der im Namen einer Weltreligion abscheuliche Verbrechen begeht.

Ihr „IS“ (Inklusiver Staat), Herr Milewski, bezieht sich ja eher auf die völkerrechtsbindende UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) in deren Namen Sie abscheuliche Beiträge auf kobinet und anderen Medien verbreiten. Ein Vergleich, der wahrlich beidbeinig hinkt!

Apropos abscheulich! Man verdächtigt mich selbst ähnlich abscheulicher Aussagen. Manche behaupten, ich hätte mich aus Frustration darüber, dass die UN – BRK sich in der „real existierenden Inklusion“ nicht wiederfindet, radikalisiert. Würde mich ungeachtet der Folgen mit den Mächtigen der Inklusionsindustrie anlegen. Und je konsequenter die Ignoranz z.B. der Aktion Mensch, desto radikaler wäre meine Kritik. Bis hin zur Unterstellung mafiöser Strukturen.

„Ich würde mich freuen, Herr von Butlar, wenn Sie von einer Verleumdungsklage gegen mich absehen! Ich bin Besitzer eines Jahresloses!“

Tatsächlich stelle ich mir den Werdegang eines „Inkusionsterroristen“ so vor: Einst bekennender Demokrat, an das Gute im Menschen und der Rechtsstaatlichkeit glaubend, bis er an seinen eigenen Argumenten verzweifelt. Bereit, sein Recht auf Inklusion mit der Waffel in der Hand zu verteidigen.

Ich habe dann gerade noch die Kurve bekommen und bin anstatt zum „Inklusionsterroristen“ zum „Inklusionstouristen“ geworden.

Ich verweise dann auch gerne auf Hans – Willi Weis. „Guckt mal der! Der ist noch viel schlimmer und noch dazu ein Intellektueller! Der ist ein ‚literarischer Bombenleger‘ und hatte in den Siebzigern schulterlanges Haar!“

„Ich würde mich freuen, Herr Weis, wenn Sie von einer Verleumdungsklage gegen mich absehen! Selbstverständlich steht es in zu, sich trotz Ihrer Beeinträchtigung intellektuell und literarisch zu äußern.“

Ich möchte mich auch bei Herrn Weis dafür entschuldigen, dass ich nahezu keine Musik von Tracy Chapman oder Bruce Springstein höre. Zu viel Text! Ich konsumiere fast ausschließlich Instrumentalmusik. Und wahrscheinlich lese ich auch zu wenig. Die Bücher, die ich in meinem Leben zu Ende gelesen habe, lassen sich wahrscheinlich an zwei Händen abzählen. Winnetou I, II, III und „Meffi, der kleine feuerrote Teufel“ von Doris Janausch eingeschlossen.

Meine Psychiaterin vermutete bei mir jüngst eine Art Autismus-Spektrum-Störung, weil ich dazu neige, alles und jeden wörtlich zu nehmen. In der Hoffnung, so Struktur in anscheinend komplizierte Zusammenhänge zu bringen. Da würde zu viel Text schnell zur Überforderung führen. Deswegen muss ich mir meinen literarischen Konsum gut einteilen: Bedienungsanleitungen, Rentenbescheid, Behördenpost, E-Mails, kobinet.

In diesem Zusammenhang möchte mich auch beim Berufsverband der Heilerziehungspfleger*innen für Ihre E-Mail bedanken, in der man mich sehr freundlich darum bat, mich aus dem Prozess der Findung einer neuen Berufsbezeichnung herauszuhalten.

Und wo ich schon mal dabei bin: Ich entschuldige mich bei allen Protagonist*innen der Behindertenhilfe, allen Ehrenamtlichen, Selbsthilfegruppen, Aktivist*innen, Sozialverbänden, Initiativen, Behindertenvertreter*innen und –beiräten, die hoch engagiert für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen kämpfen und arbeiten dafür, dass ich die UN –Behindertenrechtskonvention wörtlich nehme!

„Ich würde mich freuen, wenn Sie von einer Verleumdungsklage gegen mich absehen!“

August 2025 Stephan Laux