Staufen (kobinet)
General Breuer stellt eine Frage
Carsten Breuer ist General-Inspektor der Bundes-Wehr.
General-Inspektor bedeutet: Der wichtigste Soldat.
Er ist Chef von allen Soldaten.
Er gibt wichtige Befehle.
Bundes-Wehr bedeutet: Die Armee von Deutschland.
Dort arbeiten Soldaten.
Er ist der oberste Soldat in Deutschland.
Er stellt Menschen eine Frage.
Er fragt: Könnt ihr Krieg?
Er fragt alle Menschen.
Auch Menschen mit Behinderung.
Ich bin ein Mensch mit Behinderung.
Die Frage ist: Kann ich Krieg?
Meine Antwort ist: Nein.
Ich kann keinen Krieg.
Ich will keinen Krieg können.
Hier erkläre ich warum.
Die Politiker wollen eine Antwort.
Sie fragen: Wann könnt ihr Krieg?
Sie wollen kriegs-tüchtige Menschen.
Kriegs-tüchtig bedeutet: Bereit für den Krieg.
General Breuer fragt oft: Könnt ihr Krieg?
Das ist wie ein Gelöbnis.
Gelöbnis bedeutet: Ein wichtiges Versprechen.
Soldaten machen so ein Versprechen.
Jetzt sollen normale Bürger das auch.
Das ist Militarisierung der Gesellschaft.
Militarisierung bedeutet: Ein Land wird wie eine Armee.
Alles wird wie beim Militär gemacht.
Die ganze Gesellschaft wird auf Krieg vorbereitet.
Ich würde niemals sagen: Ja ich kann Krieg.
Das hat nicht nur mit meiner Behinderung zu tun.
Ich bin 75 Jahre alt.
Ich kann es nicht und will es nicht.
Krieg ist für mich ein Verbrechen.
Heute ist Krieg sehr gefährlich.
Heute gibt es Atom-Waffen.
Atom-Waffen bedeutet: Sehr gefährliche Bomben.
Sie zerstören ganze Städte.
Viele Menschen sterben.
Diese Waffen können alle Menschen töten.
Das wäre ein Verbrechen an der Menschheit.
Ich will nicht mitmachen.
Auch nicht als Verteidiger.
Gibt es passiven Widerstand?
Passiver Widerstand bedeutet: Menschen sind gegen etwas.
Sie kämpfen nicht mit Gewalt.
Sie machen nicht mit.
Man macht einfach weiter wie bisher.
Was gerade passiert hätte ich nicht gedacht.
Überall wird für Krieg vorbereitet.
Das passiert sehr schnell.
Politiker sprechen offen über Krieg.
Sie sagen: Wir sind nicht mehr im Frieden.
Vielleicht hat der Krieg schon begonnen.
Das finde ich erschreckend.
Gestern war das noch undenkbar.
Heute ist es normal geworden.
Etwas irritiert mich besonders.
In den Medien ist überall Kriegs-Sprache.
Kriegs-Sprache bedeutet: Menschen reden über Krieg.
Sie benutzen harte Worte.
Sie machen anderen Angst.
Überall wird über Krieg gesprochen.
Aber in der Behinderten-Gruppe ist nichts zu merken.
Behinderten-Gruppe bedeutet: Menschen mit Behinderungen helfen sich gegenseitig.
Sie kämpfen für ihre Rechte.
Zum Beispiel der IGEL-Podcast.
Sascha Lang und Ottmar Miles-Paul machen den Podcast.
Sie sprechen über Behinderten-Politik.
Aber über Krieg sprechen sie nicht.
Es ist als würde es keinen Krieg geben.
Sie machen weiter wie immer.
Vielleicht ist das passiver Widerstand.
Sie lassen sich nicht überreden.
Sie halten an ihrem friedlichen Leben fest.
Das ist ihr Widerstand gegen Kriegs-Vorbereitung.
Diese Erklärung hilft mir.
Dann kann ich das Verhalten verstehen.
Aber das wird nicht lange gehen.
Die Politiker werden nicht aufgeben.
Sie wollen alle Menschen auf Krieg einstellen.
Auch Menschen mit Behinderung.
Bald werden sie auch uns ansprechen.
Dann müssen auch wir Krieg können.
Alle können beim Krieg helfen.
Nicht alle müssen Soldat werden.
Aber alle können etwas tun.
Auch Menschen mit Behinderung.
Zum Beispiel in Werkstätten für Behinderte.
Dort können sie Munition herstellen.
Oder Menschen im Rollstuhl.
Sie können Kampf-Drohnen bedienen.
Kampf-Drohnen bedeutet: Flug-Geräte ohne Pilot.
Sie haben Waffen dabei.
Menschen steuern sie von weit weg.
Menschen steuern sie vom Boden aus.
Rollstuhl-Fahrer können das lernen.
So werden sie zu rollenden Waffen.
Ein Journalist sagt das auch.
Hauke Friedrichs arbeitet bei der ZEIT.
Er sagt: Keiner kann sich entziehen.
Wer nicht Soldat wird macht etwas anderes.
Zum Beispiel beim Technischen Hilfs-Werk.
Oder in der Rüstungs-Industrie.
Rüstungs-Industrie bedeutet: Firmen die Waffen herstellen.
Oder in Kranken-Häusern.
Alle müssen beim Krieg helfen.
Das regeln die Notstands-Gesetze.
Notstands-Gesetze bedeutet: Besondere Regeln für gefährliche Zeiten.
Die Regierung bekommt dann mehr Macht.
Keiner kann sich entziehen.
Menschen mit Behinderung die nicht mitmachen wollen:
Ihnen kann geholfen werden.
Zum Beispiel werden Hilfs-Mittel weggenommen.
Oder Geld für die Eingliederung.
Eingliederung bedeutet: Hilfe für das Leben mit Behinderung.
So werden sie zum Mitmachen gezwungen.
Neben Zwang gibt es auch Bestechung.
Ein Gewerkschafts-Mann sagt:
Krieg macht manche Menschen reich.
Aber die normale Gesellschaft hat nichts davon.
Das ist unfair.
Alle sollen am Gewinn teilhaben.
Vielleicht können wir nach dem Krieg alles neu aufbauen.
Mit teurem Marmor und Mahagoni-Holz.
Dann hätten auch Menschen mit Behinderung etwas davon.
Blinde Menschen könnten auf dem Marmor tanzen.
Rollstuhl-Fahrer könnten Rallye fahren.
Aber das ist Wahnsinn mit Methode.
Manchmal benutze ich bittere Worte.
Das nennt man Sarkasmus.
Sarkasmus bedeutet: Man macht sich lustig.
Man sagt etwas aber meint das Gegenteil.
Ich mache das wenn ich verzweifelt bin.
Das hilft mir mit der Verzweiflung umzugehen.
Es gibt auch Widerstand gegen Kriegs-Vorbereitung.
Die Internationalen Ärzte protestieren.
Sie sind gegen Atom-Krieg.
Sie sagen Nein zur Militarisierung der Medizin.
Ihre Aufgabe ist die Versorgung von Patienten.
Nicht die Vorbereitung auf Krieg.
Deutschland bereitet das Gesundheits-System auf Krieg vor.
Ärzte und Pflegekräfte sollen Kriegs-Medizin lernen.
Sie sollen verletzte Soldaten schnell heilen.
Damit die Soldaten wieder kämpfen können.
Für normale Menschen wird die Versorgung schlechter.
Die Ärzte sagen dagegen:
Medizin dient dem Leben.
Nicht dem Krieg.
Kranken-Häuser brauchen mehr Personal.
Für die normale Bevölkerung.
Nicht für den Krieg.
Patienten dürfen nicht nach Kriegs-Regeln behandelt werden.
Das bedeutet: Soldaten dürfen nicht wichtiger sein als andere Menschen.
Mehr Informationen gibt es hier:

Foto: Hans-Willi Weis
Staufen (kobinet) General Breuer fragt an. Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, ist der oberste Soldat "unserer Streitkräfte". Bei öffentlichen Informations- und Animationsveranstaltungen im Zuge der laufenden Kriegsvorbereitung pflegt er seiner zivilen Zuhörerschaft die Frage zu stellen: "Können Sie Krieg?" Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass seine Frage nicht auch inklusiv gemeint und zu verstehen ist. Sich also auch an behinderte Menschen richtet. Können wir Behinderte Krieg? – Ich kann es nicht und wünsche auch nicht, es zu können. Im Folgenden meine Gründe.
Die militärische Gretchen-Frage und ein öffentliches Gelöbnis für Zivilisten
In diesen Herbsttagen der kriegsdienstlichen Mobilmachung möchten die regierenden „Masters of War“ in Politik und Medien vor allem anderen die eine Frage von den Regierten beantwortet haben: Wann seid ihr endlich kriegstüchtig und könnt wirklich Krieg? Sie exponieren sie für den Augenblick als die politische Gretchenfrage schlechthin, deren Beantwortung über unser aller Wohl und Wehe entscheide: „Bürger*in in Zivil, wie hältst du es mit deiner Kriegstüchtigkeit?“ – Wenn General Breuer einem zivilen Publikum fast schon rituell im Laufe seines Vortrags die Frage stellt: „Können Sie Krieg?“, dann nähert sich seine Performance dem, was man sich unter einem öffentlichen Gelöbnis für Zivilisten vorzustellen hat. Analog dem großen Zapfenstreich der Bundeswehr, dem öffentlichen Gelöbnis von Rekruten. Ist es da zu viel gesagt, von einer Militarisierung der Gesellschaft oder jedenfalls dem Versuch einer Militarisierung der Gesellschaft zu sprechen?
Doch warum eigentlich würde ich persönlich niemals geloben: „Ja, ich kann Krieg“ oder „Ja, ich werde es können“? Am wenigsten noch deshalb, weil ich es wegen meiner Behinderung und meines Alters (bin im 75. Lebensjahr) schlecht kann oder könnte; nein, ich kann es nicht und möchte es nicht können, da es die Teilnahme an einem Verbrechen wäre, als welches ich zwischenstaatlich und international geführte Kriege heute ansehe. Insbesondere wegen ihrer Unkalkulierbarkeit und Unkontrollierbarkeit hinsichtlich des Risikos gegenseitiger Massenvernichtung (bis hin zum Menschheitsverbrechen eines atomaren Holocaust). Und an dieser meiner Teilnahme an einem Verbrechen würde sich auch dadurch nichts ändern, dass ich am „methodischen Wahnsinn“ eines derartigen Kriegsunternehmens auf der moralisch legitimen Seite der Verteidiger teilnähme. So oder so, Beteiligung an einem Krieg von dieser Risikodimension geht für mich persönlich gar nicht, sprich jene aktive Beteiligung, wie sie durch die Worte „Krieg können“ insinuiert ist.
Lässt sich etwas wie „passiver Widerstand“ der Behinderten gegen die gesellschaftliche Militarisierung konstatieren? Was zurzeit geschieht und die Geschwindigkeit und scheinbare Unaufhaltsamkeit, mit der es geschieht, hätte ich nicht für möglich gehalten und übertreibe daher nicht, wenn ich für mich von etwas Unfassbarem spreche. Dass nämlich in kürzester Zeit von Politik und Gesellschaft hierzulande wie auch in den europäischen Nachbarländern mit größter Selbstverständlichkeit Kriegsvorbereitungen getroffen werden und Mutmaßungen über den Zeitpunkt des Kriegsbeginns angestellt werden (nachdem mit ebensolcher Kaltschnäuzigkeit davon ausgegangen und es hingenommen wird, dass wir uns bereits nicht mehr im Frieden befinden und es sich bei dem momentanen Zwischenstadium auch schon um die erste Phase des Kriegsgeschehens handeln könne). Wie gesagt, mit ungläubigem Entsetzen blicke ich auf etwas, das ich gewissermaßen noch gestern für undenkbar gehalten hätte, einen objektiv verbrecherischen Irrsinn solchen Ausmaßes.
Und dann ist da etwas, das mich aus der Perspektive des Behinderten noch einmal ganz besonders irritiert. Ein gewöhnliches Alltagsverhalten, ein Tun und Lassen, als wäre nichts. Mir unbegreiflich. Was über unser Unmittelbarses hinaus „die Wirklichkeit“ ist, wissen und erfahren wir aus den Medien, und deren Nachrichtenkanäle und Kommentarspalten bersten schier vor Kriegsrhetorik, Kriegspropaganda, Kriegsberichterstattung, akuten Kriegsszenarien, permanentem Verteidigungsalarmismus. Und was nehme ich im Behindertenalltag wahr? In der Behindertencommunity ist von alledem nichts zu merken, kommt diese Wirklichkeit gar nicht vor. Sie taucht in den sozialen Netzwerken des Behindertenaktivismus nirgends auf. Offenbar von mir auf andere schließend, dachte ich bislang, so viel kognitive Dissonanz, Unstimmigkeit der Wahrnehmung, hält ein Kopf nicht aus, unmöglich, der zerplatzt. Da habe ich mich wohl getäuscht.
Zum Beispiel die behindertenpolitischen Monatsrückblicke des IGEL-Podcast mit Sascha Lang und Ottmar Miles-Paul. Jedes Mal, wenn ich die vergangenen Monate da hineingehört habe, fühlte ich mich in eine gesellschaftliche und behindertenpolitische Parallelwelt versetzt. Als ereigne sich soeben nicht äußerst Bedrohliches um uns her, „unser aller Freiheit und Sicherheit gefährdet“, und der behindertenpolitischen Bubble wird seelenruhig die übliche Agenda abgearbeitet, viel nerviges Kleinklein und zum Schluss ein paar positive Nachrichten in Sachen Inklusion. – Es hat eine Weile gedauert und ich scherze nicht, mir ist endlich eine halbwegs plausible Deutung dieses irritierend kontrafaktischen Verhaltens innerhalb der Behindertenszene in den Sinn gekommen, die mir hilft, an dem Phänomen nicht zu verzweifeln: Handelt es sich hier nicht im Endeffekt – wenn nicht subjektiv, absichtsvoll, so doch objektiv, dem Verhaltensresultat nach – um eine Form passiven Widerstands gegen die uns massenmedial eingebläute Kriegsertüchtigung? Eine Art Hinhaltetaktik durch Festhalten an der eingeschliffenen Alltagsroutine, nach alter Manier friedenszeitlich getaktet, postheroisch zivilisiert. Obgleich sie es nicht sagen und es nicht ihre Absicht sein muss, so bringen doch Sascha und Ottmar und mit ihnen die anderen Peers mit ihrem unbeirrten „Weiter so“ zum Ausdruck: So umstandslos und auf Kommando lassen wir uns nicht unser human friedfertiges postheroisch zivilisiertes Mindset eintauschen gegen das Kriegstüchtigkeits-Mindset eines politisch verordneten neuen Heroismus und Militarismus.
Seitdem ich mir das Verhalten meiner Behindertenpeers auf diese Weise erkläre, mir meinetwegen auch bloß einen Reim darauf mache, geht es mir gleich eine Spur besser. Nichtsdestoweniger fürchte ich, lange durchhalten wird man das nicht können. Dieses hinhaltende Taktieren durch communityinternes Ausblenden und Ignorieren der von Kriegsgeheul und Säbelrasseln erfüllten Außenwelt werden deren Arrangeure nicht durchgehen lassen. Die politischen und die medialen Masters of War werden an allen Ecken und Enden nicht locker lassen, bis sie den Eindruck gewinnen: „mission accomplished“, die Reste postheroischer Mentalität geschleift, das neue Mindset flächendeckend installiert, mental auf die eine Linie, die militärische Verteidigungslinie, eingeschworen, marschieren sämtliche Milieus mittig oder marginal nunmehr gehorsam in eine einzige Könnensrichtung: Krieg.
Diversity no problem! Krieg ist inklusiv, alle können ihn
Nicht alle müssen sich den gleichen Kriegsstiefel anziehen, nein, aber alle können ihr Scherflein Krieg zum Kriegsgelingen beitragen. Mit diesem Ansinnen wird man in Kürze auch Behinderte behelligen. Sobald die gesamte Gesellschaft nach der Devise funktioniert, sich umorganisiert: „Krieg können“ ist zwar nicht alles, aber ohne dieses Können ist alles nichts und folglich auch nichts mit Inklusion – wo zu Kriegszeiten die Inklusionsdinge so gehandhabt werden, wird dieser Kelch auch an uns Behinderten nicht vorübergehen. Das Verarbeiten von Munitionsbaumwolle in Behindertenwerkstätten oder körperlich fitte Rollstuhlfahrende, die das Bedienen von Kampfdrohnen lernen können (wie dies neunjährige Drittklässler in Litauen im Schulunterricht lernen) und sich in rollende Abschussrampen verwandeln, ob das eine oder das andere, zu irgendeinem Verteidigungsbeitrag werden wir herangezogen, verdonnert werden. Und spätestens dann stellt sich die Frage: Wollen wir dies mit uns machen lassen? Und wenn nicht, müssen wir uns dann nicht doch zu einer aktiveren realitätsgerechteren und bewussteren Form passiven Widerstands entschließen?
Wer glaubt, ich übertreibe, wird vom ZEIT-Journalisten Hauke Friedrichs (der auch ein anschauliches Handbuch zur kriegstüchtigen Fitness verfasst hat: „Notvorräte bunkern, einen gepackten Evakuierungsrucksack bereit halten“ etc.) im Deutschlandfunk (Zur Diskussion vom 24.09.2024) eines Besseren belehrt. Behinderungsbedingt untauglich zum Dienst an der Waffe sein und infolgedessen fein raus? Denkste! Original Friedrichs: „Es bringt ja einem Land gar nichts, wenn jeder Soldat würde, denn dann würde ja für den Zivilschutz im Ernstfall gar niemand mehr da sein. Das wird ja auch jedem klar sein, der nicht Soldat werden will, der wird, wenn es zum Krieg kommt, ja vom Staat trotzdem eingezogen. Dann eben nicht fürs Militär, sondern für das Technische Hilfswerk, für die Rüstungsindustrie, für die Kliniken, die Lazarette. Das regeln ja die Notstandsgesetze, da kann sich keiner entziehen und Teil eines Krieges wird dann jeder sein, der nicht das Land verlässt. Das zeigt ja auch die Ukraine, da werden ja auch viele Menschen gebraucht, die nicht Soldaten sind, für medizinisches Personal und Leute, die in Bunkern helfen …“
Kurzum, für die gelingende Verteidigung von Freiheit und Demokratie, Leib und Leben, für einen gelingenden Krieg also, werden ausnahmslos alle ran müssen. Bei Drückebergerei werden probate Steuerungsmechanismen greifen. Im Fall von verwendungsfähigen, aber drückebergerischen Behinderten könnte dies über den Entzug von Hilfsmitteln und Eingliederungsleistungen geschehen, die von den Betreffenden nicht für kriegsdienstliche Zwecke benötigt und benutzt werden. Ein jeder und eine jede frage sich schon einmal: Wie werde ich mich in dieser Situation verhalten, werde ich spuren, parieren, auf dass mir nicht womöglich noch ganz andere Daumenschrauben angelegt werden?
Neben Zwangsmaßnahmen ist seit eh und je Bestechung ein bewährtes Mittel der Herrschenden, sich Gehorsam und Botmäßigkeit der Beherrschten zu sichern. Ein Gewerkschaftsfunktionär, so ging es unlängst durch die Presse, beanstandet, Kriege dürften Einzelne nicht immer reicher machen, während die Gesellschaft nichts davon habe. An Rüstung und Krieg hat er demnach nichts auszusetzen, ihn stört einzig, dass wir nicht alle am Reibach teilhaben. Was er sich wohl vorstellt, wie die Allgemeinheit den ihr zustehenden Anteil an den Kriegsprofiten verwenden, reinvestieren sollte? Möglicherweise dafür, nach Kriegsende, wenn es hier bei uns so ähnlich wie derzeit in Gaza aussieht, dass wir dann mit diesen Geldern das Land schöner und blühender aufbauen als je zuvor. Überall Marmor und Mahagoni, wie Trump für Gaza vorgeschlagen hat. Dann wären auch Behinderte keineswegs leer ausgegangen, Blinde wie ich könnten auf dem glänzenden Marmor mit Blindenstock Stocktanz tanzen und Rollifahrende Rallyefahren über kilometerlange Mahagonipisten. –
Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode. Wo träfe das Sprichwort mehr zu als auf die gegenwärtige Spielart von methodischem Wahnsinn: „Krieg können“ und seine aktuelle Etappe, die kriegsdienstliche Mobilmachung. Gerade das Methodische des Irrsinns ist es, das Eindruck schindet. Und der verleitet viele zum Mitmachen. Was mich an den Rand der Verzweiflung bringt. Manchmal ist Sarkasmus meine Weise, dem Verzweiflungsdruck in mir ein Notventil zu öffnen.
P.S. Gegen die kriegsdienstliche Mobilmachung hier beispielsweise ein Aufruf der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Sie sagen Nein zur Militarisierung der Medizin: „Unsere Aufgabe ist die Versorgung unserer Patienten, nicht aber die Beteiligung an Anstrengungen, unser Gesundheitswesen kriegstüchtig zu machen!“
Deutschland rüstet sein Gesundheitssystem für den Ernstfall Krieg. Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte sollen auf Kriegsmedizin vorbereitet werden – mit dem Ziel, verletzte Soldaten schnellstmöglich wieder einsatzfähig zu machen. Für die Zivilbevölkerung bedeutet das: eingeschränkte Versorgung und die Aufforderung, sich im Notfall selbst zu helfen.
Wir sagen Nein! Für uns ist klar:
- Medizin dient dem Leben – nicht dem Krieg.
- Krankenhäuser brauchen mehr Personal und mehr Investitionen für die Versorgung der Zivilbevölkerung und nicht für die Umstellung auf Kriegsmedizin.
- Patienten dürfen nicht nach militärischen Kriterien nachrangig behandelt werden.
https://bsw-vg.de/bsw-unterstuetzt-petition-gegen-die-militarisierung-des-gesundheitswesens/

Foto: Hans-Willi Weis
Staufen (kobinet) General Breuer fragt an. Carsten Breuer, Generalinspekteur der Bundeswehr, ist der oberste Soldat "unserer Streitkräfte". Bei öffentlichen Informations- und Animationsveranstaltungen im Zuge der laufenden Kriegsvorbereitung pflegt er seiner zivilen Zuhörerschaft die Frage zu stellen: "Können Sie Krieg?" Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass seine Frage nicht auch inklusiv gemeint und zu verstehen ist. Sich also auch an behinderte Menschen richtet. Können wir Behinderte Krieg? – Ich kann es nicht und wünsche auch nicht, es zu können. Im Folgenden meine Gründe.
Die militärische Gretchen-Frage und ein öffentliches Gelöbnis für Zivilisten
In diesen Herbsttagen der kriegsdienstlichen Mobilmachung möchten die regierenden „Masters of War“ in Politik und Medien vor allem anderen die eine Frage von den Regierten beantwortet haben: Wann seid ihr endlich kriegstüchtig und könnt wirklich Krieg? Sie exponieren sie für den Augenblick als die politische Gretchenfrage schlechthin, deren Beantwortung über unser aller Wohl und Wehe entscheide: „Bürger*in in Zivil, wie hältst du es mit deiner Kriegstüchtigkeit?“ – Wenn General Breuer einem zivilen Publikum fast schon rituell im Laufe seines Vortrags die Frage stellt: „Können Sie Krieg?“, dann nähert sich seine Performance dem, was man sich unter einem öffentlichen Gelöbnis für Zivilisten vorzustellen hat. Analog dem großen Zapfenstreich der Bundeswehr, dem öffentlichen Gelöbnis von Rekruten. Ist es da zu viel gesagt, von einer Militarisierung der Gesellschaft oder jedenfalls dem Versuch einer Militarisierung der Gesellschaft zu sprechen?
Doch warum eigentlich würde ich persönlich niemals geloben: „Ja, ich kann Krieg“ oder „Ja, ich werde es können“? Am wenigsten noch deshalb, weil ich es wegen meiner Behinderung und meines Alters (bin im 75. Lebensjahr) schlecht kann oder könnte; nein, ich kann es nicht und möchte es nicht können, da es die Teilnahme an einem Verbrechen wäre, als welches ich zwischenstaatlich und international geführte Kriege heute ansehe. Insbesondere wegen ihrer Unkalkulierbarkeit und Unkontrollierbarkeit hinsichtlich des Risikos gegenseitiger Massenvernichtung (bis hin zum Menschheitsverbrechen eines atomaren Holocaust). Und an dieser meiner Teilnahme an einem Verbrechen würde sich auch dadurch nichts ändern, dass ich am „methodischen Wahnsinn“ eines derartigen Kriegsunternehmens auf der moralisch legitimen Seite der Verteidiger teilnähme. So oder so, Beteiligung an einem Krieg von dieser Risikodimension geht für mich persönlich gar nicht, sprich jene aktive Beteiligung, wie sie durch die Worte „Krieg können“ insinuiert ist.
Lässt sich etwas wie „passiver Widerstand“ der Behinderten gegen die gesellschaftliche Militarisierung konstatieren? Was zurzeit geschieht und die Geschwindigkeit und scheinbare Unaufhaltsamkeit, mit der es geschieht, hätte ich nicht für möglich gehalten und übertreibe daher nicht, wenn ich für mich von etwas Unfassbarem spreche. Dass nämlich in kürzester Zeit von Politik und Gesellschaft hierzulande wie auch in den europäischen Nachbarländern mit größter Selbstverständlichkeit Kriegsvorbereitungen getroffen werden und Mutmaßungen über den Zeitpunkt des Kriegsbeginns angestellt werden (nachdem mit ebensolcher Kaltschnäuzigkeit davon ausgegangen und es hingenommen wird, dass wir uns bereits nicht mehr im Frieden befinden und es sich bei dem momentanen Zwischenstadium auch schon um die erste Phase des Kriegsgeschehens handeln könne). Wie gesagt, mit ungläubigem Entsetzen blicke ich auf etwas, das ich gewissermaßen noch gestern für undenkbar gehalten hätte, einen objektiv verbrecherischen Irrsinn solchen Ausmaßes.
Und dann ist da etwas, das mich aus der Perspektive des Behinderten noch einmal ganz besonders irritiert. Ein gewöhnliches Alltagsverhalten, ein Tun und Lassen, als wäre nichts. Mir unbegreiflich. Was über unser Unmittelbarses hinaus „die Wirklichkeit“ ist, wissen und erfahren wir aus den Medien, und deren Nachrichtenkanäle und Kommentarspalten bersten schier vor Kriegsrhetorik, Kriegspropaganda, Kriegsberichterstattung, akuten Kriegsszenarien, permanentem Verteidigungsalarmismus. Und was nehme ich im Behindertenalltag wahr? In der Behindertencommunity ist von alledem nichts zu merken, kommt diese Wirklichkeit gar nicht vor. Sie taucht in den sozialen Netzwerken des Behindertenaktivismus nirgends auf. Offenbar von mir auf andere schließend, dachte ich bislang, so viel kognitive Dissonanz, Unstimmigkeit der Wahrnehmung, hält ein Kopf nicht aus, unmöglich, der zerplatzt. Da habe ich mich wohl getäuscht.
Zum Beispiel die behindertenpolitischen Monatsrückblicke des IGEL-Podcast mit Sascha Lang und Ottmar Miles-Paul. Jedes Mal, wenn ich die vergangenen Monate da hineingehört habe, fühlte ich mich in eine gesellschaftliche und behindertenpolitische Parallelwelt versetzt. Als ereigne sich soeben nicht äußerst Bedrohliches um uns her, „unser aller Freiheit und Sicherheit gefährdet“, und der behindertenpolitischen Bubble wird seelenruhig die übliche Agenda abgearbeitet, viel nerviges Kleinklein und zum Schluss ein paar positive Nachrichten in Sachen Inklusion. – Es hat eine Weile gedauert und ich scherze nicht, mir ist endlich eine halbwegs plausible Deutung dieses irritierend kontrafaktischen Verhaltens innerhalb der Behindertenszene in den Sinn gekommen, die mir hilft, an dem Phänomen nicht zu verzweifeln: Handelt es sich hier nicht im Endeffekt – wenn nicht subjektiv, absichtsvoll, so doch objektiv, dem Verhaltensresultat nach – um eine Form passiven Widerstands gegen die uns massenmedial eingebläute Kriegsertüchtigung? Eine Art Hinhaltetaktik durch Festhalten an der eingeschliffenen Alltagsroutine, nach alter Manier friedenszeitlich getaktet, postheroisch zivilisiert. Obgleich sie es nicht sagen und es nicht ihre Absicht sein muss, so bringen doch Sascha und Ottmar und mit ihnen die anderen Peers mit ihrem unbeirrten „Weiter so“ zum Ausdruck: So umstandslos und auf Kommando lassen wir uns nicht unser human friedfertiges postheroisch zivilisiertes Mindset eintauschen gegen das Kriegstüchtigkeits-Mindset eines politisch verordneten neuen Heroismus und Militarismus.
Seitdem ich mir das Verhalten meiner Behindertenpeers auf diese Weise erkläre, mir meinetwegen auch bloß einen Reim darauf mache, geht es mir gleich eine Spur besser. Nichtsdestoweniger fürchte ich, lange durchhalten wird man das nicht können. Dieses hinhaltende Taktieren durch communityinternes Ausblenden und Ignorieren der von Kriegsgeheul und Säbelrasseln erfüllten Außenwelt werden deren Arrangeure nicht durchgehen lassen. Die politischen und die medialen Masters of War werden an allen Ecken und Enden nicht locker lassen, bis sie den Eindruck gewinnen: „mission accomplished“, die Reste postheroischer Mentalität geschleift, das neue Mindset flächendeckend installiert, mental auf die eine Linie, die militärische Verteidigungslinie, eingeschworen, marschieren sämtliche Milieus mittig oder marginal nunmehr gehorsam in eine einzige Könnensrichtung: Krieg.
Diversity no problem! Krieg ist inklusiv, alle können ihn
Nicht alle müssen sich den gleichen Kriegsstiefel anziehen, nein, aber alle können ihr Scherflein Krieg zum Kriegsgelingen beitragen. Mit diesem Ansinnen wird man in Kürze auch Behinderte behelligen. Sobald die gesamte Gesellschaft nach der Devise funktioniert, sich umorganisiert: „Krieg können“ ist zwar nicht alles, aber ohne dieses Können ist alles nichts und folglich auch nichts mit Inklusion – wo zu Kriegszeiten die Inklusionsdinge so gehandhabt werden, wird dieser Kelch auch an uns Behinderten nicht vorübergehen. Das Verarbeiten von Munitionsbaumwolle in Behindertenwerkstätten oder körperlich fitte Rollstuhlfahrende, die das Bedienen von Kampfdrohnen lernen können (wie dies neunjährige Drittklässler in Litauen im Schulunterricht lernen) und sich in rollende Abschussrampen verwandeln, ob das eine oder das andere, zu irgendeinem Verteidigungsbeitrag werden wir herangezogen, verdonnert werden. Und spätestens dann stellt sich die Frage: Wollen wir dies mit uns machen lassen? Und wenn nicht, müssen wir uns dann nicht doch zu einer aktiveren realitätsgerechteren und bewussteren Form passiven Widerstands entschließen?
Wer glaubt, ich übertreibe, wird vom ZEIT-Journalisten Hauke Friedrichs (der auch ein anschauliches Handbuch zur kriegstüchtigen Fitness verfasst hat: „Notvorräte bunkern, einen gepackten Evakuierungsrucksack bereit halten“ etc.) im Deutschlandfunk (Zur Diskussion vom 24.09.2024) eines Besseren belehrt. Behinderungsbedingt untauglich zum Dienst an der Waffe sein und infolgedessen fein raus? Denkste! Original Friedrichs: „Es bringt ja einem Land gar nichts, wenn jeder Soldat würde, denn dann würde ja für den Zivilschutz im Ernstfall gar niemand mehr da sein. Das wird ja auch jedem klar sein, der nicht Soldat werden will, der wird, wenn es zum Krieg kommt, ja vom Staat trotzdem eingezogen. Dann eben nicht fürs Militär, sondern für das Technische Hilfswerk, für die Rüstungsindustrie, für die Kliniken, die Lazarette. Das regeln ja die Notstandsgesetze, da kann sich keiner entziehen und Teil eines Krieges wird dann jeder sein, der nicht das Land verlässt. Das zeigt ja auch die Ukraine, da werden ja auch viele Menschen gebraucht, die nicht Soldaten sind, für medizinisches Personal und Leute, die in Bunkern helfen …“
Kurzum, für die gelingende Verteidigung von Freiheit und Demokratie, Leib und Leben, für einen gelingenden Krieg also, werden ausnahmslos alle ran müssen. Bei Drückebergerei werden probate Steuerungsmechanismen greifen. Im Fall von verwendungsfähigen, aber drückebergerischen Behinderten könnte dies über den Entzug von Hilfsmitteln und Eingliederungsleistungen geschehen, die von den Betreffenden nicht für kriegsdienstliche Zwecke benötigt und benutzt werden. Ein jeder und eine jede frage sich schon einmal: Wie werde ich mich in dieser Situation verhalten, werde ich spuren, parieren, auf dass mir nicht womöglich noch ganz andere Daumenschrauben angelegt werden?
Neben Zwangsmaßnahmen ist seit eh und je Bestechung ein bewährtes Mittel der Herrschenden, sich Gehorsam und Botmäßigkeit der Beherrschten zu sichern. Ein Gewerkschaftsfunktionär, so ging es unlängst durch die Presse, beanstandet, Kriege dürften Einzelne nicht immer reicher machen, während die Gesellschaft nichts davon habe. An Rüstung und Krieg hat er demnach nichts auszusetzen, ihn stört einzig, dass wir nicht alle am Reibach teilhaben. Was er sich wohl vorstellt, wie die Allgemeinheit den ihr zustehenden Anteil an den Kriegsprofiten verwenden, reinvestieren sollte? Möglicherweise dafür, nach Kriegsende, wenn es hier bei uns so ähnlich wie derzeit in Gaza aussieht, dass wir dann mit diesen Geldern das Land schöner und blühender aufbauen als je zuvor. Überall Marmor und Mahagoni, wie Trump für Gaza vorgeschlagen hat. Dann wären auch Behinderte keineswegs leer ausgegangen, Blinde wie ich könnten auf dem glänzenden Marmor mit Blindenstock Stocktanz tanzen und Rollifahrende Rallyefahren über kilometerlange Mahagonipisten. –
Und ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode. Wo träfe das Sprichwort mehr zu als auf die gegenwärtige Spielart von methodischem Wahnsinn: „Krieg können“ und seine aktuelle Etappe, die kriegsdienstliche Mobilmachung. Gerade das Methodische des Irrsinns ist es, das Eindruck schindet. Und der verleitet viele zum Mitmachen. Was mich an den Rand der Verzweiflung bringt. Manchmal ist Sarkasmus meine Weise, dem Verzweiflungsdruck in mir ein Notventil zu öffnen.
P.S. Gegen die kriegsdienstliche Mobilmachung hier beispielsweise ein Aufruf der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Sie sagen Nein zur Militarisierung der Medizin: „Unsere Aufgabe ist die Versorgung unserer Patienten, nicht aber die Beteiligung an Anstrengungen, unser Gesundheitswesen kriegstüchtig zu machen!“
Deutschland rüstet sein Gesundheitssystem für den Ernstfall Krieg. Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte sollen auf Kriegsmedizin vorbereitet werden – mit dem Ziel, verletzte Soldaten schnellstmöglich wieder einsatzfähig zu machen. Für die Zivilbevölkerung bedeutet das: eingeschränkte Versorgung und die Aufforderung, sich im Notfall selbst zu helfen.
Wir sagen Nein! Für uns ist klar:
- Medizin dient dem Leben – nicht dem Krieg.
- Krankenhäuser brauchen mehr Personal und mehr Investitionen für die Versorgung der Zivilbevölkerung und nicht für die Umstellung auf Kriegsmedizin.
- Patienten dürfen nicht nach militärischen Kriterien nachrangig behandelt werden.
https://bsw-vg.de/bsw-unterstuetzt-petition-gegen-die-militarisierung-des-gesundheitswesens/





Wäre ich Politiker oder parteipolitisch unterwegs (eventuell bei der Linken) engagierte ich mich für deren realpolitisch anschlussfähige verteidigungspolitische Konzepte (auch für Konfliktlösungs-und Friedenstrategien wie in van Akens Buch „Worte statt Waffen“ entlang empirischer Fallbeispiele geschildert).
Grundsätzliche Alternativen zu bewaffnetem, also militärisch gesichertem Frieden werden im pazifistischen Zukunftsentwurf „Sicherheit neu denken“ der Deutschen Friedensgesellschaft skizziert und angedacht.
Mein unmittelbares Anliegen und Bemühen ist die intellektuelle Subversion, das gedankliche Untergraben der politischen Scheinplausibilität des heutigen Bellizismus: Immer mehr Waffen, gigantische Aufrüstung, Kriegsvorbereitung und als nächstes Kriegseintritt sei die Lösung und nicht Teil des Problems, unsere Rettung und nicht, wie ich fürchte, der Abrund, die Katastrophe, die auch uns in die Barbarei und Entmenschlichung stürzen, die wir im „Feind“, im Kriegsgegner bekämpfen.
Hans-Wili Weis
Es ist ja gut und richtig, gegen Krieg bzw. Militarisierung einzutreten, aber wer das tut, sollte dann bitte auch funktionierende oder wenigstens theoretisch funktionsfähige Alternativen aufzeigen. Herr Weis scheint nämlich vergessen zu haben, dass z. B. sowohl Deutschland als auch die Ukraine in den Jahren nach 1990 massiv abrüsteten und dabei – die Ukraine gab sogar ihre Atomwaffen ab – sämtliche Verträge einhielten im Vertrauen darauf, die Russische Föderation täte es ihnen gleich und hielte schriftlich gegebene Sicherheitsgarantien ebenfalls ein. Leider wurde dieses Vertrauen aber durch die von Wladimir Putin geleitete Regierung der Russischen Föderation – ich unterscheide sie bewusst von den in der RF lebenden Völkern – spätestens ab 2014 massiv gebrochen.
Wie soll also jetzt „Frieden schaffen ohne Waffen!“ ganz konkret funktionieren, wenn sich (mindestens) eine Seite – sogar erklärtermaßen – nicht an entsprechende Abmachungen zu halten bemüßigt zu sehen glaubt…?
Kritik am Rüstungswahn regt sich bei Gewerkschaften (etwa verdi Badenwürttemberg) und bei Porsche in Stuttgart:
https://www.telepolis.de/features/Belegschaft-rebelliert-Porsche-Mitarbeiter-wollen-keine-Waffen-bauen-10625720.html
Guten Tag mich würde aber bei all den klugen und zutreffenden Argumenten gegen Krieg und Rüstungswahn, wie konkret solche Geopolitischen Konflikte Gewaltfrei gelöst werden.
Aber da fragen wir mal Donald Trump der ja Frieden am Fließband schafft aber gegen das eigene Volk und Venezuela einen ( unerklärten) Krieg führt…
Frieden schaffen ohne Waffen….aber wie…!?
Herzliche Grüße Dr Martin Theben