Ahlen
Alper Senlik ist 26 Jahre alt.
Er kommt aus Ahlen.
Ahlen liegt in Nord-Rhein-West-Falen.
Vor kurzer Zeit gab er ein Interview.
Interview bedeutet: Ein Gespräch mit Fragen und Antworten.
Das Interview war bei kobinet-nachrichten.
Er sagte damals:
Wir gehören in die Parlamente.
Parlament bedeutet: Eine Versammlung von Volks-Vertretern.
Sie machen zusammen neue Gesetze.
Wir gehören in die Vor-Stände.
Vor-Stand bedeutet: Eine Chef-Gruppe in Vereinen oder Firmen.
Sie treffen wichtige Entscheidungen.
Wir gehören in die Gremien.
Gremium bedeutet: Eine Arbeits-Gruppe.
Mehrere Menschen arbeiten zusammen und beraten.
Jetzt schreibt Alper Senlik eine Kolumne.
Kolumne bedeutet: Ein Text in der Zeitung.
Ein Autor schreibt seine Meinung darin.
Die Kolumne ist für kobinet-nachrichten.
Er macht klar:
Wir sind mehr als ein Etikett.
Etikett bedeutet: Ein Aufkleber mit Text.
Hier bedeutet es: Eine einfache Bewertung von Menschen.
Mehr als ein Etikett
Kolumne von Alper Senlik
Andere Menschen sehen oft zuerst die Behinderung.
Das ist das Erste was sie bemerken.
Schnell wird man dann nur noch so gesehen.
Man wird auf ein Etikett reduziert.
Das Etikett sagt: Du kannst etwas nicht.
Aber so funktioniert das Leben nicht.
So funktioniert auch Identität nicht.
Identität bedeutet: Wer du bist.
Du bist eine besondere Person.
Ich bin nicht nur der Blinde.
Ich bin auch Berater.
Ich bin Aktivist.
Aktivist bedeutet: Eine Person.
Die Person will die Gesellschaft ändern.
Das bedeutet: Ich kämpfe für Rechte.
Ich bin ein Familien-Mensch.
Ich habe Stärken.
Ich habe auch Schwächen.
Ich habe Träume und Ideen.
Das haben alle anderen Menschen auch.
Meine Behinderung begleitet mich jeden Tag.
Aber sie bestimmt nicht allein wer ich bin.
Stereotype machen es uns schwer.
Stereotyp bedeutet: Eine falsche Meinung über Menschen.
Diese Meinung stimmt nicht.
Sie engen uns ein.
Sie lassen oft nur ein Bild zu.
Dieses Bild sagt: hilf-los.
Dieses Bild sagt: abhängig.
Wer so denkt übersieht vieles.
Er übersieht die Vielfalt.
Er übersieht die Energie.
Er übersieht unsere Stimmen.
Wir sind Studierende.
Wir sind kreative Menschen.
Wir sind Arbeit-Nehmer.
Wir sind Vereins-Menschen.
Wir sind Eltern.
Wir sind so viel mehr.
Darum ist Inklusion mehr als Barriere-Freiheit.
Inklusion bedeutet: Alle Menschen machen mit.
Niemand wird ausgeschlossen.
Barriere-Freiheit bedeutet: Alle Menschen können etwas benutzen.
Es gibt keine Hindernisse.
Es geht um ein Um-Denken.
Es geht darum Menschen nicht zu reduzieren.
Man soll Menschen nicht nur auf Gesundheit reduzieren.
Man soll ihre ganzen Seiten wahr-nehmen.
Wenn das gelingt passiert etwas.
Wenn wir wirklich dazu-gehören passiert etwas.
Dann wird klar:
Wir sind nicht nur Behinderte.
Wir sind Menschen mit Geschichten.
Wir sind Menschen mit Fähigkeiten.
Wir sind mehr als ein Etikett.

Foto: privat
Ahlen (kobinet) "Wir gehören in die Parlamente, in die Vorstände und in die Gremien", das hatte Alper Senlik vor kurzem in einem Interview mit den kobinet-nachrichten betont. Nun meldet sich der 26Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Ahlen mit einer Kolumne für die kobinet-nachrichten zu Wort und stellt klar: "Wir sind mehr als ein Etikett."
Mehr als ein Etikett
Kolumne von Alper Senlik
Oft ist es das Erste, was andere sehen: die Behinderung. Schnell wird man auf ein Etikett reduziert, auf eine vermeintliche Einschränkung, auf das, was angeblich „nicht geht“. Doch so funktioniert Leben nicht ‒ und auch Identität nicht.
Ich bin nicht nur „der Blinde“. Ich bin Berater, Aktivist, Familienmensch, politisch Engagierter. Ich habe Stärken, Schwächen, Träume und Ideen ‒ genau wie alle anderen auch. Meine Behinderung begleitet mich, aber sie bestimmt nicht allein, wer ich bin.
Stereotype machen es uns schwer. Sie engen ein und lassen oft nur ein Bild zu: hilflos, abhängig, eingeschränkt. Wer so denkt, übersieht die Vielfalt, die Energie und die Stimmen von Menschen mit Behinderung. Wir sind Studierende, Kreative, Arbeitnehmer*innen, Vereinsmenschen, Eltern ‒ und so viel mehr.
Darum ist Inklusion mehr als nur Barrierefreiheit im baulichen Sinn. Es geht um ein Umdenken. Es geht darum, Menschen nicht auf eine gesundheitliche Zuschreibung zu reduzieren, sondern ihre ganzen Facetten wahrzunehmen. Wenn das gelingt, wenn wir wirklich selbstverständlich dazugehören, dann wird klar: Wir sind nicht nur Behinderte ‒ wir sind Menschen mit Geschichten, Fähigkeiten und Zielen.
Wir sind mehr als ein Etikett.
Link zum Interview der kobinet-nachrichten mit Alper Senlik vom 30. Juli 2025

Foto: privat
Ahlen (kobinet) "Wir gehören in die Parlamente, in die Vorstände und in die Gremien", das hatte Alper Senlik vor kurzem in einem Interview mit den kobinet-nachrichten betont. Nun meldet sich der 26Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Ahlen mit einer Kolumne für die kobinet-nachrichten zu Wort und stellt klar: "Wir sind mehr als ein Etikett."
Mehr als ein Etikett
Kolumne von Alper Senlik
Oft ist es das Erste, was andere sehen: die Behinderung. Schnell wird man auf ein Etikett reduziert, auf eine vermeintliche Einschränkung, auf das, was angeblich „nicht geht“. Doch so funktioniert Leben nicht ‒ und auch Identität nicht.
Ich bin nicht nur „der Blinde“. Ich bin Berater, Aktivist, Familienmensch, politisch Engagierter. Ich habe Stärken, Schwächen, Träume und Ideen ‒ genau wie alle anderen auch. Meine Behinderung begleitet mich, aber sie bestimmt nicht allein, wer ich bin.
Stereotype machen es uns schwer. Sie engen ein und lassen oft nur ein Bild zu: hilflos, abhängig, eingeschränkt. Wer so denkt, übersieht die Vielfalt, die Energie und die Stimmen von Menschen mit Behinderung. Wir sind Studierende, Kreative, Arbeitnehmer*innen, Vereinsmenschen, Eltern ‒ und so viel mehr.
Darum ist Inklusion mehr als nur Barrierefreiheit im baulichen Sinn. Es geht um ein Umdenken. Es geht darum, Menschen nicht auf eine gesundheitliche Zuschreibung zu reduzieren, sondern ihre ganzen Facetten wahrzunehmen. Wenn das gelingt, wenn wir wirklich selbstverständlich dazugehören, dann wird klar: Wir sind nicht nur Behinderte ‒ wir sind Menschen mit Geschichten, Fähigkeiten und Zielen.
Wir sind mehr als ein Etikett.
Link zum Interview der kobinet-nachrichten mit Alper Senlik vom 30. Juli 2025





Lieber Alper Senlik,
Du sprichst uns allen aus dem Herzen. Dass wir nicht nur Behinderte sind. Sondern und vor allem so vieles andere mehr. Um den einen Punkt aufzunehmen, wir sind Menschen mit Geschichten, die erzählt werden sollten. Daher mein Impuls zur kobinet Literaturbeilage. Traut Euch eure Geschichten zu erzählen. „Stellt euch einander und der Welt vor“, so ermunterte Audry Lorde 1980 scharze deutsche Frauen in Berlin. Heute können wir diese Aufforderung genau so auf uns beziehen.
Alle Gute von Hans-Willi Weis